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Sind dtesßUiGii begründet, so isi zur Fesiäiclluog L und richligercn Erfassung des Uihelwortes ciue neue ' eichcrc Bahn geöiTnei, ist eine gerechte Würdigung Ider allen Ucb ersetz un gen erzielt, welche ebensoweit 9 Erstes Capitel. Die Reinhaltung des Gottesbegriffes. A. Die Gottesnamen. * I. ni.T und .T. (Tetragrammatou nicht ausgesprochen, ersetzt durch Adonai und ha-Schem, Gotteslästerung, der Name Jah wird verschluckt) . .201 • II. DM^ und bn. (Aussprüche der Tradition, j^Elohim" von fremden Göttern u. dgl , Umwandlung des Wortes „El" und dessen Uradeutung, damit zu- sammengesetzte Eigennamen, Schaddai) 2T9 m. ^^5 und ")^?D. (lioabitische und ammonit. Frauen, moab. Gottheiten, Moloch). . 299 B. Unpassende Ausdrücke. (Thikkun Soferim, die Khabod, Wohnen Gottes, Gestalt und Glieder, Gott und Menschen, nur Gott befiehlt, Gott thnt nicht Böses, Allwissenheit, Gott wird nicht gesehn, Merkhabah, Schöpfungsgeschichte) 308 Zweites Capitel. Israel, Fremde, Fromme. (Härten gegen Israel, Fremde und Proselyten, Aram. Philister, Tadel gegen Erzväter und Fromme, Rüben, Simon, Levi, Juda, Lea, Rebekka, David, Rehabeam, Priester) 345 Drittes Capitel. Schamgefühl und Anstand. S'H.^ Bchlusscapitel. Die Resultate 423 Ezeurs I Mechiltha und Sifro 434 Excurs II. Das jerus. Tharg. zum Peutateuch 451 Excurs III Madinchae und Maarbaö 481 Zusätze und Berichtigungen 491 Register der wichtigsten Materien 496 „ „ erklärten Wör^ 499 Einleitung. Uie Bibel ist das Buch der Welt. Hinaufragend in die graue Vorzeit^ hat dieses Buch in ewiger Jugend alle Zeiten durchschritten, ist immer mehr der Lehrer geworden filr Alt und Jung, hat eine Verbreitung gefunden-, wie kein anderes Buch sich deren erfreut, und ist zum Gemeingut geworden aller Literaturen. Schon frühzeitig hat es das Gebiet der heimischen Sprache überschritten. Mit der Ent- stehung des zweiten Tempels hat man die Bibel nämlich im Öeimathlande, in (Palästina selbst, wo die aramäische Sprache das Uebergewicht erlangte, in diese übersetzt, und nicht lange nachher, im vierten und dritten Jahrhundert vor der gegenwärtigen Zeitrechnung, übertrug man sie in Aegypten nach imd nach ins Griechische. Jene aramäische oder chaldäische Uebersetzung, Thargum, haben wir, wie neuere Untersuchungen festgestellt haben, jedoch nicht mehr in ihrer ursprünglichen Gestalt; das Thargum zum Pentateuch, welches den Namen des Onkelos, und das zu den Propheten, welches den des Jonathan bcn Usiel trägt, gehört diesen Männern nicht an, es hat seine Schlussrcdaction am Anfange des 4. Jahrh. n. Chn in Babylonien erhalten, die jerusale- mischen Thargume zum Pentateuch imd zu den Uagiographen erst im achten Jahrh. Die ägyptisch -griechische Ueber- setzung aber, welche die Septuaginta genannt wird, besitzen wir noch in ihrer ursprünglichen Gestalt und hat sie ledig- lich die Schicksale erfahren, welche überhaupt über Schriften solch hohen Alters ergehen. Bis zur Entstehung des Christen» thums blieb die Bibel innerhalb des jüdischen Kreisens; aber soweit dieser sich ausdehnte, zog sie als Heiligthum mit. Alle Parteien innerhalb des Judenthums, Sadducäer wie Pharisäer und Essäer, verehrten sie in gleicher Weise; 1 selbst die Samaritaner^ welche sich schärfer abschieden, bewahrten den Pentateuch, wenn sie auch die übrigen Schriften nicht annahmen^ und haben ihn gleichfalls durch alle Stürme der Zeiten hindurchgetragen. Mit der Entstehung des Christenthums erweiterte sich der Kreis der Bibel mächtig; auf jüdischem Grunde erwach- sen, nahm das Christenthum auch dessen heilige Schriften an und brachte sie auch den Völkern, die bisher denselben ferne standen. Zuerst beschränkte sich die Kenntniss von ihr im christlichen Kreise auf die griechische Uebersetsung^ deren sich auch die urchristlichen Schriftsteller, obgleich Juden, zumeist bedienten, imd bald wurde aus dieser auch eine lateinische Tochterübersetzung, die Itala, angefertigt. Desto lebendiger ist um diese Zeit die Beschäftigung mit d^m Urtexte unter den Juden. Die Deutung der biblischen Schriften steht um die Mitte des zweiten Jahrhunderts in der höchsten Blüthe, und die gefeiertesten Autoritäten der später angelegten thalmudischen und midraschischen Samm- lungen gehören dieser Zeit an. Um dieselbe Zeit eben sehen wir aber auch kurz hinter einander drei neue griechische Uebersetzungen, die des Aquila, des Theodotion und des Sjmmachus, und ebenso eine syrischeUebersetzung erstehen, von denen die ersteren vollständig, die letztere zum überwiegenden Theile nach dem Urtexte abgefasst sind; die Verfasser waren Juden, und wenn es der Eine oder Andere unter ihnen nicht war, so war er jeden&Us ein Judenchrist oder hat unter jüdischer Leitung gearbeitet. Bald geht auch der Eifer für Urtext und Uebersetzungen zu den christlichen Gelehrten über. Während Originea am Anfange des 3. Jahrh. den hebr. Text in hebräischer und griechischer Schrift mit den vier genannten griechischen Uebersetzungen, zum Theile auch mit zwei anderen, welche, wie es scheint, blos einzelne Stellen übertrugen und von Christen herrühren, zusammenstellte und die Septuaginta kritisch- zu säubern bemüht war, suchte Hieronymus im 4. Jahrh., von jüdischen Lehrern im Hebräischen unter- richtet, zuerst die Itala enger zu ihrem Originale, der Septuaginta, zurückzuführen, dann aber^ unter starkem Widarairebea'^semer^Zeitgexiossen, auch die Autorität dieaer Teriassend^ wandte er sich mit allem Fleisse dem hebr; Urtexte selber zu, und übertrug die meisten Bücher selbst- ständig ins Lateinische. Während das Werk des Origines, die HexaplA, bis auf eine, freilich nicht unbedeatenda^ Ansah! von Fragmenten verloren ging, haben sich die Arbeiten des Hieronymus erhalten, und aus ihnen und ande- ren sich daran anschliessenden Arbeiten ward dann ein recipirter lateinischer Text hergestellt, die Vnlgäta. Von dieser Zeit an beruhigte sich das Christentfaum bis zur Restauration der Wissenschaften, am Ende des ]&» Jahrb., bei der grieck Uebersetzung der LXX und bei dar lateinischen Vulgata, und bekümmerte sich um das Original gar nicht mehr; die Sorgfalt der Juden hingegen wandte siofa demselben in immer verstärktem Masse zu. Schon in der Mitte des 2. Jahrh. wachte man über dem Text mit so scharfem Blicke, dass man selbst Punkte, die in den Hand* Schriften sich über einzelnen Buchstaben und Wörtern fan- den und die sicher Zeichen verdächtiger Lesarten waren, auft Genaueste angab und in eigenäiümlicher Weise deutete. Man begann Varianten, die Khetib und Keri, festzustellen, nahm es genau mit der Setzung der Lesemütter und machte die Brauchbarkeit der Schriftrollen, namentlich des Penta« teuchs, von der Hinzufiigung und Auslassung dieser Lese- mütter, je nachdem sie an den einzelnen Orten stehen soll- ien oder nicht, abhängig, hielt an einzelnen ungewöhnlich, grösser oder kleiner oder schwebend geschriebenen Buch- staben fest, kurz die in das kleinste Detail eingehenden massoErethischen Studien hatten damals nicht blos ihren An- fiuag genommen, sondern bereits eine breite Grundlage ge« Wonnen. Diese Studien wurden eifrig fortgesetzt. Dio Schnlen der Halachisten uud Haggadisten deuteten immer genauer den Lahalt der h. S. aus, sich eng an das Wort «nd den Buchstaben des Originals anlehnend; ihre mehre JahrhBndcrte fortgesetzten Arbeiten bieten uns die thal' mudischen und midraschischen Sammelwerke. Die Thur- gemanim, die Uebersetzer, schlössen im vierten Jahrh. in Babjlonien die chald. Uebersetzung zu Pentateuch und Propheten ab, während die jerusalemischen Uebersetzongen erst später ihren Abschloss erhielten. Die Schalen der Massorethen arbeiteten still weiter über den Text wachend und ihn mit der grössten Vorsicht umzäunend; einen Theil ihrer Resultate bietet uns schon der wahrscheinlich gegen das sechste Jahrhundert rerfasste kleine Tractat: Sefer Thorah*) und der andere wohl etwas jüngere und verbrei- totere Soferim. Beide bieten genaue Vorschriften, wie man bei der Anfertigung von Abschriften biblischer Bücher zu verfahren habe, letzterer namentlich eine beträchtliche An- asahl in's Einzelne gehender massorethischer Feststellungen über den Text Dem siebenten JahrL erst gehört die Hin- zufügung der Vocale und Accente zum Textesbuchstaben an, eine Arbeit, die sicher lange reifen musste, und in ihrer Genauigkeit von der hingehendsten Sorgfalt Zeugniss. ab- legt Und nun gehen die massorethischen Arbeiten rasch ihrem Abschlüsse entgegen; sie umfassen alles Aeussere des Textes, zunächst, wie sie begonnen, die Buchstaben in's Auge fassend, nun aber auch Vocale und Accente nicht ausschliessend, ja zwei Schulen, die des Ben Ascher und Ben Nafthali, machen untergeordnete Einzelnheiten der Vocalisation, der Accentuation und der diese begleitenden Hülfszeichen (Makkef, Metheg u. dgl.) fast ausschliesslich zu ihrer Aufgabe. Mit dem neunten Jahrhunderte schliessen diese Arbei- ten, welche den traditionell überkommenen Text genau nach dieser Ueberlieferung feststellen und das Oehörte auch wahrnehmbar für das Auge darstellen wollen. Die mit dieser Tradition Hand in Hand gehende traditionelle Bibel- erklärung treibt noch am Ende dieser Periode ihre neuen Schösslinge, die jerusalemischen Thargume, — und mit ihr un Zusammenhange steht noch eine neue Uebersetzung, welche dem Anfange des zehnten Jahrhunderts angehört, die arabische des Gaons Saadias. Aber nun war schon ein neues Moment eingetreten, von der Richtung unter den *) £iner der sieben kleinen Tractate, welche ron Kirch he im htrausgegeben worden (Frimkf. a. M. 1861). Armbern angeregt, von den Karaiten zuerst gepflegt: die wissenschaftliche Behandlung der hebräischen Sprache und die selbstständige, auf natürlichen Grundsätzen sich er- bauende Bibelerklärung. Man nahm den Text, wie er ein- mal massorethisch festgestellt war, befragte aber nicht wei- ter, wie das Wort hie und da gesprochen werde, sondern fing an die grammatische Erklärung des Wortes und den Oesammtbaa der Sprache aufzusuchen. In der Exegese verliess man freilich nicht ganz und gar die von den Alten aufgestellten Ansichten, für die Rabbaniten blieben dieselben sogar in ihren gesetzlichen Resultaten bindend; dennoch gingen auch diese neben dem halachisch anerkannten ihren eigenen Weg für die Erklärung der Stellen nach der wissen- schaftlichen Einsicht, die sie aus eigner Vertiefung in das ganze Schriftthum, aus allgemeiner philosophischer Bildung oder aus dem natürlichen Menschenverstände schöpften. Der Strom einer mündlichen Tradition versiegte umsomehr, als auch deren Faden abgeschnitten ward. Die babylo- nischen Schulen sanken nämlich gleichfalls, neue Gegenden, welche auch ihre neue Cultur hatten, traten in den Vorder- grund, die nordafrikanischen, spanischen, nordfranzösischen und provenzaUschen Gelehrten arbeiten nun. Jeder nach seiner natürlichen Begabimg. Von den Juden geht sodann mit dem Ende des 15. Jahrh. Kenntniss der hebräischen Sprache und Verständniss der Bibel im Originale auch auf die Christen über. Anfangs unselbstständig und blos die Belehrung der Juden aufnehmend, erweiterten sie ihren Blick allmälig durch Benutzung der alten üebersetzungen, durch Aneignung der Kenntniss des ganzen semitischen Sprach- und Literaturgebietes und durch Anwendung einer unbefangenen, oft scharf einschneidenden Kritik. Das Ver- ständniss der Bibel erhob sich durch eine rege allseitige Betheiligung zu dem Standpunkte, welchen wir jetzt darin einnehmen. So sehen wir, wie die emsigste Sorgfalt sich ununter- brochen der Bibel zuwendet. Ganz verschieden von andern alten Literaturen, die auf ihrem eigenen Gebiete verharren, dann Jahrhunderte lang der Vergessenheit verfallen und eint später wieder durch wissenschaftliche Forschung nea Aufgegraben und erschlossen werden müssen, tritt die he- bräische Literatur rasch auch auf andere Gebiete über, wird sie von Geschlecht zu Geschlecht fortgeleitet, die wärmste religiöse Innigkeit hört nicht auf sie zu um£ussen, treue Pietät leistet mehr fiir Feststellung und Reinhaltung des Textes, als der regste wissenschaftliche Eifer zu thun vermag, die lebendige Tradition hört erst dann auf Buch^ Stäben und Inhalt schützend zu umgeben, als ihr ganzer Um- fang und der mündlich hörbare Laut vollständig niederge- schrieben sind, und die Ueberlieferungen, noch ehe sie er- kaltet, empfängt an ihrer Grenzscheide sogleich die Wissen* Schaft, um sie zu allgemeinen Grundsätzen zu gestalten. Welche mächtige Geistesarbeiten knüpfen sich an den Buchstaben der Bibel, und mit welch gewissenhafter Vor- sicht und Verleugnung eigener Vermuthungen behandelt namentlich die alte Zeit selbst die geringsten Zeichen! Man dürfte nun erwarten, hier müsse ein alter, bis in die Zeit der ersten Entstehung hinauf beglaubigter Text vor- liegen, die Stimmen aller Zeiten müssten ihn uns in dem harmonischsten Einklänge überliefern. Und dennoch ist dem nicht so! Gerade die ältesten Zeugen, die griechische Uebersetzung der LXX und die samaritanische Recension des Pentateuch weichen von unserem massorethischen Texte sehr bedeutend ab, die drei anderen griechischen Ueber- »etzungen, selbst die an dem Buchstaben mit ängstlicher Treue haftende des Aquila, sind auch nicht vollständig über- einstimmend, die syrische, auch wo sie offenbar unabhängig ▼on der LXX ist, übersetzt gleichfalls oft einen anderen Text, selbst die recipirten Thargume, welche nach Onkelos \mA Jonathan genannt werden, haben einzelne, wenn auch nicht wesentliche Abweichungen, das jemsalemische Thar- gum zu den Sprüchen ist sogar längst als mehr mit dem Syrer denn mit unserm Texte übereinstimmend erkannt. In den massorethischen Schulen selbst bemerken wir Mangel an Einstinmiigkeit Thalmud und Soferim weichen im Ein- seinen von unserer Massorah ab, und diese selbst liefert uns eine Reihe von streitigen Stellen swisohen ,|Madincha^,^^ Babykmiern, and ,,Ma'arbaä/' Palästinensern I Bei dieser überraschenden Unsicherheit möchte man sich bei alteii Handschriften Raths erholen ; aber gerade dieses Hülfsmittel ist uns entzogen. Merkwürdiger Weise waren bis vor Kur- zem nur hebräische Bibelexemplare aus dem 1 1 . Jahrh. be-> kannt; erst in neuester Zeit hat man einen Theil (die drei grossen und die zwölf kleinen Propheten) aus dem J. 916 aufgefunden, welcher zugleich mit Vocalen^ Accenten und Massorah versehen ist, und eine unvollständige Pentateuch* rolle ans dem J. 843, welche jedoch blos den nackten Buch- stabentext hat'*'). Und selbst diese verhältnissmässig jungen Handschriften bringen neue Verwirrung hervor. Die erstere bietet eine grosse Anzahl abweichender Lesarten, die, wenn sie auch nicht wesentlich sind, doch auffallend bleiben**), Vocalisation und Accentuation aber sind in ganz andei*er Art, und zwar nicht blos so dass die Zeichen eine völlig andere Gestalt haben , sondern auch das System hat mehrfache Verschiedenheiten, von dem unsrigen***). Dem Pentateuch von 843 giebt aber der Einzige, welcher ihn kurz beschreibt, die verdächtige Note, es seien in demsel- ben „vielfache massorethische Fehler begangen und sehr oft Buchstaben und Wörter ausgelassenst). So verwirrt sich die Frage immer mehr. Die neuere Kritik aber hat sich bei keinem Texte beruhigt und ist oft mit grosser Selbst- ständigkeit, ohne irgend ein altes Zeugniss &Lr sich zu haben, zu Werke gegangen. *) Dass alle früheren Angaben von älteren Handschriften unkritisch sind, ist längst anerkannt, und dass die Inschrift einer Pentatenchrolla ia Odessa, welche diese auf das J. 686 Eurückftihrt (Pinner, Prospeetal der der Odessacr Gesellschaft f. Geschichte u. Alterthümer gehörenden ältesten hebr. u. rabb. Msptc. Odessa 1845, S. 6), nicht acht ist, bedarf keines Nachweises. ♦♦) Pinner a. a. O. S. 20—20. ***) Ygl. den lithographirten Habaknk bei Pinner im Anhange dat. und dazu vorläufig Lussatto in: Oostersche Wandelingen (Haliehotii kedem) door G. J. Polak (Amsterd. 1816) 8. 23—30 u. 8. 37—39, Rödiger in A. L. Z. 1848 N. 1C9 S. 193 200, Ewald in Jahrb. d. bibl. Wissensch. I. 8. 160—172 t) Pinner a. a. O. 8. 9. 8 Das weite Ajuseinandergehen der alten UebersetzoH' gen von dem hebr. Texte ist schon in alter Zeit nicht un- bemerkt geblieben; man hat jedoch der Erklärmig dieser aaffftllenden Erscheinung keine besondere Aafmerksamkeit angewandt Die ersten Christen, welchen die griechische Siebziger-Uebersetzung als authentisch galt, die aber doch entweder selbst noch des Hebräischen so weit kundig waren, um deren Abweichungen vom Originale zu bemerken, oder von den Juden in der Polemik mit ihnen darauf hingewie- sen wurden, hielten am griech. Texte fest und schoben die Abweichungen vom hebr. Originale auf Schuld der Juden, welche sich später erlaubt hätten, beliebige Aendenmgen mit diesem vorzunehmen, und den neu angefertigten griechi- schen Uebersetzungen des Aquila u. s. w. warf man geradezu Corruptionen vor, um die in dem Texte angeblich ausge- drückten Hindeutungen auf das Christenthum zu beseitigen. Nachdem jedoch der unkritische Parteieifer sich gelegt und Männer von Gelehrsamkeit und unbefangenerem Sinne im Christenthume erstanden, wie Origines und Hieronymus, da kam man zwar von seinem Vorurtheile gegen die neueren uebersetzungen nicht ganz zurück, wohl aber von dem gegen den hebr. Text, und, wie schon bemerkt, neigte sich namentlich Hieronymus immer mehr diesem zu, die Authen- ticität der 70 bekämpfend; er vertraut seinen jüdischen Lehrern und beruft sich zur Rechtfertigung seiner Ueber- tragung und Erklärung unumwunden auf die Zustimmung der Juden. Auf die Erklärung der Abweichungen jedoch, welche zwischen dem Original und den 70 sich finden, geht er weiter nicht viel ein; im Allgemeinen bemerkt er, die Juden meinten, die alten griech. Uebersetzer hätten mehr- fache Aendenmgen absichtlich vorgenommen, weU die buch stäbliche Uebersetzung bei dem Ptolemäus — fiir den sie ihre Arbeit angeblich angefertigt — der Missdeutung unter- liegen könnte*). Auch im Einzelnen berührt er zuweilen einen solchen Grund, oder er sagt kurz, sie hätten anders *) Yorr. znm Pentatench, and Vorw. in Traditiones sea quaest Hebr. libromm Genes. gelesen. Ihm kam es hauptsächlich darauf an, wie übersetst werden müsse, nicht aber, wieso die abweichende Erklärung entstanden. Als dann ein neuer Eirchentext, die Vulgata, sich feststellte, die Kenntniss des Hebräischen und selbst des Qriechischen aus dem christlichen Kreise bald gans schwand, vergass man die ganze Thatsache, dass Ab- weichungen vorhanden seien, und war somit vor den Be- unruhigungen seines kritischen GeWissens sicher. Auch den Juden war die Abweichung der 70 nicht fremd geblieben. Indem sie die Entstehung dieser fUr einen Ptolemäer angefertigten Uebersetzung durch Wundererzäb- lungen verherrlichen, dem Griechischen in Niederschreibung (einei* Uebertragung) der h. S, einen besonderen Vorzug ein- räumen, hat sich auch in den thalm. Schriften eine Tra- dition erhalten, wonach diese Uebersetzer 13 Stellen, die einzehi angegeben werden, absichtlich geändert hätten, um Missdeutungen vorzubeugen. Sonst wird der Uebersetzung im Thahnud nicht gedacht. Von den neueren Uebersetzun- gen kennt er nur die des Aquila (Akylas); sie wird vor- züglich gelobt, einige wenige Worttibertragungen werden zerstreut angegeben, weiter wird sie nicht besprochen. Die spätere Zeit nimmt von allen griech. Uebersetzungen keine Notiz; nur eine Anfiihrung der „70 Alten" taucht im 11. Jahrh. zur Erklärung eines Wortes in der Mischnah auf, und diese Anfährnug selbst zeigt, dass Hai Gaon, bei welchem sie vorkommt , die Stelle blos vom Hörensagen kannte*^). — Die Abweichungen des Samaritaners werden von den Kirchenvätern nur spärlich, von dem Tbalmud nur an einer Stelle erwähnt, wo die Hinzufügung als eine absicht- liche bezeichnet wird, um Sichern in den Vordergrund zu *) Zur Erklärung ron ^t:*^!: in Khelim 28, 2 sagt Hai in seinem Comm. z. 8t. (vgl. ü'^lllilp D'^:1K: ^T ""rrTS Y^^P» ^^'Un 1866, S. 17), so übersetzten die ,,70 Alten** das Wort ]1tdK Sp. 7, 16. Diese haben jedoch dort ofttpltaitog t was zwar demselben Stamme angehört, aber doch das Wort der M. nicht so genau ausdrückt, wie das tn/tetes der Vnlg., und es ist daher wahrscheinlich, dass ihm diese Uebersetzung von einem Christen mitgethellt wurde, der etwa beide Uebersetzungen mit einander combinirte. 1« siellea; nattirliob luttte der Text dieser AbtriUmii^en fyc m keinen Werth, und sie stellen über seine sonstigen Abwei« cbangen keine weiteren Untersuchungen an. Die chal* däischen Uebersetzungen endlich waren bis nahe xum Ab* Schlüsse des babylonischen Thalmuds noch flüssig; erst mit ihn^r Schlussredaction stehen sie als reeipirte Autorität für die Rabbinen da^ und die Commentatoren können daher auch bei einzelnen Stellen namentlich des Prophetenthar- goms ihre Verwunderung über die Abweichung vom Texte nicht untei*drücken. Das jerusalemische Thargum hingegen hatte diese Qeltung nicht, und wenn es auch vom 1 1. Jahrh« an*) zur Erklärung thalmudischer Wörter und Ausdrücke benutzt wird, so wird doch niemals darüber gesprochen, dass seine Uebersetzungen zuweilen in so seltsamer Weise den Text verlassen. In ihrer vollen Bedeutung tritt die Frage erst im 16. Jahrb. auf. Neu erwachter wissenschaftlicher Eifer und erweiterte Erkenntniss verbinden sich mit dem lebhaftesten kirchlichen Interesse und dogmatischer Parteistellung, um die Frage recht in den Vordergrund zu drängen. Die christliche Welt erhält wieder die Kenntniss des Griechi- schen und Hebräischen und versenkt sich mit jugendlicher Lust in diese beiden Grundsprachen der Bildung und der Religion; die bis dahin todt liegenden Schätze treten alle ans Tageslicht und werden lebendig, ein grosser Reichthum femliegenden Stoffes wird zusammengebracht und durch den Druck immer zugänglicher gemacht. So tritt nun der Gegensatz des hebräischen Textes gegen den samaritanischen und den grösseren Theil der alten Uebersetzungen, die noch dazu bald in Polyglotten neben einander gestellt werden, mit aller Schärfe hervor. Wird bei der allgemeinen wis- senschaftlichen Regsamkeit, bei der Bedeutung des Buches als der Grundlage der offenbarten Religion das Interesse zur Lösung dieser Frage an sich schon hinlänglich geweckt so wird es noch mehr geschärft durch das dogmatische Ge- ♦) Hai (bu Machschfrin 1, 4, a. a. O. S. 87), Chananel, Nathan b. Jechiel, Basohi a. A. inokty welches der Bibeltext selbst und die Richtigkeit oder Mangelhaftigkeit der früheren Auffassung vermöge der Kirchenspaltung erlangt Die Reformation, die Autorität der kirchlichen Tradition verwerfend, stütate sich einaig and allein auf den Text der hebräischen Bibel wie der xtt- christUchen Schriften, und es war natürlich, dass sie nur am Originale, wie es eben vorlag, festhielt, und Luther übersetzte nach diesem Originale. Bei der Geringachtung der in der Mitte liegenden Zwischenglieder musste es den Anhfttigem der Reformation darum zu thun sein, diesen Originaltext als vollkommen gesichert zu betrachten und ihn gegenüber der kirchlich recipirten Uebersetzung, der Vnl^ta, als entscheidend auftreten zu lassen. Ihnen galt daher nur der hebräische Text; alle Angriffe und kritischen Versuche von ihm abzuwehren, war ihnen eine religiöse, principielle Aufgabe. Die abweichenden üebersetzungen wurden daher als gewichtlos, als mit zußllligen oder ab- sichtlichen Fehlem behaftet bezeichnet Umgekehrt ver- fuhren die Katholiken. Sie hatten die Yulgata als die sanctionirte Kirchen-Uebersetzung zu vertreten, und es mosste ihnen daimm zu thun sein, recht augenfällig die Nothwendigkeit hervorzuheben, dass man seine Zuflucht bei der Tradition suchen müsse, wenn man bei der Ungewiss- helt, in welcher der Bibeltext schwebe, überhaupt ein siche- res Gbtteswort haben wolle. Desshalb deckten sie die kriti- schen Blossen unsres Textes geflissentlich auf, entzogen ihm ndglichst alle Stützen, verkleinerten die zu seinen Gunsten sprechenden Autoritäten oder drückten sie in möglichst späte Zeit herab, damit sie ihre Beweiskraft verlieren. In diese Zeit mächtiger Qährung und zwar bereits in ihren Anfiing traf die grossartige Entdeckung eines jüdischen Kritikers und Grammatikers, Elias Levita's, der, von jenem Streite nicht berührt, ihn wie die Tragweite seiner Ent- deckung kaum ahnend, in unbefangener Forschung nach- wies, dass die Vocalzeichen und Accente jungem Ursprungs 9tiea. Alsbald wurde diese Entdeckung mit in den Kreis der Discussion gezogen. Die Katholiken ergriffen sie be- gierig; die Unsicherheit der gegenwärtigen Punotation ward 12 als entschieden behauptet^ das Werk später Massoreihen musste hinter die alten Zeugen, die Uebersetzer, deren Abweichungen man häufig blos durch eine abweichende Vocalisation erklären konnte, zurücktreten, und mit den Vocalen sanken auch die Buchstaben, die als lebloses Qe^ rippe erst der belebenden Zeichen oder der lebendigen Aas- sprache bedurften. Diese gefährliche WaiSTe suchten pro- testantische Eiferer ihnen zu entwinden, indem sie ihre Vertheidigung des gegenwärtigen Textes auch auf die Be- hauptung von dem gleichzeitigen Alter der Vocalisation ausdehnten. Im Laufe der Zeit gestalteten sich die käm- pfenden Parteien um. Die Katholiken zogen sich ziemlich vom Kampfplatze zurück. Im ersten Eifer mochte man gern zeigen, wie gefahrlich es sei, sich auf den nackten Text stützen zu wollen, rüttelte man gern an demselben und trieb die Kritik recht weit, indem man den Gegnern den Boden unterwühlte, sich selbst aber dann auf den Bo den des traditionellen Kirchenglaubens zurückzog. Allmälig fühlte man doch die weiterreichende Gefahr der Kritik; man sah, dass, sobald man deren Grundsätze frei walten liess, auch die eignen Grundlagen erschüttert werden könn- ten, und — man schwieg. Umgekehrt ging es bei den Pro- testanten. Ihre freiere Stellung ermuthigte zuerst Einige, dann immer Mehre, die dogmatische Engherzigkeit in die- sem Punkte aufzugeben. Man fing an unbefangener zu untersuchen, gab in Beziehung auf die Jugend der Voca- lisation nach und begann bald, aller Fesseln ledig, mit dem Texte ganz nach eigner Auffassung zu yerfahren. Weder der gegenwärtige Text, noch der abweichende des Samaritaners oder der alten Uebersetzungen war massge- bend, man fand in diesem Mangel an Uebereinstimmung unter deu nächsten Zeugen den Anspruch gerechtfertigt, sich seinen Text so herzustellen, wie man ihn nach seinen Voraussetzungen vermuthete. Der Eine hielt sich dabei mehr an unsem Text, der Andere mehr an den, wie er glaubte, dass er den Alten vorgelegen haben müsse, und das Zünglein der Waage neigte sich meistens zu Gunsten des letztein, weil man hier mehr eigne Kritik zu entfalten 13 vermochte. Die Wissenschaft überwand auch diese Stafe der Subjectivitäty man überzeugte sich aUmälig, dass unter den gegebenen Texten der massorethische der zuverlässigste seil und wenn auch seine üntrüglichkeit beseitigt ist^ das Becht der Kritik an einzehien Orten nicht verkümmert wird, erkennt man in ihm doch den sichersten Führer, den man nicht ohne Noth verlassen dürfe, während die Abwei- dbnngen von ihm, wie sie geschichtlich vorliegen, nur mit grosser Vorsicht hie und da als Hülfsmittel gebraucht werden dürfen. Wie die Differenz jedoch entstanden, darüber hat man sich noch wenig Rechenschaft gegeben. Willkürliche Aenderung, befangene Auffassung, Unwissenheit sind esimmer^ die man dem einen oder andern Theile zuschreibt, Erklä« mngsversuche, die grade bei der Geschichte der BibeU eriüämng höchst bedenklich sind. Denn, wie wir es bereits im Beginne ausgesprochen haben, ist es bei der Bibel am Unstatthaftesten, solche Mittel zur Beseitigung von Schwierigkeiten anzuwenden. Die Bibel war immer das Heiligthum der Juden, das sie mit gewissenhaftester Sorgfalt bewahrten, es war ihr Erbe und volles Eigenthum, das sie mit eingeborenem und über- liefertem Verständnisse umfassten; das mochte sie vor ein- seinen Nachlässigkeiten und Irrthümem nicht schützen, aber konnte sie nimmermehr in den Zustand einer solchen Verwahrlosung bringen, wie die weite Kluft, welche [zwi- schen den verschiedenen Texten vorhanden ist, voraussetzen lässt. Dabei konnte man es bewenden lassen, so lange man die geläufige Phrase von „massorethiscBem Blödsinne^^ und „rabbinischem Aberwitze'^ im Munde führte, oder so lange man andererseits die griechischen Juden als vollkom- mene Stümper im Hebräischen betrachtete, die sich trotz ihrer Unbekanntschaft mit den ersten Elementen der Sprache keck an die Uebersetzung machten und so ihren Unsinn SU Markte brachten. Man hat sich jedoch längst überzeugt, dass die Massorethen zwar übertrieben ängstlich, aber nicht willkürUch verftihren, dass die Rabbinen zwar ihre eigen- thümlichen Meinungen und Deutungen haben konnten, dass sie aber dennoch ebenso wie die Massorethen ein sehr fei-» t4 nes SprAchgeftihl hatten wie eben bei einer Sprache^ in der man lebt^ und dass eine Qesammtanachauung des Inhalte ihnen als unveräusserliches Erbe zu eigen war. Man hätte ebenso «rkennen sollen, dass spätere alexandrinische Juden zwar, nachdem sie einmal eine recipirte griecL Uebersetaung hatten, den hebr. Text bei Seite legen und überhaupt der bebr. Sprache weniger Aufmerksamkeit schenken mochten, daas aber in der finiheren Zeit der Ansiedelung, wo der Zusammenhang mit Palästina noch ein frischer war, Hänner, welche erst eine griechische Uebertragung schufen, wahrlich nicht eignen Einfällen gefolgt sein werden« Wör- terbuch und Grammatik hatten sie nicht vor sich, um sich den Inhalt zusammen zu buchstabiren, und sie mussten nothwendig aus lebendigem Verständnisse heraus denselben wiedergeben. Und nun denke man sich dazu das fast kanonische Ansehen, das dieselbe unter den griech. reden- den Juden, die immer in Jerusalem ihre heilige MutterstadI erblickten und mit ihr in regem Verkehr blieben, erlangte, die Verherrlichung, deren sie sich auch in Palästina er* freute, die Tradition, welche nur von einigen tendentiösen Aenderungen sprach, niemals aber von schülerhafter Un- wissenheit, und man wird eingestehen müssen, dass nur die selbstsichere Vornehmheit so kurzweg mit diesen alten Zen* gea umgehn konnte. Und die Samaritaner, die im Mitteix Palästina's lebten, sollten sie wirklich mit dem Pentateucbe^ der auch ihr Heiligthum war, ja ihr ausschliessliches, die einen dem Hebräischen so verwandten Dialekt sprachen und bis zur hadrianischen Zeit ihre Volkstbümliehkeit und daher auch ihre ti*aditionellen Besitzthftmer sekr wohl wahr^ ten, die mit den Juden doch immer in genauer Bekannt- schaft blieben: sollten sie so gränzenloaer Unwiseenheit ver- fallen sein oder mit so geringschätziger Willkür dieseoi Text behandelt, sich dem Spotte der Juden preisgegeben haben? Und dass gerade Samaritaner und LXX an mx vielen Orten übereinstimmen, woher kommt dieser gemeift- same Fehler, dies^ Begegnen in der Verkehrtheit? Und >, die Abweiehungen, denen man bei spätem Uebersetzeni^ namentlich bei den Thargnmen begegn^ und die difleri- renden MaMoretbensohalen^ ancli sie sehen ihrer Erklirmig noch immer Tergebens entgegen! Nor einen einzigen jüdischen Kritiker haben wir juif- zuweisen, nnd dieser fiüAte die ganze Schwierigkeit and leistete, was mit seinen beschränkten Mittehi zu erzielen war. Dieser Mann war Asariah de' Rossi. Er war des Ghrieohischen nur sehr wenig kundig, die FragmentensaamH lung der drei spätem griech. Uebersetzer lag ihm nicht vor, und er wusste nur Einzelnes von ihnen aus AnfÜhrun« gen, die syrische Uebersetzung war ihm ganz unbekannt, und Ton den Abweichungen des samaritanischen Textes war ihm nur Einzelnes zugänglich. Aber er hatte einen glücklichen Takt und verstand sich in die verschiedenen Zeiten zu versetzen. Gelingen konnte ihm sein Lösungs- versuch nicht, aber er spürte das Ziel und er konnte lichte Blicke dorthin werfen. In dem 8. und 0. Capitel seiner Lnre binah (Meer Enajim, Mantua 1574) beschäftigt er sieh mit dieser Frage. Er stellt sie nach ihrem ganzen (Ge- wichte hin. Mit der einen Lösung, die er aufstellt, dass die alexandrinischen Griechen aus Hass gegen die Juden die Siebziger-Uebersetzung verunstaltet hätten, kann er sich nicht zufrieden geben; Philo und Josephus, die ihr auch in ihren Abweichungen folgen und sie so verherrlichen, der Thalmud, welcher mit diesem Lobe übereinstimmt und von der Verstünunelung Nichts berichtet, stehen dieser Ek^ klärung entgegen. Er stellt daher eine andere auf, die allerdings Hypothese bleiben musste. Es sei, meint er, eine alte chaldäische Uebersetzung von frühester Zeit her vorhanden gewesen, die frei übertragen habe und dann vie« len Corruptionen unterlegen sei; sie aber sei, weil das Ohal* däische die palästinensische Landessprache geworden, dem Volke geläufiger geworden als das Original, ihrer hätten sich daher die 70 wie der Samaritaner bedient, und das- selbe Verfahren gebe sich auch in den jerusalemiscken Thargumen kund, Dass hier Alles hypothetisch in der Lufi schwebt, dass es abenteuerlich ist, die 70 aus einer ehald. Uebersetzung statt aus einem hebräischen Originaie übertragen zu lassen, sieht man bald, und soviel man aaok die Hypothese Asariah's hin und her ventilirt hat^ man hat sie nicht zur genügenden Erklärung auch eioer einzigen Abweichung nur scheinbar zu machen gewusst. Nur soviel sieht man in diesem Versuche als richtiges Gefühl durch- leuchten: Die 70 standen zur Zeit ihrer Uebersetzung nicht yereinzelt^ sie standen auf dem Boden der damaligen all- gemeinen Auffassung, sie waren nicht unwissende Alexan- driner, sie waren Juden, welche das griechisch wiedergaben, was damals auch in Palästina galt. Das ist sein gesunder Sinn, der in dieser Auffassung sich ausspricht-, nur weiss er nicht anzugeben, wie dieselbe näher nachgewiesen und erklärt werden muss. Mit Asariah de' Rossi schliesst aber diese Untersuchung unter den Juden ab, und es kümmerte sich später Keiner mehr um Abweichungen von dem massorethi- sehen Texte; man war von dessen Verbindlichkeit über- zeugt, und der freie Blick, mit dem Asariah die entfrem- deten griech. Juden Mrieder in ihr geistiges Heimathland eingeführt und sie dort brüderlich begrüsst hatte, verengte sich wieder immer mehr, die alten Brüder waren wieder Fremde geworden. Es ist ein Verdienst FrankeTs, dass er die Frage wieder mit den um so Vieles reichern Mitteln unsrer Zeit aufgenommen hat ; in den Resultaten jedoch ist er nicht allein nicht über Asariah hinausgekommen, son- dern wieder hinter ihn zurückgegangen. Er findet, was dem mit der palästinensischen Literatur vertrauten Juden bei sorgsamer Betrachtung aller alten Uebersetzongen nicht entgehen kann, dass die 7U oft entweder ausdrücklich oder durch leise Andeutungen ganz specielle traditionelle Erklä- rungen wiedergeben, dass also ein enger Zusammenhang zwischen ihnen und Palästina Statt gefunden. Wieso nun aber die Abweichungen? Was bei Asariah, aber nicht zu seiher Genüge, die nichtjüdischen Alexandriner aus Uass und absichtlich thun, das lässt Frankel eine ganze Schaar von gläubigen Textverderbern aus Unwissenheit an der Septuaginta thun: Glossatoren, Diaskeuasten, Abschreiber u. A. vereiaigen ^sich wie unter Verabredung, um diese Uebersetzung von Grund aus zu verderben. Das ist noch nicht g^nug; von einzelnen Büchern, wie vom letzten Theile 17 des ExodoBy sollen blos einzelne Fragmente in Uebersetzuni; vorgelegen haben, die dann später verkehrt zasammenge- •etzt wurden. Diese traurigen Schicksale, welche über dieses Werk ergangen sein sollen, genügen aber noch immer* nipbt^ tun seine gegenwärtige Gestalt zu erklären. Auch ursprünglich, mnss Fr. zageben, wich der Text vielfach ab, und oft missverstanden die Uebersetzer das Original so sehr, dass der Unsinn wieder auf sie zurückfällt. Die Hy- pothese von einer Uebertragung nach einem vorliegenden Thargum wird auch nicht verschmäht, und endlich soll auch noch eine samaritanisch-griech. Uebersetzung, von der die Elirchenväter einige wenige Stellen anführen, in die 70 ein- gedrungen sein und so ihren Text mit dem samaritanischen gleichgemacht haben. Umgekehrt aber wird angenommen, dass die Samaritaner ihre Pentateuch-Recension sich erst aus der durch Missverständniss der Uebersetzer selbst, dann der Glossatoren, Diaskeuasten, Abschreiber u. s. w. corrum- pirten Siebziger-Uebersetzung zurückübersetzt haben! Welch eine Kette von widersprechenden Erklärungen, die geschicht- lich durch Nichts begrüudet sind und am Ende doch Nichts ^klären! Wie ist es möglich, dass Uebersetzer, welche mit dem ganzen Geiste der damaligen palästinensischen Auf- fassung bis ins Einzeliiste vertraut waren, solche Schnitzer machen sollten, wie möglich, dass eine recipirte hochgeehrte Uebersetzung solche Unbill von Seiten der Glossatoren u. s. w, erfahren sollte, wie möglich, dass in allem Wesent- lichen alle Alten bei ihren Anführungen in den bezeugten griech. Text einstimmen, dass alle alten Autoritäten, die alexandrinischen tl(pden wie die Kirchenväter, von einer derartigen alten Ueberfluthung der 70 nichts wissen, keine Handschrift — und wir haben deren sehr alte — eine ELandhabe bietet für diese seltsame Behauptung. Und nun gar dieses kreuzweise Eindringen einer samarit. griech. Uebersetzung in die alexandrinische, und umgekehrt die Rückübersetzung dieser für die samarit. Recension! Kein geschichtliches Document ist vorhanden für die nahe Be- rührung zwischen griech. Juden und Samaritanem; wie sollten jene ihre recipirte Uebersetzung nicht gewahrt 2 18 haben vor Erdichtungen dieser^ und diese sollten so wafatt- sinnig gewesen sein, sich ihren alten Text durch sokdi alberne Rückübersetzungen zu verunstalten, ohne dass ihrras Systeme damit etwas zn Gute kommen konnte. Dies sind Nothbehelfe, denen weit vorzuziehen ist, einfach einzuge* stehen, dass man die Schwierigkeit, die schon alleim 70 oad Samar. machen, nicht erklären könne. Die anderen liehen Momente, die oben noch als abweichend naohgei sen worden, sind hier nicht einmal ins Auge gefasst. Wie jedoch Elias Levita unabhängig von dem begiil- nenden Streite die wichtige Entdeckung machte von der Jugend der Vocalzeichen und Accente, so hat auch S. D« Lttzzatto, ohne die eigentliche Frage zu berühren, einen wichtigen Beitrag zu deren Lösung geliefert Die ohalr däischen Uebersetzer sowohl, lehrt er, als auch Punctatorett und Accentuatoren haben die ursprüngliche Aussprache und Verbindung der einzelnen Satzglieder zuweilen geflissentlioh geändert, um das zu beseitigen, was dem schlichten Leaer oder Hörer hätte anstössig sein können. Wie er Dies in Beziehung auf Onkelos schon 1830 in seinem „PhiloKenili (Oheb Ger, Wien 1830)^' begründete, so hat er Dies in Beziehung auf Punctatoren und Accentuatoren in zorsttta ten Auftätzen, namentlich auch in seinem fragmentarisoiMn Commentare zum Pentateuche (Mischthaddel, Wien 1847) und in den bis jetzt veröffentlichten drei Heften sciBaB Commentars zum Jesaias (Padua 1855—1856) nachgewieeein. Diese Andeutung, wenn sie auf die ganze Geschichte de* Textes und auf sämmtliche aus dem Originale schöpfeBde Uebersetzungen ausgedehnt wird, muss fpenigstens theilwaiüi einen Weg eröffiien zur Lösung der Gesammtfirage. Dia Bibel, wird der bestimmter formulirte Grundgedanke lauün müssen, ist nicht blos ein Buch des gelehrten Studinoiz fpa- wesen, sie war zu allen Zeiten ein Buch fur's Leben, ihre Aussprüche sollten unmittelbar in den ganzen Gbdankan- kreis eingehn, WiArheiten bekräftigen, Gesinnungen eraia- gen, und es war die An%abe namentlich derer, die sie Ar den minder Kundigen bearbeiteten, sie so einzurichten^ daas sie ihn nicht zu einrai Missverständnisse fUhren komitai So musste die Bibel einzelne kleine Umgestaltungen erfahren. 19 die mBXk gerade aas EhrAircht vor ihr und um ihren Einfluss zu Terstärken, mit ihr vornehmen musste. Dieser Orundgedanke geht allerdings weiter, als Luzzatto ihn anwendet, vielleicht anch seine Anwendung gestatten möchte. Man wird för die ältere Zeit nicht stehenbleiben bei einzelnen kleinen Vocal- änderungen u. dgl., Buchstaben, Wörter und Sätze werden sich gleichfalls diesem Gesetze haben fUgen müssen, sowohl bei den Ueberset^em, auf deren Seite dieses Verfahren überwier gend angewendet werden musste, als auch in unserem Texte. Man wird überhaupt mehr auf die innere Geschichte derBibel- aoffiassung und -behandlung, Mrie sie im Zusammenhange mit der Geschichte des Judenthums sich bildete und zu verschie- denen Zeiten umbildete, eingehn und auch die Spuren auf- suchen müssen, welche in der jüdischen Tradition selbst für diese Behandlung bald deutlich angegeben, aber übersehen, bald angedeutet, aber verkannt worden sind. Die üntersu- «inuig ftb^die innere Entwickelung des Judenthums wird Ulis der sicherste Wegweiser sein, und sie wird ebenso^ wohlsorAofhelluDg der Geschichte des Bibeltextes und ^erUebersetsangen beitragen, wie sie selbst von der Be- tm^tnng dieser Geschichte Licht empfangen wird« Wir wer- 4«ii die IVümmeri welche die spätere Tradition aus der alten Zeil aufbewahrt, aber theUweise mit ihren Producten vermischt, theilweiBe ihnen die Färbung ihrer Zeit gegeben hat, aufsu^ eben, aussondern und einheitlich wie in ihrer allmäligenUmge- fliltiuig susammenfUgen müssen, so die Zeugnisse aus der Vor- mAt wieder beleben^ um durch Anhörung und Prüfung der- •elbeB onsdenThatbestandvergegenwärtigen zu können. Erst daim wird ein sicherer Boden gewonnen werden, dunkle Ge- biete eine neue Beleuchtung erhalten ; wir werden dann erst den smem grossartigen Kampf des Judenthums erkennen und be- greifen, wie es seine gegenwärtige Gestalt erlangt hat, ebenso aber aueh den Process kennen lernen^ welchen der Bibeltext dttrchaomacben hatte, die kritischen Bemühungen ehren, welche lim im Gana en vonfrüherer, wenn auch meist in wohlmeinen- de Absicht untemommenerVerderbniss gereinigt haben. Rüsten wirims initEnist au diesem weiteuGange'durch dieJabrhunderte! 2* Erstes BacL Geschichte der Bibel von der Räcldehr aus dem Exile bis za den Makkab&ern (TOffi Ende des 6. Jahrh. bis gegen 160 ▼. Chr.). Erster Absetanltt. Die Zadokiten. Die beiden Reiche) Israel und Juda^ zerfielen, und die Donnerstiinme der begeisterten Patrioten , der Propheten, verhallte vergeblich^ wie sie auch eindringlich mahnend und emmthigendy das Nationalgefiihl zu wecken, die Einigung herzustellen, heilige Gesinnung und Achtung für reine Gottesverehrung zu beleben beflissen waren. Das Reidi Israel entbehrte des Mittelpunktes, der Idee, die es aufrecht zu erhalten fähig gewesen wäre. Unter schwachen WtLst- lingen, die sich auf den Thron emporschwangen, anter Palastrevolutionen, die ohne Betheiligung des Volkes die Geschöpfe einer launenhaften und selbstsüchtigen Camarilla erhoben und stürzten, sich an das Ausland anlehnend, von ihm Hülfe erwartend, seine Sitten sich aneignend, ward es dessen Beute. Als die Angehörigen dieses Reiches in die Fremde getrieben wurden, mischten sie sich bald mit den Völkern, unter denen sie lebten, und gingen in ihnen auj^ der Erinnerungen an ein früheres selbstständiges Volksleben, das nie kräftig in ihnen wurzelte, verlustig. Der Rest im Lande, mit fremden Ansiedlern gemengt, bot auch bald ein Gemische religiöser Vorstellungen und bildete eine religiöse iCschpartei, die bald nach dem Hauptorte, dem die neuen Ansiedler entstammten, Ehutha, den Namen Khuthim, 21 bald nach der Hauptstadt des Reiches, in dem sie ihren Sitz hatten, Samaria, den Namen Samaritaner erhielten. Auch das Reich Juda brach zusammen, aber nicht in Splitter, die zusammenhangslos verschwinden. In Juda lebte ein Nationalgefuhl, das durch eine feststehende und erbliche weltliche und geistige Macht vertreten und verkör- pert war. Hier war eine Königsfamilie, die den Thron von Geschlecht auf Oeschlecht vererbte, und waren auch nicht alle Könige dieses Stammes musterhafte Regenten, so bil- deten sie doch immer den festen Mittelpunkt, um den das Volk sich scharte, und der Gründer dieser Dynastie, David, strahlte in so herrlicherem Glänze, je mehr er der Zeit entrückt wurde und sein Name mehr die Idee des glücklichen Reiches als die Persönlichkeit des alten Königs darstellte. Einen noch lebendigeren ideellen Mittelpunkt bildete das Nationalheiligthnm, der Tempel zu Jerusalem, als dessen Träger die Priester und an ihrer Spitze deren Oberst (ha-Rosch), der Hohepriester (ha-Khohen ha-gadol) erschienen. Schon in der Tempelperiode war dieses Amt in einer besonderen Familie, der der Nachkommen Aaron's aus dem Stamme Levi, erblich. Von den beiden Söhnen Aaron's, Elasar und Ithamar, erhoben sich. im Laufe der Zeit die Nachkommen des ersteren, oder die des von ihm abstammenden Zadok, sie galten als die würdigeren, in- dem Zadok und die Seinigen dem davidischen Hause mit besonderer Anhänglichkeit dienten, während die Nachkom- men Ithamar's oder des von ihm abstammenden Ebiathar und .Achimelech, die als minder zuverlässig galten und von Salomo abgesetzt wurden, mehr als eine Seitenlinie betrach- tet wurden. Um diese beiden Häuser nun, um das davi- dische Haus und um das hohenpriesterliche Haus des Zadok, gnippirte sich das Volk auch noch nach der Zer- störung des Staates und des Tempels. Sowohl die als Trümmer in Palästina Fortsiechenden als die nach Babylo- nien Uebersiedelten fanden in ihnen die lebendigen Zeugen des eigenen in ihnen gekräftigten volksthümlichen Bewusst- seins. Als die Aussicht zur Wiederherstellung Jerusalem's und des Tempels sich eröfinete, da traten wiederum be- geisterte Fi^cmde de^ Vaterlandes, Propheten wie Hag^faiy Zacharias und Maleachi, auf und feuerten das Volk aii| ermunterten aber besonders die Häupter der beiden regie- renden Familien und drängten sie in den Vordergrund^ rie selbst ermuthigend und zugleich das Vertrauen su ihMn anfachend. Serubabel ben Schealthiel aus dem davidischen Hause und Josua ben Jehozadak, der Hohepriester ans dem Hause Zadok's, werden Überall als die Häupter und Fflh« rer bezeichnet, deren Namen dem Volke Zuversicht tAUh flössen sollten als Träger alten Adels und alter Volkswdi^ den. Die Propheten, die Männer mit der Oluth der Vaier*> landsliebe, mit der reinen Flamme religiöser Begeisterung im Busen, drohen, schmeicheln, stacheln ihr Gewisew, malen in lebendigen Farben ihre Grösse und Würde. „Spricht doch das Volk'' — redet sie Haggai an und be« ginnt damit seine Weissagungen — „es sei die Zeit niobt gekommen , nicht die Zeit, dass das Gk>tt6shaiis gebaul werde; aber Zeit ist es fUr euch, dass ihr wohlverwahrt hi euren Häusern sitzet, während dieses Haus wüst istl^ Und er droht im Namen Gottes mit allem Unheile^ tmd die Drohung schreckt sie und das Volk, „und Gott weckte den Geist Serubabels, des judäischen Fürsten, und des Hohmi- priesters Josua und des übrigen Volkes,'' und sie beginkteü einige Wochen darauf den 1^. Nach einem Monate miiee Haggai wieder ermuthigend das Wort an sie richten. Der Bau erscheint dürftig; die nackte Wirklichkeit bietet im Vergleiche zur firüheren Herrlichkeit nur einen bleichen Schemen. „Wohlauf, Serubabel, wohlauf, Josua, wohlauf^ du ganzes Volkl" ruft Haggai ihnen zu und verheisst ihMA eine glänzende Zukunft. Nach Schelten und Dräuen wider das Volk wendet er sich nochmals an Serubabel, ihm Gttes Tische nahen , sie seine Hut wahren, sie durch heiligen Schmuck und heilige Sitte aus^ gezeichnet sein, sie ein besonders heiliges Erbe im Lande m Besitz nehmen (40, 4& 43, 10. 44, 15 ff. 48, 11 ff.)* Der davidische Sprössling tritt jedoch bald gänzlich vom Schauplätze; von Serubabel's Kachkommen werden hioe noch einzelne Namen bekannt. Esra und Kehemias treten an seine Stelle, und ihre kräftige That gilt ihnen als Wappenschild. Der priesteriiche oder zadokitisehe Stanun jedoch konnte seine Bedeutung nicht einbüssen; ihm blieb ja die hohe geistliche Würde des Tempeldieostes, und je weniger der junge Staat Selbstständigkeit gewinnen und Macht ent&Iten konnte, umsomehr concentrirte sich sein Leben in der Herstellung und Wahrung des Tempels und in der ioingsasKn Beobachtung der für ihn gältigen Vor- 24 Schriften. War ja auch Esra, der Schrifikundige und Re- staurator der Lehre, selbst ein {bester, selbst Abkömmling des sadokitischen Stammes! Die Berichterstatter aus dieser und der darauffolgenden Periode, deren Darstellun- gen uns die Bücher Esra, Nehemias und Chronik aufbe- wahrt haben, unterlassen es daher niemals, die Bedeutung der zadokitischen Familie zu ihrer Zeit wie in ihrer Auffassung und Wiedergabe der Vorzeit recht in den Vor- dergrund zu stellen. Sie betrachten und erzählen die alte Geschichte von ihrem Standpunkte aus, und absichtslos mischen sich da Züge, Ausschmückungen und Umgestaltun- gen in die Ereignisse des Alterthums ein, von denen die älteren Berichterstatter Nichts wissen. Der Chronist lässt die Geschichte des Reiches Israel ganz aus, und in der Geschichte des Reiches Juda ist er besonders ausführlich bei David und den Königen, welche dem Tempeldienste geneigt sind , übergeht oder berührt nur kurz den Abfall anderer und bespricht Manasse's Busse, deren die früheren Bücher nicht erwähnen. Noch höher jedoch stehen ihm die Priester. Den von dem Priester Jojada geleiteten König Joas lässt er nur so lange fromm sein, als jener lebt, lässt Jojada in der Gruft der Könige begraben werden, versagt aber diese Ehre dem dann abgefallenen Könige selbst. Usiah's Lfciden erklärt er durch, dessen Kampf gegen die » Priester, namentlich gegen das Priesterhaupt Asariah (n, 26, 16 ff.). Die Tempelordnungen führt er auf Samuel und David zurück, und in den Priestergeschlechtem, auf die er mit Vorliebe zurückkömmt, unterlässt er es niemals, das Uebergewicht der Familie Zadok in alter und neuer Zeit fühlbar zu machen. Die Nachkommen Elasar's, tles Ahnen von ^adok, sind überwiegend zahlreich gegen die des Ithamar, so dass David aus jenen die doppelte Zahl Friesterabtheilungen bildet als aus diesen (I, 24). Pinehas, der Sohn Elasar's, heisst der Fürst von ehedem, mit dem Gott gewesen (I, 9, 2U); den Zadok selbst lässt er schon als Jüngling dem David heldenmüthig mit seinem Vater- hause beistehen (r2, 28), nennt ihn zuweilen allein, mit Uebergehung des Ebiathar, der urkundlich bis zu Adoniah's 95 Stdulderhebiüig Von David besonders begünstigt und von Salomo Verstössen ward (16, 39), bezeichnet ihn aus- drücklich als Fürst des Aaronsstammes (27, 17) und Uisst ihn bei dem wirklichen Regierungsantritte Salomo's noch«* mals feierlich sum Hohenpriester salben (29, 22). Während der Chronist femer die Hohenpriester, welche urkundlich der Ithamarlinie angehörten, mit Stillschweigen übergeht, giebt er swei Male (5, 3 1 ff. und 6, 35 ff.) eine liste, nach welcher das Hohenpriesteramt in ununterbrochener Reihen* fidge von EHasar's Nachkommen verwaltet worden , aus welcher selbst Jojada, als Nichtzadokite, ausgeschlossen ist Dieser wird zwar ein Anführer genannt (II, 24, 6), aber nicht ein Priesterhaupt; wo von diesem die Rede ist (V. 11, vgL 2 Kön. 12, 11), wird Jojada's Name nicht genannt Die zweite der erwähnten Listen reicht von Elasar eben nur bis Zadok und dessen Sohne Achimaaz, während die erstere bis auf Jozadak, der beim Eintritte des Exils in Würden gewesen, den Vater des bei der Rückkehr an die Spitze gestellten Josua, herabgeht. In dieser Reihe kommt noch ein späterer Zadok vor, dessen Vater und Grossvater gleiche Namen tragen wie die des älteren Zadok, und der sjrrische Uebersetzer hat noch einen dritten Zoduk — wie bei ihm Zadok lautet — , indem er diesen Namen für Jo- zadak setzt '^). 'Die weitere Folge dieser hohenpriesterlichen Familie noch in acht Geschlechtem bis auf Jaddua herab, den Zeitgenossen Alexanders des Grossen, wird Nehem. 12, 10 und 11 nachgetragen. Auch Esra's Stammbaum wird, inSt Ueberspringung einiger Mittelglieder, bis zu Zadok und höher hinauf geführt (Esra 7, 1 ff.), und von Serajah, wohl Elsra's Vater, wird eine ähnliche, wenn auch etwas abwei- chende Stammtafel gegeben (Neh« 11, II, vgl. 1 Chr. 9, II), und hier wie an anderen Orten werden die Glieder der Familie mit besonderem Nachdrucke als „Fürsten des *) Der S^er übersetzt in den Bachern der Chronik den Urtext und geht selbstständig seinen eigenen Weg (vgl. in Kürze: Bertheau, d. Bücher d. Chron. S. XL VHI) ; in Büchern, in denen er von der griecb. Uebers. abhängig ist, wie in Haggfti, giebt er den Namen Jokadak ge- nauer wieder. Oottethansaa^ beselchnet, tmt^r andern Äsariah tur Z«t HiakiA'Sy welcher zugleich ausdrücklich als ^Priesterhaupt, drai Hanse Zadok's angehörig/^ genannt wird (2Chx'*31, 1* a. 13). la dem nea restanrirten Staate waren mithin die Prieeter^ namentlich die Familie der Zadokiten und an ihrer Spitze der aas ihr hervorgegangene zeitweilige Hohe^ priester die Herrschenden. Schon unter den judäischen Kitaiigen der späteren Zeit, namentlich seit Joas und dana Josiah übt^i die Priester einen bedeutenden Einfloss auf die Verwaltung. Allein noch hatte sich die Selbstherrlich- keit der Könige gegen diese Uebermacht des Priesterthums gestr&ubt Als jedoch bei der Rückkehr die Naohkommen der judaischen Könige die bereits gebrochene Macht wieder einnehmen sollten, da liess die Abhängigkeit von dem Aus- lande und der eigene Mangel an Muth von vom herein die Wiederherstellung ihres Ansehens nicht aufkommen, und die ganze Macht, auch die weltliche, soweit das Lehnsver* hältniss vom Auslände sie gestattete, vereinigte sich in der Hand der Priesterscbaft. In dem nun folgenden Zeiträume von nahe an vier Jahrhunderten, von Cyrus bis aum Hai- monäerkampfe, herrschten daher die Zadakiten unange- fochten im Innern, und der Einfluss der priesterlichen Pa* trizier£Rmilien ward für die ganze Zeit des zweiten Tempels dauernd befestigt. Bei der Lautäbnlichkeit der Worte und deren gleichem Ableitung lag es nahe, dieser herrsch^iden Familie der Zadukim den Ehrennamen Zaddikim, Gerechte, beint- legen, und dies umsomehr, als neben dem Priesterdiraiiete dae Attribut ihrer Landeshoheit, welche anderweitig dureh die Oberherrlichkeit der fremden Könige verkümmert wair, vorzugeweise im Richteramte, in der Ausübung der Rechts- pflege bestand. Während daher der Narae der Familie im verherrlichenden Style des Lobgesanges Zaddikim, Qe- rechte, dann Volksftlhrer, lautete, so war der Name des Familienhauptes, des herrschenden Hohenpriesters mit be- sonderer Betonung der Zaddik, der Gerechte^ was dann hts Anderes bedeutete als der Fürst , oder aooh MAlk&lsedek) der K8nig der Gereehtigkeity ITsmen, welche diese Fibirteii neben dem geistlichen des KhoheX Priesters, öder. bertbilinter Ehohen le-el 'eljon, Priester dem höchsten Gotte, fthrten. Ja, die Attribute des Z^ddik, ffie Ei^schaften, nach welchen er also heisst, Zedek imd Zedäkah erftdiren mit der neuen Würde, welche ihre Trager empfiingen, eine volle Umgestaltung in ihrer Be- deutung; sie sind nunmehr nicht blos Gerechtigkeit, eine Bedeutung, die ihnen allerdings nicht schwindet, sie werden tiefanehr auch 2U bezeichnenderen Attributen des Ffirstent Heil, Sieg, Ruhm. Die Schriftsteller dieser Periode *) feiern mit diesen Worten Männer und Thaten, welche sie der Ver- herrlichung würdig glaubten« So rühmt ein Sänger jener Zeit, zum Preise Gottes auffordernd, der Israel und seine Fürsten emporgehoben: Er richtet avf Tom Staube den Gebeugten, Ans dem Kotbe erbebt Er den Dürftigen, Ihn EU BetMQ neben Tyrannen**)! Neben die Tyrannen, die über Seinem Volke, Er macht die Unfruchtbare dee Haoies Zur MatUr der Kiader firöhlich***), HaUelnjahl Ut»iM .laii« *) TgL tnhm iiateA. **) d^} 1^ ^ «pMereb Sohiifteai der Hemeher, der Tyrann, be- ■ooden der Türst des Anelandea, der fremde Oberherr Israel*!» In der Bedentang Herrscher, meist mit dem Nebensinae der GewaltthStigkeit, findet sieh das Wort dnrchgehends in Sprüchen nnd Biob, vgL anoh HL. 6, II. 7, I. Die, einer spätem Zeit angehörenden Psalmen ge- brauchen es stets im Sinne der Fürsten des Auslandes: 47, 10. 88, 12. 107, 40. 118, 9. 146, S. Auch Hp'T} heisst (parallel H?^*^) Kraft Ps. 61, 14. Hiob 80, 15. Diese Umwandlung scheint sunttchst von 3!nrn, sum Kriegsrage bereit sein, herzukommen, so dass 3*n) derHeerftUirer, der Gewaltige bedeutete. Sollte es etwa mit dem gflech. Titel der syr. Kotige ^tscupttpfit sich Khnlich verhaltent — DDP ^3*^} Mmd deftinadi nicht die Fürsten aus seinem Volke, sondern die über aelm Volk dia Herrschaft führen. VielL w«M anoh richtiger W^Tl (wie 47, 19), da das Mem durch das folgende ^^'^VIX) leicht aasiUlea und Jod in Wav ver- wandelt werden konnte. ***) Das häufige Bild für IsraaL ^ Die Stelle 1. Sam. 2, 1—5 ist offenbar eine andere Vernon dieser Stell« und der Hanaah in den Mund gelegt. Nach einem Rückblicke auf den Auszug aas Aegypten,' einem Preise Gottes gegenüber den nichtigen Götzen, for- dert der Stoger Israel, das Haus Aaron's, die Gottes- filrchtigen auf, nur auf Gott zu vertrauen, der ihrer gedenke und Segen spende Israel, dem Hause Aar on's, den Gbttes- f&rchtigen. Nach abermaligem Lobe Gottes, der in der Niedrigkeit beistehe, fordert er zum Danke auf gegen Gott, es spreche Israel, es spreche das Haus Aarons, es spre- chen die .Gottesftirchtigen, dass ewig währe Seine Gnade! Denn Gott erhört im Leiden, drum ist besser auf Gott ver- trauen als auf Menschen, Besser ist Tertrauen auf Gott Als Schatz zu. suchen bei den Oberherren (Nedibim.) Und gegen den Angriff aller Völker schützte uns Gott* Drum ist Stimme des Jabels und des Heils In den Zelten der Ffirsten: (Zadikkim) ,,Gotte8 Bechte wirket Macht!" Oeffhet mir die Pforten des Heils (Zedek), Ich tref hinein and lobe Gott. Dies ist die Pforte Gottes, Da treten hinein die Fürsten (Zaddikim)! (Ps. 118—118) Die Priester, die Israel vertreten, die „Gerechten," sein« Führer, strahlen hier immer in der Vorderreihe, — Ein ander Mal freut sich der Sänger ob des Gottesschutzes, der die Fürsten umgiebt und sie vor jedem Unrecht bewahrt. Jerusalem, rings Berge um es, Und Gott rings um sein Volk von nun bis ewig, Dass nicht rnhe der Bosheit Soepter Auf dem Erbe der „Gerechten," Auf dass nicht strecken die „Gerechten** Nach dem Frevel ihre Hände (Ps. 125, 2 ff.) Noch bestimmter rühmt der Sänger einen dieser Fürsten, der als Priester und Siegesheld die Achtung des Auslandes sich erzwungen: Der Ausspruch Gottes an meinen Herrn: „Sets* dich zu Meiner Rechten, „8o dass Ich deine Feinde mache „Zorn Schemel deinen Ftissen!** Den Stab deiner Ifacht sendet Gott von Zion ans; Nnn, herrsche in deiner Feinde Mitte! Dein Volk lo kriegfsb«reit*) am Tage delBes Heenofs te heUigem Sohmacki Von Mptterleib, vom Morgenroth des LebenB*^) Ist dir geweiht der Thau deiner Jiigendschar. Es hat's geschworen Gott nnd Er nimmt*s nicht sarfick: „DvL bist ein Priester ewiglich, „(Ich schwör's) bei meineni Worte*^), Malkhizedek!« Und der Sänger fährt fort im Lobe des erworbenes Kriegesnihmes. (Ps. 110). Auch der zweite Jesaiae kennt diese Benennimg: Kann Ton dem Helden die Bente snrückgenommen werden? Oder kann der Oe^gene des Fürsten (Zaddik) f) entyriseheaf Nnn, so spricht Gott: Hag der Ge&ogene des Helden auch zurückgenommen werden, Und die Beate des Gewaltigen entwischen: So werde deine Haderer Ich doch bestricken, Und deine Söhne werde Ich erretten« (Jes. 49, 24. 86.) Auch in äer tTerheissong glänzender Zokonft sagt er: Dein Volk, sie aUe Fürsten (Zaddikim); Ewig erben sie das Land, Der Kleine wird zu Tausend, Der Winzige zu mächtigem Volke! (60, 2t. 22). Er ist es auch^ der die Attribute des ^^Gerechten/^ ,,die G^echtigkeit^' in dem Sinne der Kraft und des Heils an- wendet und sie mit Worten in Parallelismus bringt, welchen diese Bedeutung ohne Zweifel angehört ff) Der einzige ♦) nS^, vgl. S. 27 A. ♦*. Oder auch: tapfer. **) *)|J^ = rfi")JJ^,Koh. 11, 1 0 nnd IT)ni|}!? in der Mischnah: Jugend- leit; die PrSp. ron Sni9 regiert auch dieses Wort, rielleicht ist anoh ^ülft? in gleichem Sinne au pnnctiren. ***) **Tr\yi b^. Dieses ni!i*t, das nur noch einmal im Hieb vor» kommt (5, 8.) und auch dort feierliche Anrede an Qott bedeutet, kommt in der Verbindung mT] bj' drei Male in Koheleth (8, 18. 7, 14. 8, 2), ▼or, ohne dass die Bed. mit Sicherheit festgestellt werden könnte, scheint aber auch dort der Bede einen feierlichen Nachdruck geben zn wollen. t) p*nit also parallel mit *)1^ nnd entsprechend dem Y^^, "neUeicht schon mit einer schlechten Nebenbedeutung, vgl. weiter unten. ff) p11{ und T\'pl'i stehen hier meist in den parallelen Yersgliedern «nr Seite die Worte:* J^ttT (HJ^Wn, Ttyi^'O, mi n^HD. Dli>ü, T12D und Sehnliches, rgl bes: 42, 6. 45, 8. 24. 26. 46, 13. 48, 18. 69, 16. 17. 6(>, 17. 61, 10. 11. 62, 1. 2. 63, 1. Die Uebersetzung der 70 lu den Wor- ten Jes. 46, 18: )nx:i ^THTJ^l *^D:K niit iym fysipcc ttVTOV lutä Smeuo- 0vn2( ßaciXia kann freilich ein dem Zusammenhange entspreehender Fäar»tM« dieser hohenpriettorlioheiiPatmier-Familiey welcher im rabmvolleii Andenken bei der jüdischen Nachwelt ver- blieb; Simon — entweder der Enkel des Jaddna^ der am Ende des 4ten (oder am Anfange des 3ten) Jahrhunderts v. Ch. lebte, oder der zweite Simon, Enkel des ersten, — auf den daher die Volkssage alle einseinen rerherrlichenden Er- iimemngen aus dieser ganzen Zeit zusammenhäiifte, heisst demnach auch immer in den späteren Erzählungen Simott ha-Zadik. Das heisst nicht Simon ,,der Gterechte/^ yrim es freilich bereits Josephus verdollmetschte, sondern eben Simon der Fürst aus dem Hause Zadok. Bei aller Ver- herrlichung, in der er strahlt, werden nämlich keineswegs Züge besonderer Gerechtigkeit von ihm erzählt, die ihm diesen Beinamen nach dessen ursprünglichem Sinne erwor- ben hätten; vielmehr erhielt er diesen Namen als einen suchen, der allen Ftirsten jener Periode des jüdischen Staatslebens eigen war, der aber ihm, als allein aus der Fluth der Geschichte, in welcher seine Ahnen und Nach- kommen untergingen, auch in der Nachwelt hervorragend, als Ehrenname verblieb. Josephus belegt Simon L, welchen er nur ganz gelegentlich erwähnt, mit diesem Namen, ohne jedoch irgend einer verdienstlichen That von ihm zu ge- denken, nur will er, offenbar nach Veimuthung, den Namen durch den Zusatz erklären: „weU er gegen Gott ehrfurchts- voll und gegen die Stammgenossen wohlwollend war''*^). Die thalmudische Tradition kennt gleichfalls einen Simoii ha-Zaddik, ohne dass mit Bestimmtheit anzugeben wäre^ ob sie den ersten oder den zweiten darunter meint, weil •rklSrender Zasatz sein, mag aber auch dem Sprachgebranehe jener Zeit, der den alexandrini sehen Uebersetzem nicht fremd war (vgl. Unten), entnommen sein. — Ffir die Psalmen vgl. 182, 9: p^^ 1V3^ 7^271^ mit den zwei Parallelstellen das. V. 16, wo T^, und 2. Chr. 6, 41, wo nO^Wn. - In anderer Art wird der Ausdruck \rV!f ^i^. % Üfitif und «y ^1^ oder **tf^i^Q ein gant gewöhnlicher, der nur im Deuteronomium «nd Jeremiaa je ein Mal auftanobt, während noch ZachariM H}^ tSWf^ «ad tih^ '9 hat. *) AlterthftDL XU, 8, 4. 6 nal iiimo^ imaln^l^, Mi ti %i n^og ii« eben hmt den ganBen limgen Zeitraum Bwiaobtn Eiim und den Makkabäem mit ihm aosfttllt. Sie UUist ihn vieraig Jahre das Hohenprieiteramt verwalten '^)^ legt ihm das wunderbare Begegniss bei mit Alexander dem Grossen, dass diemnr nämlich ehrfurchtsvoll sich vor ihm gebeugt habe^ weil sein Bild ihm in seinen Siegeszügen vorangegangen^, welche Sage Josephus chronologisch richtiger auf Jaddna^ Qrrtsvater Simon's L, aurtickfUhrt, macht ihn adm Vater des Onias und eines Simon (oder Simei), von denen erste- rer den Oniastempel in Älexandrien gegründet habe**^), während Josephus denselben als Enkel Simon's IL in die Zeit der Maccabäerkämpfe versetzt Von seinen Thatea weiss sie ihn nur im Glänze des hohenpriesterlichen Teas» peldienstes darzustellen. Zwei Mal richtete er eine rothe Kuh her, deren Asche zur Sühne bestimmt war, und für jede errichtete er aus eignen Mitteln einen besendem Lanfirtegt), ^^^ Hohenpriesterdienst am Versdhnungstage Verrichteteer in einer Weise, wie er später nie wieder gelang^ indem zu seiner Zeit alsbald alle günstigen Zeichen der vollbrachten Sühne eintraten ff), er ward in dem Dienste an diesem Tage beim Eintritt in das Allerheiligste und beim Ausgange stets von einem unbekannten, weissgekleideten „Alten'' begleitet, während er in seinem letzten Jahre diese Begleitung beim Ausgange vermisste und daraus schloss, dass er in diesem Jahre sterben werde fff). Allein bei aU seinem Ei&r fiir den Priesterdienst legt sie ihm doch eine Abneigung gegen die übertriebene Enthaltsamkeit bei, welohe mit dem Nasiräatgelübde übernommen wird, und berichtet, er habe nie von dem Schuldopfer gegessen, das nach Ab- laufe des Nasiräats dargebracht wird, mit einer einzigen Ausnahme, wo er durch besondere Umstände dieses Ge- *) I. JomA 6, S. 6, 3. b. Jorna 9«. 39a. Tgl. Wiyikra r. e. 81. **) Baraitha in b. Joma 69 a. Tgl. Wigikra r. c 13 Ende. ***>) Bar. j. Joma 6, 3 nnd b. Menachotb 109b. t) Miadmah Parah 8, 6. Baraitha J. SobekaUm 4, 8. ff) ThoM. Sotah c. 15, ange£ j. Joma 6, 3 und b. Joma SSa. ttf) Thoss. das. ang, j, Joma 6, 2. b. Joma 39 b und Menaehotb 109b, Tgl Wi. T. c. Sl. lübde gerechtfertigt fand"^). An diesem letztem Umstände haben wir fast den einzigen Charakterzag aus seinem Leben, der auch mit dem in der ältesten Quelle '^'^) ihm BUgeschriebetien »Wahlsprache wohl übereinstimmt. Auf drei Dingen, soll er nämlich gesagt haben, bestehe die Welt: auf der Lehre, dem Priesterdienste und auf der Uebung der Liebespflichten. Ihm, dem priesterlichen Patri- vier, galt also nicht das Priesterthum Alles; die ganze Thorah und die gute That musste damit sich vereinigen. Das war es auch, was ihn in der spätem Tradition, wo das Priesterthum zwar nicht seinen Werth einbüsste, aber doch dessen Träger als verdächtig erschienen, allein aus der Fluth der Vergessenheit rettete. Darum ist die ganze Periode der zadokiti sehen Priesterförsten (der Zaddi- kim), welche auch bei Josephus so trümmerhaft .und so ansicher erscheint, der thalmudischen Tradition auf ein Menschenalter zusammengeschrumpft, das sie mit dem ein- zigen Simon ausfüllt^ auf ihn überträgt sie alle wunderbare Ausschmückung, die die Volkssage dem alten Priesterdieüste und dessen Verehrung bei Alexander vindicirte, auf ihn führt sie die einzige Tfaatsache und den einzigen Namen zurück, die durch bleibende Spuren der Erinnerung der Nachwelt nicht entrückt werden konnten, nämlich die Er- richtung des Oniastempels in Aegypten, und er tritt mit jdem den Fürsten der ganzen Periode angehörigen Titel auf, als wäre er sein Eigenname, der daher im Thalmud nirgends erklärt wird, während ihn Josephus, durch ander- weitige Oeschichtsstudien über die längere Dauer dieser *) Thosseflba Nnsir c. 4. angef. j. Nedarim 1, 1 und Kasir 1, 6, Dasselbe ist aach b. Ned. 9 b. (vgl. lOa.) und Nasir 4 b. (vgl. t9a) an- geführt, iedoch mit dem charakteristischen Unterschiedci dass diese Ab- neigung auf das Bchuldopfer eines Nasirfters, welcher durch Verun- reinigung sein Nasiräat unterbrochen, beschränkt wird, weil eben der spätere babylonische Thalraudismos die Verdienstlichkeit -des Naairftats nicht angetastet wissen will! * * * *♦) Aboth I, 2. 33 Periode belehrt, zu erklären bemüht ist, aber mit seiner Entstehung nicht mehr bekannt, ihn missdeutet*). Ein allgemeiner Name dieser zadokitischen Fürsten, welcher blos anf ihr Priesterthum, nicht auf ihre Abstam- mung von Zadok hinwies, war der des l^**^? ^1^ '^l'V' p!^ „Hobepriester dem höchsten Qotte/^ Der Name Qottes als „Eljon" gehört eben dieser Zeit an**). Das Buch Daniel spricht von Qott immer als dem tr^^, und die Ihm sich weihenden Heiligen sind die ri^'*^^ *'?h'^p ; in den Apokry- phen ist der stehende Ausdruck ftir Gott i;i/iiorog allein oder noch mit &i6g oder xvQiog. zuweilen noch mit nuvTOKQatotp^ nu§ißae$liis, 1^^^ oder '^ -^ wird daher auch Gott fast aus- schliesslich in den Psalmen dieser Periode, namentlich in denkorachitischenundassafitischen, bezeichnet***), und ebenso in den alten hoch hinaufragenden Stücken des Gebetfor- mularsy in dem Spruche nach dem Schema, dem Emeth we-jazib, das die spätere thalm. Tradition als durchaus er- forderliches Pflichtgebet, ja als biblisch betrachtet, und femer in dem ersten Spruche des Achtzehngebetes, dessen drei erste Stücke den ältesten Bestandtheil bilden f). Auch der Tempel heisst daher bei Sirach: vaog vtpieroVf d. h. T^? tflJ59. So scheint es auch eine, freilich höchst unwür- dige, List der Samaritaner gewesen zu sein, wenn sie beim *) Bekanntlich wird von Ben-Sira c. 50 ein Hohepriester Simon, Sohn 4e8 Onias, hoch erhoben ; auch bei ihm bleibt es unklar, welchen yon den beiden bei Josephas genannten Simon er meiut. Als Zeitgenosse der sadokitischen Periode lässt er aber den Allen gemeinsamen Namen ha- Zaddik znruck. — Dem gründlichen Simon Daran (zu Aboth) ist die Benennung auffaUend: p'^lX Dtt?2 DH'^^'n: Httb Dip» D1Ä72 ÜIDrO «bl **) Die Annahme, dass auch die Phönizier Gott „Eljon" nannten, welche sich lumefst auf die Worte: Alonim valannth des Piautas im Pönulus (V. I, 1.) stützte, haben neuere Entdeckungen beseitigt, indem es nach Inschriften zu lesen ist: r*)^*)bM*) D**^l7M. ***) Vgl. Ps. 47. — 60. 73. 77. 78. (8 Male). 82. 83. t) Berachoth 12 a: TOWS «»T «r Vh TT^ n?3« 17:« vh^ ^D und das. 21a: Krr»Tim ^'^iTI TOK. Darin heisst es nun: \rhv bvh m^nW. In dem ersten Spruch des Achtzehngebetes: ^DH H^p • • • llvJ^.b«, also ^tog VTpigTog b ncarcoxQovmQ, und dieser Ausdruck ist auch in die Ab- kfirznng des Siebengebetes am Vorabende des Sabbat hes fibergegangen 8 34 Beginne des Ghdecbendrackes, wo sie überhaupt eine sehr zweideutige Stellung einnahmen, ihren Garisimtempel nach iemOeog 'JEJUijfno^ benennen wollten*^). Sie mochten sich f&r sich bei dem Gleichkiange mit ^^Eljon^' beruhigen und dennoch den Gkiechen gegenüber den Schein bewahren, als ob sie ihren Tempel dem ,,Griechengotte'' weihten; allein eine solche allgemeine Bezeichnung war nicht griech. Sitte, Yiel- mehr hatte ein jeder Tempel seinen bestimmten Gott aum Patrone, und so ward wirklich der samaritanische Tempel dem ^eos l^if^iog geweiht '^). Auch die späteren Psalmen nennen Zion die ,,Wohnung des Erhabenen'' (46, 5) oder selbst einfach ,,das erhabene'' (87, 5). Auch im Munde der spätem Historiker lautet es so. ;^as Haus, wird dem Salomo verkündet, welches erhaben M^^> war für jeden Vor- überziehenden, über es wird man staunen und sprechen etc.'' (2. Chr. 7, 21)'^'^*). Daher ist es natürlich, dass die priester- lichen Herrscher, die im erhabenen Hause den Gottesdienst rerrichteten, und zwar nicht blos die Zadokiten, sondern auch die späteren Herrscher, welche gleichfalls aus prie- sterlichem Stamme waren und die Würde des Hohenprie- sters mit der des Regenten vereinigten, nämlich die Makkn- bäer, mit Vorliebe diesen Titel eines „Priesters cj^ erhabenen Gotte" trugen. In allen öffentlichen wie Privat documenten ward daher als Aera der Regierungsantritt des . . . , Hohenpriesters dem erhabenem Gotte *P^^ ^^ ^l'W pD) aufgenommen ; diese Zeitrechnung erhielt sich lange, bis es den Pharisäern in ihrem Kampfe gegen die Uebermacht der Priester gelang, sie zu beseitigen f). *) Joseph. Alterth. Xu, 6, 6. *♦) 2. Makk. 6, 2. ***) lieber die Lesart in I. Kön. 9, 8. ygl. unten. t) Die Worte der alten Fastenchronik (MegiUath Thaanitli), dass d«r 8. Thischri ein Festtag sei, weil an ihm die Erwähnung Gottes in den Verträgenabgesohaffk worden HTH^IH (oder rt'^ü^nK^nb^'tea "»irro Wbr)S) (IT^ItSlD p, erklärt eine Baraitha dahin, man habe firüher geschrieben: Im Jahia dem und dem nach Johann, dem Hohenpriester dam erh^>enaii Gotte (IVbo? b«b bin: pD pnvb TD1 -p P:ü3, Bosch ha-Schanah lSbJ|. Johann Bjrkan ist tiberhaapt im Thalmud der Repräsentant der auf das königliche Hohenpriestertham Pochenden, und mAg er wirklich «lob 35 Der Krebsschaden eines herrschenden Patrisiats, dass ihm nämlich das Staatsinteresse zu einer Familienangelegen- heit sich verengt, offenbarte sich auch bei den Zadokiten. Schon bei dem Rückzuge aus dem Exile erkennt man, wie die Propheten den Hohenpriester Josua nicht minder ab den Davididen Serubabei drängen müssen, wie Maleachi den Priestern seiner Zeit die Würde des ächten Priesters als einen Spiegel vorhält Die Schriftstücke aus dieser 2^ty welche das Buch Esra-Nehemias aufbewalirt hat, zei- besonder!, auf den f^nannten Titel und die Wiederherstelltmg der Aera Weilh gelegt haben. EingeÜihrt wurde aber sicher diese Aera nicht erat, wie die Bar. meint, durch die Hasmonfter als Gegensatz gegen das Qrie- chenthnm, yielmehr war es ältere Sitte, die eine Zeit lang unter dem Drucke der Syrer unterbrochen gewesen sein mag und dann wiederher- gestellt ward. Ebensowenig ist dor eigentliche Grund der Abschaffung inH der Bar. darin %vk suchen, dass der göttliche Name nicht der Ent- würdiguig preisgegeben werden solle, weil z. B. Schuldbriefe, wenn sie bezahlt sind, in schmutzige Winkel geworfen werden. Unter dieser HuUe religiöser Ehrerbietung yersteckt sich vielmehr das politische Partei-In- teresse, geradeso wie die Zeloten, die Anhänger des Galiläers Thendas, unter einem älinliciien religiösen Bedenken ihre republikanischen Gesin- nungen denPharisXem gegenüber geltend machten. „Wir beklagen uns ober euch, PharisKer, sagten sie, ihr schreibt nämlich den Namen des (ausländischen) Herrschers neben den des Moses im Scheidebriefe*' (Ja- dajim 4, 8.), und sie heben blos den einzelnen Fall herror, an den sie einen religiösen Skrupel knüpfen können, während sie eigentlich die ganze Aera nach der Fremdherrschaft aus politischer Antipathie verwarfen. — Die pharisäische Tradition ignorirt sonst die Aera der Hohenpriester ganz und gar. Sie berichtet aus dem Alterthume (Mechiltha Jithro Abschn. V3in2 Auf.; j. Kosch ha-Schanah I, 1 ; Sifre Behaalothcha zu 4. Mos. 9, 1.), man habe zuerst nach dem Auszuge aus Aegjrpten (Sifire noch: dann nach dem Einzüge in Palästina), dann nach dem Bau des Tempels, dann nach dessen Zerstörung, dann nach den babyl., medischen und persischen Herrschern gezählt; von einer spätem jüdischen Aera ist hier keine Rede. Die babjL Gum. (Abodath EUlim lOa.) kennt für die spätere Zeit nur die seleucidische Aera. 0£fenbar ward die Aera der Hohenpriester An&ngs bestritten, dann ignorirt und endlich wohl ganz vergessen. Ueber diese innern Kämpfe zur Zeit des zweiten Tempels vgl. toiten. (Ob man nach dem Befreiungskampfe unter Simon Hl^rP oder rb'^A gezählt hat, wie man früher nach Münzinsohriften annahm, ist in neuerer Zeit durch Saulcj's n. A. Untersuchungen sweifelhaft geworden). 36 fen uns den Kampf, welchen die eifrigen Patrioten mit den Hohenpriestern und ihrem Anhange zu bestehen hatten. Diese wollten die ehelichen Verbincungen mit dem Auslande nicht aufgeben, sie schlössen Bündnisse mit den Feinden des jungen Staates, behandelten den Tempel wie ihr eignes Haus, in welchem sie solchen ausländischen Gastfreunden besondere Zellen einrichteten (Esra Cap. 9 ff. Neh. 13, 7 ff.)- Der Eifer der angesehenen Patrioten gegen |diese Verken- nung der vaterländischen Interessen hatte hur eine kurze Wirkung und schüchterte die herrschenden Priesterfamilien nicht ein« Ihre Absicht war nicht, den Staat nach dem prophetischen, weihevollen Ideale herzustellen, der sich in sich befestigen und alle fremdartigen Elemente ausscheiden musste; ihr Streben war vielmehr, ihre Familien-Herrschaft möglichst weithin auszudehnen, soweit der jüdische Name reichte. Daher scheute es Manasse, ein Bruder des Hohen- priesters Jaddua, nicht, sich an die Spitze der Samaritaner zu stellen, wenn auch dieselben als ein thörichtes Volk ver- abscheut wurden*^) und gewiss die Oberhei^rlichkeit des Tempels zu Jerusalem über den zu Garisim angestrebt wurde; dennoch wollte man auch diesen lieber unter einem jungem Zweige der Familie bestehn lassen als ihn sich ganz entfremden. Onias, ein anderer SprÖssling der Familie, übemahm die Leitung der zahlreichen ägyptischen Juden und errichtete für sie in dem Bezirke zu Heliopolis einen besondern Tempel, der selbst bis in die späte Zeit hinein, die doch einen Abscheu vor einem jeden Dienste ausser Jerusalem hatte, wenn auch als ungesetzlich, doch nicht als ketzerisch galt**). Dass Dies, wie Josephus berichtet, erst beim Beginne der Makkabäerkämpfe, und zwar eben um diesen zu entgehen, geschehen sei, oder wie die thalm. Tradition angiebt, aus Eifersucht gegen einen andern Bru- der, der zur Hohenpriesterwürde in Jerusalem gelangt war, scheint Beides sagenhaft zu sein, eine Deutung, durch welche die spätere Zeit sich die Möglichkeit einer solchen ungesetzlichen ♦) ßirach 60, 26. **) Misclmah Menaeboth 18, 10. 11., Thosseffcha das., b. das. 109b. and j. Joma 6, 8.b. Megillab lOa. 37 Ebndlnng erklärte. Allein den ägyptischen Juden erschien es nöthig, ohne dass sie den Zusammenhang mit Jerusalem att%aben, einen näheren religiösen Einigungspunkt zu haben, and es ward ihnen auch von Jerusalem aus nachgesehen, wenn auch nicht als berechtigt betrachtet So richtete die hohenpriesterliche zadokitische Poli- tik mehr ihr Augenmerk darauf, überall wo Juden wohn- ten, den Zusammenhang zu erhalten und zugleich ihre Familieninteressen zu wahren als das innere Gedeihen, die Consolidirung und Concentrirung des jüdischen Staates nach dem Sinne der Propheten zu fördern. Und sicher waren nicht die letzten Sprösslinge dieses Hauses, Jason und Menelaus, die ersten, welche drückende Willkür nach Innen mit kriechender Nachahmungssucht nach Aussen, die Prie- sterdünkel mit götzendienerischem Abfall verbanden. Der jüngere Jesaias, der mit so hochgeschwollenem Herzen be- ^ geistert und begeisternd den Aufschwung des Volkes ver- kfindet, kann doch die tiefe Wehmuth nicht unterdrücken beim Anblicke, wie wenig auch im Innern das religiöse Leben seinen Idealen entspricht, und man hört es ihm an, dass die herrschenden Priester diesen Abfall verschulden *). Mit edler Entrüstung schmäht er die Volksführer'^*), und der Herrschemame des Zaddik wird dem Dichter zum grausamen Spotte: Der „Gerechte" geht zu Grande, und Keiner nimints zu Herzen, 1^10 „gnXd'gen Herren" schwinden hin, und Keiner merkt, DaM ob der Bosheit schwindet der „Gerechte"! (Jes. 67, !.)• Ein anderer Sänger betheuert, im schmerzlichen Auf- rufe zu Gott, seine Standhaftigkeit gegen Verlockungexi wie auch gegen Strafen: ICag schlagen mich der „gnädige Fürst"***) und zücht'gen mich, Das Oel des Hauptes, nicht berück' es mein Hanpt, Denn immer noch ist wider ihre Bosheit mein Gebet (Ps. 141, 5). Auch die andern Schriften dieser Zeit deuten auf solche ♦) Vgl. besonders C. 66 und 66. *♦) 66, 10 ff. ***) ^^ ?"^^ wie bei Jes. tOn ^T:H = IDH "•Dbtt (I. Kön. 20, 31 ). Das Oel des Hauptes ist das Salböl, das den Priester und Fürsten weihte. 38 Zustande und solchen Sprachgebrauch*). Die ganze Zeit ist in sich unsicher; auf der einen Seite Anhänglichkeit an den Zadokiten als dem Mittelpunkte des jungen Staats- lebens, als den Trägem des Tempeldienstes, und anderer^ seits dennoch oft persönliche Abneigung gegen das vorwal- tende egoistische Streben der Herrscher! SEireUer Absetanltt. Die Literatur. Die schriftstellerische Thätigkeit dieser Periode war nicht unfruchtbar, wenn auch nicht immer glücklieh und von dem Schwünge getrageni der nur bei gesunder Vollkraft möglich ist. Wie sollte es auch anders sein? Das Volk hatte eine grossartige Offenbarungsliteratur hinter sich, war von einem selbstständigen, eigenthümlichen Geiste durch- drungen, hatte eine eigne Sprache aus sich herausgeboren, voll Wohlklangs und Biegsamkeit, eineDiction, die malerisch und besonnen zugleich. Von diesem Volke war nur ein Tkeil eine kurze Zeit aus seinem Lande abwesend, während ein anderer, wenn auch der ungebildetere und niedrigere, im Lande geblieben war. Nach einem kurzen Zeitabschnitte kehrt ein TheU der Vertriebenen zurück, und zwar der strebsamste, von Vaterlandesliebe durchglüht, voll Eifers, die alte Herrlichkeit wieder herzustellen. Sie kehren zurück aus einem Lande, das damals in der höchsten Blüthe seiner Macht stand und das bei den damaligen Zuständen Asien's einen hohen Grad wissenschaftlicher und künstlerischer Bil- dung besass; sie leben unter der Oberherrschaft dieses Volkes, treten dann in die engste, wenn auch gerade nicht freundschaftlichste Berührung mit den Griechen, welche da- mals die Früchte der vollen reifen, wohl schon überreifen Bildung nach allen ftlr Cultur empfänglichen Gegenden hin- tragen und dort reiche Saaten ausstreuen. So mischte sich alte eigne Cultur mit neuer fremder, erzeugt sich der Kampf um die Wahrung des eingeborenen Geisteslebens gegen den Andrang umfassenderer Geistesbildung fremder weit mäch- ~^) VglSpr. 17,26. 18,6. Hiob84, 17. KohdethS, 16. 17. 5, 7.8, 10.9, 1 u. 2. 39 tiger^f Nationen. In diesem Kampfe soll das neue schwache Staatsleben, das aber doch eigentlich in seiner religiösen EigenthÜmlichkeit seine kräftigste Wurzel hat, neu begHin- det, energisch befestigt werden. Wie konnte es da an Anregungen verschiedener Art, an dem Drange, den wogen^ den Öefuhlen einen Ausdruck zu geben, fehlen, wie ktante diesem Drange der Verjüngung Schweigen geboten werden? Die Zeit war freilich einer solchen Verjüngung, einem kräf- tigen Aufschwünge nicht günstig. Schon in der Zeit des Verfalles der Königreiche Juda und Israel hatte die Sprache ihre Frische eingebüsst, der Aufenthalt der Besseren im Auslände hatte sie mit fremdartigen Elementen vermischt, die Uebermacht fremder Nationen, die sich in anderen gei- stigen Voraussetzungen bewegten und diesen reiche Blüthte entlockten, schwächte die selbstständige Triebkraft, wie denn eine zu grosse politische Abhängigkeit vom Auslande, die den jungen Staat nicht zur festen Organisation kommen liess, die Volkskraft und den Volksgeist in ihrer Entwicke*^ lung lähmte. Hiezu tritt dann noch der am Marke des Geisteslebens wehrende Wurmfrass des Buhlens um die Ounst der fremden Herrscher von Seiten der Hochstehen* den und daher der Anschmiegnng an fremde Sitte und fremde Geistesrichtung. Das nagt an der Literatur jener Periode, prägt einem Theile ihrer Erzeugnisse den duurak«- ter des Siechthums auf, aber erstickt sie nicht völlig. Dieser Periode mm gehören die Schriften def dritteti Ordnung in unserem Kanon, die Hagiographen odef Khe- tknbim^ ganz oder doch ihrem tiberwiegenden Theile Bä<üh an. Die alte jüdische Tradition, welche diese Schraten als eine besondere, in Beziehung auf ihre Heiligkeit, den Orad ihrer Inspiration gegen die früheren untergeordMtd Gattung hinstellt, beruht eben auf dem Bewusstsein ihret späteren Abfassung, und wie zwischen Moses und den npü^ tem Propheten eine Scheidung vorgenommen ward, so auch zwischen diesen und den Schriftsteilem, welche dieser Zeit angehören, der man wohl heilige Begeisterung zuerkannte, nicht aber die alte Prophetengabe. Die ;es in der Traditioü sich forterlMmde Bewosstsefai war es, wekdie die SdiMdflBg 40 veranlasste; der verschiedene Charakter und Inhah dieser Schriften allein — welcher, genau betrachtet, selbst bereits ein Zeugniss filr deren spätere Entstehung ist — hätte da- mals ihre Absonderung und Unterordnung nicht ohne Wei- teres bewirkt. Ein solcher Scheidungsgrund, der doch auch die diesen Schriften zugewiesene untergeordnete Stellung nicht rechtfertigt, kann umsoweniger angenommen werden, als dennoch ein Theil dieser Schriften andern der zweiten Ordnung vollkommen entspricht Mit den geschichtlichen Büchern in dieser, nämlich Josua, Richter, Samuel und Könige, den sogenannten „ersten Propheten,^' stimmen im Inhalte die Bücher der Chronik, Esra und Nehemiah, Esther, auch das Büchlein Ruth vollkommen zusammen, und Daniel trägt den Charakter der Prophetie an sich, wie er sich sei- ner Einkleidung nach demEsechiel und Zacharias anschliesst. Nur die geschichtlich sich forterbende Ordnung, mit der man die später verfassten Bücher den bereits niedergeschrie- benen in den Rollen, welche das ganze Schriftthum nmfass- ten, anreihte, stellte diese Scheidung fest, deren Gründe man zwar später nicht mehr kannte, die mancher gewissen- haft beibehielt. Die griechischen Uebersetzer sind einer mehr logischen Eintheilung gefolgt, die Bücher ihrem Inhaltenach zu- sammenstellend, allein auf heimischem palästinensischen Bo- den erhielt sich diese Tradition und wurde massgebend. 'Das äussere geschichtliche Zeugniss über die spätere Rangordnung dieser Reihe von Schriften wird aber durch diese Schriften selbst, durch ihren ganzen Charakter be- stätigt Man mag vielleicht dem Nachweise von der Ent- artung, Umgestaltung, anderen Färbung der Sprache nicht immer genügende Beweiskraft beilegen. Die biblische Literatur ist allerdings von zu geringem Umfange, um in ihr die volle Ausprägung der Sprachindividualität in jeder einzelnen Periode ihrer Entwicklung so genau und um- fassend finden zu können, dass jedem Ausdrucke, jeder Construction, jeder Satzverbindung das Zeitalter, dem sie angehören, mit Bestimmtheit angewiesen werden könnte. Die Abfassungszeit keiner Schrift steht femer so unzweifel- ttft fest, dass von ihr aus der sichere Ausgangspunkt 41 genommen werden könnte; einige sind Sammelwerke, die, dem gemeinschafitlicben Inhalte nach, Produete aus den ver* schiedensten Zeiten zusammenfassen, und dahin gehören ebensowohl die Bücher der Könige wie die Psalmen und die Sprüche, deren älterem Theile der überwiegend jüngere sich angeschlossen, Jesaias, dem die Dichtungen eines jün- geren Propheten angereiht worden; wieder andere haben im Laufe der Zeit, Üieils bevor sie niedergeschrieben wur* den und noch blos im Munde des Volkes lebten, theils auch nach ihrer schriftlichen Aufzeichnung bald mit bald ohne Absicht Ueberarbeitungen erfahren, die natürlich ihren frü- heren sprachlichen Charakter wenigstens hie und da ver- wischen. Und so mag noch mancher Umstand, hergenom- men von- der eigenthümlichen Begabung des Schriftstellers, der Individualität der Gegend, in der er schrieb, von dem Geschicke^ mit welchem er frühere Quellen sich anzueignen wusste u. dgl., davor warnen, vorschnell aus dem Tone und der Farbe der Sprache die Zeit, in welcher das Buch ab- gefasst worden, sicher beurtheilen zu wollen. Alle diese Betrachtungen sind geeignet, die doppelte Pflicht der. Vor- sicht aufzuerlegen; dennoch werden sie nimmermehr dazu berechtigen, dass wir den hinlänglich geübten Blick schliessen und auffallende Sprachabweichungen als gleichgültig ab- weisen dürften. Den Büchern Koheleth, Esther, Daniel, Ebtsl und Nehemiah, Chronik z. B. ist das Gepräge des Sprachverfalls so entschieden aufgedrückt, dass nur Vorein- genommenheit es gewaltsam leugnen möchte, und auch in andern Büchern, wo die Kennzeichen nicht so durchgrei- fend und auffallend sind, lassen sich doch die sprachlichen Merkmale der Jugend, vereinzelte Ausdrücke und Rede- weisen nicht leichtweg beseitigen, und sind sie jedenfalls sehr brauchbare Stützen, sobald die Kritik an andern Wahr- nehmungen den Charakter der Zeit auffindet. Der Zeitcharakter, welcher einem Buche sein bestimm- tes Gepräge aufdrückt, spiegelt vornehmlich die Begegnisse, Emdrücke, Bestrebungen und Anschauungen ab, welche ein Volk im Gange seiner äussern und innem Geschichte er- fahren und in sich aufgenommen hat; Man muss sich in i 43 6it Seele des Volkea zu versetzen, sein innerstes Leben^ Streben and Dolden zu thellen, den innem Drang des Her- zens nachzuempfinden, aus seinen Erlebnissen und Bedarf- nissen seine Anschauungen sich lebendig vorzuführen ver- suchen, um danach die passende Zeit einer Schrift bestimmen zu können. Wohl irrt man, wenn man vermeint, einem einzelnen Literaturproducte, noch dazu wenn es in dem allgemeinen Charakter des religiösen Lobgesanges u. d^ gehidten ist, das einzelne genau umschriebene Ereigniss ab- lauschen zu können, worauf er zielt und welches ihn ver- anlasst hat; an der Mittheilung von einzelnen Thatsachen ist die Geschichtserzählung aus jener Zeit überiiaupt nicht reich, und die aus einem Ereignisse geweckte Empfindung malt dieses selten so, dass es bestimmt von ähnlichen, die sich vielfach unter uns unbekannt gebliebenen Lagen zu- getragen haben mögen, unterschieden werden könnte. Kach dieser Seite hin ist von der Bibelerklärung, besonders auch der neueren Zeit, vielfach gesündigt worden. Doch der allgemeine Zug einer Zeit findet sich in ihren geistigen Erzeugnissen immer wieder, und diesen unverkennbaren Stempel müssen wir aufsuchen. Die Bruchstücke aus der damaligen Zeitgeschichte^ welche in den Büchern EUra und Nehemiah enthalten sind, offenbaren uns den Kampf, welcher mit verhältnissmässig geringen Mitteln gegen die Missgunst anderer kleinen Völ- ker in der Umgebung bestanden werden musste, wie der selbstständige Oeist durch die engen, namentlich ehelichen Verbindungen mit diesen Völkerschaften, von welchen ganz besonders die Fürsten und die Priester sich nicht zurück- halten lassen mochten, und worüber schon Maleachi 2, 11. bitter klagt, in seinem ersten Aufschwünge alsbald gelähmt zu werden drohte. Diese beiden Bücher von so geringem Umfange kommen, wie von einer Beängstigung, der sie gar nicht zu entrinnen wissen, getrieben, immer wieder auf die- sen Punkt zurück und verweilen bei ihm am Ausführlichsten. Davon handelt Esra 9 u. 10, und unter den acht Völkerschaf- ten, aus denen die Juden nach ihrer Rückkehr sich BVauen genommWi werden auch die Ammoniter und MoaUler 43 ait%efBlirt In Nehemiah 2, 10 ff., werden als besonders den Jaden feindlich gesinnt, den Tempelbau zu hindern und ihr Bestreben zu verspotten bemüht, Sanballat, der Choronite, d. h. aus Choronaim in Moab, und Tobiah, der Ämmonlte, hervorgehoben und letzterer mit besonders bitte- rem Nachdrucke „der ammonitische Knecht^' genannt, und 3, 33 ff. wird der Bericht über deren verachtenden Spott und listiges Ankämpfen fortgesetzt. Mit ihren Verdllchti- gongen und Verftihrungskünsten gegen Nehemiah beginnt das 6. Capitel, schliesst aber (V. 17—19) mit dem trauri- gen Berichte, dass Tobiah einen ansehnlichen Anhang un- ter den Judäem selbst hatte, wie die Vornehmen Juda's einen häufigen brieflichen Verkehr mit Tobiah unterhielten. Viele in Juda seine Bundesgenossen waren, da er die Toch- ter des Schekhaniah, Sohnes Arach, sein Sohn aber die Tochter des MeschuUam, Sohnes Berekhiah — offenbar zweier angesehener Judäer und wahrscheinlich Nachkommen Seru- babeFs*) — zum Weibe hatte, wie dieselben nun dem *) IDH p n'*^3ü kommt sonst nicht vor» was bei einem Manne, der offenbar zn den Angesehensten gehörtOi auffallend erscheint. Unter den Nachkommen Serubabers wird jedoch ein Schekhaniah genannt (f. Chr. Sy 81), daselbst auch ein Aman cpi|(); bei dem entweder abgekürsten oder corrumpirten Berichte in dieser Stelle ist es wohl möglich, das« Sehekh. der Sohn dieses Aman war. Aman ist aber ein Name, den man sonst nicht weiter findet, nur der jebusitische Besitzer des Qrund- stäcks, an dessen Grenze die Pest aufhörte, welches Darid daher an- kaufte, um einen Altar daselbst zu ei richten, und wo, nach dem Berichte dar Chronik, auch der salomonische Tempel erbaut ward, heisst in der Chr. I 21, 16 ff. und IL 3, 1. durchgehends Oman Cp^^), während er 2. 8am. 24, 18. Arawnah oder Aranjah oder Aranwah lautet, ein Name, der wohl fremdländisch ist wie sein Besitzer und nur vom Chronisten etwas liebraisirt wird. Man darf daher yermuthen, dass der Nachkomme Seru- babers Arach (wie hier), ein Name, der noch sonst vorkommt, geheissen habe und unser Sehekh. b. Arach mit dem dortigen Serubabeliten iden- tisch sei, dessen SohnSchemi^ah (1. Chr. 8, 22.) wohl mit dem in Neh. S, 29. wieder derselbe ist. — Aach MeschuUam b. Berekhiah ist sicher ein Nachkomme Serababers. 1. Chr. 8, 20 nämlich werden als Kinder Sor.'s genannt: MeschuUam, Chananiah und eine Tochter Sehelomith, dann werden in V. 20 fSnf Personen genannt mit der ausdrücklichen Sammimng zur FOnfzahl und dann V. 21 die Söhne Chananiah's, des zweiten Sohnes Ser'.s, aa^eeHhlt. Man begreift niokt, mm dieae Aaf in 44 Neh. vom Tobias erzählen*), diesem die Angelegenheiten, des Neh. verrathen und Tobiah selbst ihm auch Drohbriefe zuschickt Ausser dem allgemeinen Berichte Cap. 10 V. 31 über Beeidigung und Beaufsichtigung, sich nicht mit den umliegenden Völkerschaften — den Landesvölkem — zu verschwägern, wird abermals in dem Schlusscapitel des Buches ausführlich darauf zurückgekommen. Es sei nämlich, so hebst es dort am Anfange (V. 1 — 9), aus dem Buche Moses die Stelle vorgelesen worden, dass kein Ammo- nite und Moabite in die Versammlung Gottes bis ewig kom- men solle, weil dieselben den Israeliten nicht mit Wasser und Brod entgegengekommen und den Bileam zum Fluche der Mitte stehenden Personen sein sollen; sind auch sie 89hne Ser/s, so ist es seltsam, dass eine Tochter in die Mitte hineingeschoben wird« und jedenfalls müssen sie mit den swei frühem zusammengezählt werden, und es wären somit sieben, nicht fünf, wie ausdrücklich hinzugefügt wird. Dass vom erstgenannten Sohne Ser.*s weiter keine Notiz genommen wird, ist auffallend, wenn es sich auch erklären liesse. Die Schwierigkeit löst sich jedoch, wenn man annimmt, die fünf Personen von V. 80 seien die Söhne des Meschullam, des ersten Sohnes Ser/s. Unter denselben heisst nun einer — Berekhiah; dessen Sohn hiess dann wieder Meschullam, nach seinem Grossyater und ist wohl derselbe, weicherauch Neh. 8, SO. vorkommt Sehekhianiah und Meschullam wären demnach beide Ur- enkel Ser.*s. *) Im Texte: ""S^ Ü'HJS^ IM r^TÜMi; das heisst nicht „seine Vor- >^ir®)" „seine guten Eigenschaften," sondern „Nachrichten, Reden" gleich n^?, das auch seiner ursprünglichen Bedeutung nach nicht den Übeln Sinn der Verleumdung in sich schliesst, sondern ihn nur durch das hin- zugefügte nj^^ oder durch den Zusammenhang erhält und ursprünglich blos heisst: Qerede, Gerücht, Leumund (das dann auch im Deutschen zum Verleumden wird). Unser D^ltd ist die verstärkte Form, ohne alle Beimischung eines Übeln Sinnes (wie es der gr. Uebers. richtig er- kannt: tovg Xoyovg avvov) grade wie das syr. MDNtd und das mischn 3^lp, welches auch die jerus. Thargume gebrauchen. Für das Sjrischa und Thargumische geben die Lexika die Beispiele, die Mischnah hat blos den Ausdruck: 13*^4 HIP (oder 12 tp, dem Stw. 22319, das im Syr. üblich, vollkommen entsprechend) in der ganz allg. Bed.: was ist^s mit ihm? wie verhält sich's mit ihm? vgl. Mischn. Berakhoth 4, 2. (nach LA der jerus. Gemara) Khethuboth 1, 8. 9. Baba mezia 1,8. Bekhoroth ö, 3. Okozin 2, 9. Thesseflha Oholoth c. 17 und sonst, und diese Aus- drucksweise komait ganz ebenso im Sjrr. vor: Buth 2, 6. 8, 9. Lucas 7, d9. 45 gegen sie gemiethet; durch diese Einscbärfung ermuntert, habe das Volk jede Vermischnng ausgesondert. Nun wird wiederum über den engen Verkehr des Tobiah, den dieser sogar mit dem Hohenpriester Eljaschib gehabt, berichtet, so dass dieser jenem eine zur Aufbewahrung heiliger Gegen- stände bestinünte Zelle eingeräumt hatte, die NeU. nun erst wieder reinigen musste und sie ihrer früheren Bestimmung zurückgab. Und nochmals kommt (V. 23 bis Ende) ein neuer Bericht, dass die Judäer ihre ausländischen Frauen wieder zurückgenommen haben; hier werden blos drei Völker- schaften genannt, und zwar neben den Asdoditem (in Phi- listäa) wieder die Ammoniter und Moabiter. Neh. lässt es dies Mal nicht bei Warnungen bewenden , sondern greift mit persönlicher Züchtigung ein, er weist sogar Nachkom- men des Jojada, Sohnes des Hohenpriesters Eljaschib, weg, die sich mit dem Choroniten Sanballat verschwägert hatten. Und so schliesst Nehemiah gerade wie Esra. Bekanntlich hat Josephos *) dieselbe Thatsache, wenn auch in einigen Umständen abweichend, nämlich dass Sanballat, ein Khu. thäer, vom persischen Könige zum Satrapen Samaria's ein- gesetzt worden und seine Tochter dem Manasse, Bruder deff Hohenpriesters Jaddua, gegeben habe, welcher nach Neh. 12, 1 i der Enkel des Jojada gewesen, und beide seien dann die Gründer des samaritanischen Tempels zu Garisim geworden. Es wird hier offenbar dieselbe Geschichte nach einer etwas verschiedenen Relation mitgetheilt. Diese Entfernung von den Nachbarvölkern, wohl na- mentlich von Ammonitem und Moabitem, und die dadurch erzeugte Erbitterung gegen eine Amalgamirung lag aller- dings im Charakter des Judenthums, das seinen Offenba- mngsglauben gegenüber dem Götzendienste zu wahren hatte, und musste schon früher in den gegenseitigen Be« Ziehungen ,und schriftstellerischen Darstellungen hervortreten. Allein zu solcher Entschiedenheit, zu solcher durchgreifen- den Consequenz im Volksleben war dieser Gegensatz erst jetzt gediehen, wiederum erzeugt durch die göttliche Wal- *) Antiqa. XI. 7, 2 and ff. 46 tuBg; indem ohne ihn der schwache judäische Rest seine weltgeschichtlich belebenden Ideen nicht nochmals in ver- jüngter Kraft hätte entfalten können. Dieser schärfere Gegensatz niuss sich daher in den Berichten ausprägen, welche uns diese Periode von der Geschichte der Vorzeit liefert^ sie musste die alten Begebenheiten im Lichte ihrer Anscl^uungsweise erblicken. Betrachten wir einzelne dieser späteren Berichte über ältere Ereignisse! I. Die früheren Geschichtsbücher bezeichnen scharf den feindlichen Zusammenstoss, welchen Israel bei seinem Zuge dnrcb die Wüste mit Moab und Anmion zu bestehen hatte. Sie sind gefährliche Feinde, deren Gewalt jedoch Israel glücklich entkam. Edom, heisst es 4 Mos. 20 , 1 4 £ , wehrte dem ,,Bruder Israel^' mit den Waffen den Durchzug durch sein £ftld, ein Gleiches wollte der König der Emoriter thun, aber Israel erzwang sich den Durchzug und eroberte sein Land« So kam es auch in Besitz desjenigen Theiles von Moab, welcher früher vom emoritischen König erobert worden, darunter auch die Stadt Ar (21, 26 ff.). Nun rief Balak, der König Moab's, den Wahrsager Bileam zur Hülfe, um ihn zum Fluche gegen Israel zu veranlassen, was jedoch beiden durch Gottes Einschreiten vereitelt wird (das. c. 22 — 25, vgl. Micha 6, 5). Anderswo (Rieht II, 17) heisst es, der König Moab's habe gleich dem Könige Edom's den Durchzug durch sein Land nicht gestattet, habe aber Israel nicht wegen der Eroberung derjenigen emoritischen Ge- bietstheile bekriegt, welche früher moabitisch gewesen (das. V. 25). Und wieder an einer andern Stelle (Jos. 24, 9. 10) heisst es, Balak habe Israel bekriegt, Bileam zum Fluche aufgerufen, Gott aber habe Israel gerettet Von den Am- monitern wird weniger gesprochen, nur wird im Allgemei- nen gesagt (4 Mos. 21, 24), ihr Gebiet sei zu mächtig, zu wohlvertheidigt gewesen, als dass es hätte angegriffen wer- den können'''). Während hier immer beide Völker aU mächtige Feinde bezeichnet werden, die man theils nicht 9u reizen wagte, deren Angriffe abzuwehren nur auf wua« ^) Ueber die Darstellung im Deuteroiioiiiiam weiter unten. 47 derbareWeiA« gelang^ behandelt sie der Chronist mit Weg- werfung; er stellt es (II; 20; 10) als eine Vergünstigang dar; die; auf Gottes Geheiss; den Ammonitern und Moabi- tem gleioh den Edomitem zu Theile gewt^rden, dass Israel nicht durch ihr Land gezogen und sie vertilgt habC; doch hätten sie diese Vergünstigung später schlecht vergolten. IL Der Verfasser des Buches der Könige berichtet ein- Cftch; üass Salomo die Tochter des ägyptischen Königs Pharao geheirathet (I; 3; 1 ff., vgl. 9, 16); er ihr einen be- sondem Palast errichtet habC; in den sie dann aus ihrem firüheren SitzC; der Davidstadt; gezogen (das. 9, 24); dann aber bezeichnet er als tadelnswerth; dass er ausser ihr noch löele fremde Frauen geliebt: MoabiterinneU; Ammoniterin- ^(jf^ Emoriterinnen; Sidonierinnen und HitthiterinneU; aus Völkern; mit denen sich zu vermischen Gott den Israeliten verboten habe, und wirklich hätten sie sein Herz im Alter sum Götzendienste verleitet. Er findet in dieser Sünde auch den Grund zur Theilung des Reiches; nimmt aber keinen Anstand; die Thatsache zu berichten (das. ll, 1 ff.). Anders der Chronist. Er erzählt nicht die Verehelichung mit der Pharaonentochter; setzt sie aber dadurch vorauS; dass er ihres Umzuges gedenkt, und zwar in einer Art; dass man die Absicht bemerkt; er wolle Salomo damit noch verherrlichen. Seine Worte sind: ;;Die Tochter Pharao's brachte Salomo aus der Davidstadt in das HauS; das er ihr arrichtet; denn er sprach: Nicht wohne ein Weib mir in dem Hause David's; des Königs IsraeFs; denn sie sind heilig; da die Gotteslade dorthin gekommen^' (II; 8; II). Er legt also der Errichtung eines neuen Palastes für die Pharaonentochter — der übri- fena auch der seinige gewesen zu sein scheint — ein reHr giöses Motiv unter, so dass dem Salomo noch ein Verdienst daraus erwächst; und die Pharaonentochter ist ihm nicht etwa ein fremdes Weib; sondern überhaupt ein Weib; das in dem geheiligten Hause David's nicht wohnen solle. Während er nun keinen Anstand nimmt, Salomo's Verhei- rathung mit der Pharaonentochter zu berichten; so nimmt er an der Liebe Salomo's zu den Moabiterinnen; Ammoni^^ 48 teritmen u. ;. w. and aeinem dadurch erzeugten Abfalle solchen Anstoss, dass er diese Thatsache vollkommen mit Stillschweigen übergeht und die Theilung des Reiches ledig- lich mit dem Uebermüthe des Rehabeam begründet , und damit die dem Jerobeam gewordene Verheissung durch Achiah, den Siloniten/ erfüllt werde (das. C. 10). Die Verheissung selbst theilt er nicht weiter mit, während die- selbe doch, nach 1 Kön. II, 33, auf Salomo's Abfall sich gründet. Dies ist ganz im Geiste des Chronisten, der Sa- lomo nicht tadeln will; aber nur die Moabiterin und Ammo- niterin würden einen Tadel begründen, nicht die Aegyp- tierin! Nur indirect erwähnt er die Ammoniterin, aber dort auch in prägnanter Weise. Diese nämlich, Naamah, ist die Matter Rehabeam's. Das Buch der Könige nennt ddÜe, nach seiner Gewohnheit, alsbald beim Regierungsantritte Rehabeam's (I, 14, 21)''') und weiss von diesem dann nur Uebles za berichten. Der Chronist hingegen sucht densel- ben zuerst (U, II — 12, 12) in günstigerem Lichte darzu- stellen, und nun erst am Schlüsse seines Berichts (V. 13 Mitte bis Ende) holt er kurz den Bericht aus dem Buche der Könige nach, erwähnt hier die Mutter, Naamah die Ammoniterin, und dass er Böses gethan, wodurch er offenbar den engen Zusammenhang zwischen seiner Abstabunung von einer Ammoniterin und seinen bösen Thaten hervorheben wilL m. Gegen den König Joas bricht am Ende seiner Regie- rung von seinen Dienern eine Verschwörung aus, und zwei derselben, Josakhar, Sohn Schimath's, und Josabad, Sohn Schomar's, ermorden ihn. So berichtet das Buch der Könige (11, 12, 21). Den unnatürlichen Tod eines sonst so from- men Königs, wie Joas war, des Schützlings und Zöglings des Priesters Jojada, kann sich der Chronist nur erklären^ wenn er ihn dennoch als selbstverschuldet auffassen kann» *) In unserm Texte kommt am Schlosse des Berichtes, nachdem schon sein BegrHbiiiss mitgeiheilt worden,* nochmals der Name seiner Mutter vor (V. 81), was mit Recht bei den 70 und dem Sjr. fehlt. Viel- leicht, dass man in späterer JZeit zum Schlüsse diese Notiz nochmals nachdrucksToll wiederholte, um eben den Abfall Rehabeam*s zu erkl&ren. tJeber die Ueberarbeitung Ton V. 22 rgh unten. 40 JoÄS, so berichtet er (II, 24, 17 ff., vgl. V. 2), überlebte denJojada, und nach dessen Tode änderte er seinen bisher frommen Wandel. Doch wenn auch der Tod verschuldet war, so blieben dem Ref. noch immex^ die Mörder verhasst, und er nennt sie: Sabad, Sohn der Schimath, einerAmmo- niterin, und Josabad, Sohn der Schimrith, einer Moa- biterin. Nur Söhne solcher Mütter können eine solche Unthat vollführen! Solche einzelne Züge sind nicht zufällig, nicht durch andere Motive veranlasst, nicht durch einen schon älteren Hass gegen diese zwei Völkerschaften erzeugt; sie sind vielmehr der Ausdruck eines nunmehr geschärften Hasses. Oerade weil ein Theil, und zwar ein sehr angesehener Theil, des' jüdischen Volkes mit Ammon und Moab in eine enge, freondscbaftliche Verbindung geü*eten war, umsomehr musste der Kampf gegen diese Heuchler und Verführer entbrennen. Es wird uns daher nicht auffallen, wenn auch der freundlicher gesinnte Theil seine Anschauung zu rechtfertigen und zwar geradcf wieder durch die Geschichte der Vorzeit zu belegen versuchte. Und wirklich finden wir dies im Büchlein Ruth ausgeführt. Diese liebliche Idylle, eine kostbare Perle unserer biblischen Schriften, gehört der Gattung der- selben an, welche ihrer Rangordnung nach aus unserer Periode sijammen, und auch die Sprache verräth die spätere Zeh*). Was sollte nun dies Büchlein? Der blossen Idyllen- dicht ung genügen wollte man sicher nicht. Die hebräischen Schriftsteller der Offenbarungszeit dichten kerne Idyllen; ihre Geschichtserzählung wird von selbst zur Idylle, aber sie wollen * nicht die Naivetät künstlerisch darstellen, sie sind naiv, weil sie in der Unmittelbarkeit leben« Also nicht die Kunstform hat dieses Idyll erzeugt, sondern sein Inhalt veranlasste zu der Darstellung, und diese gestaltete sich von selbst zur idyllischen. Auch dagegen, dass eine blos nackte Wiedergabe der Geschichte beabsichtigt sein sollte, •) Vgl. die Einleitungen und Commentare zu diesem Buche. Zu beacliten ist noch der in dieser Bed. allein stehende Ausdruck bt^ *)^ 1T\ (8, 18) wie nlmsiv, cadtre oder aeciderff ausfallen. 4 50 spricht schon die Prägnanz, die sich in den Namen kund giebt; die Hauptpersonen tragen sämmtlich Kamen, welche ihrem Geschicke und ihrem Wesen entsprechen. Kaomi ist die Anmuthige, dör doch am Ende Liebliches zu Theil wird, und der Dichter spielt selbst mit dem Namen ; als sie verwittwet und der Kinder beraubt zurückkehrt, lässt er sie auf den Ausruf der Frauen: ist das Naomi? envidem: Nennt mich nicht Naomi, die Liebliche, nennt mich Mara, die Bittre, denn Gott hat mir viel Bittres werden lassen. Ihre jung dahinsterbenden Söhne heissen Machion und Khiljon, Krankheit und Hinschwinden; die eine moabi- tische Schwiegertochter, welche sie bei ihrer Rückkehr nach Judäa verlässt, heisst Orpah, die den Nacken Neigende, die sich Abwendende (vgl. besonders Jer. 2, 27. 32, 33. 2 Chr. 29, 6), die andere moabitische Schwiegertochter, welche fest an Naomi hält, die es ausspricht: Dein Volk sei mein Volk und dein Gott mein Gott, die in liebender Hingebung für die betagte Mutter ihres verstorbenen Mannes sorgt ^ heisst Buth, die Genossin, die liebevoll sich An- schliessende^). Dass diese Namen zufällig von diesen Per- •) ^W ,\\)>r\1i ,]rb:i .ne-IJ? .nn = rwn, wie es der Syrer wirWich schreibt. Ain wird wie Alef nach dem mit Scbwa versehenen Reach im Hebräischen (noch mehr in den Dialekten) leicht verschlaok|, daher ist vieUeicht auch ^ Hiob 37, II. gleich "'^"j , die Weide, zu nehmen. Dia Punctatoreu fühlten Dies gleichfalls und setzten desshalb bei rt^"*?^? (1. Sam. I, 6.) einen Punkt in das Resch als Mappik, um anzuzeigen, dass das Resch das Ain nicht verschlucken und das Chirek zu sich zie- hen solle, vielmehr als mit 6chwa versehen far sich, das Ain aber mit dem Vocale auszusprechen sei, gerade wie sie es bei Dr^"^ (t. Sam. 10, 24. 17, 25. 2. Kön. 6, 32.) machten. Umgekehrt sind sie bei Eigen- namen weniger darauf bedacht, die Verschluckung zu verhüten und deu- ten dieselbe gerade durch die Punctation an, und wie sie Dies bei **i3^Kir? (4. Mos. 26, 7. und sonst) thun, wo sie das Schwa vom Resch abwerfen und das U des Alef ihm zuwenden (vgl. Heidenheim in der Anm. zu En ha-Kore a. a. Ö.), so punctiren sie auch DOPipi (l. M. 47, 11. 2. M. 12, 37. 4. M. 33, 3. 5.), obgleich das Ain als Guttural mit ein- fachem Schwa vor einem gleichfalls mit Schwa versehenen Buchstaben dadurch ganz unhörbar wird; nur ein Mal (2. M. 1, II.), wo das mit ^) makkefirte Wort eih Metheg verlangt und dieses, nach den Accen- 5t 00116X1 getttigen. oder beliebig von dem Schriftsteller gewählt worden, ist bei solchem allseitigen Zasammentreffen kaum ansunehmen. Offenbar ist es wohl, dass ein Stück aus der Yorfahrengeschichte David's erzählt werden soll; der Schluss des Buches erklärt ausdrücklich David als Enkel von Ruth's Sohne, und fögt noch die Genealogie von Perez, Juda's Sohne, bis auf David an, aber sicher mit Ueberspringung mehrer Mittelglieder. Allein wie seltsam , dass , wäre der wesentliche Zweck die Verherrlichung David's gewesen, man blos von der Frömmigkeit seiner moabitischen Stamm- mutter und dem kargeren Verdienste ihres zweiten judäi- sehen Mannes zu erzählen hatte, wie auffallend, dass die sonstigen Geschichtsbücher, Samuel und die Chronik, hätte diese Geschichte dem Volke wirklich ein Moment zur Ver- ehrung David's dargeboten wegen der wackeren Gesinnung seiner Ahnen, derselben durchaus nicht gedenken. Hier mass noch ein anderes Moment geleitet haben, und mit richtigem Tacte hat Umbreit es erkannt, der Verfasser habe zeige» woUen, wie selbst eine Fremde aus dem Gebiete der verhassten Moabiter gewürdigt werden konnte, Stammmutter des grossen Königs David zu werden, weil sie zum Gotte iMraeFs ein unbedingtes Vertrauen bewiesen*). Aber diese richtige Ahnung des Zweckes unseres Büch- leins wird wieder verwischt, wenn Umbreit diesen Zweck dann einen „theokratischen^' nennt. Theokratisch im Allge* meinen waren alle bibL Schriftsteller, und da der Verfasser unseres Büchleins aus theokratischen Zwecken nicht die ganze Geschichte erfunden, sondern sie nur nach einer Ustorischen Grundlage bearbeitet haben kann, so würde das Stillschweigen der grösseren historischen Bücher noch ünmer auffallend bleiben. Auch befremdet die knappe Be- schränkung auf eine einzelne FamilicDScene bei einem Schriftsteller, der nur allgemeine theokratische Zwecke ver- folgt; seinem Sinne müsste es mehr entsprechen, einen taations-Grondsätzen, die es dem T^ nicht gestatten, unr beim Besch stehn kann, ist Dp^$P punctirt. Die Form Hn für n^J?"] ist daher voll- kommen begründet. *) StQd. a. Krit. 1834, 11. S. 808. 4» 52 grösseren Stoff zu behandeln und diese einzelne Geschichte mit hinein zu verweben^ wie es der Chronist so vielfach thut. Nur die bisher dargelegte Differenz in den Ansichten der Zeity der das Buch seine Entstehung verdankt^ erklärt uns dessen bestimmte Absicht. Es lehrt uns^ dass auch unter moabitischen Frauen wohl zu unterscheiden sei; es giebt wohl welche ^ die, wie Orpah, bald das Band mit Israel wieder lösen, aber es giebt auch andere, die, wie Ruthy mit aller Hingebung und'Uneigen- nützigkeit sich Israel anschliessen und daher würdig sind, die Besten in Juda zu erzeugen. Der Verfasser ermahnt seine Zeitgenossen stillschweigend, in ihrem Ausschliessungseifer nicht zu schroff zu sein. Diese bestimmte Absicht leitete den Dichter in der Wahl seines Stoffes; dies schliesst aber keineswegs dessen ge- schichtliche Grundlage aus, im Gegentheile muss jedenfalls zu seiner Zeit in der Erinnerung des Volkes die Nachricht gelebt haben, dass eine Stammmutter David's eine Moabi- terin gewesen sei, da der Verfetsser von einer Erdichtung nicht erwarten konnte, seinen Zweck zu erreichen, das Buch auch wohl nicht der Anerkennung und sorgfältigen Aufbewahrung gewürdigt worden wäre, die es uns in der Reihe der heiligen Schriften zugeführt hat. Der Verfeisser erzählte vielmehr, freilich mit Geschick und Wärme, etwas damals Unbestrittenes und vertrat und bekräftigte damit die milde Ansicht, welche auch später, wie wir noch sehen werden, ihren Ausdruck fand. Neben den Ammoniterinnen und Moabiterinnen, ja noch vor ihnen werden femer am Ende des Buches Nehemia (13, 23. 24) die asdoditischen, d. h. die philistäischen Frauen genannt; die Judäer hatten dieselben wieder zurück- genommen, so dass ein Theil ihrer Kinder asdodisch sprach und judäisch zu reden gar nicht verstand. Diese Kinder, diese Mischlinge, welche ihre Zwieschlächtigkeit alsbald durch ihre Sprache kund gaben. Bind es, welche als „Mamser," d. h. von fremdem Volke*) bezeichnet werden. *) "^I^IP = ^t B^S* Si^e ähnliche Zasammensetzang ist *l}pt(, das 53 Waren nämlich die Moabiter und Ammoniter als eng an- grenzende Nachbaren der selbstständigen Kräftigung und Reinhaltung des jungen Staates gefährlich ^ so waren die Philistäer noch geföhrlicher, da sie sich von den Küsten aus über ganz Judäa selbst ausbreiteten und mit den zurück, gekehrten Juden in buntester Mischung lebten^ so dass das Land sogar den Namen dieses Volkes erhielt: Palästina. Die Sorgfalt für Reinhaltung des Stammes musste daher vorzüglich gegen die Philistäer angewendet werden. Sirach (50, 26) bezeichnet daher als das Volk, welches seine Seele hasst, die Philistäer, und sie sind besonders unter dem „Volke des Landes'' zu verstehen, von deren Unreinheit aie Jndäer sich absondern sollten. Die ägyptisch-griechischen üebersetzer setzen daher fiir diesen Eigennamen der Phili- stäer ganz allgemein „Fremdstammige'' (äXXoqtvXoi)*). Ihre Nationalgottheit Baal-Sebub (2 Kön. 1,2.3. 16) wird daher später mit aramäischer Aussprache als Beelzebub (o. -bul), als feindliche Gottheit überhaupt, als Gegengott, Satanas, Haupt der Dämonen schlechtweg gebraucht (Matth. 10, 25. 12, 24 u. 27, vgl. 0, 34. Marc. 3, 22. Lucas 11, 15 u. 19). Ja dieser Sprachgebrauch ist so geläufig geworden, dass dieses Wort in etwas abweichender aramäischer Form, nämlich als Beel-Debab (M221 br2 ) , wie die syr. hexapL Uebersetzung bereits für Baal-Sebub setzt, in sämmtlichen aramäischen Dialekten ganz einfach einen „Feind'' bedeutet Hiob 19, 18 in ^l)-*?]^ getrennt erscheint, aber auch dort von den Ac- centnatoren durch Makkef verbunden und von Baschi richtig anfge- &0st wird. *) So nämlich die etwas späteren Üebersetzer der anderen Bticher, während die Üebersetzer des Pent. nnd Josna den Eigennamen beibehal- ten. Die Ausführung über dieses Wort vgl. bei Stark: Gaza und die philistäische Käste S. 67 ff. Später, als der Kampf mehr mit den griech. STrem war, hiessen ^se die aViotpvXot, woher Dies dann auch einmal för D^^ (2. Kön. 8, 28, ygl. über Aram unten), und umgekehrt einmal "EUrivss für D'^Dübc (Jes. 9, II) gesetzt wird. Dieser Hass gegen die Philistäer drückt sich auch in dem boshaften Witze eines anonymen Uebersetzers ans, wenn er das Wort (2. Mos. 18, 17.) in D*)!?^ 7^ mmc^g dixi], zerlegt! 54 und daraus mit Wegwerfiing des Beel, ein neuer Stamm MT sich bildet für: hassen, anfeinden*). — Die Kinder nun einer solchen Mischung mit den philistäischen Bewohnern des Landes heissen ,,Mamser/' aXloytPilg**) zweischlächtige Bastarde, Kinder aus unehelichem Umgänge, wie auch eine alte thalm. Tradition den „Mamser" definirt***). Denn eine wahrhaft nationale Ehe konnte eine solche fleischliche Vermischung nicht begründen, und die Frauensperson, welche sich einem solchen Umgange hingiebt, ist daher als Buhle- rin zu betrachten f). Und auch diese Auffassung hat sich so tief in den Sprachgebrauch hineingelebt, dass aus dem biAischen ')^, dem dauernd im Lande wohnenden Fremd- linge, also meistens dem in Judäa wohnenden NichtJuden, dann der aramäische Stamm '^^j buhlen, Unzucht treiben, ehebrechen wurde, was im Syrischen ganz gebräuchlich bUeb, im Chald. später verdrängt wurde, aber doch noch vielfach in dem jerusalemischen Dialekte erscheint ff). *) HSofig ^^y^ Feindschaft, aber auch das Part act. lund pasa., s. B. ÜIH bw ^2^1, der Feind eines Menschen (8ifre suta bei Jalknt I. § 788) nni2n)S ,12121 nrrnir nü«, eine Frau, die von ihrer Genossin angefeindet wird (j- Erubin 3, 2 und 7, 9) ; P^^^ fTVlüTD p2DTl pK, wir, auf die unsere Feinde auünerksam sind (j. Moed katon 3, 7, irrig in un- sem Ausg. '3*)1 mit Resch, woher der Comm. irrthümlich 1^^2117), Tgl. auch die sam. Uebers. 1. Mos. 24, 60 und 2. Mos. 28, 20. **) So übersetzt der Grieche Zach. 9, 6, sowie der Auadnick noch fär "'r'.fin ]^ (Jes. 56, 4 und sonst), für D^^T Jes. 61, 5, während das daneben- stehende 12^n ^^2 mit aXkoqfvXoi wiedergegeben wird, gerade wie Theo-, dotion umgekehrt das sonst fSr diese Wörter übliche aXXot^iog für Pbi- listäer setzt Rieht. 10, 6. Vgl. noch Stark a. a. O. *••) IT»» ibin ^1«?" n2 !?r «2» 12n "^1:1, das Kind, welches aus dem Umgange eines NichtJuden oder Sklaven mit einer Jüdin entspring^, ist ein Mamser (Bar. j. Kiddnschin 3, 12, vgl. j. Jebamoth 4, 16; b. Jebam. 46 a und Kidd. 76 b). Ueber die Umwandlung dieses Begriffes in der thalm. Tradition vgl. unten. t) Daher zu 6. Mos. 23, 3. der Grieche« i% noi^g, der Syr. *eiiiji2 • tt) Das j. Th. zum PenUteuch hat «11'»3 und «mVi für *THi und r^tp 2. Mos. 20, 12. (und 6 Mos. 6, 16.). 3. Mos. 20, 10. In **i. 60, 18, wo bei uns der in den babyL Tharg. gebriluchliche Ausdruck 1 steht, hat ed. Genua TV:) *>')1*';}, und ist das letatere offenbar sp&tere 55 Die ursprüngliche Bedeutung von „Mamser" ist dem- nach das Kind, welches aus einer Ehe mit einem fremden Volke und zwar zunächst mit Philistäern, als den in Judäa Verbreitetsten, erzeugt ist, und wir begreifen nun erst die •Worte des jungem Dichters, dessen Gesichte denen des Zacharias von Cap. 9 bis Ende angefiigt sind, wenn er, nachdem er den Fall von Tyrus und Sidon geweissagt, fortfahrt: Sieht's Askaloo und furchtet sich Und Gaza — und zaget sehr, Und Ekron — ja beschämt ist seine Zuversicht, Und i9t kein Konig mehr in Gaza Und nicht bewohnt mehr Askalon. Dann wohnt Fremdschlächtiger in Asdod, So tilge Ich den Hochmuth Philistäa's. Und dann entfern' ich seinen BIntgenuss aus seinem Hunde, Die Greu'I, die es bis jetzt geniesst, aus seinen Zähnen; Auch es bleibt dann dem Herrn! Wird wie ein Stamm inJuda, Ekron wie Jebusiter! (9, 5—7). Indem er schildert, wie die Selbsständigkeit Philistäa's geknickt werden, es keinen eignen König haben wird, weiss er Dies nicht stärker zu bezeichnen als damit, dass eben die Bastarde, die aus der Mischung von Philistäern und Juden erzeugt sind, Asdod bewohnen werden, Philistäa's Stolz damit gebrochen ist und es endlich ganz in Judäa aufgeht. Die unselbstständige und zerrissene Lage des Staates lastete natürlich auf der freien Geistesentwickelung. Als Judäa eine Provinz des grossen Perserreiches war, scheint es zwar im Allgemeinen vom fernen Mittelpunkte dieses Reiches aus, ausser mit den zu entrichtenden Abgaben nicht Correctur. Ebenso liest st. «D*»:) Hieb 24, 16. das Mspt. vom J. 1238 auf der hies. Maria-Magdal.-Bibliothek: H'^^'^X sowie die alte LA. KT:i in Wajikra rabba c. 8 (und Parallelst.), die Aruch kennt, durch i<ß'^3 oder gar MD**^ verdrängt wurde. Das Tharg. zu Sprüchen hat auch diese syrischen Formen treuer bewahrt. Vgl. auch Megillah 25 b., wo der mit Gimmel beginnende Schimpfname von den Geonim bei Raschi und Aruch "I^IR An- klagen häufen. rVp^^ gegenüber dem Tadel der Zeit, die den (Gehorsam gegen die Eltern nicht kenne, bes. V. 17, and unten. <*) Ich folge der L. A. b^) b^ "»p*»««^ b» '•^t^J» n^ in Kai und NifiJ: resultatlos sich um eine Sache abmühen, hat im Paralleli^mus ge- wöhnlich ^!^^,^, wie bereits einsichtsvoll Samuel b. Meir nachweist zu Bin ja imwiBsend ioh, kaum Manoi Und hab' nicht Menscheneinsicht Und habe Weisheit nicht erlernt, Wie sollte Kennt niss ich der Heiligen wissen? Wer stieg gen Himmel, stieg herab, Wer sammelte den Wind in seinen Filnsten, Wer band die Wasser in Oewand, Wer richtet auf der Erde Enden, Was ist sein Name, seines Sohnes Name, weisst Dn^s? (30, 1^4). Nach diesem Bekenntnisse der eignen Unwissenheit^ nach der spöttischen Frage^ wer denn aber mehr wisse, folgt die resignirte Antwort, dass dem Befehle Gottes sich 2a fUgen, aber Nichts hinzuzufügen sei. Die Bitten, die der Weise dann an Gott richtet, enthüllen schon die Ge- brechen der Zeit. Er will dem Luge fem bleiben, will nicht verführerischen Reichthum, nicht entsittlichende Armuth. Er schmäht die herrschende Angeberei, und da scheint er bei einem der rechten KrebsschAden der Zeit angekommen, 80 dass er nun eine haarsträubende Beschreibung der sitten- losen Zeit macht, die auch in den minder offenen Neben- einanderstellungen hervortritt Mit schärferer Ironie und offiaer spricht er sich dann in seinen letzten Worten aus, wieder vier Dinge einander gleichstellend: Drei sind es, die maehen stolzen Schritt, Und vier gehn stola einher*). Der Lajisch — ein Held unter schwachem Gethier, Und weicht nicht zurück yor Allen. Der Lenden-Sarsir oder der Bock, Und König Alkimos ihm entsprechend. 1. Mos. 19, 11. 2. Mos. 7, 18. (70: ov dwi}6ovtcu) Hieb 4, .8. (abgedr. in meinem Nitc Kaamanim S. y^) vgl. auch Lnzzatto zn Jes. 1, 14. Die L.A. b5K1 als raphe ist massorethish festgestellt (vgl. MinchMh Schai). Das M'b fehlt hier nach der Weise unseres Spruchdichtors, der es im zweiten Gliede gerne aus dem ersten ergänzen Ulsst, Tgl. V. 3: XHH D'^ünp n yiv *) 2^pp heisst zunächst : schmäcken wie rWITi HK StS^rfl 2. Kön. 8, 80, dann: schön thun, kokettiren, stolziren, vgL ayad'onoibg yvrri, Sirach 42, 14. In diesem Sinne scheint auch Jer. 2, 83. Ipl . . . 21*^1^71 ra stehn. Aeh, fei nicht niederträchtig, wenn du dich erhebst, Ach, sinne nicht ftuf Arges; H^nd auf den Mund! Denn Milchsnuammendruck macht Geronnenes, Und Nasedrucken bringet Blut heraus, Und Zomerpressen erzeuget Streit ♦). (V. 29-81.) Eine ätzende Persiflage auf die Zeit und den durch List und niederträchtige Gewaltthat eine Zeit lang während der Syrerkämpfe zur Herrschaft gelangtefn Alkimos^ der keck keine Büberei scheute und die Schwachen bedrängte^ ohne wahren Mannesmuth zu besitzen. Der ^^Lajisch/' seiner E^mologie nach, der Kneter und Zertreter, ein grausame» wildes Thier, doch nur ein Held unter schwächeren Thieren, da ist er stolz, blutdürstig und scheuet Nichts. Der ,,Len- den-Sarsir/^ ein Spiessgeselle des Raben (Bar. Baba kamma 92 b, Chullin 65 a), der seinen Muth an Leichen bekundet, der geüe und freche Bock, und ihm entsprechend „König Alkimos^M Der Titel König, dessen sich nach Innen alle die kleinen Machthaber bedienten, wenn sie ihn auch gegenüber den Lehensherren nicht fuhren durften, wird hier mit Lronie besonders hervorgehoben. Dass gerade der Hohepriester Alkimos und kein sonstiger Name aus jener Periode in den Ueberresten der damaligen Literatur erwähnt ist, mag uns nicht wundern; er ist auch der Einzige, welcher sich in der Erinnerung der späteren thahn. Tra- dition erhalten hat Während in ihr keine Spur ist von irgend einem, dem Johann Hyrkan vorangehenden Hasmo- näer, nur das hasmonäische Haus (''»CiTdrn n*'^) ganz allge- mein, ohne Bezeichnung eines Einzelnen, noch weniger irgend einer der früher an der Spitze Stehenden, nament- lich der Griechenfreunde, mit Namen genannt wird, so ist in eigenthümlicher Weise Alkimos nicht vergessen, und ist ihm nicht blos die Ehre der Erwähnung geworden, sondern er wird auch als ein zuletzt in Busse zum Heile Zurück- *) OH und Ü^) in V. 30 ist abmahnend mit hinzugedachter voraus- gehender Schwurformel. Denke nichts Arges, und denkst Du^s, nun, so ^rich es jedenfalls nicht ansl Dadurch, dass du den Zorn reisest, er- zeugst da nothwendig Hader. 64 gekehrter betrachtet. Jakum nämlich aus Zeredoth o. Zero- roth, wird erzählt^ war Schwestersohn des Jose b. Joeser aas Zeredahy dieser das Haupt der Frommen , jener das Haupt derer, die den griechischen Syrern anhingen. Jakum ritt einst am Sabbathe vor Jose vorüber, vor ihm her ging ein Marterinstrument*). Spöttisch sagte Jakum zu Jose: Sieh das Ross, das mein Herr mich reiten Ulsst, und sieh daS; das dir bestimmt ist! — ^^Nun, wenn dies denen wird, die Gott erzürnen, um wie viel mehr wird denen werden, die seinen Willen erfüllen !" — Wer hat denn mehr Gottes Willen erfüllt als du? — »Nun, wenn so geschieht denen, die seinen Willen erfüllen, wie viel mehr denen, die ihn erzürnen!^' Das frass wie Schlangengift in Jakum, und er entleibte sich, indem er selbst an sich alle gerichtlichen Strafen vollzog. Jose aber sah dessen Bahre in der Luft schweben und sprach: der ist mir zuvorgekommen ins Pa- radies!^' Diese Erzählung theilt der Midr. Bereschith rabba (c. 65) und ihm nach Jidkut (I § 115) und Midrasch The- hillim (zu Ps. 11) mit, und es ist schon längst anerkannt, dass Ji^um o. Jojakim, wie ihn Midr. Theh. nennt, dieselbe Person ist mit Alkimos, auch Jakimos, den das zweite Buch der Makkabäer und Josephus sehr wohl kennen und dar- stellen. Er auch scheint es zu sein, "von dem an einer anderen Stelle (bab. Baba batra 133 b) eine andere Ge- schichte sich findet, nur dass dort sein Name nicht genannt und sein verwandtschaftliches Verhältniss zu Josef (dem volleren Namen für Jose) ben Joeser als noch enger dar- gestellt wird. Dieser, heisst es nämlich dort, hatte einen ungerathenen Sohn; um ihm nun sein Vermögen nicht zu- zuwenden, weihte Josef eine Säule von Denaren dem Tem- pel. Der Sohn aber kaufte einst seiner Frau einen Fisch and fand darin eine grosse Perle; er wollte sie dem Tem- ♦) Das mögen die dunkeln Worte *W, blos das Unverstandene nach •einer Anifossiuig umschreibend. I TerkAofeu, der Schatzmeister schätzte sie auf dreiaehn JBäiiten Denare an Werth, bemerkte aber, es Beien nur sieben jm Tempel vorrätliig, worauf Josefs Sohn die sieben sich ^ben Hess und den Betrag der sechs übrigen dem Tempel Acbeokte. Daher die Bezeichnung : Joseph ben Joeser lirachte eine dem Tempel, sein Sohn sechs. Dass Alküiios im Andenken der tbalmudischen Nachwelt verblieb, ver- dankt er eben seiner engen Beziehung zu Jose ben Joeser. Dieser, „ein Frommer in dem Priesterstande" (n;i,n53t T"Dn), wie ihn Mischn, Chagigah 2, 7 nennt, ist der Anfangspunkt der thahn. Tradition (Mischn. Chagigah 2, 2. Edujoth 8, 4. Aboth I, 4), seine und seines Zeitgenossen Josef b. Jochanan (vgL Aboth a. a. O. und M. 5) Bedeutung ist daher in der Erinnerung der späteren Zeit geblieben, die derselben je Bach ihrer Auffassung der Vorzeit einen mannichfach ge- •tajteten Ausdruck verliehen, sich am Reinsten aber in fol- gendem Ausspruche der Baraitha erhalten hat: „An allen (Lehrer- oder Richter-) Paaren, die von Moses' Tode an erstanden, bis Jose b. Joeaer aus Zereda und Josef b, Jochanan, der Jeruaalemite, erstanden, ist ein Makel anzu- bringen," sie zuerst sind die Tadellosen *). Es darf nun nicht auffallen, wenn der Sohn oder Neffe eines so hervor- ragenden und einflussreichen Mannes, der gerade in gegne- rischer Weise einen so traurigen Ruf erlangte, gleichfalls in der Zeit selbst besondere, wenn auch schmerzliche Auf- merkaamkeit erregte und in der Erinnerung nicht erlosch. Sia kennt ihn eben blos in Verbindung mit seinem Vater oder Oheim Jose und hat, in Verehrung fiir diesen, als dichtende Sage, auch sein Bild ausgeschmückt und den trotzigen Verächter vaterländischer Sitte zu einem am Ende Beines Lebens in Busse Umkehrenden, den Vergeuder der Tempelschätze zu einem dieselben Bereichernden gemacht, während sich doch aus dieaea Sagen heraus der wahre Kern •) j. sotah 9, 9 (10): *ar iisrw nn nc^i nsü» vnsv ivuiin ^s •vn y\i in'V ixs-k a-hw)- vh pm* p fpfi nns «r»» lUi"' ]3. öeber dlM« 8t«Us oDd die TvUtioiiei], in denen ßie Bout Torkonuat) Bonle fibu die nU^T t^L noch weiter unten. henuiMohUtn läs«^ er habe sich als einen der btttersten, CtoWAltthat mit Spott verbindenden Abgefallenen bewieseOi Wie aach die Geschichte mit dem Tempelschatse noch itt ihrer sprachlichen Darstellung gans deutlich den Theil^ der als echt historische Tradition sich bewahrt hat, von dem anderen scheidet^ der als sagenhafte Umgestaltung sidk daran gelehnt hat. Das Historische daran^ in der spftthebr. Sohnlsprache ersählt, besügt einfach : Josef b« Joeser hatte dlnen Sohn^ der sich nngeisiemend betrug, da schrieb man nieder: Josef ben Joeser nützte (brachte ein) einfach, sein Sohn schadete (zog heraus, plünderte) siebenfach» 80 die richtige, gleichfalls aufbewahrte Variante. Die Sage ge- (btaltete dies um in: sein Sobn brachte ein sechsfach, und dichtete daraus, dass ihm das Dreisehnfache gebührt und 1^ nur das Siebenfache angenommen habe und bildete sich die ganüe Erzählung mit ihren kenntlichen nnhistorischen Elementen *). Die ehrerbietige Scheu gegen Jose, welche die Kachwelt veranlasste, auch seinem Sohne eine edlere Seite abzugewinnen, konnte jedoch das Urtheil der Mitwelt, der harten Wirklichkeit gegenüber nicht bestimmen, und nnser Spruchweiser sprach sich daher mit aller Schärfe Über Alkimos aus. — Dass er mit griech. Form „Alkum^ heiist — nicht Jojakim oder Jakim oder Jakum -^, ist ganz natürlich ; es ist der Name, den er in Vasallendemuth nach Aussen nnd mit dem Enechtesstolze nach Innen «^ ^'uilHifiög, Üebersetzung von *»5]?, der Mächtige *— trug und der den Hass gegen den Verächter vaterländischet' Namen wie Sitte noch um so mehr reizte, gerade wie umgekehrt *) Den Kam dieser Sa^ bilden demnach die Worte : "Uin*^ p ^Y Ml nrw D-^iDH it:?^*» p fpi*» laroi r\w miwo ani: n%T nb^ p ^h nvi ^2ü H'^)l)X So richtig die zweite Relation O'^T^Ml kD"^) ; die &age, in ihrem Streben, Josefs Bohne eine gute Seite abzQgetiinnen, machte ans dem letzten Satze: V^ D^^DH U21 und bildete nun daraas, was im chald. yolktdialekte mitgetheilt wird, die Oeschichte, wie sie oben berichtet worden, mit der ganzen nnhist. nnd hyperbolischen Axt solcher Sagen, 'dein Weib soll die Tochter des Haarkrauslers des Königs Jannai ge- wesen sein, wie denn der KSnig Jannat überall auftritt, WO es etwas Feindseliges su berichten giebt. Ol ie apätere Zeit, ihn all ztdetzt Wiederbekehrten darstellendi ihn gerne mit dem hebr. Namen -*- Jakum oder JojakimS--^ beseichnete. Auch die Form ^^Alkom/^ statt deren man y^Alkim^' erwarten sollte, darf nicht auffallen; der Käme lautete^ wie es scheint, so im Munde der Falästinenser, und aoch in der älteren Quelle, dem Beresch. rab. (welchem JaUnit folgt), heisst sein hebr. Name: Jakum^ während erst der späte Midr. zu den Psalmen Jojakim schreibt. Aud» mag darin ein schmähendes Wortspiel liegen, d^n B^pftt heisst, als hehr, aufgefasst: Nichtbestand, und der ,)König Alkimos'^ hiess dann spöttisch „König Nichtbestand,'^ dessen Grösse nicht von Dauer sein werde. Nun erst nachdem die nähere Beziehung auf Alkimos gefunden ist, wird uns diese kleine Spruchsammlung klar. Der Weise nennt sich ben-Jakeh, den gehorsamen Sohn, der die eigenen Eltern und der Väter Sitte achtet, eben Im entschiedenen Gegensatze zu der Zeit und besonders dem sich erhebenden Herrscher, der des eignen Vaters spottete und den vaterländischen Brauch verachtete. Nach seinem Geständnisse der Unwissenheit, das dem griechischen Weis- heitsdünkel sich entgegenstellt, fiigt er dann die Worte hinzu, die nun auch mehr als stumpfe Resignation bedeuten, die vielmehr den Widerspruch gegen den Abfall aus- drücken: Ein jedes Gotteswort ist lanter, Schild ist £r denen, die Ihm trauen (V. 6), wenn auch augenblicklich der Kampf gegen das Qotteswort keck sein Haupt eihebt Ffig* Nichts hinzu zu Seinen Worten, Er m5cht* dich züchtigen und du als Ldgner dastehh (V. 6). Drum bittet er nun von vorn* herein um zwei Dinge : Lug und Trog von ihm fem zu halten, jene verführerischen g^echip lohen Sophismen, und dann eine Stellung einzunehmen, die in der Mitte zwischen Armuth und Beichthum, da dieser zur Schwelgerei verleitete und jene zu stumpfer Folgsam- keit .gefugig machte. Alsbald wendet er sich dann an den Verräther, der die Volksgenossen selbst dem Henkerbeila dat syiisehen Oberhdrxcoi tiborlieferte^. der dear ügpnsm 68 Eltern uneingedenk^ in seinem Schmatze sich gar rein dünkt y hochmüthig und habgierig ist Er stellt dann die nnersättlichen Dinge zusammen, über alle aber das Auge, das des Vaters spottet und den Gehorsam gegen die Mutter verachtet. Darauf folgt zur Charakterisirung des kriechen- den EniporkömmlingSy eines gleissnerischen Leisetreters, die Zusammenstellung von vier Dingen, deren Spur sich nicht nachweisen lässt Er geht noch directer auf seinen Gegen- stand los. Unter dreien erzittert ein Land, Und unter vieren kann*s es nicht ertragen: Unter dem Knechte, wenn er regiert, Und dem Niederträchtigen, wenn er satt ist des Brodes, Unter der Verhassten, wenn sie des Mannes wird, Und der Magd, wenn sie die Herrin beerbt. (V. 21—28.) Feiner ist wieder die darauf folgende Zusammenstellung: Vier sind die Kleinen im Lande Und sie sind klug und sehr gewitzigt: Die Ameisen, ein Volk nicht stark. Doch bereiten sie im Sommer ihr Brot; Die Klippdachse, ein Volk nicht mächtig, Doch machen sie ihr Haus in Felsen; Heuschreck hat keinen König Und zieht zur Beute nur als Ganzes aus; Stemeidechs kannst mit Händen du greifen*). Und ist sie doch in Palästen des Königs. (V. 24*28.) *) Ueber H'^^p?}^ vgL Ges. im thes. s. ▼. Hinzuzufügen ist ausser der thalm. Par.stelle j. Berakhoth 9, 3 noch die andere thalm. Stelle: natttn yV (o. '»«?) nVttttO r\bvn ]yt^H (Sanhedr. 103 b), (der götzen- dienerische König) Amon brachte Stemeldechsen auf den Altar, d. h. die ekelhaftesten Insecten, vgl. Midr. Mischle (auch bei Jalkut) zu uns. 8t.: n**»73VD HKUÜ D'^riVH b^^ X^'9) (nicht wie Baschi: er machte ihn 00 Öde, dass die Spinnen dort ihr Gewebe anfortigten, wesshalb eben gesagrt werde, er habe sie hinaufgebracht). Während nun dieses Wort Tom j. Th. für nt^fp^ri (3 Mos. 11, 80), wird es vom Sam. für Hi^) j^ l^esetzt und auch der Sjr. setzt fEir dieses dasselbe Wort MHjTDM, mit dem er an unserer Stelle (und gleich ihm das Tharg,, nur dass Kof und Mem transponirt werden) IDDttlZ^ wiedergebt. — WTD D'^T^ nehme ioii: „du kannst mit Händen packen," als Zeichen ihrer Schwäche; fibrigens verträgt sich auch die gewöhnliche Erklärung „sie tappt (an Am WKadw hinauf) xait Bänden (den ?9rdaiiQMeD)*< mit- diMor Auf* 69 Hier ist der kriechende Emporkömmling bezeichnet, der durch List ersetzt, was ihm an Math und innerer Be- deutung gebricht Er hat nicht die Kraft, selbst zu schaffen, sondern sammelt emsig zu gelegener Zeit wie die Ameisen von der Arbeit Anderer, hat selbst nicht Macht, den Feind abzuwehren, aber lehnt sich wie der Klippdachs an den Milchtigen, es gebricht ihm an Math, allein etwas zu unter- nehmen, mischt sich vielmehr in die massenhafte Schaar wie die Heuschrecken, bei denen kein Anfuhrer ist, und die nur zu einem Ganzen vereint ausziehn. So kriecht er, schwach und ekelhaft, gleich der Stemeidechse (wir würden sagen: eine Schmeisfliege) hinauf, und dringt in die könig- lichen Gemächer vor. — Nachdem nun der Weise Sprudi auf Spruch in bald mehr offenliegenden bald verhtülteren Anspielungen gehäuft, löst er endlich das Bäthsel und nennt muthig den Mann, welchem sein Hass gilt, in den Sprüchen, die schon finiher besprochen sind, und mit denen er seine Rede schliesst. Weniger prägnant stellt die Zeit dar die folgende kleine Spruchreihe, die einem „Könige Lemoel o. LemueP' in den Mund gelegt wird, als Lehre, ihm von seiner Mutter ertheilt. Es ist eine Ermahnung an die „Könige,'^ sich nicht dem Genüsse der Liebe und des Weines hinzugeben, vielmehr eines unparteiischen Gerichts sich zu befleissigen. Die trübe Anschauung, die diese kurze Anrede durchzieht, die Bezeichnung der Welt als der „Vergänglichkeit" (n^^C?) und der Menschen als „der Söhne der Vergänglichkeit" o. als „der Söhne des Elends" bestimmen diesem Stücke ebenso seine Zeit wie die für ein so kurzes Stück verhält- nissraässig vielen neuen späten Wörter und Formen. Das« die von der vaterländischen Sitte Abgefallenen im Besitze ihrer vom Auslande erbuhlten Macht auch der Schwelgerei fröhnten, welche an den lehnsherrlichen Höfen, den Zwittern von griechischem Raffinement und orientalischer entnerven- faMung. — sieilio (Sterneidechse) wird bei den B5mern geradezu Beseioh- nmig eines listigen Menschen. Noch kommt H'^Td^TdD vor Sifire Wesoth hft-Berachah zu 5 Mos. 88, 19. seinem Antiits, bleib' nicht stehen bei schlimmem Befehl, denn Alles, was er begehrt, thnt er, weil Befehl des Königs Macht (sprach) ist, und wer will ihm sagen: „Was thost Du?" (8, 2 — 4). „Wenn der Sinn des Herrschers auf dich fiÜU (er dein gedenkt, dich begehrt) *), so lass nicht deinen Ort, denn Zmüokhaltang macht grosse Sünden unterlassen, leh hab' manch Uebel unter der Sonne gesehn, das war ein Fehl, das ausging vom Machthaber; die Thorheit ist gesetzt in ^grosse Höhen, und Reiche sitzen in der Niedrig- keit, ich sah Knechte auf Rossen und Fürsten einhergehn wie Knechte auf der Erde" (10, 4—7). „Auch in deinem innersten Gemache*^) fluche nicht einem Könige, und in deinen Schlafgemächem fluche nicht dem Reichen, denn der Vogel des Himmels führt weiter die Stimme, • und der Geflügelte verkündet das Wort (V. 20). Dieser ängstlichen, misstrauischeni überall G^waltäiat witternden Gesinnung, wie sie nothwendig aus denVeriiält- nissen hervorging, entspricht auch die in diesem Buche überhaupt herrschende Gedrücktheit, wo der bessere, gläu- bige und auf den Sieg des Guten vertrauende Sinn mühsam mit der Verzweiflung, mit der Ueberzeugung von der Plan- losigkeit in der Welt ringt Das Resultat ist ihm : was wir sehn, ist freilich verkehrt und eitel, ein ewiges vergebliches Abmühen ; aber — wir wissen nichts, und so fügen wir uns in der Furcht Gottes. Es ist ganz derselbe Ru^ der uns durch die thalm. Tradition von einem sonst unbekannten Zeitgenossen, Antigenes ans Socho aufbewahrt worden (Aboth 1, 3): Seid nicht wie Knechte, die dem Herrn dienen um Lohn zu empfangen, sondern wie Knechte, die auch ohne alle***) Absicht auf Lohn dem Herrn dienen, und es sei *) b^ n^{C) '9 ü^\ der Sinn des . . . etei^^ auf la Jemandem d. h. sieh deiner erinnert, sieh am dich bekttmmert, wie ^?9 T)**^ Dan. S, 29. and in lliolieher Weise oft bei Jerem., Eieeh. nnd II. Jes. **) S^ seheinI „Stodinlmmer*' la bedeaten; so Th. Ps. 68, 13: ***) Mehr sagt aoeh die offsnhar Utere and richtigere LJL. TW bv ¥ht nidit ans, Tgl. dens. Aosdroek in ders. Bed. Ifisehna Tebnl Jörn 61 die Furcht Gottes über euch! Auch dieser Zuruf bekundet, dass ein Lohn der Frömmigkeit unter den damaligen Zeit- umständen nicht sichtbar und nicht zu erwarten war und die einzige Beruhigung in der Gottesfurcht gefunden wurde. Und dieselbe verzagende Stimmung, die sich jedoch inniger, poetischer an Gott anschliesst, finden wir ja in vielen Psal- men (vgl. nur Ps. 39. 49. 73 und a.). Und ist es nicht dasselbe ermattende Grübeln, das endlich, in der Mangel- haftigkeit seines Wissens sich beruhigend, an Gott, als den Vollkonmienen und Unerforschlichen, sich anschliesst, wel- ches uns auch im Buche Hiob entgegentritt? Bei aller grossartigen Begabung, die sich darin entfaltet, fehlt doch der Ausdruck für die frische Freudigkeit an der That, fUr das muthige, selbstgewisse Ringen mit den Hindemißsen; die Reflexion, die es ^vor lauter Ueberlegen nicht zur That bringt und sich die Freude daran verdirbt, das Aufsuchen der Gründe für die Hindemisse, das Klagen über ihre Un- gerechtigkeit lähmt den Willen und ist vielmehr Zeugniss, dass die frische Willenskraft bereits gebrochen ist durch eine Zeit, die ihr edelstes Wünschen zu verwirkliehen zu ohnmächtig ist In der Kürze der Spruchweisheit schildert uns auch der Schluss des Buches der Sprüche (Cap. 30 u« 3 1 , 1 —9) den Charakter jener Epoche, die damals ihrem stärksten Verfalle unter Jason, Menelaos, Alkimos entgegenging,- aber gerade dadurch eine gesunde Reaction erzeugte. Worte des Sammlers (A^r), Sohnes des Qehorsamen (Jakeh)*). Das Dicbterwort. Der Sprach des Mannes: Ich mühte mich vergeblich ab am Gott, Müht' mich vergeblich ab am Gott, wie sollt' ich es vermögen**)? I, 2. lieber das an diesen Sprach angeblich sich anlehnende Schisma der Saddacäer wird später die Betrachtang ausführlich folgen. *) 11J1K wie rbT\J> ein ans dem schriftstellerischen Berafe ange- nommener Name, vgL bes. Sifre zu 6, Mos. 1, 16: D^HDI yb}> lilR An- klagen häufen. r\^^^ gegenüber dem Tadel der Zeit, die den (Gehorsam gegen die Eltern nicht kenne, bes. V. 17, und nnten. ♦♦) Ich folge der L. A. b^t^) b^ "»p^^J^e^ b» ^r^\lfy n\f^ in Kai und KifiJ: resultatlos sich um eine Sache abmühen, hat im Paralleli^mus ge- wöhnlich ^b^,l6, wie bereits einsichtsvoll Samuel b. Meir nachweist in 62 Bin ja imwiBsend ioh, kaum Mann, Und hab* nicht Menscheneinsicht Und habe Weisheit nicht erlernt, Wie sollte Kennt niss ich der Heil'gen wissen? Wer stieg gen Himmel, stieg herab. Wer sammelte den Wind in seinen Filnsten, Wer band die Wasser in Oewand, Wer richtet aaf der Erde Enden, Was ist sein Name, seines Sohnes Name, weisst Dn*s? (30, 1—4). Nach diesem Bekenntnisse der eignen Unwissenheit^ nach der spöttischen Frage^ wer denn aber mehr wisse, folgt die resignirte Antwort, dass dem Befehle Gottes sich za fügen, aber Nichts hinzusaifügen sei. Die Bitten, die der Weise dann an Gott richtet, enthüllen schon die Ge- brechen der Zeit. Er will dem Luge fem bleiben, will nicht verführerischen Reichthum, nicht entsittlichende Armuth. Er schmäht die herrschende Angeberei, und da scheint er bei einem der rechten Krebsschäden der Zeit angekommen, 80 dass er nun eine haarsträubende Beschreibung der sitten- losen Zeit macht, die auch in den minder offenen Neben- einanderstellungen hervortritt. Mit schärferer Ironie und offiaer spricht er sich dann in seinen letzten Worten aus, wieder vier Dinge einander gleichstellend: Drei sind es, die maehen stolzen Schritt, Und vier gehn stola einher*). Der Lajisch — ein Held unter schwachem Gethier, Und weicht nicht zurück Tor Allen. Der Lenden-Sarsir oder der Bock, Und König Alkimos ihm entsprechend. 1. Mos. 19, 11. 2. Mos. 7, 18. (70: ov dwricovzcu) Hioh 4, .8. (abgedr. in meinem Nito Kaamanim S. y^) vgl. auch Lnzzatto zu Jes. 1, 14. Die L.A. b5Ml als raphe ist massorethish festgestellt (vgl. Minchäth Schai). Das tÖ fehlt hier nach der Weise unseres Spruchdichters, der es im zweiten Gliede gerne aus dem ersten ergänzen lAsst, TgL V. 3: *) T^^ heisst zunächst : schmucken wie HVin HK 2t:^m 2. Kon. 3, 30, dann: schön thun, kokettiren, stolziren, vgl. ayad'onoiog yvpri, Sirach 42, 14. In diesem Sinne scheint auch Jer. 2, 33. 7^^ . . . ^^'t^Tl ra stehn. 73 I mit deren Inhalt, inusBtc da^ nationale BewuBstsein in dem äberlieferten heiligen Buche seinen ganzen Ausdruck finden, erzeugte ea arglos das ihm mangelhaft Scheinende und drückte dem Vorliegenden in aller Unbefangenheit auch den eignen Stempel auf. Eine nnbefangene OeschichtsaufTaasung, welche sich in die VerhfiltniBse und Anschauungen der damaligen Zeit zu versetzen, die Energie des damaligen Schöpfungatriebes, die Macht des, wenn auch abnehmenden, Geistes der Offen- barung Hunde- knicker Geschenk darbringend — Schweineblut, Weihrauchräuchrer— Unrecht preisend! . . . Hört Gottes Wort, die ihr nach seinem Worte zittert: — £s sprechen eure Brüder, eure Hasser, die euch bannen: „Um meines Namens wiUen wird geehrt Gott!'* Doch wird gesehen Er**) bei eurer Freude, und sie yerfallen der Schande (66, 1 5). Die Stimme Gottes verkündet nun seinen Hassem Strafe, dass aber Zion — nicht 'blos den gegenwärtig in ♦) T'^inp vgl. unten. . **) n^l^V Gott wird gesehen werden, ofpdjjt auch von mehren Rrkl. ■o anigefasst; Dj^l^l ist spätere Punctationsänderung, ygl. unten. 57 ihr OrosBthaenden angehören^ sondern — ihrer Kinder TÖU sein wird. Die wahren Freunde Jerusalem's, die jetst über es trauern, mögen sich dann seiner freuen, und ein Strafgericht wird Gott halten über ,,8eine Feinde/^ Die sich heiligen und reinigen bei den Gttrt^n Hinter Einem in der Mitte*), Und doch das Fleisch des Schweines essen, Gewfirm and Maus — sie gehen allesamint zu Grande, ist Aasspnxoh Gottes (V. 17). Von allen Völkern her aber werden die Israeliten zu- sammenströmen, Und auch von ihnen nehm* ich za Priestern nnd Leviten, Aussprudi Gottes (V 21). Sie imd ihre dankbare Gottesverehrung bestehn dauernd, und in gleicher Weise unaufhörlich ist die Strafe der Sün- der. So lodert an vielen Stellen sein Zorn gegen die, welche sich als die Alleinberechtigten und Heiliggeborenen dünken, und er verkündet den demüthigen treuen Verehrern das Heil. Der gebeugte Gottesknecht, der von den stolzen Hachthabem und dem ihnen blind nachsprechenden Volke verachtet und verfolgt wird, wird besonders in der berühm- ten Stelle 52, 13 bis 53 Ende gefeiert. Sie schelten ihn einen Sünder, legen ihm, dem Verstummenden, alle Last auf, aber die Gnade Gottes wird ihn dafür belohnen: Aus seiner Seele Müh' wird froh er schauen, satt sein, Durch seine Bosheit**) macht der „Gerechte" meinen Knecht zum Heile Vielen, • ^ Und ihre Sünden duldet sühnend er! (V. 11). Diese inneren Kämpfe gegen die sorglosen Hirten, ge- gen die vornehmen Familien, das davidische Haus und die Leviten- und Priestergeschlechter, die in Jerusalem ihre Residenz hatten, die Auflehnung Juda's desshalb gegen Jerusalem, schildert auch der jüngere Zacharias. Den Hir- *) "JinS in^ IHK. wie das Khethib lautet, heisst wohl : hinter Einem, der in ihrer Mitte ist, den sie alle, als den. Angesehensten, umgeben, wohl der regierende Hohepriester. **) Ich glaube, dass iHf ^| gestanden und dieses geflissentlich , um den innem Kampf zu verdecken, geändert ward in 1211^^3. Der „Zaddik'^ fugt dem treuen Knechte Gottes herbe Leiden zu, aber gerade dadurch macht er ihn zum wahren „Zaddik" für Viele. 98 ten asfimt Gott^ aber das Haus Jada wird er zum Glänze erheben^ mit ihm auch das Haus Joseph verbinden^ die Kraft Syrien's und Aegypten's, die tyrannisch die Ober- herrschaft führen und denen die kleinen Tyrannen in Jerusa- lem sich anschliessend brechen. Ein allgemeiner Kampf wird gegen Jerusalem sich erheben: Denn sieh, ich mach* Jernsalem znm Taomelbecken aUen Völkern ringsherniD, Auch Jiida*) ist bei der Belagerung gen Jerusalem (12, 2). Jedoch die übrigen Völker werden betäubt werden, die Fürsten Juda's werden wieder Klraft finden in Gott, in- dem sie sich zu ihm bekehren, und nicht mehr werden die feindlichen Lehnsherren, sondern Sitzen wird Jerusalem noch an ihrer Stelle in Jerusalem. Es rettet Gott die Zelten Juda's dann zuvor, Damit nicht sich der Ruhm erhebe des David^schen Hauses Der Ruhm dess, der Jemialem bewohnet, über Juda. Dann erst schätzt Gott auch den, der in Jerusalem wohnt, Der Strauchelnde unter ihnen gleicht dann Dayid, Und David's Haus gleich einem Gott, gleich Gottes Engel ihnen roran. • • • Ich giejise liber David's Haus den Geist der Gnade and der Milde, Sie schauen hin auf ihn**), den sie durchbohrt, Und klagen um ihn wie um einen Einzigen Und weinen bitterlich um ihn wie um den Erstgebornen. • • • Es klagt das Land, je nach Familien abgesondert. Die Familie des Daridhauses für sich, dieFrau'n für sich, Die Familie des Nathanhauses für sich, die Frau'n für sich. Die Familie dos Levihauses für sich, die Frau'n für sich, *) Das b:^ vor miH*» ist gleichfalls eine Correctur, um diesen Zwie- spalt zwischen Juda und Jerusalem zu verdecken; der Chald. ignorirt es auch und gesteht hier wie 14, 14, wo es heisst: Dr6n nil.T D31 D^ÜITS. den Kampf Juda*s wider Jerusalem ein, nur dass er ihn als durch die Völker erzwungen darstellt : ID «-»ttttr l'liin'^'^ mVT T^T\ ^«1 7*0*»^^. Dann mösste es auch HNIH statt ^^'^^ heissen, wie mehre Mspte. nnd Ausg. bei Norzi, Kennicot und de Rossi lesen. **) "^""^^ oder ^^.K- "bV^ ist wieder vefhtiUende Correctur. Auf wen rieh diese Angaben speciell beziehen, können* wir freilich nicht mehr be- stimmen; im Allgemeinen ist von den Mordthaten die Rede, welche die Gh^ssen verübt haben. Diese Unthat aber bereuen sie selbst, indem sie sich aufrichtig bekehren. Dh Familie des 8imei fiir sieb, die Frfta*n fUr sich *), Ja» alle Faaulien, die da bleiben, jede für sich, die Frau'n für oicli. So wird en jenem Tag ein Quell geöffiiet sein, Dem Daridhaos und den Bewohnern Jerosalem^s Zur Bflhne and rar Reinigung (12, 6—13, 1). Aa<^ der Oötzendienst und die falsche Prophetie wird «chwinden. Und wiederum beginnt der Seher mit 13, 7 seinen prophetischen Feldzug gegen den Hirten, gegen ihn, der sich „den Gefährten Gottes" dünkt, und wiederum wird der Stampf geschildert, den die Völker und mit ihnen Jud» (14, 14) gegen Jerusalem unternehmen; jedoch endet er mit dem Sturz der Völker und der allgemeinen Gottesverehrung, die in dem wiedergeläuterten Jerusalem Alle vereinigt. In nüchterner, trüber Weise zeichnet uns der grübelnde Koheleth seine Furcht vor den Machthabem und ihre Un- gerechtigkeit „An der Stätte des Rechts, da ist die Bos- heit, und an der Stätte der „Gerechtigkeit," da ist die Bosheit" (3, 16). „Wenn Druck des Armen und Raub de» Rechts und der „Gerechtigkeit" du siehst in der Stadt**), so wundre dich nicht über das Ding, denn ein Hoher über Hohem hütet und Hohe hüten über ihnen" (und kümmern sich nicht um den Annen) (5, 7). „Ich (rathe) : Den Befehl des Königs achte, und auf das Wort, den Gottesschwur***). Dränge dich nicht vorf) (zu ihm hinan), gehe weg von r-p-M-r^ ^^ 11 ■ ^ „,.1 . « *) Wir haben hier die Aufzählung der Tornehmen herrschenden Fa- BiiBen, wenn sie uns auch bei unserer Unkenntniss der Zeit nicht ein klaret BiM liefern. Das Haus David im engeren Sinne sind wohl die directen Naehkommen Bembabers, wKhread die Familie Simei's Ton des- sen Bruder, Simei (1. Chr. S, 19) abstammt. Nathan ist wohl der Zado- kite Jonathan, Vater des Jaddua (Neh. 12, 11) und des bei den Sama- ritanern Oberpriester gewordenen Manasse, und diesem Hause schliesaen sieh die fibrigen Leviten an. ♦♦) Vrgl. Jes. 68, 8: Hpb ttCüÄÄI l^Vli, ***) üeber maT vgl, oben 8 29 *»*. Der Befehl des Königs, ist der Silin, ist gleich einem Sehwure Gottes, der gewiss ausgeführt wird. t) b;^^; sieh drängen wie Zef. 1, 18. Spr. 28, 22. und b^i drän- gen, beeilen in Koh. 5, 1. 7, 9. auch Dan. 11, 44. Esth. 8, 14. dessgl. ^Vl>? das. 6, 14 und 2. Chr. 26, 20. So, getrennt von Vjf^p, nehmen es auch 70 und Syr. Der Sinn: Den Befehl des Königs muss man tOM- führen, kann ihm nioht entgegenwirken, sich ihm nicht entsiehen, aber desshalb soll man skh von ihm fem halten. 60 seinem Antlitz, bleib' nicht stehen bei schlimmem Befehl^ denn Alles, was er begehrt, thut er, weil Befehl des Königs Macht (spruch) ist, und wer will ihm sagen: „Was thast Du?" (8, 2—4). „Wenn der Sinn des Herrschers Äuf dich fällt (er dein gedenkt, dich begehrt) *), so lass nicht deinen Ort, denn Zurückhaltung macht grosse Sünden unterlassen. Ich hab' manch Uebel unter der Sonne gesehn, das war ein Fehl, das ausging vom Machthaber; die Thorheit ist gesetzt in -grosse Höhen, und Reiche sitzen in der Niedrig- keit, ich sah Knechte auf Rossen und Fürsten einhergehn wie Knechte auf der Erde" (10, 4 — 7). „Auch in deinem innersten Oeraache**) fluche nicht einem Könige, und in deinen Schlafgemächem fluche nicht dem Reichen, denn der Vogel des Himmels führt weiter die Stimme, und der Geflügelte verkündet das Wort (V. 20). Dieser ängstlichen, misstrauischen, überall Gewaltthat witternden Gesinnung, wie sie nothwendig aus den Verhält- nissen hervorging, entspricht auch die in diesem Buche überhaupt herrschende Gedrücktheit, wo der bessere, gläu- bige und auf den Sieg des Guten vertrauende Sinn mühsam mit der Verzweiflung, mit der Ueberzeugung von der Plan- losigkeit in der Welt ringt Das Resultat ist ihm: was wir sehn, ist freilich verkehrt und eitel, ein ewiges vergebliches Abmühen ; aber — wir wissen nichts, und so fügen wir uns in der Furcht Gottes. Es ist ganz derselbe Ruf^ der uns durch die thalm. Tradition von einem sonst unbekannten Zeitgenossen, Antigenes aus Socho aufbewahrt worden (Aboth I, 3): Seid nicht wie Knechte, die dem Herrn dienen um Lohn zu empfangen, sondern wie Knechte, die auch ohne alle***) Absicht auf Lohn dem Herrn dienen, und es sei *) ^$ ^\^B 'tjt üy^> der Sinn des . . . steigt nof 2U Jemandem d. h. sieh deiner erinnert, sich um dich bekfimmert, wie ^p?^ T)^^^ Dan. 2, 29. und in ähnlicher Weise oft bei Jerem., Ezech. und ü. Jes. **) ^n^ scheint ,,Studirsimmer" eu bedeuten; so Th. Ps. 68, 18: ***) Mehr sagt auch die offenbar ältere und richtigere LJL. T)yo bv ¥h^ nicht aus, vgl. dens. Ausdruck in ders. Bed. Misdina Tebul Jörn die Farcht Gottes über euch! Auch dieser Zuruf bekundet, dass ein Lohn der Frömmigkeit unter den damaligen Zeit- umständen nicht sichtbar und nicht zu erwarten war und die einzige Beruhigung in der Gottesfurcht gefunden wurde. Und dieselbe verzagende Stimmung, die sich jedoch inniger, poetischer an Gott anschliesst, finden wir ja in vielen Psal- men (vgl. nur Ps. 39. 49. 73 und a.). Und ist es nicht dasselbe ermattende Grübeln, das endlich, in der Mangel- haftigkeit seines Wissens sich beruhigend, an Gott^ als den Vollkonmienen und Unerforschlichen, sich anschliesst, wel- ches uns auch im Buche Hiob entgegenti'itt? Bei aller grossartigen Begabung, die sich darin entfaltet, fehlt doch der Ausdruck für die frische Freudigkeit an der That, fUr das muthige, selbstgewisse Ringen mit den Hindernißsen; die Reflexion, die es -vor lauter Ueberlegen nicht zur That bringt und sich die Freude daran verdirbt, das Aufsuchen der Gründe für die Hindemisse, das Klagen über ihre Un- gerechtigkeit lähmt den Willen und ist vielmehr Zeugniss, dass die frische Willenskraft bereits gebrochen ist durch eine Zeit, die ihr edelstes Wünschen zu verwirkliehen zu ohnmächtig ist In der Kürze der Spruchweisheit schildert uns auch der Schluss des Buches der Sprüche (Cap. 30 u. 3 1 , I —9) den Charakter jener Epoche, die damals ihrem stärksten Verfalle unter Jason, Menelaos, Alkimos entgegenging,^ aber gerade dadurch eine gesunde Reaction erzeugte. Worte des Sammlers (Agur), Sohnes des Qehorsamen (Jakeh)*). Das Dichterwort. Der Spmdi des Mannes: Ich mühte mich vergeblich ab um Gott, Müht* mich yergeblich ab um Gott, wie soUt' ich es vermögen**)? f, 2. lieber das an diesen Spmch angeblich sieh anlehnende Schisma der Saddncäer wird später die Betrachtung ausführlich folgen. ^ D^H wie Tümp ein aus dem schriftstellerischen Bem/e ange- nommener Name, vgL bes. Sifre zu 5. Mos. 1, 16: D'^SH Tb)> ")^1K. An- klagen häufen. D|T^, gegenüber dem Tadel der Zeit, die den Gehorsam gegen die Eltern nicht kenne, bes. V. 17, und unten. ••) Ich folge der L. A. b^^) b» "•p'^JjJ^ b» '»n^J^J) H)^ in Kai und Nifal: resultatlos sich um eine Sache abmühen, hat im ParaUeli^mus ge- wöhnlich ^^"^,16, wie bereits einsichtsvoll Samuel b. Meir nachweist sn 06 belästigt worden zu sein; doch fehlte es nicht an Reibun- gen mit den genannten umliegenden Völkerschaften^ welche die Satrapen der Provinz häufig aufzustacheln und für sich zu gewinnen wussten. Als Judäa jedoch dem macedonischen Reiche einverleibt wurde und dann zwischen Syrien und Aegjpten in der Mitte gelegen, bald diesem bald jenem zufiel, war es der Schauplatz von Kämpfen, und die Wucht des gehässigen Griechenthums lagerte drückend auf ihm. Dazu kam die Willkürherrschaft im Innern von Seiten der aristokratischen Familien, die als kleine Tyrannen über Land und Leute schalteten. Darum umflort sich oft die gluth- und muthvoUc Rede des jungem Jesaias, und sein Zorn wendet sich dann zunächst gegen die, -welche aus den „Wassern Juda's". hervorgegangen und nach der „heiligen Stadt" sich benennen (48, I und 2), gegen die, welche im Dünkel besonderer Stanunesheiligkeit die Leute von sich fem halten mit den Worten: „bleibe bei dir, komm' mir nicht zu nahe, sonst weihe ich dich"*) (65, 5), und dennoch dem Götzendienste huldigen und am Ekelhaften sich ver- unreinigen (V. 3. 4. II). Ihnen, die auf ihren Priester- dienst im Tempel stolz sind, ruft er zu im Namen Gottes: Der Himmel ist mein Thron, die Erde Schemel meiner Füsse, Wo ist das Haus, das ihr für mich erbaut, wo meine Bohestfttte ? . . Ich schau* auf den, der arm, gebeugten (Geistes, und ob meinem Wort' erzittert. Doch Ochsenschlächter — Mannesschläger, Lammesopfrer ~ Hunde- knicker Geschenk darbringend — Schweineblut, Weihrauchräuchrer — Unrecht preisend! . . . Hört Gottes Wort, die ihr nach seinem Worte zittert: — Es sprechen eure Brüder, eure Hasser, die euch bannen: „Um meines Namens wiUen wird geehrt Gott!" Doch wird gesehen Er**) bei eurer Freude, und sie verfallen der Schande (66, 1 5). Die Stimme Gottes verkündet nun seinen Hassern Strafe, dass aber Zion — nicht 'blos den gegenwärtig in •) "p^^p vgl» unten. **) n^l^V Gott wird gesehen werden, 69^, auch von mehren Rrkl. 80 aufgefasst; Hj^^l ist spätere Punctationsttnderung, ygl. unten. ihr GhrosBthaenden angehören, sondern — ihrer Kinder ToU sein wird. Die wahren Freunde Jerusalem's, die jetat über es trauern, mögen sich dann seiner freuen, und ein Stra%ericht wird Gott halten über „seine Feinde/^ Die sich heiligen und reinigen bei den Gttrt^n Hinter Einem in der Mitte*), Und doch das Fleisch des Schweines essen, Gewfinn and Maus — sie gehen allesammt zu Grande, ist Aasspmeh Gottes (V. 17). Von allen Völkern her aber werden die Israeliten zu- sammenströmen, Und aach yon ihnen nehm' ich zu Priestern nnd Leviten, Aasspmdb Gottes (V 21). Sie imd ihre dankbare Gottesverehrung bestehn dauernd, und in gleicher Weise unaufhörlich ist die Strafe der Sün- der. So lodert an vielen Stellen sein Zorn gegen die, welche sich als die Alleinberechtigten und Heiliggeborenen dünken, und er verkündet den demüthigen treuen Verehrern das Heil. Der gebeugte Gottesknecht, der von den stolzen Hachthabem und dem ihnen blind nachsprechenden Volke verachtet und verfolgt wird, wird besonders in der berühm- ten Stelle 52, 13 bis 53 Ende gefeiert. Sie schelten ihn einen Sünder, legen ihm, dem Verstunmienden, alle Last auf, aber die Gnade Gottes wird ihn dafür belohnen: Aus seiner Seele Müh' wird froh er schauen, satt sein, Durch seine Bosheit**; macht der „Gerechte** meinen Knecht zum Heile Vielen, • ^ Und ihre Sünden doldet sahnend er! (V. 11). Diese inneren Kämpfe gegen die sorglosen Hirten, ge- gen die vornehmen Familien, das davidische Haus und die Leviten- und Priestergeschlechter, die in Jerusalem ihre Residenz hatten, die Auflehnung Juda's desshalb gegen Jerusalem, schildert auch der jüngere Zacharias. Den Hir- *) "JinS irj^ mn. wie das Khethib lautet, heisst wohl : hinter Einem, der in ihrer Mitte ist, den sie alle, als den. Angesehensten, umgeben, wohl der regierende Hohepriester. **) Ich glaube, dass 1r)^^| gestanden und dieses geflissentlich , um den Innern Kampf zu verdecken, geändert ward in IFU^^S. Der „Zaddik** fugt dem treuen Knechte Gottes herbe Leiden zu, aber gerade dadureh macht er ihn zum wahren „Zaddik** för Viele. 98 ten asfimt Gott, aber das Haus Jada wird er zum Glanae erheben, mit ihm auch das Haus Joseph verbinden, die Kraft Syrien's und Aegjpten's, die tyrannisch die Ober- herrschaft führen und denen die kleinen Tyrannen in Jerusa- lem sich anschliessen, brechen. Ein allgemeiner Kampf wird gegen Jerusalem sich erheben: Denn sieh, ich mach* Jerusalem znm Taomelbecken aUen Völkern ringshemm, Auch Jnda*) ist bei der Belagerung gen Jerusalem (12, 2). Jedoch die übrigen Völker werden betäubt werden, die Fürsten Juda's werden wieder Kraft finden in Gott, in- dem sie sich zu ihm bekehren, und nicht mehr werden die feindlichen Lehnsherren, sondern Sitzen wird Jerusalem noch an ihrer Stelle in Jerusalem. Es rettet Gott die Zelten Juda^s dann zuvor, Damit nicht sich der Ruhm erhebe des David^schen Hauses Der Ruhm dess, der Jerusalem bewohnet, über Juda. Dann erst schätzt Gott auch den, der in Jerusalem wohnt. Der Strauchelnde unter ihnen gleicht dann Darid, Und David's Haus gleich einem Gott, gleich Gottes Engel ihnen voran. • • • Ich gie!«se über David's Haus den Geist der Gnade und der Milde, Sie schauen hin auf ihn**), den sie durchbohrt, Und klagen um ihn wie um einen Einsigen Und weinen bitterlich um ihn wie um den Erstgebornen. • • • Es klagt das Land, je nach Familien abgesondert, Die Familie des Davidhauses für sich, dieFrau'n für sich, Die Familie des Nathanhauses für sich, die Frau'n fär sich, Die Familie dos Levihauses für sich, die Frau'n für sich, *) Das !?r vor m^n^ ist gleichfalls eine Correctur, um diesen Zwie- spalt zwischen Juda und Jerusalem zu verdecken; der Chald. ignorirt es auch und gesteht hier wie 14, 14, wo es heisst: Dnbn mi.T 03*) obülTIS. den Kampf Juda*s wider Jerusalem ein, nur dass er ihn als durch die Völker erzwungen darstellt : ID «-»^OttJ? ^liin'»'» mVT 1^1 ^«1 f D^iK. Dann müsste es auch n%in statt H'^H'» heissen, wie mehre Mspte. und Ausg. bei Norzi, Kennicot und de Rossi lesen. **) ^*^^ oder '»^K- ^bftt ist wieder verhüllende Correctur. Auf wen sich diese Angaben speoiell beziehen, können* wir freilich nicht mehr be- stimmen; im Allgemeinen ist von den Mordthaten die Rede, welche die Grossen verübt haben. Diese Unthat aber bereuen sie selbst, indem sie sich aufrichtig bekehren. 59 Di% Familie des Simei für sieh, die Fraa*ii fUr sich *), Ja» alle Faaiilieii, die da bleibeiit jede für sich, die Frauen für oicli. So wird an jenem Tag ein Qoell geöffiiet sein, Dem Daridhaos and den Bewohnern Jerasalem*s Znr Bflhne and rar Reinigang (12, 6—13, 1). Aach der Oötzendienst und die falsche Prophetie wird schwinden. Und wiederum beginnt der Seher mit 13; 7 seinen prophetischen Feldsug gegen den Hirten, gegen ihn, der sich „den Gefährten Gottes" dünkt, und wiederum wird der Stampf geschildert, den die Völker und mit ihnen Jud» (14, 14) gegen Jerusalem unternehmen; jedoch endet er mit dem Sturz der Völker und der allgemeinen Gottesverehrung, die in dem wiedergeläuterten Jerusalem Alle vereinigt. In nüchterner, trüber Weise zeichnet uns der grübelnde Koheleth seine Furcht vor den Machthabem und ihre Un- gerechtigkeit „An der Stätte des Rechts, da ist die Bos- heit, und an der Stätte der „Gerechtigkeit," da ist die Bosheit" (3, 16). „Wenn Druck des Armen und Raub de» Rechts und der „Gerechtigkeit" du siehst in der Stadt**), so wundre dich nicht über das Ding, denn ein Hoher über Hohem hütet und Hohe hüten über ihnen" (und kümmern sich nicht um den Annen) (5, 7). „Ich (rathe) : Den Befehl des Königs achte, und auf das Wort, den Gottesschwur***). Dränge dich nicht vorf) (zu ihm hinan), gehe weg von *) Wir haben hier die AufzÜhlang der Yornehmen herrschenden Fa- miBen, wenn sie ans aaeh bei unserer Unkenntniss der Zeit nicht ein klaret Bild liefern. Das Haas David im engeren Sinne sind wohl die directen Naehhommen Bernbabers, wfthread die Familie Simei's yon des- sen Bruder, Simei (1. Chr. S, 19) abstammt. Nathan ist wohl der Zado- kite Jonathan, Vater des Jaddaa (Neh. 12, 11) and des bei den Sama- ritanern Oberpriester gewordenen Manasse, and diesem Hause schliesaen sich die tibrigen Leviten an. *♦) Vrgl. Jes. 68, 8: npb i:CÜ?0»1 l^Vli. ***) üeber mal vgl. oben 8. 29 *•*. Der Befehl des Königs, ist der Sinn, ist gleich einem Sehware Gottes, der gewiss ausgeführt wird. t) ^^^ sieh drängen wie Zef. 1, 18. Spr. 28, 22. und boi drtta- gen, beeilen in Koh. 5, 1. 7, 9. auch Dan. 11, 44. Esth. 8, 14. dessgl. ^Vy? das. 6, 14 und 2. Chr. 26, 20. So, getrennt von l'^jfTp, nehmen es auch 70 und Syr. Der Sinn: Den Befehl des Königs muss man tOM- fHhrea, kann ihm nicht entgegenwirken, sieh ihm nicht entsiehen, aber deeshaib soll raaa skh von ihm fem halten. 60 seinem Antlitz, bleib' nicht stehen bei schlimmem Befehl, denn Alles, was er begehrt, thut er, weil Befehl des Königs Macht (sprach) ist, und wer will ihm sagen: „Was thust Du?" (8, 2 — 4). „Wenn der Sinn des Herrschers auf dich fiillt (er dein gedenkt, dich begehrt) *), so lass nicht deinen Ort, denn Zurückhaltung macht grosse Sünden unterlassen. Ich hab' manch Uebel unter der Sonne gesehn, das war ein Fehl, das ausging vom Machthaber; die Thorheit ist gesetzt in -grosse Höhen, und Reiche sitzen in der Niedrig- keit, ich sah Knechte auf Rossen und Fürsten einhergehn wie Knechte auf der Erde" (10, 4 — 7). „Auch in deinem innersten Gemache ''''^) fluche nicht einem Könige, und in deinen Schlafgemächem fluche nicht dem Reichen, denn der Vogel des Himmels fiihrt weiter die Stimme, und der Geflügelte verkündet das Wort (V. 20). Dieser ängstlichen, misstrauischen, überall Gewaltthat witternden Gesinnung, wie sie nothwendig aus den Verhält- nissen hervorging, entspricht auch die in diesem Buche überhaupt herrschende Gedrücktheit, wo der bessere, gläu- bige und auf den Sieg des Guten vertrauende Sinn mühsam mit der Verzweiflung, mit der Ueberzeugung von der Plan- losigkeit in der Welt ringt Das Resultat ist ihm: was wir sehn, ist freilich verkehrt und eitel, ein ewiges vergebliches Abmühen; aber — wir wissen nichts, und so fügen wir uns in der Furcht Gottes. Es ist ganz derselbe Rui^ der uns durch die thalm. Tradition von einem sonst unbekannten Zeitgenossen, Antigenes aus Socho aufbewahrt worden (Aboth 1, 3): Seid nicht wie Knechte, die dem Herrn dienen um Lohn zu empfangen, sondern wie Knechte, die auch ohne alle***) Absicht auf Lohn dem Herrn dienen, und es sei *) ^V *^\^^ 'D ü^\ der Sinn des . . . steigt auf zu Jemandem d. h. sich deiner erinnert, sich nm dich bekümmert, wie ^p?^ T)^^*^ Dan. 2, 29. nnd in ähnlicher Weise oft bei Jerem., Eseech. and II. Jes. **) y^ scheint „Stodirzimmer*' zn bedeuten; so Th. Ps. 68, 13: ***) Mehr sa^^ auch die offenbar lUtere nnd richtigere L.A. rW 7J^ vfXD nicht aus, vgl. dens. Ausdruck in den. Bed. Misohna Tebul Jom 61 die Furcht Qottes über euch! Auch dieser Zuruf bekundet, dass ein Lohn der Frömmigkeit unter den damaligen Zeit- umständen nicht sichtbar und nicht zu erwarten war und die einzige Beruhigung in der Gottesfurcht gefunden wurde. Und dieselbe verzagende Stimmung, die sich jedoch inniger, poetischer an Qott anschliesst, finden wir ja in vielen Psal- men (vgl. nur Ps. 39. 49. 73 und a.). Und ist es nicht dasselbe ermattende Grübeln, das endlich, in der Mangel- haftigkeit seines Wissens sich beruhigend, an Gott^ als den Vollkommenen und Unerforschlichen, sich anschliesst^ wel- ches uns auch im Buche Hiob entgegentritt? Bei aller grossartigen Begabung, die sich darin entfaltet, fehlt doch der Ausdruck für die frische Freudigkeit an der That, für das muthige, selbstgewisse Ringen mit den Hindemißsen; die Reflexion, die es -vor lauter Ueberlegen nicht zur That bringt und sich die Freude daran verdirbt, das Aufsuchen der Gründe für die Hindemisse, das Klagen über ihre Un- gerechtigkeit lähmt den Willen und ist vielmehr Zeugniss, dass die frische Willenskraf); bereits gebrochen ist durch eine Zeit, die ihr edelstes Wüxischen zu verwirkliehen zu ohnmächtig ist. In der Kürze der Spruchweisheit schildert uns auch der Schluss des Buches der Sprüche (Cap. 30 u. 31, 1—9) den Charakter jener Epoche, die damals ihrem stärksten Verfalle unter Jason, Menelaos, Alkimos entgegenging, aber gerade dadurch eine gesunde Reaction erzeugte. Worte des Sammlers (Agur), Sohnes des Okhorsamen (Jakeh)"*). Das Dichterwort. Der Sprach des Mannes: Ich mühte mich vergeblich ab um Qott, Müht* mich vergeblich ab um Gott, wie sollt' ich es vermögen**)? 1, 2. Ueber das an diesen Spmch angeblich sich anlehnende Schisma der. Saddacäer wird später die Betrachtang aasführlich folgen. *) *1UK wie TütVp ein aas dem schriftstellerischen Bernfe ange- nommener Name, vgl« bes. Sifre za 5. Mos. 1, 16 : D'ni}^ ybv ITi^, An- klagen hänfen. r\J>^^ gegenüber dem Tadel der Zeit, die den Gehorsam gegen die Eltern nicht kenne^ bes. V. 17, and nnten. *♦) Ich folge der L. A. bj^^ b» '»{T»!«^ b» '»n^J^J) T\f^ in Kai and Ni&l: resoltatlos sich am eine Sache abmühen, hat im Paralleli^mas ge- wöhnlich bb^^lf?, wie bereits einsichtsvoll Samuel b. Meir nachweist zu <2 Bin ja nuwUsend ich, kaum Mann, Und hab' nicht MenBcheneinsicht Und habe Weisheit nicht erlernt, Wie sollte Kennt niss ich der Heiligen wissen? Wer stieg gen Himmel, stieg herab, Wer sammelte den Wind in seinen Fäusten, Wer band die Wasser in Gewand, Wer richtet auf der Erde Enden, Was ist sein Name, seines Sohnes Name, weisst Dn*8? (30, 1^4). Nach diesem Bekenntnisse der eignen Unwissenheit, nach der spöttischen Frage, wer denn aber mehr wisse, folgt die resignirte Antwort, dass dem Befehle Gottes sich zu ftigen, aber Nichts hinzuzufügen sei. Die Bitten, die der Weise dann an Gott richtet, enthüllen schon die Ge- brechen der Zeit. Er will dem Luge fem bleiben, will nicht verführerischen Reichthum, nicht entsittlichende Armuth. Er schmäht die herrschende Angeberei, und da scheint er bei einem der rechten Krebsschilden der Zeit angekommen, 80 dass er nun eine haarsträubende Beschreibung der sitten- losen Zeit macht, die auch in den minder offenen Neben- einanderstellungen hervortritt. Mit schärferer Ironie und o&er spricht er sich dann in seinen letzten Worten aus, wieder vier Dinge einander gleichstellend: Drei sind es, die machen stolzen Schritt, Und yier gehn stob einher*). Der Lajisch — ein Held unter schwachem Gethier, Und weicht nicht zurück Tor Allen. Der Lenden-Sarsir oder der Bock, Und König Alkimos ihm entsprechend. 1. Mos. 19, 11. 2. Mos. 7, 18. (70: ov dwricowou) Hieb 4, ,2. (abgedr. in meinem Nito Naamanim S. y**) vgl, auch Lnzzatto zu Jes. 1, 14. Die L.A. b5Kl als raphe ist massorethish festgestellt (vgl Minchäth Schai). Das iO fehlt hier nach der Weise unseres Spruchdichters, der •8 im zweiten Gliede gerne aus dem ersten ergänzen lässt, vgl. V. 3: *) 2yr^ heisst zunächst : schmücken wie rWHH HM :itS^n) 2. K5n. 8, 80, dann: schön thun, kokettiren, stolziren, vgl. ayad'onoibg yt^, Sirach 42, 14. In diesem Sinne scheint auch Jer. 2, 83. 'pl • . . D**t9T) la stehn. •3 Aeh, sei nicht niederträchtig, wenn du dich erhebst, Ach, sinne nicht auf Arges; EUind auf den Mund! Denn Milchzusammendruck macht Geronnenes, Und Nasedrücken bringet Blut heraus, Und Zomerpressen erzeuget Streit*). (V. 29-31.) Eine ätzende Persiflage auf die Zeit und den durch Lbt und niederträchtige Gewaltthat eine Zeit lang während der Syrerkämpfe zur Herrschaft gelangten Alkimos^ der keck keine Büberei scheute und die Schwachen bedrängte, ohne wahren Mannesmuth zu besitzen. Der ^^Lajisch/' seiner Etymologie nach, der Kneter und Zertreter, ein grausame» wildes Thier, doch nur ein Held unter schwächeren Thieren, da ist er stolz, blutdürstig und scheuet Nichts. Der „Len- den-Sarsir," ein Spiessgeselle des Raben (Bar. Baba kamma 92 b, ChuUin 65 a), der seinen Muth an Leichen bekundet, der geile und freche Bock, und ihm entsprechend „König Alkimos"! Der Titel König, dessen sich nach Innen alle die kleinen Machthaber bedienten, wenn sie ihn auch gegenüber den Lehensherren nicht fuhren durften, wird hier mit Ironie besonders hervorgehoben. Dass gerade der Hohepriester Alkimos und kein sonstiger Name aus jener Periode in den Ueberresten der damaligen Literatur erwähnt ist, mag uns nicht wundem; er ist auch der Einzige, welcher sich in der Erinnerung der späteren thalm. Tra- dition erhalten hat Während in ihr keine Spur ist von irgend einem, dem Johann Hyrkan vorangehenden Hasmo- näer, nur das hasmonäische Haus (^'M^l^srn n*'^) ganz allge- mein, ohne Bezeichnung eines Einzelnen, noch weniger irgend einer der früher an der Spitze Stehenden, nament- lich der Griechenfreunde, mit Namen genannt wird, so ist in eigenthümlicher Weise Alkimos nicht vergessen, und ist ihm nicht blos die Ehre der Erwähnung geworden, sondern er wird auch als ein zuletzt in Busse zum Heile Zurück- '*') 0^ ond Ü^) in V. 30 ist abmahnend mit hinzugedachter voraus- gehender Schwurfonnel. Denke nichts Arges, und denkst Du's, nun, so sprich es jedenfiühi nicht aasl Dadurch, dass du den Zorn reizest, er- zeugst da nothwendig Hader. 64 gekehrter betrachtet. Jakum nämlich aus Zeredoth o. Zero- roth, wird erzählt, war Schwestersohn des Jose b. Joeser aus Zeredah, dieser das Haupt der Frommen, jener das Haupt derer, die den griechischen Syrern anhingen. Jakum ritt einst am Sabbathe vor Jose vorüber, vor ihm her ging ein Marterinstrument*). Spöttisch sagte Jakum zu Jose: Sieh das Ross, das mein Herr mich reiten lässt, und sieh das, das dir bestimmt ist! — ,,Nun, wenn dies denen wird, die Gott erzürnen, um wie viel mehr wird denen werden, die seinen Willen erfüllen !" — Wer hat denn mehr Gottes Willen erfüllt als du? — ^Nun, wenn so geschieht denen, die seinen Willen erfüllen, wie viel mehr denen, die ihn erzürnen !^^ Das frass wie Schlangengift in Jakum, und er entleibte sich, indem er selbst an sich alle gerichtlichen Strafen vollzog. Jose aber sah dessen Bahre in der Luft schweben und sprach: der ist mir zuvorgekommen ins Pa- radies!^' Diese Erzählung theilt der Midr. Bereschith rabba (c. 65) und ihm nach Jalkut (I § 115) und Midrasch The- hillim (zu Ps. II) mit, und es ist schon längst anerkannt, dass Jakum o. Jojakim, wie ihn Midr. Theh. nennt, dieselbe Person ist mit Alkimos, auch Jakimos, den das zweite Buch der Makkabäer und Josephus sehr wohl kennen und dar- stellen. Er auch scheint es zu sein, "von dem an einer anderen Stelle (bab. Baba batra 133 b) eine andere Ge- schichte sich findet, nur dass dort sein Name nicht genannt und sein verwandtschaftliches Verhältniss zu Josef (dem volleren Namen liir Jose) ben Joeser als noch enger dar- gestellt wird. Dieser, heisst es nämlich dort, hatte einen ungerathenen Sohn; um ihm nun sein Vermögen nicht zu- zuwenden, weihte Josef eine Säule von Denaren dem Tem- pel. Der Sohn aber kaufte einst seiner Frau einen Fisch and fand darin eine grosse Perle; er wollte sie dem Tem- *) Das mögen die dunkeln Worte Kb^tSlJttb KH^")© C«. ?T»ttp) "»ttip bW bedeuten; Kb^tdlttt wohl ^ futatii. Peitsche» Geissei. Andere: es ging ▼er ihm ein Balken, an dem (Jose) gehängt werden sollte. Midr. Tbehillim: K'^^'^mV p*^^1 KD^Td imj>b ^^K, blos das Unverstandene nach •einer An£fassnng umschreibend. I|)el TerkAofen, der Suhatzmeieter schätzte sie auf dreiaelm luien Denare an Wertb, beoierkte aber, es seien nur sieben im Tempel vorräthig, worauf Joaef'a Sohn die sieben sich ' geben Hess und den Betrag der sechs übrigen dem Tempel . Bcheokte. Daher die Bezeichnung ; Joseph ben Joeser brachte eine dein Tempel, sein Sohn sechs. Dass Alkimos , im Andenken der tbalmudischen Nachwelt verblieb, ver- dankt er oben seiner engen Beziehung zu Jose ben Joeser. Dieser, „ein Frommer in dem Priesterstande" (n:i,"i:3C TOn), wie ihn Mischn. Chagigah 2, 7 nennt, ist der Anfangspunkt der thahn. Tradition (Mischn. Chagigah 2, 2. Edujoth 8, 4. Abotk I, 4), seine und seines Zeitgenossen Jüsef b. Jüchanan (vgl. Abüth a. a. O. und M. 5) Bedeutung ist daher in der Erionernng der späteren Zeit geblieben, die derselben je nach ihrer Auffassung der Vorzeit einen mannichfach ge- «tftlteten Ausdruck verliehen, sich am Reinsten aber in fol- gendem Ausspruche der Baraitha erhalten hat: „An allen (Lehrer- oder Richter-) Paaren, die von Moses' Tode an erstanden, bis Jose b. Joeser aus Zereda und Josef b. Jochanan, der Jerusolemite, erstanden, ist ein Makel anzu- bringen," sie zuerst sind die Tadellosen *). Es darf nun nicht auffallen, wenn der Sohn oder Neffe eines so hervor- ragenden und einflussreichen Mannes, der gerade in gegne- rischer Weise einen so traurigen Ruf erlangte, gleichfalls in der Zeit selbst besondere, wenn auch schmerzliche Auf- merksamkeit erregte und in der Erinnerung nicht erlosch. Sie kennt ihn eben blos in Verbindung mit seinem Vater oder Oheim Jose und hat, in Verehrung für diesen, als dichtende Sage, auch sein Bild ausgeschmückt und den trotzigen Verächter vaterländischer Sitte zu einem am Ende Beines Lebens in Busse Umkelu-enden, den Vergeuder der Tempelschätze zu einem dieselben Bereichernden gemacht, Während sich doch aus diesen Sagen heraus der wahre Kern •) j. Sotah 9, 9 (10): "Dv 11»*!!? ^s't TWü Msipis nts»» niaiin ^3 ■en p3 y\'b isd'h b^^hhi* ick ynr p «tovi rnvt r« it»i' p- treur ■" le stelle und die Varifttionon, io denen »!• »OMt vorkomint, •owle aber die riUll vgl noch weiter unten. M sero Text nicht eingednmgen sind. Melir Eingang fimden dieselben, wenn sie sioli auf das Volk der Chald&er beso- gen, obgleich auch hier der Text der 70 weiter geht Die Anffordening des Gedaliah, man möge sich nicht förchten, den Chaldäern zu dienen (D'iv^l*!^:^») Jer. 40, 9 wird in der Parallelstelle 2.. Kön. 25, 24 seltsam yerwanddt in den Satz, man solle sich nicht furchten vor den Knechten nJ^) der Chaldäer, die 70 setzen in Jerem. dafür tot dem Antlitze C^^j and nQo^nov^))^ wie der Syrer aach in Kdn. einfach hat p, die 70 hingegen corrigiren in Kdn« gleiefafSEdls, ohne einen yerständigen Sinn anszudrOcken: "^tSSBy nifodo^**). Alle diese Correctoren zeigen nur be- stimmter auf den ursprünglichen Text ^^^^^ an beiden Stel- len und beweisen nur den Versuch, das Beschämende einer solchen Erniedrigung zu verwischen. Wenn Jer. selbst sagt ^, 12): Bringet eure Hälse in das Joch des Kö- liigs Ton Babel OMTtebj?3) und dienet ihm und sei- nem Volke und lebet O^nn^^)). se schrumpft Dies bei den 70 zusammen in die Worte: Bringet eure EÜdse and dient dem König von BabeL V. 17 fehlt auch bei uns ^^\ and die 70 lassen die Wiederholung ganz weg. — Als eingedrungen sind auch die Zusätze zu betrachten, welche das Reich Nebukh.'s als nur für kurze Zrit dauernd dar- Btdlen. So klingt die Unterbrechung von 25, 11 — 14 sehr •eltsam in Mitten von Verkündigungen der Unterwerfong aller Völker unter Nebukhadneear, die Berufung auf ,^eses Buch, welches Jeremias gegen alle Völker (70: ElamI) prophezeit,^' prägt ihr geradezu den Charakter einer spätem Bearbeitung auf, u. V. 14 fehlt auch noch b^ den 70. Die Hinweisung, dass dessen Reich sich blos auf den Ei^el ÜMrterben, dann aber anderen grossen Völkern und Königm unterthan werden wird, scheint wieder als Milderung in die Mitte des von der Unterwerfung unter seine Macht handeln- den Cap. 27 mit V. 7 eingeschoben zu sein, während die *) Das darauffolgende %mv nuidmp ist ofieohir späterer ZnsatKi d^r auch in der syr. Hex. fehlt. **) lieber solche abeiehtliohe Verweohselsagen vom H^ «nd ^2^ ▼gl. S. 96 iu nnd weiter imtea. ' 99 70 diesea Zusatz nicht aufgonomnien haben, — Ebenso ver- hält es sich mit das. 29, 10—14. In der Mitte der ÄuÖ'or- derung, nach Babylon auszuwandern, dort auszuharren, der Bedrohung der davon abmahnenden Propheten wie derer, welche sieh nicht zur Auswanderung entschUesaen wollen, fast in Mitten des Satzes, der vor dem Vertrauen auf die iQgenhafl ermuthigenden Propheten w&mt, kommt die Ver- heisBung, daas dieser Aufenthalt blos 7(1 Jahre dauern werde (llhnlich mit 25, 12 und 27, 7). Die .Sache scheint sich so un verhalten. Auf V. 10 folgte ursprünglich V. 16 — 2 Mlbstständigcre, ja oft willkürliche gewesen, und die spätere ■ffiorgfalt ist gerade als eine heilsame Reaction gegen dieses Kl^ange fortgesetzte Verfahren der eigenmächtigen Textes- ■ tgestaltung aufgetreten. Neben Äbschrifton, welche wohl von I '^früherher erhalten und andern, welche nach diesen abge- I '«cbrieben und vielleicht im Tempel (mirn "lEBl aufbewahrt I mirden, waren die gewöhnlichen cursirenden Exemplare K licherlich sehr willkürlich behandelt und sachlich ^nelfaoh I tloit Zusätzen versehn, überarbeitet und sprachlich verwU- I •) Dm ^tn»' n"2 B,-|'> 1K31 in V. 1 iat sicher such eins Corroctur; ich m Temntbe, dsns lä?1 gestaaden. Offenbar enthalt such uDsere Fnnctation B In V. 3 eine Aecdenuig gegen den Zusammenliang nnd die alten Ueben. B D« Prophet achildort vorher (6, 18 ff.) seino Zcitgenosaen als Verehrer U -Ser Oottestage and FeatversammluageD (dos Sabbaths und des Neumonda m ii, ü), aber er verdamml sie wegen des heidniacbvn Opfergeprängea, mit m ita sie dieselben feiern, und in diesem Sinne sogt er hier V. 3: I van ri^-^l ]•^^r:^^^, nnd ihr bringt ala Opfer dar (vgl, 6, 2b) am Sabbaths I Gewftltthat. So, r^$, lesen alle idten Uebera., und anch das n^SS r 1UnS]3 des Chald. nmachreibt blos; imsre Functation jedoch verwischt •■ gana, Indem sie die Zuaanunenstellnng von Sabbath und Oewaltthat Mheat. DB ^rt; &iir der geringere Tfaeil dieser Cormptelen drang tiefer em und erhielt aich trofas apäter scharf geübter Kritik^ aber j^enfalls tfeigen sich davon in tinserm Texte noch genü- gende Spip*eny und för die damaligen Abschriften legen die 70 nnd der Samaritancr ein yollwichtiges Zengniss ab. Penn derText^ wielchen jene nach ihrer Uebersetzung yer- pathen lassen und den dieser in seiner Becension des Pen- tateach ans bietet, ist bei jenen keineswegs ein ägjrptischer oder ^exandrinischer, bei diesem — mit verhältnissmässig yrangenf die samaritanischen heiligen Stätten betreffenden Ananahmen — nicht ein samaritaniacher Text So lange man sich in dem Wahne befand, dieser abweichende Text 901 ein richtigerer, die Aegypter hätten einen alten Bibel- tmt, wie flfie ihn etwa beim ersten Exile mitgenommen, fest- gdialten, und ebenso hätten die Samaritaner den Pentateuch ans der Hand der zehn Stämme überkommen und bewahrt, Ifährend die judäischen Palästinenser denselben umgestaltet: da verband sich allerdings mit diesen Worten noch ein Sinn« Nun aber hat man erkannt, dass jene von der un- arigen abweichenden Recensionen im Ganzen und Grossen fchlechter und nachlässiger sind, es wird immer klarer, dass Hgyptische Juden und Samaritaner, und zwar letztere trotz ihrer gehässigen Sectenstellung, in der engsten Verbindung mit and religiöser Abhängigkeit von den palästinensischen Juden gestanden* Auch unsere bisherigen . Untersuchungen be- weisen schon, dass gerade da wo man berechtigt ist, Um- gastaltung und Zusatz aus unserer zadokitisohen Periode, also aus der Zeit wo schon die ägyptischen Juden räumlioh, die Samaritaner geistig getrennt waren, zu vermuthen, diese Itecensionen durchschnittlich keine Abweichung bieten, nur etwa in den Propheten die Ueberarbeitung nicht in allen {Ixemplaren gleichmässig durchgedrungen war, aber doch überall sich scharf ausprägt Man wird femer schon mit Recht annehmen, dass die Pfleger sowohl des samaritanischen Cfarisim-Tempels als auch die des ägyptischen Oniastempels, durch zadokitische Familienbande und -Interessen 9iit denen ^s jerusalemischen Tempels yerbunden, soweit ea verträg- lich war, Uebereinstinunung unter sich bewahrten^ dfM0 09 damals keineswegs eine wachsaiue Ki'itik thätig war, um den Text dos heiligen Buches, insoweit nicht handgreifliche dogmatische Absicht zu Grunde lag, in Veraciiiedenb«it von einander zu erhalten; maii nahm sicher gegenseitig von eia- ander an, und wenn auch der Samaritaner damals und spä- t&t an Nachlässigkeit der Bohandlung uud, verfährt durch seinen Diftlckt, an orthographischer und grammatischer Ab- oonniUt die Judäische Willkür übertraf, und ebenso der Aegypter, verleitet durch geringere äprachkenntniss, den- selben mehr verunstaltet; so bleibt doch die allgemeine lieber ein Stimmung von vorn herein sicher, und waren die Veranlassungen zu Abweichungen unter einander nicht so weitgreifeud, dass eine solche mächtige Differenz entstehen konnte, wie sie zwischen diesen Recensionen und unserem heutigen Text obwaltet. Und mehr noch als diese Differenz beweist die wesentliche Uebereinstiminung zwischen dem an- geblich üg^'ptischen und dem angeblich samarltanischen Texte. Die frühere Richtung, welche unsere gegenwärtige Recension der der 70 uud des Samaritaners nachstellte, er- klärte diese Uebereinstimmung einfach damit, dass sie die von der unsrigen abweichende Rccensiou als die ursprüng- liche hielt, die sich daher bei diesen beiden alten Zeugen im Ganzen gleichmässig finden müsse. Hat man sich nun aber von der Irrigkeit dieser Ansicht überzeugt, unsem Text im Allgemeinen für den richtigeren erkannt und bleibt zur Erklärung der meisten Abweichungen blos die locale, individuelle, an Secteneifer genährte, durch Unwissenheit erwachsene Willkür der Alexandriner und Samaritaner Sbrig: wie konnte bei dieser gänzlichen Getrenntheit der Aegypter und Samaritaner, die gerade in den palästinen- Bischen Judäem ihre Vermittelung fanden, zwischen jenen Ueberein Stimmung berrschea, während das vermittelnde Glied sich scharf sonderte? Die Lösung dieses Rätbsels liegt einfach darin, dass zu jener Zeit der Bibeltcxt über- haupt, also auch in den cursirendon palästinensiach-Jüdischea Exemplaren, sehr abweichend lautete von dem unsrigen; nun besitzen wir zwar meistens den richtigeren und sprüngUchen Text, allein zur Zeit ala die Einen übersetzten a ur- _ etzten ■ fOO und die Andern ihren Text sich feststellten, war derselbe in der Umgestaltang verbreitet, und erst später fingen die palästinensischen Juden an, durch sorgfältigere Kritik ihren Text seiner ursprünglichen Beschaffenheit conformer zu machen. Dieses Unternehmen gehört einer späteren Zeit an, und darum kann auch die ganze Frage in ihrem Zu- sammenhange, nach ihrem yoUen Detail und den historischen Zeugnissen erst dann gelöst werden, wenn uns auch diese späteren Zeiten ihren inneren Anschauungen nach klar ge- worden sind; was bis jetzt wahrscheinliche Voraussetzung ist, wird dann bezeugte historische Thatsache werden. 100 Zweites Buch. Geschichte der Bibel' Von den Makkabäern bis zor hadrianischen Zeit (140 ▼. bis c 160 n. Chr.). Erster Ahnkehnltt. Saddacäer und Pharisäer. Mit dem tapfem Aufstände und Kampfe einer streng nationalen Partei unter dem Priester Matthatias und seinen Söhnen gestalteten sich die gesellschaftlichen Classen unter den Juden um. Die Zadokiten waren nun nicht mehr die herrschenden Familien; an ihre Stelle traten die Hasmonäer (o. Makkabäer) und später Herodes mit seiner Familie. Allein wenn auch hiemit die Zadokiten den Herrscherthron verlassen mussten^ so blieben sie als hohepriesterliche Far milie doch noch immer der KArn des Volkes, welches seine religiös-nationale Eigenthümlichkeit in Anschluss an Tempel und Priesterthum erblickte. Wohl nahm Simon der HasmcH näer neben dem Fürstentitel auch Würde und Titel des Hohenpriesters an, und seine Nachfolger folgten ihm auch meistens hierin; wohl erhob auch Herodes, nachdem er die Bande, welche ihn mit den Hasmonäem yerknüpft, gewalt- sam gelöst hatte, Priester, mit denen er sich verschwägerte, zur Würde des Hohenpriesterthums, um die beiden grossen Volksgewalten möglichst in 6einer Hand zu vereinigen. Allein dieses höchste religiös-nationale Institut war einmal seit dem Beginne des neuen Staatslebens in der Familie der Zadokiten erblich gewesen , hatte sich mit ihr identi- ficirty und mochten aa6h manche Träger des Hohenpriester- 102 thums aus dieser Familie sich desselben unwürdig gezeigt haben, so wurde dennoch deshalb der ihr aufgeprägte Stem- pel der Heiligkeit in den Augen des Volkes nicht verlöscht, und gerade die eifrige nationale Partei, mochte sie auch mit den Personen nicht zufrieden sein, musste sich dennoch an sie, als die natürliehen Vertreter ihres Heiligthums, wenn auch mit widerwilligem Herzen, anklammem. Einzelnen Hasmonäem, die ja doch auch Priester waren, sah man es wegen ihrer persönlichen Verdienste oder wegen ihres reli- giösen Eifers nach, wenn sie die hohepriesterliche Würde bekleideten; aber mit eifersüchtigem Auge wurden sie be- wacht, und der geringste Makel an ihnen, ein Nachlassen der religiösen Strenge liess sie alsbald als gewaltsame Ein- dringlinge erscheinen. Daher blieben die Zadokiten oder Sadducäer — - wie sie aramäisch und griechisch hiessen — - immer weiter die wirklichen oder stellvertretenden hohen- priesterlichen Functionäre, sie waren die alten hobenpriester- liehen, adeligen G^chleohter; sie bildeten die priestef liebe Aristokratie, in deren Händen sich Macht und Aemter be- fanden, und ihnen schloss sich eben die alte mnd neue Aristokratie, Priester und die edlen judäiscfaen GescUediter^ besonders die mit ihnen verschwägerten, an. Die Zadokiten hatten somit aufgehört, die Regenten 2u sein, sie waren nicht mehr die Malkhizedek, „die Könige der Gerechtigkeit,^ sieht mehr die Zaddikim, „dft Gtirechteii,^ sie standen nielit mehr über dem Volke; die Sadducäer, in welchen dUe Za- dokiten den Kern bildeten, waren nun eine Partei im VoBbey eine arbgeschlossene aristokratische, welche in ihrer Excku* sivität den Zudrang der Masse von sich abwehrte, aber 4deh als adlige, durch Alter des Gkschlecbfts, dnreh Priester- heüigkeit oder durch neu erworbenes Ansedm den bedeutend- sten Einfluss hatte, eine kleine aber mächtige Partei. Eine Abart von ihnen oder vielmehr eine sich ihnen anrankende Schlingpflanze sind die Boöthusen, welche, dem neuen berodäisohen Priesteradel, der FamiUe des zum Hohenpriester erhobenen Schwiegervaters des Herodes aagehörend, mit der ganzen Bücksichtslosigkeit und der Volksveraehtung; welche die Herodianer charaktsrisirt^ adibnten« Ihnen gegenüber stand die nationale Partei als diö derbokrfttüch« ; sie war ebensowotil dem Hochtsutlie gram, der diese Aristo- kratie beseelte, wie sie der laxen Vertretung der oatiomtlen Sache durch diese sich an die Herrscher des In- und Aua- Itmdes anschmiegenden vornehmen Familien grollte, und dennoch miisste sie sich ihnen, und namentlich den Priestern und dem hohenprie»terlicheu Oeschlechte unter ihnen, als den erblichen Dienern des Heüigthums, als dem Mittel- paakte des nationalen Lebens, anschliessen. Eine zwie- spältige Stellung, die widerspruchsvoll an ilmen nagte, zu beständigen Reibungen gegea einander und in sich selbst führen musste. Die nationale Partei wurde schon früher als diejenige bezeichnet, welche sich von den Völkern der Länder und deren Unreinheit „absonderte" C^na: ) ; dieses Cbarakterseichen wurde nun mit dem entsprechenden ara- mäischen Worte der Name der Partei, Sie hiessen nun O-^TP *)^ Peruschim (aram. Form: Perischin), Pharisäer. Nor eine kurze Zeit, während der Heiligkeit des Kampfes mit den griechischen Syrern nach Aussen und deren Freun- den nach Innen, scheint sie den Namen „Chassidim, Asidäer," Fromme, angenommen zu haben; mit diesem Namen be- zeichnen sie die Bücher der Makkabäer (I, 7, l3. n 14, 6), und man will sie in den C'TCp raehrer Psalmen, welche man dieser Periode zuertheilt, wiederfinden. Bald jedoch kehrten sie zu ihrem ursprünglichen Namen zurück und hielten denselben fest, während die Chassidim, wie es scheint , sich in die asketischen Essüer umgestalteten. Prineipiell konnte die Differenz zwischen ihnen und den Sftdducäern nicht bedeutend sein. Die Stammesreinheit, also die Nichtvermiechung mit fremden Völkern, lag der Aristo- kratie in noch höherem Grade am Herzen, Festtage, Tem- peldienat, Priester- und Levitenabgaben hielten die Saddu- cSer, als ihre Würde sichernd, mindestens ebenso hoch wie die Pharisäer, Allein wo das religiöse Leben den ganzen Staatsorganismus durchdringt, die religifise Nationalität je- doch von gewissen Familien erblich vertreten wird, ■} ChM. aad vji. Heben, von 'n^ int V^Xir». d 104 Aothwendig im Laufe der Zeit zwischen den Gteschlechterny welche die religiös-nationalen Interessen in sich verkörpert glaaben, und dem eifrigen Theile des Volkes, welcher gerne diesen Geschlechtern sich anschliesst, aber doch nor inso- weit sie Träger des von ihm verehrten volksthümlichen Ge- dankens sind, ein Unterschied hervortreten; bei jenen tritt die geheiligte Persönlichkeit der Geschlechter in den Vor- dergrmidy das Familieninteresse steht ebenso hoch wie die Sache, die angeborene Standes- und Amteswürde erzeugt eine natürliche Strenge, während das Volk die Scheu vor den geheiligten Institutionen religiös bewahrt und nur inso- weit auch die Träger ehrt, als sie sich mit ihnen zu iden- tificiren wissen, die Heiligkeit ihrer Person tritt in den Hintergrund, ihre Familienansprüche finden Widerspruch, ihrem eigenmächtigen amtlichen Verfahren sucht man Schran- ken zu setzen. Nach und nach gehen die religiösem Hoff- nungen und Anforderungen noch weiter auseinander. Die Priester-Aristokratie fühlt sich befriedigt in ihrer Macht und will blos die gegebenen Einrichtungen bewahren, selbst den zu grossen Eifer des Volkes mit Argwohn betrachtend; dieses hingegen ist von um*uhiger Sehnsucht erfüllt, will die Idee immer weiter ausarbeiten und sie als eine leben- dige Kraft sich fortentwickeln lassen^ Sie sind, um eine Analogie aus neuerer Zeit anzuwenden, die Independenten, die Puritaner gegenüber den Episcopalen, Dies ist das Bild der Sadducäer und Pharisäer, wie wir es uns aus Be- richten, die theils trümmerhaft, theils einer spätem Auffas- sung angepasst sind, zusammenstellen können. Die Entstehung der zwei Parteien mit ihrem asketischen Anhange der Essäer war bereits am Ende des zweiten Tempels ziemlich unklar geworden. Josephus weiss weiter ISßchts davon zu sagen, als dass sie bereits „aus sehr alter ZeW^ seien (Alterth. XVm, 1, 2); etwas mehr und in Be- treff des Namens der Sadducäer das Richtige, wenn auch in seiner unkritischen Weise, giebt uns Epiphanius (contra hatres. I, 1, 14): „Sie nennen sich selbst, sagt er, Saddu- cäer, indem dieser Beiname von „Gerechtigkeit^^ abgeleitet ist; „Sedek^^ nämlich bedeutet Gerechtigkeit Auch war 105 einst ein Priester, Namens Saduk." Der Thalmud schweigt ganz über die Zeit und die Art ihier Entstehung, nur das3 er der Einzige ist, der uns überhaupt mit Existenz nnd Namen der Boöthusen bekannt macht. Nur ein später Kachwachs der midraschischen Literatur, der, wie dteBes ganze spate ächriftthum, uns manche alte Sage, freilich in eigenthümlicher Küancirung, erhalten hat, die Aboth dea Nathan, giebt ihre Entstehung an. Zu dem Spruche des Anttgonos aus ^uuho nämlich, welcher darauf dringt, Qott au dienen ohne Absicht auf einen Lohn *), fügt dieae Agga. dah (c. 5) hinzu: Antigonos hatte zwei Schüler, diese lehr- ten den Spruch weiter, und so ging er von Schülern zu Schülern. Endlich fingen diese an, genauer darauf einzu- gehen, und sie sprachen: zu welchem Zwecke lehrten Dies unsere Vorfahren? sollte etwa der Arbeiter, der den Tag hindurch sein Werk venichtet, des Abends nicht seinen Lohn empfangen? Wahrlich, hätten unsere Vorfahren ge- nasBt, dass es eine aridere Welt gebe, dass die Todten auferstehn, wurden sie nicht aUo gelehrt haben. Alsbald trennten sie sich von der Thorah, und so entstanden zwei Sekten, Sadducfier und Boöthusen, jene nach Zadok, diese nach Boöthus genannt. Sie bedienten sich silberner und goldener Geräthe, nicht etwa, weil sie stolz waren, sondern indem die Sadducäer sagten : Die Pharisäer haben selbst die üeb erlief erung, dass sie sich auf dieser Welt abhärmen und in jener doch Nichts haben **). Die Zurückfuhr ung nun auf zwei Namen ist richtig , nur dass beide nicht Umud ■ *} Vgl. oben 8. 60 und noch weiter unten. imiM IUI nn iitski vrinH ippi> nap .'rm-vbTb -Tiibn "nsVnb jvsiy TI33 !;if »ht oth bi h^k^ö ^pic npirü "lOC« (H! laii "iD'fe B*TBiKivin^D'rnnn'nno'i opjod^uib-c irninx i"Pni* i'n i^ irtw a^ns T>Din*3i 'piis niinc Tic ena isiKi minn p witi nsj ."p bz 2nT -^si .-pD 'Ij:3 ;-Bnnon nm . Din^n dib? b:) ixin-'S pns ow ba "vi'S Ta trn .■nioa -m'M 'pnif nbn arrbs nc: v^ ^^'^ "^i" D'^*'*' Die in KtsmmerD befind lieben Worte stehen bereit« in der AiiHg^beii ■la erklürendc ZuiltUo. J 106 Scdritkr des Aäügcmf^ vielmehr Zadok älter^ BoöthuB über jüBg«t ist Aach cBe vomelitte Haltung der Sadittciler imd der Spott über die Pharisäer, die eigentlich selbst die Nidi' tigkeit ihrer HoffiMmgen kemitexi, wird als charakteristisch herrorgdboben, nur dass im Geiste der späteren Zeit Ihre Gbonddiferenz als eine esohatologische bezeichnet wird« Dieseol Berichte von der Entstehung der Sadd. folgen bj^ t&t sämnstliche RabbineU; nur dass sie gegen den Wortlaat de» Aboth Zadok and Boethus selbst za Häresiarchea machen *). lieber das Vel*hättniss der Saddoctter an deft Hohen«- priestem geben uns sogleich die ältesten christlichen Schriften eine Tollkommen dentliche Belehrung. Die Apostelgeschichte (4, 1-^3) berichtet: ^^Als sie (Petrus und Johannes) zu dem Volke redeten, traten zu ihnen die Priester und der Haupt* mann des Tempels und die Sadducäer... und legten die Hände an sie und setzten sie ein bis auf den Morgmt,^^ Die Sadducäer erscheinen hier als die MagistratsperaMCDy die neben den Priestem die Strafgewah ausüben. Wenn *} Saadias Gaon (926), der yielleichi die Aboth NttthSn'a alc&t kannte, rersetst gleiehfiiHs in seinem Kampfo geg^en die Kanuten -^ iük er, wie so "viele Babbinen nao& ihm, mit den Sadd. sehlechtweg identl- fieirt — Zadok and Boethua in die Zeit des Antigonos nnd UUat sie gleichfiills schon als im Kampfe mit den damaligen Lehrern erscheinen. Sie sollen, wie Isaak Israeli (Jessod *01äm 4, 6) in seinem Namen be- richtet, Über die Kalenderbereehnxing gegen £e damaligen GFelehrten Ein- würfe gemacht und diese, ihnen gegenüber, nene Anordnungen getroffen haben. HW^na Hjabn n*»*»«-) p 'üT'^n ^3^D ttTK Di::>'»t::K bv T2) nn "»^a . py rm^ D'»»Dnn b:^ aia cr:y^ö ww diit'»3> pns «nr» !)e3*> ^d nna Virn. Abraham b. Cbija Jedoch in flefer ha-lbbor (H, 8, B. 60) Iftsst gerade diesen Passus aus Saad.* Worten zurück. Dass übrigens Saad. sidi die gesehiehflichen Thataaiöhen lurechtlegt, wie er sie lui' BegrfiflT- Aufg seiner Anslehteii den Karaiten gegenüber für nothwendig hielt und jass dalier die spXteren Rabbinett seine Annahmen wieder verliessen, ist kEnllnglidi bekannt •— Dass der Text der Aboth Nathan's nicht Zadok und BoSifams selbst an den AnAngüm der Hli^e macht, sondern -erst spatere, deren Aeuaserongen miasverstehende Sohfiler, bemerkt bereits iMMg der OMUDentator Abraham Wittmund in Ahabath chaftad a. St. (Amsterd. 1777). tvr dm BericbtanUtter in die Mitte eimohiebt; dass di« Sad« iMBonden die Verkündiginig der Aoferstehiiiig vei^öwM« Imbe^ 90 will er damit^ wie Pmüiis selber gethan (ygl. Cap« 2^ 6 ff.)y die Hauptschiild auf die wiiudge Afusabl der velv kassten Saddocäer wähen, und die den Pharis&em anbällg- ttdie Masse des Volkes für sich gewinnen. Allein däsa gerade die Saddaeäer Hand an sie legten^ liegt eben ift ihrer richterlichen Stellung. Mit nackten Worten giebt dioMHi Verhähniss aber an Ci^.5 V. t7: Es stand aber auf der Hohepriester und Alle, die mit ihni waren, wel-^ obes ist dieSecte der Sadducäer*). — Josephus, der «weite Zenge, zeigt sich auch hier wieder in seiner obeiv ttchßchen und ausländisch fkrbenden Art, und dennoch kgen seine Angaben ein genügendes Zeugniss ab ^ das richtige Sacbverbältniss. Im Allgemeinen berührt er den engen Zusammenhang der adligen Priesterpartei -^ er seibsl beseiohnet sie als solche zum Ruhme des eignen Oeschlecbts itt Anfange seiner Selbstbiographie ^ mit den Sadducfteri» flieht; nur yon einem Hohenpriester, dem jüngeren Anan, berichtet er, er habe der Secte der Sadduc&er angehihrt (Alt XX, 9, f ). Allein die ganze Stellung, die er Priestern vmA Hpm. wie Sadd. einiüamt, zeigt ihr gleiches VethiH- Bisa zum Volke. Die Hpriester, trotzdem er iteien als TiAg^fn des Heiligtbams gerne Verehrung beweisen und ttt- wenden möchte, werden doch vielfach als gewaltsam ttnd hart dargestellt; es wird ihre Anmassung getadelt, dass sie *) Dia hamonitcliea ETsagslieii gtben darübsr keise NtcMskl} tat eracheinea neben den Hobenptieitsm immer die Aelteeten md die adiHftgelebrten; nnr ein Hil werden in Hattb. (81, 46) die Pbwisler mtiben dem HP. genannt, was aber wobl irrthtimlieh ist st. Sobriftgelehrte, mid was anch in den entspr. 8t. der beiden andern Erang. .niebi ror* kommt. Anders das Tierte Eyangeliom. Dieses hat sieh gani ans dem Mdentbnme beransgelebt, spricht dorchgefaends von deh ,,Jnden** wie eia nieht an ihnen (}eb6riger, es kennt die Baddoetter gar nicht, blo« die PhmrisSer, deren fiinfhtss ein alleSnherrscbender geworden, sind ihm be- kannt, nnd es nennt sie, die in seinen Angen die Herren sind, neben den Hpnr. 7, SS« 4». 11, 41. §7. 18, S. Ein TieUeicht aMt miWeMsak llehs» MoaiMrt aar BrsügiUeflkritikt i ihre Knechte nach den Scheunen geschickt hätten, damit diese die den Priestern geziemenden Zehnten wegnähmen (das. 8^ 8 u. 9y 2). Den Priestern nämlich waren aUmälig die Levitenzehnten zugefallen, und Josephus lebt so in die- sem Gebrauche, und er setzt ihn (z. B. Leben 12 u. 15) ab so ganz sich von selbst verstehend voraus, dass er ihn auch auf das Alterthum überträgt. Wenn er (Alterth. IV, 4, 3), die mosaische Gesetzgebung beschreibend, den Levi- tenzehnten bespricht und da die Leviten nicht verschweigen kann, so sagt er doch, dass er den Leviten und Priestern zukomme, und Samuel's Eltern, die er selbst Leviten nennt, lässt er in Siloh die Zehnten (nicht etwa die Hebe vom Zehnten) darbringen, also den Priestern geben (das. V, 10, 2 u. 3). Was nun firtther widerrechtlich die Priester an sich brachten, das nahmen dann gewaltsam die Hohen- priester, d. h. die Familien, aus denen die Hpr. gewählt wurden, als ihr Recht in Anspruch. Während* die Phari- säer von ihm femer als die Zf^reicheren und Volksbelieb- ten dargestellt werden, sind die Sadducäer zwar gering an Anzahl und ohne moralischen Einfluss auf das Volk, den- noch aber die Vornehmen, Mächtigen und die Würdenträger, die jedoch in ihrer Amtsführung, wenn auch widerwillig, sich den Ansichten der Pharisäer fügen müssen' (Alt XHI, 10, 6. 15, 5 u. 16, 2 (vgl jüd. Kr. I, 5, 2u. 3). XVH, 2,4 (vgl. jüd. Kr. I, 29, 2). XVm, 1, 3 u. 4*). Das deut- *) Es ist Beltsam, wie diese SteUe gerade ihrem Sinne entgegen «nf- gefiwst werden konnte. So 8. B. bei Winer im RWb. Art Sadd. WKh- rend er selbst die Worte des Jos. anführt, die S. seien «^cdtos totg iifUDfuiiSi, missyersteht er die darauf folgenden Worte g&nalich. Denn Jos. fShrt fort: TL^acisetal te vji ttvxmv oh6lv »g Blnttv. onoti yoQ ki &QXag «apiX^oicy, anovcUog ptkv xorl %on^ ovayxag, «poffxopovtft it ow olg h d^apitfoToff XiyBh 9ia xb ^^ aHag opsnvovg yivicd'eu tolg Mlfl^iCiv. Darin findet W., die S. seien dorch die Ph. meist von der öffentlichen Wirksamkeit verdrängt worden and hätten sie überhaupt nioht gesneht, und beruft sich dann nochmals auf diese SteUe gegen Orossmann, der freilich wieder seinerseits den (^egensats übertreibt Die Stella haisst aber: y^geschehen (nach ihren Ansichten) konnte von ihnen durchaus Nichts. Denn sooft (o. wann, abar nickt wenn) sie sa ■ 109 K^hstc Bild dor damaligen religiüacii imd bürgerlichen Ver- rValtung liefern uns die thalmudiachen Urkunden, wenn wir I Jlie zu lesen verstehen. Es liegt im Geiste einer späteren K'^eit, das entscbwundene Alterthum, nainentlicli wenn dieses B«1b die glückliche Zeit der Selbstständigkeit gegenüber dem I "(pgenwärtigen Drucke erscheint, in verherrlichendem Glänze I 'darzustellen, und so unterliisst auch nicht der Thalmud, im I JUlgemeinen die Epoche des zweiten Tempels, Priesterthum I teid Sjnedrium dieser Zeit in strahlendem Farbcnglanze zu I betrachten. Dennoch sind die historischen Traditionen au I ''mächtig, die Erinnerung daran, dase der nunmehr geltende I ^harisäismos in beständigem Kampfe gegen die ihn ver- K. leugnen den Autoritäten erst mühsam sich durchzuringen I lutte, zu lebendig, als dass deren Ausdruck verschwiegen I ■werden konnte. Je älter daher die Quellen, je mehr sie ■ 'flof dem heimischen, dem palästinensischen Boden geblieben l'und, um so ungetrJibter äiessen sie, desto reiner spiegeln B ne das Bild der wirklichen Geschichte wieder. Wio den B '^?halmndistea aus der vonnakkabäischen Zeit eine jede Er. ■ ^nnerung an die herrschenden Hohenpriester entschwunden l40t und nur Simon „der Zaddik" auftaucht, wie ihnen der ■ 4£akkabäerkampf selbst zusauunenschrumptl und nur die m 'Oestalt des Alkimos als ein bleicher Öchatten neben seinem B -frommen Vern'audten Jose b. Joeser hie und da erscheint: I »».-. TW Nn'iniS JCH P)I ") Gittin 5, B, and auch hier müchten die Oemsren daB. darin ein TOD der Bibel ihnen gewährtes Torcecht erblicken I J 114 peloDgelegeiiheiten (wie Pessadiim 90 b.) und moht Uos in ebelicheKi Angelegoniheitoay. die etwa blos den Priesterstamm betrafen oder tiberhaapt die yornehmen Familien, welche mit dem Priesteradel in yerwandtaohafUicbe Verbindung traten (wie Eheth. 1, 5"^))« Vielmehr treten auch in allge- m^en Angelegenheiten die Priester als Behörden ao^ welche, wenn ihnen auch nicht immer von den ,,Gelehrten^' beige- stimmt wird, Entscheidungen treffen, wie bei der national so' hochwichtigen Feststellung d6s Kalenders durch Zeugen- aufoahmen über das Sichtbarwerden des Mondes (Bosch harSchanah 1, 7), und die Glieder der hohei^riesterlichen Familien (Q*>bn; D^'ns *':d) vertreten in Civilrechts-Frägen abweichende Ghrundsätee (Kheih, 13, 1 und 2, vgl noch j. Schekalim 4, 4). Dieses Verhältniss bat man sich so au denken. Zuerst bildete der Hohepriester, und überhaupt die Glieder der hohenpriesterlichen, priesterUchen, levitischen und übrigen yornehmen FamUien, d. b. die Sadducäer, das Patriciat, aus welchem die Senatoren hervorgingen, sowie aus deren Mitte dann wieder die Beamten gewählt wurden» Dies war also der geborene privilegirte und herrschende. Stand, |dem erst allmlüig das Volk, d. h. die Pharisäer, suerst den Ein- fluss, das öffentliche Vertrauen abrang und endlich, auch einen Tbeil der Macht abtrotate» Ausdrücklich ist es noch Ghrundsatz in der Mischnah, dass beim Criminalverfahren nur Bichter aus dem Priester- und Levitenstande und solche Israeliten, welche mit dem Priesterstamme sieh versdiwä^ gern, das Collegium bilden können (Sanh. 4, 2)"^*)* Im *) Sie legten in dieser Beziehung den weiblichen Gliedern der Fa- milien Vorrechte bei, indem sie ihre Qeldsnsprüche höher ilellten ,,and die Gelehrten wehrten ihnen nicht," TgL aneh die Bsraith«'» nnd Ge- maren z. St Die Uep]>i^keit dieser Familien und der gaBMn ProTins JndSa» die besonders von den Reichen bewohnt wurde, geht gleichlüls ans dieser St. hervor, wie sonst noch die Jerasalemiter als frivol und • • • ♦ HMera bezeichnet werden. **) nJIHDb Q'^'^OSn ist oflbnbar enger an nehmen, als die Qe- marea es thnn und damit nur Bastardgeschlechter oder Prosel/ten aas- geschlossen glauben; ai sind mhnehr ledigfiaii die Patrioien Ein« 115 noch weiterer Ausdehnung stellt eine offenbar Ältere Tm- diUon als Urundsatz auf: Es ist Vorschrift, dass in jeder Gerich tsb eh ur de Priester und Leviten sein müsBeii; jedoch wird dann, wohl als späterer Zusatz, die Milderung hinzu- geiiigt: sind jedoch nicht Priester und Lerlten darin, eo wird das Gericht nicht dadurch untauglich. Diese Tradition findet sich aar in Slfre zu 5. M. IT, 8 (auch angef. bei Jalkut), während die Thalmude d&iilr keinen Raum gefuu- den haben*). Dieses Verhältnias bestätigt indirect auch Josephus; denn offenbar spricht er aus seiner Zeit heraus, wenn er {Altertb. IV, 8, 14) der mosaischen Gesetzgebung die Bestimmung beilegt, in einer jeden Stadt solle ein Ma- gistrat von sieben Personen (die sieben „Amarkholini" in der gleich zu besprechenden M. Schekalim 5, 2, später be- kannt unter dem Namen tjj.t (**-2lü l) eingesetzt werden, die auch die Gerichtsbehörde bildet, _und einem jeden Ma- gistrftte sollten zwei Leviten beigesellt sein, und es scheint, dass dieses iSiebener-CoUegioiD erst allmallg sich der aus BWeien bestaudeneu levitiscben Behörde angeschlossen und die Macht mit ihr getheilt habe. Die Erinnerung an diese Duumviri, welche die ErzUhlung von der Susanna kIk Tliataache berichtet (vgl. bes. V. 5; es wurden in jenem Jahre zwei Äelteste aus dem Volke zu Richtern erwählt), bat sich in der paläatinensischon Tradition, trotz der Un- verträglichkeit derselben mit der Halacha , erhalten. „Man setzt zu einem Magistrate über das Volk (iiian Su nrnw) nicht weniger als zwei Personen," berichtet die M. Schfl- kaiim 5, 2, und weil Dies jedoch der späteren Halttchah widerspricht, welche mindestens ein Coliegium von drei Personen verlangt, wurde diese Bestimmung auf Geldange- legenheiten, und zwar lediglich auf das Einsammeln der Ahneoprohe lU Heiratbon in den Prlefteritamm verlang die M. Kidd, i, 6. — Interassant ist dioSlollo ThoBS.8«oh. e, 4, Dortheiert Bsvonder Oeaetiiitlo, welche sich iei König' absclireiben soll: T33 1H1N ^rfim Kvoh "WBisn ^mc 5d Taai D"ii) bui i-sni D^ans Si». ■) Mftimou. UiBcbneh Tliorth SanbedHii 2, 1 und Z bat jedoch boids B. H. thron. Sgr, 177, 3, opilmiil 1 i 118 Armenbeiträge beschränkt, eine Beschränkung, welche die- ser alten Tradition ganz fremd ist*). Diese Duumviri sind die Sugoth, welche die Tradition sehr wohl kennt, aber sich nur selten (M. Peah 2, 6. Thoss. Jadajim c 2 angef. bei Simson das. 4, 3) auf sie beruft, als beanstande sie deren Autorität. Die Tradition rechnet zwar von Josse b. Joeser und seinem Genossen an bis auf Hillel und Scham- mai herunter, also die ganze makkabäische und die erste herodianische Zeit, fünf auf einander folgende Geschlechter von zwei Männern auf, welche als die Schulhäupter, als die Fortleiter der Tradition erscheinen (Aboth 1, 4 — 15. Cha- gigah 2, 2), und sie bezeichnet je Einen vou ihnen immer als „Fürsten,^' den Andern als „Präsidenten des Magistrats/^ Allein nur die Thoss. das. nennt sie „Sugoth,^' und diese Begründer und Fortleiter der pharisäischen Tradition schei- nen vielmehr die pharisäische Volksbehörde gewesen zu sein, welche sich den wirklich herrschenden Duumviri ent- gegensetzte und allmälig an Ansehen wuchs. Die spätere palästinensische Erzählung sieht eben die Vergangenheit im Lichte ihrer Zeit und macht aus dieser heraus ihre Heroen zu „Fürsten" und Vorsitzern**). Und dennoch war die Er- innerung an die widerpharisäische Gesinnung der wirklichen Duumviri nicht ganz erloschen. Zu der Stelle aus Scheka- lim, welche die Zweiherrschaft erwähnt, nennt uns die j. G. den Titel dieser Zweiherrscher; es sind die fp^rip, die ntt&oXmoij die beiden höchsten Beamten über das Gemein- wesen, auch die Verwalter des öffentlichen Schatzes, an- knüpfend an die zwei Leviten ELhonanjah und Schimei in 2- Chr. 31, 12. u. 13, und die hebr. Uebersetzung dieses Namens ist ^^ ^^ oder in einem Worte ^Slft^*»»). Von *) In der M. ist )Vii'02, welches in den j. Thalm.-Aa8g^. fehlt, erst später eingeschoben, eben gemäss der BeschrSnkong in b. Bab» bathra 8 b., welche die j. G. nicht erwiUmt. ^) Vgl. über diese Sogoth noch nnten. ***) Diese Erklärong, welche tthnlich bereits eine alte Autorität in b. Sotah 47 b. giebt, ^^ ^DHÜ STM r ^^ ^^^ ^ richtige, daher anch in Sifre zu 6. Mos. 82, 82 aUgemein für „grosse, ansgeseiohnete Männer.** Dass die Anspielung auf Rebe, bX^ eben bloB Anspielung und Bin- 117 diesen Iscbkhulin oder Katholiken berichtet nun die Misch- nah (Sotah 9, 0), mit dem Tode des Jose b- Joeser und Josef b. Jochanan hätten dieselben aufgehört; die richtige Deutung dafür giebt die Baraitha (in j. G. das,), indem sie sa^ alle „Sugoth" naeh Moses bis Jose b. Joeser und Ge- nossen seien mit einem Makel behaftet und deaagleichen von dieser Zeit an bis zu Juda b, Baba, dem auch ander- weitig vielgerühmten frommen Manne, dem Mitgliede der Familie Baba, welche auch Josepbus, Alt. XV, 7, 10, als angesehene und volkabeliebte Gegner des Herodes rühmt. Also in der ganzen Zeit gab es mit Ausnahme der Genann- ten keine Sugoth oder Ischkolim, welche den Anfordenm- gen der Pharisäer entsprachen, und Dies drückt eben die M. so aus, als habe es überhaupt gar keine Ischkolim mehr gegeben. Der j, G. ist diese Behauptung, die noch dahin erweitert wird, dass erst mit Akiba wieder ein „Ischkhol" erstanden, anstössjg und sie setzt ihr eben die „Sugoth" entgegen, meint jedoch, diese hätten keine verwaltende Macht besessen, was in Beziehung auf die von der Tradi- tion als „Sugoth" genannten Personen wohl richtig sein mag, aber gewiss nicht von den wirklichen gilt, und die Gem. vergibst bei dieser Lösung die Angabe der M., dass je Einer der „Sugoth" immer Fürst, der andere Präses des Collegiums gewesen. Daran dass irgend ein Makel an den „Sugoth" gewesen, nimmt die j. G. keinen Anstoas, wohl aber die b. G., welche diese Nachricht Themurali 1 5 b. mit- theilt; sie lässt daher den eristen Theil des Satzes, der den Tadel über die vorraakkab. Zeit ausspricht, ganz weg, stellt die „Isehkholin" derselben violmehr als ganz untadlig dar, den Makel der makkab. lechkhoHn aber findet sie darin, dasH sie in einer einzigen Ritaalfrage unter sich getheilter Meinung waren*). Das Ergebniss aus dieser getrübten sehiebtel !□ dieM. iat, Ut anerkannt. DieBüdang ist me in dem spüthebr. bb^BI^ fwelcLe die Mischn. ScLok. als Septeraviri anführt und die j. 0. daselbst als unter den Kntliotiketi stehend beieichnet), wohl auch wie in ') Die b. G. ;st übrigen» in ihrer DarBtellniig hiar so unklar, das» ur duroh die HiBzanahme der Btdle in der j. O, Sotah Licht erhUt. J 118 Belaticn ist jedoch offenbar, daat- es früher DmuuFhi gab, welche die höchsten VerwiüitiiBgs* and richterficken Beam- ten waren, die aber im Andenkoi der Nachwelt, weil die Würde in vornehmen Gteschlechteni erblich war*) and ohne Rücksicht auf die allmllig anter den Pharisäem entstande- nen imd erstarkten religiösen Qelehrtenschalen yerfohren, als saddacäisch einen Übeln Rof erlangten and gerne igno* rirt worden. Während sich die saletzt besprochene Bandtha das Institut der ,,Ischkholin'' oder ,,Sagoth^^ anmittelbar näeh Moses beginnend denkt, hat eine andere Tradition, welche die j. G. Maasher scheni Ende and Sbtah 9^ 10 anfbewahrt^ doch auch wieder das wohl richtige historische Datum, wenn sie die Einführung desselben dem Johann Hyrkan sa- schreibt — Diese Behörde der Zweimänner ragt jeden&Us in eine Zeit hinauf, in welcher der Einflusa der römischen Rechts- und Verwaltungspraids noch nicht den jüdischen Staat beherrschte und in Palästina deren Aufriahme noeh nicht veranlasste. Der Name ««^oiUiroi, der ißt römischen Verwaltung fremd ist, weist vielmehr auf eine in den sjnisoh* griechischen Städten heimische Würde hin, und wenn auch bei dem Dunkel, welches noch auf den innem Einrichtung gen dieser Städte lagert, für sie dieser Name noch nicht gefunden ist, so berechtigt doch die Würde der iMi^o)Ui»iitro/, wekhe die constantiaische Zeit nach den damaligst Rechts- g^bssarien fiör „Schatmneister, Kassen- und Rechnungsführer^' kennt, zu dem Schlüsse, dass das Wort nm^huogf von dem no^oXixtavoQ abgeleitet ist, früher eine höhere Würde be- deutete, welche mit dem Auftreten des byzantinischen Ab- solutismus auf eine geringere Stufe herabsank und seine Um^gestaltung auch in der Umwandelung des Namens aus- drückte. In den rabbinischen Schriften bleibt jedoch der H^^oX^Mog der Unumschränkte Hausverwalter des Hofes, der Majordomus. — Diese alte Würde der Zweimänner wurde aber bei der Zunahme des römischen Uebergewichtes durch *) Auch die Erblichkeit bestätiget die Halmehah fiberall und gsns enkfthiedon die Thost. Schek. o. 2 mit den Worten: nbrM D11)X1 bo rrrW2 m\p , fr^Uich mit der BeaehrSnkitngs I^TVUlt XVIO XIS^ n3t>3V die In Rom so vielgeltenden Duumviri, welche ansdrüeklich auch als juri dieundo bezeichnet werden und welchen in deu mit röraiichem Bürgerrechte belehnten ProvinaialstÄdten die höchato Macht omgerftumt war, urasomelir befestigt. Es ist natürlich, daes der Widerwille der antirömisch gesinuttm Demokratie gegen die Duiunviri, welche schon früher als eine aadducäisch aristokratische Institution mit Miestrauen betrachtet wurde, umsomehr wuchs, als auch nach römischer Sitte alle Nichtbesifzenden der bürgerlichen Ehrenrechte verlustig waren. Und dieses Duunivirat erhielt sich in seiner gesetz- geberischen tmd richterlichen Thätigkeit bis zum Ende des jüdischen Staatslebcns, und wenn auch dessen Macht in den hohem Fragen und in Gegen atändeu des Criminal- rechta durch die römische Oberherrlichkeit geschmälert wurde, so blieb sie doch in der Civitgesetzgebung und Rechtsprechung, wenn auch die Pharisäer, und so auch die von ihnen geleitete spätere Tradition übelwollenden Witz gegen sie übten. Sie hiessen die „zwei Dftjane Geaeroth," die awei Strafricbter, und das Volk nannte sie spottend „die zwei Daja&e Geseloth," die zwei Raubrichter oder räuberischen Richter, verargte ihnen besonders, dass sie ihr»i Gehalt aus dem Tempelschatze bezogen, sagte ihnen nach, dass sie iinersätttich seien, und setzte den t4. Tham- mns als Festtag ein, weil an ihm das Strafgesetzbuch der Sadducäcr ausser Geltung gekommen*). Diese Erinnerung *) Die nr'TJ 'i-n *jr in Jenis*lem rennt die Mischnah Kbetbubolb 13, I QDd nannt anoli swei mit Niinen, nämlich Admou und Chanan b. AUachklom, von ileren iDtKturam aie (1 und 9) xwei, *on daren arsterem ^a dum (8 — 0) Bieb«n civiljesetiliche Verordnongan anhiebt, woleho dorebHiw anf vemünKgen Rechtai^randsKtKen basirt aind. Dur T«it der Htorhnab in der j. O. jedoch lia«t m^U'l'C, nnd diese Lesart führt aacli die b. G. (lOö a.) aus einer Boraitlia an. Waa boU dieses rfOM abar bedentan? Die ErklKrimg' der b. ß., dSM sie StrafbMtiminnii^wi fflr Baub testt niltü pil3 Tnü) trifft brf ollan 9 FÜUei), »eiche die lüschnali bier salUbH, niclif eu, da niebt ein einziger Tom Diebstnhl banctelt, und ebenHOWeni^ bei einem tehuteit, «elchan 4ie k Q. hier and fiaba kamma bS b. mtUbcitt. Die J> 0. hSug^gan offenbart ona, daas diese BuDeaamig rinan Tadel inrolTirt, vew» al« thn auab ' an die Daumviri greift noch praktisch tief in die Halaohah ein. Wenn auch (Sanh. 1^ 1) der Grundsatz später fest- stand, dass ein Gericht wenigstens aus drei Personen nuldert: 13 H'nbn T\b\f>p HTOTD 'U>K1 niHttb 1T3 np^D KIHÜ ••» b» TWW), also sie hiessen »^Raubrichter,** weil sie das Unrecht ra yerbindem die llaeht gehabt uid es nicht verhindert haben, das Verbrechen aber werde demjenigen angerechnet, welcher die Macht habe, es an verhindera and es nicht thne. In diesem mildernden Sinne sagt auch die j. Q., fiberein- stimmend mit der b. G., ^TJin b2f y^Tiiyti DD nnd fügt noch weiter hinan, dass auch drei biblische tadelnde Aenssemngen (von Thamar, den Söhnen £li*8 nnd SamneVs) von den Gelehrten in milderndem Sinne gedentet wfirden. Also diese Dentong ist blos eine enphemiftisohe, nnd die nr- sprfingliche Bedeutung bleibt: Baubrichter, als eine scharf tadelnde Be- aeichnong, die man witzig aus den Strafoentenarichtem machte. Dass man ihnen ihren Gehalt, die Quelle, aus welcher sie ihn beaogen, vor- warf und sie der Habgier bezüchtigte, spricht ein uns in j. Schek. 4, 2 und b. Kheth. a. a. O. aufbewahrter Sata aus. In j. G. heisst es, die „awei Raubriehter** hätten ihren Lohn ans dem Tempelsehatae genom- men; die Ausg. der b. G. — welche bekanntlich in dem der b. G. er- mangelnden Tractate Shekalim die j. G. mit angenommen ^r- aetat nach ihrer Weise dafür den ursprünglichen, keinen Tadel ausdrückenden Ka- men „Sfcrafrichter." Hingegen hat die b. G. Kheth. den Sata in einer erweiterten Form, die zwar im Namen den Tadel nodi weniger hervor- treten IXsst, desto mehr jedoch in der Mittheilnng selbst Sie spricht von den „Anordnungtreffenden, Gosre G^eseroth" (II^'^U *nTU), wie sie auch Baba kam. a. a. O. die „Straf- oder Baubrichter'* nennt^ allein sie sagt, sie hätten als Lohn 99 Minen aus dem Tempelschatze entnommen, und wenn sie damit noch nicht zufrieden gewesen, habe man ihnen noch mehr gegeben. Diese 99 Minen wollen gewiss eine sehr hohe Summe ausdrücken, und selbst damit seien sie zuweilen noch nicht zufrieden ge- wesen. Die b. G., die sich aus der Erinnerung an die Missliebigkeit dieser Duumviri herausgelebt, ist über diesen Zusata verwundert und fragt, ob man es mit Bösewichtern zu thun habe (p**pD^ '^r'^V^n^ \tSH) und corrigirt die ihr unverständliche Tradition dahin, dass wenn sie mit diesem Lohne nicht ausgereicht hätten, man denselben, selbst wider ihren Willen, erhöht habe. Dass Dies nicht der wahre Sinn des Satzes ist, leuchtet ein, und nun klärt uns endlich die kurze Angabe der alten Fasten- Chronik (Megillath Thaanith) mit der Erweiterung ihres Scholiasten die ganze Stellung dieser Strafrichter auf. In c 4 berichtet dieselbe nämlich : XDISb Vhl MnTi:) "IDD MIJ? TI^DD '^W MIK^ , am vierzehnten Tbammus hörte die Geltung des Strafgesetzbuches auf; an ihm soll daher keine Tranerfoier Statt finden. Diese kurze Angabe erklärt der Soholiast da- hin: die Sadducäer hatten einen aehriftliehen Btrafoodez gehabt, nach 121 bestehen müsse, so war man sich doch deasen bewugst, dass eigentlich blos zwei Richter erforderlich Heien, das» jedoch ein Gericht aus ungrader Personenzahl bestehn müsse, da- mit bei abweichenden Ansichten eine entscheidende Majo- rität erzielt werden könne, ja man gab sogar zu, dass die Entscheidungen eines CoHegiiims von zwei Personen gültig I seien, dasselbe nur der Anmassung zu bezüchtigen sei, und Terlangte zum Schicdagerichte nur zwei Personen (vgl. die I Gemaren zur St., Mischnnli !, 6, Thosseflba c. 1 Ende). Dieses , zunächst aus Priestern bestehende Patriciat bildete eine Genossenschaft, einen Senat, welcher neben dem Hohenpriester, später neben dem Könige an der Spitze des Staates stand. Der N&nie einer solchen priesterlichen, an der Regierung mitbeth eil igten Genossenschaft hiess auch bei den umliegenden semitischen Völkern, namentlich den PhÖniciem, ^?.^*) (fToip/»), und in altbiblis eher Zeit werden diese Priestergenossenschaften der heidnischen Nachbaren als Traum beschwörer, Zeicheadcuter u. s. w. bezeichnet, L vor der Theilnahme an ihren schwelgerischen, gemeinsamen r Opfermahlzeiteu gewarnt (Spr. 21, 9. 25. 24) und ein Ge- I nosse dieser gülzcndieneriachen Verbindungen zu werden (^3^ ^5^) verpönt. Das Stärkste, was Hosea gegen das Reich Israel sagen kann, ist daher, es sei den Götzen in GenosBenschaft verbunden (O'?^?.^«]? 4, 7) öderes sei eine Prieater-Genossenschatt (C'iqSn^nj ß, 9). Bei der Restau- ration des Staates jedoch wurde dieser semitische Ausdruck walehcm sie sich in iliram Verfahren gerichtet, und der Tag, Rn welehein derselbe miBaer Kraft genetzt norden, norde zum Festtage eingencilKt. (Wm der Scholiaat uoch von juridinchen Differeneen der Büolhnain hiii- lufligt, hal mit ävr bcBprochoueii Thalaiiflie koineii Zusammenhang, noriiber nodi ipKter). Eine Alinuug von diesen bisher theilH miHsreratandesen, IheilE unbeachteten Stellen tritt bei Bfachrnsn und Abraham Krochmal anf iD dem Werke; Moreh nebukhe ha-Seman S. 175 f. A. •) Dies ist, wie theilweise Munk, »ollstiindig Morera (OpfemeBen der Karthager 8. 35. Die Pbönicier n. 1 (18*9) 8. 481 nnd 493 ff.) er- kannt, d>8 zwei Male auf der Marseiller Inschrift neben den Snffeten vor- kommende Qi^Sni „und ihr Senat." Doss da« Snff. im PhSnisischen BT gebildet wird, bab«u neuere Entdecknngen bertUigt. 122 andi bcrii den Jaden an Ehren gebracht^ und aueh- der prieilerliobe Senat hiess ^^. So finden wir aof den m g. makkabäbch^i Münzen neben dem Hoheni^rieeter den mit* regierenden Senat als O'nxvn ^^p*). Als sich aihnälig die Aristokratie erweiterte^ die Pharisäer sich ea gleichen An* sprttebeD erhoben^ bildeten sich die ^^Genossenschaften,'^ deren einaelne Glieder unter sich verbunden waren^ gleiehe heilige Gebräuche fibten, gemeinsame geweihte Mahkeiten hielteui weiter aus, und so hiess einerseits die ganze Prie- atergenoBsenschafty welche die Priesterfiinctionen unter sich verdieilte, die Friestergaben zusammen empfing, wenn sie auch nicht augenblicklich im Dienste war: "^99 oder ^^f l^ die städtische Genossenschaft, das einzelne Mitglied des Bundes — ein ')^^**), andererseits bildeten sämmtliche Pharisäer einen solchen Bund, und ein Jeder, der sich ihnen anschloss, namenüioh die Reinheitsgesetze beobachtete und die Priestergaben von der Frucht abschied, hiess "^SP, der Bundesansohluss selbst ^^"^SC], Ausdrücke, welche im Thal« mud . ganz gewöhnlich sind. — Die „städtische Genossen- schaft^' verlor nach der Zerstörung des Tempels ihren aua- schliessliob priesterlichen Charakter, sie verwandelten sich in fromme Bräderschaften , welche gottesdiebatliohe und wohlthätige Zwecke in ihrem Vereine verfolgten. Sie ver^ sammelten sich zum Gebete und übernahmen die Uebung der Liiebeswerke, zunächst gegen die Mitglieder, dann aber auch weiterhin. Die „städtische Genossenschaft^' ist es da- her, welche gemeinschaftlich die, das alte Sabbath- und Festtagsopfer vertretenden, Mussafgebete abhielt (M. Bera- ohoth 4, 7) und diese auch am Neujahre mit den einge- 1 ■! I ' **) Vj^l. in Kürze Cavödoni, bibl. Numismatik, II. deutsch ▼. Werlhof (1856)8. 11 ff.; l^T) ist aber nicht Volk schlechtweg, wieCav. meint, noch weniger I^H Bannerherr, wie Ewald will. **) 8o TP n und "I2n II. Bikkburim 8, 12. Thoss. Peah e. 4 (cwei Haie) ood Sehebüth c. 7 vgl. mit M. Cballah 4, 8 und d, wo es «afär heisat: p^ b:b^ - p^VI Ut die riohtige hJL in ¥. MoDaolv»th 9 (10), 9^ wie Amcdi Uest und auch die Gern«» 9ia. hat und dem htbL Ijn ent- spricht; in unser« Mtaehniiht#itea liUl W«? wd% Uaieoht. 123 g«Bchalt6teDScIiofar8tös6eDverrichtete(Bar.BoBch'ha-8chanah 34 b.); boi einer solchen Genoaeenschaft, deren oinzeino Glieder gosaa unter sich bekannt waren, durfte daher awch eiD mit äussern Gebrechen behafteter Priester den Segen sprechen, was sonst verboten war, weil es die Aufmerksam- keit des Volkes abzog (Thoas. Megillab c. 3*)). Sie speisten in Gemeinschaft mit dem Trauernden, indem sie ihm das TroBtmahl verabreichten (Bar. Chullin 94 a, vgl. Se- machoth c. 14)**), und sie verwalteten die VerthoUung der milden Spenden (Bar. Megülah 27 ab.). Im Allgemeinen berichtet eine spätere Quelle von den „Genossen Behalten" in Jerusalem, einige ihrer Mitglieder seien in das Trauer- haus gegangen, andere in das Hans des Hoch zei tmahle s, andere zur Wochenfeicr eines neugebomen Knaben und wieder andere zum Aufsammeln der Todtongebeine (Sema- choth c. 12). — Von besonderer Bedeutung waren dia ge- meinsamen Mahlzeiten dieser Geuossenac haften, autiolria, ril^U'!!. Das feierlichste derartige Mahl war das des Paa- sah, welches in Gerne ine chaft genossen wurde, in einer süchtiger überwachende Genossenschaft der „ron dem Land- Volke und dessen Unreinheit'^ sich Absondernden, die D^vriD> Pharisäer. Zu jenen gesellte sich sp&ter ein neuer Adel, die Herodianer mit dem Prieetergeschlechte *dea Bottthus, die s^in'^^; aus den PharisAem erwuchsen nach bmen die Strengeren, die Asketen, Wunderthäter, durch Vortienrer^ kündigungen und Wunderheilungen sich auszeichnend, die ntrjndn'V>nä*«TDn, die rvnnv *beQ uud das Volk ilinen immer mehr zufiel. Nach die- I wem richtigen Einblicke in die Stellung dieser beiden notio- L Usl-religiüsea Parteien oder Secten musa ihr Charakter auch I arfasst werden. Die Pharisäer sind nicht religiöse Heuch- I Ur, wie man sie sich aus den Evungelien construirte, wenn l^e auch in ihrer Opposition ihre Gebrauche kleinlich aus- l^annen und die Form hartnäckig vertlieidigten. Aber auch I die Saddueäer sind nicht die rerweltliciiten, genussBüchti- I ^en, entnationalisirten Grossen, zu denen man sie stempeln I möchte. Die zadokitische oder sadducäische Aristokratie, I ^ch gehoben durch prieBterliche Weihe, hat dem zweiten I Staatsleben den ganzen Halt, Verfassung und Gesetzgebung I Tertiehen, aber freilich sank allmälig ihre innere Energie, IJutcb die Reinheit ihres Strebens wurde oft getrübt, und sie liBchwand endlich vor dem aufstrebenden Element des Biir- ■ genbums, welches Talent und Thatkraft der ererbte» Wurde i entgegenstellte. Beide Parteien müssen mit ihren Vor* Kaügen und Schattenseiten nach dem aUgcmeinen Entwicke- P Inngsgange dieser überall sich wiederfindenden beiden Volka- ■•jd^mente bemessen werden, nicht naeh den späteren Dax- ■ Xtellungen der allein auf dem Kampfplatze übriggebliebenen f Demokratie. I Die Grundlage der national-religiösen Entwickelung in W Verfassung, Priestervorachriften und Gerechtigkeitapflege tnrar von der herrschenden Aristokratie gelegt; die Oppo- ■ BitioQ bemäkelte Einzelnes, während sie die Hauptsachen l-itülschweigend gelten liess, hob aber gerade die Differenz- l^unkte entschieden hervor. Die Abweichungen waren An- EjEuigs gering, erst allmälig bildeten sie sich zu grösserer KConsequenz durch. Aus dieser späteren Zeit nun sind uns I jDeberÜeferungen geworden, und auch da sind es durchaus laicht wesentliche Punkte, welche in den Vordergrund t treten. I In einer allgemeinen religiösen DiEFerenz zwischen bei- I den Parteien stimmen die verschiedenen Quellen, wenn auch ' mit abweichender Färbung, überein: die urchristlicheu Sohiifieii, Josephus und unsicherer die mannigfachen thftl- i 12B modischen SchrifteiL W&hrend nämlich Jesus nach Matth. {16; 9) ohne Unterscheidung vor dem Sauerteige der Pha- risäer und Sadducäer wamt^ denselben Sinn die Warnung in Marcus (8, 15) hat vor dem Sauerteige der Pharisäer und HerodeS; d. L eben der Herodianer oder Boöthusier, also ein abweichender religiöser Standpunkt der Sadducäer nicht angedeutet wird: so ist an andern Orten (Matth. 22, 23 ff. u. ParalL Apgsch. 4, 2. 23, 6 ff.) mit Entschiedenheit henrorgehobeu; dass die Sadd., im Widerspruche mit den Phar.y an eine Auferstehung derTodten nicht glauben. Josephus in den bekannten Hauptstellen über die Secten (Jüd. Er. n 8; 14 u. Alterth. Xm 5, 9 u. XVm 1, 3 u. 4), die nationalen Parteien in philosophische Schulen umstem- pelnd; legt den Pharisäern den Glauben bei, dass das Ge- schick des Menschen lediglich von Gott und dem ^^Fatum^' bestimmt werde, dass die Handlungen derselben trotz deren freiem Willen dennoch dem Einflüsse der göttlichen Mit- wirkung unterliegen, und sie nach dem Tode eine Vergel- tung zu erwarten haben, während die Sadducäer behaupte- ten, das Geschick des Menschen sei eine Frucht seiner Thaten, welche ausschliesslich seiner freien Selbstbestimmung angehören, und die Seele des Menschen sterbe mit dem Körper, dürfe also eine Vergeltung nicht erwarten. Un- sicher ist, ob die Angaben in den älteren ihalm. Schriften von Leugnern der Auferstehung sich gar auf Sadducäer beziehen*). Hingegen hat das späte Aboth des Nathan *) Zu dem V. 4 M. 16, 81 heisst es in Sifre: 11^ p ]irtt1Z^ VK Xnn Ori ]'\^Vm rm in*^. Es ist zu lesen •^•»ID und ÄU überseteen: Simon b. Elasar (ein auch sonst gegen die Sam. polemisirender Lehrer) sagt: Aus diesem V. habe ich die samaritanisohen Qelehrten desirrthums überwiesen, welche behaupten, die Todten würden nicht auferstehen. Ich sagte ihnen nämlich: es heisst: diese Person wird vertilgt werden, ihre Schuld ist an ihr; dieser Zusatz will sagen, dass die Person (auch nachdem sie vertilgt, gestorben ist) Rechenschaft zu geben hat am Tage des Qerichts (nach der Auferstehung)/* Dass die ttheren Samaritaner, wenigstens deren wichtigste Zweige, die Auferstehnng leugneten, habe 129 irieder diese Differenz mit aller Bestimmtheit, und zwar li hinlänglich i LteratnrbUtt n nifiiboll io äet a meinen Lese Stücken aus d«r MiscLntkli (I84&) 8. 3 nnd im Isinelilen 1S4& K. 5 oachganieBen , und Tgl. noch ■ Eiul. m libar Josua« S. 112 ft'., besoudera aber den 1 Kircbhcim ueu berauagegebcnen spStthaliu. Tractsle^ die Bamaritaner (0'm3 'DD in nTW^OI^" nUÜp nin^CB r2C, Iffft. ■- M. 186IJ s. 30 n. 37: D'ns 1,12 nc^sö Dm« T^api: 'rmteii yP'Tmn rr-rinm O'^tClTa mm. „tintor welober Bedingung nimmt man L «ie (dia Samaritaner in das Judenthnm) auf? Wenn sie den Berg Gari- [ rim Terwerfen, Jerusalem und die A ufersteLuDg der Todten aner- [ tennen." Daaa die Sani, später ihre Oppositiou, in dieaern wie in vielen I anderD Fanktep. gegen das Jndentham anfgegoben haben, beweist Nichta V IHr die Hltere Zeit. — Die eben augefiihrte Barnithn aus Si&e ist nun I ia die bab. Gemara Sauhedrin 90' b übergegangen, aber mit Cormpteleii, 9 so hiuSg iQ der b. O. Torkommen, wenn sie Bsraillia's anf- Der Referent heisst bei ihr: Elieser b. Josse, und seine Worte rimten: mim p DTSsn n"nn •» n thc dti3 *-z-ü "nc^T nnsia \ mn o^ra m:r m^n '3 ■» 'n n 'n 'n 'tt -n -in mirn p o'nnn n^nn ft>Jtn D^IV^ THh nnt^ na nlir. Dieser Zwiscben-atz, die 8am. hHtten ^ jUn Teit ohne Erfolg varfslsclit, ist hier ganz unpassend, da es sich ja f SurehauB nicht um eine Abweichung im Bibcitcxte bandelt, sondern am I 'rine Deutung, welche eine abweichende Glaubensmeinung begründen soll, r macht daher den ThalmuderktÜrern viele Schwierigkeit Allein so- I wohl dieser Zusutz als der Same Hai Eliexcr b. Josse ist darch Ver- I irechslnng mit einem andern Streite entstanden, den Etieser b. Josse mit I d«n Samaritanern gehabt, wo diese wErklicb zur Hervorhebung Siohem's ■ Sicherung, dass unter dem Berge Cnri^im, auf welchem der I Bsgfn gesprochen werde, ihr heiliger Berg gemeint sei, dos Wort BZtl I in 5 M, II, 30 eiaachoben. Hier nnn bemerkt Elieser b. Josse, eben L ainer der jüngeren Lehrer, welcher (im Widerspruche mit den älteren I nbb. Lehrem) ihrer Behauptung nicht nider.ip rieht , sie hätten diesen I Xnsatz ohne Notb gemacht , da sich durcli Vergleichung mit anderen r Stellen von selbst ergelie, es aei hier diese Gegend gemeint (Blfre i. St., j. Sotah T. 3 [wo Elaaar b. Schim'on st. F.l. b. Josse] nnd b. Sotah SSb, wo die Ausdrucks weise wieder dienngeeiguetste, wIlLrend der Text der j, G. die richtigste ist, vgl, auch ob, 8. 81). Dass eine solche Ver- wecbslttiig des einen Vorgangs mit dem andern xtattfand, beweist aber I, dass auch der Dispnt über Anferatelmug mit den Samaritanern I .Torging, nie es in Bifrc beiast und wie auch die nlto LA. in der b. Q. L kt (vgl. Cbablb in 'En Jakob z. Bt.). Unsere Ausgaben jedoch lesen I B"pnS nach der so vielfachen Verwechslung, welche iwiscben diesem i nnd Mbnlioiieu Würtem stattfindet. Auch unmittelbar vor dieser Stella IS« Bia aasschliessUchen Charakter der Partei *). — Betrachten wir nun diese Differenz in der Glaubenslehre genauer, so muss alsbald auffallen, dass diejenige Quelle, deren Aufgabe es vorzugsweise gewesen wäre, in diese Angelegenheit recht gründlich einzugehen, dass Thalmud und Midraschim sie gänzlich mit Stillschweigen übergehen; wäre nicht, wenn diese Abweichung der Sadd. von den Pharis. wirklich scharf ausgeprägt gewesen wäre, dieser Unglaube der Sadd. mit Nachdruck hervorgehoben worden, ja gar manche bestimmte Anordnung, ihnen gegenüber, zur Befestigung dieses Glau- bens getroffen worden? Wenn die urchristlichen Schriften diese Differenz so entschieden betonen, so hatten, wie be- reits bemerkt, die ersten Christen ein ganz besonderes Inter- esse daran, sich deshalb als von den Juden befehdet dar- zustellen, weil sie Gegner der Sadd. seien, weil ihr Auf- erstehungsglaube — auf den sie, mit besonderer Beziehung auf den auferstandenen Jesus, Anfangs den Hauptnachdruck legten — der der Pharisäer sei und von den Sadd. ver- worfen werde. Sie mochten daher einen Punkt als ünter- scheidungslehre zwischen Sadd. und Pharis. hinstellen, der von den Parteien selbst gar nicht in solcher Schärfe auf- genommen war. In dieser Weise wird auch in der einen Stelle (Apgsch. 23, 8) gar von den Sadd. behauptet, sie glaubten nicht an Engel und Geister, was sonst nirgends lesen wir einen ähnlichen Dispnt zwischen Qamaliel nnd den D^^plll^, die ihn fragen D**n?Dn H^HT^ n"2priÜ l^^SO und die sich endlich mit einer Beweisstelle ans dem Pentateuche zufrieden geben. Hier ist die LA. &**pini{ überall festgehalten, auch eine alte mnemonisohe Angabe zun Behalten der verschiedenen auf einander folgenden Dispute: D "pp*11(| wo der erste Buchstabe eben die Abkürzung von D*^p1*1!{ ist (vgl. Samuel Edels z. St.), bezeugt diese LA. Dennoch ist es, gemäss den in den folgenden Disputen auftretenden Personen, wahrscheinlicher, dass hier NichtJuden, vornehme Römer, mit denen Gamaliel als Patriarch zuweilen Besprechungen hatte, gemeint sind. — Auch die SteUe am Anfange des Thanchuma: H^r*^ «^^WÜ l")*» p i^^) p H^ D'»")ttTK^ D'^lßl^ D'^plim ist zweifelhaft, da auch hier der Ausdruck blos aUgemein „Ungläubige, Ketzer^* zu bedeuten scheint; auch ist dieses ganze Stück des Thanch. sehr späten Ursprungs. *) Vgl oben S. 106 u, A, 131 von ihnen vorkommt •). Josepims wiedernm acliematiairt gerne in seiner WoUe die drei Parteien, indem er sie den Römern aU drei Pliilosophenschulen darstellt, von denen die Sadd. Tolle Willensfreiheit ohne Unsterbliflikeit, die Essäer volle Abhängigkeit von Gott und Unsterblichkeit, die Pharis. aber als in der Mitte stehend, zw denen auch er sich bekennen will, Willensfreiheit verbunden mit Abhängig- keit und Unsterblichkeit annahmen. Accomodation und Ab- sicht leuchtet aus dieser ganzen Darstellung zu sehr hervori als dass wir ihr den vollen Glauben schenken könnten. Dennoch tnuss natürlich diese Differenz vorhanden gewesen sein, nur dass wir sie auf ihr rechtes Mass und ihre rechte Bedeutung zurilckfiihren müssen. Die Anlehnung der Aboth Nathans an den Spruch des Antigonos aus Socho scheint hier im Ganzen das Richtige zu treffen. Die alte nüchterne und praktische Frömmigkeit lehrt eben Antigonos, der dem Makkabäerkampfe und der Parteiensonderung voranging, in den bereits oben (S. 60) mitgetheilten Worten: Seid nicht wie Knechte, welche dem Herrn dienen unter der Bedingung, dass sie Lohn empfangen, sondern wie Knechte, die dem Herrn dienen ohne alle Bedingung, dafür Lohn zu empfan- gen, es sei lediglich Gottesfurcht bei euch (Aboth I, 3). Ea wird hier die volle Ergebung in den göttlichen Willen gelehrt, die übernimmt und befolgt ohne Rücksicht auf den daraus entspringenden Lohn und ohne Verlangen danach. Dieser praktischen Frömmigkeit blieben die Sadd. ti-eu; sie grübelten nicht über gerechte Vergeltung, sie glaubten gar kein Recht auf eine weitere Belohnung zn haben, sie übten, was ihre Pflicht war, und ertrugen, was der unerforschliche Wille des Herrn auferlegte. Sie hielten sich vollkommen «1 den Standpunkt Koheleth's, der mit skeptischem Unmuthe M aosBpricht: „Wer weiss, ob**) der Geist der Menschen *) Offenbar ist bloa hieraus das Verbot ge^en die Jaden in Jastl- nisn'a Novelle 146, die Auferalchuiig:, ans Weltgericht aod die Kogel eu leugnen; der Name der „S&ddacüer" ist dabei nicht genannt. *•) l^bjg n. nn'jT. Ueber die PuactationaBnderuiiB ."l^P.T « vgl. unten. L mi'^n 192 nach oben^ der Geist des Thieres aber nach anten steigt cor Erde'' (3, 21) und dennoch wiederum ausspricht: ^^und der Geist kehrt zu Gott zurück, der ihn gegeben" (12, 7) und dann mit den Worten schliesst: „Kurz, Alles wohl er- wogen, fürchte Gott und hüte seine Gebote" (12, 13). Die ideellere , aber auch schwärmerische Prömmigkeit der Pharisäer begnügte sich damit nicht Das Band, wel- ches sie mit Gott verknüpfte, sollte ein innigeres sein, und daher auch in ihnen wunderbar wirken, ihnen auch Kraft verleihen zu Uebematürlichem, sie durch göttliche Erschei- nungen (Engel) erleuchteui und in dieser engen Verknüpftmg mussten sie, das fromme Israel, auch zu jener Höhe sich entfalten, welche die Nähe Gottes an ihnen bekunde. War nun die Lage Israels gegenwärtig nicht eine solche, so musste in einem neuen irdischen Aeon, in einer neuen Zeit- Periode und in einer dann eintretenden völligen Umgestal- tung der Weltverhältnisse (und das ist ihnen eben blos die zukünftige Welt, nicht etwa ein Jenseits) diese Herrlich- keit sich verwirklichen, und die schon jetzt so enge mit Gott Verbundenen mussten zu jener Zeit wieder auferstehen. Es war ein System, welches die heissblütigeren nationalen Hofihungen der Pharis. sich bildeten, während die Sadd. kühler diese Fragen in den Hintergrund treten Hessen, ohne die dogmatische Behauptung entschieden zu verwerfen. Als die nationale Entzweiung durch die Zerstörung schwand, endete auch bald diese Differenz, ja der von Allen unge- theilt gehegte Wunsch einer staatlichen Restauration musste die Sadd. nothwendig hier den Pharis. vollständig annähern, wie überhaupt der Sadducäismus in eine ganz andere Rich- tung überging, so dass der Thalmud, welcher von seiner Zeit berichtet, diese Differenz kaum beachtet, während die spätere Haggadah diese wie so manche andere alte Erin- nerung, welche in dem früheren Schriffcthume, weil seinen Zeitbegriffen nicht mehr entsprechend, keine Aufiiahme fand, wieder aufbewahrte*). *) Anch die Umgestaltimg des QlAobenfl bei den Samaritanem ^Qpfte sich an diese Thatsache. So lange der Glaube an AoTerstehang 133 AU zweite Grund Verschiedenheit wird von Joaephas angegeben, dass die Sadd. viele Ueberlieferungen der Väter verwerten und sich nur an das geschriebene Wort Moses' halten, Ancli liier hat Joaephua wieder generalisirt, und wissen sämmltiehe alte Quellen Nichts von dieser prin- cipiellen Abweichung. Der Thalmud kennt einzelne Ab- weichungen, betrachtet Gegenstände, bei welclien SadducSer einstimraen (la ym ^•■ptDirro lyi, Sanh. 33 b, Horajoth 4 a) als selbstverständliche, zu denen es keiner Gelehrsamkeit bedarf*}; aber nirgends ist die Rede bei ihm davon, dass die Sadd. sich lediglich an den Text gehalten haben, wäh- rend die Pharis. Traditionen, einer mündlichen Ueberliefe- rung folgten, und nur spätere Rabbinen liaben, die Karaiten mit den alten Sadd. identificirend, die Grundsätze jener auf diese übertragen. Dass die vereinzelten Angaben von Kirchenvätern, die Sadd. nähmen blos den Pentateuch an und verwerfen alle übrigen bibl. Schriften, keinen Glauben vordienen und auf Verwechslung mit den Samaritanern be- ruhen, bedai-f keines Nachweises, Das Wahre an allen diesen Angaben beschränkt sich auf Folgendes: Die Sad- ducäer, als priesterliche und richterliche Häupter, bildeten auch die Vorschriften über Priesterthum, Reinheit, Abgaben u. dgl, sowie über die Gerechtigkeitspflege weiter aus, und ihnen gehört daher die Grundlage des ganzen erweiterten jüdischen Systemes an; ihre Erweiterungen lehnen sich na- türlich an das biblische, zunächst pentateuchische Wort an, sind aber sonst selbstatändig, fliessen aus den Bedürfnissen des staatlichen Lebens und aus der Stellung des Priester- thums, sind Fortbildungen, welche in das Volk so vollstän- dig eindrangen, dass sie im Allgemeinen als dem Bibelworte ebenbürtig betrachtet wurden, keinem Zweifel unterlagen eiae jQdiüoh'Dati'obole Hoffnung ist, und Die Qniuittelbar oach der Zerstärung, bekämpfer lobald er aber sieb von dieser BoSnuug emani beriihrendea Dogm« wird, stimmon nuHi sie it I ist Datfirlicb auch nocb sie ihn ol« Anlijad^r; ipirt, ein mehr die Petaoa ilenselben ein. •) HVI 31 '3 -np b^J , ahnEch die Briraitha des Ismiiel (Hi 134 und keiner Begründung bedurften. Allein die Pharisäer, als oppositionelle Partei und an religiös-nationalem Eifer die Sadd. überbietend, begründeten auch eigene Einrichtungen, die in einigen Punkten denen der Sadd. entgegenstanden, in den meisten aber neue Zuthaten waren, welche von den Sadd. nicht angenommen wurden. Sie allein sind es, welche dann im Laufe der Zeit von den Pharis. als väterliche üeberlieferungen bezeichnet wurden, welche die Sadd. ver- würfen und dafUr eine Begründung aus dem Bibelworte verlangten. Im Ganzen aber verhält es sich umgekehrt; die Sadd. halten an den alten Normen fest, die alte Halachah und Tradition ist zunächst ihr Werk, die jüngere Gestaltung ist die der Pharisäer, und nur dadurch, dass wir blos von diesen, die allein auf dem Kampfplatze blieben, die Nach- richten über das Alterthum erhalten, hat sich unsere An- schauung über das ganze Verhältniss verwirrt. Nur in den letzten Zeiten des zweiten Tempels etwa, als der gegen- seitige Kampf der politischen Parteien leidenschaftlicher wurde, als ein neuer Priesteradel durch Verwandtschaft mit dem ausländischen Königshause des Herodes emporkam und nicht in alten Erinnerungen, sondern im übermüthigen Trotze gegen das Volk seine Würde erblickte, mag die boethusische Partei gegen manche alte Erinnerung eine bittere Kritik geübt haben, ohne es jedoch dahin zu bringen, dass sie ihr auch in der Praxis Folge geben konnte. In drei gesetzlichen Gebieten finden wir nun Verschie- denheiten zwischen Sadd. und Pharis. angegeben, in Betreff der Vorschrifl;en über Reinheit, über Opfer- und Tem- peldienst und über Strafverfahren. In Beziehung auf Reinheit scheinen es die Sadd. sehr streng genommen zu haben mit dem ftiügirenden Hohenpriester; er sollte jeden Schein von Unreinheit fem halten, damit er an seiner Weihe Nichts einbüsse, während die Pharisäer hier an Strenge nachliessen, weil sie die Hochachtmig nicht der Person, sondern dem Amte und der Verrichtung des Hpr. zollten. Daher verlangten die Sadd., das Verbrennen der rothcn Kuh, von der die Sühnasche und daraus das Sühnwasser zu bereiten sei, geschehe durch Priester^ welche von jeder 185 möglichen Unreinheit sich befreit und nachher noch bis zum Abende rein gehalten haben ( t7)S«7 ^y^M^li ), während die Pharis. den letztern Umstand nicht verlangten und mit solcher Hartnäckigkeit darauf bestanden^ dass sie die Berei- tung, wenn sie nach Anfordern der Sadd. Tor sich gegan* gen, verwarfen oder dem Hpr. während derselben durch ihre Berührung die scheinbar gänzliche Reinheit entzogen*). EKngegen nahmen es die Pharis. genauer mit Reinhaltung und Reinigung der Gegenstände, und ihre Aengstliohkeit wurde von den Sadd. verspottet. Sie finden es lächerlich^ wenn die Pharis. es für nöthig halten, den Tempelleuchter^ von dem wie von Sonne und Mond der Welt das Licht entgegenstrahle , der Lustration zu unterwerfen (Thoss« u. j. Chag. Ende), sie finden es ungerechtfertigt, dass die Be- rührung der heil. Schriften die Hände verunreinige — was damit zusammenhängt, dass die Pharis. überhaupt durch die Berührung heil. Gegenstände Unreinheit entstehen lassen (vgl. unten) — (Jadajim 4, 6 u. Thoss. c. 2), und die spä- teren Pharis. setzen dem Berichte über die scrupulöse Sorg» falt, durch welche von dem Sühnewasser alle Besörgniss der Verunreinigung fem gehalten werde, entgegen^ man möge doch nicht den Sadd. Gelegenheit zum Spotte geben (Parah 3,| 3) **), und desgleichen scheint ein Boethusier sich über die Bestimmung lustig gemacht zu haben, dass man blos die Haut eines reinen Thieres gebrauchen dürfe, um darauf den Pentateuch zu schreiben (Schabb. 118 a. Sofer., *) Parah 3, 7, Thoss. c. 2, Maim. a. Sims, za 3, 5 und letzterer in 3, 8. Offenbar aber hat die alte Halachah Erinnenrngen an diese hohe Beinhaltnng des die Kuh verbrennenden Priesters, wie sie die Sadd. verlangen, daher soUte anch er, gleich dem Hohenpr. vor dem Verstth- nongstage, 7 Tage vorher aas seinem Hanse entfernt werden (M. Parldi 3, 1), ja ihn durften — im Widerspruche mit der jüngeren HaL — d!t anderen Priester nicht berfibren, was dem Hpr. am Yersöhnongstage wohl geschehen darfte, dekm bei diesem komme es auf Heiligkeit, bei jenem auf Betnbeit ui (Thoss. Parah c. 2 An£, j. Joma 1, 1, b. Joma 8 ab). . **) Eine KhnHeheSt. ist Joma 40 b; aUcin die LA. scheint dort nicht richtig zu sein, richtiger die in Thoss. c. 2. 136 Anf. *). Wenn jedoch die Sadd. sich umgekehrt über eine Erleichterung wundem und beklagen^ welche die Pharis. gestatten, nämlich dass der Wasserstrahl, welcher ein reines mit einem unreinen Ge&sse verbindet, seine reinigende Kraft nicht einbüsse (Jad. 4, 7), so scheint Dies mehr sym- bolische Anspielung auf die verschiedenen polit. Sjmpathieen der beiden Parteien zu sein (vgl. unten). — In Betreff des Tempel- und Opferdienstes stellt sich die Differenz im Allgemeinen dahin, dass die Sadd. die Opfer mehr zu ihren Gunsten oder vielmehr zu Gunsten der ihrer Partei angehörigen Priester verwendet wissen wollten, während die Pharis. sie mehr blos Gott geweiht behandeln, jene im Tempeldienste den Pomp des Hpr. vor den Augen des Volks, diese die Volksgebräuche mehr begünstigen; doch scheint diese Abweichung in Betreff des Tempeldienstes von den BoSthusiem herzurühren. So verlangen die Pharis., dass das tägliche Opfer nur aus dem Tempelschatze ange- schafft werde, während die Sadd. diesen heiligen Staats- schatz gewissermassen als den ihrigen betrachteten, und daher verlangen, dass das tägliche Opfer auch aus frei- willigen Gaben Einzahler dargebracht werden könne (Fastenchronik c. I, Bar. Menach. 65 a). Das Mehlopfer, welches mit einem Thieropfer dargebracht wurde, sollte nach den Sadd. dem Priester zufallen, nach den Pharis. auf den Altar dargebracht werden (Fastenchr. c. 8) **). Das Bäucfaerwerk, welches am Versöhnungstage vom Hohen- priester bereitet wurde, sollte dieser, nach den Boethu- siem ***), ausserhalb bereits anzünden und dann in's Aller- heiligste eintreten; die Pharis. hielten darauf, dass es erst innerhalb angezündet werde (Thoss. Joma c. 1, j. 1, 5 u. b. 19 b). Die Wasserlibation und das Abschlagen der Weidenzweige nach vollendeter Procession mit denselben. Beides am Hüttenfeste, achten die BoSthusier für geringe, dringen aber mit ihren Versuchen , jene sa bedeutungslos wie möglich zu machen ***), diese wcocdgstens am Sabbathe *) j* ^^g* 1» d bat bei Besprechung dieaes Gegenfltandes Nichts von d«m Widerspruche eines 6oethusi«rs. *) Die Gemaren gedenken dieser Differens nicht. ') An beiden Stellen wird nor in b. G« Ton Sadd« gesprochen« m za yerhindenii nicht durch *) (Thoss. Snkk« c. 3. b. 43 b; ThoBs. das., j. i, 6,b. 48 b). Bios dem Kampfe mn Partei- ansehn scheint eine andere religiöse Differenz entsprungen za sein, die innerhalb des Judenthmns selbst blos za Necka* reien gefiihrt hat, aber ausserhalb desselben weitgreifend geworden ist Die Feststellung des Neumondes nämlick war ein Act oberster Autorität, indem von ihm das ganze Kalenderwesen und die Ansetzung der Feste abhing. Der ^^Gerichtshof/' die höchste BeUgions-, (Jesetzgebungs- und Vollziehungsbehörde y war mit dieser Feststellung, mit der Aufnahme der Zeugenaussagen über Erscheinen des Nea- mondes und dem danach zu bestimmenden Ausspruche be- traut Dieser ^^Gerichtshof ' war, wie wir gesehn, ehedem ein durchaus oder überwiegend priesterlicher, ein aristo- kratisch-zadokitischer oder sadducäischer; allmälig aber und namentlich bei einer Angelegenheit, in der das ganze, den Pharisäern geneigte Volk interessirt war, rissen diese die Macht an sich, und die Zeugenaufnahmen fanden daher zwar auch bei dem „Priestergerichtshofe,'' jedoch entscheid dend bei den pharis. „Gelehrten" Statt (Rosch ha-Schanak 1,7. Vgl. oben S. 1 1 4). Die hochfahrenden Boöthusier fühl- ten sich dadurch gekränkt und suchten die Pharisäer durch falsehe Zeugen zu verwirren, so dass diese die, sonst bei Zeugenaussagen ganz fremde Vorsicht gebrauchten, biet ihnen als zuverlässig bekannte Zeugen anzunehmen (Bosch ha-Schinah 2, I *♦). Thoss. c. I, j. u. b- 22 b). Die Thoe- seftha und die j. Gemara bringt dieses Verfahren mit einer andern Differenz zusammen, die offSefnbar damit im Zusam^ menhange steht, aber nicht als Grund, wie es dort heisat^ sondern eher als Folge. Die beiden Quellen meinen näm- lich, die Boötlu wären bei ihrem Versuche, die „Gelehrten^ *) Spftter, als die Maclii der BoSth. Iftngst g^brodien war , gehen aach die Pkaris. ailf.iUaie BO«Meht f&r den Sabbath ein, suchen aber den Werth, welehen ile «tf.das Weidenabschlagen legen, damit au ver- einigen, indem de dm fasaeii Kalender so einrichten, dass der Tag des Weidenabschlagens (dar 7. des Hfittenfestes) nie aaf einen Sabb. treffe. *^) Die Misefan. in ddl ^besonderen Ansg. und bei der j. O. hat dei^ allg. Ausdruck Ü^TÜ* ISS irrd zu fUhrQQ, Ton dem Streben geleitet worden, ihrer anderweitigen Behaaptang, dasa daa Wocfaenfest alljährlich am Sonntag zu feitsn sei, Nachdruck zu geben: sie woll'- tan also durch falsche Zengenaussagen und dies^i ent> iprecfaende falsche Neumondfeststellungen bewirken, dass Aach der fUnfzigate Tag nach dem Beginne des Faasabfestea, welcher pharisäisch als Tag des Wochenfestes feststand, auf einen Sonntag treffe. Die j. Q-. selbst aber bemerkt aohon dag^en, es sei dann die Vorsicht bloa an den Mo- paten aöthig gewesen, welche in der Nähe dieses Festes waren, es wäre daa Misstrauen femer blos solchen Zeugeo- wUsagen gegenüber begründet gewesen, welche zu einem den Boeth. günstigen Resultate führten. In der That war aa diese Äbaicbt nicht, welche die Boötb. zu diesen Täu- •chungen venuilasste, sondern eben der Äerger tiber die ihnen entschwindtaide Macht , und dieser war es auch, welcher sie veranlasste, einen Streit über eine Festbestim- mong anzuregen. Man hatte sicher seit alter Zeit die Praxis, die Zählung der dem Wochenfeste vorangehenden 7 Wochen mit dem zweiten Tage des Passabf^tes zu be- ginnen,, und man musste demgemäss das nse in 3 Mos. 23, tl 0. I-?" das erste Mal mit „erster Festtag" und V. 15 das sweite Mal sowie V, 16 mit „Woche" übersetzen. Dies thon auch die 70 und der' Syrer, nnd Philo und Joaephus wissen gleichfalls nicht anders. Wäre die Behauptung der Bo^th^eine altsadd. gcrwesen , , so wdrde in diesen Quellen eine ^ur davon afch sicher vorfinden, ja es wäre bei der frtthenä Ällberrscbaft deir 8add. ihre Ansicht so massgebend gewesen, dass aie mit dam Volksleben fest verknüpft ge- wesen wäre, den Pharis.',!wäre dann eine Äenderong nicht in den Sinn gekommen, noch. weniger gchmgen. Allein im Oegentheile war die Feier des Wocheuf^stes am fünfzigsten Tage nach dem Beginne doa ißABsj^{^||ft.:AUc feststehende Praxis, und die Bo6th. ergriffetb^H^n Umstand, dass das Wort der Schrift eine andertjM^^^tg zulässt, gerne, um den pharis. Gelehrten bei ,^^^^^wderbcstimmuiig, die diese ganz eich zugeeignet '^'^'vI^f'^^ Widergeactz- lichkeit vorwerfen zu können. Mi^^^|H|p, grösserer Ent- 139 sctiedeDheit hielten natürlich die Pharis. daran feet und setzten Anordnungen durch, welche den Widerspruch gegen die BoBth. recht auffallend hervorheben sollten (Menach. 10,3. ThoBs. das. Bar. das. 65 a. Chag. 2, 4. Faatenchr.c. I). Für das Judenthiim nun blieb diese Differon« ohne Folge, hingegen ergriffen die sieb absondernden Seelen dieselbe mit Begierde. Das Christenthuni, sonst dem Sadducäismus sehr abhold (o.S. 107 u. 130), neigte sich hier demselben nm so lieber zu, als neben dem Vorwurfe gegen das Judon- thum, dasselbe feiere die Feste falsch, noch die HervoB- hcbimg des Sonntags seinem Systeme zusagte; aber auch die späteren Samaritaner und die Karacr sowie andere bald verschwindende Seelen *) scblossen sich dieser Ab- weichung an. Da diese Abweichung auf einer Deutung des Bibelwortcs ruht und die Behauptung der Boeth. mehr dem nat&rlichen Wortainne zu entsprechen scheiul. so be- stärkte Dies hauptsächlich in dem Irrthume, die Sadd. seien überhaupt pHncipiell die Vertreter der wörtlichen Äuffar 8ung der heil. Schrift gewesen, während die Pharis. sich M-illkfirlichcn Deutungen hingegeben hätten. Allein djeser Ruhm der Nüchternheit in der Bibelerklärung ist -den Sadd., wie wir gesehen, nur Butiillig geworden, und sie haben sich auf diesem Gebiete im Allgemeinen durchaus nicht von den Pharis. unterschieden. In Betreff des Strafverfahrens giebt Josephus als allgemeinen Character der Sadd. an, sie seien streng und hart gewesen, ein Vorwurf, den die thalm. Schimpfbonen- nung „Raubrichter" ffir „Strafrichter" (oben S, 119) in ande- rer Weise ausdrückt. Solche Vorwürfe werden der herr- schenden Partei immer von der nach Herrschaft strebenden Üppositiun CD Ige gen geschleudert werden, ohne daas diese, wenn sie zur Gewall gelangt, milder verfahrt. Als unter Salome Alexandra die Pharisäer einige Zeit an der Spitze standen, verfuhren sie so hart, daas selbst der Thalmud ihre Gewaltsamkeit nur mit dem Zeitbedörfnisse — einem alle gesetzliche Ordnimg illusorisch machenden Rechtsprin- •) Jndft HadaMi in Esohkbol hK-Khofer § 08 Buchst. C a. J. fM ^ipe ^-^ entschtddigieii kann and den eignen Heros^ Simon b. Sohdtadiy ab einen Mann mit ^^heissen Händen^^ schildern mii88 (j. Sanfa. 6, 4^ vgl. M. In das.). den drei sicher be- aeogten jaristischen Differenzen scheinen geschichtliche Thi^chen, die Parteinahme für oder gegen bestimmte Per- sonen mid deren Verfahren zu Grunde zu liegen^ welche man dann zu abweichenden Grundsätzen generalisirte. Bei einer Abweichung ist uns die Thatsache fast ausdrücklich über- liefert, und die zwei anderen streitigen Gegenstände schei- nen nicht minder einen allgemeineren historischen Hinter- grund zu haben. Die als lügenhaft erkannten Zeugen (mn nr) *) nämlioh erklären die Sadd. nur dann fElr straf- bar, wenn bereits^ das Urtheil gegen den von ihnen Be- BÜchtigten vollstreckt ist; die Pharis. hingegen verlangen nur, dass das ürtheil gesprochen, nicht aber, dass es auch voUzogen sei (Makkoth 1, 6 und Sifre zu 5 M. 19, 19)**). Diese Differenz wird an andern Orten (Thoss. Sanh. c. 6. j. Sanh. 6, 4. b. Makkoth 5 b) mit einer Geschichte in Ver- bindung gebracht, welche nach der ältesten Relation (Mechil- iha zu 2 M. 23, 7) einfach so erzählt wird: „Einst liess Simon b. Schetach einen (einzelnen) als lügenhaft befun- denen Zeugen umbringen, worauf Juda b. Tabbai ihm sagte: Bei meinem Tröste! Du hast unschuldig Blut vergossen. Die Thorah nämlich schreibt vor, man solle die Todesstrafe nach dem Ausspruche von Zeugen vollziehen, und dess- gleichen sagt sie, man solle die als lügenhaft erkannten Zeu- gen (wenn sie Jemanden eines Verbrechens bezüchtigen, worauf die Todesstrafe steht) hinrichten; sowie nun erst nach dem Ausspruche zweier Zeugen ein Urtheil vollzo- gen wird, so werden auch nur zwei Zeugen beiE^traft, wenn sie *) Ueber die g^esohiohil. Entwicklung dietts BtgflÜMi vgh unten. **) Die b. G. Müe. 5 b. macht dnea Ziteli^ d«r allem Beohtsge- fHhle hohnsprechend, auch allen sonatigeii QQiBik& «abekannt ist Sie behauptet, die pharis. Ansicht sei, daaa die ttgtnli^ltai Zeugen nur be- straft werden, wenn das Urtheil gesprocheiii nielit aber wenn das Urtheil vollsogen sei. Es ist Dies die Ifilde einer Zeit, die, der Stralprazis ftm, sieh Mos jiooh in Spitifindiglcdten der Theorie bewegt 141 als lügenliaft befunden werden (nicht aber ein einzelner)*). Nach dieser Erzählung Latte Sini. b. Seli. die vollkommen dargelegte Absicht, wenn sie auch nicbt zur That tUhren konnte, für geuugend erachtet, um einen lügenhaften Zeu- gen zu verurtheilen ; Juda b. T. aber begnügte sich nicht mit der Absicht, sunderu verlangte, die Absicht müsse auch die verbrecherische That zur nothwendigen Folge haben. Daran knüpft sich nun die freilich etwas modificirte Diffe- renz zwisi'hen Pharis. und Sadd.; jene, ihr altes Oberhaupt S. b. S, möglichst in Schutz nehmend, begnügen sich mit der vollkommen erkannten Absicht, verlangen jedoch auch die bereits rechtskräftig gewordene Sentenz, die Sadd. hin- gegen wollen nur dann strafen, wenn die Absicht sich be- reits auch durch die That verwirklicht hat. Die Tradition (Thoss, und Gemaren) will jedoch den Makel, dass S. b. S. in seioem Eifer zu weit gegangen sei, einen einzelnenZeugen, dessen Absicht doch nie zur Ausltihrimg gelangen konnte, zum Tode verurthcitt habe, nicht auf ihm haften lassen und kehrt das ganze Sachverhalt» iss um. Juda b. T. soll den Zeugen hingerichtet, und zwar gerade um den Sadd. (oder gar den damals noch nicht einmal existirenden Boeth.) ent- gegenzutreten, S. b. S. ihm darüber Vorwürfe gemacht, jener darüber bittere Reue empfunden und sich von nun an ganz S. b. S. untergeordnet haben. Die ganze Aus- schmückung der Geschichte zeigt sich als das tendenziöse Product einer jungem Zeit, welche S. b. S. zu verherrlichen ausgeht, hinter den sie auch sonst J. b. T. gern in den Schatten stellt, indem sie diesen dem S. b. S. unterordnet, ihn anerkemienswerther Handlungen entkleidet und sie S. b. 8, als Schmuck umhängt**). •) Der Cliarakler der MecL., wie wir unten ihn kennen lernen, Bovrolil ata die scbmnckloie und prScise ErzSliliing lassen ans diese Re- l&tion DnEneifelliaft bIb die DrspTÜnelicLe erkennen. Sie Inutet im Orifioal : DM rmn:3 7\n-itt *»Oö p min- v? -Witt nmt 1:1 nvü p )ir»B 3in i23 na a-nwi cv bvi ann n-ni» ■■c bv am niin mnm 'pj nt nsce vh O-^iV D'>?3)3'i) yt CiÜ D'lr. Ou iweile Y bv ist von mir, weil über- flössig, eingeklammert. **) ünminelbtu' darauf folgt in dar Mech. die Ersäblung, dass J. b. T, ^BSt ia eine Öde StUne gekommen, dort einen noch rüchelnd«a Er- 142 Noch snieei Abweiohtmgen im Bechtsverfahren werden swischen Sadd. und Pharis. ausdrücklich in den beglaubig- ten Quellen erwähnt. Nach dem jüd. Erbrechte erbt die Tochter nur dann, wenn kein Sohn da ist; dieser vererbt wieder seinen Söhnen, so dass der Sohn des yerstorbenen tchlagenen geftmden, einen andern aber mit einem Schwerte dabei stehend, das von Blat triefte. „Es komme über mich, einer von uns bei- iea, sprach Jada, ist sicher der Mörder, doch was will ich beginnen? Die Thorah sagt, dass nur das Zeugniss zweier Zeugen Gültigkeit hat Doch Qott, der Allwissende, wird Dich bestrafen'*! Kaum hatte er das Wort gesprochen, als den Mörder ein Schlangenbiss tödtete. — Offenbar steht diese Erzählung mit der früheren im engsten Zusammenhange. In der früheren kann dem einzelnen falschen Zeugen nach J. b. T. keine Strafe zuerkannt werden, weil seine Aussage als die eines Einzelnen auch m keiner Bestrafung führen konnte. Diesen Grundsatz hält Juda bei sich selbst, da er nur als einzelner Zeuge hätte auftreten können, fest. Er ist zwar überzeugt von der Schuld des Mörders, allein er will nicht als einzelner Zeuge auftreten, weil es vor dem menschlichen Gerichte frucht- los wäre. Dass er die That nicht mit angesehen, blos moralisch über- ■engt sein konnte, darauf scheint er kein (Gewicht zo legen. Wohl aber wird später, und zwar schon in Mech., der Nachdruck darauf gelegt, dass die »That nicht vor seinen Augen geschehen, der Mörder also blos nach Vermuthung bezüchtigt werden konnte. Ebenso Thoss. Sanh. c. 8, j. 8anh. c. 4 Ende und b. 37 b. (vgl. Thoss. das.), zugleich aber wird die ganze Begebenheit S. b. S. beigelegt! Jalkut, welcher zu 2. M. 28, 7 diö Mech. wiedergiebt, folgt hier auch in der Person der LA. derMeoh., während er in der ersten Erzählung mit den späteren Quellen die Per- sonen vertauscht! — Chagigah 2, 2 wird ein Streit angeführt, der von den fiinf alten „Paaren" festgehalten wird, darunter auch Jada b. T. u. 8. b. S., mit dem Schlüsse, dass bei allen diesen fünf Paaren der je zu- erst Genannte Fürst, der zweite Gerichtsvorsteher gewesen D^^^tZ^IOri) X'Tn ^rO n^2»( OrÖ D^:«71 D>irva m), was freiUch eine Znrfickdatirung späterer Zustände ist. Demgemäss hätte auch J. b. T., der Früherge* nannte, den höhern, S. b. S. den zweiten Bang eingenommen. Damit kann sich Thoss. und Gemaren z. St nicht beruhigen, sie behaupten, 8. b. S. habe, wenn auch später genannt, doch an Würde über J. b. T. gestanden, und diese Annahme hat eine, wenn auch nioht ganz durch- gedrungene Corruption der LA. bewirkt Dip Thoss^ Best am Schlüsse DTDd D'^^W zwei von den fünf zuerst genannten hätten die sweite Stel- lung eingenonmien, und demgemäss scheint in der M. corrigirt worden BU sein, indem Schammai vor Hillel gesetzt wurde (was niolit so im Texte der j. G., aber schon vor den Vf. der Thoss. rar b. G* sich fimd), da- mit man mm zwei zwar Spätergenannto, aber dochErtte iaBange habe, 148 Sohnes, also der Enkel, erbt imd nicht die Tochter. Wenn aber bloa eine Enkelin, die Tochter des Sohnes, Übrig ist nebcD der Tochter, dann behaupten die Sadd. (oder Boeth. nach Thoss.J, dass die Tochter mit der Enkelin zusammen erbt, die Pharis. liingegen, dasa nur die Enkelin, ala den Sohn vertretend, erbe, dio Tochter aber leer ausgehe (Thosa. Jad. c. 2, vgl. Sims. Jad. 4, 7, j. Baba bathra 8, I, b. 115 b. Fastenchr. c. 5 Ende). Ferner verlangen die Sadd., dass der Herr fUr den Schaden, welchen seine Knechte anstiften, haften müsse, gerade wie fiir den seiner Thiore, die Pharis. sprechen ihn davon frei (.lad. 4, 7, vgl. auch Baba k. 8, 4). Nimmt man andere Berichte hinzu, so haben diese beiden Beatimmungen einen bedeutsamen gcschichtl. Hintergrund. Die Sadd., namentlich der Zweig der BoSth., standen nämlich mit dem Hause des Herodes in frennd- achaftlicher Verbindung, wahrend diu Pharisäer dem rück- sichtslosen Fremdling und seiner Familie nur mit Wider- streben gehorchten. Den Sadd. kam es nun hauptsächlich daran!' an, die herodäische Familie als legitim darzustellen, die Pharis. bcharrten dabei, sie seien Fremdlinge, die als ausländische Knechte des hasraonaiachen Hauses a'oh 'un- befugt die Gewalt anmassten. Die Sadd. gründeten das Recht des berod. Hauses auf die Abstammung von Mai-iamne, der Tochter von Alexandra und der Enkelin Hyrkan's, welche, nachdem alle mUnnlichen Nachkommen des hasmo- oäischen Hauses hinweggerafft waren, das Erbrecht besass, es dann auf ihren Mann und weiter auf dessen Kinder übertrug. Wie aber, wenn, wie es wahrscheinlich, Töchter von Söhnen Hyrkan's da waren*), welche der Alesandra und der Mariamne ihr Erbrecht streitig machen konnten? nämliche. b. 8. irndHUl«!! Tgl. aach unten, noS. b, S. aUtt deaspüteren SameBH gesetzt wird; wie ca eicb mit soustigen nnf S. b. S. zariickge- fiihrteD h«iUamcn ADordnaogeo verhlilt, mtig vorlüulig dahingestellt bleiben. *) Dus solche existirten, steht nicht gcscblchll. fest, ist aber dach wahracbe blich. Die Glieder der Familie Baba e. B. werden Ton Jos. ale HaohkoiuiiieD de« Ujrkan bezeichnet (Alt. XV, 7, )0), wahrach. von der «aibUuhen Linie eiuea Sohnes oder Enkelsohnes. Vgl, anch big. Ajuu. 144 Dem gegeBÜber behaupteten die Sadd.^ dass die Toohter mindestens den .gleichen Ansprach hatte mit des Sohnes Tochter, also Mariamne und ihre Erben jedenfalls den ge- rechten Ansprach aaf einen Theil der Herrschaft hatten. Nicht also die Pharisäer! Sie behaupteten, neben den Nach- kommen des Sohnes selbst weiblicher Linie hat die Toch- ter gar kein Erbrecht, die Herodäer sind demnach nyr Knechte des Hasmonäerhauses (NO^»vn rP3 *n3j^ *). Nun, erwiderten die Sadd. dialektisch, sind sie Knechte, so sind die angeblichen Herren auch ftir deren Thaten yerantwort- lioh; was beschuldigt ihr Herodes der Grausamkeit, als Knecht ist er ja nur ein Werkzeug seines Herrn? Habt ihr nicht selbst einst, unter des Hasmonäers Hyrkan Vor- ritse, den Herodes vorgeladen, jenen selbst zum Richter über seinen Knecht machend, und hat er ihn nicht freige- sprochen, muss nicht Hyrkan demnach für Herodes ein- stehn?**) Ist auch, entgegneten die Pharis», der Knecht *) Die thalm. Tradition hat darüber eine Erinnemng ganx in dieser Fftrbong aufbewahrt, in welcher sie jedoch noch schärfer die Leg^timitKt des Herodes abzuweisen rersncht. Sie erzählt (Baba bathra 3 b.): He- rodes war der Knecht des hasmonKischen Hauses, da warf er sein Auge aof eine Jnngfran (ans diesem Hanse) . . ., er brachte nnn alle seine Herren um und liess nur die Jungfran am Leben. Als diese ge- wahrte, dass er sie ehelichen wolle, stieg sie aufs Dach, rief laut: „Wer von nun an sagt, er stamme vom hasmonftisehen Hanse ab, der ist ein Knecht, denn von diesem Hause bin nur ich, die Jung- frau übrig, und ich stürze mich eben vom Dache auf ^e Erde/* (Sie fBhrte es auch aus), Herodes aber bewahrte ihre Leiche sieben Jahre in Honig, nach Einigen wohnte er noch der Leiche bei und genügte damit /Miner Leidenschaft, nach Andern wohnte er ihr nicht bei und bewahrte sie nur, damit man glauben solle, er habe eine Königstochter ge- ehelicht . . . Er ermordete nun alle Gelehrten, nur Baba b. Buta liess er als Bathgeber am Leben. — Hier werden also Herodes* Intentionen, saine Herrschaft durch Erbrecht legitim zu machen, bekämpft und zwar indem man das Factum, dass er die Hasmonäerin Mariamne geehelicht, ganz leugnete. Vgl. auch Kidd. 70 b. u. folg. Anm. **) Jos. Alt. XIV, 9, 4. 6. Die thalm. Tradition hat auch diese Cleschichte aufbewahrt mit Zügen, welche die ToUe Färbung unserer Darstellung haben, nur dass sie nach ihrer Art ihr geläufiger gewordene Parsonen den wirklichen subsistuirt. „Der Knecht des Königs Jannai 145 dem Willen des Herrn unterworfen, so hat er auch als Mensch freien Willen, so das3 er gerade, wenn der Hen- ihn bestraft, im Ingrimrae Brand und Mord durch *das Land trägt; Hj-rkan konnte damals Herodea nicht bestrafen, weil er seine Bosheit fürchtete, diese ist sein Werk, nicht Hyr- kan's. Diese abweiclienden politischen Meinungen kleideten sich nun in allgemeine Rechtsanschauungen. Solche Einkleidimg politischer Parteiana ichten in ab- weichende religiöse Grundsätze entspricht ganz dem Charak- ter der damaligen Zeit und wiederholt eich in allen einzel- nen Disputen, die uns die Tradition in der Mischnab, Ende Jadajim aufbewahrt. Schon dass hier aus der gewiss weit grösseren Anzahl von Differenzpnnkten gerade diese her Torgehoben werden, welche doch scheinbar su Vereinzeltes und Unwesentliehes berühren, dass die Häretiker sie femer (l. Hyrkao, vgl. oben 8. CG A.) beging oJnen MorJ. P« wngte Simon k Scheuch (1. SamefM, rgl. oben S. 143 A.1 m 3on „Gclphrten": richtet eure AngeD Bnf ihn, dnas wir ihn richten. Da Baiiijtcn sie kutu Könige: Dein Knecht hU. eioell Mord begangen. Da sandte er Iha ihnen. Sie aber Bcbickten znm Konige: Komme auch Du hierher; die Tborah sagt: wenn der Herr des Btüssigon Oclisen gewarnt worden (und er ihn dennoch nicht büt^t und die.' 28), Moblan, es komme der Uerr des Oc'hscn und er stohe ein für seinen Ochsenf)! Der König kam und setzte sich nieder. Da (praeb Simon b. Schet&oh (Sameas) : KÜnig Jannni (Hyrknu), et«he auf. damit man wider Dieb lauge; Dn sieliat nicht ror uns, sondern vor dem Behöpfer der Welt, Da erwiderte der König: E» geht nicht nach Dei- Detn Worte, sondern nach dem des CoUegiums. 8. wandte sich zur Beebten und zur Linken, alle senkten das Antlitz muthlos inr Erde. Nnn, aprftch S-, ihr seid voll Bedenklichkeitco ; der die Gedanken kennt, wird euch bestrafen (9anh. 19 ab.). Wir haben in dieser Relation voll- kommen die sadd. Deduelion, nuin u.dgl. seUan, ÄoadrÜEke, nelclja eurntt nicht lUr Badd. vorkommeu. 10* 148 Ortsgemeinscbaft nicht darin, weil die Sadd. die Ve^ipflich- txmg nicht anerkennen, ^m Sabb. eine solche Ortsgemein- schaft herzustellen*), sondern vielmehr darin, dass die „Genossenschaftsmahlzeiten,^^ welche, wie oben (S. 124) be- merkt, diesem Gebrauche zu Ghrunde lieg^i, zwischen Pharis. und Sadd. nicht Statt fanden. Femer wollen einige Lehrer, dass die Töchter der Sadd« immer als Menstruirende zu betrachten seien, so dass sie eine ausdrückliche ErklA- rung von ihnen verlangen, dass sie pharis. Sitte beobachten wollen, während Andere umgekehrt sie stillschweigend als pharis. Sitte huldigend betrachten, sie müssten denn aus- drücklich erklären, an dem Wege ihrer Väter festhalten zu woUen (Nid. 4, 2. Thoss. und G^m. das.). Auch diese Bestimmungen beruhen, wie sich schon aus dem Schwanken darin ergiebt, nicht auf gewissen abweichenden Behaup- tungen der Sadd. in der Frage über die Menstruation, viel- mehr sind sie blos der Ausdruck für das Urthefl über Mbchehen zwischen Pharis. und Sadd«, die der Eine er- schweren, der Andere zulassen will. Einige Abweichungen im Gebiete des Bechtsverfahrens führt nur der Soholiast zur Fastenchronik als streitig an, aber sicher blos als eigne Conjectur. Zu der alten Angabe nämlich, dato' am 14« Thammus das alte Strafgesetzbuch, nämlich der Duuinviri, abgeschafft worden sei (vgl oben S. 121 A«), fügt der Scho- liast noch hinzu, die Boäth. hätten femer (lun) manche bibL Satzung wörtlich erklärt, so das Ausbreiten des La- kens (5. M. 22, 17), die Bestrafung von Auge um Auge, Zahn um Zahn (2. M. 21, 24 und sonst), das Anspeien d^ die Ehe verweigernden Schwagers (5. M. 25, 9), während die Pharis. diese Vorschriften milder deuten. Von allen diesen Differenzen ist in älteren Quellen keine Spur, viel- mehr sind über ersteren Punkt selbst die späteren Pharis. *) In diesem FaUe würde die b. G. (68 b.), welche dsi Wort Sadd. stricte nimmt, nicht den Zusammenhang yermisst haben iwischen der aweiten M. nnd der ersten, da ja in dieser aosdrücklich die Bede ist von 31TM mym )y^^ *»7a und damit ja dann natflrlich der Sadd. ide&tiach wäre. 149 nicht ganz einig, und in den beiden ändern erzeugte eich in der Praxis die Abweichung vom strengen Wortsinne notwendig von selbst, bo daas man den Sadd., welche mehr mit der Praxis als mit der Theorie beschäftigt waren, die Feathaitung am Wortsinne nicht zuschreiben darf. Vielmehr hat der Scholiast, der jenes „Aufhören des Straf- gesetzbuches" seinen geschieh tl. Beziehungen nach nicht mehr zu deuten wusste und der, schon mit den Karaiten bekannt*), die Sadd. mit diesen identificirte, aus eigner Vennuthung diesen Zusatz gemacht. Nicht besser verbürgt sind die Nachrichten, welche die Karaiten einem Schriftsteller des 9. Jahrhunderts entlehnen, und die aus allerhand getrübten und verwischten Erinne- rungen zusammengeflossen sein mögen. David ben Mer- wan Almokamez berichtet nämlich bei Juds Hadassi (Esohkh. ha-Khofer c. 97 und 98), die Sadd-, das Bibel- wort wörtlich auffassend, nähmen die sinnlichen Ausdrücke über Oott in der Schrift buchstäblich an, während einige sie von den Engeln oder von einem auf Gottes Oeheiss die Welt schaffenden Engel verstünden, sie zählten die Monate regelmä8Bigzu30Tagen*''), zählten den indasPassah- und in das Hüttonfest treffenden Sabbath nicht mit zu den Festtagen, vielmehr seien es 7 und 8 Festtage ausser dem Sabbath, und endlich gestatteten sie nicht die Ehe- Bcheidimg. Die Boethusier hingegen bestimmten das Wochen- fest übereinstimmend mit den Karaiten auf den Sonntag. Auf diese unkritischen Angaben, deren Urspnnig leicht er- sichtlich ist, ist kein Werth zu legen. Unsere Darstellung ist genügend belegt: Die Sadducäer sind ursprüng- lich die vornehmen Priesterfarailien, Nachkom- men der vor den Makkabäern herrschenden Za- dokiten, denen sich überhaupt Alles, was aus irgend einem Grunde sich zur Aristokratie zählte, anschloss, namentlich auch die hohenpricster- : Akra erklärt: Min Dt *) Tgl. sein Qniproqno in C. 2, "*) Tgl. oben S, 106 A. die Angabe Snad.' bei Isask Israeli. i liehen Familieiiy welche dnreb die. Bdrodtt^r bu Ansehen gelangten, die BoStbuaiir; eie hatten Verwaltung und Qerichlabarkeit inne. J>ie Pha<- risüer bestand'ei^ aus dem national und reHgii^a gesinnten 3ürgef thume, bildeten die Oppos^Hiott gegenüber der Aristokratie, diesieaUmäligübarr wältigten. Die Differenzen beruhen daher mehr anf politisohem und Partdistapdpunkte als auf abveicbendM religiösen Grundsätzen; erst nach und naeh wurden ata an verschiedenen religiösen Sekten« Viehnehr gingen 8add. und Pharis,, und namcültlich in früherer Zei^ wenn auob ifu Staat«lebeiii y^ebi^dam Zwecke verfolgend, in ihiren nationa)rraUgi{l9en Bestrebuor gen Hand in Band, sie Statuten auf glaiobem Standpunkte gegenüber der Masse des Yolkeis welche, nur ihr tlglicha^ Bedür&iss im Auge, die national-religMtaen Vor^^iriftMi nicht mit Strenge beobaehtete^ den ,^QwQa4aniicbafteii^< wAA angehörte und politisoh bidd der einen bald der ündem Partei sich mehr zuneigte^ meistens aber, der IJatur deü Volkes angemessen, der Aristokratie abheld war VBüä deaei Pharis., als den Eifrigeren, sich anwmdta« Aneb dies^ Masse des Volkes hatte ihren geechiehtUeli Qberkomme«»m Kamen mit einiger Umgestaltung. Bei d^ ursprOngUchen Restauration des neuen Staates hatten die Zadektten und die „von den Völkern des liandes und deren UnreJ^idieit sich Absonderndan^^ einen sehweren Kwapf mit den vcns bandenen fremden Volkselementen au bestehn, um dUn nationale Sitte zu befeetigeiu AllnU^ig emtajrkten die natio« nalen Parteien, und namentlich nach den Hakkabäersiegen^ die Fremden wurden entweder aus dem Lande verwiesen oder sie verleibten sich dem jüdiseh^natioiaalAn Leben ein. Aber auoh diese beobaekteten bei ihrem Anschlüsse doch nicht alle Vorschriften« und namentlich wairen sie lax in Beobachtung der Gebete über Bewahrung dier Reinheit und über die Abgaben von der Frucht So gab es nun zwei Elemente, denen gegenüber die jüdisch-nationale Sitte in ihrer vollen Strenge aufrecht erhalten werden musste, die fremden Völk^ einer^l^ und Mid^rarsQxta die eigenen t5l Volksgenoasen oder «lie hinzugetretenen Fremden, welche theilweiae die Vorschriften beobachteten. Die zwei Namen, welche früher von den fremden Volks elementen promiscue gebraucht wurden, die Vl^v" ^ und die V7¥'7 *5? ^mt^.^)j Würden nun geschieden und je einer fiir eine be- I sondere Claase ausschlieaBlich angewendet: fremde Völker hiessen 0'.^-, die eignen nicht vollkommen sich anschliessen- den Volkselemente, die Volksmasse hieas inttn 'cj, und daraus bildeten sich die eigenthümlichen Singulare fiir ein. sebie Individuen; ein Einzelner aus einem fremden Volke I biesa nun 'Ü, ein Kinzelner aus der jüd., nicht den stren- gen Genoase na c haften angehörigen Volksmasae hiess ynici DI». In gleicher Weise bedient aich der Vfr. des zweiten Buches der Makk. ö, 3 dea Ansdrackes ox>-oi fiir V"(*n Dl", während i&foi der gewöhnliche Ausdruck in den Apokryphen ist fiir B*t:i als Nichtjiidcn. In den national-religiösen Gcnoasenachaflen jedoch, sowohl der Sadd. als der Pharis., wurden die religiösen i Anschauungen und Satzungen meistenB in Uebereinstimmung tmd nur mit eineehieii Abweichungen weiter entwickelt. Als aber die Pharis. immer an Einfluss zunahmen, wuchs aach das Bestreben, vieles früher unter der Herrschaft der Zadokiten und Sadd, Featgestcllte theils ganz zu beseitigen tfieÜB umzudeuten; die alte Halachah ward antiquirt, eine [ neue trat an ihre Stelle. >So lange der Staat stand, hatten die Sadd. ihro Macht noch nicht ganz eiugebüsst, die ge- 1 Bwinsamen Kümpfe um die Erhaltung des Staates machten I fiberbaupt eine durchgreifende Reform unmöglich. Mit dem I Schwinden der Selbstständigkeit konnten die vornehmen I Badd. Familien ihr Ansehen nicht mehr geltend machen ; I die hillersche Familie imd Joclianan b. SakkliaJ, welche an I der Spitze der Pharisäer standeu, traten alsbald cntschie- I dener gegen die Sadd. ant Dio Macht der Sadd. war an I den jüd. Staat, an Jerusalem mit seinem Tempel und deu I daran fiingirenden Priestern geknüpft; die Pharis. trugen geateigerte Macht aus dem zerstörten Jerusalem I derswohin, ihr Sitz war in Jaiunia und dann auch an an- dern Orten. Noch schaute freilich' das Volk a^tf Jeraaalem ea _ en ■ im I 162 und seine volle Selbstständigkeit hin, als würden dieselben bald wieder restaurirt werden; Viele wollten kein Fleisch essen^ weil das Tbier an geheiligter Stelle als Opfer dar- gebracht und dem Priester sein Antheil gegeben^ keinen Wein trinken, weil davon auf den Altar gegossen werden müsse *); gegei^ welche Josua b. Chananjah ankämpft^ An- dere enthielten sich des Weines, sie hiessen ,,Was8ertrin- ker/^ abei: des Fleisches enthielten sie sich nicht, indem sie dafür hielten, dass man nun, da der Tempel zerstört sei, das Opfer auch ausserhalb desselben darbringen könne, wie auch Josua behauptet'*'*), sie brachten solche wirklich dar, und die Sage erzählt, eine Stimme sei aus der Stätte des Allerheiligsten vernommen worden: Wer die Opfer der Israeliten in der Wüste wohlgefiülig aufgenommen, der nimmt auch gegenwärtig die Eurigen mit Wohlwollen auf*'*'*)! Diese Hoffnung, dass man den alten Zustand bald wiederhergestellt sehn, die gegenwärtige traurige Lage bald wieder vorübergehn werde, fährte zu vielen Au&tän- den; der ernsteste und entschiedenste war der unter Ben- Khosiba. Als auch dieser unglücklich ausfiel. Viele dem Kampfe erlagen, der Ueberrest zersprengt, der Aufenthalt in Jerusalem ganz verboten, in Palästina- überhaupt er- schwert wurde, da brach der Muth, man fiigte sich in die bestehenden Verhältnisse, indem man seine glühenden *) Thoss. Botah Ende. Baba bathr. 60 b. 80 haben anch die alten Karaiten die Enthaltung vom Genasse des Fleisches im Ezile als Pflicht gelehrt, so Anan, Daniel b. Moscheh, Benjamin Nahawendi, 8ahl b^ Maz- liach, Jefeth, und ihnen folgend Isaak b. Bahlol und Juda Hadassi, während Jeschaah und Andere es gänzlich gestatten, wieder Andere es nur ausserhalb Jernsalem's gestatten. (Eschkhol ha-Khofer § 236 p. 90. Ifibchar zu 3. Mos. 17, 3 f. 28 b. und zu 5. Mos. 12, 21 f. 10. Adde- reth, über Schlachten c. 12 f. 65.) **) Edujoth 8, 6: Tf^^ l^V D-^K y^^'npTDÜ "^IWSttr WW 1*'K* ••) Mech. Jithro c. 2: T\HT) ü"^ "^nW "^iaö P^\> ^'^lipn^ irwa nüPtt 1T T\^V2 DD^'nUÜlp* Dies ist dort zwar, anlehnend an die Rechabiten, mitgetheilt, aber bezieht sich keineswegs auf diese, sondern eben auf die nach der Zerstörung sich des Weines Enthaltenden und das Fleisch als Opfer Gtoniessenden. 153 Wünsche und Hoffnungen auf eine unbestimmte ferne Zu- kunft verschob. Das letzte Ansehn der Sadd, war ge- schwunden, die alte Ualachah wich ganz, und die neue Entwickelitng drang siegreich vor. Joaua b. Chananiah, vorzüglich aber Akiba ben Joseph, der, ein ei&iger Patriot, den Ben-Khoaiba unterstützt hatte, waren die Re- stauratoren des Gesetzes ; andere pharis, Lehrer wider- strebten theilweise, hielten mehr am Alten, unter ihnen ragte zuerst hervor Eliesec b. Hyrkan, der „als eine verpichte Grube, die keinen Tropfen verlor/' einfach bei dem blieb, was er überkommen und bei Anfragen Nichts aus eignem Schart- sinne hinzuthat, sondern einfach sprach: „Das habe ich nicht gehört;" allein er wird schon von Josua fast ganz verdrängt. Dann zeigen sich noch als Gegner Akiba's Ismael, auch Josse der Galiläer. Der Eifer einiger jungem Männer, wie namentlich des muthigen und rück- sichtslosen Chananjab, des Neffen Josua's, ging noch weiter und wollte Palästina sogar derjenigen Vorrechte, die man ihm noch zu belassen fiir gut fand, wie z. B. für die Fest- stellung des Kalenders, auch noch entkleiden und die Mass- nahmen in Babylonien (Pumbeditha), wohin Cb, gewandert war, treffen. Diesem Eifer, der eine gänzliche Auflösung der Einheit und die Bedeutungslosigkeit der Patriarchen herbeizuitihren drohte, beugte man nun zwar vor, und charakteristisch sind die Worte, die die abmahnenden Send- boten an Chananjah richteten. Nachdem sie ihn zuerst ironisch „Heiligkeit" anredeten, da er sich die Palästina innewohnende Heiligkeit anmasste, ermahnten sie ihn, dass die Lämmer, die er in Palästina zurückgelassen, Widder geworden seien; endlich kamen sie zur Sache und sprachen: wenn Du die Oberberrlichkeit Palästina's nicht anerkennen willst, nun so gehe nach der Dornstrauch wüste (der Qränze Aegyptens, 1. Mos. 50, 10 und II), schlachte dort Opfer, und Nechunjon (Onias) sprenge als Priester das Blut, d. h. vereinige Dich mit den Priestern des Aftertempels zu Heliopolis! Es beisst wohl nicht mehr, fuhren sie fort: das sind die Feste Gottes, sondern die Chananjah's, des Neffen Josua's, nicht mehr: von Zion geht die Lehre aus und das IS« Wort Qottes von Jeinualaitty «ondern v{ ]T11T TP^Tl^l XsnW (Nechnigon wird in den oben 8. St angef. Jems. QaeUen immer Onlas genannt) inr die angemelne Anrede an das VoUr ▼«rwandeU wird: ♦ ♦ • 71^3 )ir» .T»! Wm rU^ iTnK ^rft Äjr». EBa- gegen wird dort gerade von Akiba gesagt, es habe mit Tollem Baohte in BabyL die Kalenderfeststellung Torgenommen. Der Math Chanan- jah*s, verschieden von dem ängstlich rücksichtsvollen Josna, aeigt sich Niddah 24 b. — Ueberhaupt scheint 'man später theils gerne die Be- dentoflfg Chan.*s zu schmälern, theils wiederum ihm selbst ein tieise Be- daaem Ober das Seheiden von Palästina beixulegen. Unter den grossen Sohnlea säUt eine Bataitha aqeb die des Chan, auf (Sanh. 32 b.X un- sere Ausgaben aber lassen die Worte **nM p iTISn aus, als wäre von der Schule (seines Onkels) des Josua die Bede, . die aber schon früher genannt ist und nicht in Babjl. war. Seiner Auswanderung dorthin iHrd gar in Midr. Koheleth (su 1, 8) ^ seltsame Teranlassung luge- aoMeben, ea sei ihtti von den „Ketiem*< in Kate*Nahum etwM aag*- than wotdea, er s^ dann am Sabbaih» su seinem Oheim geritten, der ihn gekeilt» aber nun nach Bab7L gesandt habe» Sifre Beeh aber (an 12, 29) wird mit sidlitlicher Geflissentliehkeit hervorgehoben, wie Jnda b. Bethera (in l^bis), Mathias b. Charasch (in Bom) und unser Chan, atf dar Oränxe PalSstiB angelangt, bitterKoh geweint und — wieder cu- HMhgAebrt Miea, wml im heiL Uni» aa weilen ttbMr AHoa gtshsl 1S9 Mi: itWer entblösst den Staub von deinea Augen, Joclu- BAO' b. Sftkkhui, der du gesagt . . . , es fände sich dafür lEeiue Scliriftä teile, siehe da, dein Schüler Akiba bringt aüae solche dafür" (Sotah 5, 2). Andemtheila stellte er da- nit neue Bestimmungen fest und abrogirte friÜiore. Der heftige Tarfon wirft ihm zuweilen rasch entgegen: „wie lange stoppelst du uns willkürlich Dinge zuaammmen? ich iatm es nicht ertragen, Akiba," und beugt sich dann doch Tor seiner Deutung (Sifra Wajikja Auf. c 4, Thoss, Kor- buioth c. I, Sebachim 13 a; Sifre Behaalothuha zu 4. H. 10, S und sonst). Der Galiläer Joane, auch Elieear b. Aeariah, ittt in entschiedenem Kampfe dagegen: „und wenn Du den ganzen Tag deutest und deutest, Du kannst doch dem Bibelworte Nichts hinzufügen oder davonnebmen (Sifra Zaw c. 8 zu 3. M. 6, 23, Sebacbim 82 a; Sifra das. «. 11 zu das. 7, 12, Menachoth 89 a; Sifra Kmor o, 7 zu iM, 22, 18*)). Diesen dialektischen Qeisteskampf zw> Kben Akiba und Josse verfolgte Tarfon mit solcher Leb- haftigkeit und wai' von der Energie Joase's so erfreut, dasa W die Worte üaniel's (8, 4 ff.) darauf anwendete: „Ich sah den Widder, der nach Westen, Norden und Süden stiese, lüle Thiere können nioht vor ihm bestehen, Keiner rettet von seiner Hand, er chut naoh seinem Willen und wird fgtoes;" das ist, sprach er, Akiba 1 „Da merkte ich, und sieh«, ein Bock kam vom Westen Über daa ganze Land, kaum berührte er den Boden . . ., der trat hinan an den gehörnten Widder . . . lief zu Jbm mit dem Orimme seiner Uaebt, ich sah ihn, wie er ihn erreichte, mit Erbitterung de» Widder schlug und seine zwei Hörner zerschlug, der Widder nicht Macht hatte vor ihm zu bestebn, der Bock ihn sur Erde warf, zertrat und der Widder sich vor ihm *) Ucaacboth 73 «. i£t die Ansicht Afciba'» ieta Joms und Dmge- I kehrt beigele^, äer Tndet der waitgehenden Dcalaog aber gaoi suif^s- . Imwq; Die« ist otTenbar falsch, indem die Misohoab Bchekalim 1, Ü. Mwiach. &, 3. 6. 6 (7), 1 die Meiunce adoptiii, welche Sifrn dem Akiba * fcaileg*" I>ie«e Verwechaluag ist ron den RabU. nicht beachtet ivorden and ha( daher eo Vcrwirruoseit gubracht, aucfa wohl eb CoFfeotursn iL Bchekalim, rgt. Helier in Ihoaa. J^mtob das. 156' nicht retten konnte/^ das ist Josse der Galilfter, rief Tir- fon mit sichtbarer BVeade, dass Akiba einen siegreickea Gegner gefiinden (Sifre Chokkath zu 4M. 19, 9« Thoss. Mikw. Ende, vgl. Parah 9, 5). Ganze Arten der Deutung bestreiten ihm seine Gegner. Er findet in scheinbaren Wiederholungen — wie wenn der Inf. dem Verbum finitum vorangeht, wenn ein Nomen zur Bezeichnung des Distri- butivum wiederholt wird u. dgl. — Veranlassung, das Geseta mannichfach zu erweitem; Ismael setzt ihm entgegen, das sei hebr. Sprachgebrauch, und können daraus keine Schlttsso gezogen werden. Bei zwei Abschnitten verschiedenen ht- halts, welche zufUlig neben einander stehen, überträgt er Bestimmungen aus dem einen auf den andern; andere Lehrer entgegnen, das örtliche Zusammenstehen habe gar Nichts zu thun mit ihrem abweichenden Inhalte*). Allein der Widerspruch nützte Nichts, Akiba behielt die Oberhand. Die spätere Zeit hat bald stillschweigend seine Ansichten aufgenommen, bald zwar auch die der Geg^ ner nicht verschwiegen, aber den seinigen den Vorzug ge- geben. Er galt ihr als der Restaurator des Gesetzes. „Wenn nicht Schafan zu seiner (Hiskia's) Zeit aufgestan- den wäre, nicht Esra zu seiner, nicht Akiba zu seiner, so wäre die Lehre in Israel vergessen worden; das Wort, das er zu rechter Zeit gesprochen, wiegt Alles auf ^ (Sifre Ekeb zu 5 M. II, 22). „Akiba ist es, der Mischna, Midrasch, Halachah und Agadah festgestellt^^ (j. Schekalim 5, 1). Nur an wenigen Orten wiird von einer alten Lehre ge- sprochen, die dann später abrogirt worden, bald mit aus- drücklicher Bezeichnung, däss Dies durch Akiba geschehen, bald auch ohne seiner zu gedenken **). Im Allgemeinen ist die thalmudische Tradition so völlig umgearbeitet, das *) Vgl. hierüber meine AbhJindl. in wiss. Zeitschr. f. jüd. TheoL B. V, bes. 8. 78 ff. o. 8. 239 ff. ^) M. Khethnb. 5, 8, vgl. j.das. Nasir 6, I, vgl. Thoss. e. 4. Gittin 5, 6. Sanh. 8, 4. Edajoth 7, 2. Thoss. Parah c 4 (bei 8im8. 5, 1). ThoM. Arachin c 5. Thoes. Pess, o. 1 (vgl. M.2, I). Thoss. Moed kalon c. 2 (wovon keine Erwähnung in den Gemaren). 8ifra Meiora Ende (j. Gittin Ende n. b. 8ohabb. 64 b) und sonst r 157 I Werk der Uragestaltimg so gänzlich durchgedrungen, dass I man in den anerkannten Werken, in der Miachuah und den I fiemareo, gar nicht den Kampf von Jalirhunderten , das 1, Hwausgebären einer neuen Zeit aus einer sehr verschieden I gestalteten Vergangenheit mehr tvalirnimmt ; die Autoritäten, I deren abweichende Meinungen zum Theile mitgetheilt wer- I tlen, gehören am Ende gleichfalls grossentheüs der Rich- I ^ong an, die eben die später berrst:hende geworden, und I flifi Differenzen unter ihnen sind blos schwache Nachklänge. I Ja, selbst diese Abweichungen schleifen sich in der spätem I Erinnerung und Darstellung ab, so das» sie die Schärfe I verloren, welche sie zu ihrer Zeit gehabt haben mochten. I Diese Nivellirung nahm noch umsomehr zu, als die thal- I tnadische Gelehrsamkeit nach Babylonien übersiedelte. I Dorthin war im dritten Jahrhundert, nach Abschluss dei I Hischnah, das festgestellte Resultat und eine fertige An- I flchauong gewandert; die Erinnerungen an den geschieht- I Kchen Frocesa, den die Anaicliten durchzumachen gehabt, I bis sie zum Abschluss gelangten, schwanden oder trübten I Bich Jedenfalls. In neuer reger Thätigkeit beschäftigte man I sich mehr damit, das nun festgestellte Resultat weiter zu I J»earbeiten, fortzugestalten, als alte Durchgangsperioden in I ^r Erinnerung festzuhalten; was das Gedächtniss davon I safbewahrte, nahm ganz die Färbung an, welche man nun I als die rechtmässige betrachtete. Wo daher die babylo- I niscfae Gemara, das Product dieser babylonischen Schulen, I Alte Thatsachen und Meinungen aufnimmt, treten sie meistens I in neuem Gewände auf; von der grossen Masse der Ba- Y ttütha's, welche derselben einverleibt sind , haben wenige I ihren ursprünglichen Ausdruck bowahi't, sie sind alle mehr I oder minder, wenn auch unbewusst, einer tendeutiösen Re- W daction unterworfen, sie haben ein neues Gepräge ange- I nommen. Der babylonische Thahnud wiirde aber durch die P frische Thätigkeit des in den dortigen Schulen lebenden I Geistes, diych die spätere Blttthe des dortigen Gaonats, P durch den bald eintretenden wissenschaftlichen Aufschwung der Araber allein als gültig anerkannt, während die palästi- nensischen Arbeiten beim Verfalle der dortigen Schulen in dm HiBtargnmd tnJ^m So liat sioh dai fiiU der V«gM- genhdt^ weil blcm ms der hwibfL Gemar» nfleotirt^ gtmm verwiicht Nor in palttBttaeiieifMstieii Pktidocteo liabeit 9kik die Brmnenmgen treuer erhake% wenn anoh ^bOMbea die Aoisprttobe der neuen Zeit einhergdien. So habett beaon» ders Meokiltlia and Sifre^ und niohtnünder die jar«i» Gemara, ganae alte Halaohali's oder bedentend* TrünuHr derselben aufbewahrt ^ die mit neueren Meinungen scharf oontraStirNi und daher a&ob Ue und d» oorrigiri ebid vMl -Booli mehr corrigirt worden wNren, wenn diese Werke soig- Altigerem Studium und dadurch ein«r Kritik, die Mos den MasBsftab des Spftteren Abschlusses hatte, mterworfen wer» den wiren; gliioklichenreise wurden sie TeornacUässigt wäA haben daher meistene ihlren ahen Tjrpos bewahrt Wettiger altes Material bieten Sifra und Thosseftha. Alle diese •Werke bieten auch hie ttad da Historisehee und HagglSr disehes aus alter Zeit in mehr ursprüngliober Gestak, and 4assgiei€hen die, wenn auch jüngeren, Patestiaa angehöMU- den Midraschim; selbst ganz junge P^daole dieser Art miamm auweilen Dinge auf, die man früher ptteoipiett aoa- sehloss und wekhe diese jüngeren prinoqpkeen Semmel- werke aisäulua» und uns so Thatsaehen gerettet haben^ welche uns aar Reconstroction der älteren Zeü wkhti^e Dienste Idsten. Eine gans allgemeine Erkmema^ aA.die Yersdnedenen Eichen hat der Kirchensöhriftstetter Epiphar- nms in der bekannten Mittheilung aufbewahrt, dass es yiar Deiäeroseis (Mischnah's) der Juden gebe, «lerst die des liiises, d. h« das Deuteronemium, dann die der Makkahäer, d. h. die aUe Halachah, dann die Akika's, dbe neue Batt laehah, und endlich die Rabbi's, der AbseUass, die Jllischndb^ welche ak gültige Norm auf die Nachwelt gekemaan iat^ Zweiter Absebnitt. Anfertigung neuer Bibel -Uebersetzungen. Äbaohluss der Texteg-Feetstellang. Bevor wir die am Schlnsee des vorigen AbBchnittes allgemein hingestellten Angaben von der Umgestaltung aua der älteren Hakchah in die jüngere specieller begründen, iat es nötliig, eine an diese Umgestaltung sich aoscklieB. sende Thatsache zuerst ins Auge zn fassen. Wenn nämlich das gesetzliche Leben und die Sagen- «Dtwicbelung sich auch aelbstatändig nach eignen Qrund- «ätzen ausbildete, so lehnten sie sich doch natürlich an das £cbrilWort an; sie erklärten die einfache Vorsclirift oder - ilelatfon der Bibel nach ihren fortgebildeten Annahmen, and ao mussten die Abweichungen in Halachah und Hagga- dah Datürlich auch von bedeutendem Einänsse anf die fichrifterklärnng sein. Wäbrend die ältere Zeit jedoch meistens ihre Annahmen neben dem Blbeiworte hergehen Üees, so war es gerade das Charakteristische des späteren Verfahrens, die eigenen Behauptungen mit aller Entschie. denheit in dem Bibelworte wiederzufinden, es aus demselben keranszudeuten. Die ältere Zelt ging daher mit dem Buch- I Stäben der Bibel gar nicht so sorgfältig um, ihre Annahmen [ ruhten gewissennossen auf eich selbst, kleine, den Sinn im Ganzen nicht alterirende Abweichungen berührten sie nicht, ja sie scheute auch hie und da eine kleine Aendemng nicht, um das Schriftwort mit ihren sonst als feststehend betrachteten Annahmen in vollen Einklang zu bringe. Anders die spätere Zeitl Sie musste darauf sehen, einen Tollständig correcten Bibeltext herzustellen, da jeder Buch- stabe und jedes Zeichen die Handhabe zu Denttmgen bot I and daher selbst kleine Fälschungen grosse Abweichungen ' m der Auffassung erzeugen konnten. Aus dieser Zeit »cbreibt sich daher eine eorgfiiltigere Feststellung des Textes, jetat nehmen die massorethischen Bemühungen ihren An> fang, und soweit nicht Mhere Umgestaltangen schon zu tief sich festgesetzt hatten, als dass die ursprüngliche Lesart zu ermitteki gewesen wäre, und soweit femer nicht hie und da falsche Voraussetzungen in falschen Conjecturen be- festigten, dürfen wir mit Bestimmtheit annehmen, dass der dieser neuen Entwickelung entsprechende Text gegenüber dem älteren, willkürlicher behandelten der authentischere ist Und dieser spätere Text ist eben im Ganzen der unsrige, der s. g. massorethische. Ich sage: im Ganzen; dmm als man auf diese kritischen Studien geführt wurde, fetfete man sie Jahrhunderte lang fort und forschte nun weiter nach, selbst über die neuere thalm. Entwickelung hinaus, beseitigte selbst Corruptionen, welche diese gelassen, ging aber auch andererseits von Annahmen dieser neueren Richtung ab, wenn man sie nicht begründet fand, unbe- kümmert um den ihalm. Abschluss, den man für sich be- stehen liess. Und daher kommt es , dass unser Bitilltext, namentlich in Punctation und Accentuation, nicht immer mit dem Thalmud übereinstimmt Auffassung und Feststellung des Bibeltextes muss sich am Schärfsten in den Uebersetzungen der verschiede- nen Zeiten ausprägen. Alsbald bei der Begründung des zweiten Staatslebens waren Vorlesungen aus den verschie- denen Büchern der h. S., ganz besonders aus dem Penta- teuch, eingeführt worden, und das Bedürfhiss machte sich hM geltend, dass ein kundiger Mann eine Uebersetzung hinzufüge. Die genaue Kenntniss der Sprache war nicht l^nügend verbreitet, und bei schwierigen Stellen genügte auch Sprachkenntniss nicht ; allein auch der Inhalt bedurfte einer Auslegung, Ja einer neuen Bearbeitung, wie sie theils ^e gegenwärtigen Anschaunngen, theils die Rücksicht auf das Volk insgesammt erforderten. Ausserhalb Palästina's, wo die Landessprache nicht einmal Aehnlichkeiten, also gar keine Handhabe zum leichteren Verständnisse darbot, musste sich die Uebersetzung bald fixiren und allmälig den Text ganz verdrängen. Dies geschah in Aegypten, wo eine ||Friechische Uebersetzung gewissermassen kanonisch wurde, io dass man sie dann einer eingesetzten Behörde, siebenzig 161 (o. awei und siebenzig) Aelteaten zuachrieb, und später sie mit wunderbarem Glorienschein umgab. Allein diese Ab- leitung ist gleich aiidereu Angaben, wie etiva dass „fünf Aelteste" sie angefertigt, wie überhaupt dass sie für einen Ptolemäer ausgearbeitet worden, wie noch mehr alle neuen Hypothesen, die nicht «inmal eine alte Tradition fäi sich haben, spätere dichterische Conjectur und Ausschmückung. Die sogenannte Septuaginta ist eine Uebersetzung, die zuerst im Munde griech. Uebersetzer sich fortleitete, bald niedergeschrieben wurde und den festen Text fiir die griech. redenden Juden bildete. Sie ist demnach nicht in schrift- stellerischer Absicht angefertigt, sie entsprang aus dem Be- dür&isse und genügte ihm; sie drückte die damalige Auf- fassung der Bibel aus, gab sie, soweit ihr sonstige damals allgemein herrschende Ueb ersetz ertcndenzen — worüber später — nicht im Wege standen, treu, selbst in engem Anschlüsse an das Bibelwort ^Heder, bewegte sich aber dennoch in manchen Partieen ziemlich frei. Die ägyptischen und die sonstigen griech. redenden Juden nun,' welche sich immer mehr dieser Uebersetzung als eines Originals bedien- ten, standen dem Brennpunkt der weiter sich ausbildenden Schriftdeutung, der gesetzlichen Discussionen , der agga- discben Entwickelung fern. Die neuen Resultate Palästina'?, vorzüglich soweit sie das praktische Leben berührten, dran- gen zu ihnen hin und wurden auch wohl grossentheils von ihnen aufgenommen; allein man beruhigte sich bei der Autorität der palästinensischen Gelehrsamkeit, behielt aber seinen Bibeltext, d. h. seine reeipirte griech. Uebersetzung nach wie vor bei. Als jedoch der grosse Umschwung im zweiten Jahrhunderte vor sich ging, ab nicht mehr das ge- schlossene national-religiöse Leben in Palästina Muster sein konnte für die Auswärtigen, als die palästinischen Gelehrten mit Nachdruck die altere Richtung bekämpften, entschieden mit der kritischen Herstollimg des Textes vorgingen, als es nicht mehr genügte, den Sinn der h. S. im Ganzen zu - kennen, sondern der Buchstabe in seiner Deutungsföhigkeit von hohem Werthe ward, als die damalige Zeit ferner, wie es besonders wiederum von Akiba bekannt ist, ilir Augenmerk ' fiber '^e i^nge ' HeimÄth hinaas auf die GlaabensUrüder auch der Feme richtete, als endlich gar das Cbristenthom ^lBi6fa auch an die griech. Uebersetzung anlehnte, aus ihr 'Beweise herholte, die beim fä:iblicke in den hebr. Urtext 'schwinden mussten: da empfand man, wie weit dieser griedi« ^^xt vom Originale entfernt sei,*und man fühlte nttn das * dringende Bedürfniss , entweder eine ganz neue ^i^h« '/Uebersetzung anzufertigen oder die alte zu berichtigen. Daher entstanden die Arbeiten Aquila's und Theo, dotion's; jener übersetzte ganz selbststfindig nach dem neuen Standpunkte, und zwar, um 'auch der Uebersetzung die D'eutungs&higkeit des Originals zu bewahren, mit ängst- licher und den Genius der griech« Sprache verletzender ÖuchstäBlichkeit, dieser lehnte sich an die Septuaginta, die- selbe dem gegenwärtigen Texte und der gegeüwärtigen Auiffässung anpassend. Da es den Juden jedoch numnehr an einer Uebersetzung und noch dazu in eüie so ganz he- tcirb^ne Sprache nicht 'mehr genügen konnte, die Chi^sten aber das Product neuerer Juden mit Misstratien betradbte- ten, itsiA und Bedeutung der griech. Juden überhaupt ab- nahm: so hahen sich diese neueren Uebersetzuiigen nur in Bruchstücken erhalten, während die Septüagiiita blieb *). Denselben Qang hielt das Uebi^iret^E^irng^wesen' ääch in Palästina ein, jedoch mit sehr andereii Resultaten, nach den ganz Verschiedenen Verhältnissen, 'Auch hier bildete sich eine Uebersetzergilde, die allmälig eine feste Norm für 4ie öffenlirchen Ueb^hsetzungen feststellte. Allein ihre' Ueb^dr- setzühg Verdrängte niemals den Text, ging blbs neben die- sem her, und die verbreitete Kenntniss des Originals Üetos sie nicht zu solch hohem Ansehen gelangen. Mochte' ide auch niedergeschrieben sein, so waren doch jedenfiiHs die Abschriften mcht verbreitet, und sie war daher nicht 8tahil *) Aus der NoveUe 146 des Justinian, welche Tom J. 668 däliri ist, «chdnt henrorsogehen , dass damals die Ueberietaang des A^ila noch ▼oUständig vorhanden war und ein Theil der griechischen Juden sich ihrer noch als SjnagogenÜbersetinng bediente,'' wihrend der überwie- gende *]^'eil auch gegen sie' prbt^itlrte. geworden; Zusätze und Abänderungen gestalteten sich um 80 leichter, als der enge Verkehr, in welchem die Ueber- setzer mit den Trägem der Gesetzesentwickelung stimmen, solche nothwendig eindringen liess. Dennoch war zur ^eit, als die neue Richtung, deren Hauptträger Akiba war, sich niit aller Entschiedenheit geltend machte, die palästinisch- chaldäische Uebersetzung, das Thargum, so abweichend, dass auch da eingegriffen werden musste. Denn war auch ciie Abweichung des Thargums nicht so bedeutend wie die der griech. Uebers., so wurde in Palästina hingegen auch die geringere Abweichung mehr gef&hlt, und dann war in das Thargum der ganze Strom halachischer Bestimmungen und haggadischer Ausschmückungen vollkommen einge- brochen, und die Uebersetzergilde, die Methargemin, liessen sich mit der Umwandelung der Schulrichtung nicht akbald aus ihren Traditionen verdrängen. Es musste daher auch .gegen diese Uebersetzung ernstlich vorgegangen werden, und daher der entschiedene Tadel gegen Seren Grundsätze ,mid der energische Ausspruch, man müsse sie, wenn sie denselben dennoch folgten, schweigen heissen mit Anschrei — wie wir später diese Aeusserungen genauer betrachten werden. Man ging daher auch daran, das Thargum nach beiden Arten umzugestalten, die man für die Septuaginta angewandt: die vollständig neue fiearbeitung und die blosse Berichtigung. Für den Pentateuch war die erstere nöthig, f&r die Propheten, die weniger der halachischen Ausdeu- tung unterlagen, genügte die letztere. Mit der ersteren aber verband man auch hier den Namen des Akylas, mit der letzteren den des Theodotion, und, wie es Luzzatto ischarf- blickend ahnte, nannte man die neue, wörtliche und der neuen Richtung folgende Pentateuchubersetzung:. das Thar- gum nach Art des Akylas, die berichtigte der Propheten das Thargum nach Art des Theodotion"^). Sowie die neue Richtung in der Mischnah sich ausprägte und in der baby- lonischen Qemara vollkommen herrschend wurde, so wurden *) Vgl. die wichtigen Bern. Lnzs/s in meiner Zeitschrift Bd. V S. 124 ff. 184 auch die neuen Thargome in Babylonien massgebend. Dem Uebersetzer des neuen pentateuchischen Thargums legte inan dort statt des den nicht griech. redenden Juden unbe- kahnlen Namens Akjlas einen geläufigeren Namen bei^ nämlich den des Ankelos oder Onkelos, wie wahrschein- lich dort Nikolaus ausgesprochen wurde, ein Name, der von einem Proselyten kurz nach der Zerstörung des Tem- pels bekannt war. Die neue Pentateuchübersetzung galt dort fiir die dieses Onkelos, dennoch nannte man sie ein- fach ,,unser Thargum/' und ihre volle Abschliessung erhielt sie in den babylonischen Schulen er^ im vierten Jahrhun- dert. Dem Uebersetzer der Propheten gab man den he- bräischen Namen, der dem griech. Namen entspricht; Theo, dotion ward Jonathan, und da man einen Schüler HilleFs unter diesem Namen, Jonathan ben Usiel, kannte, so galt dieser als Uebersetzer der Propheten. Aber auch die Ueber- setzung dieser Bücher führen die babyl. Autoritäten schlecht- weg als die „unsere^' an oder sie verbinden mit ihr den Namen des „Joseph (ben Chama)^' im vierten Jahrhunderte, der ihr besondere Sorgfalt gewidmet und sie zum Abschlüsse geführt zu haben scheint Diese Bezeichnung erhält sich, so lange die babylonischen Schulen blühen, und selbst Hai Gaon (am Anfange des 11. Jahrh.) führt das Thargum der Propheten noch an als „Thargum des Rab Joseph"*); erst die spätem Rabbinen nennen die vorliegenden Thargume als die des Onkelos **) und des Jonathan; Jedenfalls haben sie beide ihre Schlussredaction in Babylonien er- halten; Sprache und Auffassungs weise gehören der dortigen Gegend und Richtung an. So vollzog sich in Babylonien die volle Neugestaltung des Thargums zum Pentateuch und die wesentliche Umge- *) In seinem Conun. tax Tohoxoth (Klielim c 17. 29 [Zorans bei Arnch 1^:) 2] o. 30; Oholoth c. I. 8. [woraoB bei Anich i^^ 2] 9 n. 18 Tohorotb c 9) werden Tharg^msteUen ans den Bachern: Richter, Sa- muel, Jesaias, Jeremtas, Ezechiel, Zacharias anter Joseph*« Namen ange- fahrt, die anserm Jonathan voUkonmien entsprechen. **) Die aUeinstehende SteUe in den Abschnitten des Elieser (c. 36), welche sagt: „es übersetzt Onkelos" etc., ist daher ziemlich verdächtig. 165 st&Itung dessen zu den Propheten gerade so vollständig, wie die volle Aufnahme der neuen Halachah und die Emendining der alten in den aufgenommenen Bai'aitha's, sofern diese alte Elemente enthielten, dort -durchgeführt wurde. Und durch die flbenviegende Anterität, .welche Babylonien eJnnabni, wurde das „babylonische" odor, wie man später sagte, das „onkeloaische" und das ^Jonathan'- sche" Tharguni angenommen, und gerade wie man später die babyl. Ilalachah-Tradition falschlich für die ursprüng- liche hielt, so betrachtete man auch das dort festgestellte Thargum als das alte und authentische. Anders gestaltete sich das Yerhältniss in Palästina. In dem Sitze der alten Traditionen liess sieh gegenüber einer geschlossenen, den- selben anhangenden Ucbersetzergilde und bei dem Mangel an Energie von Selten der sinkenden Schulen ein neues Tbargum nicht so leicht einführen. Man begnügte sich mit Correcturen und Zusätzen, die man, ohne zu festem Ab- schlösse zu gelangen, Jahrhunderte lang, bis ins achte Jahr- hundert hinein, fortsetzte; aber andererseits erhielten sich, gerade wie in den palästinensischen Midraschim und der jerus. Gemara, auch in dem jerusaleraischen Thargum viele alte Elemente, und dieses bietet, in noch grösserem Masse als die Werke der palästinensischen Halachah, die merkwürdigste Zusammenstellung von Allem und Neuem. Es musste natürlich an Ansehen immer mehr einbüsscn. Zu den Propheten, von denen man nun nur einzelne bestimmte Stücke als Haftaren vortrug, verlor es sich umsomehr, als die Sitte, dieselben zu übersetzen, auch bald schwand; fUr den Pentateuch blieb es in seinem Kreise eine längere Zeit, ja sogar zur Zeit, als das Tbargum für die öffentlichea Vorlesungen aufhörte, aber doch noch an zwei Tagen im Gebrauche blieb, am siebenten Tage des Passah und dem ersten des Wochenfcstes , nahm man bis ins zwölfte Jahr- hundert hinein zur Uebersetzung der an diesen Tagen vor- gelesenen Abschnitte (das Lied am Meere und die Zehn, geböte) lieber das jerusalemische Tbargum, indem es dem Geschmacke mehr zusagte, mehr haggadisch ausschmückte. So blieb dasselbe zum Pentateuch btkannt; am Anfange m deii elften Jatirhüncierts wird es von Hai*) uAd Ckslti^^l' bIb „Thargum Erez JisraeP^ und später als ^^Th. jeruscUalmV' aiieefälirt* und ist in verschiedener üeberJarbeitdii^ ahf uns gekommen^ so dass wir selbst neben einer vollständigetl' ]^ehta^euch-Üel)ers6tzung, die erst' durch spätem AbschrBibcü*- Lrthum den Namen ,, Jonathan h. ÜsieP' an der Spitzt' tirägt **) , von' einem zweiten^ welches ^^Tharjß^m jerasdKi" heisst^ starke Fragmente besitzen, und uns zahlreiche An- fHhiiingen bei den Alten bald mit dem eüieti odei^ deih andern übereinstimmende bald abweichende Stücke ahtei* , • _ I dem Namen „Th. j." aufbewahrt sind ***). Dies^ Verschie- denheit der Recensionen erklärt sich eben aus den V^- sichiedpnen Versuchen, das alte Thärguib zti berichtigen. So erhielt sich dasselbe in eiü^m unfertigen Zusfairide und' weit zurückstehend in der Anerkennung hihtcir dem ^ybitSyi.'' oder ,,onkelosischen^' Thar^ülci. Nur zu den Hagiographei), die man öffentlich vor- zulesen und noch mehr zu übers'et^eü längst itXg^iheA hatte, unterliess man es, ein neues oder ein bi^richtij^si Thar^'m anzufertigen. Dieselben la^en ihrem' Inhflte fläch den' neuen Bestrebungen fem, nnd so Uess man ei Mii d!em alten ,Jerusalemischen Thargiime^' bewenden , düEd seine' lä^arbeitung im Einzelnen in den Üebersetzedichülä:i no^h weiter wohl gefunden haben mag, woher zu E^i^r ^ei vollständige jerusalemische Thargunl^ vorhanden sind, id EGöÜ eme grosä6 Ansäht von Varianten. Wir h^ben d^tnnäch zwei Ghruppen voti Thargaäien*. tli^ jei*üsalemis^6hen zum Peintateuche udd zu den '^Lägio- gta^'hen häbefi die alte Teltesrecensiön und -Auffa^vÜi^ - ii *j CQmm. zu MakbBohinn .1, 4. **) Da keine mittelalterliche Autprit&t diesen Namen för dieses Th. kennt, so hat man ihn mit Recht als eine Aofl^sungs-Comiption von Seüen eines Abschreibers erklkri, der ans ^*'T) it. *tf^tT\^ 'T\ das Ihm ftikn^ere IpOD^ 'T\ machte. Sonst könnte ee freilich anch, wie bei dem babyi. in den Propheten, das Tharg., welches nach der Weise Theo- dotioi^'/i berichtig ist^ bedeuten. *^) Vgl. Znni,^ Gottesdienstl. Vorträge 8. 66 ff. und m. Ztschr. f. wissensch. Tliebl. Bei. HT. S. 118 ff. ztt ihrer Grundlage, dabei aber yiele Zusätze und Correctu; ren er&hren; die babyloDisch,en hingegen zu Pentateuch und Propheten sind vollständig neu oder umgearbeitet nach, der. netuen Texte^recension und -Auffassung. Diesem Ver- hältnisse analog entspricht die Septuaginta und mit: ihr der samaritanische Text, abgesehen von individuellen Anschau- ungen, der alten, Aquila und Theodotion der neuen Textes: recension und -Auffassung. I^ Mitten dieser zwei Richtun- gen stehen zwei andere Uebersetzer, die sich nicht mit voller Consequenz eineip der. beiden Wege anschliessend sondern mit grösserer Freiheit bald den einen, bald den andern Weg erwählen, nämlich Sjmm^chus und der Sjrer- Nachdem die neue Richtung sich befestigt hatte, wur- den, wie bereits bemerkt, die kritischen Bib^tudiepu in Babylonien und Palästina fortgese^t In Babylonien wurde der. endliche Abschhiss der Texteskritik und -Auffassung bald den neuen Annahmen gemäss beendigt; in den Mas- sorethenschulen wnrde nun auch ausser der genauen Schreibung der Worte Vocalisation und Accentuation fest- gestellt und dieselben durch Zeichen sichtbar dargestellt Etwa mit dem siebenten Jahrhunderte war das Werk dort vollendet VocaL^ u^d Ac9ente, wie sie die babylonischcj, jetzt gewöhnlich so genannte ajssyrische Punctation un4 Accentuation in den neu au%efundenen karaitischen Hand- schriften aus dem Anfange des zehnten Jahrhunderts dar- stellen, sind das ^erk dieser Schulen. In Palästina ging man n^h^ so rasch und' ^^cht mit so voller Hingebung 91^ di« neue Richtung zu Werke. Die dortigen Massorediw schulen, im Ganzen zwar der neueren Richtung sich an- schliessend, verfuhren dennoch selbstständig, und der durch sie hergestellte, d* h. unser gegenwärtiger masso- rethischer Text weicht ^s^er i^i manchen Orten in Lqi;- arten, namentlich aber in Vocalisation und Accentuationy welche ganz andere Zeichen in den paläst Schulen erhalten haben, von der zweiten Richtung ab, bald zur ersteren zurückkehrend, bald eig^nthümlicber Auffassung ifolgend. ~ An dem babylonischen Abschlüsse hielten eine l|(ßgS)}:|^ t9S ^ Zeit die Earaiten fest, indem sie denselben vor ihrer Tren- nung von den Rabbaniten angenommen hatten und nach vollzogener Trennung der Umgestaltung zu folgen sich nicht 80 bald entschliessen konnten; erst im J. 957 nahm ein Theil der in der Krim wohnenden Karaiten mit dem Rab- binismus auch die neue palästinensische Vocalisation und Accentuation, sicher verbunden mit den sonst abweichenden einzelnen Lesarten, unter dem Tadel ihrer übrigen Brüder an*). Ob die Karaiten noch länger und wie lange sie an dieser Scheidung festhielten, ob nicht ein Theil derselben vielleicht schon früher sich den von Palästina aus sich verbreitenden neuen rabbjnischen Bestimmungen angeschlossen habe, sind Fragen, die bis jetzt noch nicht beantwortet sind. Jeden- falls verdanken wir dem Umstände, dass die Ejiraiten dem babyl. Systeme länger anhänglich waren, die Erhaltung der letzten Propheten (Jes., Jer., Ezech., die zwölf kl. Proph.) aus dem J. 916, sowie eine vollständige Bibel aus dem *) Dies besagt die höchst interessante Notis in dem alten Maseorahfrag- mente (Pinner, Prospect. etc. 8. 64) : ' „Die abgesandten jenu. (belehrten, welche uns ans Zion die ,^Lehre des Babbinismns*' gebracht haben, wie sie, nach ihrem Zeugnisse, ihre Väte^, die Gelehrten des zweiten Tempels, durch den heiligen Geist abgefksst und auch wir hier sie angenommen haben, wir nimlich ein Theil des jerusalemischen Exils in Sefard, Onchat, Sulchat und Kaffa, 200 Familien, ftir uns und unsere Nachkommen im J. (4) 717 der jüdt Zeitr. (~ 957 n. Chr.), wie im beglaubigten Uebereinkom- men niedergeschrieben, ~ sie haben uns sämmtliche Bächer der h. S. mit Vocalen und Accenten versehen, wie sie die Soferim in Jerus. fest- geftellt. Gedenke e^ ihnen Öott zum Guten! Ich, Baraehah, der Leh- rer, der (...) politaner habe das zum Andenken in diesem Buche nieder- geschrieben; denn viele unserer Brüder beschränken sich blos anf die heil. Schriften wie alle unsere Vorfahren, die das Licht der Lehre des Habbinismus von der Urzeit her nicht geschaut, und sie schmKhcn uns, dass wir uns von ihnen abgesondert, — . bis dereinst der gerechte Ent- Bcheider kommt. Amen!'* Offenbar haben die jerus. Rabbinen, welche eine Anzahl Krim'scher Karaiten bekehrt, sie nicht überhaupt erst mit Pnncten und Accenten bekannt gemacht, hat ja bereits der Cod. ans dem J. 916 dieselben vollständig, nur in abweichender Gestalt! Vielmehr haben dieselben das neue palästinensische System der Punctation und Aecentuation mitgebracht und dadurch das alte babylonische auch da verdrängt. IM 0 J. 1010 nebst einer Anzahl Fragmente aus versohiedeiMii Zeiten, welche vollständig nach diesem babyL Systeme ge- schrieben, Tocalisirt und accentuirt sind. Ausserdem ward dasselbe bald yollständig aus den Codices verdrängt Die babylonischen Schulen hatten nämlich ihre Aufmerksamkeit dennoch vorzugsweise den halachischen Studien Zugewendet und überliessen Haggadah und Massorah den Palästmein, so dass deren genauere und weiterausgearbeitete Recension als die richtigere überall angenommen wurde, umsomehr, als auch die babyl. Schulen vom 6. Jahrh. an in Verfiel gerieüien. Während man daher das halachische Resultat und die babyl. Thargume beliess, wie sie einmal abgeschlos* sen waren und in letztere blos hie und da spätere Ver- besserungsversuche eindrangen , ward die palästinische Textesrecension zur gültigen Norm ' erhoben, und blos eine unvollständige Sammlung von Varianten zwischen Madinchaä (Ostländem, Babyloniem) und Ma'arba6 (Westländem, Pa- lästinem) ist uns, und zwar lediglich in Beziehung auf Con« sonanten, aufbewahrt worden, die wir nunmehr durch die aufgefundenen babyl. Codices wie durch sonstige Ver- gleichungen vervollständigen können. So sind wir denn zur Feststellung unseres heutigeii Textes gelangt, der seitdem nur noch einzelne nähere, bloe Unbedeutendes betreffende', raassorethische Bestinunungeii erfahren hat, sonst aber in unbestrittener Herrschaft blieb. Nur Saadias am Anfange des zehnten Jahrh. steht noch auf schwankendem Standpunkte; er kennt noch die babyL Auffassung und befolgt sie an nicht wenigen Stellen im Widerspruche mit der palästinischen, und besässen wir seiae grammatische Schrift, so würde uns vielleicht manohe Einzelheit über diese Abweichungen noch klarer sein*). *) In seinem handschriftlichen Comm. zum Bache Jeiirah 4, 8 sa|^ er, die Kehlbnohstaben hktten 48 Eigenthfimlichkeiten (Sasd. pflegt sehr in*s Einzelne zn zerlegen), 17, in denen PalKsiinenser nnd Babjloniar fibereinstimmten, 26 -jedoch, die ron den Paläst. allein angenommen wfirdeil; diesen 42 Eigenthfimlichkeiten habe er einen besonderen Ab^ schnitt in seinem sprachlichen Werke gewidmet. Es ist demnach zn er- warten, dass er in diesem sprachlichen Werke, daa jedoch bareits AboK imt S«adU».iM'jedo arabjadien Gdebraamkeit, Platz,, uiid Mtoner wie. Jnda b. Koraisch, Menacbem b.. Saruk, Dunasah Adonink bu Librat harLeyi und ihre Nachfolger lösen* si^» voUatänr dig Ton dem> geecbi0htli0hen>Frocea^ ah und', beginnen die Bibd nach: deni' einmal festgestellten Texte selbstständig^ voL efrklären« DvMüer Abselmi««. Antisadducäische Aenderungen. Aeltereundjttn- gere lialachah und H^gadah. Die tiefere Differenz zwischen Sadducäen» ^nä Phmd' aäern war, wie wir eriKan&t haben, keine religiö|% vielmehr eine politische und sociale, und out dem SojbiKiBden dai? staatlichen Sdibstständigkeit mu.sste auch diese im Allge- meinen aufhövenh Veranlassung zu principiellm Correctu- len in der Bibei^ ^un froheren sadd. Annahme« vorzubeu- gen, konnte dahc« nur in sehr wenigen FjUlea vorhanden sein. Der Hauptpmäkt war die persönliche Heiligkeit ^ Prie«d^rthums, und in der That finden wir hier euuige merkwürdige kleine Aenderungen in der I^esung und Si^ klärung des Textes. Schon oben (S. 56 imd S. 146) iit hervorgehoben, dass Zadokiten und nach ihnen Sadducäer wsHd (rg\. Rikmah o. ft und Ift) nicht tathr gsselmi hstle, msnchsr aa- Aen babjl. DiTerg««* gedacht hab«. **) Ob die alten Karakea, wie namentlieh Jefeth, noch einig« babjl. Memente in ihren Werken anfbewahteo, eb eiws aoeh det babyl. Oaon Hai (Anf. de« 11. Jahrb.) in seinem Wb. Alhawt noph dieswr Biohtaog Baam gagtben, Isl ndbekanat* rfnen hohen Begriff von der Heiligkeit ihrer prieBterlichen Person hatten, so daes die Berührung iiirer selbst sowie dei- heiligen Gegenstände auch die berührende Person oder Sache heilige, d. h. wohl bei Personen, dass ihnen die Pflicht auferlegt werde, sieh -vor dem Verkehre mit Uurei- nem zu hüten, hingegen bei Sachen, dass sie nun auch blos fitr das Heiligthum gebraucht werden dürfen. Dies ist auch offenbar der Sinn des Ausdruckes, dass wer den Altar oder andere hochheilige Tempel geräthe oder dem Altare ge- weihte Opfer berührt, heilig werde (trip' ... 3 Siin 5: 2. M. 29; 37. .30, 2n. •^. Mos. 6, II imd 20 oder 18 und 27). Die alte griech. Uebevsetzung der 70 bezieht es wirklich auf Personen, welche die genamiten Gegenstände berühren, uhd übersetzt: näi 6 ÜTiioftn'og . . . nyiavßifltjai, und ihr folgt die Vulgata (omnii qui). Von diesem Standpunkte aus heisat es von den mitKorah Verschworonen ; „denn sie haben geheiligt die Pfannen dieser Sünder an ihrem Leben, onM;3 t^hti cKttnn mrn» r« iSnji 'S ^4. Mos. 1 7, 2. 3 oder 16, 1)7. 38), wie wiederum richtig die 70, die letz- ten Worte, welche bei uns zum folg. V. genommen sind, mit den früheren verbindend, activ übersetzen: Ör» Tjyiaoo* iä ntQtxü mi» üfiaQitaXÖiv tüunaf iv TuXq xpvxfiQ oiJi"'»'- I'i ilhnKchcm Sinne heisst es 5. M08. 22, 9: du sollst deinen Wöinberg nicht mit verschiedenartiger Frticbt besäen, da- mit nicht geheiligt werde (cTpp) die Erstlingsfrucht'), nSmlich die .Saat, welche du säest, zugleich mit (\) der Frucht des Weinberges, d. h. damit durch die geheiligte Erstlingsfrucht (der Wintersaat) nicht die Fnicht des Wein- st6cks, welche in der Blüthe ist, aoch geheiligt werde. So scheinen es auch die 70 aufzufassen, welche das Wav durch Htjd töv wiedergegeben, und ihnen folgend die Vulgata fpariterj. Auch Menachem b. Saruk**} and ihm folgend Ähtb Esra z. St. fassen die Stelle ähnlich, und die Karaiten *) Ueber '1)t^9 in der Bed.t Entlingsfrucht Tfl. unten, *') TgL LukmRo iu Kherem Chemed Dd. V, S. 19 und in Beth ha- Osw 8. 19 ft. ff. nnd daraus in der Ausg. von Menachem's Wärterbiicli dorch EilipowHki (London tSB4) B. lOft. 172 erklären geradezu, solche Frucht sei heilig und verfalle dem Priester*). Von diesem Gesichtspunkte aus ermiJint auch Haggai (2, 12 ff.) die. Priester. Wenn ein Mann, fragt er sie, heiliges Fleisch in seinem Bockschosse trägt und er berührt mit diesem Schosse Brod, Gekochtes, Wein, Oel oder irgend eine Speise, wird sie dadurch heilig (snpvi), und die Priester erwidern: nein! Wenn aber, fährt er fort, ein durch einen Todten Verunreinigter diese Gegenstäude berührt, werden sie dadurch unrein? Sie werden unrein, erwidern die Priester. Nun, so ist auch dieses Volk unrein, ermahnt der Prophet. Ihr kommt, will er sägen, mittelbar blos in Verbindung mit heiligen Dingen, aber die unreinen treten hart an euch heran. Während er nun freilich blos gleichnissweise von diesen Berührungen spricht, setzt er voraus, dass zwar eine blos mittelbare Berührung (durch den Bockschoss) wohl nicht heiligt, wohl aber wenn heiliges Fleisch unmittelbar Speisen oder Getränke berührt In dieser ganz einfachen Bedeutung nahmen hier wup die 70, der Syrer, Hieronymus, die Vulgata und Aben-Esra. Am Schärfsten noch prägt sich diese Anschauung aus in dem oben (S. 56) angeführten Tadel des jüngeren Jesaias (65, 5) über diejenigen, welche sprechen: „tritt nicht an mich heran, denn ich heilige dich,'' T'^^. Diesen Tadel mildern schon die 70, wenn sie frei übersetzen: „denn ich bin rein,'' wo also blos die Besorgniss des Priesters aus- gedrückt würde, durch fremde Berührung verunreinigt zu werden, nicht aber die Warnung, durch seine Berührung Andere zur strengern Reinhaltung zu verpflichten. Unser Text verwischt den Sinn durch die Pünctation T^^Hi w** wider den Sprachgebrauch des neutralen Kai ist, und was der Chaldäer wiedergiebt mit: „ich bin heiliger als du," während das Kai niemals „heilig sein" bedeutet, sondern immer: heilig werden, ein Einwurf, welcher auch gegen alle änderen Erklärungen gilt. In anderer Weise sucht die pharisäische Halachah bei anderen Stellen sich von der Ansicht zu befreien, dass die Berührung heiliger Gegen- •) Ygl Mibchar b. St. and Adereth, Khilajim c 4 f. IS, 173 stunde weiht. Im Exodus, wo vom Altare und anderen Tempelgeräthschaften die Rede ist, deutet es die alte Halaclia — wie sie im jerusalemischen Tharguni aufbewahrt iat — dahin, daas dem Altar und anderen heiligen Tempel- geräthen nur Priester nahen sollen, die sich geheiligt, ge- reinigt haben, während es Nichtpriestern nicht gestattet sei*); die jüngere Halachah hingegen, wie sie die Thal- inade enthalten, setzt voraus, es werde hier nur von Thieren gehandelt, die zum Opfern tauglich sind und auf den Altar gebracht werden ohne die Absicht sie zu opfern *•), oder von einzelnen Thierstücken oder andern als Opfer tauglichen Gegenständen, welche in die Tempelgeräthe ab- sichtslos gelegt werden, dieselben nämlich seien dadurch von selbst geheiligt. Die Stellen im Lcviticus hingegen, wo der Berührung von Opferflciscli eine heiligende Kraft beigelegt wird, beschränkt die Halachah auf Speisen, auf die bei einer gegenseitigen Durchdringung und untrenn- baren Vermischung die Bestimmungen des Heiligen über- tragen werden. — Eine Aenderung in der Yocatisation and der Versverbindung wurde in der Stelle des Numeri för nothwendig ejachtet. Wenn nämlich auch zugegeben wird, dass ein Gefass, welches einmal zum Tempeldienst gebraucht worden, für immer gehcÜigl; ist, so fand man doch die Aeuaserung, die Sünder hätten die Pfannen geheiligt, un- passend. Man las daher "i^?.?,, schloss hier deu Satz und nahm das Folgende zura andern Verse, also: denn sie sind heilig geworden; (was nun) die Pfannen dieser Sünder (betrifft), so mache man eie etc. Diese Punctation des Wortes iDTp finden wir auch beim Syrer und in der Vulg., •) j. T. KU 2, Mos. 29, 87: m3 pH« ":a p mpn"" «naToa aip-n i^^ p pcjT Ksn^sn »t2!K3 iiTpirv HTibi 2-ipKib ]irh -\üZH n-i) »mr -ikü p KTlip, ebenso lu am. 30, 29: 1WF131 Snpn*' N':,13 p ;in2 :ip"l M *• OTp ttzrhm HZn nplir iCOnp. Oi« aweito HHIRb m beiden Stelleu des Thargnn» scheint eine Bwoite jüngere Erkl. zu ontbnlten, die auf die bald tu ernfihneade Etjmolagie tou VH Ip"* Bezug' uiiamt. *•) Die jüngere Entwirkelung Josua'» und Äliiba'a acbränkt Dies wieder gegen die illtere Gamaliel's und Joage des UalilOen noch melir ein, TgL SebRchim 88 und Farall. i doch nehmen diese noch dpn folgenden Satztheil zum Vor- JMorgehenden und übersetzen : denn es sind beilig geworden 4ie P^nen etc. Im Tbalm. hingegen scheint man die I^stremiung dieses Satztheils so urgirt zu haben, dass man demselben gern ein Wav (nMi) noch vorgesetzt hätte, um , seine Bäckbeziehung unmöglich zu machen*). Viel weiter weicht die pharis. Erklärung in den zwei mdem Stellen ab. In Deuteronomium ninimt..8ie schlecht- Wjdg vnp nicht in der Bed. heilig werden, sondern unrein, ¥erboten, unbrauchbar werden, und nur eine spielende £tjmologie scheint es zu sein, wenn man auf mnp*^ hin- iries und es deutete, eine solche Fruchtmischung sei zu nichts Anderem tauglich ab verbrannt zu werden. Der Ausdruck in der Mischnah EJiilajim und den ihr folgenden andern Schriften ist daher durchgehends: tnpnn, wegen Fruchtvermischung dem Genüsse untersagt sein, und Onk. dbersetzt: ^lenoa Das hängt aber zusammen mit der früher bereits (S. 146) kurz erwähnten Anschauung des älteren I^arisäismus, die Berührung heiliger QegeqstKnde mache unrein. In diesem Sinne wird dann auch die Frage Hag- gai's aufgefasst^ ob die mittelbare Berührung-heiligen Flei- sches andere Gegenstände verunreinige, eine Erklärung, die nicht blos vom Chald. und den Thalmuden ^. Sqtah 5, 2. b. Pessachim 16. 17) gegeben, sondern auch in Kirchen- väter eingedrungen ist hier und zu 3. Mos. 6, 11. (Schl^^ss- Veer $. v. f4oXvpta). Freilich, scheint sich die Halachah bei einer solchen Annahme nicht lange beruhigt zuhaben, und wie sie dem Satze, die Berührung der heiligen Schriften bewirke Unreinheit der Hände, die ven^ohiedenartigstfBn Gründe unterschiebt, so sucht sie auch in der Stelle des Haggai die verunreinigende Kraft von dem heiligen Fleische abzuwälzen und sie dem Bockschosse zuzuwenden, so dass eine vollständige Theorie sich entwickelte von der Unrein- heit der Rockschösse und der Vorsicht, die 4eijeQige^ ge- brauchen müsse, bei dem dieselben als xein betraobiet werden sollen (Q1D33), eine Theorie, die freilich später in *) So steht wenigstens in nnsem QeiiyuBM^sgaben (Sanh» 52 a. 'U5 Vergessenheit gerietli, so daas sie der babrloniBcfaen Qe- nkra, ziemlich unbekannt geworden zu aein acheint*). Jedenfalls aber ist so v^p in die umgekehrto Bed. des Un- reinwerdenH verwandelt worden. Auch die Differenz über Auföratehung scheint in eini- gen schwachen Aendernnga versuchen sich ausgeprägt zu haben. Wir haben dieselbe kennen gelernt, dasa dietiadd. die Auferstehung nicht eigentlich geleugnet, sondern sie nicht in den Vordergrund gestellt haben; sie begnügten sieb mit der Zuversicht in der Gegenwnvt. Ihrer Ansiebt entsprach vollkommen der Spruch in Spr. 14, 32, wie ihn die 70 und Sj-rer lesen: Durch seine Bosheit wird der Böse Verstössen, und es vertraut auf seine Geradheit C^^^) der Gerecfite, und der Ausdruck „Zaddik'' mochte ihnen diesen Spruch noch um so angeuehuier, aber gerade den Pharisäern um so anatüssiger machen. Dass der Fromme iu dieser Welt auf seine Geradheit sich stützen dürfe, widersprach ihrer aus den Verhältnissen' geschöpften Lelire, und sie änderten daher, wie auch Aquila, Symmoohiis, Theo- dotion, Hieron. und Cbald. es wiedergeben, in irii?12, der äerecbte vertraut in seinem Tode oder auf seinen Tod, d. h. auf die Belohnung, die ihm in der erneuten Welt werden wird**). Einer spätem Zeit gehörf die Punctatinnsünderung in Koheletb 3, 22 an. „Wer weiss, heiaet es dort, ob der C^ist des Menschen emporsteigt (■^^ i'?} nach der Hohe und der QetsC des Viehes hinuntersteigt ('^^"''H) hinunter zur Erde." In dem Munde dieses Grüblers, der überhaupt nicht als Zweifler betrachtet -wurde, sondern als Einer, der mehr die Nichtigkeit des menschlichen Wissens scharf her- vorheben wolle, erschien diese Aeusserung wohl den Alten nicht aostössig, und alle alten Uebersctzer, oinachlieeslich *) 7el. Parah 12, 5. Tbosa. Demai e. 2 und Bekboroth SO b. j. Demai 2, B. Scbabb. 7, 2. Chagigafa 2, 7. Daber Elisa, der Mana dor ' m: j. Berakbotb 2, 2 und b. Schnbbatli 49 a, wo dlexer Name durch eine Legende gedeutet wird! *■) A«biiltcb Ist die Aeaderung der xoiv^ Pa. 7, 9 (8) roo 'pS3 in ^p1S3 nach AiVron. ad äuniim et FieutUim. 176 den CSialdäeTy geben den Sinn so wieder. Die Ponctotoren hingegen ändern den Satz ins Positive: Wer weiss! Der Geist des Menschen, der steigt empor (*^^^?) etc. und der des Viehes, der steigt hernieder (HTTO) etc. Hierher ge- hört auch wohl Ps. 49, 12, wo sämmtl. Uebersetzer mit EinsoUnss des Chald. lesen: &l2p, ihr Grab ist ihr Hans ewig. Erst später fand man daran Anstoss, als blieben die Todten immer im Grabe, es sei keine Auferstehung, und man änderte das Wort in das hier ziemlich unverständliche D^lp I welcher LA. wir von Saadias an begegnen. Aus dem reichen Schatze der Differenzen zwischen der altem und jungem Halachah, welche zum Theile später noch vielfach benützt, theUs besonders zusammengestellt werden sollen*), möge hier blos Einzelnes hervorgehoben werden, das helle Schlaglichter auf diese innere Entwicke- lung SU werfen geeignet ist Priesterliches, Festliches und das Rechtsverfahren Betreffendes wird es wiederam vor- züglich sein, worin sich die Umgestaltungen kund geben. 1. Da die Abgabe des Zehent im Pentateuche nach drei verschiedenen Bestimmungen erwähnt wird, nämlich ein Mal ab jährliche Abgabe für die Leviten (3. Mos. 27, 30 ff.), dann zur jährlichen Festmahlzeit in Jerusalem, die von dem Eigenthümer und den Seinigen verzehi*t, bei der der Levite nur als Besitzloser auch bedacht werden soll (5. Mos. 14, 22 ff.); dann aber endlich zur je dreijährigen '■ Vertheilung an den Leviten und Fremdling, die Waise und Wittwe (das. 26, 12 ff. vgl. 14, 28 f.): so stellte sich früh die Ansicht fest, dass drei verschiedene 2^hente von der Frucht zu geben seien, jährlich nämlich zwei, und zwar für die Leviten und die Festmahlzeit, und im je dritten Jahre noch ein dritter für die Armen. Dies ist die Ansicht der alten Halachah, welche alle alten Quellen einstimmig aus- . drücken. Tobias sagt (I, 7 und 8), er habe den Zehnten den Leviten gegeben, den Erlös des zweiten in Jerusalem zur Mahlzeit verwendet jährlich (ica^^ fkaffToi^' inat/ioy), den ^ Vgl. die ExcarM über die Mechiltha ond das jerOBslemische Thar^m. in dritten denen gegeben^ welchen er gebührt*), d* b. den Armen, wobei er nicht hinzufügt: jährlich, weil dieser eben blos alle dr^i Jahre gegeben wird. Ebenso gibt Josephoi als Gesetz Mosis an (Alterth. IV, 8, 22) : „Den zwei Zehn- ten, welche ich jährlich zu weihen befohlen habe, einem für, die Leviten, einem zweiten ftir die Mahlzeiten, ist an jedem dritten Jahre noch ein dritter hinzuzufügen f&r Wittwen und Waisen/^ Am klarsten spricht sich darüber die alle chaldäische Uebersetzung aus, wie sie uns im vollständigen jerusalemischen Thargum erhalten ist, zu 5. Mos. 26, 12 u. 13, welche Verse sie folgendermassen wiedei^ebt: Wenn ihr beendet habt zu verzehnten alle Zehnte deiner Frucht im je dritten Jahre des Cjclus von sieben Jahren, indem ihr gebet den ersten Zehnt den Levken, den zweiten, das ist der Armenzehnt, dem Fremdling, . . . , (13) und den dritten Zehnt sollst du hinaufgehn und essen vor Gbtt, deinem Herrn, und sollst sprechen: Wir haben abgeschieden die Heiligthümer aus dem Hause und haben auch gegeben den ersten Zehent den Leviten, den zweiten Zehent den Frem- den etc.**). Also im je dritten Jahre sollen drei verschie- dene Zehnte gegeben werden, und zwar heisst der Leviten- zehent der erste, der für die Armen der zweite, weil beide ^oggegeben werden, und der für die Mahlzeit der dritte. Der Uebersetzer scheint diese Bezeichnung des Armen- zehent als des zweiten in dem Ausdrucke n&r^n ruv (V. 12) gefunden zu haben, den er daher nicht weiter übersetzt, indem er ihn nicht auffasst: „Jahr des Zehent,'' sondern *) olg xaei]X€« = V^^l Spr. 3, 27, vgl. M. Maaser scheni 6, 6, **) Ich setze die Worte des Originals her. wobei ich die nicht im hebr. Texte befindlichen Worte einklammere : ?D tV" MlÜPb y\T^T) ÜV^ "wÄh rwn^p müjw Toimi (Knn:'»»n) nn^n'^n Hrw2 irhb:9 lem in«?jw) p^n" Tirfei «n'-a p 'itv^yp pinc« «n lö-^m tti^ ^ DTp . • . 'ni'»A OC^^n inüJ^) Verb^ cnKöp Die ersten »p *» und imD Ha- gen, wie oben bemerkt, im Hebr. 'TSH HSÜ , die zweiten im Snff. T; die Deutung: ^b '^VJ'tt HT *n^ Tr\r\^ hat anch die jüngere Halachah auf- genommen (M, Maas, sohani 5, 10), 4dt ,^Widerholang des Zehent^ Doppelseheiit^' cmd densoHbeii idoht 2a n&hTT\ rao^ hinauf^ scmdern bq nrvül herunter be- diehty also: so sollst da einen Doppelaehent. geben (md swar einen) dem Leiviten (and einen zweiten) dem Fremd- ling a. 8, w. Dieselbe Auffassung Hegt der Uebersetzong ä&t 70 sa Grunde, welche die Worte nnn^ IWtiT} rar gkioh- iUls verbindet und wiedergiebt: to d^wq^f ini9inm^p Ait«K otc. Auch die Samaritaner sprechen von drei Zehen- 4eB und sagen^ dass der erste Zehent den Leviten geh(^ ibr ihren Dienst im Heiligthum und ein Theil vom dritten 2iehent*). Sie nennen, denmach den Armenzehent nicht den Eweiten, sondern den dritten. Auch die alten KaraHen jhalten an der Ansicht fest, dass im je dritten Jahre drei 2ehente gegeben werden**). Aber auch die thalm. Tra- dition hat die Erinnerungen daran aufbewahrt Brnd sind dieselben nur später nach der jünge^n Halachah umgefti^ dert worden. Vor Allem sind awei SteDen in Sifre au beachten. Die erste ist in Abschnitt Reeh eu 5. Mos. 1% 17 und lautet: U^r bM *>^ K^ y^y^ W i6 *>W 'WW ••*)'«r n .xmn nwtt w» a^v\ i6> n»nn w» oiin p». aite vmfo v)r\ Tpiw^ biD^^b bsvi «b y-n i'''':tt'»:3?nr3?». ,,SoUta vi^ieht nur Strafe eriolgen für den Genuss noch ganz gemischter Frucht, von der gar keine Gabe genommen ist^ wi# aber wenn die Priesterhebe, aber nicht der erste (der Leviten-) Zehen^ oder auch der erste Zehent, aber jpicht der aweite *) Der Scholiast zu Abu-Said's Ueb^rs. za 3. Mos. 10, 11 (8. 297 Z. 8 und 2 y. u): ^) Mibchar in 6. Mos. 14, 28: b^2V y\ Tsmfm tk^ fi^ni T^oHn mne tarn bir^n rw a^^^ "am nnm ^^oü wr» urt ^ysb* AefanMi «i 2S, 12. *^} Nach einem Mspt., das in ed. Badwil 1820 b«nätit ist, noeh: ^'«bn. Di« SUUe wörde fUf Jossa dan Galiller, 4er an dar ^Otam Ha- laoha festhält (oben S. 163 £), aUerdiags basatr pi 170 ^ftir die Mahlzeit), oder auch der zweite, aber nicht der Armen z eh ent ausgeachieden ist, woher folgt, dass man auch daiur strafbai- ist? Das wird aus den Worten gedeutet: „Du darfst nicht in deinen TLoren go- niessen." Also an ein und dereelhen Frucht, d. h. in dem- selben Jahre kommt sowohl der Zebent für die Festmshl- zeit ala auch der für die Armen vor. — Die aweite Stelle daselbst ist Kbi thabo zu 5. Mos. 26, 12 (auch angef. in Jalkut z. St.) : in 13B 'zu -jbj» H7it •■b yn n nu ni-is?» •;e! Vir na-n "pnian ibi'ts Vt. nnon -,*t r n:nb i":» zvon. „Man sollte denken, es seien in diesem (dritten) Jahre (nur) zwei Zebente (der des Leviten und der der Armen) oder gar nur der Armenzehent zu geben, von welchem die Schrifl hier apricht; woher folgt, dass auch die übrigen (zwei) Zehente (gegeben werden)'/ Das liegt im Ausdrucke: (alle) Zehente deiner Frucht," Auch die späteren palästi- niichen Lebrer haben eine Erinnerung daran, dass ehedem ein dreifacher Zebent gegeben wurde. „Ehedem, heisst es nämlich in der jorus. Qemara Ende Maser scheni, wurde derZehentin dreiTheilen verwendet, ein Dritltheil fiir die Bekannten aus der Priester- und Levitenschaft, ein zweiter für den Schatz und ein dritter fiir die Armen und die „Genossen" (d, b. die &omme Briideracbaft vgl. obenS. l'22f.), welche in Jerusalem waren." *) Die Eriiinerimg scheint die frühere Praxis aufbewahrt zu haben; denn während die Theorie drei Zehente aafatcllte, scheint die Praxis den einen Zchent in drei Tbeile getbeilt und zu den drei ver- schiedenen Zwecken verwendet zu haben, so dass blos ein Dritttheil des einen Zehent denPrieatem und Leviten (vgk oben S. 108), ein anderer statt zur Feetmahlzeit verwendet EU werden, dem Tempelschatze zu den ötfentlichen Aus- gaben (vgl. oben S. 119) übergeben wurde, der dritte aber theile an Arme vertheilt, theila den frommen Mahlzeiten überwiesen wurde. So die ältere Balachafa ; anders die jüngere. Nach •) n*n^i raina "isn^ b^o n^^n 7\^W> riDW tujw rm o^miT'a v-TO D'Tan'ji d":?^ cVüi ixih^ c*^ ach ihr I 180 wie sie überall in den Thalmaden vorausgesetzt wird^ giebt es für jedes Jahr blos zwei Zehente, nkmlich jährlich der erste oder Levitenzehent, dann im ersten und zweiten Jahre der zweite Zehent fiir die Festmahlzeit, und im je dritten Jahre tritt an die Stelle des letzteren, der in diesem Jahre ausfällt, der Armenzehent. Für sie heisst dann ivmn rw ,,das Jahr des Zehents/^ d. h. entweder: das Jahr des Armenzehents, oder: das Jahr, in welchem der Tomas zwischen zweitem und Armenzehent durchlaufen ist In diesem Sinne werden auch die alten Baraitha's umgewan- delt Die erste Stelle des Sifre wird nämlich zwei 'Male in der babylonischen Gemara (Jebamoth 86 a. Makkhoth 16 b.) gleichlautend so angeführt : . . . K^ a'»^ R'T» lA . . . "»Dr» ••) ^^•»DKi ^sü nwtt Hb^... Hb^ nbn^ nwnn "UttÄ üimi npr b^ iä» ♦ . . T»*»:» ^: j? Tü3?tt. Nun heisst es nicht mehr: wenn selbst der zweite Zehent ausgeschieden worden, nicht aber der Armenzehent, vielmehr heisst es nun: wenn selbst nur der Armenzehent nicht ausgeschieden ist, so dass anter dem üebrigen, was wohl von der Frucht genommen ist, nun nicht der zweite oder Mahlzeit-Zehent, sondern lediglich die Priesterhebe und der Levitenzehent verstanden werden kann. — Die zweite Stelle des Sifre ist durch eiaen Zu- satz erweitert worden an einem dritten Orte in unsem Sifreausgabeu, wo diese Discussion wiederholt wird. Zu der analogen Stelle in Reeh nämlich (14, 28) lesen wir dieselben Worte, aber in der Mitte nach n^ noch Folgendes: ,13 ü^x^y^ nnwtt *•:« v^i na rii: nnn nwwn nv ^ n , und dann erst: ^b]**Hu. s. w. Dieser Zusatz, welcher offenbar nach b. Rosch ha-Schanah 12 b.*) gemacht ist, verkehrt den Sinn der Stelle in das gerade Qegentheil, indem nun der ersle Theil aussagt: Man sollte denken, es seien in diesem Jahre zwei Zehente (neben dem Levitenzehent, nämlich der zweite für Festmahle und ein dritter für die Armen) zu geben; desshalb heisst es: das Jahr des Zehent, nur ein Zehent ist (neben dem Levjitenzehent) an ihm geboten, nicht 181 awei (aUo der zweite liir das Festmahl fällt aua). Was aber nun der folgende Satz bedeuten soll, bleibt durcbaiis unverständlich *). Allein, wie bemerkt, haben wir's hier mit späteren Aenderungen zu thiin, welche die ältere Ha- Uchah mit den Grundsätzen der jungem Übereinstimmend machen wollen, aber deren Aussagen dadurch verunstalten. — Der jüngeren HalaohaK folgt auch die Ueberarbeitung der palästinischen Ueberactzung, wie wir sie im Fragmenten- thargum (T. j, II.) vor uns haben**). 2. In den ersten drei Jalirea sollen die Früchte eines neu gepflanzten Baumes nicht genossen werden, im vierten sei die Frucht heilig, „Lob für Gott'' -nb n'h^'?7^ (3. Mos. 19, 23. 24). Diesen soitsamen Ausdruck wandelte man, wahr- scheinlich mit Vergleichung von 5. Mos. 20, 6. (vgl. noch das. 28, SO und Jer. 31, 5), in den späthebr. G-^i^n (mit Cbeth) um, was biblisch sonst zwar „Entweihung" heisst, nach späterem Sprach geh rauche aber bedeutet: Auslösung eines heiligen Gegenstandes, so dass der stellvertretende heilig, der Gegenstand selbst aber zum allgemeinen Ge- brauche tauglich wird, wie es auch in Deuter, und Jer. zu fassen ist. So lesen und erklären die Ramaritaner, und «war soll der Ersatz (Üt die Frucht, welche als Heiligthum dem Priester gehört, auch diesem erstattet werden (Vgl. •) Dem, der bebatipteo woUta, es >ei in der erit«n ^führten Stelle durch Homoteleiiton der in der letztHügef. gerauchte ZuHstz bloa irrthUm- Ijch jmigefnlleo, steht zuerst die UcbereingCiinninng: noBerer Ansgabeu ■n enterer mit Jalkut entgegcD, wie deun jiberbnupt die mit der reci- plrten j(iit{fereQ H&Iachsh nicht übereinstimmende LA. leicht negcorrigirt werden, Hherau» der übereinstimmetideu nicht leicht gerade derSchwer- pankt des ganzen Satzes susfalleD konnte. Dann aber ist ohne denZu- tati das Folgende mit "b ^N in verstund tichi^m Zusammenhange mit dem Vorh ergehe D den, wühreod es mit demselben gerade das volle Gc^cntheil «ea Vornugegangenen aussagt, Mit den Erklärern hier von einem ganz andern Gegenstände, von dum WegrÜanien aller heiligen GabDii. die im Eiaafe BBmmliicher dreier Jahre zu gaben xind, beginnen zu lassen, ist doch gewiKs gewaltsam, umsomebr da dieees Wegräumen aller Gaben anderswo nicht aus "IHKISP 1^71: , sondern nuo 5. Mos. 2«, 13 gedeu- ••)'zu6.Mo!f. 20, 12: iN"r3C)S) K nrrn r:r ttvR iriT^n «iToa ■■■ . n-ii'^V ttri-iD» ncuni "tti"^^ in^-.p »nrrnt 11:1^1. ■« 102 •Am. Buch Josaa c. 38 und den Böholiasten zn Abi»a!d 8. Mos. 10, 11. S. 297 L Z>); ihnen folgen die Karaiten (Mibchar z. 8t) u. Aben-Esra. Auch das alte palästimsche Tkargom stimmt damit überein in den Worten p p^Dm J0n5 und so *. Mos, 20, 6 Th. j. I: lOD^ . • • lOriD p rrf^ ¥^ iTpTD I&] Kam n*6 0V)y\ Diese Ansicht ist nun in der thal- mudiachen Halachah nicht gültig vertreten. Diese behanp« tet irielmehr, die Frucht gehöre den Eigenthümem; doeh bleibt sie bei der Auslösung, indem sie verlangt, diese soU- tan sie mit Weihe in Jerusalem verzehren oder audösen und den Ertrag daselbst verwenden, wie es Ar den zweiten Zehent vorgeschrieben ist. Offenbar hat sie jedoch dabei noch immer das ü^'hn im Auge. So Schammai und Hillel (Peah 7, 6. Maaser Soheni S, 3. 5. Edujoth 4, 5.) und andere Lehrer (Sifre zu 4. Mos. 5, 10), und auch die Ge- maren kennen diese Lesart (j. Peah a. a. O.; b. Beraehoth Sft a.), nur dass die jerus. Gem. darin eben nur eine Deu- tung erblickt, welche sich erlaubt, das He des Textes wie Oheth zu betrachten. Dennoch war die Ansicht, das« die Frucht oder das Geld, wofUr sie ausgelöst word^' den Priestern gehöre, der Halaohah nicht unbekannt, wenn auch von ihr nicht gebilligt, und desshalb treten verschiedene Lehrer (Sifre a. a. O.) mit allen Mitteln der Dialektik die- ser Meinung (D^n^b tEHp) entgegen ; ja dieselbe scheint auch von Einigen noch festgehalten worden zu sein. Dies ist nAmlich sicher der Sinn der bisher missverstandenen Stelle ip j. Sotah 8, 5 (2) : Q. '3 w) n^aronai rrraii iA>m im •»to«»« yyWann löst man die neugepflanzte Frucht aus (so dass man den Betrag weihevoll v^zehren, die Frucht selbst aber ge- messen kann), im vierten oder im fünften Jahre? Es ist anzunehmen, im f^ften, aber im vierten hat man das Geld dafür (an das Heiligthum oder den Priester) zn entrichten. *) Die Frneht des vierten Jahres wird sls heil. Fracht beseichnet nebeo dea Erstliafftn, wUhrend s. B. der zweite Zehent nicht als solche genannt wird. Vgl anch Beer, Buch d. JnbilXea S. 48 f. Die Bebbinen von Cssarsa jedoch sagen, es ist nur im vierten Jahre anzuuehmcu, und sie begründen Dies mit unserer Bibelstelle.'' Während die Rabb. von Casarea die thAlm. recipirte Ansicht vertreten und sieb auf unsere Stelle, offenbar mit der Identificirung von bn und i'n. berufen, ziehen Andere die Meinung vor, da«s der Betrag der Frucht vom vierten Jahre entrichtet werde undnicbtfiir den eignen Genusa verwendet werden darf; da auch ihnen jedoch die Ansicht von einer geweihten Mahlzeit der Eigcntbümer tradirt ist, so beziehen sie diese auf die Frucht dea fünften Jahres. — Die Combinirung mit der Stelle in Deut und Jer., wo der Ausdruck 5^n immer ausschliesslich vom Weinberge gebraucht wird, bewirkte übrigens auch in der Halachah ein Scliwankon, so dnss statt dos allgemeinen ÄusdruckeA TS" rtj: häufig der engere ■■) ms gebraucht «-ird (vgl. Lip- mann Kelicr in Thoss. Jomteb zu Feab a. a. Ü. und zu Maas. Bchcni 5, 2); umgekehrt liegt es in dieser Combini- rung der Stellen, dass die Bestimmung von 5. Mos. 20, G auf alle Fruchtbäume erweitert wird, und nur ein Lehrer aie auf den Weinberg beschränkt (Mischn. Sotah 8, 2, Thoss. and Gemaren daselbst). Unterdessen war man — und wieder ist es Akiba, von dem wir Dies ausdrücklich erfahren — zur vollen Betonimg der LA. c^Vfn zurück- gekehrt (Sifra z. 8t. und Baba kama 69 b.); blieb man nun auch bei der Verpflichtung zur Auslösung, so fand man Dies nur in »tp ausgedrückt, in 'bri jedoch die Ver- pflichtung den Lobpreis Qottes bei dieser Mahlzeit, wie überhaupt auszusprechen. — Während wir naa gesehen, da«s die alte Ansicht sich einer Identificirung des D^lto mit dem anderswo vorkommenden S?n zuneigt, bo thun Dies wohl auch die 70, aber in anderer Weise; sie übersetzen nämlich 3. Mos. 19, 24 wörtlich (nhfiöe), hingegen nehmen >ie auch ^^n an den andern Orten in dieser Bed,, und zwar Jfar. 31, ä mit demselben Worte (aivsauiB), 5. Mos. 20, 6 mit einem ähnlichen (ivtf^üv'&ti, — ^fjOfiai) und 28, 30 mit einem allgemeinen (r^vy^otii) , die sämmtlich keine Beziehung zu ^3'? habeu, sondern Genuas haben, - sich er- freuen bedeuten, also aus der Coiubination mit ^bn ent- 184 standen sind. Desshalb corrigiren an diesen Stellen ^die ftbrigen/' namentlich Aqoila (vgl. syr. Hex. zu Jer.) and übersetzen bbr\ ^^gemein machen/' und auch die anderen Uebersetzer scheiden meistens sorgfältig D*6^n and bbn. Daher auch die mit Onk. übereinstimmende Glosse in j. T. zu unserer St.: .^n^vin, sowie auch j. T. IL zu 5. Mos. 20, 6 nach der jüngeren Halachah corrigirt: nw (*:jtd^ i6^, also mit Nichterwähnung des Priesters. — Die Absicht an- anzeigen, dass man nicht etwa die Frucht des vierten Jah- res für heilige, dem Priester gehörige halte, haben auch sicher die Accentuatoren im Auge, welche den Satz bei rmo durch Athnach von wrp theilen. 3. Wir haben hier ein Beispiel, in welchem die ältere Halachah, übereinstimmend mit dem Samaritaner, die ur- sprüngliche von den 70 wiedergegebene Lesart verlässt, die jüngere Halachah allmälig wieder zu dieser zurückkehrt und sie noch schärfer auszuprägen versucht Aehnlich ver- hält es sich mit dem Verbote des Genusses von Gesäuertem an demjenigen Pessachfeste, welches unmittelbar bei dem Auszuge aus Aegypten gefeiert wurde. 2. Mos. 13, 3 heisst es einfach und offenbar mit Beziehung auf die Zukunft: „Gedenke dieses Tages, an welchem ihr heraosgezogen aas dem Lande Aegypten . . . und es soll Gesäuertes nicht gegessen werden" (yttn b^K^Kbl), und dann V. 4: Heute (Drn) geht ihr heraus im Frühlingsmonate. Diese Satz- trennung haben auch die 70, und sie verbinden den letzten Satz nur mit dem früheren als Begründung: „denn am heutigen etc. (iv ydg r^ aij^^por). Die alte Haladiah fand die Hervorhebung des Tages bei Erwähnung des Verbo- tes des Gesäuerten, welches sich doch auf sieben Tage er- streckt, auffallend und nimmt daher an, im Jahre der Be- freiung selbst sei das Verbot blos auf den einen Tag beschränkt gewesen, sie nimmt desshalb das DV^n aus V. 4 zu V. 3, und theilt mit dem Samaritaner: DnK : DIN'i Y^^ ^^*^ ^ *) And. LA. p'lO*'; das Fat. mass jedenfalls in*8 Prät. verwandelt ffifden. (oder wie der Sam. noch deutlicher orwi). Diese durchweg angeDommene Anaicht, die sonst gar keine Stütze hat, kann lediglich in dieser abweichenden Satztheilung ihre Begriin- dong haben. So linden wir es auch von dem Galiläer Josse, dem Vertreter der älteren Richtung, in derMechiltha 2. St. ausgesprochen: n:m ^tni' tb-H M^B TM CTH ynn ^:tr Hh n2?2 'K cv 1*^« a'^TiZ , ebenso Thoss. Pess. c. 8 Endo (j. Pess. 2, 2 und 9, 5t in dessen Namen: V'^'T"^*'^ l*^"^ *^ '^'5^'* Di'n yan r-rtr ah 'Jt (1252) ■* bt* »6k n-nsas , wie denn der Bibelsatz in dieser Verbindung mit CIM [in j. Pess. 2, 1 u. 2 mehrmals angeführt wird. Die Ansicht, dass darin das erste Pessachfest eich von den späteren unterschieden habe, drang nun entschieden durch, und die Mischnah (Pess. 0, 5) nimmt es ohne Weiteres auf: min HDD^ D'nsw ncc p n» n»2B bz :rii: min ncDi nn« nb-hl ViiEns hztts\ . - d'is» hdb. Hier scheint aber sclion ein anderes Moment hinzugetreten zu sein; man scheint es nämlicb nicht mehr auf das Wort der Schritt gestützt, vielmehr bereits die alte Satztheilung wieder angenommen zu haben, allein man beschränkte das Verbot des Gesäuerten gen usses auf die Zeit, da das Pessaoh- opfer verzehrt wurde, also bloa auf die erste Nacht und nicht auch auf den dazu gehörigen Tag. Die bab. Gemara kehrt nun entschieden zur ursprünglichen Hatztheilung zu- rück und ändert dcmgemäss auch in den Worten Josse's; bei ihr (Pess. 28 b. und 96 b. vgl. Thanchuma z. St.) lau- tet sein Spruch : ^'n ti ni" K^w am; isin'n i'»B D*"i:m ncoS p'iTs O'lHti'' DPJ* Bl'n H'^TiSDi ivnn ^:t(' »ti'. Also blos daraus, dasB die beiden Sätze: Gesäuertes soll nicht gegessen werden, und: heute etc. neben einander stehen, soll, wenn sie auch getrennt sind, gedeutet werden, dass für das erste Jahr sich das Verbot auf einen Tag beschränkte, ein Deutungsver- fahren, das in Akiba, sicherlich aber nicht in dem Galiläer Josse seinen Vertreter fand (vgl, oben S. 156). Wirklich scheint man später die Ansicht nicht allgemein gebilligt zu haben (vgl, Pess. 28 b.). Der Syrer übrigens hält die alte Auffassung bei und übersetzt: pn:« l'rc:i MH Hiifi. 4. Num. 9, 10 wird für den, welcher aurZeit, da daaPes- sachopfor dargebracht wird, utu-ein ist durch Berührung einea mMMMsUfohm L^ichaanu odMr auf fernem Wage «ich befiirfat (npm THd in), angeordnet, er solle die Feier an denuN^MMi Tage im fidlgenden Monate begehn. Die alte Halaehali fimd nun hier alle anderen Unreinheiten nicht aiuigedrflckt^ md dennoch letzt sie Toraas^ dass man doch auch in solchem Zkittaade sich an dem Pesaachmahle nicht belhei* ligen dürfe; sie faast daher die Worte rtpn) yro in dem Sinne aof^ er sei fem dem Heiligthume gewesen^ vom £iai tritte in dasselbe dnrch seinen unreinen Zustand aoriidD' gehalten worden, und daher scheint man auch das He gia* firichen zu haben, (das bedeutet eben der Ponkt über demselben), um anzuzeigen, der Mensch sei entfernt, wia j. Pess. 9, 2 es ganz richtig angiebt: npvn *pi fW pvn V4I. Schon die 70 scheinen diesen Sinn haben ausdrücken zu wollen, indem sie übersetzen: h id^ fiangdvy auf dem Wege hmfVulg.: in via proeul^ nicht fi^tnga), und so auch V. 13, wo sie fiaugiv zum hebr. Texte hinzuf&gen, weil auf dem Wege sein an sich gar Nichts bedeuten würde. Ausdrück- lich sagt Dies auch, mit einer etwas anderen Wendung, das j. T. zu V. 10: ^^yb ni^ip3 HnAv mH«3 j^tTitai n^» w a^ i» iü»?D «yipo p na mm und zu V. 13: ur\yty\ awioie ¥h wnh:^ mtioi mniA WDW7D «Tipe?5 fvgi auch V. 12: iro ivimaiiw bibb). IMes sagt auch offenbar Sifre z. St: *)P TiJ» Jtpim ^m Hl TU ♦ . ♦ now rw iDTOr lw^p mn vh äöö Kvn r^ynp 7+15 «^wt utrtn ¥h «ttö ^ni nanp 71-0 -^n "«kü vhv Tipi npvin "pna •»>» rttm ihd HDcn m Dmr nviJ^ .n. und dasselbe wollen auch dessen fiH- here Worte besagen : «ikü n» iwi: 16» '^ r>^ wA Ml» .T7n ^a rrpim fna w Vn p:» d'^kisö (was dann noch hinzugefügt ist, gehört der jüngeren Halachah an). Wir verstehen nun erst recht, was der an der alten Richtung festhaltende EKeser, ganz übereinstimmend mit dem j. T. , mit den Worten meint, der Mann sei yinbi nitrn nnpom, ausserhalb dea Tempelrorhofes (M. Pess. a. a. O.), d« h. eben, er düife denselben wegen Unreinheit nicht betreten. Akiba hinge- gen kehrt zum einfachen Wortsinne zurück imd bestinfmt daher, wie weit maii entfernt sein müsse, um das Pessaoh nicht mitfeiern zu können, bis ausserhalb Modein Q*»3r>n>»n p) yrfn)f während er die UeberlraguBg der BesHmnumig auf 187 Unreine überhaupt durch sein Dentungsverfahreti des doppel- ten vm erachüesat. 5. Wenn Jemand seine Tochter aU Sklavin verkaufte, so war damit nach altem Begriffe von selbst ansgesprochen, daa> sie Beiechläferin des Herrn werden solle; sie konnte demnach, als Nebenweib, sich dem Besitze des Herrn nicht entziehen und wird daher nicht wie männliche jüd. Sklaven nach einer Dienstzeit von sechs Jahren frei : nttv; Ksn h'i O'Tayn ('2 Mos. 21, 7). Dies spricht auch eine alte Tra- dition in Sifre aus (Reeh zu 5 Mos, 15, 12); ttsr* '-iSP 12J) .■nMaprKpna ^TCS iiin;Diri:i-3i D":ica, wonach die Sklavin nicht wie der Sklave nach gewissen Dienstjahren oder bei eintreffendem Jubeljahre oder duich Rückzahlung der noch nicht abgedienten Kauisummc frei wird (vgl. auch b. Kidd. IS a und das i:'n itt in Mecbiltlia). Sifre entlehnt Dies offenbar aus der Stelle des Exodus, trotzdem dass im Deuteron, gerade durch den eingeschobenen Zusatz .Tnan iH der Schein entsteht, auch die Sklavin werde nach sechs Diensljahren frei. Offenbar ist dieser Zusatz auch gerade za dem Zwecke gemacht, um eben diaso Bestimmung auch aul' Sklavinnen zu übertragen und damit auch diesen die Freiheit eu emiuglicben; die Worte im Exod. müssen dann heissen, dass sie nicht unter den Bedingtmgen frei ausgehe, welche bei nichtjudischen Sklaven (und Skla'rinneii) gelten (V. 25 u. 26), wie die thalm. Tradition im Allg. es deutet: c'twr 0":r;3nD "jms cn;-« -Bjtis ttjin i6 (Mech. z. St., vgl. Kidd. 16 a u, 20 a). Unter anz:! sind demnach nicht männliche (jüd.) Sklaven zu verstehen, sondern nicht- jüdische Sklaven beiderlei Geschlechts. Diesem ent- spricht auch die Uebers. der 70, welche es wiedergiebt: tiVH tintkfüaitai c^antp änüTffi'jovaty ai Sovlai, sie (die ainirti) gehe nicht heraus wio die Sklavinnen, wo das Fem. mit Willen gewählt ist, um zu zeigen, es handle sich hier nicht um einen Unterschied zwischen weiblichen und männ- lichen Sklaven, sondeni zwiechen jüd. und nichtjüd. Skla- viunen. Auch Aquila und Sjmmachus beachten Dies; in- dem ersterer den Genitiv lüo iovlatv (früher gleichfalls oiKhtg) gebraucht, welcher bei beiden Geacbleohtem gleich 18a iMtet^ letzterer das allgemeinere Adjectiv: npodUtmiv iom^ JüMiiv. Nar Theodotion^ die 70 verbessern wollend, übersetit missverständlich ol Sovloi, Indem nun schon die ialte Tra- dition hier von dem Wortsinne der Bibel abweicht, um das Schicksal einer Jüdin zu mildem, so bleibt sie sonst doch bei der wörtlichen Auffassung. Die jüdische Sklavin wird alsbald durch den Ankauf das Weib ihres Herrn. Will er sie als solches nicht, so muss er, da er sie bereits als sei- ohes sich bestimmt oder gar schon sich ihrer als solches bedient hatte, gestatten, dass sie wieder ausgelöst werde; er kann sie auch seinem Sohne als Weib zuführen, erfUlt der ihr die ehelichen Pflichten nicht, so geht sie frei aus. Die ursprüngliche Lesart ist nämlich V. 8 nv^>^*)m mit Waw, so übersetzen die 70 und das j. T.: niTpn (wohl richtiger T^vi)» So ist auch offenbar die Ansicht der Mech. inden Worten: [♦*)'»b''b:n]'»DV '1 «»naT nr^ rott br [*)iebte] nsia^ l6, Josse der Galiläcr — der an der alten Tradition festhält — behauptet, man dtirfe die Tochter nur dann verkaufen, wenn sie der Herr wirklich zum Weibe sich bestinmaen wolle^ nicht im andern Falle. Femer heisst es dann, wenn sie dem Herrn missfalle, dürfe er sie nicht weiter verkaufen DD M^^2y weil er wider sie treulos gewesen, d* h« nun nach dieser alten Tradition, weil er sie verstosst, tiachdem er sie als Weib übemommen: .t^J? (o. Trb^) 1133 «n*D«? irwtt, und Dies ist wiederum die Ansicht des, die alte Richtung fest- haltenden Elieser oder Ismael ***), sowie auch des jerus. Tharg. : nbr .Tniün m» «»i^T fpn. Dieser wörtlichen Auffas- *) Dieses M^M, das auch in Jalkut fehlt, muss offeobar hiiura^efElgt werden, wie ans der entgegenstehenden Ansicht Akiba*s, von der splter, berrorgeht; dass unsere LA. falsch ist, fühlen auch die ErkUrer, nur ergänzen sie minder richtig Hbv vor ^^^^b. .Das HbH ist eben nach der jüngeren Halachah wegcorrigirt worden. **) 'A^bX^ hat richtig Jalkut. ***) Dem Elieser vindicirt diese Ansicht die alte LA. in Kidd. 18 b u. Bekhoroth 84 a, und mit Unrecht corrigirt es Baschi, vgl. Thoss. das., Jalkut z. St. u. Serachiah ha-Levi in Sefer ha-Zaba c. 8. In unserer Meehiltha (auch so bei Jalkut angef.) ist Dies die Ansiolit Akiba*s ; aber offenbar sind die Ansichten dieses und IsmaeFs yerwechselt. 189 sang gehört ea nuu auch aa, dasa die Worte: ,,wenn er dieee drei (n^M vbz) nicht thiit" (V. II), sich auf die drei ehelichen Pflichten beziehen, welche in V. lü genannt sind, und Dies ist wiederum die Anaicht EUeser's *). Endlich aber genügt ea dieser Ansicht nicht, dass eine Jiidini welche, wenn aucb durch den Kauf als Sklavin, eines Mannes Weib geworden, von diesem dann wieder weggehen känne, ohne dasa sie einen Scheidebrief bekomme; sie ver- langt vielmehr, der Herr müsse ihr, gerade wie jedem andern Weibe, das er verstösst, einen Scheidebrief geben. So wiederum Mech.: ,i^ 3n:i D'"pi3 *:it HTSi a;n p o:n 'jüöii? 'ui .1^ B^B Dui fj'n ("pD ""lajsi 'iniJn fv\ '-Bin "WEa nims tcd »nis njn JtM ';d3™ B:n, und j. T.: nbnM'iniM b: Dia und ebenso zu 5 Mob. 15, 17: n(» >-rii iTn üa iiMfi inisi«^ ■'liKi. Von diesem enggeachlossenen Systeme der iilteren Halachah weicht die jüngere wesentlich ab. Ihr scheLut es unangemessen, dass die Jüdin, wenn als Sklunn, zugleich atillsebweigend als Beischläferin verkauft werde; sie ver- langt vielmehr, dass der Kauf sie blos zur Sklavin mache^ ea sei aber Pflicht des Herrn, sie zum Weibe zu freien. Dies sagt Akiba in der Mech.: -\s~a li"b .^3n OKI Min 13113, der Verkauf ist stillschweigend, und es bleibt dem freien Willen dos Herrn anheimgestellt, ob er sie sich freien will. Thut er ea jedoch nicht, eo muss er sie auslösen lassen, und die Worte lauten daher ms' Hb ir» mit Alef, und diese LA. geben sämmtliche spätere Griechen, Aquila, Syramachu», Theodotion, aucb der Syrer wieder. Nun aber kann die ^ichtehelichung nicht eine Täuschung des ehelichen Ver- trauens, was der eigentliche Sinn von 133 ist, genannt wer- den, nnd das Wort muss daher in weiterem Sinne genom- men werden: Hoflnungen vereiteln, oder aucb es wird auf •) Bui Äbulnslid im RikmB 8. 214: nmCD .IIKH IT 11S1« tlS'hH '1 nnaiVI; diese BaralUia findet Bich, wie der Herauag. bereitü bemerkt, bei ntii nicbt mehr, und nor noch als Mit W kamiut die Aosicbt in Mteh. vor. **} So die bessere LA. desjalkat; In uaserBu Hech.-Äasg. nicht so r>t: n^aps itt. ^•n Fall besogen^ cUss der Herr sie germdezv mit dem V«r- sprechen gekauft habe, er wolle sie eheUdien; das eben ist cBeDeatung Akiba's*) : i6i tart) n» bp nnjÄ ivm *ny» 3Von pi» ^y^\'^^ Nach dieser neaea Aüffassuiig giebt es drei Lageo, in welche die Sklavin versetet werdmi darf: entweder der Herr freit sie oder der Vater löst sie aas oder ^oidlieb der Herr freit sie ftir seinen Sohn, und nnn lag es nahe, ^^dieee drei^' in V. II auf diese drei verschiedenen Vomalmien sn beaiehen, was auch wirklich Akiba **) thut, und was woU anch die Meinung des griech. Anonymus ist, wrieher mina tainu (st. ti %(fia r.) setzt, und Dies ist anek als i^terer Zusatz in das j.T. eingedrungen. Natfiriioh kann mm bei dem freien Ausgehen der Sklavin, die vom Herrn gar nicht zum Weibe genommen war, von einem Scheide« briefe. nieht mehr die Rede sein«. -r- So hat die jüngere Halachah dieses Gesetz in anderer Auffassung gedeutet sie iMisste aber dabei die Correctur von "h in vh voradbrnen, wie diese LA. die Thahnude stillschweigend voraassetaen. Pie massorethisehen Schulen jedoch beruhigten sich bei dieser Correctur nicht, sie Hessen sie swar ab Khethib, petzten aber ab Ken das alte ^b (Soferim 6, 5, Mas*- aorah zu 3 Mos. II, 21), und auch Chikeloa fbersetat das Keri, aber nach der neuen Auffassung und awar: wenn ihrem Herrn mbsfkUt, ab dass er sie sieh (oder: der le sich) bestimmen sollte, rt'b n)3''p^, abo mm ab Futurum betradUet. 6. Im Exodus 22, 6—14 (7—15) wird ansfUbrUch von Fällen gehandelt, wenn beim Gbbrauche fremder Gegen* stände dieselben eine Beschädigung erbiden. Dem em« Czdien Sinne nach handeln die zwei ersten Verse davon, wenn leicht bewegliche G^teor gestohlen werden^ wobei de« *) Die Ansicht, welche nämBch in der Meeh. dem hnnsel beigelegt wird, gehört Akiba an und nrngekehrt, Tgl. oben GL 168 Aam. ***)» ••) Ab»lw. a. a. O.: nfTIDD HTW 1)^0 nM iÄni l^lt HO ^1 V'H Vn T»:r3 iittKH b^ r\b n w» ^id*» rfm th^ dki b"r\ rm v^y^ ii> n»vi ?uinD Mb) un »b^ mr\ ntb runj;*'^ ab nram it»M ' ji «6« bmi vgL Mech. und Bonst. I 191 Häter diirch den Schwur, dass er nicht Hclbst der Dieb sei, frei aasgeht; der Dieb hingegen wird, wie der folg. V. angiebt, wenn sich der Gegenstand findet, mit der Doppel- bu»e bestraft. Nun folgt in vior Vertuen die Bestimmimg über die Aufbewahrung von Vieh, von dem der Hüter an- giebt, es sei gestorben oder von einem Thiere zerriBsen oder von Räubern weggeschleppt worden. Im enteren Falle musa der Hüter schwüren, dass er nicht zum Tode beigetragen und der EigentbUmer sich mit dem Aase be- gnägen, im dritten Falle muse der Hüter ea ersetzen, im zweiten weist er nach, dasB es wirklich zerrissen worden and braucht keinen Ersatz zu leisten. Entlehnt jedoch, ao heisst es in den zwei letzten Versen, Jemand Vieh, um da- mit seine eigne Arbeit zu verrichten, so muss er nicht blos beim Diebstahle, sondern auch beim natürlichen Tode oder beim gewaltsamen durch ein Thier Schadenersatz leisten. Dies jedoch nur dann, wenn der Eigenthümer nicht zugegen iat; ist dieser anwesend, ao trägt er selbst die Verantwort- lichkeit. Anders endlieb beim Tagelöhner, der ftir den Eigenthümer mit dessen Vieh um Lohn arbeitet; der ver- liert bei einem Unfälle seinen Lohn, Dieses heissen einfach die Worte: nrir; «3 »in Tic CH. ^*?¥ nämlich ist wie überall der Gemtethete, und dessbatb setzen dafür auch die 70 /uo&möe, Syrer und Thargume ütjm, und auch die ahe Tradition in der Mech. scheint in der Bezeichnung, der T5Tr sei ein ninw nn:, einer der Genuas hat (durch den Lohn) und dem Eigenthümer Genuss bereitet (dui'ch die Arbeit), den Tagelöhner zu verstehen. n3B3 »3 heisst mb- fiach: um seinen Lohn kommen. ■ - ^ K? bedeutet nämlich kommen mit . . . , an gleichem Punkte mit einem QegtOr Stande ankommen, aufgehen darin. So iu der Mischnab- sprache: ■ ■ ? ■^^^ aufgehen, deasgleichcn ■ ■ ■ 5 1*^ auigehen, einander entsprechen in der unserm Ausdrucke analogen Phrase: nccnj ii;s «T (und umgekehrt) Aboth 5, 11 u. 12, sein Lohn geht auf iu seinem Nacbtheile, und so der häufige Ausdruck : ^3 W!^''|, ihm entspricht, kommt gleich, ein Aua- dni(^, der sich ebenso aramäisch im j. Th. (■^3 7^, I Hob. % 18 n. 20. 5 Mos. 14, 8) und im Syrisohen lindet 192 (ygL 2 Mob. 12^ 4: Wenn das Haus zu klein ist mndnrm; JD^die n2 p^T\ dass das Lamm darin aa&ehe^ vollständig ver- sehrt werde). Daher heisst dann ^5® ^9 KD^ den Lohn über- steigen, und Dies der Sinn der Worte Jakob's an Laban 1 Mos. 30, 33: 7»»bnsüb3? (Sam. kw) m^ "»D, wenn es meinen Lohn übersteigt vor Dir, (nämlich) was nicht etc. Die alten Uebersetzer fassen an unserer Stelle auch den Sinn des nDV3 MD vollkommen so auf, wenn sie es auch nicht wörtlich wiedergeben. J)ie 70: «ara« avwt} dvTl tov UtaOov avTov (eine keineswegs „ziemlich sonderbarem^ Ueber- setzung) , der Syrer : ni:M3 j?b2 , am treusten das j. T. : (L 'K3) iTiaiO n^'TDD ^r. Nur Onk. hat in unklarer Wört- lichkeit: n^*):^M2 ^m;'. Der jüngeren Tradition nämlich er- schien es nicht angemessen, dass der Tagelöhner keinen Ersatz zu leisten habe; sie erklärt vielmehr den tdv als den Miether = ^Div (wie sie sich ancb dieses Ausdruckes statt des bibl. bedient), wohl noch verleitet durch die spä- ten passiven Bezeichnungen für Feldpächter D^?^ u. r^")^^. Handelt die Stelle nun von einem, der das Vieh um Geld zur eignen Arbeit entlehnt, so passen die Worte nDüD MD nicht in dem oben angegebenen Sinne, sondern sie sollen die Erklärung sein zum Früheren: „der mit seinem Lohne kommt,'' d. h. solchen dafür entrichtet; die Bestimmung aber, wie es mit seinem Schadenersatze zu halten sei, fehlt nun ganz (vgL M. Baba mez. 7, 8 u. Gemara 94 b.)I — Aber auch der Sinn des früheren Theiles verwirrte sich. Zwar die 70 sowohl als auch eine alte Halacha nehmen noch die Worte rh^^ r\]>b) in dem oben angegebenen Sinne, dass es sich blos auf den Fall des natürlichen Todes des zur Hut anvertrauten Viehes bezieht; so die 70: xcr« ovkoq n^adtl^nai 6 xvQiog avtov und klarer noch Mech. in einem Satze, der — was den Erklärem fühlbar ist — mit dem übrigen dortigen Systeme nicht übereinstimmt, aber eben Trümmer einer älteren Tradition ist: bv^ nttK IMDtt rb92 ^pb^ IFb^}^ bctd^ nbD:n. Später jedoch hielt man dafür, dass der in y. 10 (11) erwähnte Schwur sich auf alle drei Fälle, natürlichen Tod, gewaltsamen Tod und Raub, beziehe und dass derselbe ihn auch bei den beiden letzteren von Ersatz 193 befreie (vgl. Mischuah a. a. 0.) ; nun kann vbS2 npSl nicht bedeuten: der Eigentbümer nehme die Leiche, da beim Raube eine solche gar nicht vorhanden ist, sondern es rouss heissen: der Eigeulhümer nehme den Schwur an, und eo übersetzen der S^Ter und die Thargume, und ist Dies die iu den Thalmuden recipirte Ansicht. Nun aber treten offen- bar die Verse in Widerspruch. Zuerst nämlich heisst es, auch wenn daa Vieh weggetrieben worden, werde der Hüter durch einen Schwur frei, dann aber V. 1) (12) wird ge- sagt, beim Diebstahle müsse es der Hüter ersetzen. Um diesen Widerspruch zu lösea, bezog man, und Dies ist eine ältere Ansicht, die letztere Bestimmung auf einen ganz neuen Fall, nämlich es habe bisher von einem Hüter ge- handelt, der den Auftrag umsonst übernommen, der sei allerdings durch einen Schwur von jedem Ersätze frei, von nun an aber spreche die Schrift von einem Lohn empfan- genden Hüter, der habe bei einem Diebstahle Ersatz zu leisten. So sagt es deutlich die Mech. : ni lar« z:y 2\a CKl D:n IBID ll•i^i'^l isd "laic, und allen Zweifel beseitigend, setzt das j. T. nicht bloa in V. 6 (?), sondern auch in V. 9 (10) hinzu: Vül 13M K^2, hingegen in V. 1 1 (12): im n-tty n-b mm Tua (und es acheint, als iände es Dies in l'^I'P ausgedrückt). Später jedoch befriedigte man sich mit dieser Deutung nicht Dass V. II u. 12 (12 u. 13) von einem um Lohn Hütenden handeln, dabei blieb man zwar zum Unterschiede von V. 6—8 (7— -9)i aber nian fand es nicht angemessen, V. 9 U. 10 (H) u. 11) hinauf zu beziehen, vielmehr sah man ein, dass uie eng mit den folgenden verbunden seien. Auch sie sollten daher von dem um Lohn Hütenden sprechen, und man musste nun einen Unterschied machen zwischen ,13BJ und 3:;!^ Z3i; jenes, sagte man nun, bedeute den Aufall von Bäubern, deren Gewalt kein siegreicher Widerstand entgegengesetzt werden könne, dieses aber bedeute einen Diebstahl, den man aus Nachlässigkeit oder Feigheit habe geschehen lassen, und diese jüngere Halachab ist wiederum die gewöhnliche tlialmudische geworden. — Und nun end- lich noch die Auffassung des V. 12 (13). Auch sie hat drei verachicdene Wandelungen durchgemacht. Die älteste IM wär^ SU lesen imd aa verbinden HD^m if vwn\ er (der Hüter) bringe ihn (den Eigenthtimer) zum Zitttin^ senen, er aeige ihm dos Vieh vor, welches zerrissen ist, und überzeuge ihn so von der Wahrheit seiner AttSSftgfe. So die 70: agci aitop itti r^V ^i^QHPy so die Etkl. JöMtfaim's inMech.: DD-iun !»)m b*>br3h *7^r, und so die ursprüngliche LA. in T. j. I: i^om KDi:i *!r m^ra'« *)4 tn ähnlichem Sinne ist eine andere LA. und Deutung: HD'^i^l 1)r (S^m. ^y») ^^tift^s er bringe ihm als Zeugniss das Zerrissene (odert ein Zengniss des Zerrissenen). So Josiah in Meeh«: inj^ nt nad Abba Saul in Baraitha Baba kammft II a: ,T)n9 m^ T^bf yydarunter versteht man das F^W^ oder ^^ei* bringe diA Fell voi^s Gericht" ♦*), und so auch T. j. Ut MiaK p .t* W» ino. Syrer und Vulg^ stehen in der Mitte zwischen diesen beiden Erklärungen : unniD^ Vll Win, tf i/Vftfl äd mm fttddl oeoi^ «um 9H (vgL auch Samuel ben Mdr und Aben-Esrä). End- lich aber machte sich eine dritte AüfflUMung gisltend, die am Wenigsten sachentsfirechend ist^ aber doch redpirt wurde; auch sie liest "^S, theilt aber bei cKesem Worte und bezieht mDien zum Folgendeü (Wäz freilich j. T. 11, S. b. M. und A. E. auch nach der froheren Erklärung thun): er bringe ihm Zeugen, das Z^^sene brtuoht er (dann) nicht zu zahlen. Zeugen ton dem UeberftHe eines wilden Thieres zu bringen^ während es geradiS firülierheisst: nr) x^ y was neben dem Schwur überhaupt noeh ein Zeug^ niss soU| das ist schwer eintusehen; dennoch wurde diese Erklärung die recipirte, ik* folgt OnkeloS Und der Zttsatas in j, T. I: (w) nr« ^^^ *^»> «« Wird Vott Jonwäian b. Jo- *) An die LA. ^ Ut saoh Jv B. k. 1, 1 «. b. 1^ b noch rtne Er- ümshuig, nur in sndsrem Sinn«: 6^)Kri6 fTbW nB*)ld \i>tl> i^lfiTM "V. ^) y\V od^r 11"U^ ist ^&, il6is^ao%^iibä ttH, nftA koan&t ebsnso Tor Oholotii 8^ i ; in der Bar. «iüd a«^ »bweicliwide UL Mit AM «a Anfange, andere mit oWei Daleth oder aJt drei Beeek. Aoek Kedvim 26 a und Schebmoth 29 b kommt in dieser Bed. vor MH^^IIM (Natbflh in Amch ^1M 5, wo wieder abweichende LA.), wofOr j. G. Y^HD, waa düSselbe beddatet (vgl. M. Kh'efim 24, 9). !DiüS Wbrt "11^ encbleD als lnnH^diti tiit 1J^ Her biMoMdlrs "g^tmA «ttr &kHMtt^. m siah in der Meoh. ausgesprochen, wie auch toh der obflB «ngetährten Baraitba; (c:i(t3) nnu:B B*ir vrT. 7. Einen recht schlagenden Beweia, wie man bei der □mgewandeltcn rechtlichen Anschauung in die Worte der alten Halachah die jüngere Auffassung hineindeutete, giebt die Lehre von dem Nachweise der Lügenhaftigkeit der Zeugen. Im Deut. 19, IQ ff. helsst es blos, die Richter sollen aorgßlltig untersuchen, und finden sie dann, doas der Zeuge ein lügenhafter ist , so sollen sio ihm thun, wie er seinem Bruder (dem durch ihn eines Verbrechens Bezilch- ligten) zu thun beabsichtigte. Wieso wird aber durch die Untersuchung der Richter die Lügenhaftigkeit des Zeugen mit solcher Sicherheit nachgewiesen, dass man mit Recht ihm die Strafe auferlegen kann, welche den Angeklagten getroffen hätte, wenn sein Zeugniss als wahr befunden worden wäre? Wie die alle Zeit darüber dachte, lehrt uns die Geschichte der Susanna. Die zwei Aelt«sten, welche diese angeklagt, werden von Daniel als Lügner erkannt dnrcb den Widerspruch, in welchen sie in ihren Aussagen mit einander treten; sie widersprechen eich nämlich im Baume, unter welchem Susanna das Verbrechen begangen haben soll (V. 54 u. 38). Dadurch stellte sie Daniel hin ftla solche, welche nach ihrer eignen Aussage Lüge bezeug- ten (in zov tstöftUTOi aviöiv ^lenSofiaQtv^r^oai'iti, V. 6l), und darauf hin that man ihnen, wie sie Uebles zu thun dachten ihrem Müchaten, gemäss dem Gesetze Mosis (oi' T^önov imntjpniaai'to iw nlTJoiov noi^oo« noiä xo» röfiov Miavajj, Vgl die 70 bu 5Mos. 19, 18), man brachte sie um (V.GS). Al«o in der Zeit dieses Schriftstellers galt offenbar ds Nachweis der Lügenhaftigkeit zweier Zeugen, welcher sie der Strafe, die auf das berüchtigte Verbrechen gesetzt ist, schuldig macht, der Widerspruch unter den Zeugen selbst. Diese Qeschichte von einem Processe, bei welchem die Zeugen durch die Nachfrage über den Baum, unter welchem di« That vorgefallen, als falsch erkannt worden, hat sich in der Erinnerung der thakn. Tradition erhalten, die in dar ichneh <8anhedrin 5,2) mittheilt: 'spira ""KSr p pai rwJW B<3Mn (vgl. Bar. Sanb. 41 a). Die Ansicht selbst aber ist 13* 106 ganz deatlicb iü dem alten Spruche aoBgedrückt, den gleich- falls die Mischnah aufbewahrt hat (Makkoth 1, 6): ü^^m X^ pa» nK lÄlT*»» nr p»1T ü^W^ die Zeugen werden nicht eher als lügenhaft erklärt, bis sie sich selbst zu lügenhaften machen, d. h. doch nichts Anderes, als bis sie selbst durch ihre Widersprüche die Falschheit ihrer Aussage documen- tiren, ganz wie in der Susanna: /» tov axofiaxog aixm ^vdofiagtvQf^avTsg. So noch deutlicher Sifre z. St.: IttlJI? m W^m'W nr ^•»'♦n ^y>Hü T^o , und noch klarer später: TTH iptt^ 11? n^m '^'^ "iptt? yo^ ninir irn© f •*:» und dann (nach der LA. des Jalkut): . vn npü Ti? n:m 'sv npv n^n ntt^iw f»itti. Also sowohl wenn ein und derselbe Zeuge sich selbst in seiner Aussage widerspricht, als auch wenn einer von dem andern abweicht, werden sie als lügenhaft erkannt^ und zwar so dass sie der in Rede stehenden Strafe verfallen. Allein diese Ansicht war der späteren juristischen Auffas- sung zu streng; sie erklärt ein solches in sich wider- sprochene Zeugniss als ungültig, als gar nicht vorhanden, das von dem menschlichen Richter ganz ignorirt werden müsse, daher auch nicht bestraft werden dürfe; nur den Zeugen erklärt sie als straffällig, welchem durch andere Zeugen nachgewiesen wird, dass er zu der Zeit, von wel- cher seine Aussage handelt, gar nicht an dem Orte gewesen sei, an welchemi angeblich das Verbrechen vorgefallen. Und so erklärt die Mischnah (a. a.0.) ganz ohne Weiteres das in dem von ihr selbst mitgetheilten alten Rechtsgrund- satze festgestellte p^^j) nM Dan*"; „sich selbst als lügenhaft erklären'^ soll heissen, wenn andere Zeugen ihnen ein Alibi nachweisen 1 Die Worte des Sifire : ittijj? nK t^m"^ und nttW nplö yt^'i^ erklärte man nun wohl auch so, unmöglich jedoch war es, die Worte: npü man Hüir so umzudeuten, imd — man strich den ganzen Satz, den uns glücklicher Weise noch Jalkut aufbewahrt hat *) I Wie vieles solche alte Out *) Einzelnes minder Sichere will ich hier noch hinzafögen. In den Aosg. des Sifre ist zu dem Kanon: • » « D^H^H f^ das erklärende ^^^ nur ganz lückenhaft hinzngeffigt und zeigt sich dadurch omsomdir als einen Zusatz, auf den Sifre auch gar nicht weiter eingeht Der Satz T^?3 bezieht sich offenbar auf den bibL Aufdruck Hpp, der eben «Is 197 nun mag von Abschreibern und Kritikern über Bord ge- worfen, wie Vieles noch in unsern Quellen enthalten sein, das aber so corrigirt oder umgedeutet worden, dass seine Entdeckung höchst schwierig ist und oft nur einem glück- lichen Funde gelingt! Nur noch einige wenige Umgestaltungen im Sagenkreise mögen ebenso eine Probe von den Verschiedenheiten der älteren und der jüngeren Hagad.ah geben. 8. Aus den Worten 1 Mos. 5, 24 ergiebt sich der unbefangenen Betrachtung, dass Henoch's frühzeitiger Tod in ihn verherrlichendem Sinne aufgefasst werde; sein Tod war ein Scheiden von der Erde, ein Entrücktwerden zu Gott, wie ganz, an den Text sich haltend, Josephus (Alt. I, 3, 4): avi)^(oQfj(Te ngog to d'itovy 'o&tv ovdi riXevtriv avtov aviysyQuipoLai, Dies drückt auch die Uebersetzung der 70 aus: %al ovx eigloxero cr^ fASTd&f^ttBv avxov 6 S'sigy ent- sprechend den Worten Sirach's (44, 16): itai fteTeri^ti vnodetyfia fievavoiag zaTg yenatg. Diese Worte: „und er wurde versetzt zum (belehrenden) Vorbilde der Sinnes- besserung fiir die (kommenden) Geschlechter" bedeuten einfach, dass diese ebenso fromm sein, also von ihren bösen Wegen lassen sollten, wie Henoch fromm gewesen und »^weichend, in sich widerspreohend" aufg^flMst wird, und so ist aneh wohl der Sinn der Bsr. des Ismael, welche Makk. 5 a angeführt wird mit Beziehung auf dasselbe Bibelwort: tm^ bü HSi:) HlOnü li?, bis das Zengniss selbst in sich abweichend ist — ein Aussprach, den freilich die Gem. nach ihrem Standpunkt umdeutet. — Der in unsern Sifreabsg. snrüokgelassene und nur in Jalkut aufbewahrte Satz muss in Beziehimg auf die Schriftstelle , aus der er gedeutet wird, so aufipfefiisst werdeo, dass, wie so häufig, der Anfang des V. angegeben , der letztere Tbeil aber gemeint ist; er wird nämlich nicht aus 11^)1, sondern aus den Worten: l'^DKS H^i? *1pt7 abgeleitet — Bedeutsam ist auch die Kürze des j. T., welches nur in V. 18 Einzelnes erweitert; die Worte ♦ ♦ • 7Wl umschreibt es mit: THnO D1D3 ym linD »Hl, und Dies klingt ganz wie das i% tov atofjuttog tjthvmv ^BvdofMQ. der Sus., hingegen scheinen die Worte ^IHH*^ ^'^ATTOI am Anf. des Y., die einzigen, welche dem qpft- tem Standpunkte entsprechen , entw. wirklich späterer Zusatz zu fein, oder sie sind später nur verschoben und gehören eigentlich nach dem folgenden ^HD in der Bed. „die sich selbst zu Lügnern machen." 196 nicht mit den Sündern seiner Zeit gegangen; nmn darf aber keineswegs den Sinn heraoazwängen woUeni Henocb selbst sei ein Master der Busse, er habe selbst früher gesündigt und dann erst Busse gethan. Noch wiUküriicher ist ^ diesen Vers als unächt zu bezeichnen und zwisobeu ihm ond einer andern Lobeserhebung desselben Siraeh (49| 14): ^icht Einer wurde geschaffen gleich dem Henoob ein Solcher auf Erden, darum wurde derselbe auch weggenom- men von der Erde^^ einen Widerspruch zu entdecken und in letzterem, wahrlich genug verherrlichendem Spruche eine Verkümmerung des früheren Iiobes zu suchen, weil statt (umi^fl nun «y^ltj^i? gesagt wird. Auch Philo stellt Henoch immer als den Geliebten und Auserwiihlten, von der Erde zu den Höhen der Tugend und des Gtötdichen Entrückten dar im Gegensätze zu seinen lasterhaften Zeit- genossen, keineswegs aber ab Einen, der eigene Sünden zu bereuen hatte. Dieser altem Auffassung folgt auch der Syrer Efrem nach Anleitung der Juden (vgl Xei^^irk«, 4$ Ephr. Syri art$ hermeneuiiea Hb^r 1831 S. 26 f.). Anob das palästinische Thargum (T. j. I) spricht von ihm in diesem Sinne, dass er der höchste Engel geworden, der Metatron (metalor^ der vorausgehende Wegabstecker): aj> VIVT^ Um •«ö'%^»P'»p-)bp*»bDiT:ün«Dn» (vgl. auch V. 23) h^^h n^^n K3'1 »TDD Tnöü*»» n*»»ü »npi »n onp. Allein diese Himmel- £üirt d%B Henoch ward den Juden der nadichrist Zeit tak- stSssig^; sie deuteten daher die Stelle anders und entzogen dem Henoch seinen höheren Werth. Er sei zwar fromm gewesen, meint Beresch. r. z. St, aber dennoch habe er in Ge£shr gestanden, in Unglauben zu sinken, und um ihn daivor zu bewahren, habe ihn Gott vor seiner Zeit weigge- BOinmen, und zwar wird Dies von einem Lehrer geradezu !n der Polemik gegen Christen gebraucht Daher streicht anch das berichtigende zweite j. T. die oben angeführten gesperrten Worte des ersten, und Onk* eetzt mit scharfer Betonung, von dem Worte abwmchend: 7% nV)^ n^^ ^1M. Die Hagad&h, wo sie die Tendenz nicht so scharf im Auge hat, nnA die späten Sammlungen, welche manche alte Sage, die unterdessen mit Absicht verworfen war^ ohne B^ritik wieder m au&ahmen, sprechon nun doch wieder von Henocli, aU dorn lebendig in's Paradies Gegangenen und in Metatron Umge- wandelten. Und die spätere kabbalistiache Richtung mochte sogar in Onk. diese scharfe Deutung nicht stehen lassen und setzte ein vh hinzu, auch das frühere 'nin-bl in das umgekehrte »nirrwi corrigirend (vgl Kerem Chemed HI 50 ff. und IV 176 ff.). 9, 4 Mos. 12, I wird einer äthiopischen (n'Bl2) Frau des Moses gedacht. Diese seltsame Bezeichnung, welche der Frau des Moses hier beigelegt wird, liees früh die Sage entstehen, Moses habe wälucnd seines Aufenthaltes am Hofe Pharao's die Aethiopicr besiegt uud deren Königin gehei- ratbet. So schon der Alesandriner Artapan, Josephus (Alt. II, 10, 1 u. 2, vgl. 13, 2), das j. T. I, nur dass es ihn nach seiner Flucht aus Aegypten diese Heirath eingeben Uisat: Di"w nric oip p n-^pn:)'»: ncn^ itBis Mi3C(tT Hrf-oo onnn BIST «nibn iT V1130K xn"«-. Moses jedoch noch ein Weib aus fremdem Volke, und wenn Dies auch eine Königin war, zuzuschreiben, mochte der jüngeren Ilagadah unangenehm erscheinen, und sie greift zur seltsamen Erklärung, n'BW heisse: sehr schön, so Sifie, T. j. II und Onkelos, eine Er- klärung, die alle alten, das Wort wörtlich wiedergebenden Uebereetzungen nicht kennen. Die ganz junge Legenden- haggadah (Sefer ha-Jasehar [identisch mit Dibre ha-Jamim ha-aruch] zu Scbemoth und Dibre ha-jamim schel Moscheh) ninmit wieder die alte Sa^e auf in der Form, wie sie T. j. I angedeutet hatte. Mtige es an diesen einzelnen Beispielen vorläufig ge- nügen, um im Allgemeinen zu zeigen, dass verschiedene Richtungen in der Auffassung der Bibel einander gefolgt und uns auch in der palästinensisch-jüdischen Literatur auf* bewahrt sind, jedoch die ältere mehr trümmerhaft und inta^- polirt. Bei der bald vorzunehmenden Betrachtung, der wir als unsemi Zialpunkte entgegengehen, wird die Erkenntnis» dieser gescbichtlicheii Thataache eben sowohl aufs Entscbi«- denste bekräftigt werden, wie sie unü ein Wegweiser sein wird, um in manchen Dunkelheiten uns zurecht au findaii. 200 TIerter Absclmltt. Die zwei Makkabäer-Bücher. In einer Zeit kriegerischer Drangsal; innerer Zerrüt- tung und unonterbrochenen Parteihaders, wie wir sie nach ihrer inneren Entwickelnng bisher betrachtet haben, dürfen wir dem Entstehen einer neuen kräftigen Literatur nicht entgegensehen. Selbst die Zeit der Makkabäerkämpfe und -siege, so bedeutsam sie war, brachte doch immer nur einen theilweisen Aufschwung und theilweise Erfolge hervor. Erst das Zusammentreffen günstiger Umstände, die Ver- wirrung im Syrerreiche und dessen allmäliger Verfall liess die Erstarkung des jüdischen Staates zu; damals aber, unter Simon und Johann Hjrkan, war bereits die Spaltung der Parteien so mächtig, dass aus dem einmüthigen Volksgeiste heraus eine neue Literatur sich nicht erzeugen konnte. Was dennoch erstand, das war Parteischrift, die auf allgemeine Anerkennung nicht rechnen durfte. Nur in der ersten Zeit, unter dem allgemein verehrten Juda, der blos kämpfte, siegte und den ruhmvollen Heldentod ftir Glauben und Vaterland starb , nicht das Hohenpriesterthum und die Herrschaft für sich erwarb, mochte die prophetische Be- geisterung sich regen, und das Buch Daniel wie manche Psalmen sind deren Erzeugnisse; einer späteren Zeit noch solche psalmodische Klänge zuzuschreiben, ist bedenklich. Selbst die Erzeugnisse unter Juda erhielten sich nur in ihrem Werthe, wenn sie älteren Verfassern beigelegt wur- den oder doch der Name des späteren Verfassers nicht bekannt war; sobald der spätere Verfasser in eigenem Namen auftrat, war dann bei dem Parteienkampfe das Misstrauen gegen ihn rege. Die palästinische Tradition entkleidet solche spätere Schriften mit Entschiedenheit aller Heiligkeit: „Die. Bücher Sirach und alle Bücher, welche von da an und weiter geschrieben worden, verunreinigen 201 nicht die Hknde^'*) (vgl. oben S. 13S u. 146). Äkibagelit noch weiter and behauptet, dass wer in solchen Schraten lese, des Antheils am ewigen Leben verlnstig gehe**). Man nannte diese Schriften .,,ausserhalb befindliche^^ D^'j^V^n^ d. h. eben nicht in die Anzahl der heiligen Bücher aafge- nommene, und weil man solche beseitigte, vergrab (n:)), wie man es auch mit einigen gegenwärtig kanonischen thun wollte (vgl. Schab. 30 b und sonst) , so hiessen dieselben dnoxQvtpOj vergrabene, verborgene. Unter diese verbotenen Bücher zählt nun die j. G. ausdrücklich die Bücher Sirach und „Ben-Laanah^^ *♦*), während die b. G. im Allgemeinen darunter Bücher der Sadducäer versteht (ein Ausdruck, der in seiner Allgemeinheit unsicher ist, ebensogut ketzerische, christliche Schriften bedeuten kann wie wirklich saddu- cäische), aber über Sirach zweifelhaft ist Der Midrasch Eoheleth Ende hingegen sagt wieder mit Schärfe, wer in sein Haus mehr als vier und zwanzig Bücher (d. h. die' Bücher der h. S.) aufnehme, bringe Verwirrung in dasselbe, und giebt als Beispiel solcher verwirrenden Bücher an die des Sirach und des „Ben-Thigla" f). Welche Bücher mit Ben-Laanah und Ben-Thigla gemeint sind, lässt sich nicht mehr nachweisen, und daher ebensowenig, ob deren Inhalt Veranlassung gab zu einem solchen harten Verdammungs- artheil; bei Sirach giebt die b. G. selbst zu, dass in seinem Inhalte kein Grund dazu vorliege, Sprüche aus ihm werden nicht selten als Belege angeführt, und nur sein später Ursprung drückt ihm den Makel auf. Daher erklärt es sich, dass uns ein hebräisches Original der „Apokryphen" nicht ge- blieben ist; bei den ausserhalb Palästina's lebenden Juden, die dem dortigen Parteiinteresse fem standen, konnten sich *) D*»Tn n» i"»«»»» p*»» '!)b''»i iKD?D larDiü D-nco by\ »n^e na '»nee Tho88. Jadaj. c. 2. ♦*) un^'pn ^ n»iK Hy^2^ n . . . «an üb^xh p^n onb ^m ibiev D^iirnn D^-©D3 M. Sanh. 10 (II), 1. t) iiaD in^^aa D'^iDTSKin nii)r\ii ü'^iw td» ini"» irra ^ina D^iD»n ^s i6:n p ncDi «"T^D p nDD* U9l>er9^lu]jBeQ oder nw^ griecb.Ei«Wffms<9, WfMMI «icJi der BU>el «nacblo^sen, leichter erbalteiu Ulster den ims erluJteAea grieebi Apokryphen mtUaao dem Stempel ihrer Zeit diqenigen BUober Wi Sotaohi*' denvten an dich trege»^ irelebe die Oesebichte ihrer eignei^ Zeit eryltUen^ welche «amentUcb da« Ereignis« und die Hk^ bebang der Famüie behandebi durch die der Uniachwoi^ im Staateleben erfolgte, mit denen eine neue %oebe begWA, Die Familie der M«»kkabäer ^ wie wir 9ie nun einmal m nennen gewohnt »ind -- hatte nicht blo« die Selhatst&ndig' keit des Staatei^ erkämpft, sie hatte auch die alte hohe* priesterliche Familie, die der Zadokiten, von der HerrechaA und der ererbten höchsten priesterlichen Würde verdrängt und sie in Beidem ersetzt Bald aber bildete sie selbit wiederum ein vom Volke sich abschliessendea Pabrioiat, und die ^ten Patricier schlössen sich ihr an; das Fatri^Mt war nun blos erweitert und die Zadokiten Sadduoäer g^ worden. Das Licht^ in welchem die Makkabäer erscbienea, musBte daher ein sehr schwwkendes sein . und mannich* fache Färbungen annehmen. Juda, der dgentlich allein den Kamen des Makkabäers trug, erfreute sich der ung^t tbeilten Verehrung; anders seine Brüder, namentlicb Simon, der die Begierung ;iuerst mit fester Hand ergriff i und dessen Nachfolgen Den Sadducäem, mit denen diese Nach- folger Simon's meistens gemeinsam gingen i waren sie «Ue ein Heldengeschlecht, den Pharisäern erschimen i^uch sie als abgefallen; nur erst wieder als Herodes sein Haus siuf das makkabäische pfropfte, der Adel auch wieder in dieser neuen Grösse sich sonnte, nahm der Pharisäismus Partei ^ die einheimischen Priester gegen die fremden Ein^ dringlinge, ohne dass darum jene zur Oeltung von National- helden gelangen konnten, die in strahlender Erinnerung der Nachwelt v^bliebcn^ Die paläslinangiA^e I^raditten geht selbst über diejenigen Ereignisse jener Zeit leicht hinwag, die durch dauernde Feste dem Gedächtnisse sich einprägen mussten. Sehen wir von den sonstigen in der Fasten- chronik genannten^ an makkab. Thaten sich kpUpfonden ^* Ueinoren Festen, eelb^t von doui Nikanortsge '^) ab, welchQ Kümmtlich ausser Brauch kmueu, und sicher auch frühst j sich keiuer basonderu Feier erfreuten, so hat sie auch für I das Fest, welches sich erhalten hat, iiir da« Weihefea^ •15^, nur einen sehr kargten Eaum und eine sehr dürftig Erinnerung. Während die Mischnah dem Purimfeate, du I doch auch ein späteres Ereigniss feiert, einen eignen Tractat ] widmet gleich den pentateuchischen Festen **), muss dM \ Chanuckah sich mit ganz gelegentlicher Env'ähnung be> i gnügen. Wenn davon die Rede ist, wie man sich b«i j öffentlichen, mehre Male auf einander folgenden Fasten tat J verhalten habe, sofern sie auf ein Fest treffen, wird seiner 1 neben Neumond und Purini gedacht (Tbaan. 2, 10), ebene« ' j wie bei Leiehenbegängniseen zu verfahren sei (Mogd kat J JMldeii Opfer id Mcnachotb belundelt Bind. •••) 9Ata, In Toü jtop ilaldae, oJuai, tuvrijp ijju* q>arq*ai iijr 204 ChAnackahfest schrumpft zu einer Legende zosammen« Bevor jedoch die Familie in der Fluth dunkler verschwim- mender Elrinnerungen unterginge scheint sogar der Stamm mit mancher schmähenden Bezeichnung belegt worden zu sein. Das Haus der Hasmonäer gehörte nämUch der Priester- ordnung Jojarib an (1 Makk. 2, 1. 14, 29) und schein^ wie wir weiter sehen werden, sich dieser Abstammung ge- rühmt zu haben y weil Jojarib die erste Priesterordnung war (1 Chr. 24, 7), wie auch Josephus mit Stolz auf diese seine eigene Abstammung von derselben hinweist ^ita i). Die palästinische Tradition knüpft jedoch gerade an diese Priesterordnung Unheilvolles. Sie war, berichtet sie, an der Reihe, den Dienst zu verrichten, als der erste und als der zweite Tempel zerstört wurde, und rechnet diesen Umstand zu anderen unglückverkündenden Umständen, die um diese Zeit zusammentrafen *). Nach einem Berichte bei Josephus (Apion 2, 7) gab es vier Hauptabtheil ungen (trxbut) der Priester, und hiermit übereinstimmend behauptet eine Tra- dition, die sich wohl aus einer Schriftstelle erzeugt hat, nur vier von den 24 Priesterordnungen seien Anfangs aus dem Exile zurückgekehrt, ihnen sei allein der Dienst anvertraut worden, und es sei festgesetzt worden, Jedajah solle immer die erste bleiben, selbst wenn Jojarib wieder zurückkom- men werde, eine Tradition, die anderen Relationen so offen- bar widerspricht, dass sie nur aus tendentiöser Absicht fest- gehalten worden sein kann **), und endlich deutete man gar *) n'^nn ainü» ^'»•♦n di^ n^ini >KDt ^yh niDt ih'hvt^ •»»w ndt» '^ nnon^^r 2i2r»i t^"i?siki p^n br T'Twir D'^i^ni n*»^:M pi n'n risi nnNn yeSS^^ D^'lM. Thoss. Thaan c. 3. Seder Olam rabba Ende. j. Thaan. 4, 5 n. b. 29 a. **) Esra 2, 36—89 (vgl. 1 0, 1 8 ff u. 8 Esra 6, 24 f.) werden vier Prieater- familien genannt , welche mit Sembabel zurückgekehrt sind : Jeda'jah, Immer, Pascbchur und Charim ; von diesen vier nun sagt die Bar. (in b. Thaan. 27 ab. Arachin 12 a), sie seien allein zurückgekehrt, eine jede Familie habe daher sechs Priesterordnungen aus sich gebildet, und Jedajah habe durch^s Loos den ersten Rang eingenommen. (Der Comm. zu Thaan. weiss sich PaschchuT) das unter den Ordnungen in I Chr. 24,7 ff. aoö den Namen Jojarib in üblem Sinne^ nämlich: Gott kämpft wider sie, und scheint dieser Priesterordnung noch einen schmähenden Namen beigelegt zu haben , und zwar ^yMesarbae/^ die Widerstrebenden, die hartnäckig im Irr- thum Beharrenden'*'). Während nun die spätere palästinische Tradition die „Hasmonäer^^ theils ignorirt theils mit tadelndem Seitenblicke behandelt, so müssen Bücher, die ausschliesslich der Er- zählung der durch sie bewirkten neuen staatlichen Conso- lidirung gewidmet sind, nothwendig einen ganz andern Charakter an sich tragen; sie müssen ihre Verdienste an* erkennen und hervorheben. Dennoch besitzen wir in den , nicht Torkommt, nicht zu erklHren, und scheinen ihm die Stellen i|i Esra entgangen zu sein; auch Dies dürfte dafür sprechen, dass der Comm. sn diesem Tractate nicht Baschi angehört) Die Propheten jener Zeit aber hätten festgesteUt , dass selbst wenn Jojarib , eigentlich die erste im Bange unter den Ordnungen (HI'lTd V?dn IffM'l) , später noch kommen soUte, sie sich Jedajah blos anschliessen könne. Nun aber werden Neh. 12, 1 ff. zwei und zwanzig Priesterfamilien genannt, welche mit Scrub, zurückgekehrt, unter denen auch (V. 7) Jojarib» und eine rar- wandte Relation liegt offenbar der AuMhlung der 24 Ordnungen in der Chron. zu Grunde, nur dass diese Nachricht hier schon auf David zurück- daürt wird. Die Ignorirung nun der Stelle in Neh. in der angegebenen Tradition ist auffaUend und scheint eine Zurücksetzung Jojarib*8 zu be> abaichtigen, gerade wie umgekehrt die Yermuthung nahe liegt, dass- die Yoianstellung Jojarib's in der Chr. etwa einer Correctur aus der ersten Ifakkabäerzeit zuzuschreiben sei, während firüher rieUeicht Jedigah, als Zadokite (Esra 2, 36: i?1tf^ n*^2b),rorange8tanden haben mag. *) Dies scheint aus folgender St. j. Thaan. 4, 5 herrorzueehn : r^T\'^ •)"» «•»•»wüb Knv»a no^s '^'»2")d?s nmp in*»» ma:^ ^-^tit •»* th U laiD^ n?3ü br 1'»:n Dr 2''nn n*» 2'^T^n\ „Levi sagt: Jojarib haiant diese Priesterabtheilung nach dem Namen ihres Ahneu, Meron nach ihrem Wohnorte, Mesarbai bedeutet, Qott hat das Haus den Feinden über- liefert. Berachjah sagt: Die drei Namen sind so zu deuten, Gott stritt mit seinen Söhnen, weil sie widerspenstig gegen ihn waren und ihm widerstrebten.'^ Dies mag denn vielleicht auch den räthselhaften ara* maischen Namen für die Makk. Bücher erklären, welchen Origenes auf- bewahrt hat; Zagßifi' SoQßavh JX ^ämlich heisst: b^ ''JDnD raiD, die Widerspenstigkeit der Gott Widerstrebenden, eine Aufschrift, die sich zuerst auf die Sjrer beziehen, dann aber auf die im Buche gepriesenen Helden angewendet werden mochte. (YgL in dem Klageliede H^tT T\y^X Bwd Büchem, welohe sich dieselbe AnfgAbe «telleii, Schri& ten^ die nicht blos in der Darstellong und einselnen An- tchauungen, wie Dies von der yerschiednen IndiTidüalitü der Schriftsteller und ihrer Zeiten bedingt ist, nicht biet im thatsächlichen Berichte der Oeschichte und deren Ao^ üusung weit aaseinander gehn, sondern offenbar auch in ihrer gansen Stellung zur Makkabäerfamilie YoUkoimneB verschiedne Standpunkte einnehmen« Die zwei Bücher der Makkabäer sind Parteischriften; das erste hat einen der makkab. Dynastie befreundeten Saddacäer zum Verfasser^ das aweite einen die ^ Makkabäer mit Misstrauen beobaohtenden Pha* risäer zum Verfasser oder vielmehr Epitomator, 1. Der Vfr. des ersten Makk.buches ist der Reichs- historiograph der hasmonäischon Dynastie; deren Legiti- mität und die Verdienste aller ihrer Glieder, namentlicb auch des Gründers der Dynastie zu schildern ist seine An^ gäbe» Es genügt ihm daher nicht, die Heldenthaten Juda's au erzählen, er beginnt yielmehr mit Mattathias (Cap.2)| hebt mit Vorliebe hervor, dass die Familie von der ersten Priesterordnung des Jojarib abstammt (2, 1. 14, 29), er vergleicht Matt gern mit Pinehas (2, 26), legt ihm eine feierliche Anrede an seine Söhne vor seinem Tode in den Mund, in welcher er sie durch die Erinnerung an i^e be- rühmten Männer in Israel aneiiert und auch des Pinehas gedenkend, ihn „unsem Vater^' nennt, der „das Bündniss des ewigen Priesterthums erhalten^^ (V. 54). Simon selbst sowohl als auch das ganze Volk der Juden lässt er mehre Male hervorheben, wie er und seine Brüder und „das ganae Haus seines Vaters^^ fiir Volk und Heili^;thum wider afl.e Feinde Israels gekämpft (13, 3. 14, 26. 16, 2). So wvd die erbliche Würde durch Pinehas und Jojarib, das ange- stammte Verdienst von Matt an begründet IJn der Ba- schreibung des gefeierten Helden Juda kann sich der EBstoriograph von Cap. 3 an mit Liebe ergehn, hier steht er auf unbestrittenem Boden; die liebende Verehrung aller Parteien umgab diesen glorreichen Freund des Vaterlandesi der uneigennützig mit dem Volke litt und duldete^ v Ifer Veraunkenheit zum kräftigen nationalen Bewtiastsein erweckte and tu herrlichen Siegen fUhrte. Aber bei aller Huldigung gegen Jiida vergisst er doch auch nicht seiner BrÜdei-, die schon dem Juda bei seinen Zügen und Siegen muthig und glücklich zur Seite gestanden (3, 'iS. 42. 5, 10. 61. 63. 65. 7, 6. 10. 27. S, 20), und er bricht keinesweg« in Mitten des Heldenlaufea Juda'a ab, führt ilin nicht als den Unbesiegten, den Vollender der Selbstständigkeit Israel'a dem bewundernden Blicke vor; Juda stirbt mitten in seiner Laufbahn den Heldentod, ja den des an der Rettung Ver- zweifebden (9, t — 22), und trotz allen seinen rühmlichen Siegen ist das Werk der Befreiung nach seinem Tode fast wieder ganz zerfallen. Nun, da kein Makkabäer an der Spitze stand, ward Alles noch schlimmer als es je zuvor war; nicht bloa die Ruchlosen traten wieder allerwärta auf (V. 2-3), das Land, der Boden selbst wird treulos und ver- sagt Beinen Beistand (V. 24). War ja auch bei Lebzeiten Jnda'e nur durch seine und seiner Brüder Hand der Sieg emiMgen; wollten Andere sich durch gleiche Thaten her- vortbun, so misslang das kecke Unternehmen. Als Juda einst mit seinen Brüdern nach verschiedenen Richtungen hin ausgezogen war und sie sich alle mit Siegesrubm be- deckten, da hatte er zwei Anfilhrer in Judäa zurückgelassen^ und warnte sie, sich in keinen Kampf einzulassen (5, 18 0. 19). Diese aber sprachen: „Wir wollen uns auch einen Namen machen" (V. 57), wagten einen Kampf und — wur- den geschlagen. „Und es ward eine grosse Niederlage in Israel, weil sie nicht hörten auf Juda und seine Brüder, im Glauben als tapfere Männer sich zu beweisen; sie aber waren nicht aus dem Samen jener Männer, denen gegeben war die Rettung laraeTa durch ihre Hand" (V. 61 und 62). Als nun Juda geschieden war, BO blieb kein Heil für Israel, als ein anderes Glied dieser von Gott geweihten Familie zum Führer zu erwählen (9, 28 ff.). Juda war aus eignem Antriebe und Eifer aufge- standen und hatte sich die Anerkennung erst durch sein« Thaten erworben; Jonathan ward von vom herein AanA die Äofforderung des Volkes nicht blos zimi Anführer im ao6 Felde, sondern auch zum Oberhaupte («pj^) feierlich er- nannt (V. 30). Als Oberhaupt war Jonathan, gemäss seiner priesterlichen Abstammimg und nach der zadokitischen Verfassung, zugleich Hohepriester (14, 30); in dieser Würde erkennen ihn alle syrischen Herrscher an, die ehedem das Oberlehnsrecht hatten (II, 27 und 57), und in derselben wendet er sich an die Römer (12, 3), die zwar damals noch kein Recht der Bestätigung hatten, wesshalb auch von ihnen eine solche nicht berichtet wird, deren stillschweigende Anerkennung aber in den Zeiten unseres Schriftstellers von Bedeutung war, so dass er schon Juda mit ihnen in Ver- bindung setzt und durch die Aufzählung ihres alten Ruhmes und.ilu'er Treue gegen Bundesgenossen den Werth ihres Wohlwollens und den entscheidenden Einfluss ihrer Aner- kennung ausspricht (8, 1 ff). Auch an die Spartaner lässt ihn der Qeschichtschreiber in dieser Eigenschaft eine Qe- sandtschaft senden, Briefe schreiben und eine angeblich alte, auf Stammesverwandtschaft begründete Bundesgenossen- schaft erneuen (12, 2 imd 5 ß)y und offenbar liegt auch hier eine aus seiner Zeit geschöpfte Absicht Wie das mächtige Rom mit seiner verdächtigen Freundschaft gewon- nen werden und die Festigkeit der makkab. Dynastie ver^ bürgen soll, so soll Sparta, das durch das macedonische Reich dem Untergange entgegengeführt, durch das Ein* schreiten der Römer vor demselben bewahrt wurde und in dem schwankenden Verhältnisse von Oberherrschaft und Bundesgenossenschaft, welches dieselben zu ihm einnahmen, scheinbar seiner Freiheit und Selbstständigkeit sich er- freute, den Römern eine stille Ermahnung sein, auch den Juden, die das macedonische Joch abgeschüttelt, als treue Bundesgenossen ihre Freiheit zu wahren, Beziehungen, die 14, 16 ff. wiederkehren; auch mit den freien Spartanern tritt demnach Jonathan, als Hohepriester des befreiten Israel, in Verbindung*). Jonathan leitet nun die Angele- *) Dass auch der Vfr. von 2. Makk. 5, 9 dieser Bundesgenossen- Schaft mit den LacedHmoniem gedenkt, beweist «elbst dann Nichts, wenn derselbe auch unser Buch nicht gekannt haben sollte; die oben darge- ptellte Anschauungsweise setzte sich im Volke als Thatsache fest. inlieiten mit Muth und Klugheit, doch muss auch er der ist eines ayrisclien Uaurpators erliegen (12, 40 ff). So ist der Vir. zum umnittclbaren Gründer der Dy- 1 Mtie gelangt, dessen Legitimität und Verdienat ihm be- ton dora am Herzen lag. Durch die Voran Stellung des H&ttathios und die Rückbezichimg auf ihn hat der Vtr. leinem Zwecke schon wesentlich ^vorgearbeitet. Nachdem ijoda don Heldentod gefunden und Jonathan in Gefangen- tbaft geratben war, blieb Simon allein übrig von „dem 1 jener Männer, denen gegeben war, Israel durch ihre kod zu retten." Freilich lebte Jonathan noch, allein noch die er ermordet worden, beklagten ihn die Israeliten schon jirie einen Todteu (12, 52. 13, 4), die gedemüthigten Nach- und Feinde erhoben wieder stolz das Haupt (12, ||3 ff), wälirend die Juden in Angst waren (13, 2). Zwur I ^tte Jonathan Söhne, die des Vaters Erbe übernehmen konnten, doch auch sie erlagen der Arglist des Usurpators Tryphon. Dieser versprach nämlich, Jonathan, den er blos .vegen Ruckstände in den StaatsabgaLen gefangen halte, beizugeben, wenn ihm hundert Talente gegeben würden; I Bich aber nach seiner Freilassung seiner Treue zu ver- glichen], verlangte Tryphon noch die zwei Söhne Jonatlian's " I Oeiaaeln, und als Simon diesem Verlangen nachkam, I hielt Tr. sein Wort nicht, behielt vielmehr den Vater mit den Söhnen als Gefangene bei sich. Aber wie? sollte SimoB so geringe Menschenkenntniss besessen haben, dass f die trügerische Arglist Tryphon's nicht sogleich zu durch- rAobauen vermochte, so wenig Vorsicht gebraucht haben, f.wenn es galt, dem grausamen Peiniger seines Bruders noch IfKiehr edles Blut in die Hände zu liefern? Und durchschaute W/u die Plane Tryphon's, warum ging er dennoch ohne Wei- Tteres in dessen Vorschläge ein? Sollte ihm die Gelegen- ■ jieit willkommen gewesen sein, sich der jugendlichen Ver- Vwandten zu entledigen, die ihm später als Prätendenten ■ tiescbwerlich werden konnten? Es mag eich damals man- iher Zweifel bald an Simon's vorausschauender Staatsklug- eit, bald an seiner Harmlosigkeit bei der Auslieferung iteiner Neffen geregt haben, und unser Reichshistoriograph sro füblt sich^gednmgen, Simon von allem gegen ihn etwa sich erhebenden Verdachte zu reinigen. Er behaupte^ S. habe die Arglist Tr.'s wohl bald erkannt und sei dennoch in der unglücklichen Lage gewesen, dessen Vorschlägen willfahren zu müssen, er würde sich sonst bei dem Volke yerhaast gemacht haben, das glauben konnte, Jonathan habe durch die Annahme dieser Bedingungen gerettet werden können, und S. habe durch deren Verwerfung seinen Tod yersohul- det (13, 17 ff). Wir können nach zwei Jahrtausenden nicht mehr beurtheilen, ob dieses Bedenken, wenn Simon et ge- hegt, begründet 'gewesen, ob er es ehrlich damit gemeint habe; wir sollten denken, er hätte es erst mit der Sendung des Geldes versuchen, sich der Freilassung Jon/s besser rersichem, sich mit dem Volke erst beraihen sollen. Auch ist es auffallend, dass während Jon.'s Ermordung und dann dessen feierliche Bestattung durch Simon berichtet wird ' (V. 22 ff), die Söhne ganz vom Schauplatze verschwinden und ihr Schicksal völliges Schweigen bedeckt. Doch sei dem wie ihm wolle, der Verfasser unseres Buches kennt den Verdacht^ der sich gegen S. erheben mochte, und sucht ihn zu beseitigen. Simon ist nun im rechtmässigen Besitze . der Herrschaft. Man muss sogar nach dem Berichte un- seres Vfr/s vermuthen, Simon sei — • nach dem in ein^n ELinterhalte gefallenen Jochanan — der ältere unter den Söhnen des Mattathias gewesen; denn in dieser Reihenfolge zählt er sie 2, 2 ff auf. Nennt Josephus im jüd, Kriege (I, 1, 3) Juda den ältesten der Söhne, so konnte die spätere Zeit durch den Vorrang Juda's leicht zu diesem Irrthume verleitet werden*), während auch der Vfir. des zweiten Makk.buches (8, 22) den Simon vor Jonathan stellt und ihn damit als den älteren zu bezeichnen scheint. Wenn *) In gleicher Weise nennt aadi der Vfr. des Inlisltsrert^chnlises sa Josephus (jüd. Kr. I, 4) Simon: ioxatogf den jüngsten (fraimm nniu fuinimus). — Ob es eine Bed. hat, dass unseV V£r. die Namen des Vaters nnd Orossvaters des Matt. , nSmlich Johann und Simon nennt, anoh den i<esten umgekommnen Sohn des M. Johannes nennt, den 2. Makk. gar nicht kennt, um diese Kamen als alte hochgeachtete Namen der Familie herrorzoheben, mag dahingestellt bleiben. 211 imaer Vfr. dennoch auf dieses Erstgeburtrccht Simon'« keinen Nachdruck legt, eo mag er Dies gerade mit Absicht imterlasseu, um den Schatten zu beseitigen, der dadurch auf Simon fallen musfl, daea er, obgleich der Aeltero, doch erst nach Jtida's und Jonathan'a Abtritt vom Schauplätze zur Qeltimg gelangen konnte. Mag es 8tch jedoch mit dieser Reihenfolge der Brüder im Alter verhalten wie es wolle, der Vfr. stellt, soweit es die Thatsachen erlauben, Simon in den Vonlergrund. In der Anrede des Matt, an seine Sühne lässt er denselben mit Entschiedenheit auf ihn hinweisen: „Und nun, Simon, ener Bruder, ich weiss, dasa er ein Mann des ßathes ist, höret auf ihn alle Tage, er wird euch aura Vater sein" (2, G5), und wie nolhgedrimgeu kommt er dann auf Juda, der ein Held sei und „Führer des Heeres" sein solle (V. G6). Schon unter Juda hilft Simon treulich mit (5, 17. 20—23), noch mehr aber unter Jonathan (9, 33. 37, 62. 65. 67 f. 10, 74- 82. II, 64 ff. 1-2, 33 f. 38), der ihn sogar zum Feldherrn über einen Theü des Landes einge- setzt habe (II, 58). So nun durch seine Vergangenheit . bereits genügend zu solcher Würde vorbereitet, tritt er selbstständig auf den Schauplatz. Freiwillig weiht er sich der edlen Sache, ohne dass eine Aufforderung erst nöthig wäre (13, I ff), ja, er wendet einen grossen Theil seines Vermögens auf, um die Kriegsleute zu bewaffnen und ihnen Sold zu geben (14, 32), mit Begeisterung vernimmt daa Volk seinen Entschluss und setzt ihn ali^bald zum Anftihrer ein (13, 8 ff). Herrlich gelingt ihm Alles durch Tapfer- keit und Klugheit, und das letzte Bollwerk der syrischen Herrschaft, die Burg (Akra) zu Jerusalem Rillt, ein Ereig- nis8, das dauernd am 23- Ijar gefeiert werden soll (V. 51 f). Nun aber nimmt der Geschiclitschrciber der makk. Dynastie einen hohem Schwung und mit gehobenem Tone verkündet er (14, 4 ff) die glücklichen Tage, welche die Juden unter Simon's Regierung verlebten; auch Rom und Sparta ehren ihn (V 17 ff), und unvermerkt ist er zum Hohenpriester geworden Führer und Hohepriester J *) Vgl. oben S. 34. Zu der dorti'g'eD Stelle ist hiatuznriig^tt, a Titel „Hohepriester den borhsten Oottes" äfxifgtvs &cov inflmiv BAti^atai dem Terstorbeneu Hjrksn beilegt, Jos. Ant. XVI, 6, S. **) Diese Formel entspricht vollkommen der in E^ra 2, 63 und . k, 7, 65 (vrI, 3 Esrn 5, ^O) vorkommenden: OniK^ 1^3 (H) isr TS ] KCSrvi . bis aufsteht der Priester hei den ITrim und Tammim. Dorch i rtmlich wurden dieWoisaagungen voübraeht, und B'ilClO D"K*3J WfSBJB \ • ■fempel«) geslorben waren, hürteo die Urim nnd Thnrnmim (d. b. dift..J mg durch sioj auf (M. Batsh 9, 19), was die Thos«. dAX. c I 214 sein (14, 41), kann eben nichts Anderes bedeuten, als dass ihm seine Söhne aUeseit folgen sollten. Und desshalb Iftsst er auch eine Abschrift der Urkunde in den (der Au&icht des Hprs« unterworfenen) Tempelschats legen, damit Simon sie habe „und seine Söhne'' (14, 49). Von 16, 1 an tritt Johannes noch bei Lebseiten seines Vaters entschieden ii^ den Vordergrund, Anfangs neben seinem Bruder Juda, und der V£r. scheint es ungewiss lassen zu wollen, wem der Vor- rang gebühre (V. 6) ; bald aber wird Juda in den Schatten gestellt (V. 9), und da er und Mattathias mit dem Vater dem Meuchelmorde erliegen, so steht Johann allein da, an Vorsicht und Tapferkeit ausgeaeichnet , mit der ererbten hohenpriesterlichen Würde geschmückt, ein würdiger Spröss- ling jenes Hauses, „dem gegeben war Israel durch seine Hand zu retten.'' Hier bricht der Vfir. ab, indem ^ kura auf sein weiteres Wirken nach Aussen und nach Lmen verweist, und es bleibt das Wahrscheinlichste, da» er ab Zeitgenosse Johann Hjrkan's sich begnügt, durch* seine Vorgeschichte ihn würdig eingeführt 2U haben. wenn (heute) Einer zum Andern sagt: bis zur Auüarstehnng oder bis Elias kommt, d. h. eben so lange die gegenwärtige Ordnung der Dinge besteht, bis zur Zeit dass wieder eine ganz neue Weltordnung eintritt. In diesem Sinne nun sagt auch wohl Ps. 74, 9 (vgl. cant, tr, puer, V. 14)^ es sei nun kein Prophet mehr, und unserm Buche ist dieser Ausdruck ein sehr gelXufiger; es bezeichnet die Zeit des zweiten Tempels als die, in welcher kein Prophet mehr gewesen (9, 27), d. h. eben die Zeit, wie sie gegenwärtig ist, und alle Bestimmungen werden getroffen bis zur Zeit, da ein Prophet aufstehn wird, um Aufischluss darüber geben zu können (4, 46), d. h. bis zu einer Weltperiode, welche die des ersten Tempels in Vollkommenheit wieder restaurirt Die Tempeleinriehtungen« insofern sie denen des ersten Tempels entsprechen, nennt unser Vfr. daher ^Werke der Propheten" (9, 64). Daher haboa «uch die Höflinge des Johann Hjrkan mit ihm den Eintritt dieser neuen Periode erklärt und ihn als „Propheten*' verkündet, und der Mann imponirte seiner Zeit und der Nachwelt so, dass Josephus (Alt. XIH, 10» S. 7 und 12, 1. Jüd. Kr. I, 2, 8) ihn in dieser Würde verherrlicht, und selbst die tiiaim. Tradition, die ihn doch mit sehr zweideutigen Blicken betrachtet, ihm eine gewisse prophetische Stufe, das Hör^ der göttlichen Stimme zuge- steht, dieselbe Geschichte referirend, welche Jos. an ersteremOrte von ihm erzählt (Thoss. Sotah c. 18, j. das« 9, 19 und b. M a). 21S Allein der Vfr. iat als makkabäisch-dyaaBtischer Histo- riograph unter Johano auch zugleich ein Sadducäer. Er erkennt die hohen Verdienste des basmonäiBchen Hauses jm und schildert aie in allem Glänze, aber er erhebt sie nicht «uf Kosten der zadokitischen Priester, die jetzt voll- kommen be&eundet »ind mit dem neuen Hofe. Er, der die Vorgeschichte des Makkabäerkampfes zusammenfaaat, mit Mattathiaa bereits beginnt, Judas Thaten ausl^rllch beschreibt, auch die Thatsache nicht verschweigt, das« Is- raeliten seibat den Planen der Syrer willfahrt und sie un- terstützt haben {1, 13 ff. 4'A), erwähnt mit keiner Sylbe der griccbenfreandlichen Hohenpriester Jason und Mene- laae, über die das zweite Makk.buch so vieles Schändliche zu berichten weiss. Im Gegentheile stellt er die Priester inageBammt in günstigem Lichte dar. Juda wählt zur Rei- nigung des Tempels „untadlige Priester, die dem Gesetze treu geblieben" (4, 42); darin kann man zwar eine leise Andeutung änden, dass es auch andere nicht untadlige Priester gegeben, aber blos der Gegensatz wird ausdrück- lich bestätigt. Priester wollen ihre Tapferkeit zeigen und ziehen zum Streite aus (ö, 67); es wird ihnen Dies zwar ata Unvorsichtigkeit verargt, weil sie, nach der dynastischen Absicht unseres Vfr.'s, als Nichtraakkabb. nicht das Recht haben, ohue Auftrag makk. Führer den Kampf zu unter- nehmen, doch erweist steh immerliin Ihre Gesinnung als eine Acht nationale. Sie treten überall als der hervorra- gende Stfind im Volke, als betheiligt an der Verwaltung tervor {12, 6. 14, 2(). 41. 47). Hingegen wird Alkimos (7, S ff. 9, 54 fC) ohne alle Schonung behandelt, in ihm Terkörpert sich das judenfeindliche Princip; zwar ist er „ein priesterlicher Mann aus dem Samen Avons" (7, 14), aber offenbar nicht von hohenpriesterlichem Stamme, nicht wie Zadokitcn und Makkabäur auch den Pinehas unter sei- nen Ahnen zählend, sondern vielleicht von Ithamar's Nach- kommen. Juda und die Seiuigen erkennen ihn als den arglistigen Feind, während meikwiirdigcr Weise die Schrift- gelehrten und unter ihnen zuerst die Asidäer, jene Demo- kraten, die die aufttrebende makk. Dynastie mit Misstrauen 216 betrachten, ihm vertrauen und mit ihm und dnrch ihn mit den Syrern Frieden schliessen wollen (7; 13 ff). Hier macht sich offenbar der Groll gegen die Pharisäer Luft. lEß mag eine wahre Thatsache zu Grunde liegen: die Asi- däer mögen dem Alkimos, dem so nahen Verwandten Josse's ben Joeser (vgl. oben S. 64 f) leicht Vertrauen ge-. schenkt haben; unser Vfr. hebt das Ereigniss jedenfalls geflissentlich hervor mit allen Parteibezeichnungen. Er begnügt sich nicht zu sagen, Einige hätten ihm vertraut und seien in ihrem Vertrauen getäuscht worden, — wie Jos. (Alt XII, 10, 2) diese Thatsache mildernd erzählt -*- er zeigt vielmehr die Kluft zwischen den besonnenen Vater- landsvertheidigern, Juda und seinen Genossen, und den kleinmüthigen und misstrauischen, einem Verräther aber ver- trauenden Schriftgelehrten und Asidäem! Da liegt die Absicht zu Tage*). Und nicht blos in seinem Urtheile über die Personen offenbart sich des Vfir.'s Parteistellung, sondern auch die religiösen Ansichten, die er kund giebt, bezeichnen ihn als Gegner der Pharisäer. Die ganze keusche und schmuck- lose Darstellung, welche nicht überall Engelerscheinungen und übernatürliche Rettungen auftreten lässt, sondern den Muth des Menschen ehrt, dem Gott seinen Beistand leiht, ist dem Wesen der Sadducäer entsprechend. Charakteri- stisch besonders ist es, wie er sich einer jedeü Beziehung auf den Glauben an Auferstehung enthält. Schon die feier- liche Anrede des Mattathias vor seinem Tode gab ihm ge- wiss hinlänglich Gelegenheit, die Söhne nicht blos an den Nachruhm, sondern auch an den Lohn zur Zeit der Auf- erstehung zu erinnern, und der Todesmuth, mit dem Juda *) Ob in 2, 42 dieAsidtter genannt werden, ist sehr zweifelhaft; die besseren Zeugnisse sind, soTiel ich sehe, , iQr die LA. 'JovdcUmv, und die LA. 'AaidaUov entstand aus der Vergleichung mit 2. Makk. 14, 6 und weil man den Ausdruck awccyayyr^ '/. in diesem Zusammenhange nicht verstand. Dieser aber ist die Uebersetsung von l^Ö oder T)Ü^D D***^^^*1 , das wir oben (S. 122 ff.) nach seinem wahren Sinne kennen gelernt haben, und umfasst demnach das priesterliche Patriciat, dem sich die andern dnrch Muth und Vaterlandsliebe Henrorragenden anschlössen. 217 in die letzte Schlacht ging, würde der nicht ein weit froherer, die verzweifelnde Resignation überragender sein, wenn ihm der Vfr. die Siegeagewissheit in der Auferstehung hätte leihen wollen? Er vermeidet es hier wie an vielen Orten absichtlich, seiner Partei Stellung gemäsä*). Doch nicht blos was er verschweigt, kennzeichnet ihn ; er spricht in einem Punkte deutlich genug seine Opposition aus. Er schildert (2, 32 ff), wie die Glaubenstreuen, als sie dem Byrischen Glaubens drucke sich zu entziehen begonnen, sich am Sab- bathe ohne Gegenwehr hinwürgen Uessen, um den Sabbath nicht zu entweihen ; Mattathias und die Seinigen aber miss- billigten Dies und fassten den Entschluss, am Sabbathe zu kämpien, wenn es nöthig ist (V. 41). Jonathan spricht denselben Grundsatz aus und fiibrt ihn praktisch durch, als Bacchides sich den Sabbath zu Nutze machen wollte (9, 34 und 43); Jonathan vereitelt ihm seinen Anschlag, indem er spricht: stehn wir nun auf imd kämpfen fUr un- sere Seele, denn heute ist nicht wie gestern und ehegestem (V. 44. ff), d. h. unter solchen Umstanden kann der Sab- bath nicht beachtet werden, und sie fuhren den Kampf siegreich durch. An eine haarscharfe Distinction zwischen Offensive und Defensive, an eine genaue Definition, wann die äusserste Noth beginne, die eine Verletzung des stren- gen Sabb. -Gebotes entschuldige, dachte weder Matt, noch Jonathan. Aber Dies war und ist keineswegs die herr- schende Ansicht. Josephus berichtet aus d^r alten und aus seiner Zeit von der strengen Waffenruhe am Sabbathe**), bemerkt ausdrücklich, dass man Pompejus habe ungestört am Sabbathe seine Vorbereitungen zur Belagerung vollen- den lassen, weil es eben an diesem Tage blos gestattet sei, sich bei unmittelbarer Lebensgefahr zu vertheidigen***), er lasat Agrippa die Juden ermahnen, rass sie im Hinblicke auf die Gefahr von ihrer Strenge in der Sabbathfeier *) Vgl. besonders Orimm m S, 61. ••) Alt. SIV, 10, 18. SVin, 9, 2. 6. Jüä. Krieg H, 31, 8 (Tgl. Üben 3S). IV. S, 8. Apioa I, 22 (p. 356 uJ. Dind.) «**) Alt XIV, i, 2. Jä6. Kr. 1. 7, 3. 218 ablassen müssten^ und ihn eben auf das Ungemach hinweir sen, welches sie doich ihre Skrupel unter Pompejua Aber sich gebracht haben (Jüd. Er. ü, 16, 4 p. 120f Bd. IMnd.\ toid als etwas Besonderes hebt er es hervor, dass die Jaden, ids die Römer schon in die Mauern einzudringen im Be- griffe waren, es ihnen auch am Sabbathe strdtig machten (das* 10, 2). Mit diesen ängstlichen Bestimmux^^eai stimmt es daher nicht ganz tibereia, wenn er die Ereignisse unter Matt und Jonathan ganz nach unserem Berichterstatter er- zfthlt (Alt Xn, 6, 2. Xm, 1, 3) und an das erstere di« sehr allgemeine Bemerkung knüpft, es sei demgemäss auch jetzt Sitte, am Sabbathe zu kämpfen, „wenn es nöthig sef Die thalmudische Halachah ist nidbt minder ängstlicb in dem, was sie erlaubt, und selbst dieses ist, nach ihrem rig* nen Eingeständnisse, erst durch die traurigen Erfahrungen, welche bei der scrupulösen Strenge gemacht wurden, abge- rungen worden (Thoss. Eriibin c. 3. j. Schabb. 1, 8. Srub. 4, 3. Moed katon 2, 4. b. Schabb. 19 a. Enib. 45 a). Es ist daher offenbar ein verdeckter Kampf unseres sadd« Erzählers gegen die, von den wundersüchtigen Pharisäern sexner Zeit gehegte Sitte, auch im Elriege der strengen Sabbathfeier sich zu unterwerfen, in der Hofifinung, Oott werde sie schon ohne eigne Vertheidigung befreien — wie wir diesen Glauben bei dem Vfr. des zweiten Makkabäer- buches finden. Selbst die strenge Feier des Brachjahres in Kriegszeiteh scheint unser Vfir. zu tadeln (6, 49 u. 53), wie denn diese Begebenheit in dem 2ten Makk.buche fehlt Das sind freilich keine principielle Differenzen, es sind Ab- weichungen, die blos in ungewöhnlichen Lagen hervortreten, die sich didier nicht principiell fixirt haben, umsoweniger ab sieher auch die Pharisäer im Römerkriege ihre Strenge in diesem Punkte au%aben. Desshalb finden wir auch einen solchen Streitpunkt zwischen Sadd. und Pharis. nir- gends erwähnt; allein der Standpunkt, welchen imser Vfr. in dieser religiösen Frage einnimmt und den er so nach- drucksvoll betont^ bezeichnet ihn als einen gegen die Volks- ansicht ankämpfenden und die Grundsätze des flofes ver- tretenden Sadducäer. 219 Umsomehr dürfen wir unserem Vfr. als einem mit den Ereignissen wohl vertrauten und besonnenen Darsteller folgen. Seine Pai-teislellung mag ihn in der Gruppirnng der Thatsxchon, zur Hervorhebung des einen und Zurück- stellung, ja wohl auch Vcrachweigung eines anderen Um- Btandes bestimmt haben; doch habon wir keinen Grund, ihm absichtliche Entstellungen vorzuwerfen. Die thalm. Tradition bestätigt seine Angaben; der Steine des verun- reinigten Altars, welche vergraben werden (4, 46), gedenkt ancb die Miachnab (Middoth 1, 6), des Festes am 23- Ijar ZOT Erinnerung an den Abzug der Syrer ans der Akra (13, 51 f.) auch die Fastenchronik zu diesem Tage. Jo- sepbuH aber nimmt unser Buch stillschweigend zum Führer imd folgt seiner Darstellung oft wörtlich. 2. Einen entschieden abweichenden Standpunkt nimmt du zweite Makkabiicrbuch ein. Interessant ist vor Allem seine Stellung zur Familie der Makkabäer. Während die Vorgeschichte der Erhebung wider die Syrer in ihm so umständlich berichtet wird, findet en dennoch keinen Raum, des Matt, und seines glaub enstreuen Widerstandes zu ge- denken, Scinu Geschichte beginnt mit Juda, von dessen Abstammung gar nicht gesprochen wird, den man blos unter diesem Namen oder seinem Beinamen Makkabaioa kennen lernt, von dem man nicht einmal erfahrt, dass er Priester gewesen, und seine weitläufige Darstellung schUesst wifldeniiu mit Juda; es gedenkt nicht seines Todes, sondern sein letzter Sieg, der Sieg über Nikanor ist auch das letzte Ereigntss, da« es beschreibt. Diese Beschränkung auf Juda erseheint umsomehr als eine absichtliche, als auch die Mit- wirkung der Brüder bei Juda's Lebseiton fast ganz uner- wähnt bleibt. Einmal (H, 22) gedenkt der Eraählcr ihrer als Unterfeldherren Juda's, nennt aber einen der Brüder Jcseph, vielleicht um absichtlich denjenigen, welcher nach 1 Makk. 5, IS f., und /.war dort gerade, weil er nicht Mit- glied der Familie ist, geschlagen wird, zum Bruder umzu- wandeln. Auch Elasar nennt er da vorübergelieud, während er dessen heldenmüthigen Tod unbertihrt lässt. Noch iiwei Male kommt Simon vor, aber beide Male begleitet ihn tuser 220 Bach mit hämischen Bemerkungen. Ihm und seinen Leuten bürdet es (10, 20) geradezu einen Verrath auf, indem sie aus Liebe zum' Gelde sich von den belagerten Feinden bestechen und sie entwischen liessen« Ein anderes Mal (14, 17) lässt es ihn vor dem grossen Siege »Juda's über Nikanor durch diesen eine Niederlage erleiden. Es hat also blos ein Gedächtniss für die Schattenseiten, nicht für die Lichtseiten der Brüder, namentlich Simonis. Dies ist gewiss absichtsvoll, und zwar vom Epitomator; denn seine Quelle, die fUnf Bücher des Jason von Cyrene, handelten Ton den Begebenheiten unter Juda „und seinen Brüdern^' (2, 19), und dennoch übergeht er sie mit Schweigen und beschränkt sich lediglich auf Juda, auf ihn, der eben nie eine Herrschaft gegründet und nie das Hohenpriesterthum verwaltet hatte, also sich von dem Unrechte, worüber der Vfr. den Brüdern und der Dynastie grollt, fem gehalten hat Ja, Ereignisse, die offenbar erst am Schlüsse aller Kriegesthaten sich zugetragen, aber auch die volle Bürg- schaft der Befreiung boten, wie die Bäumung der Akra, setzt er schon unter Juda voraus und fügt sie ganz unmeik- lieh am Ende ßeiner Erzählung^ ein (15, 31 u. 35). Es ist daher nicht auffallend, wenn die Feier des Weihe- und des Nikanorfestes stark hervortreten; sie sind die Erinnerungs- tage an die grossen Siege Juda's, des einzigen würdigen Helden in der ganzen Begebenheit. Darum muss er dessen Tod, der wieder Alles in Zweifel lässt und das Auftreten der Brüder nothwendig macht, unberührt lassen. Juda viel- mehr bleibt in unserem Buche bis zum Schlüsse als Sieger auf dem Schauplatze. Ignorirt der Erzähler nun die übrigen Glieder der Fa- milie, so geht er nicht, wie sein sadd. Genosse, mit zartem Stillschweigen über die vorangehenden Hohenpriester weg. Im Gegentheile, er hebt ihre vorzügliche Betheiligung an der Gräcisirung mit scharfem Tadel hervor. Schon in den seiner Erzählung vorausgeschickten Briefen an die Aegjpter, welche er, wie es scheint, aus dem Hebr. übersetzt hat — worüber noch später — , ist der Abfall Jason's und der 221 Zftdokiten inagefiamrat hervorgehoben (l, 7) *}; in der Er- «Sähluug seibat bilden Jason und Meuelaus den Mittelpunkt des syrischen Griechenthums. Allerdings gab ea früher treffliche Hohepriester, wie denn der Vir. nntürüch die iAisBion des Priesterthums hochachtet, wie Onias (3 — 4, 6. 4, 34 ff. 15, 1'2 ff.); allein das Amt verleiht nur den Per- iionen Weihe, welche derselben würdig sind, und wenn der ■Würdigen Priester wegen Wunder geschehen, so steht üott nicht den unwürdigen bei, denn „der Herr erwiiblte nicht des Ortea wegen das Volk, sondern den Ort wegen des Volkes" (5, 19). Priester, die die Macht erkaufen, wie Jason and Menelaus, wie Lysias Dies zum Geaetze erheben wollte (II, 3), und wie es auch in der spatern Zeit Sitte war, verwirft der Herr. Und nicht bloa die beiden genann- ten Hpr., sondern noch viele andere waren die Verführer des Volkes; so Simon, der Bruder des Menelaus, der schon 'tmter Onias Vorsteher des Tempels gewesen (3, 4)**), und *) Dia Worte; äif ov äalatri 'laatov koI ol fiet uvtoi owo x^g ■ßftat Y^t xal iqt ßadooh' die Uebers. von Hfl^sriJ Syr^ n?'?».» IHK If^l lICMJ lp nH?. „von dem an äats abgefallen war Jason uad die mit ibm waren vom htÜ. Lnade und Reiche," d. h. die Zadokiteii, welche aicli nach dem liligeo Lande benannten {wie Jes, 48, 2, vgl. oben 8. 66) and von kBniglicber Älistamniiuig waren; 'BH = -KT] inj (3 Küu. 26, 25. Jer. 1. Ezecb, 17, 13. Dan, I, 3), oder rückb «ziehend aal flOTK s: TSn n*r (2. Sam. 12, 20^, also die nach dem heiligen Boden der Ee- ■i4eni lieh benennen, ') Ich Htimme der AuflFpgsung Herzfeld's (Uaaobichle etc. *oo der Zerstörung etc. B. II 8. 218) bei, dasu unter Beviafiiv die Priesterord- ■ Minjamin (Neb. 12, 6, 17. I Chr. 24, 9) xa vorstehen sei, indem 'dieses nicht blos iu einzelnen Mspton. der 70 so in der zweiten Stell« Neh. und der der Chr., aondern auch in beiden Stellen des Neh. lO . Syrer und 2 Chr. 31, 15 von den 70 und dem Syrer wiedergegeben 1. £a brancht daher nicht einmal ein alter Schieibtehler zu Bein, . TMwechselte vielmehr die Kamen im gewühnlichen Leben. Wobd Orimm e& diu, St. gegen diese Erklärung bemerkt, rpvX^ atä aar B«- B22 die Priester insgesammt (4, 14 f.). Aach des Alkimos anti- nationales Wirken wird (von 14, 3 an) geschildert, aber im Vergleiche za der Darstellung im ersten Makk.*Buche sehr mild. Er ist hier kein Eindringling in die hohenpriester- liche Würde, sie ist ihm vielmehr angestammt (14, 7), und er war sogar schon früher (V. 8) in deren Besitze, man weiss freilich nicht wann, und sein ganzes hinterlistiges Wesen wird nicht so scharf gezeichnet, wie es der Yfr. leichnnDg eines israel. Stammes, nicht einer Priesterabtheilong, so cUms hier ohtog (vielmehr ifprjfUQla und tthnlich) zu erwarten sei, so ist sn beachten , dass er, abgesehen daron, dass es die 70 Knm. 88, 64 ftr nnotfn setzen — da dieses von ihnen dem DtM glelehbedenteod ge- nommen sein mag — , den Bprachgebranch im 8. Buche Esra übersiahl, wo es fast dmfchgehends für- Priester- (und Leviten-) Abtheilnngen ge- setzt ist, entsprechend dem hebräischen Dlp^H^, vgl. 8 Esra 1, 4 mit 2 Chr. 85, 4; 1, 10 mit das. V. 10; 7, 9 mit Esra 6, 18, und ebenso spricht Josephus (Apion 2, 7) ron vier tribus der Priester, so dass in dem griechischen Originale, das uns hier fehlt, dafür t^lal zu ver- muthen ist, das der Lat. immer mit tribus wiedergiebt ; dann aber ist ^Ifl etymologisch dem ITDÜTd so entsprechend, dass es nicht auffallen kann, es in dem hebraisirenden Gräcismus daf^ zu finden. Daher heissen q>vXotQ%oi die Obersten der einzelnen Abtheilung^n, entsprechend den (D'^lbni) D'^^nDH \1^, vgl. 3 Esra 8, 54 mit Esra 8, 24; 8, 59 mH das. 29; 8, 90 mit das. 10, 5, auch die Obersten einzelner nichtpriester- licher Familien, wie 3 Esra 7, 8, wo zwar an der entsprechenden Stelle Esra 6, 17 *^^^ steht, dieses aber von dem Vh, des apokrjphischen Buches, seiner ganzen vorgenommenen Aenderung nach, nicht in der Bedeutung. „Stämme** genommen wird. Ebenso entspricht &ifxltpvXoi xmv natgimv, 3 Esra 2, 8, dem I^I^MH *^VH1 Esra 1, 5. Demnach ist auch (pvXagxfiSi 2 Makk. 8, 32, das Haupt der Priesterabthel- lungen, nil73V)dn VIT) , und es ist nicht unwahrscheinlich, dass darunter unser Simon gemeint sei und dieser Titel vollkommen dem hier gebrannh- ten KQOOtcttris tav Ugov entspricht; er war eben JDD^dri t?K*) (vgl. oben S. 124). ^- Wäre Simon nicht Priester gewesen, so hätte er nickt Vorsteher des Tempels sein können, noch weniger aber sein Bruder Henelaus (4, 28) Hpr.; die Absicht, einen Nichtpriester zu dieser Würde SU erheben, lag ausser aller Möglichkeit , und unser Yfr. hätte es, wie Hersfl richtig bemerkt, an den Aeusserungen der tiefsten Entrüstung einem solchen Acte der Willkür gegenüber nicht fehlen lassen , da sein Widerwille gegen die Personen der Heiligkeit des Instituts und der daran sich knüpfenden gosetzl. Bestinunungen keinen Eintrag tbut ^3 des ersten Bacliea thut Sein Tod, den dieser den ihn be- irleitenden Umstanden nach als göttÜclien Strafact schildert, Jkllt zwar in die Zeit, deren Geschichte unser Vfr. nicht mehr et^äbit (1 Makk. 9, 55 tf.); doch durfte mau, nach dem ganzen Verfahren unseres Buches, erwarten, dass sein 'Tod anachronistisch erzählt oder wenigstens darauf hinge- deutet werde, seiue Bestrafung sei nicht ausgeblieben *). Allein dessen mildere Auffassung war, wie oben bemerkt, gerade den Pharisäern eigen. Mit Abaichtlichkeit aber wird dennoch der Zusammenhang zwischen Alkitnos und den jfAsidäern," den das erste Buch so ironisch betont, hier in das Gegentbeil verkehrt, und unser Vfr. besti-eitet direct ■einen Vorgänger, den des ersten Buches, indem er Alkimos gerade die „Asidäer" als seine entschiedenen Feinde und Anhänger Juda's verklagen lüsst (|4, 6). Nur an dieser Jimzigen Stelle nennt er daher die „Asidäer," eine Bezeich- vang, die er weiter nicht kennt, und die er blos in Be- 'Mehung auf die Stelle des ihm vorliegeuden ersten Buches tier wählt. Natürlich muss es unscrm Vfr. darum zu thun seior .iflas glaubenstreue Volk iiisgesammt gegenüber den Höhen- festem, d. h. die Pharisäer, in den Vordergrund zu stellen. Achon in dem einleitenden Briefe (2, Ü) hcisst es, Qott Itabe Allen das Erbe, das Königreich, das Priester- 'Ihum und die Heiligung gegeben. Ein „Schrift- I gelehrter" erduldet zuerst das grausame Martyrium (6, 18 ff.), .^Während im ersten Buche (7, 1'2) eine Menge von „Schrift- ' ^lehrten" zu Alkimos und Bacchides kommen, um Recht pm suchen. Dieser Märtyrer wird keineswegs ein Priester '^nannt, wie in dem a. g. 4 Makk.-Buche (vgl. Grimm). ■ Ebensowenig werden die übrigen Märtyrer, die Mutter mit ihren sieben Söhnen (Cap. 7) und Razis (14, 37 ff.) mit lÄem Prieaterthume in Vorbindung gesetzt. Noch schärfer jedoch als durch sein Urtheil über die Peraonen charakterisirt sich unser V&. durch die religiösen 1 {Alt. XIV, 10, G) Alkio atM J 104 Ansichten, die er kund giebt, als entschiedenen Anti-Sad- .ducäer. Mit Vorliebe, ja mit polemischer Absichtlichkeit kommt er immer auf den Glauben an Auferstehung 2urück und legt ihn seinen Helden in den Mund. Die sieben Märtyrer-Brüder sprechen ihn fast alle aus (7, 9. 11. 14* 23. 29. 36), und er deutet ihn in Juda's Verfahren hinern, um .auch diesen als Autorität dafür beibringen zu können, und swar ist die Darstellung dieser Deutung geradezu ein dia- lektischer Kampf gegen die entgegenstehende Ansicht Er berichtet (14, 43), Juda habe für die gefallenen jüd. Sünder ein Opfer darbringen lassen, und er bemerkt dazu, er habe daran schön und edel gehandelt, indem er auf die Aufer- stehung bedacht gewesen sei. Denn, fügt er hinzu, hätte er nicht erwartet, dass die Gefallenen wieder aufstehen, so wäre es überflüssig und thöricht gewesen, für Gestorbene zu beten. Darin ist der Elampf gegen die die Auferstehung Verleugnenden aufs Unzweideutigste ausgesprochen. Ebenso spricht er unverhohlen seine abweichende Ansicht über das Stampfen am Sabbathe aus ; er hebt ihn immer als Tag der Ruhe auch in Zeiten des Ejrieges hervor (5, 25. 8, 26. 12, 38. 15, 1 £f.). Aus der letzten Stelle geht schon hervor, dass der Vfr. einen jeden Kampf, auch den der Verthei- digung in dringender Noth, als untersagt betrachtet Nikanor nämlich beschliesst, die Juden am Sabbath zu überfallen, da er dann sicher ist, keine Gegenwehr zu fin- den. Die Juden, welche gezwungen in seinem Heere dien- ten, bitten ihn, er solle doch den ausgezeichneten Tag ehren und ihre Brüder nicht so grausam und unmenschlich zu Grunde richten; da sie sich nämlich nicht vertheidigen durf- ten, mussten sie natürlich unterliegen. Nikanor beharrt bei seinem Willen, allein, fugt der Vfr. hinzu, es gelang ihm nicht, seinen schändlichen Willen auszuführen; das heisst sicher, ein von Gott gefugtes Ereigniss hielt ihn ab, den Angriff am Sabbathe zu unternehmen. Hier deutet der Vfr. an,, dass den Treuen in der strengen Erfüllung des Sabbath- gebotes Gott schon seinen Beistand verleihen werde. Anderswo spricht er aber ganz deutlich aus, dass man sich am Sabb. niedermetzeln lassen müsse und sich nicht durch G^enwehr 225 Tei'Sündigen dürfe, und wenn auch keine wunderbare Ret- tung von Seiten Gottes einträte, su beweise Dies Nichts gegen die Unverbrüchlichkeit des Gebotes. Cap. 6 schil- dert er nämlich die erste Zeit des harten Druckes und der daran aich knüpfenden Erhebung; nun beginnen die Mar- tyrien. Frauen werden getödtet wegen der Beschneidung ihrer Kinder, Mehre , welche heimlich den Sabbath in Höh- len feiern, werden verbrannt, Elaaar, welcher nicht Schweine- fleisch gemessen will, wird unter Foltern getüdtet, und darauf folgt in Cap. 7 die Geschichte der Mutter mit den 7 Söhnen. Dass die, welche heimlich den SubbaCh feierten, sich verthoidigen konnten, vermuthet man ebensowenig, wie man Dies den Frauen, dem Elasar und der Mutter mit den sieben Söhnen zutraut. Dennoch sieht sieh der Vfr. bemüssigt hinzuzulegen (ti, M), sie hätten Scheu getragen jsicfa zu vertbeidigeii wegen der Ehre des heiligen Tages, und er will damit offenbar den Werth ihres Martyriums erhöhen, dass sie aus Frömmigkeit, um die Sabbathruhe nicht zu verletzen, ohne Gegenwehr in den Tod gegangen sind. Nicht zufrieden damit, fügt er im folg. V. die Er- mahnung au die Leser hinzu, sie sollten sich durch die Un- fälle nicht ausser Fassung bringen lassen, vielmehr beden- ken, dass die Strafen nicht zum Verderben, sondern zur Erziehung unseres Volkes seien. Was soll aber diese Er- mahnung an seine Zeitgenossen nun, nachdem die Leiden längst vorüber waren und die Befreiung schon längst wieder erzielt war? Sollte auch die Betrachtung, wie in der Ver- gangenheit die Frommen leiden mussten, im Glauben an Qottes Fürsorge für dieselben irre machen können und der Vfr, davor warnen, so raüaste man doch jedenfalls diese Ermahnung am Schlüsse der sämmtliclien Martererzählun- gen, also am Ende des siebenten Cap., nicht aber in deren Mitte erwarten. Offenbar aber steht dieselbe gerade in enger Beziehung zum Unfälle der wegen der Strenge ihrer Sabbalhfcier Hingeopferten und ist tendentiöa. Man eolle 'nicht irre werden, will der Vfr. sagen, an der Verpflich- tung, sich am Sabb. auch nicht einmal zu vertheidigen, und an der Hoffnung, dasa Gott auch ohne die eigne Ver- t26 tlmdigang retten werde; w^in Dies nicht gesdbehe, so diene auch der Untergang fswt Ensiehong der Oesattmüieit, gehöre also mit in den PUn Gottes, dem man nicht e&rt« gegenwirken dürfe. Der Vfr. bekämpft hiermit geradeso die Darstellong seines Vorgängers, wekher diese Art der Frömmigkeit, sich am Sabb. ohne Gegenwehr hinwttrgeo an lassen, durch Mattathias tadeln lässt. Nati^lieh nun ilbergeht er dieses Ereigniss, wie er überhaupt des Mattr ücht gedenkt , und der Kampf gegen Bacclodes oiiter Jonathan liegt jenseits des Zeitabsclmittes, welchen er be^ handelt. Die Unfiüle, welche der Vir. des ersten BCaUia'» bierbaches unter Juda berichtet wegen strenger Feier des Brachjahres, übergeht der des zweiten ganz und gar. !^dlich zeigt die ganze Darstellung des VIni., seiae Wundersucht, das beständige immittelbare Auftreten roB Engeln, die prophetischen Traumerscheinungen hinlängHoh^ seine Anschauungsweise; er ist auch in dieser Beziehung durch Hnd durch Pharisäer. Selbst sein gekünstelter grischi- scher Ausdruck, dieser gesuchte Schmuck der Bede, diese gezierten Anreden an den Leser lassen den erkennen, der nicht zu den damaligen gebildeten Kreisen gehörte, der aber gerade zeigen wiH, wie miin entschieden Bational oüd dennoch der griechischen Sprache in aller Schönheil tnäoh- lig sein kann. Dass nun dieser eifrige, gezierte Pkrtirisäer ein ägyptischer Jude sein soU, sehe ich nicht ein; er ist vielmehr ein Mann, der ganz entschieden in Mitten des ]Mh lästinischen Parteikampfes steht, wie er den ägyptische« Juden durchaus fremd war. Was er mit seinem Boebe wollte, haben wir hinlänglich gesehen, und seine Absieht ist eine ganz andere, als die ägyptischen Juden zur Ver-- ehrung des Tempels in Jerusalem und zur Feier des Tem- pelweibfestes zu veranlassen. Der Tempel zu Jerusalem war ohnedies auch fLlr die ägyptischen Juden der heilige Ifittelpunkt trotz ihrem Tempel zu Leontopolis, und eine selehe Absicht wäre schlecht durch Bemerkungen gefordert werden, wie die dass das Volk nicht wegen des Ortes^ sondern der Ort wegen des Volkes erwählt sei (5, 19). Wanim im Buche aul das Weih»* und das Mikanorfest 2'27 besonderer Werth gelegt wird, haben wir bereits darin erkannt, daas diese beiden Feste die Erinnenicg an Juda'B Siege feierD im Gegensätze zu andern, welche sich au Er- eignisse aus späterer Zeit knüpfen. Allein die ewei angeb- lieh mich Aegypten gerichteten Briefe, die der Vfr. seiner Geschichte voratiäschickt (1 — 2, 18), bezeugen diese nicht, dass seine Absiebt dabin gebt, die Aegjpter an den Tempel zu Jerusalem zu knüpfen? Nicht im Mindesten; die Aegyp- ter werden zur Feier des Festes ermahnt, aber keineswegs, es in Jerusalem zn begehen. Ja, sie werden aufgefordert (2, 15), wenn sie Verlangen haben nach den Documenten über die Begebenbeiten unter Juda, Leute zn senden, die sie ihnen überbringen, nicbt aber Leute zu senden, die das Fest in Jorusalera mitbegehen sollen. Der Vfr. nahm die Briefe auf, weil sie ganz in seinem Sinne geschrieben waren, weil sie bei aller Verehrung fiir Tempel- und Priesterthura, die auch er thcilt, dieselbe Beschuldigung der Zadokiten ((, 7, vgl. oben 3. 2'21), dieselbe Behauptung des allgemei- nen Priesterthums ('2, 17, vgl. oben 8. 223) ausdrücken, in derselben wunderhäufenden Weise abgefasst sind, die auch ihm zusagt. Dcsshalb übersetzte er sie aus dem Hebräi- schen und stellte sie seinem Buche vor, und zwar übersetzte er sie, wie es scheint, wenigstens an manchen Stellen so wörtlich, dass wir an dem Sinne derselben irre werden. Wir haben bereits über 1,7 gesprochen. Auch sonst dürfte der wahre Sinn erst durch richtige Rückübersetzung er- schlossen werden; dies gilt namentlich von den Sätzen: V»o uyjti Tog r^ncpas t^c oxtivDTiiiyi'it tvü Xuaii.iv ^fji'Os (1 , 9} und 'hu uui aüioi ayi}tf r^? aiif}i'Oii}yi''S (»"i) ^"v nvfföi (I, 18). Diese seltsame Bezeichnung des Weihefestes als das des Hüttenaufschlagens erklärt sich erst dann, wenn man sich erinnert, dass der allgemeine hebr. Ausdruck '^ später Hpeciell für Hüttenfest gebraucht wurde (vgl. oben S. 70 u. A., meine Lesestücke aus der Mischnah S. IIÖ und Josephus Alt. VIII, 4, I); unser Vir. setzte demnach für das einfache hebr. :n statt „Fest" — HüttenfestI *) •) Dm hebr. Originiil mochte Untan: T^Oi Bin an ■«■' WhlJ yffsf) and DKH JIH OHH QJl i:nn ;r»^ ; der Ueben. setzte daher »n Utxteter St. : 228 Pie beiden Briefe sind natürlich keine ächten Actenttäckei sind viehnehr auch aus pharisäischen Tendenzen abgefasst; sie gehen in gewissem Sinne noch weiter als das Bacb, dem sie vorgesetzt sind, indem der zweite dem Weihefeste gern den ausschliesslichen Charakter der makkabäischen Siegesfeier entziehen und es an die Auffindung des heijiigen Feuers durch Nehemias als Licht- und Feuerfest an- knüpfen will. Ob der tendentiöse Charakter unseres Buches bereits seiner Quelle^ dem Geschichtswerke des Jason aus Cyrene^ innegewohnt; lässt sich natürlich nicht entscheiden, solange man dieses nicht kennt; jedenfaUs gehört aber die Entschie- denheit der Tendenz- dem Bearbeiter an^ was schon aus dem einen Umstände zur Genüge ersichtlich ist, dass jener auch die Thaten der Brüder Juda's in seinen Kreis gezogen, während dieser sich auf Juda beschränkte. Und es dürfte wohl sein, dass seine Absicht nicht sowohl gewesen, einen treuen Auszug zu geben als vielmehr das Werk des unbe- fangenen Berichterstatters durch eine Parteischrift zu ver- drängen. Ist das zweite Buch übrigens, wie wir es oben an mehren Stellen nachzuweisen versuchten, in bewusster polemischer Tendenz gegen das erste geschrieben, so ist es nattlrlich nach diesem abgefasst, also frühestens am Ende der Tage Johann Hyrkan's, wahrscheinlich aber erst zur Zeit, da der Einfluss der Römer sich schon als die Freiheit gefährdend bemerklich machte, wesshalb wohl die vomVfr. des ersten Buches so hervorgehobenen Verträge mit den tfjg tfx. Tov nvQog, wie Codices lesen , und da man diese Verbindung QBerträglich fand, schob man ein %al ein, ohne den Sats damit verständ- lieher zii machen. Den Yfr. scheint seine eigene Uebersetznng reran- lasst ZQ haben, eine Analogie des achttägigen Weihefestes mit dem acht- tägigen Hfittenfeste SU suchen (10, 6), obgleich das eigentliche HättenliMt blos sieben Tage dauert und der achte ein gesondertes Schlnssfest ist. üebrigens nennt auch der, zwar sehr späte, Yfr. des Midrasch Chanuckah (in JelUnek Beth ha-Midrasch I S. 186) das Weihfest: :^nr\ *>»*« D^ISV. -. Auch 1, 4 dtavol^cu zr^v nec^^locv vfimp hf t^ v6fLtp ahtov ist CJeber- setsong von in'liru 033^ nTO** , eine im täglichen Rituale vorkommende Phrase, ygl« Berachoth 17 a. Römern unerwähnt blieben unrl blos ein kurzes Schreiben derselben, das die Freiheit der Juden von den Syrern be- stätigt, mitgelheilt wird (11,34 ff.|. Wäre der Römerkampf hingegeo schon ernstlich ausgebrochen gewesen, so würde ftQcb diese Mittheilung wohl unterdrückt worden sein. Ja, es Iftsst sieh vemiutheii, dass überhaupt das Buch vor der Herracbaft des Herodes verfasst sein müsse, da mit dem Eintritte dieses Fremdlings eine ParteisehrifC gegen die Makkabäer von den Pharisäern nicht verfaHst worden wäre. — Ob Josephus unser Buch nicht kannte und desHhalb so häutig von ihm in seinem Berichte abweii^ht, manches in ihm Enthaltene übergeht, oder ob er andern schriftlichen oder mündlichen Quellen den Vorzug vor demselben gegeben, ti'otzdem dass es ihm vorgelegen, lässt sieh mit Gowiasheit nicht bestimmen. Wahrscheinlicher dürfte immerhin sein, dasB er es wohl gekannt, und spricht dafür der Umaland, dass er der von ihm aufgenommenen Erziihlung aus 1 Makk. 2, 38, eine grössere Anzahl den königlichen Befehlen Wider- strebender sei am Sabbathe, ohne dass sie eine Gegenwehr versuchten, getödtet worden, wie es scheint, nach 'i Makk. 6, II, die Wendung gieltt, sie seien verbrannt worden. Jedenfalls erkannte man es zu seiner Zeit nicht als eine vollkommen glaubwürdige Schrift an, und was er etwa aus ihr aufnimmt, namentlich die Geschichte des Jason und Menelaus, modificirt er daher wesentlich. Sicher hingegen ist, dass der Vfr. des s. g. vierten Makkabiierbuches das unsrige gekannt und ihm die historische Grundlage zu seiner philosophischen Rede entlehnt hat. Allein auch die Zeit, wann dieses Buch abgefasst worden, steht wenig fest. Ist es, wie wahrscheinlich, unter den Herodäern, aber Tor Caligula, geschrieben, so stimmte dies mit unserer Ver- muthung über die Abfassung des zweiten Buches wohl Überein. Die beiden Bücher aber eröffnen uns einen tiefen Ein- blick in die damalige Parteisfellung und beleuchten unsere sonst gewonnene Erkenntniss über Sadducäcr und Phari- säer noch in vielen Punkten, Wir sehen, wie tief die Parteispaltung elngrilT , wie sie in den wesentlichsten Qrandlagen des staatlicfa(6n Leben« »ich geltend gemacbt hfttte; die Parteien betrachteten die ganze Yergangonh^it mit verschiedenen Augen^ und alle religiösen Frage^ welche das politische Leben berührten, ^-fuhren bei ihnen eine aln weichende Lösang. In einem Staate aber, in welchem das Religiöse mit dem Nationalen so eng verwachsen war^ mnssten diese Di£Ferensen immer an Umfang ximebmeo, und in immer grösserer Erbitterung festgehalten werden. Eis liegt darin eine volle Bestätigung unserer anderweifeig bereits erlangten Ueberzeugung, dass die Auffassung der biblischen Vorschriften in der alten, noch vielfach von den Sadducilem influirten Halaohah von der in der jüngeren, welche diese Einflüsse gänzlich besiegt hat, bedeutend ab- weicht, und wir dürfen demnach nuch voraussetzen, dass früher allgemeine Grundsätze in der Auffassung der Bibel und der demgemässen Feststellung ihres Textes geherrscht haben, die später theilweise wieder weichen raussten. 21t Drittes Buch. Ursachen und Gründe der «bweicbenden Textes- Recensionen. Erster Alu^elmltt. Mangel an kritischer Sorgfalt. Schon die bisherigen Untersuchungen haben es erg«- ben^ dass die alte Zeit — etwa bis gegen das zweite Jafatv hundert n. Chr. — den Bibeltext in Beziehung auf Einzel- heiten mit sehr geringer Sorgfalt behandelte ^ indem sie sich theils Ton ihren Voraussetzangen über den Inhalt leiten liess, zu bestimmen, wie der Text lauten müsse, theils wo der Inhalt nicht wesentiich modificirt wurde, die Lesart dem Zufalle und dem bequemeren Verständnisse überliesf. Die thalmudische Tradition hat hinlängliche Erinnerungeil an einen solchen sehr unsicheren Zustand des Textes usd an den Ernst, mit dem man dann an dessen Säuberung und Feststellung ging. Nur dürfen wir ihre Erinnerungian nicht ids erschöpfend betrachten. Einzelnes hat sich im Andenken der Kachwelt erhalten, anderes Aebnliche war bereits vergessen; ihre Anschauungen darüber haben Ar uns denmach das Gewicht einzelner Beispiele, denen wir dann durch weitere Vergleiehung noch eine Anzahl anderer ähnlicher Stellen hinzuzufiigen im Stande sind. Die Tra- dition giebt uns aueh die kritischen Gh*undsätze an, mudi welchen man später die Berichtigung Tomafam; sie bestua- den, nach ihrer Angabe, lediglieh in einem äusseren Ifo- mente, in der Uebereinstimmung der grösseren AnzaU fca 312 ExempUren, welche als sorgftlltig abgeschrieben betrachtet wurden. Dass damit der Anspruch auf einen vollständig authentischen Text nicht befriedigt ist, dass auch in die Mehrzahl selbst sorgfUltiger behandelter Exemplare , ja selbst in alle dennoch Fehler eindringen konnten zu einer Zeit, die mehr auf den Inhalt, dessen Verständlichkeit und dessen entsprechenden Ausdruck fiör das Volk sah, ist natürlich. Wir dürfen daher nnsem Text nur als einen nach guten äusseren Zeugnissen mehr beglaubigton fest- halten, ohne darum in allen Punkten für ihn einstehn zu können. L Hören wir nun die Aussagen der Tradition 1 Die bekannte Stelle j. Megillah 4, 2 (wiederholt Soferim 6, 4) lautet: ICDI (Soferim: rwum, l.pr») '»iWtt nCD mm WS» D'HCiD *:> üKZ2^ mp ^röH ]^:^ airiD ws» '«3 irn tcdi (Sof. : 'm) '»ütä^t Vmr» •':3 «»-iw r« nbü^^i 3ins d'»:mi bxi«?'' ^s^ n:iwt nie rn K"*» Trö D^iiwi >rn i?rn 3ins wiw 'K3 •« ibö'^^i 0*»^«? w'^pi 'le lblD**3l D^:ü w»*»P% „Drei Bücher (des Pentateuchs) fand man im Tempelvorhofe (wo die für die Vorlesungen im Tempel gebrauchten Exemplare aufbewahrt wurden, von denen je eines eine Lesart hatte, welche die zwei andern nicht theilten): ein Buch(, das) p:?», ein anderes(, das) *»t91t:rT (las) und ein drittes(, welches in der Anzahl der Stellen, welche) M^1 (mit Jod lesen, abwich). In einem hiess es 5. Mos. 33, 27: ]\^f in den zwei anderen ruims, und man erklärte die Lesart, worin zwei übereinstimmten, für gültig und beseitigte die des alleinstehenden. In einem andern hiess es 2. Mos, 24, S: ^HVS^ft , in zwei *^i:?3, dies ward bestätigt, jenes verworfen. Endlich fand man in dem dritten nur an neim Stellen ^? mit Jod (sonst ^^? mit Wav), während die beiden andern an elf Stellen so schrieben, was wiederum angenommen wurde.^' An der ganzen Fassung dieser Stelle ersieht man, dass hier blos von Stellen die Rede ist, in welchen die mit besonderer Sorgfalt geschrie- benen Exemplare unter sich abwichen, während es sicher noch eine grosse Anzahl von Stellen gab, an welchen ver- mittelst dieser genauen Exemplare, da sie übereinstimmten, 233 die vielfach unkritisclieii cursirenden Codices berichtigt wurden. Daas ferner diese drei Stellen die einzigett gewesen, in welchen unter dieaen Büchern selbst eine Entscheidung zu treffen ivar, ist wohl uiclit anzunehmen; diese drei Stellen mögen gerade solche gewesen sein, in denen die Entscheidung zu treffen schwierig war, bei denen andere Hülfsmittel als bloa die Zustimmung zur Mehrzahl fehlten, aber darum mögen sonst nocb manche Abweichungen sich gefunden haben, über die etwa nach anderen Kriterien das ürtheil gef^t wurde. Betrachten wir nun die Stellen im Einzelnen, und zwar indem wir in einer jeden wieder den Ausdruck einer be- aondem Gattung von Fehlern aufsuchen, welche in den Text eingedrungen sind. I. Das erste Beispiel von 5. Mos. 33, 27 bietet uns einen Fall, in welchem das He finale entweder überflüssig hinzugesetzt oder mit Unrecht ausgelassen wurde. Dieses He am Ende des Wortes war sicher ein Buchstabe, der häufig nach Belieben gesetzt und zurückgelassen wurde, wie denn eine beträchtliche Anzahl solcher Abweichungen als Kbethib und Kerl in Soterim 7, 2 und der Massorah finalis im Buchstaben He angetiihrt werden. Auch hat die Massorah an manchen Orten Wörter zusammengestellt, die in UTisereni Texte ohne He gelesen werden, wo aber die LA, mit He annehmbarer wäre (it3DI, und gewiss so in alten Exemplaren, die mehr auf die Bequemlichkeit der Lesart sahen, gestanden hat (vgl. z, B. über nv Mass. zu I. Mo«. 19, 2'2). Während die erstgenannten Stellen mehr daa He paragogicum oder die apocopirte Fonii, die letz- teren das He zur Bezeichnung des Fem. im Auge haben, gilt diese Unachtsamkeit auch bei dem He locale. Während wiederum die Mass. Stellen aufzählt, in welchen unser Test das zu erwartende He locale ausfallen lAsst (vgl. z. B. über unim sl. .iJi'" zu 2. Mos. 4, 19), berichtet die Tradition ausdrücklieh von einer solchen Vernachlässigung. Jer, Meg. t, 9 heisst es: N^i nri'^cn* '*^Bll' pms TH c'^rr,* •b:k run*n ps^n ':ncs lies nnisil ^n-Bpo tu, also die Jerusalemiten itigten das He locale an oder liessen es zurück nach »4 Baiiebm'''). Diese Niebtbeachtaog des He locale wird W- Bosders d^o Samaiitaoern smn Vorwurfe gemacht, indem diese die alten Corraptionen festgehaltea habw gegen die spätere so^'gfiütigere Kritik. So sagt Simon b. Eleser in j. Jebamoth 1,6: )vrm n&\ nu?t^b nb on: "na o\niD «ODTob vmtj Mb) viV«nnö rnb y\^ «vj» 121 ^p n-WTi n oto •»^m nnyi: n^ f jrn ♦nmj« nwDi» HTW i''W^ n}nn yin^ pip idiod m n 1^ p*: * pn^i ,4€b sagte zu den Scbrifigelebrten der Samaritaner, was bewirkte euren Irrtbum? Weil ihr den GrondsatE des Nehemias nicht adoptirt, in dessen Namen gelehrt wird: ein jedes Wort, dem am Anfange . ein Lamed vorgesetzt werden* soUte (um die Richtung nach irgend einem Orte Ion auszudrücken), erhldt^ wenn Dies nicht geschieht, ein He am Schlüsse wie n^n statt Y^^f' und ähnlich.^^ Dass der samaritaniscbe Text mit diesem Be locale, in Setsung und Auslassung, sehr willkürlich verfährt, ist hinlänglich be- kannt; allein auch unser Text setzt dasselbe bald über*- flüssig und lässt es bald zurück, wo es erwartet j^ird, und jedenfalls war die Erkeuntniss desselben ehedem nicht all- gemein« Denn diese Lehre wird überall im Namen des Ifeh. oder auch noch des Ismael (b. Jeb. 13 b.) mitgetheil^ es werden Einwendungen dagegen erhoben; ja gerade ^e irrige Erklärung einer Stelle, der dieSamaritaner durch Nieh^ beachtung dieser Regel anheimgefallen sein sollen, wird auch der Schule Schammai's zugetraut Jene sollen nämlich danach 6. Mos, 25, 5 das Wort n)nnn nicht erklärt haben: nach Aussen hin, sondern die ausserhalb befindliche; indem sie von der Ansicht ausgehn, dass die wirkliche Wlttwe das Bruders niemals von dem überlebenden Bruder ge- *) Der Erklärer das. will die Stelle emendiren nnd dahin erklären, die Jemsaletaiiten fafttCen die SebliMslmchetAben niclit beachtet und anoh m Ende bei Mem uad Kim il b. w. die ^ewühnlScfaen Buchstaben an- g)awend«t Diese £rkL beruht darauf, daiw mmifttelbar ▼^r dieser aieUe Ton den Schlussbaohs^. die Rede ist; allein bald darauf £9lgen die Ab- weichungen der 70, un4 der ganze Abschnitt handelt von so verschiedeir- artfgen Dingen über Sehreibung und Lesarten, dass man durchaus keine NothwendiglceSt sieht, gerade hier den rorausbesproehcnen Gegenstand ÜMlfaalteB an mfissaa. 235 h«jratliet werden darf, weil sie ala Brndersfrau verboten ist, baziehen sie das Gebot der Leviratsehe auf die ange- traute, aber noch niclit tLatsadilicli geehelichte, während die ehelich rerbundcue Wittwe anderweitig heirathen darf, (rwiBJn PK v«"Sini moiitPi rw T^3*n, vgl. noch j. Gittin 1, 4 und b. Kidd. 75 b. und 7tt a.), und finden diese Deu- tung in dem Worte .lainn. In ähnlicher Wei«e, wenn auch in Beziehung auf einen andern Fall, deutet aber dieses Wort die Schulo Schammai's, wie die beiden Gemaren selbst {Jeb. an den a. G.) bemerken. Wir dürfen uns da- bar nicht wundern, wenn wir diese Nacbläeeigkeit im sama- ritanischen Texte vielfach linden, und sie nicht auf seine Rechnung setzen ; er hat vielmehr die alte allgemeine Gleicb- gfültigkeit in diesem Punkte nur erhalten. 2. Ein ähuliclier Mangel an Genauigkeit ist die Emen- ^ning des alten •'1? für die 3. P. f. a, in das gewöhnlicbero irn, von welcher das dritte Beispiel in unserer Stelle spricht. Ana der in der Regel beibehaltenen Schreibung von «in mch fiir das Fein, im Pentateuch geht nämlich hervor, dass ehedem, als die Sprache noch eine lebende war, die Form mn für beide (ieschlechter galt, und erst spater als man ■iah mehr dor Deutlichkeit beöeissigte, begann man die Fermen zu scheiden. Für den Pentateuch jedoch hielten •orgfältige Codices die alte Schreibweise fest; dcmioch drang auch in sie bei mehren Stellen die neue Form ein, und die neue Aussprache mit Chirek ward allgemein trotz des beibehaltenen Wav, Von diesen Stellen nun handelt die gemeldete Verschiedenheit unter den drei Tempel- Exemplaren; während bei einem nur neun Stellen mit Jod geschrieben waren, hatten die zwei anderen deren elf, welche in den Äboth Nathan's c. 34 und in der Mass. zu ). Mos. 38, 2ö einzeln aufgezählt sind. Offenbar aber sind die«e Stellen mit Jod, entgegen der alten Schreibweise, durch Sorglosigkeit eingedrungen und beweisen, dass sich auch OBser Text von derartigen Corruptionen nicht ganz frei halten konnte, während die gewöhnlichen Codices an noch weit mehr Orten diese neue Schreibweise eindringen Hessen, I Ins wir ea wiederum am Samaritaner sehn. Diese grössere en, ■ ere ■ 236 Sorg< der Tempel-Exemplare sowohl als der spftteren Kritiker erstreckte sich jedoch zumeist auf den Pentateuch, während man es bei den übrigen biblischen Büchern in Besiehung auf solche untergeordnete Punkte weit weniger genau nahm. Daher ist auch die Form MVi mit Way ftr das Fem. ausser dem Pent ganz geschwunden, nicht etwa weil ursprünglich diese Form blos dem Pent eigenthümlich gewesen wäre, vielmehr weil man die übrigen Bücher nicht bis ins Einzelne zu ihrer ursprünglichen Form zurückzilr fiihren bemüht war, dem Streben nach Verdeutlichung hier Baum gönnte. So scheint man eben umgekehrt absichtlich die in denselben noch übriggebliebenen mn für das Fem. wegcorrigirt zu haben, und zwar bis in die späte Zeit hin* ein. Denn noch die babyl. Codd. hatten an manchen Orten um, und erst die Palästiner habfti diese alte Spur verwischt Dies bezeugt die Liste der Differenzen zwischen den Madinchae und den Maarbaö in Beziehung auf E^ech. 1, 13. Ruth I, 6; und Aehnliches will die Differenz bedeuten in Eoh. 9, 9, wo statt der paläst LA. K^n die Babylonier K^? lesen, indem sie es mit sämmtlichen Uebersetzem auf das Weib beziehen*). Eine noch grössere Anzahl solcher babylonischen Stellen bewahrt der Odessaer Codex vom J. 916 auf, und zwar zu Jer. 8, i. 24, 13. 28, I. 17. 31, 1. 45, 4. Ezech. 21, 19 (14)**). 26, 18. 32, 16. Hos. 2, 4. Joel 4, I. Arnos 5, 13. Zefan. 1, 12. 3, 19. Hag. 2, 6. Zach. 3, 9. 5, 6. Sowie bei diesem so häufigen Worte der spätere Sprach- gebrauch selbst in den sorgfältigsten Codd. für die übrigen Bücher, durchgehends herrschend geworden und auch für den Pentateuch bei einzelnen Stellen das Uebergewicht erlangte, so sind in die minder sorgfältig behandelten ♦) Die Worte: WD im "VA bedeuten n&mlich nicht, sie schreiben es mit Jod, sondern sie lesen es, als stünde es mit einem solchen, sie pnnctiren es so. — Unter den Uebersetsnngen scheinen allein die 70 unserer paläst. Lesung zu entsprechen (cevTo), allein die sjr. Tochter- fibers. in der Hexapla hat gleich der Peschito: "^H. **) Die Liste der Differenzen zwischen Mad. und Maarb. bezeichnet gleiehfalls diesen Vers, aber die Abweichung selbst ist nicht angegeben. 237 Exemplare noi-h eine Masaü Corruptioneii oingedrungcn oacli dem vulgären Dialekte, die später wieder beseitigt wurden, Hievon bietet wiederum die samarit. Pentateuch- Kcensioii Beispiele in Ueberflusa; aber wenn auch diese durch den nacbläsaigen samarit. Dialekt wie durch Mangel an genauer Kennlniss des Hebräischen Missgestaltungen Weit offeneren Zutritt gewährte, so blieben sicher auch die jfidiBchen Exemplare nicht frei von soldiem Einflüsse des ^wöhnttcheu Sprachgebrauches. Schon oben ist auf die Lesart [rbi^n mit Cheth, 3. Mob. 19, 24, als aus späterem Sprachgebrauche entsprungen und von der alten Halachah ebenso wie vom Samar. adoptirt, hingewiesen worden. FUgen wir hier noch einiges Ändere hinzu! Die spätere Sprachen twickelung, wie wir sie in der tlialm. Literatur finden, zieht bei einer Anzahl von Wörtern, welche im Althebr. das männliche Geschlecht haben, das weibliche Tor; zu ihnen gehört auch ^'))^, Feld*), . Daraus sind nun aarniichfache Corruptionen und Missverständnisse entstan- (len. Dass spätere Zusätze, welche Samar. und 70 aufbe- vahren, das Wort als Fem. gebrauchen, wie zu 2. Mos. 22, 4: nnnins, ist natürlich; aber auch der ursprüngliche Text wurde zuweilen von diesem Gesichtspunkte aus umgeändert •der umgedeutet. So liest der Samar. 3. Mos. 25, 34. UM, wo unser Text mit Bezug auf mc mit Schurek liest, ■sd seltsam Tdingt die Randnote der Mass., dass K?n fünf Haie als Fem. vorkomme (nspi ]l'ßb n), wie dieselbe aucb ■a 2. Mos. 29, 28 unsere Stelle zu den fünf zählt, wo eini- gen Schreibern irrthümlich die LA. mit Cbirek vorzüglicher Kheint (ifn p'*ci Trum n). Desshalb mussto auch das Torausgehendo Verbum^Sf^, weil es masc, geändert wer- den und zwar in nsTS', lies '^f^^, und so lesen nicht blo» die Samaritaner, sondern auch das alte palästinische Thar- wie es T. j. I aufbewahrt hat du::')**), während' j. n mit Onk, (ebenso Syrer) nach unserer LA. (■pir) •) Vgl. mein Lehrbach mr Sprache der Miscbnfth S SO, ?. **] Aneh die 70 scheinen den PI. vor aicb gehnbt zu habeu, jedoch abenetHo «ie mit niuerem Toite pusiTiscb. conrigirt Daher rOhrt auch die Abweicbimg der 70 rai 8. Hos. 27, 21; hier ist ^ar^D "tmy^ ein eutsohiedne^ Hm- weis auf das männliche Geschlecht ron THVj und es sdiei' fien daher Manche geändert zu haben in ^i ninb , was dia 70 triedergeben. l>iese, dem Sinne widersprechende, Laif' art erlangte jedoch wenig Verbreitung^ so dass sie audi die Samar, nicht kennen; im Gegentheile war abe^ diem Stelle bei der kritischen Reyision des Textes ein entsehei* dender Beweis gegen die sonstigen Cortnptio^en Ton SkUon^ in denen n*iv vorkommt, und Dies eben ist der Sinn dei^ Worte des Sifra z. St., die in so merkwürdiger Weke eme in den thalm. Schriften ganz ungewöhnliche und dabrt scheinbar so unnütze gramm. Bemerkung enflialten: ifiM W T«^ "»Dp HTOHü . „diese Stelle lässt erkennen, dass m» männlich ist,'^ eine Bemerkung, die eben ihre Bedeutnag nur in der entwickelten Geschichte dieses Wortes findet Nun erkennen wi^ auch, wieso der seltsame Zusatz bei 1« Mos. 27, 27 gekommen ist. Dort nämlich zeigt auefa m9 entschieden seinen männlichen Charaktery indeita dai^ auf sich 'n 1D*12 "WH bezieht; da man aber Dies nidit zugsh^ so musste man diese letzten Worte auf den Sohn beziehen^ äko: sieh, der Geruch meines Sohnes wie der Geruch dinea Feldes, welchen (d. h. und ihn hat) Gott gesegnet AlMa nun standen diese Worte ohne Begründung, da Isaak doob blos von dem frischen Waldgeruche sprach, dAi er an den Kleidern zu riechen vermeinte, der Segen konnte sich di^ her nur auf den andern Umstand beziehen, dass er so reich^^ Hohes Wild gefunden, und desshalb schob man das Wort: M^ ein, was sich auf den Sohn bezieht, der voH von der Jagd heimgekehrt ist, wie es ganz richtig die samarit. Ueber- setzer, der aram. wie der arab., wiedergeben^ Aüehi did 70 hatten diese LA. vor sich, nur sind sie^ die Aegjpter, vielleicht nicht auf ihren Grund ein^^ngen und haben den Zusatz zu rrw genommen^ gerade wie sie auch zu X> Mos. 25, 34 der geänderten Lesart folgen, ohne sich, an deren Sinn zu halten. Vielleicht jedoch ist auch bei ihnen nl^fovg auf iiov und nicht auf dyQov zu beziehen. Ich vermuthe femer, dass sich eine Spur dieser aken Betracht ■N, taug äw rrm als Fem. noch iti tmseim TexUs tanSet. i>i^ ¥imeMion näaSätk 2. Mos. 22> 4 ^^ ^9 ist äoffäüeikl, dl^ tfoiist "^Df? sehr selten als Hauptwoit ftteht, von deifi eim Hr eon^fr, abhängig ist, vielmehr Uteht ^^ als Adj. ond h$A dk Bed.i frei&d. Daher Rntb 3^ 8 und 22 ganz richtt|f: "^^'"^^1; a«f fremdem Felde, A* h. aaf einem, eincMn Ain d^m angebörigeH Felde. Diese Punctation ist auek im BiEadns att ^rwarteny död sie wttrde nur geändei^ WeM Mtak mv^ fär weiblieh hielt und dann mr\H erwartete, xxUi iMrkw&rdig bat sich diese Pimctatiansändenmg auch später enthalten. Aehnlicdi wie mit lYfü yerbftlt sidh's mit 1), Licfbi Alioh dieses nämlich gehött sm den WGttei^, welche btiM Hieb männlich, iA Spätbebr. weibKch sind*), und Di^ v^r« ttlässte die LA. nme 3. Mos. 24, 3, wdche der Mmafit fest aafbewabrt. Der Eii^floss der späteren Sprache zeigt sieb aaeb iti d^r Erhlärung einer andern Stelle. Die Worte proi ^3^ 8. Mm* 26, 43 lauten im sam. Texte ohxie das Vei^itidung»' WÄV — wie es auch in unserm Text Kzecb. 3ft, 8 beisst — ^ nfed wir begegnen in viele» Uefbersetztrageü ekxet AaSm^ sung, die einer Begründung bedarf. Sehen wie von defr unklaren Uebers. des aram. Samar. ab, so finden Wir bei Abu-Said dafür »tva^ ^^'f^y Mass um Masif, und in diesem Sinne gebrauchen wirklich die späteren Samaritaner die heb^ rftischen Worte in den von Oesenius hetausgegebetten G^ dichten VII, 9, wie Luzzatto (Anmerkungen zu KhaMe Sdbomron S. 115) richtig vermuthete. In dieser Auffassung sfehn jedoch die Samar. nicht aUein; auch das alte palft^ «tkdsche Thargum, wie es in den beiden Recensionen dM > T. vorliegt, hat 5 H^3*»tt C»f>n) V^ap ^ Kte-is , alles Andere ift fiim ist parapbrastischer Zucfaiz, der seltsam^ WenM In Onk. übergegangen, während die eig. Uebersetzung zu- rückgeblieben ist. Eine Randnote endlich zu den 70 (bei MorUfaucon) giebt es wieder mit n^oq>avaig i^aq. Diese td^a.. *) VfL Ldhrbnck A. a» O., feftief SHeln Parfsok^aiiclath*, Mm^ Th«U S. 35. 240 Uebersetsungen erklären sich nur durch die Identificirong des ^3 p*' mit T!t? TXy das biblisch ebensowohl Auge in AugC; ganz deutlich (4. Mos. 1 4, 14. Jes. 5!^^ 8) wie Auge um Auge (5. Mos. 19, 21) heisst; diese Bedeutungen wer- den in der späteren Sprache übertragen auf den Begriff: ganz genau, einander vollkommen entsprechend, so bpw Ti^2 r^ (M. Baba bathra 5, 11. Sifra zu 3. Mos. Id, 36) ganz genau abwiegen, so dass Gewicht und Waare einan- der aufs Vollkommenste entsprechen, eines das Andere nicht überwiegt, imd es wird davon sogar ein Verbum lü^ gebil- det, in solcher strengen Weise abwiegen. Diese Bed. gab man nun auch dem (transp.) )^2 p**; wo natürlich die Co- pnla wegfallen musste, und während .der Qrieche es kura mit: deutlich, sichtbar wiedergab, übersetzten die Aramäer: Mass um Mass. Diese Erklärung kennt Sifra z. St.*), und nimmt daran Anstoss, weil er die Strafe keineswegs als vollkommen entsprechend betrachtet, sondern nach der Qnade Qottes voraussetzt, dass die Strafe nicht den hun- dertsten Theil der Sünde erreiche. Man gab daher diese Erklärung auf und nahm es, ohne die Bed. „Mass für Mass^^ aiifzugeben, für zwei Sündengattungen seien zwei Straf- arten. Eine Aenderung der Lesart aus diesem Grunde finden wir auch bei den ^ "*? , welche fiir das einfache **? gesetzt wurden und die wir unten bei den Karjan welo khethiban besprechen werden. — Derselben Kategorie gehört femer eine Corruption an, für die zwar weder eine Uebers. noch eine thalm. Tradition die Andeutung an die Hand giebt, die vielmehr überall durchgedrungen und als solche nicht er- kannt worden ist. 3. Mos. 20, 10 lesen wir nämlich: WVd Vi3?n TOK n« TKr lüK »»»K nw n« «tkj'» •»»«♦ Diese Wiederholung desselben Satzes fast mit denselben Worten ist eine schwer nDl p^31 IJ?*» 1»Ki n»b D'K ''Xh IKWnü nK»?S, auch bei Jalkut das. an- geführt. Der seltene Ausdruck VM1D ÜM1 ist offenbar gleich f J^D l^P, was auch der Comm. Korban Aharon erkennt. Tobia b. Elasar in Le- kach tob k. St. setzt einfoch dafür: TMIi 1^^^ nm. |-|a begreilende Tautologie; die Stelle wird aber noch auf- lUender, wenn wir erkei , da^s »'(t niä|t i 1 Sinne, reichem es liier gebraucht wird, durchaus unbiblisch ist. joll nämlich hier bedeuten: das Weib eines andern I -Hannes = inin nsK, das Weib seines Nächsten ; Dies heiest liaUerdings »« gewöhnlich in der spätem hebr., in der 1 ttischnah-Sprache , keineswegs aber in der Bibel, Die jBibel redet nicht in so abstracten Ausdrücken, sie eelzt ft^techt einmal llTl n-« schlechtweg, sondern immer mit dem I SafRx, das Weib deines, seines etc. Nächsten, nicht aber I das Weib eines Mannes. Diesor Ausdruck bedeutet viel- l^ebr das eigne Weib, und so ist es Spr. (i, 21 aufzufassen, 1 Vic es wahrsch. auch alle alten Uebers. nehmen, während I iffie Erklärer durch den späteren Sprachgebrauch irrege- l^iRlhrt werden. Denn der Preis eine% buhlerischen Weibes, I lieiast ea dort, ist blos ein Laib Brod, das eigne Weib I jedoch {ex PEMi) föngt (nimmt ein) die würdige Seele. 1' £lfi ist der schöne Gegensatz zwischen der Käufilchkeit der I*Buhlerin um geringen Lohn und der Seelen Innigkeit mit I dem eignen Weibe. Diesen Gedanken wtederholt offenbar \ ein Vers in Sirach nach der syrischen Uebcrsetzupg, der i Griech. fehlt. Nach 26, 22 folgt nämlich im Syr.: I jtmm M t6ija ytt p ki23i ktm 'sonrn a-ra tot «m'j «nru« [ ''Ornm nb i'pmnm l*ii'Kb „das buhlerische Weib wird für [ ^chts geachtet; das Weib de« Mannes jedoch wird wie l sin Tburm . . . denen, die ihr anhangen, geachtet." Offen- [ bai ist die letzte Hälfte der Gegensatz zu der ersCeren, [ md soll in ihr der Wertli der treuen Anhänglichkeit an I dem eignen Woibe Ijervorgehoben werden. Das «niTn ist i ncher fehlerhaft und vielleicht gerade aus Missverständniss I der Worte ((13nt(a"G« entstanden; „ein Thurm des Todes" I giebt in keinem Falte einen Sinn, es soll wohl iti^i jn* ein l^oher Thurm heissen, wie der Syrer Ps, (»I, 4 die Worte ) JjJ btin übersetzt, also: ein Thurm der Kraft, fester Platz. I Dies passt aber nui-, wenn das „Weib eines Mannes" dos r rechtmässige, eigne Weib bedeutet, und das Original, aua I dem der Syrer übersetzte, hatte demnach wohl vH nPK i" I diesem Sinne. Das Bewusstscin von diesem bibl. Sprach- '] M2 liebrauche, - ft^bst V^. '^ nur mit Suffix su gebrauchen, • ver- anlasste daher auch wohl den Syrer, Thargum und Hi^ro- nymus in Uebereinstittmiung mit unserer Punotation Spr. 6, 24 die sehr ^zwungene Lesart ^ '^ anaunehmen, während sich die LA. ^j das Weib des Nächsten, welcher sftmmt- liche griech. Uebersetzer mit Einschluss Aqoila's folgen, weit mehr empfiehlt. AUein £} '^ ohne Suffix erschien als unbiblische Redeweise, und man verwarf diese Lesart, ob- gleich sie in diesem wahrscheinlich späten Spruche woU die* richtige ist. Denn , wie gesagt, man bildete später auch äv('ie in diesem Sinne ab Weib eines fremden Man- nes, eine (mit einem Andern) Verheirathete wie das griecL iinafdQOQy das die 70 fUr tnH min (mit Suffix, 4. Mos. 5, 20 und 29) und ^n '^ (mit und ohne Suffix, Spr. 6, 24 u. 29) setzen, und dessen sic^ der griech. Sirach 9, 9 und 41, 2l*) sowie Paulus Rom« 7, 2 bedient Wie aber kann nun in *) Ob Siraoh im Originale an den angefahrten StoUen das Wort VHC 'H gebraucht hat, Iftsst sich um so weniger bestimmen, als die lets- tere Stelle in der syr. Uebers. gans fehlt, die erstere aber sowohl nach der syr. Üebers. als nach einer sweimaligen AnfUhrung in der bab. os bezieht, entfernt sich aber zu sehr ven dem Grieoh. und Syr.; hingegen hat Baschi zu Sank die Worte: T\b^ T\ 'H '1 "^ n^J^ b und er hat demnach sicher in der Gemara anders gelesen, ▼ielleicht eben n^3 TÜ^^^ und er erklärt Dies mit TÖ)U<, um es auf dafe Mhere p rWH zu beziehen, weil Dies zu den Mgeaden Worten ^2 roä^ nm nnra boMer passt. I M^^lP ftkerMUt CmI. »U ABfttkiUBf aaMr«r St. — dU BHch. nUkt »utLtd— koanU — > BÜbogtn; 4m bei«iit«t m kl«r ileher nlclit, •oadeni h«Uit: Lager bei ^telie; BeMsew ^«MMrtlMt Jfyi^ «rft AlA, aMr Üeees Wort A^iei ilek smm aliilM im B^rrteelM*. 243 unserer Stelle des Leviticus dicBer späte nachbiblische Aus- druck vorkommen? Offenbar haben wir hier nur den Irr- thum eines alten Abachreibera vor uns, der statt de« ur- Bprftnglichen inyi n»N n»* -l»«:' fm , vom Sprachgebmuche «eiaer Zeit aus setzte: mt PlFH '» "• x; er selbst aber oder ein andrer fügte die richtige Lesart bei, und so erhielten sich beide. Die falsche Lesart hat nun lange genug nicht blos dicae Stelle verunstaltet, sondcm auch den bibl. Sprach- gebrauch verdunkelt; nach aufgefundener richtiger Krkennt- Disa desselben aber giebl sie uue ein schlagendes Beispiel an die Hand, wie die rnngewandeUe Sprachanschauuog manche Verwirrung in den äibeltoKt brachte. 3. Viel weiter geht das andere Beispiel in unserer Stelle, wo fiir das bekannte Wort '*?: 2. Mos. 24, 5 ein offenbar ausländisches '■uiüD gesetzt wurde : dieses ist ohne Zweitcl das gr, ^riitjirjg, der Forscher, Sucher, indem das Verb. ft](*Bi in den Apokryphen häutig ftir: tiott, die Weis- heit suchen gebraucht wird. Diese seltsame Aenderung gehört nicht zu den Ungenauigkeiten, sondern sie ist eine tendentiöse, da man es unpassend fand zu sagen, bei jener grossen Offenbarung seien die Knaben oder Jünglinge zum Opfer abgesandt worden, vielmehr sollten Dies auserlesene Weisheitsforscher sein, gerade wie aus diesem Gründe die Halachah (Sebachim 14, 4 und Gem. das. 115 b) und ihr entsprechend die Thargumen unter diesen Knaben die „Erst- gebornen" verstehn, welche vor der Einsetzuug des Prie «terstandes den Priesterdienst versetn haben sollen, ein anderer Lehrer die Worte: „tiud er sandte die Jünglinge der Söhne Israel" ganz trennt von dein Folgenden: „und sie brachten Opfer," das Optern sei vielmehr durch Andere, SU solchem Dienste Berechtigte geschehen. Weil nun aber die Aenderung "jitJW aU eine tendentiöse bekannt war, fiigte die b. Gem. (Meg. 9 a) dieselbe irrthümlich den ten- dentiösen Aenderungen der 70 an. Die Besprechung der tendentiösen Aenderungen vei^paren wir anf den folgenden Abschnitt und fassen hier blos aus der grossen Anzahl der erleichternden und erklärenden Lesarten, von denen mehre noch in den Excursen behandelt werden aollen, vorläufig SM einzelne in's Auge, welche namentlich wieder zum Beweise dienen sollen, dass ein grossei^ Tbeil der abweichenden Lesarten, welchen wir beim Samaritaner und den 70 be- gegnen, nicht diesen allein eigen ist, sondern offenbar auch in den jüdisch-palästinischen Codices der damaligen Zeit geläufig war. 1. Mos. 22, 13 hiess der ursprüngliche Text wohl: „Da hob er seine Augen auf und sah, da war QJ^ ^W ^) ein anderer Widder verschlungen etc.'' Isaak ist selbst als das Opferlamm bezeichnet, und in Rücksicht auf ihn wird der wirkliche Widder ein „anderer'' genannt. Diese Bezeichnung war aber anstössig und man corrigirte "K^, so liest der Sam. und übersetzen die 70, j. Th. und der Syrer. Später kehrte man zur LA« nnie zurück, konnte sich aber doch nicht dazu verstehn es "^D^ zu lesen, punctirte viel- mehr ^Ü^j und diese unhebr. Construction befolgen Ber. rabba C. 56, Hieronymus in den quae$t.y Yulg.j Onkelos und sämmtl. Erklärer, und nehmen das Wort entweder für „nachher" oder „hinter ihm." Da nun nach den Accenten bei b*«M getrennt ist, so hcisst es: da war ein Widder, er war nachher verwickelt etc. thm: ist demnach nicht mehr yon r^:ir^ abhängig, und es ist daher kein Qrund vorhanden das Participium zu setzen. Man punctirte nun vielmehr ^HK^ mit Patach, doch hat sich auch die Punctation mit Kamez erhalten, vgL Aben-Esra und Minchath Schal. I. Mos. 30, 40 ist erleichternde LA.: „er stellte vor ^X; = lÄii») die Schaafe einen gefleckten Widder (^Ä für ^K). So liest der Sam., und so übersetzen die 70, der Syrer und nicht minder das j. T. mit KlT^D^Dü»*), Leithammel (vgl.j. Kidd. 1,4. j. Baba bathra 1, 1. b. Baba kamma52a). 1. Mos. 41, 16 ist die richtige LA. 't tt? K n^r"^ DM^ '»T^bD. und Dies heisst: nur Oott erwidert die Begrüssupg Pha- rao's, d. h. nur Gott kann auf Pharao's Anfrage über die Bedeutung seines Traumes Aufschluss geben. ^1f^? heisst nämlich nicht blos „ausser mir, ohne mich," sondern auch * T^ b^ ist ipäterer Zatats aai Onk. 245 einfach wie 'l?;'? u. *'??'' ^^r, einzig und allein; so önden wir es auch I. Mos. 12, 24: einzig nur (P "^?j'?) was die Knaben gegessen. Mhti dachte jedoch bei unserer St. immer an "^^^ in Verbindung mit dem iblgenden Worte, und so kam der verkehrte Sinn heran»: ohne Gott wird er erwi- dern etc., was gerade das Qegentheil aussagt von dem. was man erwartet, während zugleich das Subject fehlt. Man corrigirte desahalb, wie Sam. und 711: Hj^.tivw'n;^^:^ „ohne Gott kann das Heil Pharao's nicht erwidert werden," wo das HK überflüssig stand. Dieser Zusatz des tö erhielt sich auch noch später, als mau schon zu '^^'2 ,uid zu ■^J^' zurückkehrte, und man nahm es: ohne uiich wird Gott nicht erwidern etc., d. h. nur durch mich wird Gott Dir die Deutung zukommen lassen; so Aquila: arev tfioij ov» ÖTioKQid^actoi ö i'/tüi; und das j. T., etwas paraphrasirend: njnon rb^d anin' " Dip p d"i3 yiibn icci 1:3 nit (tb •;■» -j. Endlich warf man das Itb wieder aus, aber konnte noch immer nicht die einzig richtige Erkjärung finden. Man kehrte nämlich entweder zur Auffassung der 70 und Sam. zurück , nur dass man nun bei fehlendem »b den Satz fra- gend nahm, wie es der Syrer thut, oder man übersetzte: ohne mich wird Gott erwidern etc., d, h. Gott wird dir auch ohne mich die Deutung angeben, wie Hieronymus fin quaeil.J, oder, da doch die Deutung nicht durch einen Andern als Joseph verkündigt wurde, man trennte bei 'lü^a und übersetzte es; nicht ich, (sondern) Gott wird etc.; 80 Symmachus, Onkelos und die Accento, welche diese Trennung so scharf hervorhoben, dass sie bei diesem Worte (st bei "iBN^) die Pause machten, so dass "^JJ^a punctirt wurde. 1. Mos. 42, 1 übersetzen j. T. und Syrer die LA. des Sam. WTjnn und 2. Mos. 14, 25 übersetzen 70 und Syrer die LA. des Sam. "^O^ri^ offenbar auch T. j. I, wo 10:1 blos Druckfehler ist für icKl, während Sym. und T. j. 11 unsem Text wiedergeben. 2. Mos. 22, 24 liest der Sam. '^ ohne Art., d. h., wie die samaritanischen Uebersclzer richtig wiedergeben: ,T»j'«f^ der Arme Deines Volkes, ebenso T. j. I k"» i 946 (*^V^y und den T^t ohne Art. giebt auch die Vi^b, Qeq^. Mezia» 71 9 za der Deutung^ welche die M^ch^, w diese Worte knüpft, ^ämlich: i^iip X^^» "»VJ? nin« Ti^ >^^> 7l'»P ^» vlüirwi T. J. n nach imseirm Texte corigirt >lD)S*»3n KTSDp. ?. Mo^l 40, 3 übersetzt d^ j. T. mit de in r\sn» änderny aoodern ^nch das j. T«i das Anderes umaehre^t 4l3idveriieitfif aber fehlen gerade diese njlheren Bestwmun- gen i|i 40, 3 wd vor V. 4, wo naap aucb die Lage dea Ti^hes und des I^chtera angegeben finden will, wie die Ausführung V. 22 und 24 sie beschreibt. Diese Uebel^ s^tänd^ bebe^ ^iok i^Ue, w^nn man eiikennl^ dass die Verse 2|ß, 34 uü^l 3S von ibreoft eigentlichem Orte versprengt sind uimI, ibr^ rächte ^tejUe ÜB^ßn, m der )iitte n^on 4|0, 3 yox n^^, eine Verspr^ngung, die &eilielk schon aebr früh ge- schehen ist, da sie von allen Uebersetzern getbßilt wird« *) Die WtglastQBg des Suffixes kommt auch sonst i& diesem Th. 247 Man wird Bich uun nuoh nicht wimdcrD, wenn AehnlJche« in diesem Theile den Exodus iu andern Oodd. in weit höhe- rem Orade vorgekommen ist und die 70 diese »adero An- ordnung befolgt haben. 5. Mos. H, lü und 17 weicht in nnserm Texte die Aiiiirdnung der verbotenen Vöge! von der in 3. Mos. II, 17 und I8 ftb. Wiihrend im Levit. ^S» als zweites nach C15 steht, folgt es im Deitt, tutetzt als sechstes in der Ord- nung. Der aam, Text liest jedoch auch im Deut, wie im Levit. ; die 7U sind zwar hier unklar, doch scheinen auch sie der Anordnung des sam. T. zu folgen (vgl. Schlenssner f. V. "ißKi, der die Schwierigkeit nicht zu lösen weiss) und ebenso der äyrer, der jedoch Einiges auslässt. Ganz ent- schieden folgt jedoch dem sam. Texte das jenis. Th.; demi »13 -ho ist die üebers. v. -pr, niebi v. "^ZT, wie in 3. Mo«. II, 17 und Onk, an beiden Orten, H'^i und Mcvp die üebers, V. Di: und f^z' wie im Lev, {nur sind sie im Deut, versetzt) und Onk. an beiden Orten, KpiplB Uebers. v. nsm wie im Lev., und ähnlich Onk. an beiden Orten 5. Mos. 32, 35 verbindet der satn. T. mit dem vorher- gehenden V. und liest E^Bi op: 5V^ st. unseres -h, und ihm folgt«! die 70. Aber offenbar las auch das alte palästi- nische Thargum so, und die Spuren davon sind in T. j. II. geblieben, das V. :)4 mit den Worten bcschliesst: NT^Di^ (Ol, während der Amfang von V, 35: Knujn« -raip oder UPJsrii »in Ti sitiifr spätere Correctur ist. 3o lag auch der Text wohl einer ahen Baraitha vor, die in Sifre %. St. auf- bewahrt ist: ttinp: "vn» b töbu (icp^si o-j?n »c) i^Ki "tn 'nn-ji o^ Dpa "b '3ü n^lHJ ; die Hinweisung auf eine bestimmte Zeit liegt aber nicht in >b, sondern in D1^- 2. Kön. 16, IS übersetzen die 70 die Stelle, welche bei uns lautet; "-J "^t*, '"4*^ '-^' "pTO , xiv ^#u*ltoc *t"^ na&id^ai ^norfd^jijotr , als hätten sie gelesen ^fi nj^-TW^'S ; Sym. und Theod. tin der syr. Hex.) fiigen nur ~a* hinita. So las offenbar auch die j er. (iem. Saiih. 10, 2: m?» nw 'ri i:: -ir»t cnarn -,£1?: n«i inn mi;-; »c: :^;3B 't bs «btt ihk ') So heiirt ea in der jeru'. tfafnduhaammlung d« Jefeh inanhj J 248 'W n»iD , Dies folgt blos aus der LA. der 70, nicht aber aus der onsrigen, die in den Jeruschalmi hineincorrigirt ist Am Willkürlichsten verfuhr man in den alten Exempla- ren mit demjenigen Buche, welches blos gewöhnliche Volks- weisheit, Sprüche enthält; in diesem Buche ersetaste man, wie aus den 70 ersichtlich, häufig den einen Sprach mit einem andern verständlicheren oder passender scheinenden, und dass Dies nicht blos das Werk des Uebersetzers war, sondern dass solche Aenderungen in den Originaltext ein- gedrungen waren, beweist wiederum der Umstand, dass nicht nur der Syrer, sondern auch der Chald., der doch sicher selbstständig das Original befragte, so oft mit dem Gfriechen Hand in Hand geht Um bei Bekanntem nicht weitläufig zu sein, verweise ich nur auf Spr* 7, 22 (wo nach 7i\ Syr. und Chald. mit "^^^^ der Satz schliesst und ein neuer mit ^!l$.} st. b^'IM anfängt, während Hier, unserm Texte folgt); 12, 19 (wo 70, Syr., Chald. und Hier. ^^ lesen); das. 21 (70, Syr. und Chald. ^^ st n:«'»; Hier, can^ trisfaöUur scheint unsem Text zu kennen); 13, 12, wo 70, Syr. und Chald. in der ersten Hälfte einen ganz abweichen- den Text übersetzen, während Aquila und Hier, den unsri- gen wiedergeben; 14, 30, wo wiederum m der ersten Hälfte sowohl die 70 als Syr. und Chalc". einen andern Text über- setzen, während Hier, dem unsrigen folgt; 15, 4, wo (gegen 70 und Hier.) Syr. und Chald. bei der zweiten Hälfte gänz- lich abweichen; 20, 4 (70, Syr. und Chald. *Tl"? und «^."J, Sym. und Hier, wie unser T.); 21, 4 (alle alten Uebers.? vgL syr. Hex., mit Einschluss des Hier, und der Vulg. ^ü); 22, 11, wo 70, Syr. u. Ch. nach 3nK noch'„Gott" suppliren; 25, 20 erweitem und verändern 70, Syr. und Chald. unsem Text sehr, und selbst Sym. (vgl. auch syr. Hex.), Hier, und Vulg., die sich unserm Texte annähem, haben doch noch einen ganzen Spruch mehr ; 26, 1 0 weichen sämmtl. Uebers. 70, Sym., Theod., Syrer, Chald., Hier, und Vulg, wenn auch unter sich nicht einig, durchaus von unserem T. ab; "-> mndern Ausgraben ist eine offenbare Correctur: NDlDn Ob^H , allein flokher V. existirt nicht. 27, 16 lesen wiederum 70, Syr. und Chald. aelir abweichend, und selbst die andern griech, Uebera., worunter Aquils, stimmen, wenn auch unserra T. sich annäbrend, dennoch nicht ganz mit ihm überein. Mag es bei dieser kargen Lese auB einem zu roichen Gebiete genügen 1 Auch zu Hiob besitzen wir ein jerua. Thargum, das zwar manche spätere berichtigende Redaction erfahren hat, uns aber dennoch an meliren Stellen einen von dem un- srigen abweichenden und mit andern alten Uebersetzem einstimmigen Text aufbewahrt. Es genüge, vorläufig zwei Stellen hervorzuheben. 31, 34 liest der Codex der hies. MarJarMagdal.-Bibliüthek vom J. 1238 im Tharg. zum Schlüsse des V. : wiSp» p*CK ithi u: ^^l , übereinstimmend mit Syrer und 70 (welcbe den Satz etwas umschreiben), d. h.: nro K-lflK ab DI^V in unsem Ausgaben ist das Tb. corriprt. 34, 6 Übersetzt das Tharg. das Wort Öl^, die 70 lassen das Wort ganz weg, der Syrer, welcher den V. auch ab- kürzt, acheint jedoch wie das Th. gelesen zu haben, und erst.Theod. fugt den 70 unser Ö^:(( an. Zu diesen erleichternden und crklHrenden Lesarten gehören nun auch die Ergänzungen von Lücken. Wie tief derartige Aendenmgen in die alten Codices eingedrungen waren, mögen wieder einzelne Beispiele nachweisen: Bekannt ist die Glosse rnnf.T 7\2bz I. M. 4, S., welche ausser dem Sam. und den 70 auch Syr. und beide j. Th. haben, auch Aquila soll sie ausgedrückt haben, und noch manche mas- soretbische Randnote wollte sie durch eine Piska, einen leeren Raum andeuten. So findet sich auch der Zusatz D'iaJ* 2. Mos. I, 22 bei Sam., 7Ü und j. T., und ist selbst von Onk. beibehalten worden, gegen Syr. und Gem. Sotah 12 a. So lesen das. S2, 32 Sam., 7« und j. T. nach nrntun noch **?. Das. 35, 22 lesen Sam. und 70 zwischen PS2\i und T?n2 noch ^■;r, wie es 4. Mos. 31, 50 heisst, und m^kwürdig setzt der späte Midr. Schcmoth rabba c. 46 Knde diese LA. mit aller Entschiedenheit voraus: nis "l?SK Tttisi b'iv nit2B oj:i nn nenn uran 'in imi nnn. Derartige Ergänzungen sind auch Vervollständigungen des Parallelis- imh wfMiü nicht Um Said, und 7C^ aondem auek in gl^i- ohMf Weis« cbui p^däat» Thapg. i|i den Liedern anbringt Am der lolskea ErvialmuBg Meises'y S. Moi« 33^ gepttge es a«f drei Beispiele hinzuweisen. V. 9 beliehen Saua^ lud 70 3pjn zur erstem Httlfta und ergtezen am Schltssse bwve\ ftlmlicb T^ > 11; das bmr» am Ende der ersten Hülfte ein- sjaliiebt imd mit ^f:^ die aweite beginnt. V. 16 füge» Sam. und 20 am Anfange hinzu: j?3t^ sjoay^^M^; T. j. II hat gleichleJls iHa^ und ein aaderes ergftnaeiideA Wort ist hei ihm: rx))a) ; di^ea lrv^y'^ aonrie sso scheint i^^ek Sifre im Auge gehabt zu haben, wenn er (aaeh LA. de» Jalkuty sagt: ytr\m p p^w *ob. Ebenso erweitern Y . 43^ die 70 cmd T. y U den Aüfang zu einem parallelen Doppelgliede. «^ Für den Segen Jakob's wählen wir nur eine Stelle, nämHcb U Mos. 49, 26. Eine alte LA., die der Sam« und die 70 arfbewahrt habe», ist ^^ ^g n^'JS iu? l^:p ^^) T^« ^^"^ nwi. Die Segnungen (Yon Seiten) deines Vatenn und dei^ ner Mutter übersteigep die Segnungen ewige» Berge, die Lust (oder die Gbr^nze) der Hügel der Urzeit etc.^ Den Bergen entsprieht hier o£fenbar der Vater und den Hageln die Mutter, wie T. j. H ansdrüeklich sagt: .*.ywsi^ m\nr^ Xh^m^ wvmr . . . untöb xhum (vgl beide jerw- Tb. zu 4. Mos. 23, 0$; die dem Joseph zu Theile werdenden Segnungen seinea Vaters und seinw Mutter übersteigen die Segnungen der früheren Erziräter' und Erzmttter. Die „ewigen Berge^^ sind nuu wirklioh in T^ j. H stehn gebliB' ben, aber aueh das frühere „und deiner Mutter^' ist oibnbar in Onkelos, der in den poetiacheii Stellen weniger wörtlich ist, aus dem alten palästinisehen Tharg. eingedrung^i. In Qnh. lesen wir niUpUoh am Ende von V. 25 die Worte: 7Mm*>l3m UTöi^, diese Worte nahmen die Redactoren des babyL Tharg. offenbar aus dem aken pabksi Tharg., welches sie am Anfange Yon V. 26 hatte, und da das Wort *]mr: nunmehr im Texte fehlte, sa erschienen sie ihne^ als eine DoppeHtbersetzung Ten omt amv nD^ und sie nahmen dieselben flir dieses auf, da sie irrthümÜch darin die Auf- Idwng des Bildes zu sehen Ruhten und Hessen die weit- afigere wördiche^eb/^rsetzung derselben, die wir 91 beiden 261 jerua, Thurgumen lesen, weg. Für den Anfang von V. 26 aber setzten sie nochuials -]13M1 Nrdl. — Da nun aber die Mutter weggefallen war, ao war auch der Parallelismua dej Berge mit dem Vatei und der ÜUgel mit der Mutter nicht mehr vorhanden; die Hügel waren mm nicht metu* sym- bolisch auJiiifassen, und so löste man daa übrigbleibende Symbol der Berge auf und schrieb datür deutlich *^^"i, wo natürlich dann das ir davon geeehieden werden miisäte. r]DNi mag nun allerdings alter Zusatz sein, hingegen iat die LA. ^^ ''IJ (oder 'nn) offenbar richtiger aU die in unserm Texte enthaltene. n. Eine zweite Stelle ähnlichen Inhalts ist in dw babyl. Gemara Nedarim 37 b und 3S a: 1119''^1 D^'SiD tnp& D*'"ciD »npa >rfa nosi) nsbn f-n^ n*?! p-nsi p'.i2 k^i yyi o'icio fpun IHK .-pn mit niarn in» d-heid -ne-s d'im d'i:b i'fn vw w vab^i .TIC p'ns «bi ;"-ip bn m^is TV* o'^i^ "''^'* °'^' ''^V '^ ij\i im iw nc'bcT nb nn;3j-t o*|(2 D"nbM.i lana b""« bw-' "ucKSi (-win^o'-nuv-ip kVi I2*n;i p\-i: ni'i r'ip t^t D'iiyBm 'bn piim .T'ip K^i 13T.: yi^n bttvi '3i cut 2i: nmi cün -;inm in* nisnm „Die (eigenthUmliche) Lesujgg (einiger Wörti>r nach Angabe) der Soferim, die Beseitigung (des Wav an einigen Stellen) durch die Soferim, Wörter, die gelesen werden, während BJe im Tc«te nicht Mtelm, iiad solche die im Teste stehn, dennoch nicht gelesen werden — ist alttraditionell ***). Eigenthümliohe Lesung nach Vorsciiritt der Sof. ist Y^9, (dw bei voi-gesetztem Artikel) V'^f) (lautet), OTS? und B'aif'J *) So mit doppeltou) yiM lesen siitniutl. Comou: Boaclil, Thoa*. Äicber und NissiDi; in unstsren Aiisgg. fehlt oa irrthümlicli eio Mal. •*) So las offenbar Baaclu, auch ThoHS. und NiBaim, in DDiern Auigg. HlBchlich nitl. ***) Wörtlicli: L«hro dem MoK» vom Sinai. f) Diesa Abwaidiiing von der &llgemomen Regel war also achou damals befeftimt iiuil beruht sieber auf einem phoneti»cben Ocsotte, in- dem bd hiaÜg vurkommcudou WüHern dos mit einem schwachen Pa- tiieh — HB" hier das Sepol ist — versehene Alef voo dem Torausgoben- den Kaniez verschlackt würde, wena ein vooaliaictes Bascb folgt, woss- balb dann der achwache Alaut das Alef 211 einem atarken, einem Em°b*> verlängert werden mussta. Daher wird auch l^JJ, wig daa Wort «ncli 2)2 (die Dttlilform annehmeD^ ohne Daale zu sein). Die Weg- lassung des Wav durch die Soferim findet sich vier Male bfei ">C» (I. Mos. 18, 5. 24, 55. 4. Mos. 3», 2 und Ps. 68, 26) und bei T^WDüTS*) Ps. 36, 7 (während an allen Orten das Verbindungswav erwartet wird und früher wirklich ge- lesen wurde). Qelesen wird, ohne dass es im Texte sich befindet: nilj 2. Sara. 8, 3; "^^^ das. 16, 23; D^| Jer. 31, 38; ^ das. 50, 29; ^ Ruth 2, 11; "^^ das. 3, 5 und 17; diese Wörter werden gelesen, ohne sich im Texte zu finden. (Hingegen) *H 2. Kön. 5, 18; n^J] Jer. 32, 11; fT das. 51, 3; min Ezech. 48, 16; dm Ruth 3, 12, diese Wörter stehn im Texte, werden jedoch nicht gelesen." Indem der erste Theil dieses Satzes, welcher vom erwachten Bewusstsein über die grammatischen Grundlagen der Sprache Zeugniss ablegt, unsere Aufgabe hier nicht berührt, wenden wir uns sogleich zum zweiten Theile. 1 . Der Bericht von den Ittur Soferim giebt die That- sache unzweideutig an, dass an den angeführten Stellen eine ältere vulgäre Lesart mit Wav gewesen sei, und erst eine sorgfältigere Kritik das Wav beseitigt habe. Dieser Bericht wird für die drei Stellen des Pentateuchs bestätigt durch die übereinstimmende LA. des Sam., der 70, des Syr. und des jerus. Th., und 4. Mos. 31, 2 lesen wir auch so in Sifre. In Ps. 36, 7 fehlt das Wav bei den 70, jedoch hat es der Syrer, das correcte Th. in ed. Q^nua hat wieder 7»ltrnv, bei Ps. 68, 20 aber stimmen die üebersetzer mit unserm T. überein. Eine ähnliche Stelle ftihrt Aruch (it:r 2) an, offenbar die Worte eines Gaon (wohl Hai^s) referirend; na .'»np» :vhi •ntt:itt „bis zu den gegenwärtigen Zeiten her- unter las man irrthümlich 2. Mos. 23, 13 i^^S^H^l, die Soferim jedoch lehren, dass man nicht mit Wav lesen solle," im 9t. nhsni. heisst (vgl. 2. Kön. 12, 10 nnd 2. Chr. 24, 8, feraer 2. Mos. 26, 10, verglichen mit V. 23 ]nb^) mit dem Art. zu P^tJv*. Vgl. meine Bemerkungen in Kherem Chemed IX S 62 f. *) Aof dieses Wort bezieht sich die Bemerkung, wie es richtig Amch (im Namen des Gaon) und Ascher erklftren ; die Gera, führt, wie häufig, blos den Anfang des V. an. 253 während wiedernm Sam. Syr. und j. Tli. das Wav haben (bei 70 ist es undeutlich). An dieser Stelle scheint sogar die Differenz eine halachische Bedeutung zu haben. Die Mecbihha nätuHch iu Verbindung mit Ha.nh. ß^t b scheint darauf hinzudeuten, daas der erste Satz „den Namen frem- der Götter sollt ihi- nicht erwähnen" verbietet, ein Stelldich- ein bei einem Götzenbilde zu verabreden, wälirend der zweite Satz, „er werde nicht gehört auf deinem Munde," gedeutet „durch deinen Mund, durch deine Veranlassung," verbietet, einen Heiden zum Schwur bei seinem Götzen zu veranlassen. Eine andere Ansicht jedoch findet in bei- den Sätzen nur das eine Verbot, den Heiden zum Schwur beim Götzen zu veranlassen. Haben nunmehr die zwei Sätze einen verschiedenen Inhalt, dann ist Wav gerecht- ferügt; erklärt der letztere blos den erstereu, dann ist es äberflüssig. — Diese Correctur des Wav beschränkt sich keineswegs auf diese fünf oder sechs Stellen; vielmehr giebt es eine gronse Anzahl solcher Stellen, in denen der Sam. und alle oder fast alle alten Uebersetzer, einschliess- lich de» j. T. , und femer viele alte Codices, welche maaso- retbisch mit l"?ün oder p*2D bezeichnet, oder von Norzi in Minciiath Schal ausdrücklich angeführt werden, das Wav enthalten, während es die Mass. streicht. Zum Bei- spiele verweise ich nm- auf die Mass. zu 2. Mos. 2.3, 13, femer: 1. Mos. 31, 30. 46, 11. 2. Mos. 17, 3 und 10. 22, 29. 2.3, 28. 34, 20. 3. Mos. 20, 18. 4. Mos. 8, 4. 9, 21. 5. Mos. 14, lö. 29, 10. Auch umgekehrt Hnden sich ältere Lesarten, die, wahrscheinlich als Correctur, das Wav ent- behren, während es später wieder seine Stelle einnahm. Z. B. 3. Mos. 16, 33 lesen die 70 wörtlich wie unser Text; jedoch scheint das mittlere id2* ühertliiHsig, und desahalb strich man, wie wir in Sam. finden, das Wav bei cin^n ^yi. so dass 1C2' zu diesen bezogen werden kann, ^vie es Abu- Said thut, und ebenso ist die LA. der Madiochae (vgl. Minch. Schal). Dieselbe Schwierigkeit scliciut das palast. Th. noch eingreifender dadurch zu lösen, dass es zwar das Wav übersetzt, aber "ICI' zurücktässt. — Aehuliche kleine Abweichungen, auf welche entweder die Massorah durch «4 ihr y^ftfO das. 50, 29; es mag sein, dass man die Beziehung des männlichen %n*> auf das weibliche nid*6D auffallend fand, las desshalb '^^*'^, ihr Flüchtling, wodurch dann das nb über» fltlssig wurde, und so lesen oflFenbar auch 70 und Vnlg% ▲ach in Ruth 3, 5 und 1 7 bestätigen die alten üebersetaer den thalm. Bericht; die 70 ftbersetzen V» 5 nicht das ^. hier und V. 17 fehlt es in Vulg. Eigenthiimlidker verhält es sich mit nt das. 2, 11, welches, wenn auch nicht im Totte befindlich, doch nach ^ nach unserem thalmud, Be* richte gelesen werden soU^ allein diese auf den Sinn ein- >■ I n ') Auf üeie Stelle ist aoeh hitigredetitet j. SAnk. 10» % S55 'Jtamlose Correctur bat sich nicht erbalten, ist daher blas diA. der MAdincliaä *), wäJirend die Maarbaü, atso aucli un- Ber Text, d*a Wörtchen wieder beseitif^t babeu. Diese Stelle wird dahtir auch weder in Sotcrini (>, 8 noch in Jfasäorah aiu Anfange des Deuteron, und zu Kuth 8, 17 •umgeben; hingegen tilgen beide vier andere Steilen hinzu: liä Rieht. 2f), il), das offenbar blos durch das folg^ide ,^3 ausgefallen war; p 2. Sani. 18, 2((, das ebenso vor iiexa Ähnlichen p ausgefallen ; t-u 2. Kün. I !l, 87, das Jes. 31, 38 steht, von der Ohr. U 33, 21 uuiscbrieben und Ton aUen Uebersetzern wiedergegeben wird ; r'n:s Jes. 37, ,32. — Von den Stellen, die im Texte stehn und nicht ge- lesen werden, lesen k^ (nach dem zweiten n'x'l 2. Kön. S, 18 sicher die 7U; da« zweite TtT Jer. öl, 3 und d«8 zw«ite ^^n Ezech. 4S, 10 sind offenbare Schreibfehler, und auch Büth 3, 12 scheint SK — aber auch das vorausgehende *f — überflüssige Wiederholung des KSK *3. Bei Jer, 32, II, wo rui vor mssn Btehn, aber nicht gelesen werden soll, lusen auch die alten Uebers. das Wav jedenfalls wog, nur die Vulg. giebt es wieder, und wieder ist die Eigenthäm- fichkeit, dass Dies blos hA. der Madiuchaii ist, wie es aneh der Odessaer Codex vom J. 9l6 hat, während es die Sfaarbag, wonach unsere Ausgg., auch nicht im Texte haben. 'JDaher fehlt diese Stelle auch sowohl Soferim 6, 9 «Is auch Haas, zu Ruth 3, 12. Hingegen werden an beiden Orten noch drei Stellen angeführt, an welchen OK nach "3 steht, aber nicht gelesen wird, und zwar 2. Sam. 13, 33. 13, 21 vnd Jer. 30, 12. Dies hängt mit einer Vermischung der lubl. Sprache mit dem späteren Dialekte zusammen, die TlMUi dann erkannt und wieder beseitigt hat. Nach der "Verneinung heisst nämlich *:; sondern, daher liäufig 'Dtthi i^cht, sondern." In der späteren Zeit fasste man jedoch das ^3 in dieser Verbindung auf gleich )3 und fibersetste «• „nicht also," gebrauchte daher in der Mischnah : vh» '3 l6 „nicht also, sondern" und übertrug auch ao bibl. Stellen""), *) In nuaeriD Verzeichnisic äet Differenzen liaisHt en bei dao Ifad. AiiKhiicU: a^ns n'cr i9*t ^3 nx; e« oms« heiweu; np. *•) Vgl. mein Lelirbnali z, Sprsdie d. Mmcbnah § 6 S. U ima 85. ,1] wfihrend man in andern bibL Stellen irrthümlich das vh in "h corrigirt zu haben sc)ieint. So lesen ). Sam. 10^ 19 sämmtl. Uebers. mit Einschluss des Thargum: und ihr sprächet: nein^ sondern einen König sollst du über uns setzen/^ gerade wie 12, 12; dort nun hinderte das voraus- gehende ^b die Correctur, hier hingegen corrigirte man ^b. das in unsern Text eingedrungen. Anders corrigirte man das. 8, 9; man erhielt das ¥h, um jedoch dem *«d die Bed. ^ySondern^' zu sichern, fligte man das hier ganz überflüssige ^ hinzu. Dasselbe ist nun der Fall in den oben genann- ten Stellen, wo das **3 von der Negationspartikel getrennt -steht und daher nothwendig „sondern^' bedeuten muss; man schob auch hier zur Verdeutlichung ein DM ein, das jedoch i^äter bei sorgfältigerer Kritik wieder beseitigt wurde, und so giebt auch die Mass. zu I. Mos. 24, 4 noch solche fElnf Stellen an*). Eine andere Stelle, welche nur die Mass. an- führt, dass nM Jer. 38, 16 vor im stehe und nicht gelesen werde, ist ein einfacher Schreibfehler**)! Ausserdem nun, dass hier aus der thalro. Zeit abwei- sende Lesarten, welche ein ganzes Wort auswerfen, bezeugt werden, erfahren wir auch durch das Schwanken zwischen der Gemara auf der einen und Soferim und Mass. Auf der andern Seite, dass man bei der Aufzählung der Beispiele nicht erschöpfend zu Werke ging, sondern gerade *) Daher entatand auch die irrige Erklärung zu 2.Köii. 23, 9. Dort nehineD 70 uud Sjr. richtig das CM ^^ in der Bed. „sondern wenn/* die Höhenprieifter durften nur in Jerusalem Opfer darbringen, wenn sie un- gesäuerte Brode mit ihren Brüdern gegessen hatten, indem Dies ein Zei- chen ihrer Rückkehr zum jerusalemischen Gottesdienste war. fiUngegen nimmt die Mischnah Menachoth 13, 10 die Wörter ÜH *^3 zusammen als „sondern" und erklärt, sie durften kein Opfer darbringen, sondern blos Ungesäuertes, d. h. die Priestergaben, mit den Andern verzehren. Dieser Erkl. folgt die Vulg. und das Thargum. Aber nicht blos CM *>2 ist dann anomal, sondern, wie Reggio in Chaluz I S. 96 richtig be- merkt, auch iblSM, das ibDM** heissen müsste, und seltsam würden die Priesterantheile unter der unpassenden Bezeichnung der ungesäuerten Brote zusammengefasst. **) In Soferim fehlt auch die Stelle 2. Eon. 6, 18, scheint aber blos ausgefallen zu sein, etwa IC vor ")VM3 (1. 'M3). 25t die nach yorliegeDden Haiidschriften bekannten Stellen zu. sanunenstellte. Wenn auch die Mass. — und nur sie allein — die Anzahl der SteUen bestimmt^ so geben doch ihre sonstigen Bemerkungen noch Wörter an, die in einigen Codd. fehlen, in anderen stehn, nur dass sie darüber be- stimmter entscheidet, während Sam. und Uebersetzungen die von ihr. verworfene LA. bezeugen ; man vergl. nur 2. Mos. 2f 9 und 7, 14. Es ist daher nicht im Mindesten auf- faUend, wenn auch sonst yon Sam. und Uebersetzungen sich Wörter eingeschaltet oder ausgelassen finden, bei denen eine abweichende LA. in der Mass. nicht verzeichnet ist m. Hierher gehören auch die zehn Stellen im Pen- tateuch, an welchen ganze Wörter oder einzelne Buch- staben durch darüber gesetzte Punkte als verdächtig be- zeichnet werden, und zwar: 1. Mos. Iß, 5. 18, 9. 19, 33. 33, 4. 37, 12. 4. Mos. 3, 39. 9, 10 (vgl. oben S. 186)- 21, 30. 29, 15. 5. Mos. 29, 28. Diese werden in verschiede- nen Schriften der thalm. Literatur aufgezählt und gedeutet: Sifre zu 4. Mos. 9, 10, M. Pessachim 9, 2, b. Gem. Nasir 23 a, Baba mezia 87 a, Sanh. 43 b, Horajoth 10 b, Mena- choth 87 b, Bechoroth 4 a, ferner in Ber. rabba zu den entsprechenden Stellen der Genesis, Soferim 6, 3, Aboth des Kathan c. 34, Bamidb. rabba c. 3 Ende und Mass. zu 4. Mos. 3, 39. Von 1. Mos. 19, 33 weiss auch Hierony- mus, der in quaest, in Gen. zu dieser St. sagt: Hebraei . , , appungunt desuper etc. Diese Stellen sind bereits mehrfach behandelt und auch von mir an einem andern Orte be- sprochen*). Bios von der Mass. a. a. O. verzeichnet wer- den vier ähnliche Stellen aus den Propheten. * Mit Punkten nämlich sind versehen die Wörter «ir 2. Sam. 19, 20, das ein Euphemismus zu sein scheint für nb:;, wie es Jon. über- *) Lesestücke ans der Mischnah 8. 86 ff. Vgl. noch Schorr in he-Chaluz III. (Lemb. 1856) S. 99 nnd 100. Zn beachten ist Boch die Steile in Tobia's Lekach tob zn 4. Mos. 3, 39. Vgl. auch die hagg. Erklärung von 4. Mos. 21, 30 in Baba bathra 79 a: H^TiV IV HDi 1P niD'»: HD'^'lif n^K^ ü«, wo offenbar die LA. t^ HDi "II? zu Grunde liegt (indem l^H unerwähnt bleibt), in den Aasgaben aber ^H nach HD^ zurückgelassen wurde (worauf mich Schorr aufmerksam machte). 17 m m setzt; n)3n Jes. 44, 9, wo 70 und Syrer abweichen; Etfecb. 4f, 20 bmn, mit welchem Worte auch V. 21 beginnt, wo die 70 abweichen und von Symmachus (in der syr. Hezapl*) nach unserm T. berichtigt werden, während Syr., Hieron. und Vulg. das Wort einmal zurücklassen und es auch von Kimchi beanstandet wird ; das. 46, 22 nrxpritt , das gewiss fehlerhaft ist. Die eine Stelle in den Hagiographen, näm- lich vh'h Ps. 27, 18, das auch unten mit Punkten v^rseh^n ist, wird bereits ron Josse (vlell. dem Qaliläer?), der auch die meisten pentateuchischen punktirten Stellen bespricht, in einer Baraitha Berachoth 4 a besprochen ; sämmtl. lieber- tetzer mit Einschluss Aquila's lassen das Wort aus^ und nur das Tharg. giebt es wieder. Aehnlicher Art sind die Buchstaben, die schwebeiid (rmibn), d. h. über der Zeile geschrieben sind. So wird Rieht. 18, 30 das Nun in nvyfi geschrieben. J. Berachoth 9, i und Baba bathra 109 b, dess^leiehen Aboth Nathans c. M lesen zwar Manasse, setzen aber voraus, es sei hier wie t. Chr. 26, 24 von einem Enkel des Moses die Rede, Midrasch zu HL. 2, 5 nimmt dasselbe an und erwähnt be- reits, dass das Nun schwebe. Die Uebersetzer lesen alle: Henasse, nur Vnlg. hat Moyii. Hiob 38, 13 und 15 steht das Ain in ü'^ya und D'^m» über der Zeile, und zu letz- terer Stelle betrachtet die Gem. Sanh. F03 b, welche von dem schwebenden Ain spricht, die LA C^Ci gleich üTin als die richtigere in der doppelten Bed.: Häupter*) und Arme. Die Uebersetzer haben davon keine Spur; doch ist die Haltung des thalm. Berichtes der Art, dass man ersieht, es war tradit überkommen. Anders verhält es sich mit dem Ain in lo?"^^ Ps. 80, 14. Auch dieses „schwebende^ •) Die Stelle lautet im Namen d. Simon b. Lakisch: r:»*»! TVi^l "^TS niz?^:ü ^r»D n'i^n ^d'^^üi b«? pr n» "^ir» nnw htsi riin aiiK ü^vvi^ nr^sn p .täh: b'o ninD üvm i^h nni nn ^ü m2D "^iD» i»«. Das erste ttD ist nun ÜK^ oder doch in diesem Sinne zu nehmen. I8t Jemand auf Erden ein Haupt geworden, so wird er im Himmel arm ; man habe Dies aber nicht schreiben wollen, um Darid und Nehemias nicht sa verletzen. Baschi missrerBteht diese Stelle durchaus. 259 Ain wird zwar Wajikra rabba c. 13, Midr. zu HL. 3, 4, Midi'. Pa. z. St. und Aboth Nathan'a a. a. 0. dahin gedeutet, als wäre eine andre LA. mit Alef ^M'n, aus dem Flusse. Allein Kidd. 30 a wird dan Ain dieses Wortes als sämmt- liehe Buchetaben der Psalmen theilend angegeben; es ist daher offenbar eigentlich ein grosses Ain, das anzeigt, es sei hier die Mitte dcis Psalmbuches, und gehört dieses Ain zur Kategorie der grossen und kleinen Buchstaben, deren Besprechung in einem besonderri Excurse erfolgen soll, deutet aber keine abwelL'hende LA. an. An diesen thalmudiseben Belegen möge es genügen, lind die einzelnen KerJ und Khetib, die daselbst vorkommen und bald mit unsem Ausgaben übereinstimmen, bald von ihnen abweichen, noch aufzuzählen, wäi-e überflüssig. Die allgemeine Erkenntniss, dass die spätere Sorgfalt ehedem dem Bibeltexte keineswegs gewidmet wurde, vielmehr Nach- lässigkeit und Miaaverständniss ihn mannichfach verunstaltet hatten, ist biaiänglicb bezeugt. Zweiter AbschnlU. Tendentiöse Aenderungen. Von weitgreifendstem Erfolge waren und blieben die- jenigen Aenderungen, welche man absichtlich vornahm, um bei der fortgeschrittenen religiösen Entwickclung einen An- stoss an der naiven Auadrucksweise der Bibel oder ein daraus leicht sich ergebendes Missverständniss zu beseiti- gen. Mit der Gründung des zweiten Staatslebens hatte das Jndenthum eine grosse Aufgabe in seinem Innern zu vollziehen. Es galt, den Glauben an die Einheit Gottes und dessen nationale Verehrung, wie sie in der letzten Zeit des ersten Staatslebens und während des Exils lebendig ins Bewusstsein getreten war, als volle Lebensüberzeugung in dem ganzen Volke zu befestigen, allen Einflüssen, welche von den angränzendcn Völkern, Moabiten, Ammoniten, Philistern, sich geltend machten , zu wehren, besonders nders M 260 aach den Angriffen des philosophisch gefärbten heidnischen Ghriechenthums zu begegnen, die Bedeutung IsraeFs trotz seiner augenblicklichen politischen Schwäche dennoch in den Vordergrund zu stellen und seinen religiösen National- schatz, die überkommenen heiligen Bücher, den Inbegriff der jüdischen Lehre und Geschichte vor Missdeutung und Ver- höhnung zu wahren. Wo die Selbsterhaltung so klar und gebieterisch ihre Anforderungen stellte, sah man natürlich nicht mit Aengstlichkeit auf die Erhaltung des einzelnen Buchstaben; dieser rausste weicHen — es erschien Dies als heilige Pflicht — , wenn er die Klarheit der Auffassung ver- dunkeln konnte, und in dieser Beziehung ging daher die ältere Zeit mit grosser Selbstständigkeit zu Werke; nicht nur dass sie in der Uebersetzung den Sinn oft sehr um- schreibend wiedergab, änderte sie auch den Text selbst bald durch andere Aussprache, bald durch Aenderung ein- zelner Buchstaben, ja ganzer Wörter, um der dogmatischen Schwierigkeit oder dem das National-, Scham- oder Sittlich- keitsgefiihl verletzenden Ausdrucke auszuweichen. Die spätere Zeit hatte natürlich diese Aufgabe nicht mehr in solchem Masse. Das Judenthum war schon nach seiner vollen Ausprägung durchgednmgen, hatte sich vollkommen eingelebt; der einzelne Ausdruck konnte nicht mehr wie früher Gefahren herbeiführen, nicht die Furcht vor Abfall einflössen, ja er bot kaum mehr einen Anstoss dar. Im Gegentheile erzeugte nun jenes weitgehende Verfahren selbstständiger Aenderungen, selbst wenn sie nur in der Uebersetzung vorgenommen wurden und auch nicht in den Text selbst eindringen wollten, das gerechte Bedenken, es werde das Gottes wort alle objective Sicherheit einbüssen und der subjectiven Willkür verfallen, die Gebote unter dem Einflüsse einer verflüchtigenden Deutung sich in All- gemeinheiten auflösen. Innere Sektenstreitigkeiten, nament- lich die Entstehung des Christenthums trugen dazu bei, diesem Bedenken den vollen Nachdruck zu geben. Man kehrte daher ehrerbietig zum Buchstaben wieder zurück und tadelte mit Entschiedenheit jenes freie Walten mit dem Texte. Dennoch hatte sich dieses Verfahren bereits so tief 261 eingelebt, dass der Kampf dagegen nicht Immer durchdrang, und in mancher Rücksicht waren die Anschauungen so da- von beherrscht, dass man selbst später noch weiter ging als die alte Zeit und daher unser Text, das Product der jungem Anschauung, das Original zuweilen selbst da ändert, wo die Uebersetzungen es treu wiedergeben. Dieser ge- schichtlichen Erkenntniss müssen wir sorgfältig nachgehn, wenn wir ein richtiges ürtheil über die Gestalt des ur- sprünglichen Textes wie über die Abweichungen der Ueber- setzungen und des massorethischen Textes gewinnen wollen. Erstes Oapitel. Die Reinhaltung des Qottesbegriffs. A. Die Gottesnamen. I. niiT und n» T Nachdem der Glaube an den einzigen geistigen Gott mühsam errungen, endlich zum innersten Eigenthume und zugleich zum unterscheidenden charakteristischen Merkmale des Judenthums geworden war, musste auch dessen scharfe Ausprägung in der Gesammtheit der Urkunden angestrebt und eine jede scheinbar abweichende Aeusserung beseitigt oder doch umgestaltet werden. Ganz besondere Aufanerk- samkeit musste natürlich dem Namen Gottes zugewendet werden, welcher dem Judenthum ausschliesslich angehörte, dem Namen r\)T\\ Alle anderen Bezeichnungen für Gott drücken lediglich eitle Beziehung, ein Verhältniss aus, in welchem Gott zur Welt und zu den Menschen steht, be- zeichnen ihn nach einer ihm inwohnenden Eigenschaft als: allwaltende Macht, Herr, König, Vater, barmherzig u. dgl. ; von diesem Namen allein dachte maii, dass er das volle Wesen Gottes ausdrücke, ihm nach seiner ganzen Unend- lichkeit, seiner unerschöpflichen Fülle und seiner Erhaben- heit (als el eljon) entspreche. Ob man diesen Namen ety- mologisch (nach 2 Mos. 3, 14) als ewiges Sein, als den Un- veränderlichen auffasste, und wie man ihn damals aussprach. 962 dftiAber jbaben wir kerne sicheren Spuren; genug, er war der volle Eigenname Gottes, während alle anderen Gat- tnngs- uiid Begriffsnamen waren. Ebei;i ^desshalb aber m^ste dieser Name gerade in derselben Weise behandelt werden wie Gott selbst; die Erhabenheit Gottes musste auch in dem ihm eigenthümlichen Namen geachtet werden, auch er war unnahbar, unaussprechbar« Er musste desshalb a^ allen Stiellen, wo er in der h. S. vorkommt, für die öffentliche Vorlesung durch andere Ausdrücke ersetzt wer- den. Die griech. Uebersetzer thaten Dies, indem sie ge- radezu einen der andern Gottesnamen, gewissermassen den heiligsten nach dem Tetragrammaton und in der Vierbuch- stabigkeit ihm gleichen, nämlich *>yiH, und zwar Kigw^y wiedergaben. Dies ging jedoch in Palästina nicht an, da man in der Ursprache auch den Namen Adonai, wo ihn der Text nicht hatte, nicht leichtsinnig aussprechen durfte; dann aber war ja in dieser Verwechslung des unaussprech- lichen Namens mit einem andern, gleichfalls häufig vor- kominenden gar keine Andeutung gegeben, dass hier jener Name eigentlich gelesen werden mtlsse und blos durch einen andern ersetzt sei. Ein besseres Anskunftsmittel war daher dafür o^D zu setzen; „der Name" war ein unschul- diger Ausdruck und sagte dennoch gerade aus, es sei hier der wirkliche Eigenname Gottes gemeint, man spreche ihn blos nicht aus. So machten es die Samarltaner, die im PentateucU so lesen und ebenso in ihren spätem Schriften, in Gedichten, den Gottesnamen schreiben, wo derselbe in dem alphabethischen Gedichte den Buchstaben Schi^ re{>räsentirte^ also M72ü gelesen werden soU'^)* Aber auch die palästinischen Juden machten es so. Sie bedienten sich dieser IJpischreibung nicht blos im gewöhnlichei^ Leben, Tjrenn sie Gott nachdrucksvoU bezeichnen \v:ollten, ^, B. in *) Vgl. in den von Gesenius heracusgegebenen Gedichten I, IV nnd VI in der Verszeiie des Schin und dazn Kirchheim in Kharme Schomron 8. 94 und 99, besonders Lnzzatto das. 8. 112 and 116. Dass auch die Nadiricht Aiben Esra's (Comm. ea Esth. Vorw.), die Samar. hätten im eriften V. der Gen. N^NZ^M it. D%nbM geschrieben, damit BuaanuaenbSngit) ist bekaojat, Tgl. aaoh Kirchh^im ^ a. ,0. 8. 17. Ausdrücken wie cr,l ntf^fj oder '-l^'^nj Heiligung und Ent- weihung Gottes (M. Rosch lia-Schanali 4, 5. Aboth 4, 4), sondern auch wenn sie ausdrücklich das Tetragrammaton angeben wollten (M, Berachotb 9, 5. Sotah 7, 6. Sanh. 7, 5. a III, I. Makk. 3, R. Thamid 3, 8. 7, 2.), selbst wenn biblische Ausdrücke (Joma 3, 8. 4, 2. (i, 2) und ganze bibl. Verse, die man sprechen solle, angegeben wer- den (Beracb. 4, 4. Sukk. 3, 9). Uebereinstimniend mit dieser stellvertretenden Bezeichnung und mit den Aeuase- rungen Philo's, Josephim' und Theodorets (vgl, bei Gese- nius im Thit. », t.) ist auch die alte Tradition, mit dem Tode Simon'a ba-Zaddik hätten die Ptiestor aufgehört im Priestersegen „den Namen" zu gebrauchen, p'l^n prSB nacö BIO cba» Tiab iD'injn vnmi';«;' liTCE (Thoss. Sotah c 13 b. Joma 39 b). Diese Tradition will offenbar aussagen — und dem entspricht namentlich die LA. der Tboss. — , dass nach seiner Zeit selbst von den Priestern, ja sogar von dem Hohenpriester, und zwar auib am Versöhnungstage bei serner feierlichsten Dien8t^•e^richtung, der Gebrauch des Tetragrammatons aufgehört habe. Diese Tradition, welche sich trotz dem offenbaren Widersprüche mit spä- teren Behauptungen erholten hat, enthält sicher eine ge- schichtliche Thatsacbo, und zwar die dass man in alter Zeit die Aussprache des göttlichen Namens selbst bei den heiligsten Dienatverrichtungen unterlassen habe. Diese alte Tradition _ scheint auch Ahba Saul zu reprösentiren mit seiner Behauptung, der habe keinen Antbeil an der zukünftigen Welt, welcher „den Namen" ausspreche nach seinen Buchstaben (Sanh. I0, !)■ Allein diese Behauptung ist eben später nicht die allgemein gültige gewesen, wie denn die Thoss. (das. c, 12) diesen Ausapnicb neben an- dern als den Zusatz Einzelner bezeichnet (iccin). Viel- mehr nimmt die Ualachah an, wahrscheinlich im Kampfe gegen die frühere sadducäisch-zadokitische, auch von den Somaritaneru angenommene Anordnung, dass der Hpr. am Versöhnungstage in dem Verse 3 Mos. 16, 39, den er seinem dreimaligen kurzen Gebete anfügte, das Teüragram- maton wirklieb ausgesprochen habe (Mischnah Joma 6, 2), 264 mit der Beiaerkimg, dass Priester und Volk, sobald sie den „ausdrücklichen Namen" (* üllDWn üü) aussprechen hörten, zur Erde niederfielen; die verherrlichende Sage behauptet, man habe die Stimme des Hpr., wenn er „den Namen" am Versöhnungstage aussprach, bis Jericho gehört (Tham. 3, 7), und die Baraitha (j. Joma 3, 4 b. 39 b.) fügt hinzu, er habe zehn Male an diesem Tage den Namen ausge- sprochen. Und nicht vom Hohenpriester am Versöhnungs- tage allein soll „der Name" ausgesprochen worden sein, sondern sämmtliche Priester sollen im täglichen Priester- segen (4 Mos. f>, 23 ff.) im Tempel den Namen „nach sei- ner Schrift", ausdrücklich (i^n^D ,l&"i1D?:n Du) gesprochen haben (Sotah 7, 6. Thamid 7, 2. Sifre z. St.). Ja, die Pharisäer gingen noch weiter, sie ordneten den „Ketzern," d. h. den Samaritanern und Sadducäern, gegenüber an, dass man im gewöhnlichen Griisse „den Namen" gebrauchen solle (M. Berach. 9, 5), und jiie Thoss. (das. c. 6) fügt hinzu: „Ehedem, wo die Lehre in Israel vergessen gewesen, hätten die Gelehrten den Namen verschluckt," d. h. ihn so mit andern Worten des Satzes verbunden, dass man ihn nicht deutlich vernehmen konnte, und eben dagegen trat die neuere pharisäische Anordnung auf**). Die Halachah *] ÜIC heisst Dur im Kai und Hifil : absondern, hingegen in Piel u. Pual: genau bestimmen, daher ÜiDp im spätem Hebraismns und ^1^9 im bibl. Chaldaisrans: deutlich, ausdrücklich; nur das babyl. — nicht das paläst. — Tharg. hat ÜID auch im Pael in der* Bed. absondern. Vom Gotteslästerer heisst es daher (Sanh. 7, 5), er sei nicht stratfHllig, 12^ Dirn ÜHD^^Ü 0 bis er den Namen deutlich ausspreche, und den ersten Zeu- gen fordert das Gericht auf, bevor es das Schlussurtheil fällt: TVO 11?2K lZriTD2 rr^^l&t!^, sage, was du gehört hast, deutlich, d. h. sprich die Lästerung mit ausdrücklicher Nennung des heil. Namens aus. 'DT^H CV heisst daher: der deutlich ausgesprochene Name Gottes im Gegensatze zu jeder für denselben üblichen Umschreibung. Wenn die Sjrer da« %711D DkZ7 aufgenommen haben iBnrhehr, zu Ps. 8, 2) und Bar-Balihil Wmt M^ü mit KT*<::) erklärt (Bernstein in Ztsch. d. deutsch-morg. Ges. rV S. 199), so geben sie diese Erklärung nach ihrer Auffassung; Dies darf aber nicht für die ursprüngliche Bedeutung des Wortes bei den Ju- den genommen werden. lt. nniM muss iniM, d. b. DVD HM gelesen werden. Den Ausdruck 265 setzt also den Gebrauch des Tetragrammaton im gewöhn- liehen Leben voraus und tadelt nur den Missbrauch. Den Gotteslästerer belegt sie (Sanh. 7, 5 und Sifra zu 3 Mos. 24, 11) nur dann mit der Todesstrafe, wenn er diesen Na- men bei seiner Lästerung ausspricht; bevor das Schluss- urtheil ge&Ut wird, verlangt sie, dass einer der Zeugen wörtlich wiederhole, wie er in der Lästerung vernommen. Vor dem Schlussurtheile jedoch sollten die Zeugen den Namen nicht aussprechen, sondern sich einer Umschreibung o^?) bedienen, und zwar nicht etwa des Dün , sondern einer Verstümmelung des eig. Namens wie ^DT» (oder nach LA. des Jer. und Sifra nov ) *), gerade wie man sich bei Schwü- ren und Gelübden fiir die Ausdrücke ^2")p (vgl. Jos. Alt. IV, 4, 4. Apion I, 22. Matth. 23, 18), üin .TW undnri2ir solcher verstümmelnden Umschreibungen bediente (Neda- rim 1, 2. Nasir I, 1). Dass die Halachah bei Ausdrücken der Gotteslästerung mit dem Aussprechen des heiligen Na- mens ängstlicher verfuhr und sich enger an die alte Tra- dition anschloss, ist natürlich, und werden wir dafür noch Belege erhalten. Vielleicht aber gehört auch diese hala- chische Bestimmung, die ausdrücklich nur im Namen des Josua b. Korchah mitgetheilt wird, einer jtlngeren Ent- wickelung derselben an. In späterer Zeit nämlich, als der Sadducäismus erlosch oder doch seinen Einfluss gänzlich eingebüsst hatte, kehrte man zu mancher seiner Behaup- tungen zurück, die man früher im Eifer der Opposition bekämpft hatte **). Und so kam man auch wieder auf die Scheu vor dem Aussprechen des heiligen Namens zurück; man behauptete, dass wenn auch ehedem im Tempel der Hpr. und die Priester insgesammt beim Priestersegen den eigentlichen Namen ausgesprochen, dieselben dennoch ,,deii Namen verschlucken'* sowie die Art, wie Dies geschah, werden wir bald noch näher kennen lernen. Die Correcturen, welche Elia Wilna mit dieser 8t vornimmt, sind durchaus unnöthig. *) Eine ähnliche Umschreibung scheint DD^p oder DDp sn sein, Sanh. c. 9 Ende. ♦*) Vgl. oben S. 137 A.» m auM^rhalb des Tempels den Segen mit einer ^Umsclirei* bung^' gesprochen und zu sprechen hätten (Sotab, Thinnid und Sifre a. a. O.)* Dass diese Umschrf ibung nicht wiß b^i der Wiederholung der Gotteslästerung durch die Ze^r gen ia einer willkürlichen Verstümmelung bestandep; iß% klar, unsicher jedoch ist, ob alle anderen N^n^en wie Adish nuif Elohim u. dgl. als solche Umschreibungen betrac^itßt werden oder ob eine Bezeichnung, die an sich gar nicb) Qott ausdrückt, aber doch den gemeinten tarnen dorot^ blicken lässt, wie etwa siz^n, darunter zu verstehen sei*). Sifre a. a. 0. ninmit nun die alte Tradition in der Form auf, dass man den „ausdrücklichen Namen^^ nicht ausser- halb des Tempeldienstes aussprechen dürfe, ohne aber den Kachdruck darauf zu legen, wie es Abba Saul thqt, dem welcher es thut, den Antheil an der zukünftigen Welt ab- zusprechen. Auch die Gemaren scheinen diesen Spruch zu mildem, wenn sie auch an vielen Orten (vgl bes. Jom;^ a. a. 0.) dessen Geheimhaltung sehr einschärfen und selbst wieder darauf zurückkommen, dass auch der Hpr. in spätem Zeiten den Namen leise ausgesprochen oder gar „verschluckt^ habe, oder wunderbar ausschmückend berichten^ dass wenn auch der Hpr. denselben zehn Male mit aller Kraft der Stimme ausgesprochen habe, so dass er bis nach Jericho vernommen worden sei, dennoch die Anwesenden ihn, so- bald sia sich entfernt, wieder vergessen hätten! Erst spät (j. Sanh. 1(), 1 b. Pessachim 50 a. Eidd. 71 a.) tritt die bestinunte Angabe auf, dass zwar n^T\^ geschrieben, aber '»i'W gelesen werde**), und nun erst war man zu der Sitte *) Ans Schebuoth c. 4 Ende scheint henrorzngebn, da^s alle in der Bibel für Qott gebrauchten Namen nicht ,,Um8chreibnng" sind, vielmehr diese nur in einer blos andeutenden Bezeichnung gefunden wird, hinge- gen scheinen die Gemaren das. sowohl die M. als auch Sifra zu 3 Mos. 24, 11 dahin aufzufassen, dass alle Qottesnamen ausser Hin** „Umschrei- bungen" seien, lieber H^D und '^l^'^D vgl. noch unten. **) Was in einigen Stellen der bab. Qem. von einem aufl 12 oder 42 Buchstaben bestehenden Gottesnamen gesprochen wird, scheint blos ein Missverständnlss zu sein, das dadurch entstanden ist, dass man eben die vielen widersprechcndon Aeusserungen, wonach bald das Tetragra- maton gesprochen worden sei und werden soUe, bald wie4er dessen gekommen, welche die Alexandriner schon in ältester Zeit ip ihre Uebersetzung eingeltihrt hatten, die aber sicher früher in Palästina für das Original nicht durchgedrun- gen war. Erst durch die Punctatoren, die allerdings einem zu ilirer Zeit bereits featatehenden Brauche folgten, wurde es allgemein, überall wo nin* steht, V'^ z" lesen. Wäre Dies schon früher Sitte gewesen, so würden die alten Nachrich- ten, welche von Wörtern handeln, die anders zu lesen sind, als sie geschrieben werden — die wir später noch genauer betrachten werden ~, auch übrr die andere Aiisspradie dieses Wortes Bestiuiinungen getrofibn haben, es würde mit Khotib und Keri bezeichnet worden sein, ja es würde sich in den Schriften ausser dem Pentateuch allmälig die «Ite Schreibung ganz vcrlor«n haben. Unser Text bat hier wieder im Ganzen durch den Kampf gegen ein älteres willkürlicheres Verfahren seine ursprüngliche Gestalt ge- wonnen; doch bleibt es nicht unwahrscheinlich, dass den- noch an einzelnen (_>rten gegenwärtig andere Namen stehn, wo ehedem das Tetragrammaton sich fand. Besonders aber QlUftSten solche Stellen zu irgend einer Art von Umschrei- yuag antreiben, wo von einei' Gotteslästerung die Rede ist. Wenn dem David eino Schmähung (ytt-) Gottes vorgewor- £» wird (2 Sam. VI, 14), so klang Dies zu hart, und man achob ein 'Bji* ein, wodurch das gerade Gegenthcil ausge- drückt wird, D. habe die Feinde Gottes geschmäht^ wäh- rend mau doch aus dem Zusammenhange den richtigen Sinn herausliest und die Ueberaetzer zu der gezwungenen Deutung die ZuBueht nehmen, D. habe damit die Feinde Gottes zur Schmähung veranlasst. An andern Orten, na- mentlich in Bezug auf Naboth, den durch die Verschlagen- heit der Isabel Ermordeten, und auf Hiob wird das „Flu- tiiteJ)," das ihnen trüglich beigelegt oder gegen ihren Willen ;aBgeinuthet wird, in das gerade Gegentheil „Segnen" l^n ^ JUwprache Torpünt und als Aas bijcbsle OaheimiiUs behandelt wird, B auigleiolien nollle, jenes peilte von dem Tier-, äieaen von eiaeu Doch hviligeren IE- oder 43 bachstabigea Kadibd. i 268 umgewandelt. Die falschen Zeugen, von Isabel gemiethet^ sollten allerdings aussagen,. Naboth habe Verwünschungen gegen Gott und den König ausgesprochen, und sie thaten Dies auch (I Kön. 21, 10 und 13). Allein Naboth war ja in der That unschuldig, es hinderte daher, selbst im Munde solcher Zeugen ein Solches von ihm auszusagen, und man änderte den Ausdruck*). Von Hiob setzt Satan voraus, er werde im Üebermassc des Leides Verwünschungen ge- gen Qott ausstossen (Hiob I, H. 2, 5), seine Frau macht ihm in der Verzweiflung wirklich diese Zumuthung (2, 9), Hiob aber täuscht die Voraussetzung jenes (I, 22) und weist diese hart zurück (2, 10). Vom frommen Dulder nur vermuthungsweise Derartiges auszusagen, verletzte das Ohr, und der Ausdruck ward umgewandelt. Wenn Hiob selbst in frommer Aengstlichkeit, seine Kinder möchten bei ihren Festgelagen in Uebermuth geringschätzig über Gott gedacht haben, sie durch Opfer entsühnt (I, 5), so musste dem Hö- rer selbst diese Verrauthung über die Söhne dieses From- men störend sein, und der Ausdruck ward in gleicher Weise gemildert**). Aber auch selbst wenn die Rede nicht von Frommen ist, der Ausdruck vielmehr an sich durch die unmittelbare Verbindung des „Flucl^es" mit dem Gottesnamen in den Hörern ein Grauen erweckte, yrurde der Versuch gemacht, auf gleiche oder verwandte Weise *) Vielleicht wollte man hier gerade recht entschieden hervorheben, dass D%*lbM wirklich Gott bezeichne und nicht etwa einen Götzen, wie man es im Munde der Isabel vermnthen könnte, rgl. nnten. **) Dass in sämmilichen bisher angeführten Stellen, wie vielfach angenommen wird, die Aenderung unmittelbar von dem Schriftsteller herrühre, der selbst den Ausdruck in seiner Darstellung milderte, ist nicht wahrscheinlich. Die Vfr. des Samuel, der Könige und des Hiob, die nicht einmal Redner waren, ihre Schriften nicht dem Volke vortru- gen, sondern sie sogleich niederschrieben, konnte dieser Ausdruck nicht verletzen, imd wäre es der Fall gewesen, so hätten ihnen weit bessere Mittel zu Gebote gestanden, als gerade das Umgekehrte zu sagen. Die Analogie mit den folgendru Stellen, in denen die Aenderung gewiss nicht dem Schriftsteller zugeschrieben werden kann, weist vielmehr auf eine spätere, überhaupt ängstlichere und namentlich wegen der Vorlesung vor dem Volke bedenkliche Zeit hin. 269 den Ausdruck des Fluches zu mUdern, ein Versuch, der Spuren zurückgelassen, ohne durchgedrungen zu sein. Wenn von dem Bösewichte, dem Raubgierigen gesagt wird, dass er ohne Glauben an Gott, um ihn sich nicht kümmere, ja ihn schmähe (m yw r 1^21 . Ps. J 0, 3), so war dieser un- mittelbare Anschluss des Schmähwortes an den Gottesnamen so störend, dass man das y^ gleichfalls in y\2 umwandelte; doch drang hier, wo ja eben vom Bösewichte die Rede ist, diese Aenderung nicht ganz durch, vielmehr blieb neben ihr die ursprüngliche Lesart, und wir lesen nun beide Wör- ter neben einander*). Wo das y^^ von dem Gottesnamen durch ein anderes Wort getrennt ist, wie V. 13, oder wo Gott nicht geradezu genannt^ sondern durch ein Suffix ausgedrückt ist, fand man keinen Anstoss, und der Aus- druck blieb ohne Aenderungsversuch. Eine Zeit lang scheint sogar in einer Stelle eine Aenderung herrschend gewesen zu sein, die dann wieder spurlos verschwunden ist In 4 Mos. 15, 30 wird nämlich von dem gesprochen, der kecken Ungehorsam gegen Gott beweist, und von ihm ausgesagt: •"p:)?^ MM 'n HM. Hier ist nun zwar nicht von Gotteslästerung im eigentlichen Sinne die Rede; allein H^ ist gerade später der bestimmte Ausdruck geworden fiir: Gott lästern (vgl. z. B. Sanh. 7, 5. Kherithoth I, I u. 2), wie er auch im Syrischen dafür feststeht. Mag es nun sein, dass man überhaupt Scheu trug, einen solchen Satz vorzu- lesen, wo es nicht geradezu wegen einer Gesetzbestimmung nöthig war, oder dass man es hier hart fand,, einen jeden widersetzlichen Ungehorsam als Gotteslästerung zu bezeich- nen: genug, man hatte das Wort corrigirt in T^^'?; wenn auch dieses Wort im Kai ein Hapaxlegomenon ist, im Fiel gar nicht vorkommt und der Sinn desselben: wegschafiPen, wegschaufeln hier ganz unpassend ist. So lesen offenbar alte thalm. Autoritäten, welche den Ausdruck mit „Auslee- ren der Schüssel" erklären (Sifre z. St., j. Sanh. 7, 10. b. *) 8o mag auch die erste YerBhälfte eine derartige Aenderung erfah- ren haben, welche wirkUch durchgedrungen ist, indem st« unseres b^n ein ursprüngliches //H oder bbp zu vermuthen ist. Kberitb. Jh)^ and damit hängt offenbar zusammen ^ dttss ältere Lehrer för den Gotteslästerer, wenn er nicht gewamt worden, nicht die Strafe der Vertilgung durch Gott (niD) imd beim unvorsätzlichen Begehen kein Opfer bestimmen, weil sie keine Schriftstelle dafür haben, indem sie in der unsrigen ^i:))^ lesen und sie auf den Götzendiener be- ziehen, als Grund aber dafür annehmen, Gt)tte8lästerung sei eine blos in Worten und nicht in Thaten bestehende Sünde (M. Kher. I, 2), während Akiba, zur alten LA. svt- rückkelnrend, den Lästerer auch in den angegebenen Fällen mit Strafe belegt (Thoss. Kher. Anf., b. 7 a n. b.) ♦). Eine derartige Buchstabenverwechslüng ist offenbar bei einem ähnlichen Falle durchgedrungen. Zach. II, 8 lesen wir ••^n^Q^ DTO:^ und der Sinn soll offenbar sein: ihre Seele hat Ekel an mir; Dies heisst aber nur ^^^{i (Jer. 3, H. 31, 32), das syrische Kb'^nD, welches Ferrarius ohne Beleg aufstellt und Gesenius vergleicht, ist sehr verdächtig. Viel- mehr heisst bn nur von Früchten: aufblühen, in der Ent- wickelung sein, die der Reife vorangeht (M. Schebüth 4^ 7. Maas. 1, 2) und daher auch ^^p bildlich von der Jungfrau in diesem Mittelzustande (Niddah 5, 6). Die Gtemara, welche zu letzter St. auf unsem V. verweist, kennt auch nnr diese Bed., ebenso Aquila und Syromachus, welche unsere LA. haben und dafür mQxu^m und ax/fcei'o) setzen; auch Spr. 2(H 21 heisst die gute LA. des Khethib nbn2», in vollem Wachsthum begriffen sein. Also 3 br\y heisst nicht: Ekel empfinden, sondern 3 ^J?3, und man hat dieses Wort, das *) Raschi zu Kher. 7 b ahnt das Richtige in den Worten : HDbnntt T n^. In Sifre ist mi:^ fehlerhaft fdr Titl^, gerade wie in Jalk. e. St, der die Gem. abschreibt, nOV^ es ist, wie schon am Bande bemerkt ist; diese abweichenden LA. beweisen, dass man eitae Schwierigkeit gefühlt hat Am Deutlichsten findet es sich in der Stelle def j. Oettiäfä ausge- sprochen; ihr ist offenbar der Lästerer ntid Götzea^enelr gans gleioh ("ID1 niT mi^r 12i:?ni *"l";:J7Sn ^D), dennoch ist ihr die Anwendung des Verses auf den Götzendiener auffallend und sie findet sie nur begrändet diirch die Erklärung des Ansschaufelns, so dass notliwendig in ihr zu lesen ist: SIMS ^i:^^ l6l , das aus MissyersföndnisB in jb verdächtig. Bei diesen und noch anderen Versuchen zur Umarbeitung dieses Ab- schnittes kann es nicht auffallen, dass dasselbe auch in dem besprochenen Ausdrucke 3, 13 ausgeführt wurde. — Wo die Stelle nicht eine Erzählung, sondern eine gesetzliche Vorschrift enthält, da durfte man freilich den Text nicht so ändern, dass der Sinn dadurch alterirt würde, aber die Er- klärung, sowohl die Uebersetzungen als die ältere Halachah, suchte die Härte zu mildern. 2 Mos. 22, 27 (28) heisst es nämlich: bbpDKb D%1^K, und die Zusammenstellung mit K^B?: mag freilich andeuten, dass hier unter „Qott'^ das Gericht zu verstehen sei, welches zuweilen unmittelbar auf Gott zurückgeführt wird ; jedenfalls wird aber dem Wortausdrucke nach das Gericht mit Gott identificirt und vor Gottesfluch gewarnt. Die 70 übersetzen hier: ^eotff und lenken damit vom Fluche Gottes ab. Bekanntlieh fassen Philo und Jo- ^ephus diese Uebersetzung dahin auf, dass man auch frem- 2t3 den Göttern nicht flachen dürfe; hingegen erklärt Theodoret ihre Wort^ dahin, dass sie darunter die Richter meinten und beruft sich darauf, dass Symmachus und Aquila ^€ol setzen, wo sicher das Qericht darunter gemeint ist (2 Mos. 21 y 6). In der Sprache der 70 ist zwar der Gebrauch des &hU ßir Gericht nicht nachgewiesen, um so sicherer ist aber, dass man in Palästina die Stelle so auffasste. Nicht nur das palästinische Thargnm und der Syrer übersetzen so, sondern auch die alte Halachah und deren Repräsentant bmael deutet es so, während die jüngere Halachah mit Akiba erst wieder zur buchstäblichen Auffassung zurück- kehrt (Mechiltha z. St ♦) j. Sanh. 7, 9. b. 66 a vgl. 56 a). Und trotzdem, dass die Halachah nun diese Deutung sanctio- nirte, war man dennoch zaghaft, dieselbe für die lieber- Setzung zu adoptiren, Onkelos bleibt dabei, es mit „Richter'^ wiederzugeben, und die Massorethen waren schwankend (Sefer Thorah 4, 5. Soferim 4, 5). — In einer anderen Art behandelte man eine andere gesetzliche Stelle^ bei welcher die Deutung nicht zweifelhaft sein konnte und eine Ver- wischung der Auffassung nicht thunlich war. 3 Mos. 24, 10—16 wird von dem Manne erzählt, der, Sohn einer Is- raelitin und eines Aegypters, Verwünschungen gegen Gott aussprach, und es wird dabei die gesetzliche Bestimmung gegeben, dass ein solcher gesteinigt werde. Es ist hier von Verwünschungen der härtesten Art die Rede, wie sie mit sp^ bezeichnet werden, und zwar indem Gott dabei mit dem Tetragrammaton genannt wird. Es ist das Härteste, was gesagt werden kann und musste cennoch dem Hörer so vor- geführt werden. Hier bot sich nur die eine Auskunft dar, von der wir beim Beginne dieser Untersuchung ausgegan- gen sind; was man allgemein in Beziehung auf die Aus- sprache des Gottesnamens that, das wandte man hier auch *) In unseren Ausgaben der Mech. — und ihnen folgt Sefer Thorah a. a. O. und LA. des Agudah in Sof. — ist hier Ismael mit AJdba rer- wechselt; die richtige LA. hat Jalkut z. St. Mit Akiba stimmt sein Schüler (vgl. Khilajim 4, 8. Ber. r. c. 61) Elieser b. Jakob (Sanh. 66 a) nnd Simon b. Jochai (Sof. a* a. O:). 18 276 einer ZusammenBetzung mit dem Gottesnamen herrührt^ also mit Recht verbunden ist und unserem Gebiete nicht angehört /i'T'l^n'jn^nj^i^?), und noch mehren Eigennamen, bei denen wiederum die volle Verschmelzung nicht aa£FaUen kann (.Tnrüi? .,Tü"):?v.Tn2 „T^nrT^), noch n''^:^ (Jer. 2, 31) und •'^**r^.O^^ (HL. 8, 7) als untrennbar aufzählt; zugleich aber bemerkt sie, dass in allen diesen Wörtern das He am Schlüsse ohne Mappik aspirirt auszusprechen* sei, so dass hiemit n^ entschieden seine Bedeutung als Gottesnamen ein- büssen und lediglich als Endung erscheinen soU. Nur bei H'^DD ist nach der Mass. ein Streit der Schulen, ob es zwei Wörter bilde oder ein Wort sei (vgl noch Norzi z. St.), während die alte Pentateuchrolle, welche Pinner (Prospectas S. 5) beschreibt, es^cu einem Worte verbindet. Man sieht^ dass die Aengstlicbkeit in Beziehung auf diesen Namen eine traditionelle war, aber allmälig wich. Dies beweist der Streit in den Meinungen, namentlich auch die Haltung der Handschriften und Ausgaben des Textes. In «T^^Q und n'^ljonbv^ wo auch der Sinn der alten Anschauung ent- spricht, stimmt unser Text nicht minder als die Ueber- setzungen derselben bei, und bei letzterem combinirten Worte gehen die Accente sogar so weit, dasselbe zu einem von dem vorhergehenden ^iS abhängigen Adjectiv zumachen, wie bereits Raschi richtig bemerkt Anders bei anderen Stellen. Während 70 und Syrer bei n'» 3n")»3 den Gottes- namen gänzlich ignoriren, wenden sich unsere Ausgaben mehr der Theilung und der Mappikirung des He zu (vgl. Norzi, dagegen Heidenheim). 7\'^^bbn wird bei den 70 zu einem unübersetzten Worte, was dann in alle Sprachen ein- gedrungen, hingegen geben es andere griechische Ueber- setzer mit ahits ror nvgiov (Montf. zu Ps. 104), andere mit 5oga (Schleussner s. v.); der Syrer lässt es wieder zurück, unsere Ausgaben weichen darin von einander ab, ob es als ein Wort oder als zwei durch Makkef verbundene Wörter geschrieben werden soll, versehen aber jedenfalls das He mit Mappik. Auch an anderen Orten sind Spuren dieser alten Anschauung im Texte übrig geblieben. So ist z. B. Ps. 102, 19 Ti'^br^'^ und 130, 3 n^nös^n durch Makkef ver- 277 bunden (an letzterer Stelle laaat der Syrer den Gottesnamen ^anz zuriiek), ebenso Eaeh ed. Genua ,T i'cn Ps. 89, 9, wo n* wieder im Syr. fehlt, und ,t ^?nn Ps. 150, 6; gerade dieser engen Verbindung entgegenwirken will das Pcssik, das die Mass. an eraterer Stelle verzeichnet. Ebenso will eine andere Bemerkung der Mass. (zu Ps. 94) iUr ^-ier Stellen gegen die Versc.hluckung, wo sie phonetisch unterstutzt würde, warnen, indem sie angiebt, daa Jod in "■" sei mit Dagesch versehen, d, h. es sei als selbstständige Sylbe zu betrach- ten»), und zwar Pa. 94, 7 (wo ein Makkef), 12. 118, 5. 18, wo Wörter vorausgehen, die den Ton auf der penultima babon und in den zwei letztem StcUen gar mit einem Chirek und Jod endigen und daher leicht Veranlassung zur Ver- achlirckung geben. Indem wir nun sowohl die Spuren als auch die ausdrückliche BekJimpfung dieser alten Auffassimg in unserem Texte wahrnehmen, wird es uns begreiflich sein, wenn wir dieselbe bei dem Samaritaner und in der pentat. Uebera. der 70 (in den anderen Büchern übersetzen sie n- dorcbgebends mit xipioi oder flsoc) schärfer ausgeprägt finden. Daher liest der Snm, 2 Mos. 17, 16 **5? und ihm folgt der Syrer, ähnlich die 70, welche Übersetzen: iv Xtiifl xevfuitf, also ''';'?5 oder 'l??^ (gleich ^V?^) lesen. Aehn- Üch finden wir es 2 Mos. 15, 2; der Sam. liest .Tmntl al« ein Wort und domgemäSB übersetzen die 70: ßovOöt itai onsixaaj^^ (umschreibend) iyiyiro, während sämmti. spätere Uebersetzer daa rr wolil ausdrücken. Also n^ ist nacli der alten Auffassung, weli:heSara. und 70 aufbewahrt, ganz ver- schluckt, und diese alte Auffassung hat auch an diesen Orten bedeutende Spuren in unnerm Texte zurückgelassen, Abgesehen von den tlialm. und maös. Angaben über 7\- d2 ist anerkannt, dass unsere ganze Lesart nicht die ursprüng- liche Hein kann, dass vielmehr ^S zu erwarten ist; die Les- art tz, welche übereinstimmend bezeugt wird, ist nun nicht etwa ein alter Fehler, sondern eine alte tendentiöse Aende- rung, welche gerade wegen des .T unternommen wurde. Ebenso ist 2 Mos. 15, 2 rfi?] st. 'Ol»' u. "!? st. 'i^ ledig- ■) Ueber diese Bod. das Dngesch vgl. oben S. 5fl A. ■J 2» Heb zn Gunsten der Verschhiokang' von rr tatmitmaarnj und unser Text hat diese Aefidermig, trotisdem dM0 er in Beziehung auf rr von der alten Auffassung sich loi^gesagt hat^ beibehalten hier und in den Stellen, wa dieser Sali wiederholt wird, Ps. 118, 14 und Jes. 12, 3, und der Zusata yon mn*" an leteterer S^e beweist rei^ entsefaieden, dass n** verscUnckt war und man, um den Sais am seinem ur- sprünglichen Binif zu erg&nsen, einen andern Gkitesnainen hinzufügte* Die grieeh. Uebersetzer ssuf Propheten and Hagiographen zeigen steh auch in diesem Pimkte als einer späteren Zeit angehörig, indem sie dieser alten Ansehau- ung, das »T zu übergehen, nicht folgen und, wie bereits bemerkt, als Gottesnamen übersetzen; vielleichl war man auch in diesen Büchern, die nicht zum immerwähr«»den Gebrauche für die Vorlesung bestimmt waren, minder ängstlich *)• Aehnlich ist es mit dem Namen n^^ t Mos« 22, 2 (vgl. V. 14, worüber noch später) und Ü C*r. 8, I. An beiden Orten wird offenbar der Name als „Ersdiei- nung Gottes'^ gedeutet; mag jedoch diese oder eine «ndere Etymologie die richtige sein, so ist so Viel sicher, dass die letzte Hälfte des Wortes den Gotteffnam^ bezeichnet. Während ihn unsere Punktation durch Aspirirung des He verwischt, beseitigt ihn der Sam. ganz, indem er TWTflü liest, und denselben Weg gehen die Uebersetzer, indem die 70 es in der Gen. mit vipiiXfiVj Aquila mit itata^apfjf Sjm. tfjg dntaoUtg wiedergeben, das paläst. Thargum, wie es in T. j. I erhalten ist, mit K^ftiD, und ihm folgt Ottk. Nur der Grieche in der Chronik lässt das Wort im Ganzen als Eigennamen, womit doch noch immer der Gottesname nicht als solcher hervortritt, 'Afto^^, auch T. j« H nimmt zur Gen. das Wort uUgeändert, und der Syrer hat an beiden Orten M*^')^7dMi, wo wahrscheinlioh das Ribbuizeichen, als erkläre *) Der Mangel «a Einsiobt ia diess alte Behandlong der dottesnamen hat das Urtheil über das Verfahren dea 8ain. nnd der 70 gans verwirrt; was Franke] (Ueber den Einflnss u. s. w. 6. 68 f.) darüber sagt, ist ganz unzutreffend. Ueber to ücotfiQtov, Jes. 38, II, wird weiter unten gesprochen werden. W M (nüt S«musl b. Meir): Lood der Emoräer, apa.Urea II. cnS« und S« Nor Im den beides besprocJienen Naman, dem Tetr»- grftnuoatoii und seiner zweibucLstabigcn Hälfte gingen die Bodciilten ao weit, dnss man iUre Ausepracbe günalich ver- mied; Ete allein sind eigenthöinlicb jüdixch und wurden d&ber »is die Eigennamen Gottes, als dessen volles Wesen •uvdruckesd betrachtet und bebandelt. Alle anderen Got- tKnaman druckten nur den Oottcabegriß' im Allgemeinen aus, wurden sunj Tbeile, wie namentlich Q'^-t* und -8, auch vif fremde Götter angewendet; von einer Scheu in Be- iiebuQg auf die Aussprache und daher von einer, sie dem Olire unmerklich maclieuden Verachlingung mit anderen Wörtern kann bei ilinen keine Rede acin. Nur Hatzver- binduogen, welche einen die Erhabenheit Gottes verletzen- des Sinn ausdrücken, konnten bei ihnen zu Umdeutungen oder auch Aendarungen Veranlassung geben. Störend waren besonders Aeusacrungeu zweierlei Art, nämlich wenn von Gott etwas ausgesagt wurde, das Seiner unwürdig schien, und dann wenn diese Wörter von den frem- tjen Göttern gobrauclit , von ihnen aber Dinge ausge- sagt wurden, die eine Anerkennung ihrer Macht auszu- drucken schienen. In beiden Fällen helfen die Uebersetzun- gtn bedeutend nach, aber aucli kleine Aenderungen des Textes scheute man oiciu, um die daraus entstehenden An- VtüBsg zu beseitigen, und in manchen Punkten seheint die ipätere Zeit hier gerade das überkommene System mit qoch grösserer Sorgaamkoit weitergeführt zu haben. Gehen wii" zunächst von den Andeutungen aus, welche die Tra- dition darUbtir giebt. In j. Meg. I, !) wird bezweifelt, ob BViVk in I Mcs. 31), 13 von Gott oder von Götzen aufau- fossen ist, länuntliche Gottesnamon in Rieht Cap. 17 und |8, salbst das Tetragramtnaton werden als unheilig bezeichnet StitAusuabme von DVii'K '8,3', hingegen die o"n^ bei Naboth ti& von Qott gebraucht festgestellt (vgl. oben S. 2&ä). 4 980 In b. Schebnoth 35 b wird bezweifelt^ ob unter "^me 1 Mob. 18, 3 Gott zu yerstelin sei, Cap. 19, 2 wird **»( nicht ab heilig betrachtet, wohl aber V. 18; über die Gottesnamen in Rieht. 17 und 18 ist Verschiedenheit der Ansichten, und neben der einen, welche sie, gleich der j. G., sämmtlich mit einer einzigen Ausnahme als unheilig betrachtet, be- hauptet eine andere, das gelte nur von dem dort vorkom- menden ür>T\bH , während das Tetragrammaton auch an die- sen Stellen den wahren Gott bezeichne — eine ' Ansicht^ die offenbar blos der Ehrerbietung vor diesem Namen, nicht aber dem richtigen Sinne des dortigen Abschnittte ihre Entstehung verdankt. Auch über die Rieht 20, 18 ff. promiscue gebrauchten Namen dv6m und 'n ist eine Mei- nungsverschiedenheit; während der Eine sie alle als unhei- lig betrachtet, weil, wie er es begründet, ja sonst die gött- lichen Verheissungen getäuscht hätten, nimmt sie der Andere als heilig, indem die Israeliten blos die kurze göttliche Antwort missverstanden hätten. Die Stellen bei' Naboth werden auch hier auf den wahren Gott gedeutet. In Kürze wiederholt diese Lehren der Tractat Sefer Thorah 4, 5 ff, fügt aber noch Belehrungen über andere Stellen hinzu, und zwar über 2 Mos. 22, 2? (vgl. oben S. 272 f.) und über das zweite G^7\bH in Ps. 82, I ; von beiden Stellen heisst es so- wohl hier wie Soferim 4, 5 und 9: b^r\^ vrvp üttl^tt, dass es in doppeltem Sinne, von Gott und auch in anderer Bed. genommen werde, und die alten Uebersetzungen geben uns dafiir hinlängliche Erklärung. Während nämlich die 70 und ihnen folgend Hieronymus und die Vulgata, in Ps. 82, 1 üM^K mit „Götter," der Syrer mit „Engel," das Th. mit „Richter" übersetzen, nehmen es Aquila und Symmachus für „Gott," indem sie, was die 70 auch nach ihrer üebers. thun, es vom Vorhergehenden trennen imd übersetzen: In Mitten richtet Gott. Während femer Sef. T. u. Sof. in der Stelle 2 Chr. 35, 21 beide D'^n^K auf Gott beziehen, wird in andern Orten der Gemara und des Midrasch — vgl. Minch. Schal — das zweite im Sinne von Götzen gedeutet Noch werden die drei "^nbH 1 Mos. 31, 53 besprochen, und nur das zweite als Gott Abraham's auf den wahren Gott »1 besogen^ ebenso Sof., während Stellen des Midrasoh wieder ein Doppeltes darin erblicken b^n^ ülp WSVü. Ausserdem werden noch drei Stellen erörtert^ wo die Aassprache des bü festgestellt wird^ ob nämlich ^ oder ^ and V sa lesen ist^ and Sof. stimmt damit überein; Hieb 16^ U sei sa lesen: ^^, umgekehrt der Syr. ^^er übeiüefert mich einem gewaltsamen Engel/^ das. 34, 31 : Wt ^^ und wieder abweichend der Syrer: noMMD^ b^or^, als hätte er gelesen *n3M ?^^, und das. 16, 18 sei ^1 su lesen, während wir eine abweichende Meinung im Namen Saadias' angefthrt finden, der ^W\ punctirt habe und erklärte: Gott sei an dem Orte, wo ich flehe, damit er es höre und sich mein er- barme*). — Der Tractat Soferim 4, 4 ff endlich ist am Ausf&hrlichsten über diesen Gegenstand. Ausser den be- reits besprochenen Stellen stellt er noch die Geltung dieser Namen an andern Orten fest D^bKD 1 Mos. 3, 5 soll nicht auf Gott bezogen werden, ebensowenig 33, 10, womit Syrer und Thargume übereinstimmen gegen 7P, Sotah 41 b und Ber. rabba z. St. (c. 78), eine Auffassung, die denAnstoss, welcher in dem Vergleiche des Anblickes Esau's mit dem Anblicke Gottes liegt, sowie den an dem Schauen Gottes selbst (worüber noch weiter) beseitigen will; hingegen wird das. 23, 6**) und 32, 3 auf Gott bezogen. Ebenso wird rrÖH Hos. 9, 8 (vgl. dagegen Kimchi), 12, 6 (7) TmWo und 14, 1 TV^blO von Gott erklärt, wahrsch. um der Vermuthung, es werde hier von den Götzen, als Samarias Gott, gespro- chen, zu begegnen. Femer werden noch mehre bK behan- delt Ueber Ps. 2, 7 ist verschiedene Meinung, ob ^ oder ^ zu punctiren sei, eine Verschiedenheit, die sich auch in Mspten und Uebersetznngen wiederholt***)? P»- 84, 8 wird die LA. ^ festgestellt — worüber später — , ffiob 34, 23 wird ^K ^ gelesen, wo 70 abzuweichen scheinen. Ueber ^VTor, das Jes. 7, 14. 8, 8 und 10 vorkommt, ist die *) Vgl. mein Parächandatfaa, hebr. Theil S. 10 f. **) Diese Stelle wird in unseren Ausg. des Sof. nicht besprochen, wohl aber in der Relation des Agndah nnd Jalknt zn 2 Mos. 22, 27. ***) Vgl. Parschandath« a. a. O. StelU etwM imklar; ts wird davon gQ8proQlM% aUf* ittadü ec bloa iwei Male, und es soheint^ ab vttrdo daa erati^ als offenbar ein MensebennanMiy der beide Wörter mil w* ander verbrndet, und was aueh alle Uobersetoev s» nabmfif^ luer als selbstverständlich von der Bespreobu^g aiuigoadilg»* sen, während über die beiden andern SteUeR benCiwnt wir^ ea sei V. 8 als Eigenname za behandeb^ V« &(^ airfwfiiüon: mit uns ist Gott*). So auch Tharg. und HiMonjimiUi» UHt^ gegen 70 beide Stellen ^^mit uns ist Gott/^ rad Syttat an beiden y^EnunamieL'' Endlidi wird noob die» Fbrato r^^ ^ nnd d^. besprochen, wo dem ^H die Bed» y,Qott^^ wtr aogen wird, and femer eine Stelle» die offenbar fehlerhaft ist, nämlich ^r\fo Vk» und die ich schon anderswo*"^) daUya verbessert habe» dasa es heissen muss; "^rb^ 7|^ Sniib 34» 2S» indem diese LA. gegenüber der Erkläroiig von Sym- maohus» dem Syrer und der Vulg.» welche ^ übersotam, festgestellt wird. Die zwei Gottesnamen »»£lohim^ und „iU^' sind 9a demnach» wie wir in den genannten Beispielen sehn» welche Schwierigkeiten maohen» hauptsächlich wegaa der in ibnoa liegenden Vieldeutigkeit Allen Völkern des SenutenstaBi^ mes zur Beaeiohnung Gottes geläufig» mosstan diese WOr* ter Verwirrung erzeugen zu einer Zeit» da es galt es rooht scharf and bestimmt zu unterscheiden» wo sie den einzigtn Gott oder wo sie irgend einen fremden VcJksgdtaen be« deuten soUten. Dazu kam noch» wie bereits bemerk^ dass man diesen Wörtern» wenn sie mit Ausdrücken verbundsn waren» welche man von Gott auszusi^cn Scheu trug» gema eine abweichende Deutung gab» hingegen wenn scheinbar einem fremden Gotte eine Macht baigelegt wurde» man umgekehrt es auf den wahren Gott bezog. So mnssta nicht blos oft die Au£fasaung unsicher werden, sondern auch der Versuch sich nicht selten geltend machen» durch UeiM Aenderungen die Unterscheidung festzustellen. Für ü^T\bH *) Die 8t ist za oorrigiroa mit Jakob Naumburg in N acblslh Jakob : pbn: wm \>bni y>» ]MHr\r\ loip ^^vn^ bin ]WHin. **) Vgl Ozar nechmad I (Wien 1866) S. 68 f * «I » mm, wum man m glaubte mtf eine fremde Gkittlm* odtr Aach auf Engel oder Rickter beriehen su müssen^ laäUte man das Mittel, dass man das damit yerbimdene Verbun oder ancb Prädicat in den PIui^ nmftnderte. Im onfirttng- Ueheii Texte war Dies nicht gesofaehn, sondern nur die Adjeolhre o^ (5 Mos. 5, 22. 1 Sa». 17, 26 nnd 3&' Jhrl % 13. 23, 36 neben ^n Jes. 37, 2 und 2 Köo. 19, 4 m. 17) mtd tt mich aus meinem Vaterhause umherwandem Hess, da sprach ich ete.; das entspricht den Worten des Textes D^n^^t ''TTIt n:pjBji ^ wie sie der Sam. hat und wie sie mildemd 70 und Syrer mit „herausfShren^ übersetsen. Dot Ausdruck ni^, der hier, wie schon Raschi einsieht, weiter Nichts bedeutet als ohne bestimmtes Ziel umherwandem ohne die Nebenbedeutung ▼on „irre gehn^' gerade wie 21, 14. 37, 15. Jes. 16, 8. Ps. 197, 4, erschien dennoch, weil man diese Nebenbedeutung sich darunter dachte, unpassend, wenn er auf Gott beaogen iv^^den sollte, von dem ausgesagt würde, er habe irre ge- führt Scheint man ja sogar Scheu getragen ta haben, ihn ▼on Israel tu gebrauchen ! 4 Mos. 14, 33 nämlich ist auch mehts Anderes als ^V"^ zu erwarten : „eure Kinder werden umherirren in der Wttste,^ was das j. T. mit f^w wieder* giebt; diesen harten Ausdruck änderte man in orgfi, was auch 70 und Syrer haben*). Hier aber beseitigte man den Anstoss in anderer Weise; man setate das Verböm in den Plural, also ^mn, und so lenkte man das „in die Iire föhren^^ von Gott ab, es auf Götien beziehend. Dies ist offenbar die alttraditionelle Ansicht, die auch das j. Th. wiedergiebt, während man später wieder au der Auffassung zurückkehrte, D*>n^K sei hier als heilig zu betrachten, nun *> Ob aoch das. 32, 13 arspränglich D:ep^it. Dl^^^l? Der Syrer hat dort \0H "^rtSKI , Onk. an beiden Stellen ..aufhalten'' wie Y. 16 för MT:nb , wo es aneh J. T. Iial. aber mit dem geänderten VPtn in Verlegenheit war, wie wir Dies in den tlialm. Stellen ond bei Onk. sehn (ygL Ber. r. c. 52). Anch die zweite Stelle^ 1 Mos. 31, 53 hat offenbar eine solche und noch andere Verftndenmgen erfahren, ürsprfing- lieh hiess es wohl ein£ftch: irr3 tscr» niru M^ Dmstt vhnt ond hiermit schloss der Sats; so übersetaen die 70, ond den Sing. DDir« hat der Sam. wie die Uebers. des Syrä» und der Vtdg. aufbewahrt Allein den Oott Naohoi's ab gleichberechtigt neben den Gott Abraham's au stellen war anstössigy und sprach auch Laban diese Worte, so Ymrwin> ten sie doch den schlichten Zuhörer bei der Vorlesung. Man änderte daher nach zwei Seiten hin; man setzte einer^ seits den PL itsctr* , wie er sich flir ,,die Götzen^' Naohor^s, neben welchen das Wort stand, schickte, andererseits aber da doch das Gericht zwischen beiden Statt finden, also auch für Jakob Geltung haben solle, setzte man nach ^ra nochmals erklärend hinzu : °???tf *''^^, nämlich der Gott Ab- raham's soll eigentlich richten*). So liest der Sam«; dieser Zusatz musste jedoch als schleppend erscheinen, und man änderte auch ihn wieder, mit einer kleinen Buchstabenver- tauschung, in QiTDM'M. Diese Lesart kann unmöglich dem ursprünglichen Texte eigen gewesen sein, da sie sprach- widrig ist, indem es, wenn anch die Worte nicht der Rede Laban's angehören — wo es ^I^H heissen müsste — , yiel- mehr als Erklärung des Schriftstellers gelten sollen, doch immer- hin BIJ^aÄ heissen müsste „nämlich der Gott ihrer Väter;" der spätere Corrector dagegen beachtete blos die Leichtig- keit der Correctur, wonach er nur Resch in Jod zu ver- wandeln hatte, und erst später ftihlte man die Schwierig- keit und versuchte DiT^M auf Therach zu beziehen, was dem Zusammenhange nicht entspricht**) Derselbe Fall ist mit anderen Stellen, die in der Tra- dition nicht erwähnt werden. 2 Mos. 22, 8 (9) bewahrt der m *) Dieser Rücksiebt wegen mag aach der folgende Satz j^DV'l hin- xngefögt worden sein. **) üeber 1 Mos. 85, 7: D^n^^ \bH )b:ü Tgl. weiter unten. Sam. die alte LAT auf: D^^ ^^jp^^t^T itH.^. n v. Unter D^1bll das Gericht zu verstehn^ daran war man gewöhnt, und selbst die 70 scheuen sich nicht, nachdem sie in einer froheren Stelle (21, 6) es mit dem Gerichte Gottes (ro nQi%t]QiOP Tov ^$oiy hingegen Aqu. und Symm. al 4Noi) er- klärt )kaben, hier wie im vorherg. V. einfach den Aasdruck ,,Gott'^ zu lassen, während Syr. und Thargume „Richter^^ setzen. Allein im Originale fand man ebenso das Tetra- grammaton anstössig wie den Gebrauch des Zeitw. im Sing, bei DNi^, wenn dieses „Richter'' bedeuten sollte; man änderte daher jenes in '^m, dieses in den PI. I^^VD*» und zur deutlicheren Bezeichnung, dass hier Richter gemeint seien, liess man den Art weg. Die Relatirbezeichnung nvM aber ohne das^Object, also hier ink oder das entspre- chende Suffix, zu setzen ist unhebr. und kann diese LA. daher unmöglich die ursprüngliche sein. Bei der Anfertigung des goldenen Kalbes heisst es 2 Mos. 32, 4, Aaron habe dann gesagt*): Diese (dVm) sind deine Götter, Israel, welche dich heraufgeführt haben (T^^J^) aas dem Lande Aegypten. Dass Aaron oder auch der schriftstellerische Referent sich hier wie V. 1, 8 und 23 dieses Plurals bedient habe, wo von einem Kalbe die Rede ist, ist um so unwahrscheinlicher, als der Verfssser des Nah. 9, 18 den Sing, nt und "pm setzt, was er sicher nicht getfaan haben würde, hätte er im Pentateuche die Worte ▼or sich gehabt, wie sie bei uns lauten. Sicher stand also hier wie in Neh., und nur später änderte man die Worte des Textes in den Plural um, da man überhaupt, wie wir noch sehen werden, in diesem ganzen Abschnitte Yeraor lassung zu Anstoss beseitigenden Aenderungen fand, wäh- rend man den Satz in dem Buche des Nehemias, das weni- ger zu öffentlichen Vorlesungen diente, seinem alten Wort- laute nach beliess. Denselben Anstoss fand man auch 2 Mos. 23, 33, wo der Sam. nebst sämmtlichen Uebersetzun- gen unser nw in rrp verwandeln, das Wort auf orrn^ beziehend; doch drang diese Aenderung nicht in unsem *) üeber nTSK*»! oder IQiTI vgl. unten. Text, wdil IV.T nfdit b^ IBcbt bti 'VH stelÜlii^imperaoMie gwrtftzt «ein kann. 5 Ho0. 4> 7 keisst es: Uad welcbes ist ein g^roMM Volk) 4iMii ein Gott is^^ ihin meike^ int der Httrr onMr Qiitl^ MO oft mr ihn juinifeii. Säamtliclw alte Ueberoetoer «ik Einsdhlüfes der beiden j^nu. Thmrgmne nelunen Uer wsft^ in dem Sinne von einem fremden G#ltey sie drüoken macdi keinte Plural ans, und matt hat daher die LA« D^^np atatt 3^t ab spiiere Correctur au betrackteiu AILsin mm «i^ stand ein neuer Aastoss; der Sinn der Stelle Bchaint ntfa» lieh fremden QiStteni eine Mackt faeisafegen, dnnn «iia iif;cttd ein Gott anderen Völkern nahe, so liem aidi tsp- mnthen, dann wäre auch ihmexi stete die HvHb bereit Um diesem irreleiteiMlen Oedankeaa zu b^j^gata, macht |. T. I eitnta Ziisata^ Imdere Völker triigen ihre Götzisn auf ihrM Schultem, glaubten desehalb, sie aeian Aneii nahe, blaibaii ihnen aber doch ewig fem, da sie Niekts hörten, d. h. eben ohne Leben und Macht seiei^ während Gott auf hoch ^^ faabenem Throne sitae und dennoch latael btets nahe aii und sein Gebet erhöre. So blieb man noch dabei» i&Hm auf die Götlsen zu beziehen^ Und 4er PL D^a*)p war gsMeiil- fertigt, und so beauieht «uch die j« Gem. Beraob» 9^ 1 4it' sen PL aaf die Götzen ganz wie j. T« I % und Ber. r. e. 8 erwähtot unsere SteUe gar nicht unter denen^ bei webheft 4er bei Gol?t gebrauchte Plural ^ineti Anstoflb arEegea kAnnle» Doch wurde dlnUdig das Bedii^Gii^ den Göttern, Weatt aiiieh nur scheinbar, eine Macht beizulegen, stitrkeiv tmd BMm entschied sich dsdier lieber dfafär 'b^ auf G#tt tt beziehen und za übersetzen: «und wo ist lein grosses Volk^ dSM Gk4t (nicht: ein Gott) so nahe ist wie «tc.; so nimmt es die b. G. Sanh. 38 b*^ «bd offenbar Auch Osiu ühm I ■ 1 ^) 2a dieser Erkl. , t?eldie voa t^itnsb^s iifi ^aiheli des tfudm b. BijtMi 'gegt/beti wird, pMsMi die tt>nitMg(Aiefidcn Worte: ^i*^^23 Wfp rrD*np nieät, bilden vieteeiir dum «inen «Mltevfaiedeaso CSttgeaüato, fti 4er PI. damit aaf Gott besogeii ivird; «ie sobeioeB aber wirklioli •Uet irrthümlich entstanden zu sein aas der vorhergehenden Erkl. ^^Z) ?D^ niÜl^p, veranlasst darch die bald anzuführende Deutung der bab. Gem. **) Diese Deutung gehört wohl nicht der dort genannten palSstinens. ▲utoritKti B. Jochanaui an, sondern Ist von der b. G. hiniageJfSgt. I 387 •her wird der PI. in o'3ip auffällig, wie die G. riohüg be- merkt, aber auch das iS widerstrebt dieser Erklärung, ^ ea uach derselben neben i'?nt ganz überflüssig int. — Diete Wendung, Sk, statt auf fremde Götter, anf Gott zu be- eiefaeu, unternahui man bei anderen Stellen, welche den Ütittem bestimmter, wenn auch nur in hypothetischer Weis^ eine Macht beilegen, schon früher. So namentlich 5 Moa. 4, 3'ii und 34. Hat gehurt, heisst es daselbst, ein Volk die Stimme eines Gottes redend, wie du gehört hast, und ist leben geblieben? Oder bat \-ersucht ein Gott r.u konimeo, sich xa nehmen ein Volk aus der Mitte eines Volkes . . , wie euch getlian der Herr, euer Gott." Beide bn nehmen die Uebers. von dem wahren Gotte; zu dem ei'steren (ligen Saro-, 7H und j. T. hinzu c'-n wie in 5, 22 (2;J), womit aller Zweifel gehoben wird, bei der zweiten Stelle sets«! die 70 nur den Art. hinzu (o i**(!c), womit für sie die Bed. „ein Gott" ausgeschlossen wird, weiter gehen noch die späteren Uehorsetzungcn. Sie hindert es den Ausdruck nBÖ von Gott zu gebrauchen; so gicbt Symmachus in 1 MaVk 22, I es gleich Kb: mit do^aCm wieder (vg\. auch Abefl Esrai, und ebenso erklärt Josua in Mechiltha das Wort S Mos. 13, 25. Während an diesen Stellen die anderen Ueb^<- aetzer daran, dass Gott die Menschen „prüft," keinen A»- stoss nehmen, so ist ihnen doch hier der Ausdruck störend^ dass Gott etwas „versuche;" daher giebt oa die Vulg. eii^ fach mit feoit (wohl nach Anleitung von Symm., dessen Uebersetzung wir hier nicht haben), die Thargume Iringe^ gen übersetzen es nach ihrem, aber nicht nach dem hebr.- bibl. Sprachgebrauche von ^H: Wtmdcr verricliteö, und Kfantich Saadias, sieh jedoch mehr an den bibl. Sprach- gebranch anschliessend: hat Gott die Fahne erhoben, rt"' Ka^r n^Vwi während nüchternespäteroErkliirerwieDunaach*) ■j In Bcinen Kritiken gupeii Snadi« (»ii. Liiiz.) Mgt er; 1!3lrt ^wn 7i"ni )TOi in .iDjnip -fl -ibik nnt -pd» isik -n» qki .jxo ii T* D'Tntt ovi'» "1111 ibw (opm ^52 -ira ni "3 -iiwji \-a>v:-\ .^^ff\1 "WD nD:n "i*« iifs^ rn-ci m ■ni' -irm .»tin a*n'"« •: ^n: Vipa itop mn: und BMchi — der dch nur über no: toh Onk. urreleiton lässt — cor einfachen ESrkl&rang ziorfickkehren^ indem ue «^ aaf andere Götter beariehen*). Auch 1 Kön. 19, 2 und 20, 10 scheint die Fonnel ^v HDi o*>n^ "h nvjn ns, weil sie von Isabel und Ben-Hmdad gebraucht wird, später in den Plural umgeändert au sein. Den Sing. 6 &f6g haben die 70, und so sdieint auch das Tharg. früher einfach ^ (mit dem Sing.) gehabt sa haben, woraus dann die seltsame LA. wurde, welche Kimchi Yor sich hatte, v-mr^rn, dann *iir6m, was derselbe in einem Exemplare fand, und endlich unsere LA. Mn^ schlechtweg. Syrer und Vulg. geben den PL wieder. Ein schlagendes Beisjpiel dieser dogmatischen Correc- tur bietet 2 Sam. 7, 23 mit seiner Parallele 1 Chr. 17, 21. Dort beisst der Text offenbar: Und welches ist wie Dem Volk Israel ein anderes Q^) Volk auf Erden, welches ein Gott gegangen sich zu erlösen zum Volke, ihm einen Namen zu machen, ihm (^) Grosses und fNirchtbarea aa erweisen, vor seinem Volke zu vertreiben (ein anderes) Volk und seinen GQtt (y^rhm ^3 i»P •»:£» vxh)^ Während man nun nach einer Seite hin wiederum den Sing. "]S*i , welchen die Chr., ebenso Grieche, Syr. und Vulg. in Sam. aufbewahren, in den PL ^^bn umwandelte, nahm man ande- rerseits wieder Anstand selbst nui* zu snpponiren, dass em anderer Gott ein Volk sich erwählen und ihm Grosses er- weisen könne, und man bezog Alles wieder auf den wah- ren Gott und auf Israel, daher "^ üwb in Chr., während 'W mnwai mD»3 •'^: "»t nnro "»u ^r^nnb o^nn« D^'^^ non w ^mix^ mi2m2 "*i3 br\2n t)Ki ,(i. rh 'pij b^n mjb^ vnpb b^n itticn bH^ .bim bin: birümrb n?:» 1311 .binav Vgl. dagegen Aben-Esra in Se&th Jether N. KU, wo nach ms, Saraval zu lesen ist: TOM VT^H* *) Auch bei dieser Stelle scheint übrigens der Versuch nach der andern Seite hin gemacht worden zu sein, vK entschieden auf Götzen SQ beziehen durch Aenderung der LA. in ^D^D. Der Syrer mftmlich abers.: btMl Mnb^ l'^DJ 1K; diesM weist offenbar auf IDD hin, nur dass dmr Syrer der Auffassung folgt, 'b^ auf Gott zu beziehen, daher das Wort zum Object macht: ,,oder yersuchten sie Gott, dass er gebe ete.,^ was ganjB einnlos ist. 289 der Text in Sam. ab erhalten hat^ o:h und «^mi^ ixK Sam^ y^^f und der Zusatz D'^ilTs:: Cl^) ITTB IVH in beiden, und endlich da vor Israel nicht blos ein Volk, sondern mehre vertrieben ivurden, noch q**!:), das für die Chr. allgemein bezeugt, fiir Sam. nicht sicher ist (vgl. Norzi). Ja, die babyl. Autoritäten gehn noch weiter und ändern auch in dem ersten Theile des Satzes, der bereits selbstständig ge- worden und erklärt wurde: welches ist wie Israj^l ein an- deres Volk auf Erden!, da sie eine ZusammezisteUung I^raeFs mit einem andern Volke gleichfalls unpassend fin- den, das ^D^ in irm, und nun wird daraus: welches ist wie Dein Volk Israel ein einziges (d. h. ein auserwäbltes) Volk! So b. Berach. 6 a. Chagigah 3 b. Sanh. 39 a und Tharg. i^n^ in H,W. Nachdem der ganze Satz nun diese Wendung genommen, war freilich die Correctur isbn gerade wieder störend, und die thalm. Autoritäten (vgl. Norzi) und das Tharg. suchen den PI. verschiedentlich zu deuten. — Betrachten wir nun noch die Schlussworte vnbMl ""U, so hat der Text der Chr., der «7i:ib hat, dieselben kurzweg in D**U geändert u^d Trhü) abgeworfen, im Texte Saniuels, wo bei uns ti:fp wohl durch '^T)Hb verdrängt wurde, während es der Grieche hat, macht es ausserordentliche Schwierigkeiten, da es sich auf n^X beziehen muss. So nehmen es auch die thalm. Lehrer und sie weichen nur darin von einander ab, dass die ältere Richtung, Elieser und Josse d. Galiläer, selbst die Götzen, welche Israel damals gehabt, durch Gott retten lassen, während die jüngere, Akiba, Gott gewissermassen eine Selbsterlösung vollziehen lässt! Der Syrer erklärt: das Volk, dessen Gott Du bist, und das Tharg. nimmt die Worte als unverständlich im Orginale auf, ohne sie zu übersetzen (vgl. Kimchi). Einen andern Weg schlugen die 70 ein, indem sie y^röH^ mit^axfjvdiiaia übersetzten, als stünde ^''^^^) „und Zelte," eine Umwandlung, die eine ab- sichtliche ist und die man in alter Zeit zur Verwischung des Gottesnamens, wo man ihn zu Irrthümem verleitend fand, auch sonst noch gebrauchte. Dieser Aenderung von D%nbK in D"*bn« gedenkt näm- lich die Relation von den Thikkune Soferim, „den Berich- 19 290 tigongen der Schreiber'^ — über die wir bidd sprechen werden — zu der Stelle 2 Sara. 20^ 1 oder 1 Kön. 12, 1« und der Par. 2 Chr. 10, 16, wo ursprünglich der Zumf gelautet haben soll: Israel zu deinen GK^ttem! und dann auch der folgende Bericht: und es ging Jeder zu seinen Göttern, eine Lesart, von der eine Quelle (Thanchuma) be- hauptet, sie stehe noch in der Chr. wirklich so« Diese einstimmige Tradition wird nicht dadurch widerlegt, dass alle Uebers. unserer gegenwärtigen LA. folgen, vielmehr beweist dieses nur, dass die Aenderung frühzeitig vorge- nommen worden, weil man an einem solchen götzendiene- rischen Sprachgebrauche Anstoss nahm, während die Er- innerung daran dennoch von der Tradition aufbewahrt wurde. Dass man eine solche Umwandlung nicht scheute, beweist die ebenbesprochene Stelle 2 Sam. 7, 23, wo sie gleichfalls zu den Zeiten der 70 war vorgenommen worden, sich jedoch später nicht erhielt Aber auch an zwei an- deren Stellen begegnen wir einer solchen tendentiösen Cor- rectur, die überall eingedrungen ist, von der aber gleich- falls die Tradition eine Kunde aufbewahrt hat Wir lesen nämlich 5 Mos. I, 27: Dr^nK3 )Jmi, und diese Stelle ist offenbar auch in Ps. 106, 25 wiederholt mit DH^^ruca )rm. Was soll aber dieser auffallende Zusatz, Israel habe „in seinen Zelten" gezankt? Sicher hiess es ursprünglich, Israel habe „wider seinen Gott" (D^^'?>a und ^^^i) gezankt; allein an dem harten Ausdruck )^'] nahm man schon anderswo Anstoss, so dass man den Versuch machte ^li in das un- hebräische ix)^ zu ändern*), umsomehr musste er beleidigen, wenn er in Beziehung auf Gott gebraucht wurde, und man verwischte desshalb den Gottesnamen, Eine Erinnerung jedoch an die ächte LA. bewahrt uns eine merkwürdige Tradition, die in folgender Schebuoth 47 b angeführten Baraitha enthalten ist: omn 1»W ]«nt: p li^tt«? D3^bniQ imm *) Dies ist nämlich der Sinn des kleinen Nun, Spr. 16, 28, welches von der Mass. Anf. des Leviticus und Anf. der Mass. finalis beseugt wird, und auch das Tharg., welches hier ICn*in seut, scheint dieser LA. za folgen, vgl. meine Bemerkungen iu Ozar nechmad II (Wien t867) 8. 88. 291 nrsr »bn oips b^ iSi« En*:;i„ Die Worte 3 Mos. I, 27 er- klart Simon b. Tarfoii: ihr habt gespäht und geschmäht Gott (am Zelte Gotteü)^ allein man hat e». umschrie- ben." Simon hen Tarfon also, eine sicher alte Autorität, die blos in dieser thalm. Stelle mit noch einigen interessan- ten und das Gepräge dea AlterthUmlichen an sich tragen- den Sätzen auftritt, kannte die ursprüngliche Lesart D3'nV(l2. erklärt auch die Worte in diesena Sinne, nur dasa er, um das Verletzende das ]" zu heseitigcn, die Form Uiin midra- Bchisch in zwei Worte zerthcUl, er weiss aber auch, dasa man absichtlich, um das Anstössige zu vermeiden, eine verhüllende Lesart angenommen habe, die er mit seiner Erklärung combinirt: Zelt Gottes. Bekanntlich ist der Sinn von ,"U':dh^ (sprich: '^^??), wie wir den Ausdruck schon oben (S. 265) kennen gelernt haben und ihm spater noch mehr begegnen werden: verhüllen und umschreiben; diesen wichtigen Schiusaworten im Spruch Simon's ergieng ea aber Beltaam. Nathan im Aruch unter in führt sie noch ausdrück- lich an, und es ist nicht zu bezweifeln, dass auch Raschi Bie vor sich hatte, allein er missdeutet sie, da er die alte LA. a2^^^^{^ und deren Umwandlung nicht ahnt und daher den richtigen Sinn dieser Schlussworte nicht anzuwenden wusste; seine Worte nämlich lauten: pfflniT Eii^on HK CITÜ 03*1*2 imtJ n», er scheint demnach das .i^SB st. '^J^?? ge- lesen zu haben '""f'rö*) und nahm es als Erklärung für das *) Eine Ulialicha fulsclia Aussprache Bcbeiut ea auch Stnh, 17 a. Se b. KJdd. B6 b. und Horaj. 4 b in sein. In der erst«nStelle »oll bdb den Worten ll^f Q!! 13!rn.-|1 „sie (dieTO AalteBteujsolleadortbei dir (Uosen) •lehn" (4 Mos, 11, 16) (redeutot werden, das Sanhedrin müsse aus 71 Perionen bestehn, nämlich 70 neben Uoses; dem wird entgsgengo« teilt: rU'SC OVS'a yiS- in den drei anderen soll bdb denselben Worten ge- dentot worden, dass die Milgliedur d^s Gericbtea tadellos gleich Moses ■ein sollen, nnd auch dieser Deutung: '"'"•i entgegen gestellt: "B DWn oder ''^b, wie ob bei una in Horajoth beisst. Was soll nnn Dies bedeu- ten? Bascbi's heida Erklärungen sind dem Zusammenhange der Stellen durchaus nicht entxt) rechend, und er ist dabei gezwungen, im Verfolge Ton der überlieferten LA. in der Gem. abzuweichen (vgl, Banb. ÜG b u. Thoss. das. sowie llor. a. a. O.). Mir ist es hingegen höchst wahrach., da» aach hier HJp^ auszusprechen und uns damit wiederum 19* J 292 yyZelt Gottes/' und nun fielen dann diese Worte als über- flüssig in unsem Ausgaben ganz aus! Sie haben aber Üop uns eine grosse Bedeutung^ da sie dem Unbefangenen die ursprüngliche Lesart unzweideutig offenbaren und ein wich- tiges Glied sind in dem ganzen Systemgefuge von der Aenderung des D^^^K in irt^nK. Die Rücksichten, welche ^egen den Namen a%n^ beob- achtet wurden, galten auch fiir den Namen ^ ; auch er, als ein allgemein semitischer, erforderte sorgfaltige Scheidung, wann er von Gott, wann er von einem Götzen gesetzt würde, und wiederum veranlassten auch hier die beiden Umstände, dass von Gott Unziemliches, von den Göttern Anerkennendes supponirt wird, Umwandlungen nicht blos der Erklärung, sondern auch der Lesart. ^ verlangte so- gar noch eine grössere Berücksichtigung als D\i^; dieses war durch seine Pluralform an sich schon geeignet, die Mehrheit der Götzen zu bezeichnen und war daher auch der stehende Ausdruck für dieselben, im Gegentheile er- schien ^8 als Einheit nur von Gott anwendbar, und schon der Gebrauch des PI. D"^ war störend. Abgesehen davon, dass die Uebersetzer es dann meistens mit „Engel" wieder- geben, wird auch das Originalwort eigenthümlich behan- delt. Die Massorah zu 2 Mos. 29, 1 und Ps. 29, 1 und andern Orten vermischt die Stellen, wo 0**?^ Götter bedeu- tet, mit andern, wo es der PL von ^1** ist, also Widder bezeichnet, als wolle sie damit anzeigen, es sei überall im letzteren Sinne zu nehmen; ja an einer Stelle hatte man in nnflerm Texte umschriebene LA. aufbewahrt ist. Es hiess nämlich ursprünglich: O*]^?) ^^r Dl? la^mm. Dass die Aeltesten jedoch bei Gott stebn sollten, war ein Ausdruck, welcher die Würde Gottes ver- letzt; denn nur Moses war solcher göttlichen Nähe gewürdigt. Desshalb änderte man es in Ijt^S^ , dass sie bei Moses stehu sollten ; ist Dies aber nur eine Aenderung, so kann natürlich Nichts aus dem strengbuchstäb- lichen Wortlaute dieser blos zur Umschreibung dienenden Lesart gedeu- ♦«t werden, während die Worte im folgenden Verse ^TK ^HXyi , die auch rünglich so lauteten, sich wohl zu diesen Ableitungen eignen. — ähnlichen Aenderung begegnen wir 2 Mos. 34, 28, wo Sam. und 18. Ü^^ selbst bei Moses in *2D^ corrigiren. ^93 in alter Zeit geradezu fi*^» mit Jod gesetzt, nämlich in dem Namen der moabitischen Stadt „Götterbnmnen" (Jes. 15, 8), wo die babyL Cod. so lesen (Odessaer cod. 916, vgl. M. Seh.). Die einzige Stelle hingegen des Petitateuchs, wo D'^M als Götter vorkommt, ist sogar ohne Jod des Pia- rals geschrieben^ nm es von P?^, stamm sein, ableiten zu können, wie Dies Mechiltha, Gemara und Midraschim thun (vgl. Minch. Schal) *). Dasselbe gilt wohl auch von Ps. 58, 2; auch dort ist a^K ^ ^""^^ zu lesen, „sprecht ihr, Göt- ter, Gerechtigkeit, richtet ihr in Geradheit die Menschen?'' and es bezieht sich auf die Fürsten (die Zaddikim), allein man schrieb es defect und wegen des Tondranges wurde gar H^ daraus. Diese Bezeichnung der Fürsten als „Göt- ter,'' die meistens im st. consir. vorkommt, suchte man ganz zu beseitigen, indem man 2M. 15, 15 und an andern Orten wiederum '^?*? schrieb und es so als Derivat von ^\H be- zeichnete. War ja natürlich diese Nebeneinanderstellung der Götzen oder der sich „Götter" nennenden Fürsten neben Gott überhaupt ein Gegenstand des Anstosses^ deü man gern beseitigte. Die Götzen werden Jer. 3, 1 0^^. „Genossen" Gottes genannt, und 70 und Syrer lesen ü'^sh^ während das Tharg. umschreibt, und wahrsch. ist derselbe Fall Zach. 13, 7, wo es auch in unsem Text gedrungen ist. Dort wird der stolze Fürst getadelt, der siöh Gott gleich dünkt (vgl. oben S. 59), und der Herr spricht: Schwert, erhebe dich wider meinen Genossen C^T) und wi- der den Mann, meinen Gefährten (^^**9^). Aus dem ersteren machte man wiederum ^2^^, und das letztere machte man entweder zu ^rPW , wie Theodotion, die Madinchaö, ihnen entsprechend das Tharg. und cod. Odessa 916, oder man umschrieb es mannichfach. Daher haben auch die babyl. Codd. (Madinchae und der genannte cod. Od.) Ezeoh. 31, *) Der in diesem Paukte sehr sorgsame Symm. umschreibt so sUrk, dass alle Möglichkeit, einem andern Wesen göttliche Macht beizulegen, schwindet; aus gleichem Grunde setzt die Punct. das zweite nD733 mit Dagesch im Khaf, um es Ton ^1i zu trennen und mit Xäl!p2 IIH^ aufs Engste zu rerbinden, also nicht: wer ist mächtig in Heiligkeit gleich « Dir? sondern: wer ist wie Du, der Du mächtig etc. 294 1 1 : b>K mit Jod. So ist offenbar eine alte LA. in 5 Mos. 32, 8 (St. !?»nttr») ^» '^2. Dass die 70 so gelesen, ist zu klar, als dass den Versachen, es aus ihnen hinauszncorrigiren, eine Beachtung geschenkt werden darf; aber auch das alte palästinische Thargum hat so gelesen und ist seine Ueber- setzung neben der neuen, nach der Correctur bmVT ange- fertigten in T. j. I aufbewahrt. Denn die Worte: X^mtü T^:373:^^3n3nirDK^}9 beziehen sich ohne Zweifel auf diese alte LA., von der ich zwar nicht behaupten will, dass sie die ursprüngliche ist, die aber jedenfalls lange mit der andern genmgen hat, bis sie der der Tendenz entsprechenderen b^nv^ weichen musste. — Eine Gottheit der Sichemiten hiess „der Bundesgott," sie wird Rieht. 8, 44 und 9, 4 H'na bw genannt; allein dieser Name scheint blos geändert aus'^^, das das. 9, 46 gelassen wurde, und zwar weil man hier, wie Syr. und Tharg. und die Accentuatoren thun, das ^ von n'^ns trennte und es auffasste: sie gingen nach der Festung BetheFs, einen Bund (zu schliessen), während die 70, welche sonst Bethel immer mit oJxog &eov übersetzen (vgl. Schleussn.), hier aus dem Ganzen ein Wort machen: Dies führt uns zunächst auf die Namen von Personen und Orten, in welchen ein Goji^esname und vorzugsweise b^. vorkommt, was als der Würde Gottes unangemessen erscheint. Dieselben sind verschiedener Art Zum Theile bilden die Namen ganze Sätze, in denen von Gott etwas ausgesagt wird, aber diese Beziehung auf Gott- giebt dem Gegenstande immer eine gewisse göttliche Weihe und bringt daher in die Gefahr, ihn gewissermassen mit Gott zu iden- tificiren. Li diesen Fällen umschreiben die Uebersetzer und trennen die Punctatoren den Gottesnamen durch Pessik, wie auch die Uebersetzer oft denselben lostrennen, man vgl. z. B. zu bi^liz?"^ M!)K bv( als Name des Altars (1 Mos. 33, 20 und Raschi das.), "»d: i n 2 Mos. 17, 15, n)sü i n als Name Jerusalem's (Ezech. Ende), ebenso oder als Name Israels ^PIV » n, Jer. 23, 6 und 33, 16 (vgl. oben S. 83 f), wo Symm., die LA. ändernd, übersetzt: %vQa diuuiwaov ri/iag (^^p*^^). Bei dem Namen des Jes. 9, 5. 6 verheissenen m Sohnes, welchen Luzz. richtig in ähnlicher Weise erklärt, hat die Uebersetzer, Panctatoren und Erklärer die Scheu vor einem solchen, einen Menschen so hoch erhebenden Namen zu den verschiedensten Auskunftsmitteln getrieben. Zu lesen ist ohne Zweifel KlV^?, sein Name wird genannt u. s. w., wie auch die 70 und Syrer haben, hingegen über- setzen Aquila*) und Theodotion inuhae gleich unserm Texte ^VP y um mit Tharg. und Rabbinen von K^D bis ^v auf Gott als den Nennenden zu beziehen, so dass blos sibv 19 Name des Kindes ist, und es nennt seinen Namen der wun- derbare Berather etc. : „Friedensfiirst." Die 70, welche der ursprünglichen Aussprache in Bezug auf ^'[y^^ treu blei- ben, ändern hingegen den Sinn des Namens aufs Stärkste, •'K ist ihnen äy/ilogj Il3:i lassen sie weg, das Folgende lesen sie ^ '^ "^^ IKr3^^ Jfgc^ yuQ eiQiivfjv im tova uqiopxoqj Selbst an den folgenden Worten ändern sie, n^lttb wird ihnen zu M^lti ^b j %ai vyitißp atxcjj**), _ und TH^if^rs ist den andern Uebers. in beiden Versen so anstössig, dass Symm., Theod. and Tharg. es mit "^9^^ identificiren und naidday MD'^ilK setzen, Aquila mit •'^'^^9, fAhgov. Und selbst in -unserm Texte ist von jener Correctur cncn») n2l?s "h eine Spur ge- blieben, indem das Schlnssmem, welches sich in n^lisb fin- det, blos daher rührt, dass man später nach Wegradirung des Wav den leeren Zwischenraum, welcher nun entstand, durch Erweiterung des Mem ausfüllte, was ihm die breite Gestalt eines Schlussmem gab, wesshalb auch in andern Handschriften ein grosses Lamed gemacht wurde (vgl. M. Seh.) ***). Hierher gehört auch wohl die Stelle 2 Sam. «, 2, wo in den Worten ri^2M2r\ ^ül«* rm:i^ 'n 09 DJ? ir\p^ ^W *) Dies ist die richtige LA. in Aqo., welche auch die nyr. Hex. bestätigt. **) Die 70 haben freilich daneben aaeh fuyalri ^ it^xil avtov; Dies ist entw. späterer Zusatz oder Uebers. der ächten neben der corrigiren- den LA. ***) Die Entstehung grosser Buchstaben aus diesem Umstände habe ich för das Sain in n^lTDH 1 Mos. 84, 31 und das sweite Pe in MICIDVS Dan. 6, 20 nachgewiesen in Ozar nechmad II (Wien 1857) S. 89, worauf ich hier Torläufig verweise. { ^^r die Verdoppelung des Dp, welcher man bei den üeber- setzem nicht b^^gnet, höchst auffallend ist und ihre Er- klftnmg nur darin findet, dass man Anstand nahm zu sagen, der Name Gottes sei der Bundeslade beigel^ worden; in der Par. I Chr. 13, 6 ist der Anstoss durch Yersetsui^ beseitigt, indem man dort liest : iranrn 2ir rmos n DVftlCi |nÄ DlJinp:nrK^ eine Versetzung, die mit Weglasso^g dos wy (das bei den Uebers. hervortritt) keinen Sinn giebt, ab^r jedenfalls den anstössigen Ausdruck vermeidet In einer andern Art sind diese Eigemaamen, dass der Gottesname mit einem andern Namen eng verbunden an den Schluss gesetzt wird, und hier wird der Profanirmig des Gottesnamens dadurch vorgebeugt, dass, wie wir es schon oben bei ^^ kennen gelernt, derselbe in tintreu[ibarer Verbindung zu einer blossen Endsylbe verflüchtigt wird, wesshalb denn auch die Regel lautet, man dttrfe die so verbundenen Wörter nicht trennen. So werden ausser dem schon oben angefilhrten „Immanuel'' noch j. Meg. 1, 4 xaA 8of. 5, IX) und II aufgezählt: ^KHie. • ^?j?V ^«PJ^.. rjSPM. Vi.^X' ^tf^i^X, br^??5, ^^snip. und nur ^« m wird seinem ttn- verfknglichen Sinne „Gotteshaus'' nach von der Traditi Oonso- nanten beizugeben, so dass die Sylbe bn blos einen ' hör- baren Buchstaben bietet, so bei ^«J???:' '^Rrj^ u. dgl. Anders verfuhr man mit dem Ortsnamen, welcher seiner 1 Mos. 32, 31 gegebenen Etymologie und berichteten Veranlassung nach offenbar ^S 1^? „Antlitz Gottes" zu sprechen und auf- zufassen ist, wie auch 70 und noch Aquila ihn wiedergeben. Dies 'klang jedodi ungeziemend, mran madite es daher zu einem Worte und änderte Zere in Chirek, so dass PeniÄl daraus wurde, an anderen Stellen, wo man auf die hier doch noch zu beachtende, weil ausdi*ücklich hervorgehobene Ety- mologie keine Rücksicht mehr zu nehmen hatte,. gar bnuc, Wlm^atu. tind Syr. auch im ersten V. thun. Die Veri^chkik- kmig'des bn tritt wieder hervor in Namen wie bl?sn, da« iflwer T. hat st ^HV^n bei Sam., 70 und Syr., b^m. bei Andern bM3VM , "»binK , bei Sam. ^bTik , bsro in Jos. und bmrü in Chr. Durch Aenderung der Punctation macht unser T. irieder, wie Luzz. richtig bemerkt, Jes. 7, 6 ^^V ä^s ^3^* '^ Ist der Name ^k jedoch der erste Theil der Zusammen- «Ktzung, so wird, mit Ausnahme des Namens fUr den Pro- pb^feem Elias, durchgehends diese Anfangssylbe ^ oder "^^ ponctirt und so der Gottesname ganz verwischt Wie sehr man den Anstoss daran empfand, zeigt besonders der 'Stadt- name '"'^vl?? ^©r als „erhabener Gott" fiir einen moabiti- Sdben Ort den Thacgumen so widerwärtig war, dass er dMi Onk. 4 Mos. 3?, 3 gar zum „Feinde" «221 "»bj^a wird. Während er ihn V. 37, wo die Stadt als im Besitze der Rob^niten erscheint, einfach belässt. Auch sonst noch treffen wir diese Entgöttlichung des Namens ^. Wir haben Dies in der Stelle des Tract. So- £i»rim von der Phrase ''?; ^8^ ^1 gehört Die Punctation, welche die Partikel Lamed mit Schewa versieht , zeigt dastiit an, dass „Ei" der sf. constr. ist zu T und die Phrase BU erklären ist nach der ähnlichen Hieb \% 6 K>2n lt\K YW ffibn (der Gott in seine Hand gebracht): der Gott meiner •Hnd hat, d. fa. vermag, hat die Macht; entweder mit (aus- drücklich hinzugefügtem mürS zu thun, wie 1 Mos. 31, »29. Spr. 3, 27, oder indem man sich dies Wort hinzuzudienken hÄt, wie 5 Mos. 28, 3-2. Micha 2, 1. Neh. 5, 5. Dennoch >r#rbinden die Accente tiberall das ^ oder i"»« enger mit tM^^Is dieses mit t, ja wo die Phrase am Ende desSalSEes ^C^t, wie im Deuter, und Micha, trennen sie b^ von n* entschieden, um den Sinn „der Gott meiner Hand" ganz «a verwischen. Dass in der letzteren Stille mehre Uebcr- Sflitcer die LA. gar ändern und ^^"V^ lesen, ist schon an- derswo von mir bemerkt *). Noch häufiger ändern die 'Uebersetzer. Dass „Gott jeden Tag zürne" (Ps. 7, i2), ist ihnen störend, und sämmtliche griech. Uebersetzer (vgl. *) OsSr üecbmad I fi. 68. ScUetwsiier imter ^ij) machen ^ aus ^, TgL noch Pii. 90, 2. Wenn es heisst: Du bist nicht ein Q0U, der Bosheit begehrt, Ps. 5, 5, so übersetzt der Syr.: Da bist ein Gkitt und b^^hrst nicht Böses. — umgekehrt wird Sorge ge- tragen, dass der Meinmig, auch ein anderer Gbtt kdnne Macht haben, nicht Vorschab geleistet wird. X>afaer indem die Tharg. die Frage 5 Mos. 3, 24 „wer- ist ein Qoü im Himmel oder auf Erden, welchm^' etc. in die einfache Ne- gation: es giebt keinen Gott etc., und ebenso Syr. u. Tharg. Ps. 18, 32, gerade wie sich Onk. 5 Mos. 33, 29 nicht mit der Frage begnügt, „welches ist gleich dir ein Volk, dem Hülfe wird durch Oott'' und sie mit der Negation Tertausoht, während Accente und Punctation das üJf von "piaD so scharf trennen, dass es sich nicht auf ein anderes Volk, sondeni nur auf Israel beziehen kann als Anrede und daher ^^^j nicht ^^ lesen. Ja, selbst die Negation genügt nicht immer vollkommen und bedarf einer Umgestaltung. 5 Mos. 32, 26 übersetzen alle Uebers. die LA. IW'» biep T^, es giebt nicht wie den Gott Jeschurun's ; allein damit ist die Völlige Nichtigkeit anderer Götter noch nicht ausgedrückt, und Onkelos verbessert schon: es giebt keinen Gott als den Qoii IsraeFs, und noch weiter geht die Punct und Accent, indem sie ^i lesen und dieses ganz von dem folgenden Worte trennen, so dass der Sinn ist: es giebt Nichts wie Gk>tt, o JeschurunI Wir haben oben gesehen, dass unter die Gottesnamen, deren Profanirung man vorzubeugen beflissen war, auch „Schaddai^^ gehört, indem man die mit ihm zusammenge- setzten Eigennamen ftir untrennbar erklärte. Einer merk- würdigen Punctationsänderung aus gleichem Grunde begeg- nen wir Jer. 18, 14. Dort ist ursprüngliche La. "^ "^^^i „entfliesst dem Felsen des Mächtigen (d. h. dem starken Fels) Schnee des Libanon ?^^ Mit Schin lesen alle alten Uebers. und umschreiben dennoch; 70, Symm. (syr. Hex.) und Syr. übers, "''ilp, Brüste, Aquila ^^ was genügt, bis man es endlich wagte, das Wort in ^^ umzuwandeln und widersinnig einen Fels des Feldes daraus zu machen! Man erkennt hier ein enggeschlossenes System, das 2i>9 immer fortschreitend mit Aengstiichkeit die Heiligkeit der Oottesnamen nicht preisgeben will und daher lieber man- nigfache Aenderungen Tominmit/ den Sinn der Stellen opferty als dass die Profanirong eines Qt)ttesnamens mög- lich werde. m. «^^p und «^^o. In recht eingreifender Weise giebt sich diese ängstliche Sorgfalt kond in Beziehung auf die Gottheiten der Ammo- niter und Moabiter. Wir haben schon früher (S. 43 ff. u. S. 88 ff.) erkannt, dass die enge Berührung mit diesen Völ- kern sie der Befestigung des reinen Glaubens in Israel sehr gefährlich machte, daher die Entfernung von ihrem Götzen- dienste wie die Enthaltung von ehelichen Verbindungen mit ihnen um so entsc^hiedener eingeschärft wurde, während freilich auch umgekehrt die vielen in Israel eingelebten Frauen aus diesen Völkerschaften wiederum einer milderen Beurtheilung derselben das Wort sprachen (vgl. oben S. 49 ff.). Den Widerspruch dieser beiden Ansichten, die Divergenz nämlich zwischen allen sonstigen bibL Schriften und dem Büchlein Ruth löste nun allerdings die spätere Zeit dahin, dass sie die Ansicht des letzteren adoptirte und die anderen Stellen der Schrift in künstlicher Deutung mit demselben zu einigen suchte, die ausdrückliche Ausschlies- sung der Moabiter und Ammoniter auf ewige Zeiten^ wie sie im Deuter, ausgesprochen wird, lediglich auf die Männer beschränkte, während sie den Eintritt der Frauen, der doch offenbar in Esrä und Neb. besonders verpönt worden, als- bald gestattet Diese Milde, welche die thalm. Tradition nur den Frauen der Ammoniter und Moabiter, nicht der Aegypter und Edomiten (die biblisch minder streng behan- delt werden und nur bis zum dritten Geschlechte ausge- schlossen sind) zu Gute kommen lässt (M. Jebamoth 8, 3 und Gemaren dazu und sonst; Sifre zu 5 Mos. 23, 4), ist eben nur durch das Büchlein Ruth erzeugt, und die Gema- ren haben die Erinnerung daran wohl bewahrt, ja die Ha- gadah geht sogar so weit, um auch eine fronune Ammoni- MO ierin za hab^n, Naainah, die Matter Reibftbeairi's, • welobe ctie h. S. fliemlieh deutlich als Verführerin 'kennzeichBet, aia einer Frolnmen unusugeslalten; nennt sie imd Ratli »^die zwei guten Täubchen/' welche aus diesen Vdlketn herrer- gegangen (Baba kamma 38 b u. Par.) , im Midraseh wird Dies zur feststehenden Thatsache (Ber. r. c. 41 u. 50), selbst die That der Töchter Lot's wird mit Beziehung darauf in Schutz genommen (Nasir 23 b u. Par.). Wo jedoch der Zwang, diesen Völkern eine Concession bu madien; nicht vorhanden war, offenbart sich die Abneigung gegen diesel- ben auch in der späteren Zeit unverhüllt, und so fiigt die griech. Uebersetzung 1 Mos. 19, 37 u. 38 zur Erklärung der Namen Moab und Ammon recht geflissentlich hinsti: „indem sie sagte: von meinem Vater^^ und ,,indem sie Mgle: Sohn meines Stammes/' gerade wie auch das paläst. Th. den Zusatz hat: m^rnM MHlDim üMH und MH^^ ^3 D1"M, ond ist derselbe nichts weniger als Glossem, ist vielmehr votte Absicht des ursprünglichen Uebersetzers. Diese Abneigung gegen Moab zeigt sich auch an einer andern Stelle. J6- saias nämlich schildert dessen Untergang, bezeichnet seine Flüchtlinge als des Schutzes bedürftig im fr^ndem Lande, und Israel anredend, sagt er (16, 4): mögen wohnen in Dir die Vertriebenen Moab's (^^'^ "'D'P), sei ihnen ein Versteck. So übersetzen 70 und Syrer, allein selbst Dies, dass die Vertriebenen Moab's in Israel wohnen sollen, scheint später anstössig gewesen zu sein, und man las, wie schon Hiero- nymus und Vidg. mit unserer Pnnctation übereinstimmend: "H"?^ und trennte :3K1)d davon ! *) Während daher die „Elohim" *) Das Th. seheint die alte LA. wiederzugeben, wenn anch nmBchrei- bend. Seine Uebers. 2Hyti n^Db)3 '»btdbtOld bietet den Zusatz H^D^^. wo- mit ausgedrückt werden soll, dass nicht die fluchtigen Moabiten, sondem die ans dem Reiche Moab's Vertriebenen in Palästina Sohuts finden sollen, und damit wird der Ai^stoss beseitigt, aber die alte LA. bestätigt. Luzz. bemerkt dagegen, zwei seiner Mspte. läsen M*^7t^btd)2, so dass hier keine Verbindung durch sf, ctutstr, wäre; ob diese LA. richtig ist, steht noch dahin, aber selbst wenn sie es ist, ist sie doch nicht die 'Uebers. von **rr^ , und der Zusatz ni!D^?2 ^^ist jedenfalls auf eine Um- schrelbang. sei andrer Völker von den 70 als Götter, -^*o/, sowohl im Pentateuch als in den übrigen bibl. Büchern bezeichnet werden, geben dieselben nur die Elohim Moab's als nichtige Bilder, selbstgefertigte Götzen, eWcoi«, wieder, so zwei Male 4 Mos. 25, 2 *). I Kön. II, 2. 7. 8. 33, ein Wort, das der griech. Uebers. sonst nur für D'»^'^, wie 3 Mos. 19, 4. Habak. 2, 18 (anderswo ;^£<(io7ro/i;Tc<, wie 3 Mos. 26, 1. Jes. 2, 18. 10, I) oder c^ban, wie 5 Mos. 32, 21 und sonst ge- braacht. Auch von Moab's Heiligthum, ü^p«, zu sprechen, ist dem Vertonten zuwider, und wo Dies im Original vor- kommt, Jes. IC, 12, spricht er wieder von den „selbstge- fertigten Götzen,'' /^c^o7ro/i7Ta! Zu ganz besonderer Vorsicht veranlasste die Benennung und die Verehrung einer ammonitischen Gottheit. Der Molochdienst war tief in das alte Israel eingedrungen, und der Name des Gottes selbst war schon verführerisch. Er biees "Jfe^? König, und ich glaube kaum, dass die Punctation 1^ mit Cholem die ursprüngliche' ist, halte sie vielmehr als später zur schärferen Unterscheidung und etwa mit Anklang an n$a gewählt; aber selbst wenn diese Punctation alt ist, so ist sie doch nur etwa der tieferen Ausi^rache der Am* moniter entsprechend, das Wort aber jedenfalls nicht Eigen name, sondern einfach „König.'' Der Dienst dieser ammo- nitischen Nationalgottheit war um so ge&hrlicher, als die Kitaiige sich als die menschlichen Stellvertreter dieses „Königgottes" betrachteten, und die Fürsten, die Vornehmen des Staates, zugleich auch Fürsten-Priester dieses König^ gottes sein wollten. Daher eiferten die Propheten gegen *) Frankel (Ueber des Einfluss etc. S. 175) irrt durchaus, wenn er in dieser Uebersetznng das Merkmal einer späteren Zeit sieht nnd daher den Vertenten ron Numeri einer solchen zuweist. Er übersieht dabei, dass auch in Num. 34, 4 die Elohim Aegypten's mit 9'sol wiedergegeben werden und dass auch in I Kon. nur die Moab's als tTSmlUf sonstige aber als 9'sol beEeichnot werden (denn auch 11, 2 hat der Uebers. be- sonders an Ammoniter und Moabiter gedacht mit Bezug auf 6 Mos. 28, 4). Also nicht die Zeit der Abfassung macht einen Unterschied zinscben ^tol und Malet, sondern welche Gottheiten darunter verstaaden werden sollen. 302 das Königthum, als es sich in Israel gleich den Vfilkem ringsherum einführte; weil mit demselben der Dienst der Königgottheit von selbst eindrangt während doch Gott allein König des Volkes sein sollte. Dieser Dienst war zugleich einer der widerwärtigsten, es war der, die Elinder durch's Feuer zu fuhren oder gar zu verbrennen. Die Thatsache. nun, dass man in Israel solchem unmenschlichen Qötsen» dienste gehuldigt, verwischte man daher später gern, und wir begegnen in diesem Bestreben den übereinstimmenden Versuchen der alten Uebersetzcr, so dass selbst gesetzliche Stellen ihrem eigentlichen Sinne entfremdet wurden; diesem weitgehenden Verfahren, wodurch auch die gesetzlichen Vor- schriften ihres wahren Inhalts beraubt wurden, widersprach man in der Zeit der jüngeren Halachah zwar mit aller Ent- schiedenheit und stellte den ursprünglichen Text wieder her, doch blieb man an anderen Orten, wo es blos Erzäh- lung war, dem alten verhüllenden Verfahren treu, und auch unsere Punctation verfolgt dasselbe. Es kommen hier zuerst in Betracht die gesetzlichen Stellen im Lcvit. 18, 21 u. 20, 2-5. Die erstere i6 ypnm^ ^}A T^a^n^ yvi nennt nicht blos den Königgötzen, sondern auch den Dienst, das Durchfuhren der Kinder, wobei je- doch das Feuer nicht ausdrücklich bezeichnet wird. Man schlug hier, um diese scharfe Deutlichkeit zu verwischen, zwei verschiedene Wege ein. Der ältere bestand darin, die Lesart zu corrigiren, man las, wie Sam. und 70 thun, Daleth für Resch : T2vr\b , Xargevetv Sq^o^ti \ hiermit ist zwar der Königgötzendienst nicht verhüllt, denn der „Archen" deutet gerade entschieden auf diese Gottheit hin*), aber die Art *) oLffXtav ist für »»König** im AUg. ein gewöhnlicher Ansdrnek bei den 70| und so gebrauchen sie ihn sogar dafür bei dem Königsgesetie 5 Mos. 17, 14» worüber schon Schleussner belehren kann (ygl. noeh ausser den dort angcf. St z. B. 5 Mos. 33, 5. Jes. 10, 8. 12 n. sonst). Besonders aber wird es für den Königgötzen gebraucht, wie sich noch weiter zeigen wird, neben r« naxQut, Jes. 8, 21 als dem alten Cultos, und beide Wörter zusammen rerbunden werden dann bei Sjmm. das. naxQOQxa MmXa und notXQaQxog bei 70 zu Jes. 37, 38, und ich' ver- mnthe, dass das aram. Kl^HD, Götze, diesem griech. Worte antlehnt ist. 303 des Dienstes ist amgangen. In Cap. 20/ wo der Text selbst diesen Dienst nicht näher bezeichnet, finden auch die 70 nicht nöthig, etwas zu ändern, und sie behalten den ,,Archon^^ bei. Treuer am Texte haltend, dennoch den Sinn noch mehr verwischend, erklärte die ältere Halachah die erstere St.; sie deutet: „und von deinem Samen sollst du nicht geben schwanger zu machen für den Arainäismus,'' sie nimmt T2j?n ^= "lar (Hiob 21, lO)'und ib» giebt sie mit dem f&r ihre Zeit allgemeinen Ausdrucke für Götzendienst^ näm- lich Aramäismus*). Dies ist der Sinn des alten Thargums, welches die Mischn. Meg. 4 (3), 9 anführt: ]nn K^ •pnra Rni'»»'W5 Kiarkb, und die Bed. dieser Uebersetzung giebt uns Ismael, der Repräsentant der alten Halachah, in den Worten : " D^ptttJ D"'2"'W Ttt:?73 D*'j:3 nj»)D T^lttl n-'ttlK M)} K^lü HT (j. u, b. G. z. St., j. Sanh. c. 9 Ende, vgl. Sifre zu 5 Mos. 18, 10), ebenso Syrer: HTVi^M ^:rs2^b Kttin l6 ypny p^ und j. Th. : icrb^^b tn^piA f tt)D3^ na ti6 nnr%W2 pn ¥h yn^ psi tnrm , und Syr. wie j. Th. bleiben auch in Cap. 20 bei ihrem allg. Ausdrucke KrY»nDW, "^^K und mnw HTh^D **). Allein diese gänzliche Umgestaltung einer gesetzlichen Be- stimmung fand bei der jüngeren Halachah entschiedenen — Was Frankel (lieber den Einfl. 8. 156) in die 70 aus ihren Zeitrer- blltnisBcn hineininterpretiren will, gehört ebenso wie die tob ihm erfim- dene Leontopolitanische Halachah am Oniastempel in das Reich der Phantasieen. — Der Alexandriner Phokjlides , der in seinem Lehrge- dichte V. 18 den V. Ler. 18, 21 nach den 70 mit den Worten wieder- giebt: aniffiMxta ftjj nXimHVt hat die 70 missverstanden und scheint das Gebot als gegen Kinderdiebstahl zu Gunsten des Fürsten gerichtet be- trachtet zu haben (vgl. noch bei ihm V. ^150;; dafür hat wiederum ihn Bemays in s. Abb. (Breslau 1856) S. XXII f. missverstanden und oorri- girt C7t.f bei dem er blos an S&mereien denkt, in tigiA., GrSnzen. Was jedoch spätere alexandrin. Unkenntniss daraus gemacht, darf uns über die ursprüngliche Absicht der 70 nicht irre machen. *) lieber diesen Gebrauch von ÜIH vgl später. **) Zu 20, 2 lesen wir in nnserm j. Th. als Uebersetseung: *)2^1 in>:2 Klpin'^ttb ^blttb iTnm ; diese deutliche Uebers., die noch dazu das in unserm T. nicht befindliche „Verbrennen durch's Feuer** hinzu- Aigt, gehört wohl der spätem Beaction an, welche mit Schärfe gegen die Verwischung auftritt; ursprünglich lautete es im paläst Th. auch hier wie in den folg. V. T^del, und die bereite aogefohrie Mifwhnafc ai^ daheg; dass wer mit den Worten de« allen Thmiguni (iffeiillieh überseUe, den beisse man stiUschweigen mit Ansckraj, ricrtzz Trm 7prr?2. Sie fand, wie wir Dies noch bei andefcn Stellen erfaliren werden, dass man durch solche Cmdeulnng die Festigkeit der gesetzliehen Bestimmungen erachfitterf^ und sie stellt die Rucksicht auf das Gefühl der Zuhörer nicht so hoch, als dass sie desshalb die völlige Verwimuig fibor den wahren Lihalt der bibL Vorschriften dulden sQÜte. So sehn wir auch sonst die 70 den Ausdruck mildem, iBdem. sie TH2 **2J7n nicht wörtlich wie sonst mit A«;-«, sondern 5 Mos. 18, 10 mit nt^ua&uifßmj Jer. 32, 35 mil ccME^'pt^ wiedergeben, während von Aquila an jener, von ihm und Symro. an dieser (vgl. Hier, und sjr. Hex.) die wörtlichiO Uebersetzung überliefert wird*), und nicht minder deutet auch die alte Halachah die Stelle in Deuter, ganz analog der im Levit. dahin, dass das „Ueberfuhren^^ des Söhnen oder der Tochter zum Götzendienste bei eineu^ „Feuer* opfer,'^ durch welches ein Bündniss mit den» Götzen gp: schlössen werde, hier untersagt sei, und wird damit dif. ^^Durchfuhren der Kinder durch's Feuer^' beseitigt**). Dia jüngere Halachah hat davon keine Spur mehr. Bedenken wir nun die entschiedene Absichtlichkeit,, mit der die alte Zeit die Herrschaft des Molochdienstes in. *) Esech. 20, 31 fehlt es ganz bei den 70, steht aber in der sgrr*. hezapl. Uebers., und mag es in dieselbe entw. von einem andern Uebers. oder aus d. PeAchito eingedrungen sein. Nur bei Ahi^ 2 Kön. 16, 8 steht die würtl. Uebers. auch bei uns in den 70. Ebenso 2 Kön. 23, 10, wo die Molochstätten verunreinigt werden, aber auch dort scheii^ Aenderungen vorgenommen zu sein. Die passendste LA. ist die; das Ry r. : T»3rnb min'» •»DbTS 11Z?r 1 W a:n ; die Worte, „wo\chea die Könige Juda*s gemacht haben/* las4en schon die 70 zurück. Damit noch nicht, zuirieden, schob man uoch "^Hr^? ein, welches alle andoifn ITebersetzer wiedergeben. **) Sifre u. Jalkut z St. Der erste Thoil i:r»l» W»^ . ♦ • h>:S\^ TlX' besieht sich auf die Stelle im Levit., wo die Strafe ausgesprochen ist, im Deut hingegen ist die Warnung (HintH }, und die St wird gedeutet: D-^irb TTO ivK ^:a?n 'icü m'^ n»:? miDi r3?b ^ro^ i» t^d ^^rm m 905 Israel und die Scheusslichkeit dieses Dienstes auf ein ge- ringeres Mass zu reduciren ausging, so dürfen wir auch noch einen Schritt weiter gehn, und wir müssen es, wenn wir sorgsam noch andere Umstände erwägen. An mehren Orten der Könige, des Jeremias, Ezechiel und des jüngeren Jesaias wird uns gesagt, dass der Götzendienst des Baal und Moloch darin bestanden, die Kinder zu schlachten, sie im Feuer zu verbrennen (üK2 T^)» und besonders wird das Thal Hinnom — das desshalb später Bezeichnung der Hölle wurde — als die Stätte dieses schmachvollen Dienstes ge- nannt Von einem „Durchführen'' der Kinder durchs Feuer erfahren wir sonst Nichts und liegt es nur in unserm T^rn, und dieses steht, wie wir gesehn, zuweilen gar ohne den unentbehrlichen Beisatz VH2. Was ist es nun mit diesem „Durchfuhren?'' Was uns die alten üommentatorcn darüber berichten, giebt sich auf den ersten Blick als blos aus den Bibelstellen errathen kund. Wie nun, wenn dieses ganze i,Dnrchf&hren" blos eine alte Correctur wäre ftir das Ver- brennen? Und dass es eine solche ist, bezeugt unser Text 2 Chr. 28, 3, die Parallelstelle zu 2 Kön. 16, 3; wir lesen hier ^«2 l'^:^ HK n?33 und wir ersehn daraus, dass das "^ÄK? überall blos Correctur ist fiör '^''?3'3, von dem wir nun be- greifen, wie es auch zuweilen ohne VH2 stehn kann, das zu- nächst im Pentateuch, dem gelesensten Buche umgewandelt wurde, dann auch in den Propheten, obgleich dort sonst das Schlachten und Verbrennen der Kinder unter andern nicht geänderten Ausdrücken vorkommt, und nur in der Chronik als einem spätem weniggelesenen Buche einmal stehn blieb, während jedoch die alten Uebersetzer auch da die Correctur haben*). Wir haben gesehn, dass bei gesetzlichen Stellen die spätere Tendenz nicht dahin ging, die Erwähnung der *) Demgemas« ist auch Ezeoh. 16, 21, ferner 20, 26 für ^D T3rn2 Dm 1t3B zu lesen Tr:3n2 paraU. dem V. 31 ÜK2 Dr:a (TWn3) ^3^,13 und ebenso 2 Mos. 18, 12 rom reinen Vieh: OHI 1t9D ^3 ni3^ni eig. rw3m = n3T v. lö. 20 306 Königgottheit zu verwischet)^ aber sie schied dieselbe^ wie bereits bemerkt, durch die Aussprache von dem allgemeineli Königsbegriffe, indem sie das Wort Molech mit Cholem sprach, and Dies hielt sie fest, wo der Text onzweidefitig diese Gottheit bezeichnete, man sprach und die Ponctation setzte 'f'ti. Wo das Wort durch ein Suffix als „ihr König'^ bezeichnet wurde, der Sinn aber durch den Zusammenhang unzweifelhaft diesen ammonitischen Götzen verlangte, dieses „ihr König'' also weiter Nichts bedeuten konnte, ab der auch von den Israeliten verehrte Königgötze, machte man aus ö?^ gar ein ganz neues Nomen proprium öSptt ^ wie 1 Kön. 11, 5. 33. 2 Kön. 23, 13, um ebensowohl die Ver- mischung mit dem „Könige'' zu beseitigen als auch den verletzenden Umstand, dass dieser Götze geradezu die israelitische Nationalgottheit geworden war. Wo jedoch '^'0 absolut oder mit Suffixen im Zusammenliange des Satzes dem schlichten Hörer nicht so entschieden diesen Götzen vor die Seele führte, da liess man die ursprüngliche Aussprache, und so entstand es auch, dass man in alter und neuer Zeit — in jener meistens geflissentlich — gftnz den Götzen an diesen Stellen ignorirte und an wirkliche Könige dachte, dieselben aber auch ziemlich unverständlich werden, umsomehr da man es auch an andern kleinen Aen- derungen im Satze nicht fehlen liess. So sind die ^|?P 2 Sam. 12, 30 (Par. 1 Chr. 20, 2). Jer. 49, 1. 3. Amos 1, 15. Zefao. 1, 5.; "^^^^ Jes. 8, 21; 0$?|'?nl3p (die Hütten eures Königgötzen, wie richtig 70) Amos 5, '26 entschieden von dem Moloch aufzufassen, und es ergiebt sich hieraus mit Sicherheit, dass das Wort immer ein Appellativum war. Dem entsprechend ist daher auch 2 Sam. 12, 3 t p^M (wie richtig das Khethib hat) zu lesen 1|^^P mit Beziehung auf sämmtliche ammonitische Städte, und erst das Bestre- ben, diesen Sinn zu verbergen, erzeugte die LA. Pf?5' welche schon 70 kennen. Allein auch viele Stellen, wo K? ohne Suff, steht, sind in dieser Weise aufzufassen. So Jes. 30, 33, wo Aschur's Untergang verkündet und neben der Drohung, der Holzstoss sei geschichtet und es werde der Odem Gottes wie ein Schwefelstrom drin brennen, auch 307 gesagt wird, ee sei für den Moloch (T'?') schon bereitet, d. h. eben, es solle ganz durch's Feuer hindiirchgefiihrt oder von ihm rerzelirt werden. Wenn in Jea. 57 Israel sein Gotzcn- dieuBt theils oiTen theils als Buhlerin vorgeworfen wird, klingt ea selteam, wenn Inder Mitte V. 9 gesagt wird: and du tnaclitest Geschenk „dem Könige" (1^?^) mit Oel: es wird aber klar, wenn wir uns hier wieder des Königgiitzen erinnern, und noch wahrscheinlicher ist, dass wir "^^^1 st. "^^ni 2H legen haben, also du erkAnntest als Heirscher an den „Königgötzen" durch Oel (Salbung), vgl. Hos. 8, 4. Besonders ist Hoaoa voll von der Beaprechnng des König- götzen; kein anderer ist der „König Jareb" 5, 13, 10, 0, kein anderer der in Trauer veracnkte „König Samaria's und Israels" 10, 7. 15, der nun, weil seine Machtlosigkeit erkannt ist, von seinen Verehrern selbst geschmilht wird 10, 3. Von diesem „Könige und seinen Fürsten" wird ge- klagt, dass Israel sie erhebt oder salbt, D'ici ■f'i: KTWn oder I^O, wie 70, Symm. (neben der andern LA,) und Theod- übersetzen. In Bethel soll, weil ea ein „Königsheiligthum", Anioa aeine Prophezeiungen nicht verkünden 7, 13, von ihm wird Hieb 18, 14 der Ausdruck „König der Schrecken" gebraucht, und das. 15, 24: der König, bestimmt aum Feuer (niTsb st, ir zu lesen, wie schon in Raschi's Comm. rich- tig vermuthet wird). So ist auch — wie Pseudo -Hieron, in den qua-stt. bereits bemerkt — Masejnh ^bnn p 2 Chr. 28, 7 als ein Fürst des MolocLdienstes aufzufassen, die yit nybTiTt des lamael b, Nathanjah 2 Kön. 20, 25 und Jer. 41, 1 gleichfalls als von Molochpriestem abstammend, wie er denn Jer. 40, 14 als vom amraonitischen Könige abgesandt erscheint und nach vollbrachter Unthat wieder zu den Ammon. Übertritt, das. 41, 10 und 15*), Nichts anderes •ind auch die "fflan "3i Jer. 41, 1, welche desshalb im Buche *) Vgl. PBeodo-IUtclii lu 1 Clir. S, 35, Kimchi du. und in Jor.41, 1 mit den tbnlin. Stellen, auf wekbo dienellien BcKug nehmen, aäml. j, SAnb. 2, f. Horsj, B, 8 nnd b, Meg. 15 &, die LA. Cbftbrb'i in Ed Jkkob, die in nntetn Ausg. fehlt, iit HUidrQeklich ; *^)3^ IDira ^'Smv. 20* i 306 der Kön. and bei den 70 fehlen. — Wo nun aber !)Md ab- solut von Oott gebraucht wird; ohne dass es durch ent- schiedene Bezeichnung als ^^Konig Israels^' als Oott gefasst werden musste, oder wenn gar im Gegentheile die Stelle etwas zu sinnlich klang; als dass man das Wort gerne auf Gott bezog; so deuteten es die Uebersetzer meistens am. Die 1^73 "^ysm 1 Mos. 49; 20 sind wohl göttliche Kostbar- keiten; alle Uebers. jedoch folgen den 70; welche den H« Könige (Sqx^^^^^) setzen. Dies thun die 70 auch 4 Mos. 23, 21 bei ^btt ru?nn , während andere Uebers. durch Hin- zufügung des SujBT. oder durch Beziehung auf den Messias nachhelfen. An einer Stelle scheint auch eine Aenderung der LA. vorgenommen zu sein. 1 Mos. 48; 15 und l6 lesen wir: •'HK bH:^^ ^l6ttn ♦ ♦ ♦ D^^^^; und dieser LA. folgen die Uebers. Dass hier jedoch von Jakob dem OottO; vor wel- chem seine Väter gewandelt und der auch ihn gehütet^ dann der Engel; der ihn erlöset habe, substituirt wird; ist auffallend; und viel besser ist die LA. des Samar. 1?^*3) in- dem Gott hier schlechtweg ;;König'' genannt wird. Aber man wollte die Zweideutigkeit; welche dieser Name durch die gleiche Benennung des Königgötzen enthält; vermeiden und schrieb dafür "^K^^n* B. Unpassende Aasdrttcke. Wir haben ; theilweise an der Hand der Tradition, wahrgenommen; wie die Rücksicht; die Gottesnamen nicht zu profaniren; zu mancherlei bald durchgedrungenen; bald ohne dauernden Erfolg versuchten Aenderungen geführt hat; wir haben erkannt; dass diese Rücksichten sich aus der ältesten Zeit herschreiben und immer fortschreitend zu- genommen haben; allein auch umgekehrt wieder; wo sie die gesetzliche Bestimmtheit zu erschüttern drohten; in späterer Zeit ausser Acht gelassen wurden und man den ursprünglichen Text wieder herstellte. Demselben Verfah- ren begegnen wir auch noch in allen Fällen; wo der buch- stäbliche Sinn des Satzes etwas Ungeziemendes von Gott auasagen würde, indem er entweder der Würde Gottes zu nahe tritt oder in zu Binnlichen Ausdrücken abgefasst ist. Ueber diesen Punkt spricht sich die Tradition in aller Klar- heit aus, und wir haben hier nicht nöthig einzelne Aeusae- nmgeQ derselben mühsam aufzusuchen und sie erst in ihre gehörige Beleuchtung zu setzen; ihre Aussprüche sind un- sweideutige Mittheilungen, die wir freilich nicht aU er- schöpfend betrachten dürfen, die uns aber die beste An- leitung geben, wenn wir darin einzelne Beispiele aus einem gröflseron Gebiete, einzelne Erinnerungen, die sich aus einer grösseren Masse von Thatsachen der Vergangenheit erhal- ten haben, erblicken. Hören wir daher zuerst, wie dieselbe mit der ihr eignen ruhigen Objectivität sich ausspricht- Die älteste Quelle ist die Mechiltha zu 2 Mos. 15, 7 (Be- Bchaliach, Parasch. Schirah c. C): (1. ': 013 M) J':i:3 Dns wum laiK U-K yj! n2l3 i«i« min' -i (Zach. 2, 6 oder 12) 1^*1* "==3 tt *tn'3 2 2in3n nj:« xbH nbx'D •zbD 'wss -'n: ut rosa »bn Oinsn n:'rü ithn (Mal. l, 13) ini« cnnDni nu^nn n:n on-inm fU2D>6»« (1 Sam. 3, 13) ui Dnb o'^bpa -'S ST-iSltiwaiSKSi's 3 (Hiob 1, 20) «^^ ^^ ■i'n«i 1^ sxiib ■•mttO nab 12 nsi-'S 4 .ainsn (l.t6'sni?M5»(ii«bv'nb(fnmiW3l)nnrM»6ni:wn"2 5 .2in3.ini-2 DTtb»'>i:(l. Ta'nrwisnni3KSi'3 6 .3iri:n nas (Hab. 1, 1«) niis: 13 »svr 7 -ainsn ru: (jer. 2, 11) ni33 i'«n •ayi nWM «i» nnni rww ^1 8 -^irjn n:; (Ps, 106, 2«) ^i* "J^ri^ c"'!^^ n« itb-i G..)Tn3p^ni:bri«''2»tST': 9 .2in=n ,1:2 (4 Mos. 11, 15) "nvia mTOT.T*nbiü om 10 •'W3nnJT(2 Sam. 20, 1) buii?'' T'^nttb iSvt (4Mos. 12, 12)i»«Dn-iBinKX= || .3in3nnr3(Ez. 8, 17)DC((bK J31K 13 sx-on im» nn» 11*3 7« ,'ir.3n nj'3 uib iS n-n uistt ema •ainsn n:;i? töR i3i» amr.i n^r» 'd^s bi3'33 ut n333 (i, ■: c:3) Dasselbe finden wir aufgenommen bei Jalkut z. St. (§ 247), nur mit Uebergehung von Nr. 4, mit Versetzung von Nr. 10 und 1 1 und etwas abgekürzt, worunter auch dass hier nicht angegeben ist, wie es eigentlich 4 Mos. 12, 12 heissen müsse. Auch Sure (Behaaloticha) zu 4 Mos. 10, 35 lesen wir Aebniichea, nur sind dort blos sieben Stellen aufgenom- men, und zivar Nr. 1. 4. 10. 5. 7. 8 und 11 der Mech., B&mmtlicb ohne Angabe der ursprünglichen LA. Durch bedeutsame Zusätze erweitert, losen wir diese Tradition in 316 Tbaaclmma Exod. a. a. O.*) 3inDn ^rmv ii:^H Kt'if * * ^ pyan 1 Dnncni ♦ ♦ ♦ 2 ♦ni^i^An rc^ t?:« d^hdic ppn um«? 3vwi ♦ •♦ ♦ biD^os 115 •♦ • 5 ♦ ♦ • yhp n%niri ♦ ♦ • 4 ♦ ♦ ♦ '»^ D'^b^p» ♦ ♦ ♦ 3 ♦ ♦ • ^r\)»K •'itts 13 Kin^'D 8 ♦ ♦ ♦ ^^"^^^ rn ♦ •♦ 7 ♦ ♦ • "'^^^ "^"^w ♦ • ♦ 6 ♦ ♦ ♦ nw (n«Ä«^3i) iKüai 13 KXY»D 9 ♦avw» vü'^dü 16« (Hos. 4. 7) "J"'»« pbp3 *<^H (Hieb 32, 3) 31*^ HK irttn^^i ruj^tt ikx» h^ wk bi^ «n.-nni'^in (IMos. 18, 22)'n''Äi>"»»^^wira'n3Kii3Kin^3 10 ♦svon W'^d» • •li^H (wie Mech. Nr. 11) 12 .(wie Mech. Nr. 8) II ♦•••*•» ne ND"' p3 nbru n^i in3 p^ iA (i. n») ^"»kw iiin'»3 13 ♦imüs !jinir T^ w 7i'»3 HKT (i/r) nwubinr*) T^bni6 (fehlt bei uns) •ivn^ (2 Chr. 10, 16) ö'»^'' "^^-Di (i Kön. 12, 16) V'SmA irw-^nm^^w 15 .(Klgl. 3, 20) '^w: •'b>j? nwni iiDtn ii3t 14 wnp: "pi^i nbn^n nojD ^^s^ ibie o'^piDC i^'^dü 1611 (2 Sam. 16, 12) Dm pi 16 ♦V^ r^ini n-)in3» nvniK b3 d'^idid m» d*»-»« .••r^ n333 ♦ • • i«5 TIC1 DSM bH ^sp^\ oni "tiK • . ♦ (Mech. Nr. 10) Diese Relation des Thanch. ist von grosser Bedeutung. Sie hat erstens fünf Stellen mehr, welche hier mit Nr. 8. 9. 10. 14 und 15 beseichnet sind, und unter Nr. 13 giebt sie eine Variante yon der Mech. Nr. 9, indem sie andere, wenn auch ähnliche Stellen verzeichnet. Dabei aber sagt sie ausdrücklich, dass ursprünglich der Text anders gelau- tet habe, giebt bei den meisten Stellen an, wie er gelautet, und bezeichnet die gegenwärtige LA. als eine „Verbesse- rung der Schreiber,^* als eine von den Männern der grossen Synagoge, d. h. von den alten Trägem der Tradition aus- gehende Correctur, um den Anstoss, welcher in dem ur- sprünglichen Texte lag, zu beseitigen. Noch aber geben die bisher genannten Quellen alle keine bestimmte Anzahl von Stellen, in welchen diese tendentiöse Aenderung vor- genommen worden, sie knüpfen überhaupt blos ganz gele- gentlich an den Ausspruch, der Feind Israelis werde ein Widersacher Gbttes genannt, an, indem sie dafür die Stelle aus Zach, als Beleg anführen, wo es heisst: wer euch be- iTÜhrt, berührt „meinen^^ Augi^fel, und diese Stelle als eine solche bezeichnen, welche, um von Gott nichts üngeziemen- *) In der Klteren Recension des „Jelamdenii," welche dem Vfr. des Amch (IDS 1) Torlag, befsad sieh diese Stelle auch sn 6 Mos. 2, 81. 311 des wiszusageD, eine loicfatü Aonderung erfahren hat, und nun noch andere in gloicher Weise etwas geänderte Stelion hinzufügen. Der Referent geht nicht von der Absicht aus, diese Stellen aufzuzahlen, und noch weniger sie alle er- schöpfend anzugeben ; sie sind Beispiele ftir eine Thatsache, die belegt werden soll, bei der es aber genügt, eine ge- wisse Anzahl derselben beigebracht zu haben. Wenn wir nun sehen, dass die Thalmude keine Ver- anlassung nehmen, diese Stellen zu besprechen und wulü nur bei einer oder zwei derselben eine Andeutung an die Torgenotomene Acnderung in der jer. Gemara und in Bereach. r. gefunden wird — worüber später — : so scheint Dies in einem doppelten Umstände zu liegen, nämlich dass nicht bei allen genannten Stellen die Aenderung noch voll- kommen durchgedrungen war, vielmehr die iirsprünglichc LA. mit der Correctur noch um Geltung rang, dass man hingegen bei denen, welche einmal in der abgeänderten Gestalt Bestand gewonnen hatten, nicht gern auf deren frühem Ausdruck und die Thatsache der Acnderung zumck- kam. Es scheint sogar, dass selbst Mech. und Sifre danach einen kleinen Zusatz erfahren haben*). Auch der Traetat Soferim thut dieser Stellen keine Erwähnung. Hingegen führt die Massorah sie auf, und zwar schon die älteste, welche uns bekannt geworden, die in der Odessaer Hand- schrift aus dem J. i)IO befiudliche. Hier ist der Ausdruck: Thifekun Soferim, „Verbesserung der Schreiber," feststehend geworden, und die Anzahl der Stellen bestimmt auf 18 an- gegeben. Diese 18 Stellen, welche bloa durch einzelne Worte angedeutet sind und bei denen die ursprüngliche *) Die Worts in Möch.: '^n VTS . . . mW T oder wia siemSifro , Unten: ClpQ bv U'S Pa3 «b« IWM «^ TP 1122, die in Thanch. fehlen, BcheiQBii ein solcher ZnaatE zu aein, die dahin zielen, daas nicht aus ''i''P, dai später erat in iJ^l* g^aändart norden, sondern ans t^S aelbut die Dentungr folge, indem dioaes sicli gleichralla aaf Gott beziehe, ireil . neoQ oa sieb auf Menichen beziehe, yV hätte geaagt werden können. , Dies pUBt aber nicht zur ganzen Belation, indem ja dann eben keine | Cmschreihnng (a^HSri Tft^) vorhanden witre. Sie sind demnach Zuutz, 1 ^t welcher die Annahme einer Correctur üharSiissig machen will. 1^ 312 LA. nicht angegeben wird, entsprechen grtartendieilB denen des Thanchnma, nor fehlen drei derselben, nämlich Hos. 4; 7. KlgL 3; 20 and 2 Sam. 16^ 12; hingegen wird die eine Nummer, welche die Stelle I Kdn. 1^ 16 mit ihrer Par. 2 Chr. 10, 16 enthält, als vier gerechnet, da eine jede derselben je zwei Verbessenmgen enthalte, ond swei wer^ den hinsngef>, nämlich Mal 1, 12, durch yb^TO und 3^ 8 oder 9, durch CT'V^yp angedeutet*). Die Mass. endlich, wie wir sie in unsem Ausgaben lesen, und swar An£ Nu- meri und zu Ps. 106, 20, giebt auch die Anzahl von acht- zehn Wörtern an, die durch die Schreiber corrigirt worden, ümt^ü ppn fro m , und beschliesst am ersten Orte die Auf- zählung nochmals mit den Worten: D'HDID ppn D^aT rr*» i^ 0*^12^^73 vrpnpn, stimmt aber bei der Au&ählung vollstän- dig mitThanch. überein, ohne sogar bei 1 Kön. 12| 16 auf die Parallelstelle in der Chronik hinzuweisen, so dass blos 16 Stellen aufgeführt sind**). Auch an mehren dieser Stellen wird in der kleinen Randmassorah kurz angegeben, diese Stelle gehöre zu den „18 Verbesserungen der Schrei- ber,'^ und so ist die Annahme von 18 Thikkun Soferim bei den Rabbinen eine feststehende geworden, sie wird von Nathan im Aruch (laD 1) u. A. nach dieser Anzahl, allge- meiner von Raschi***) bezeugt, und zwar in dem einfachen *) Pinsker in Kherem Chcmed IX 8. 53. Mit den Resultaten des- selben in der dortigen Abhandlang kann ich freilich nicht übereinstimmen. **) Eine ähnliche Mass. führt Massud Chai Rokeach in Maaseh Ro- keach (Ven. 1752) Ende nach einer alten Handschrift an. Dieselbe ent- hält die Stellen im Ganzen, wie sie in unserer Mass. und Thanch. ver- zeichnet sindi weist für die Stelle 1. Kön. 12, 16 ausdrücklich auf die Paral. der Chr. hin, hat übereinstimmend mit der Mass. Odessa nicht Hosea 4, 7, hingegen Mal. I, 12, wohl aber 2 Sam. 16, 12. l^gl. 3, 20 und nicht Mal 3, 8 oder 9. Ueberall ist dabei angegeben, wie es früher geheissen habe. ***) Raschi beruft sich an mehren Orten auf Th. Sof., an einer Stelle, Mal. 1, 13, lesen wir in uns. Ausg. auch die Anzahl 18; allein schon Pinsker (a. a. O. S. 60) berichtet, in einem Raschimspt. d. J. 1285 heisso es II, ebenso steht in meinem Mspt t. J. 1294, und in dem von 1489 fohlt die ganze Stelle. Wenn Raschi wirklich II geschrieben hat, so hat er die Zählung der Mech. im Auge, was aber auffallend ist, da 313 Sinne, man habe hier spätere Correchiren vor eich, wäh- rend die Stellen früher anders gelautet hätten. Erst später, als man die Behauptung vorgenommener Correcturen be- denklich fand, suchte man den klaren Ausspruch umzudeu- ten und man kam auf den Qedauken, es sei hier von Um- achrcibmigen die Rede, welche die Schriftsteller selbst Torgenommen, eine Auskunft, der man die vorgofasste Meinung ansieht Wir haben vielmehr in dieser Tradition eine ausdriick- Kche historische Bezeugung fiir einzelne Aenderungen, welche aus Rücksicht auf die Erhabenheit Gottes gemacht wurden; nur sind dieselben keineswegs erschöpfend und die Anzahl, die erat später fixirt wurde, ist demnach nicht EU urgiren, sie sind vielmehr blos vereinzelte Beispiele für einen allgemeinen Grundsatz, der eich weit öfter ausgeprägt hat, nnd femer müssen wir selbstständig die ursprungliche LA. aufsuchen, da blos die Thatsachc der Aenderung, nicht aber der frühere Worthtut sich immer in der Erinnerung erhalten hat. Betrachten wir nun die einzelnen Ausdrucks- weisen, auf welche sich diese rücksichtsvollen Aenderungen beziehen, so begegnen wir zweien, die wir schon theilweisc besprochen haben. Wie man Fluch und Geringschätzung gegen Gott auszusprechen vermied, haben wir schon oben (8. 2670) besprochen und die hier berücksichtigte Stelle 1 Sam. 3, 1 3 in Verbindung mit andern ähnlichen betrachtet. Zu derselben Classe gehört die tradirte Stelle Mal. 1, 13, wo T* ClJiEm bedeutet: „ihr haucht mir die Seele aus, quält, geringschätzt mich;" Dies umschreiben 70 und Syr. VUcnnDm, ich blase sie oder es weg, oder, wie wahr- scheinlicher nach der syr. Hex., in 'nWD-nncni^ j^h blase von mir weg, womit die alte LA. bezeugt wird, während das Th. unserer LA. folgt. Von gleicher Art ist auch die I blos in Mass. Odessa aufgenonmiene Stelle Mal. I, 12; L ITK D^^nn geben alle Uebersetzer wieder mit Beziehung t Hiob U, S gleichralla zu dioscn Stclloo iBlilt uod dort Mlbst dia lus. anfuhrt, es müsste iaao diese Erkl. bei Buchi in Hiob Zasatz ■ei», wie «o Tielca in dienm Buobo ofdit Bucbi sogebert. 314 i^uf "^i&i ea iit aW wohl mOgUdh, daM >0^ gestanden waA mm lieber^ wenn Mch der Sinn deraelbe bleibi^ Tut dajBir geBchriebeni um die directe Beziehung auf Gott zu ver- meiden, indem die Construction mit ^t^ wie oben Baehge* wiesen, schon eine hinlängliche Umschreibung war, oder gar es lautete ursprünglich: c*^^7d. Hierher ist woÜ aneti zu beziehen die Correctur, welche gleichfalls allein die Odess. Mass. mit dem Worte D'^rDip andeutet Sie bat ohne Zweifel damit die Stelle Mal« 3, 8. 9 im Auge; aüeia wenn sie den Ausdruck r3p gegen Gott fiir ungeziemend hieU^ so würde «»nK und das SuflF. ^ in V. 8 und «»nRI in V. 9 ge- ändert werden müssen, alle drei aber sind nicht blos in unserm Texte wie in dem der Uebers,, sondern auch in der Odess. Hdschr. selbst ungeändert geblieben, und endlich hätten hier drei Aenderungen vorgenommen werden müssen, und sie wären auch von der Mass. als drei gezählt worden» während sie die Stelle als nur eine Aenderung enthaltend betrachtet Sie scheint mir daher vielmehr auf den Anfang von V. 9 zu zielen. D^^J or^ mK?D3 ^^mit dem Fluche wer- det ihr geflucht^^ steht hier ohne passenden Zusammenhang zum Ganzen, dafUr geben die 70: dnoßXinoprig vfUiß oiro* fiXimief d. h. oHd DTM riKn»3, wohl eine noch stärkere Um- schreibung als sie unser Text darbietet für O'^^T^^ '^ *>^^, ihr flucht mit dem Fluche, was man eben nach dem hin- länglich entwickelten Systeme beseitigte. Dieser E^tegorie von Aenderungen ist eine andere ähnlich, welche Ausdrücke, die scheinbar Gottes Macht ver- kürzen, selbst wenn sie hypothetisch ausgedrückt sind, um- wandelt Wenn Hab. 1, 12 der Prophet an Gott die Worte richtet: niTsni^, du stirbst nicht — was das Th. in die Affirmation verwandelt : Ewiglebender ^xhj^b o^p — , so klang Dies so hart, dass man tr\)^} dafür setzte, wie schon 70 haben'*'). — Warum setzest Du mich zum Angriffe Dir, *) Der Syr. scheint absichtlich das hebr. Wort 0173^ (ist dieses Samekh richtig?) beicabehalten, am di« Umdeutang des Sinnes iMiBei- behaltong des Wortlautes -— wovon yvü spiUer noch mehr Beispiele bei ihm sehen werden -«- noch stärker herForzvbringen. 315 bin ich Dir (T.?i') zur Last? klagt ffiob 7, 20, wie es 70 iedergeben; Syr. und Th. liabcn hingegen mit iinBerm T«xte -hv- — In KJgl. 3, 19 ruft der Sänger zu Gott, er söge seiner Leiden gedenken, und in V. 20 wird ihm IHes wr Gewissheit: Ja, Du wirst gedenken und wird klagen aber mich Deine Seele, Ti^CJ '^^ n't?ni ; dieser Ausdruck war HpstösBig, und alle Uebers. stimmen mit unserm T. in der Correctur 'pc: (iberein, nur in n'Bni oder nnSni und ähnlich ■icd sie schwankend, cc: ist aber nicht etwa iin Allg. als Ton Gott gebraucht anstössig, da ja iiccin n r3ü; (Jer. 51, U. Arnos 6, 8), -lCD:nbr: (3 Mos. 26, II und 30) und WCJ n-isp (Rieht. 10, 16. Zach. 11, 8) von Gott gesagt 'wird, nur dass Gott klage, also eine Sohwiiche von ihm «itugesagt werde, wollte man beseitigen. Daher nehmen •nch die Uebers. an dem ttl nn>;p Anstoss, so dass sie es Omsclireiben oder gar nicht übersetzen*), gerade wie an W TCvx^ 4 Mos. 1 1, 23 und sonst, und wie sie den Ausdruck, Oott furchte (ii:k) den Zorn des Feindes, 5 Mos. 32, 27 auf die verschiedenste Weise umschreiben. Eine zweite Art der Aenderungen haben vnr gleichfalls schon besprochen, nämlich dass man eine Redeweise, in welcher der Gebrauch des Wortes c'n!^*l verletzend war, beseibigte, indem man dafür D'^nN setzte. Ueber diese Aen- derung ist die Tradition so einstimmig, dass wir nicht daran Jiveifeln können. Die bibl. Schriftsteller betrachten den Abfall vom davidischen Hause als ein nothwcndiges üeber- ^ebn zum Götzendienste, und davon handeln oben die Stel- 2 Sam. 20, 1, welche die Mech., 1 Kön. 12, 16 und % Chi-. 10, 16, welche Thanch. und die Mass. anführen, und ^anch. will sogar in Chr. noch vrhi^ gelesen haben. Es Jbt höchst wahrscheinlich, dass auch ein Midrosch noch so Tör sich hatte, aber gleichfalls die Correctur kannte. Die- 1 Midrascb führt Jalknt zu I Sam. 8, 7 (% 106) an: drei Dinge schmähten die Israeliten, als Rehabeam zum Throne *) Vgl Mumonidoi MorsL I, 41 und Mniik dun 8. 147 and I48Ä. I KUsobi RO bsiden BibelBt«Uea (Zu Zach, ist p Ewisahen B:inn '^^ OB ra itieiclieii]. 318 gelangte, das Reich Gottes^ die B^enmg des DAvidiMdMO HauBes and den Tempel; das erste ist ansgedrackt in den Worten (1 Kön. \% 16): wir haben keinen Antheil an David, d. h. eben die Anerkennung Gottes, wie sie nur imter der Herrschaft der Davididen herrschend ist, das swirite in den Worten: und kein Erbe am Sohne Isai's, das dritte m m^ ¥hH rbrwh npn bn vnpisn TV2b ir?i buntr* rbnufb. Nun aber ist die Deutung aus den Worten ,,ein Jeder nach seinen Zelten,'^ aber nicht nach dem Tempel, eine gana einfache^ und es bedarf dazu durchaus nicht einer Aendening des vbnM in i*nVM, umgekehrt können wir uns nur denken, der Midr. habe vor sich gehabt oder als alte LA. gekannt rn^l6 und er benützt zu seiner Deutung die Correctnr rbruh. Erst später, als i'^Sn^b in den Text gedrungen war, stellte man es im Midrasch um, was aber sinnlos ist and zu einer vollständigen Umänderung der Worte dieses Mid- rasch veranlasste*). Die Rücksicht nun, die man hier, wie oben an einer grossen Zahl von Beispielen nachgewiesen ist, gegen den Gottesnamen beobachtete, dehnte man aach auf ein Wort aus, welches hart daran streift. *^| nämlich wurde als eine Personification betrachtet, als die sichtbare Ausstrahlung Gottes, die Schechinah, die Doxa; auch von dieser Ungeziemendes auszusprechen musste daher vermie- den werden. Besonders störte es zu sagen, dass Israel die „Herrlichkeit^' Gettos vertauscht habe mit einem Gtötsen, und daher entstanden die Aenderungen Jer. 2, 5 n*^^ in ^T , Hos. 4, 7 von n"»»!? P^pS -»liaD in t»k '2 DT und Ps. 108, 20 ^1123 (oder ^ ^^25) in DT , Aenderungen, die meistens auch bereits bei den Uebers. sich finden. Eine Aenderung anderer Art, veranlasst durch dasselbe Wort, finden wir *) Baschi zu Hosea 8, 5 (and wohl ans ilun auch Kimehi das.) ffihrt diesen Midr. in anderer Form an; da wird aus ,,wir haben keinen An-, theil an David'* der Abfall Tom Dayidhause- abgeleitet, ans „an deinen Zelten Israel*' mit dem ynbvh vhH ybriVh "»HpH bH der AbfaU von Gott, nnd ans „sieh, dein Haus, David'* die Verschm&hung des Tempels. Doch halte ich die Recension des Jalkat für die ursprüngliche, die spiter ab- sichtlich geändert warde, während die Baschi's in die des Jalkat sa ▼erwandeln kein Ghrand yorhanden war. ^ i: 317 4 Mos. 14, 21 und Ps. 72, 19. Dort lesen wir '^ ■i«5»*^T4 yiltn ^3 rw (oder T112;); eo (in Nifalform) lieisat Dies aichts Anderes als: es werde erfüllt die Herrlichkeit Gottes von der ganzen Erde. Das ist sinnlos, und es soll vielmehr heissen: l*^^"! (Kai in Activ-Bed.), und es erfülle die Herr- lichkeit Qottes die ganze Erde. So geben es auch die Uebers., nur dass einige es passiv, wenden und die Erda Subjecte machen. Diese Ausdrucksweise bot jedoch der wahrnehmbaren Ausstrahlung Gottes, nicht, sowie Sätze j dass sie gesehn werde u. dgl., wohl aber eine zu materielle ^ Darstellung derselben. So hinderte es nicht zu sagen, dau I •) swcfai 131 »6a -nusi r. ':kü düs-, »o {i^, nicht n^a«) "»ino beiden Mipte vom J. liäi und 1489, das Folgende von MT'' DK bis tJJ'fi Om, was eins gaox abweicbondo ErklUruDg blutet, fehlt daun in ihnen sowie in den Leiden Breithaopfschen Maplen. Merkwürdig jedooh iat, dass umgekehrt Nachmauides bloss das LeUtore und nicht das Er- stere kennt, w«hrend die eine Broilb/sche Hdfclir. Beides Enrücklfisst, Offenbar habtin wir hier fersohiedeuo BedacÜonen von Raschi's eigner Hand vor diu. 918 me irgend eisen beatinimten BjRim erl&Il«^ mh toh Orte mm andern bew^e, z. B. Eiech. 10^ 4: n -r^tfri, und 18. Hingegen erschien der Aosdnick, es sei ein midh üg Geräusch entstanden, da sich erhoboi die Henlichkafc Gottes Ton ihrem Orte, als etwas an grob rinnücliy «nd man änderte es in: gepriesen sei die Herriichkeit ete. cr^ Dämlich ist Ezech. 3, 12 an lesen, wie EBfs^ tmd Luazatto siegreich nachgewiesen, unsere, von allen Uebers. wiedergegebene LA. ~|, die sprachlich wie inbaltlicli im- passend ist, ist aber nicht ein Schreibfehler, sondern eine Correctar, um den naturlichen Wortverstand au TerhülleB. Hierher gehört wahrscheinlich auch die Stelle P^ 85 10. Dort heisst es: Nahe ist den Redlichen Sein Heil, ^w^ wohne Seine Herrlichkeit in unserm Lande. So. ^"^ er- fordert es der Znsammenhang und Qbers. der Sjrer, hin- gegen hat unser T. mit den andern Uebers. "ttap^ damit nicht gesagt werde, die Herrlichkeit Gottes schlage ihren Wohnsitz im Lande auf^ sondern Ehre, Glanz wohne im Lande. Wir werden später sehn, dass 1?^, wohnen, iron Gott ge- braucht, wenn der Ort, wo er wohne, dabei angegeben ist^ aberhaupt zu Correcturen Veranlassung gab. -^ Jes. 3, 8 heisst es: zu kränken die Augen Seiner Herrlichkeit, % niDD. Wir werden bald erfahren, dass Augen und ähnliche Glieder auf Gott anzuwenden anstossig war; auch von den Augen der Khabod wollten die Uebersctzer nicht sprechen, Symm. und Tharg. lassen sie einfach weg, der Grieche übers. 0^122 ^Vi,y der Syr. rn2D p?.^ «nd eine Spur dieser Correcturen hat sich in unserm Texte erhalten, indem wir VC ungewöhnlich mit fehlendem Jod lesen, woraus herror- geht, dass man früher die LA. corrigirt hatte, die Puno- tatoren aber wieder zu der ursprünglichen Aussprache zu- rückkehrten, ohne jedoch das Jod wieder einzufügen. Noch eine andere Art von Correcturen wurde bei ma^ versucht, welche sich meistens blos bei den alten Uebers. findet, ohne in unsern Text eingedrungen zu sein. Abge- sehen von der allgemeinen Bedeutung „Ehre,'' enthält näm- lich dieses Wort noch neben dem Begriffe der göttlichen ICqestät auch den der hohem menschlichen Natur und Heftt in Kieseln Sinne parallel dem *?3. Während dfts •Wort oun seiner allgemeinen Grundbedentung nach nichts _Än8tös3igc8 hatte, so lag in dem Gebrauche desselben für das hühcre Menschliche eine gefährliche Zweideutigkeit, indem dadurch der Mensch in die göttliche Sphäre gehoben oder umgekehrt der Ausdruck für die Doxa durch seine ■ Anwendung auf den Menschen herabgewürdigt wurde. 'T)aher verwischen die Uebera. häufig dieses Wort, und selbst unser Text hat bei diesen Filllen einzelne Itleine Aenderungen erfahren. Dies ist der Gnmd, warum die Worte "'^:^ "inn I Mos. 49, 6 so seltsam von den Uebcrs. Verwandelt worden. Sam. und 70 lesen und übersetzen ^n* ■^5, meine Leber entbrenne nicht*), gerade wie die Oem. (Meg. 25 b) verlangt, man aolle statt msr, Hos. tO, 5, wo «8 von Götzen gebraucht wird, n;r lesen; der Syr. und das alte Tharg., wie es Onk,, der in poetischen Stücken ■ich mehr an das altüberlieferte Tharg. halt, aufbewahrt hat, ttbersetzen: ich steige nicht herab von meiner Würde, j. Th. 11: sie achteten nicht auf meine Ehre, und nur Aquila tind j. Th. I, das hier offenbar eine Redaction aus späterer 'Zeit hat, kehren zur einfachen Erklärung zurück. Ps. 4, 3 -Qbersetzen 70 (und Vulg.) dio Worte; wie lange meine Ehre BUr Schmach (n»^;^ ^133)? mit: wie lange, ihr Schwerher- Sigen, warum etc. (^J* 35 "^'^-), Aquila und Hieron. „meine Ckehrten" ''^'33, nur um sich des anstöss'igen Ausdruckes *u erwehren! Ps. 16, 9 übers, 70 "112; mit „Zunge," um- 'gekehrt übersetzen diese Ps. 30, 13, als stände "^.12?, damit Dir lobainge „meine Ehre" und ihnen folgen Hier, luid Vulg,, alle anderen Uebersetzer lassen mit unserm T, das ■fluff. weg und erklären auf die verschiedenste Weise. Am fichärfsten prägt sich die Scheu vor dem Gebrauche dieses Wortes aus in deu Varianton, welche die parallelen Stellen -Pe. 57, 8. 9 und 108, 2. 3 darbieten; man schob ea von 4ht zu Ort, weil man ea nirgends für passend hielt. Wir haben an der Stelle Ps. 85, 10 erkannt, dass *) Dia sfun. Uebers. jedoch sind nieder zur AasspracLe "H^S turück. fvkobirt. ick- I 320 selbst in Beziehung auf die Ehabod, welche doch eine aimi- lieh wahrnehmbare göttliche Ausstrahlung ist, der Aosdrad^ ]y^f wenn er dieses Wohnen auf ein bestimmtes Land ab- gränzty etwas zu sinnlich und Gott räumlich beschränkend erschien. Umsomehr muss Dies gelten, wenn von Gott selbst und nicht von seiner Doxa die Rede ist Zwar hin- dert der Ausdruck ^n| 't^ in Mitten der Israeliten wohnen, nicht; in dieser Ausdrucksweise gab sich das Bildliche als solches hinlänglich kund, und auch der schlichte Hörer fasste es geistig auf, dennoch umschreiben es die 70 im Pent. meistens mit imHXtj&^vai. Anders verhält es sich mit der Redensart: ^* * •T^'t^ mit den Israeliten an oder in einem Orte wohnen; diese klang zu sinnlich und musste umgedeutet werden. Nur an einer Stelle finden wir in unserm Texte diesen Ausdruck ungeändert, weil er, wenn sich auch in Wahrheit auf Gott beziehend, dem Wortlaute nach vom Stiftszelte gebraucht wird; und so thue er, heisst es 3 Mos. 16, 16, dem Stiftszelte, welches mit ihnen wohnt ^DP¥12^> in ihren Unreinheiten. Das Zeit wohnt nicht, sondern Gott wohnt, wie es Sifra z. St und Joma 56 b u. 57 auch erklärt wird: D.Ti'^i n*»!")«) n^Dtt? D'^Ktti: DHü pT3 ib'«« und es dürfte sogar die richtige üebersetzung sein: dem Stiffcszelte dessen, der mit ihnen wohnt, aber jädenfaUs war doch dem Hörer der Ausdruck nicht auffallend. Wohl aber war Dies der Fall bei Stellen wie 4 Mos. 1 4, 30. Jer. 7, 3 und 7. Ihr sollt nicht kommen, heisst es in Num., in das Land, in welchem mit euch zu wohnen ich meine Hand erhoben, verheissen habe, ^? Q?P>^ 1^^^ ; Jer. aber ruft die Juden im Gotteshause zusammen und sagt ihnen auf Gottes Geheiss: Bessert eure Wege und eure Thaten, dann werde ich mit euch wohnen (0?W •''^?f 93) an diesem Orte. Ver- lasset euch nicht auf die Worte des Truges: Heiligthum Gottes ist und bleibt es (mögen wir handeln, wie wir wol- len, das Heiligthum bleibt ein solches und Gott dadurch uns immer nahe), sondern wenn ihr eure Woge bessert . . . dann werde ich mit euch wohnen vorhergeht, statt Wü pB^b, weil die Wiederholung des ^ übellautend wäre, einfach ^?fj*, ihn zu bewohnen*^ so über- setzen 70, jedoch mit ihrer gewöhnlichen V^geistigung aal htiüXfjd'rivai^ und Vulg. et habifei in eo. Die gewöhn- liche Textescorrectur hier vorzunehmen gieng nicht, da auch i?:ü bereits vorangegangen war, und 6ine andere Auskunft ward gesucht, man trennte mvb von dem frühe- ren Satze „der Ort, den der Herr erwählen wird,*' in dem es, dem Sprachgebrauche des Deut, gemäss, gehört, völlig ab, punctirte es ^^^?^, damit es mehr wie ein Hauptwort klinge, und verband es mit dem Folgeiklen; so dass es nun^ 323 heisst: „sein Heiligtlmni sollt ihr aufsuchen." So verfahren die Accente, die vor IKB^ ein Athnach setzen, so die Oe- mara, die den Satz 131 iSTin >:rs?^ anfiihi-t (Sanh. It h)*). Ob bei 4 Mob, 1)4, 35 eine CoiTectiir eingedrraigen ist, will ich nicht mit Beatimmtheit behaupten; die ganee letzte Hälfte des Verses -lii 'JB "3 ist freilich schleppend und flieht als eine, das Sinnliche verwischende Erklärung von Oottee Wohnen „im Lande" aus, wie die 70 das DSina in °.r?^3 ändern. Seibat bei dem Auadriicko Pa. 78, 2: der Berg Zion, dieaer, auf dum Du wohntest (^2 T}^f) kann sich der ängstliche Synim. nicht beruhigen und Übersetzt: Dn führ- test auf den Berg Öion diesefi Dein Heiligthom, indem er offenbar auch hier nisif gelesen wissen will. TJnd so er- kennen wir wieder ein weitverzweigtes System, dos ernst- lich durchgefiihrt wurde und sogar eine neue Form er- zeugte, die der Bibel ursprünglich fi-emd ist. Wir haben oben bemerkt, dass man selbst bei der Khabod Anstand nahm, von deren Augen zu sprechen, ob- gleich diese als ein Wahrnehmbares aufgefasst wurde; nm- Bomehr mussten nun die naiv sinnlichen Ausdrücke von Gestalt, Augen, Ohren, Nase u. dgl,, wenn sie von Gotl selbst gebraucht werden, Anstoss erregen. Die Ueborsetzer lösen in den meisten Fällen diese bildliche Redensari auf, während der Text den Ausdruck nicht ändert; Redensarten, wie: es missfallt oder gefallt seinen Augen, es kam vor seine Ohren n. dgl. sind so gewöhnlich, imd man denkt dabei ao wenig an die Glieder, dass sie auch den schlichten Hörer nicht verwirren konnten. Den Sinn mehr altcrirend, geht wieder der rücksichtsvolle Symmachus zu Werke, wenn er I Mob. I, 27 die Worte: „da erschuf Gott den Menseben in seinem Abbilde (iftSsi), im Abbilde GotteB (Cfn^tto''») erechuf er ilm" Übersetzt: da . . . Menschen in ausgezeich- neter Gestalt, aufrecht erschuf Gott ihn, iu tlxön imtfö^ia i^iov ö "fffdf Kri. , und der gleichfalls Überaus vorsichtige *) Vgl. Schorr in ha-ChnlaE Bd. III S. ! iDBchte miob dersilbe brieSicb anfmerksnin, ; audi snf die ezieht Er (Gott; wahrt es (Israel), heisst es das., M*^ 7sz*nz , d. h. wie seinen Aogapfel, kann aber aach be- deuU;n, wie man seinen Augapfel bewahrt; 70 und Syr. lassen den Art zurück: wie den Augapfel, ebenso j. T. II, Onk. gar, der von Israel im PL spricht, setzt auch das Suff- IUI PI.: wie ihren Augapfel. Aehnlich ist der Thik- kun, welchen Thanch. und unsere Mass. haben zu 2 Sam. 1«, 12; vielleicht, lieisstes dort, wird Gott sehn mit seinem *) Vgl' meine Abhandlong über Baadisi im 6. Bande meiner Ztechr. 4ttd, Tbeoli bei. B. 296 ff. 325 Auge, ^'S}, diese scharfe sinnlicbo Ausprägung wandelte man zuerst, indem man Wav und Jod des Wortes ver- tauschte, in ';ira um, wie unser Khetib hat, 70, Syrer und Vulg. Übersetzen, indem sie "^lJ'3 gleich "^i'9, meine Be- drückung, nehmen, allein aucb von dieser Correctur gieng man ab und wälilte eine andere, indem man das erste Jod Hess, aber auch ein solches statt des Wav setzte, Tia, das Kerl unseres Textes. Khetib und Keri überliefert schon Soferim 7, 4, und am Kcri hält das Tharg. fest mit der gezwungenen Erkl.: die Thräne meines Auges,, welcher alle Rabbinen folgen, und die Mass. finalis*). Nur an diesen Orten, wo das Auge scharf hervorgehoben wird, stört es als zu sinnlich; anderswo, wo es in der gewohnten Bede- weise ge Wissermassen überhört wird, blieb es ungeändert. Derselbe Fall ist mit den Ohren. Wo sie blos das Hören umschreiben, sind sie nicht anstössig; aber an zwei Stellen bilden sie eine eigenthüm liehe Schwurformel: mK3S .l "ä^ff? OH „bei den Ohren Gottes! Es wird etc,," sagt Jes. 5, 9 und 22, 14. Die 70 und Syrer halten diese LA. bei, neh- men es aber nicht als Schwur, sondern es wird gehört mit A&n Ohren Gottes**}. Damit beruhigte man «ich noch nicht, sondern man las "J'W^ in meine Oliren (drang es), und bezog es, wie Hier, und Tharg. thun, auf den Prophe- ten, und die Accentuatoreu gaben dem Worte einen scharf trennenden Accent, dem sie sogar die Kraft der Pausa ver- liehen und "f't*3 punctirten, damit es um so entschiedener von dem folgenden ti losgelöst werde. — Ein noch anstössigeres Glied war die Naae; Dies die Veranlassung zum Thikkun in Ezech. 8, 17. Sie strecken die Rutho wider meine Nase, '?", wird von 70 sehr um- schrieben, fifKrijp/Jbn«, alle andern Uebers., Symm., Aqu., Syr. und Tharg. haben mit unserro T. DCK. So wird auch der sinnliche Ausdruck: Sie legen Weihrauch in Deine *) Sie zttblt nawre 8t. nnter den 8, in welohea s "T, «n «weite» mit 1" endet, hier ■'J-U2 und Inb^p. *') Zn dieBem Zwecke acheist aucb an der iweite Torg'eeetzt ta lein. Nrm, **|Cltt, 5 UoB. 33, 10 von den Uebers. (70, &jr^ Vulg., beide j. Th.) in der eigenthämlicben Weise beeeitigt^ dass sie es wiedergeben: bei Deinem Zorn?» vnd nur Onk* hat allgemein: vor Dir. In der durehgreifendaien Weise wird dieses Wort nun beseitigt in der geliafigeji BLedsüs* art n^ '1?? f es entbrennt die Nase, welche von den Ueber- aetzem immer blos mit ^^der Zorn entbrennt^^ oder erssämt sein und ähnlich wiedergegeben ward, ja im Munde OtfM^ umschreibe die 70 gar das yi '^H mn Hieb 42, 7 mkt ijiuigwig av. An andern Orten, wie Jer. 12, lit, ilibersetaen die 70 f^xm mit iveliiafiogy als wäre es ^f^if und Dies macht uns auch den Sinn der seltsamer Weise ganz ig90- rirten merkwürdigen Traditi(m klar; diese nämlich aählt ) st nnni 2. Mos. 22, 23. Ein noch sinnliohe- «) Bei den Abseliaitten des ficlMma-Qebetoi tot m tiuOm. Vorachria, die Wörter recht sorgsam im Lesen zn trennen (Berach. 19 b); da wird des darin (6 M. 11, 17) vorkommenden ^ niHI nicht gedacht, wohl •ber von Isaak Alfasi in seinen Halackoth (wie Jona aas Toledo im Comm. dazu, Thossafoth zur Gem. (D^Stn T'D) nnd AscAier b. Jechiel tf. 12 darin ksea; in nnsern Anegg. fiihli as), gl«iehlUia nit fiücksicht darauf, dass anderswo diese Wörter eng verbanden warisn. 327 rer, aber aucb ungewöhn lieberer Ausdruck ist 1*iÄ^, die Nase ruiicbt; der Samar. setzt desehalb 5 Mos. 29, lU in* für iBi'V die Uebera. innacbrcibcn hier wie Ps. 74, I, wie sie es auch mit "Ena mp , 5 Mos. 'i'l, 22 und Jer. [.j, U rnftchcD. Eine ibm e igen tliüm liebe Feinheit aber, die wir mebrfaeli zu bemerken Gelegenheit haben, wendet der Syrer bei -i« pr an ; er liält das Wort ^vs in der üebers. bei, wiilirend er f)» mit (t«n wiedergicbt, fSV aber heisst im Syr. nii'ht: rauclien, sondern: ßtark sein, und so entspricht es ganz der sonstigen Umschreibung »tJin ']^r. Ihrer ge- wohnten Umdcutungen bedienen sich die tlebers. für den ähnlichen Ausdruck 1CK2 \t3> ribv, es steigt Rauch auf in «einer Nase, in der Duppelstelle 2 Sara. 22, 9 und Ps. 18, 9. Wie wir jedoch oben geaeJju, dass das häufige ^ -Tin, wenn es im Munde Gottes angeführt wird (Hioh 42, J), besonders anstö»sig war, so ist Dies unisonichr der Fall bei "CK2 l-Ji nj^j wenn Gott ca von sich sagt: es steigt Rauch auf in meiner Nase. So lautete sicher der ursprung- liche Text Jes, 65, 5, aber schon frühzeitig änderte man Dies in das dem Genius dor Sprache widerstrebende ■3 'S .li^K , das mit Linaerm Texte alle Uebersclzer theilen. Wie nun die Scheu herrschte vor dem Gebrauche der menschlichen Gliedmassen bei Gott, so wird aus demselben Grunde die NebeneinandcrBtelluJig Gottes und der Menschen von den Uebcrs. beseitigt. Wenn der Oelbaum Rieht. 9, 9 von sich sagt, dass man mit seiner Fettigkeit „Elohim" und Menschen ehrt, und der Weinstock V. 13, dass sein Most „Eloh." und Menschen erfreue, so ändern 70 die erste Stelle dahin, dass sie übersetzen: womit Qott die Menschen ehren, und eine andere Rec. derselben bietet: welchen in mir Gott und Menschen ehren, was auch sicher die Absicht unseres Textes ist mit seinem -a, das ohne Zweile) Correc- tur ist für 'ii. In der zweiten Stelle lassen 70 und Symm. ganz einfach Elohim weg, und erst spätere Recensioneo setzen es hinzu (vgl. Montfaucon). Moses wird Mehren gegenüber als „Elohim" bezeichnet; dass Dies dem Pharao gegenüber geschieht 2 M. 7, 1, daran nalimen 70 und Syr. keinen Anstoss und übersetzen ea ganz wörtlich, auch das j. Th. mit kurzer Erklänmg „farchtbar wie räi QfM,^ und nar Onkelos verwischt es, wenn er sagt: ,,siim Hom.^ Änstdssiger wird es schon, wenn er Aaron g^;eiiftber so genannt wird das. 4, 16, hier bleibt nur der Syr. bei der wörtlichen Uebers., Onk. bei seiner Deutong ,,zoni Herrn,'' hingegen die 70 ta ngog tiv ^w^ j. Th. Tl DTp p jhm MH „die Lehre von Gott fordemd.^^ An beiden Orten wird Mo- ses blos insofern Elohim genannt, ab er der auf Gtiites Geheiss selbstständig Handelnde und den Aaron Beauftra- gende ist, während dieser sein Mond oder Prophet sein sollte. In gleicher Weise soll auch Moses, nach Jethro's Rathe das. 18, 19, dem ganzen Volke gegenüber der Elo- him sein, während die von ihm erwählten Richter die von ihm Beauftragten sein sollen; es ist hier demnach derselbe Ausdruck c^rbvh zu erwarten, wie auch die 70 und j. Th. dieselbe Umschreibung anwjenden. Allein dieser Ausdruck war dem ganzen Volke gegenüber, noch dazu da die deut- liche Erklärung, wer Mosis Mund oder Prophet sein soll, nicht 80 unmittelbar folgt, etwas zu stark, und sowie hier auch Syrer und ebenso Onk. dem j. Th. folgen, so scheint auch die LA. unsres Textes 'KH bitt nur eine Correctur. — Eine sehr interessante Stelle, wo die Uebersetzer die ver- schiedensten Versuche machen, die zu nahe Berührung von Mensch und Gott zu beseitigen, ist 1 Mos. 3, 22, die Stelle nämlich: „Und Gott der Herr sprach: Sieh, der Mensch ist geworden wie Einer von uns 0:7S7S nnK5) zu wissen Gutes und Böses". Dies tibersetzen 70 und Syrer wörtlich, indem sie es offenbar auffassen, Gott habe zu den Engeln gespro- chen, wie Papus Dies ausspricht: niüH "'DKbttTS •nies , und an dieser Auffassung hielt auch sicher das alte paläst. Thargum fest nach den Spuren, welche das j. Th. I aufbewahrt, in- dem es den Anfang des V. dahin erweitert: Gott sprach ^»np 1*»ü)Dü?s n K*»D«b?sb , während die Erkl. des i:»» nnn: späterer Zusatz nach einer späteren Auffassung ist Diese nämlich beruhigte sich nicht bei der Beziehung auf die Engel, da doch Gott als der Redende sich gleichfalls mit darunter begreift, und der Repräsentant der jtingem Rich- tung, Akiba, that den kühnen Schritt, i:»» von *^™<3 za 329 trennen, also der Menscli ward wie Einer (der fähig ist) kuis sich zu wissen das Gute und das Böse. Akiba druckt Dies mit folgenden Worten aus: Gott legte vor ihn zwei Wege, den des Todes und des Lebens (d. h. er gab ihm den freiep Willen, und er hat sich den Weg des Todes erwählt) •). Möglich ist, dass dieser Deutung schon Syro- BSachiiB folgt, wenn er übersetzt: 'Adäft yeyovsf öfioO ä(p . if tqi ytvwansty «oio» ^' norrjQÖvj das fehlende Wort miisste dann mit iavtoO ergänzt werden und nicht mit ^.u''>, wie Hontf. thut. Sicher folgen dieser Deutung Ookelos, die tnmarit. üebersetzer und Saadias, und die beiden über- arbeiteten Rccensionen dea paläst. Th. schlagen ein ähnliches Verfahren ein, wenn sie auch etwas in der Deutung ab- weichen. Dennoch sind die Accentuatorcn nicht auf diese Dcue Auffassung eingegangen, haben viebuchr nriKS mit ^tsn eng verbunden. Wir haben gesehen, dasa es vermieden wurde, durch Einräumung einer zu hohen Stellung an Moses der Ehre öottes zu nahe zu treten. Von demselben Gesichtspunkte aus verlangen Uebcrs. und Punct., daas nicht absolut gesagt werde, Moses habe den Israeliten befohlen, da nur von ©Ott Befehle ausgehen können; wo der Text aber dennoch BO lautet, umschrieben jene und kommen diese durch Aenderung der Vocale zu Hülfe. Die dem Deuter, so ge- läufige * Phrase zwar TtilT».':-« (o. D?0^ n.)3);). die Moses sicher in eignem Namen spricht, konnte nicht geändert werden, und man hatte es auch nicht nöthig, weil der Hörer and Leser daran gewöhnt war, dasa der Prophet im Namen Gottes spricht. Nicht so bei andern Stellen. Nach der Versündigung der Israeliten mit dem goldnen Kalbe spricht ©Ott zu Moses: Dein Volk, das du aus Aegypten geführt, ist verderbt, sie sind gewichen von dem Wege, den du ihnen befohlen, on-ia (2 Mos. 32, 8. 5 Mos. 9, 12); Dies •) Mechilth« Be»oh«ll»ch o. 6 eu 2 Mo«. 14, B9. Bar. r. c 21, «oeh bei Jkikut % 34. In Sahir ba-Schirim rab. za HL. 1. 9 sind die Auto- lltSten TATwiirt. Vgl. übrigoos meina Bamarkuagreo in Khorom Chemod IX i. 6» ff. pu^Bi dem Zm^msa^hß^ge mdij ^ Opt^ ^ YpU^ g9m§^ •#niii^s^n ßis^ ausser seinem Sehotse /iiebeii4 ii^d QW dm Moses ikDg^börig danstelleD wiU, «md ^ übwMtaa^l» 70 r^ Yulg, AUeiQ (lass Moses befehle^ w^ W^ WjtftsjMMHVy Amidruck, imd imn osimi die L^^suBg 0^7^ aii« Mo^iai^ beisBt es ferner 2 M^os, .34, Mj ging hinAus «nd red^ «9 den Kbdem Israels , was er (iboen) befaU «^^jT, m4 4^ Uyer von einem immer wiederkehrenden {Ir^igniAf^e die J^de isty muss das Fat stebn; um jedpch die Aua^a^, Aw ttoses befehle, %u beseitigen, cofTi|;irt d^ Sam, ^"^^ irit8 ar (Gott) ihm (dem Moses) '1>efahly w^ die 70 erweitrMBtd wiedergeben l^zeuikujQ aiv^ ni^m, und unser T., mit dem Syr., Vulg* und Thargum übereinstimmen, ändert die Piu^cta- tion in «"i^^s^, was ihm b^fohkn worden. Naph beidw Cor- reeturen jedoch wäre das Präter, zu erwarten. 8o ßchärft Mcses 3 Mos. 8, 35 u. 10, 13 Befehle ein mit dw Wor|w< ^n'^^y-p ""^^ denn idsobabe ich es befohlen, eine iMiteg^rische Ausdrucksweisei welche einige Uebers. mildem durdh di^ Umschreibung ,ydenn idso befühl Gott,^ i^d«K6, Vf^w^ #ie unserer Punct. folgen: ^^^^'^f ist mir befohlen word^n, Um- schreibung^, welche m^che Uebers. auch anderswo an- wenden, wo es unsert9 Punct. nißbt für nöthig findei^ weil Moses sich blos auf seinen früheren Befehl (im Kamen Gottes) bliebt, vgl. z.B. 8, 31 u. 10, 18. Wiedfirum heisst es 4 Mos. 3) 10: Moses zählte sie nach der Vorschrift Got- tes, wie er befohlen hatte ^% u. §am^ liest ^^j 70 über- setzen wieder d^ssgleichen erweiternd, und unser T. ^^. Das. 36, *2 erwartet man in der Amrede der gileaditisclien Stammhäupter an Moses einfach; Mein tierr hat befohlen (TWt ""^"iK) zu geben das Land als iE^be durchs Loos den Israeliten, und mein Herr hat befohlen {niV^^^'Vfi^) zu geben das Erbe unseres Bruders Zelofchad seinen Töehtem; wie geschraubt klingt hingegen das erste Mal 'T\ 'tt -H nit mit vorangestelltem Object, und das zweite Mal ^^ '\'\ Aehnlich dem Sinne nach ist 2 Mos. 23, 21. 22. Nachdem Gott nämlich gesagt, er werde einen Engel Israel voran- senden, fahrt er fort: Hüte dich vor ihm und höre auf seine Stimme, widerstrebe ihm nichts denn er wir^ Vßfjh^ 331 k v^gebcn eure Sünde, denn mein Name iat in ihm. Doch [ wenn du hörest auf seine Htinime und tlmat Alles, was ich fede etc. Die starke Betonung dieses Engels hat zu manchen *' AenderungeQ bei den Uebersetzern geführt. Dass der Engel I lue Sünden vergeben solle, klang ab ein Eingriff in die I itechte Gottes, wenn es auch negativ gesagt wurde, und jeeshalb corrigiren die 70 CIJCD^ KV^ in D3":e '^ und das I j. T. in ^ Itir», ferner wird das i:"ip2 'SD gedeutet, und end- 1 lieb das zweite •hp'i von 70 u. Sani.*) in ""^pS geändert. [ 0b etwa auch das laiK unseres T. blos Correctur ist für ■ \ gatn ursprüngliches t, mag dahingestellt bleiben. Die Beispiele von Vergeistigung der sinnlichen Aus- I ilrücke bei den Uebersetzem aind so häufig und auch so ' aUbekacnt, daas hier nur diejenigen hervorgehoben werden dnrften, welche mehr oder weniger auch auf die Gestaltung 46S Texties £in£usa übten. Es mag daher aus diesem reichen r Gebiete nur noch weiter Solches ausgewählt werden, was [ aicb theils ausdrücklich als Thikkun verzeichnet findet, theik I isbne überliefert zu sein, dennoch Correctur war oder noch I Jwt. Betrachten wir zuvörderst die Stellen, welche dadurch l die Ehrerbietung gegen Gott eu verletzen scheinen, das» Öott ais vor einem Menschen stehend dargestellt wird; der Untergeordnete aber, so dachte man, steht vor dem Grösse- ^n, nicht der Höhere vor dem Niedrigeren. Desshalb ist 1 wie uns Thanch. und Mass. berichten, der ursprüngliche ICext OTiai ■':Di? tc:j 1J11P m, 1 Mos. 18, 22 geändert worden «'."15 T S omiKi , und dasB die erste LA. wirklieb die r.lfichtigere ist, bestätigt nicht blos der ganze Zusammenhang, [-,iigi V. '23 u. ili), sondern bezeugen auch Thalmiid und llidrascliim. Zur Erklärung von 3 Mos. l!l, 32 nämlich: Vor dem gleisen Haupte sollst Da aufelehn ... ich der Herr, -JbfiMat es in j. Bikkhurim 3, 3: nSnn ]pi nTni» TW'pB mn ■», 'fiieb (Oottj hin es, der das Aufstehn vor dem Greise zuerst r gefibt b^>e, offenbar mit Beziehung auf unsere St., und der *) So ühornetüt Abu-SaiA, nnd das ainnlnso obt^H im gedmckten twn. TMle itt bloa oio Dmok- oder Schreibfehler ffir ^''>^J>^, an» der AohaUokkcDt des Jod and Mem im tUmtrttaniscbao ei)Ut«adaa. Midrasch Ber. r. c. 49 und an andern Orten sagt es aas- drücklichy es sei hier ein Thikkun Soferim, die Schechinah nämlich habe auf Abraham gewartet An andern Orten ist die Redeweise nicht so auffallend^ dass man zur Verände- rung des Textes hätte schreiten sollen, wenn man auch in der Uebers. umdeutete. Wenn es bei Jakob heisst ( I Mos. 28, 1 3) : und siehe, Gott stand bei ihm, was i*6r Dia bedeutet, so deuteten es Viele: G-ott stand auf ihr, der Leiter, und der Ausdruck mit b2f schien wieder Andern be- deuten zu können, über ihm, also doch eine Elrhabenheit Gottes zu bezeichnen. In dem Spruche Gottes zu Moses: „sieh, ich stehe vor Dir dort am Felsen (2 Mos. 17, 6) übersetzen die 70 das „vor Dir'' als zeitlichen Begriff: bevor du dort bist, und das. 34, 5 ist der Ausdruck „und er stellte sich zu ihm dort'' zweideutig, heisst aber sicher: Gott stellte sich zu oder vor Moses, hingegen sagt das j. Th. ausdrück- lich: und Moses stellte sich dort vor Ihn. Eine andere Rücksicht, welche die Ehrerbietung vor Gott verlangt, ist, dass ihm nicht Böses und Ungerechtigkeit selbst nur scheinbar zugetraut werde. Wenn Moses zu Gott spricht (4M. 11, 15): tödtemich doch, dass ich nicht sehe Dein Böses, 'nt)^')^, so heisst Dies zwar blos, dass ich nidit sehe das Böse, die Strafe, welche Du über Israel kommen lassest, allein es klingt, als würde von Gottes Bosheit gesprochen, und Text wie Uebersetzungen haben daher *^run3, und nur das jer. Fragmenten-Th'argum (wie es sich am Ende der rabb. Bibeln findet) hat eine Spur der alten LA. in seiner Umschreibung: ^y^:n iinntt?'*33 ^t^rm vh\ — Hiob 32, 1 u. 3 zeugt der einfache Einblick in die Stelle fär den Thikkun. Ursprünglich lautete es sicher V. 1 : die drei Freunde hör- ten auf dem EUob zu antworten, weil er gerecht war in ihren Augen, DvJ*'^^^, wie auch die meisten Uebers. haben, und demgemäss V. 3, dass Elihu ihnen desshalb gezürnt habe, weil sie keine Antwort mehr gefunden und so Gott für ungerecht erklärten D^I^^J. HKl^^Bn-l, oder Hiob fiir ge- recht erklärten 3^*^ ^ ^n^pa oder auch, um äen Hiob als ungerecht nachzuweisen,'*'^ '^ ^?P?^ oder 1^''^?*'''), und die letzte LA. giebt der Syr^ wieder, während griecL Ueber- I 333 gettungeD ip'^S'l haben. Allein V. I ward geändert, weil er gerecht war in äeioen Augen v^'ra, und demgemäas änderte man auch in V. 3, ja selbst in V. 2 übersetzen die 70 nicht von Iliob, dasa er aich fiir gurechter erklärt als Gott, sondern daas er sich fiir gerecht erklärt vor Gott. Diese Milderung und Beaeitigung harter Aussprüche gegen Gott findet sich bei den üebersetzern zu Hiob »ehr häufig, wo sie nicht bloa umschreiben, aondem die Lesart ändern^ I man vergleiche nur 9,22.24. 13,9.27, 2. 3J, 37. 40,8(3). [ Aber auch unser Text hat eolche Aenderungen, wo sogar i die Uebers. keine annehmen. Hiob 34, 30 geben die ?0 , (oder Theod.) und das Tharg. 1^'?'?, Gott setzt zum Könige einen heuchlerischen Menschen wegen der Verstrickungen dos Volkes, nur Syr. hat -|?i»((«5t, und unser T. macht ' daraus ^'^'?. In Cap. 24 klagt Hiob in beredter Bitterkeit, | über die Ungestraftlieit dar GewaltthKtigen, über das Leiden der Bedrückten; „Aus der Stadt Bchreiet auf das Volk und • die Seele der Leichen fleht, Gott aber hiirt nicht Gebet, i n^_^ nai^* »6 ; so übers, der Syrer, und Dies Hegt der Um- | Schreibung der 70 zu Grunde, nur Symm. und Tharg. ' haben mit unaerm T. die unpassenden Worte ■"'i?'? 0'W\ > So ist sicher das Khethib ilioh 13, 15 bntt kS, alte LA.> \ mag er mich tudten, ich will nicht hoffen, aber auch alte Correctur schon l^. Und nicht blos im Hiob, in dem noch andere Stellen einer derartigen lendentiösen Aenderung unterworfen wurden, sondern auch in andern Büchern haben Text und Ueberaotzungen dieselbe unternommen. Wenn der Sänger in Ps. 44 über die tiefe Erniedrigung Israel'a klagt, föhrt er fort V. 18 f.: Alles Dies traf uns und wir haben Dein nicht vergessen und waren nicht treulos Deinem ' Bunde, unser Herz wich nicht zurück, doch — schliesst er — Du neigtest tmaem Sclu-itt von Deinem Wege. So ^•jL im Hifil übers. 70, Vulg. und Tharg., dagegen Symin., Hierou. und Syr. mit unserm T. ^^^, und es neigte sich, wo aus dem vorigen Gliede „nicht" aupplirt werden niuss, gerade wie Tharg. und Saad. den Ausspruch des Elias I Kön, 18, 37 „Du aber führtest ihr Herz rückwärts" um- deuten. So lassen die 70 den harten Ausspruch des Elias ^^mch gegen di^ Wittwe, ht4 Hat ich wodn^; bist Dtt tibel gethao, ihren 8ohil sttt tadti^li^' gfttiz zUtück (vgl. M^fitf-X Tharg. umschreibt es, und wahrsch. idt in nnoenn T. di^ Fragepartikel vor 0:1 bloss mildernder Zusartiz^ Hdohsi in- teressant und gewiss von hohem Alter ist der alt» ähnlieh^naf Ghrunde geroachte kleine Zusatz in 1 Mos. 18, ^. DoH lautete der ursprüngliche Text, wie ich vÄrnmÖiei „Und Abraham trat heran und sprach: Wirst Du auch hinrafiefi Gerechten mit Frevler? Vielleicht sind fünfaag Qef^öhtö m der Stadt, wirst Du auch hinraffen die fönfzig Gefeeb- ten, welche darin sind (naipS IWt Dpnsn Ö'^tt^^sn HCO^ ^r() t Es sei fern von Dir ein Solches» zu thun, zu lödt^ü Ge- rechten mit Frevler! Fem von Dir! Sollte der Richter der ganzen Erde nicht Gerechtigkeit üben V* Abrahdtft nämlieli verlangt blos Gerechtigkeit für die Frommen in Sodom, nioht Schonung der sündigen Stadt selbst Gett aber er^ widert^ ör werde sogar die ganze Stadt verschonen, irenfi so viel Gerechte darin sein würden, und nun erst geht Ab^ raham darauf ein und bittet für die Stadt, audh wenn nttr eine geringere Anzahl Gerechter in derselben sieb finde» sollten, Dies jedoch in einem von schneid voiPig^n VerkfiM gen sehr geänderten Tone; früher war es eine befecbägt^ Forderung und eine Appellation an die Gerechtigkeit Go^^ tes, jetzt ist es schüchterne Bitte« Allein diese Yoräus^ Setzung, dass Gott nicht Geteehtigkeit üben wdfde^ wAf verletzend, und man schob daher in Abr.'s drsrl^ VerlAA^ gen aus Gottes Antwort auch alsbald die Bitte um die Slädt ein mit den Worten: 1^?»^ Dipx>^ wn K^l In V. 24^ Aber nun passt das Mittlere der Rede nicht zu defeü Anfange und Ende, und dann sind mehre Sprachhärten-, das V^TS ^ in V. 24 steht ohne Object, und kaliti nicht einmal tNpYhi selbst wenn man sich einen Aec. davon denken SoUt^^ hin- zugenommen werden, da nCD unr von dem ttngei^eehten Hinraffen der Gerechten, nicht von def gerechten Stra^ der ganzen Stadt gesagt werden kann, dann b^^ht sich nun nsnpa nicht mehr auf das weibliche T^:^^ sonderet auf das männl. DipTsI Auffallend ist es auch, dass statt des durchgeliends gebrauchtem ^i3J^:r nur hier yfi/lh -^orkoBinil^ 335 Was aber die tJeberBetzer noch ferner hinderte, war das Eweironl gebrauchte i^k,!. Na^h dem urspriingl. T., wo Äbr.'a Frage nur war, ob denn Gott auch di'U Gorechten neben dem Frevler tödten werde, atand diesea Wörtchen gfuiz an seinem Platze; nach der gegenwärtigen Aeiidernng aber, wo Abr. voraussetzt, daae der Gerechte nicht gestraft werde und seine Frage vielmehr ist, ob nicht auch der gan- zen Stadt geschont werden wird wegen der darin befind- lichen Frommen, hat diese ausdrückliche Betonung, ob denn auch der Gerechte getödtet werden soll, keinen Gnind. Während daher die 7Ü das ntt zurücklassen, nehmen es Syrer und Thargum in derBed. : Zorn, wirst Dn im Zorne wegraffen, wie Ber. r. c. 4!) diese Deutung erläutert : lassest Du den Zorn walten, so verdorbst Du Gerechte mit Frey- lem, während Du den Frevlern das Verdienst der From- men anrechnen solltest. So geht die Umdentung mit innerer Hothwendigkeit fort, erzeugt aus derselben Tendenz. Schon oben (S. 287) haben wir erkannt, dass der Ausdruck ^^i, von Gott gebraucht, Vielen störend war; Gott braucht nicht zu prüfen, um dadurch erat die Gosin- Bung einer Person zu erkennen, und sie deuten desshalb das Wort anders. Aehnlicb ist es nun mit Sätzen, wo ge- , sagt wird, dass Gott nun wisse oder wissen werde, womit leinem Vorherwiasen zu nahe getreten wird. Eine der an- ■tÖBsigsten Stellen in dieser Beziehung war, wo Dies gar mit ganz hestimmtcr Zeitbezeichnung, wann Gott wissen werde, ausgedrückt wird. Zu Korah sagt Moses (4 Mos. 16, 5) : morgen, da wird Gott wissen, wer sein ist, nnd den Heiligen er wird (ihn) nähern zu sich. So, ^"^J^, ist die wahre LA., wie Liizzatto richtig bemerkt. Daran das» Gott morgen wissen werde, nehmen bereits die 70 Änstosa, mid sie beseitigen sowohl das „morgen" wie das Wissen- ■werden, indem sie, freilich sehr gewaltsam, aber keineswegs AUS Missverständniss, lesen: ^I^.t, es hat erforscht und er- kannt Gott, wer sein ist etc., i-nioiicntai nni tj-i-m, und aucii £e folg. Verba sind bei ihnen Präterita ; die andern Ueber- 8*tzer hingegen mit unserm Texte wühlen das leichtere Auskunft^mittel, indem sie blos das Wissen in das Wissen- SM lassen^ Anzeigen verwandeln^ also irr^i. So umschreiben die Uebersetzer auch sonst mehrfach^ so der Syrer 1 Mos. 22, 24, so die 70 2 Mos. 33, 5, während die Tharg. es zum Prät machen; 2 Mos. 2, 25 ändern die 70 gar die Worte DWKn^l in B'T.^^T}r», ual sypoia&fi avroif, wäh- rend die Tharg. umschreiben. Wiederum hat unser T*. eine kleine Correctur erfahren 5 Mos. 9, 24. Dort sagt Moses: Widerspenstig wart ihr gegen Gott von dem Tage an, da Er euch gekannt, d. h. sich euer angenommen. So, inn, liest der Sam.; die 70, daran Anstoss nehmend, dass ein Tag bezeichnet werde, von dem an erst Gott Israel kennen gelernt, verwandeln es in das Pass.: i]g iyvmad^ti iiHVj unser T. jedoch mit den andern Uebers. liest '•?^, als bezöge es sich auf Moses. Vgl. noch die Uebers. in 5 Mos. 2, 7. Hos. 13, 5 und sonst. — So beseitigen sie auch das Sehen werden von Gott. 5 Mos. 32, 20: ich werde sehn, was ihr Ende, verwandeln die 70 in: ich werde zei- gen, ^K")H, Tharg. in Prät, es ist mir bekannt, so deuten auch die 70 die Worte Bileam's: ich werde es sehn, doch nicht jetzt, werde es erblicken, doch nicht nahe, welche sie als Worte des Gottesgesichtes zu nehmen scheinen, in: ich werde es zeigen . . ., preise es, und 2 Mos. 33, 13 ist das „und siehe" bei den Tharg.: es ist Dir bekannt, bei den 70: damit ich erkenne, ^Wiif^\ Eine Stelle, die aus diesem Grunde die mannichfachsten Deutungen bei Uebers. und Erkl.'und auch wohl kleine Aenderungen im Texte erfah- ren hat, ist 1 Mos. 18, 2i. Ich will doch hemiedersteigen, heisst es dort als Rede Gottes, und sehn, ob wie das Ge- schrei über sie (Sodom), das zu mir dringt, sie vollständig gethan haben oder nicht, damit ich es wisse. Die Worte n^D w:^ verbunden geben wieder die 70, Symm., Syrer und auch wohl das ursprüngliche paläst Tharg., in welchem K^^»:i nao? zusammengehört, und das nur durch spätere Zu-. sätze alterirt worden ist. Allein das Sehen verwandelt Onk. in Richten, und die genannten Wörter werden 'ge- trennt, so dass der Sinn ist, wenn sie so gethan haben, dann Vernichtung über sie, wesshalb auch die Accentuato- ren ein Pessik zwischen dieselben gesetzt haben. Die letz- 337: ten Worte des Satzes lauteten aber wahrscheinlich |6 BM njHK]^ so dass das CK(ohneWav) als das zweite Glied der disjtmctiven Frage: ob . . . oder zu betrachten ist^ und das Wav vor nj?ii^ bedeutet: damit, wie die 7(1; tl di juij, ira yr^. Statt dessen nehmen die andern Uebers. DM in der Bed.: wenn, so dass der Satz ganz getrennt ist: und wenfi nicht, werde ich wissen (Qnade üben), oder gar wie die Tharg.: und wenn (sie umkehren,) werde ich nicht wissen (strafen). Nun passt das Wav nicht vor njriK, vielmehr vor DM, und so hat es unser Text, in welchem auch die Accentuatoren das OKI vom Vorhergehenden aufs Entschie- denste durch Athnach getrennt haben. Die Sehen vor der Beeinträchtigung der Allwissenheit Gottes hat diese Aende- rungen des Textes und Wendungen der Uebers. erseugt, vielleicht gar auch schon die Einschiebung des vorherge- henden Verses 20, in welchem die Schwere der Sünde So- dom's, über welche sich Gott erst nach V. 21 Ueberzeu- gung verschaffen will, als unzweifelhaft hingestellt wird*). Aehnlich ist 5 Mos. 32, 10 der Ausdruck anstössig: Er (Gott) wird es (Israel) finden in der Wüste, daher liest der Sam. iniWN'*, 70 und Onk.: er ernährt sie, gerade wie die 70 die Worte 1 Mos. 18, 26: wenn Ich finden werde in Sodom, verwandeln in „wenn sein würden in Sodom." Besonders anstössig war der Ausdruck: Gott, Gottes Antlitz schauen, '«■' <*rt^)^J< «^^Hj und bei diesem Punkte ist es, wo Luzzatto auf eine Anzahl von Stellen aufmerksam gemacht, welche durch die Punctatoren leichte Umwände- lungen erfahren haben, indem sie aus dem Kai ein Nifal machen und dem Satze die nicht ganz sprachrichtige Be- deutung geben: vor Gott erscheinen. So setzen sie n|JT für HKT^ 2 Mos. 34, 23. 5 Mos. 16, 16 und ebenso 2 Mos. 23, 15, wo unser T. noch bK für nK setzt, während der Sam. dieses beibehält, hingegen hier wie 34, 23 das pMTl *) nprX kommt im Pent. immer mit Zade vor, nur in diesem V. mit Sain (Sam. corrigirt). Wenn im Allgemeinen gesprochen wird, wird nur Sodom genannt wie 13, 13 and hier V. 16. 22. 26. 19, 1 ff, nur hier steht Amorah dabei. S8 338 in irmn verwandelt, als sollten die Wallfahrer das Antlits der Lade schauen! =>«?.: steht für «i: 2 Mos. 23, 15. 34, 20, wo noch j. T. 11 das Kai wiedergiebt ^^mb ; n^ fi|p HKTjr Ps. 42, 3, wo Th. und Syrer das Kai haben, n^ (wo das Nifal ursprünglich ist, immer '^^^t^l^) für H\RT^ 2 Mos. 34, 24 (Sam. corrigirt Tt^). 5 Mos. 31, II. Jes. 1, 12. Eine noch stärkere Aenderung des Sinnes ist, wenn aus «^^fB? und wir werden sehn, wird ^^^y und er wird erscheinen; so 1 Sam. 1, 22, wo Hannah sagt: Bis der Knabe entwöhnt sein wird, dann werde ich ihn bringen und dann wollen wir sehn das Antlitz Gottes, wofür nun: und er soll erscheinen vor Oott. Weniger anstössig war es, wenn das Sichtbarwerden Oottes, *^^ im Nifal, ausge- sagt wird; dass Qt>ttes Offenbarung an Moses und andere Propheten und Fromme geschah, wird meistens mit diesem Worte ausgedrückt. Allein wenn gesagt wird, Gott sei den Israeliten insgesammt sichtbar geworden, und wenn Dies etwa gar durch das Partidpium, i^^*^^, ausgedrückt wird, so dass es beim Vorslesen als eine gegenwärtige Erschei- nung, die dem nun versammelten Volke zu Theil werde, aufgefasst, besonders wenn der Satz durch die Anrede in der 2. Person als eine Anrede an die gegenwärtige Menge missdeutet werden konnte, da halfen wiederum die Puncta- toren durch kleine Vocalverwandlungen nach. Wenn Moses zu den Israeliten spricht, sie sollten Opfer darbringen, denn heute erscheint i^tp^) euch Gott, so verwandeln es die Punctatoren in '*^^^, ist euch erschienen, um den Irrthum zu beseitigen, als werde Gott den jetzt bei der Vorlesung Gegenwärtigen sichtbar*). Wenn Moses im Gebete zu Gott von Israel sagt: Auge in Auge wirst Du sichtbar cn^nnK) und Deine Wolke steht über ihnen etc., so machen wieder die Punctatoren das Prät ^\P^ daraus, als ob *^^ nnK ganz sprachwidrig für ^'^Sl^ stünde ♦♦). üm- *) Auf diese ungeeignete Punctation macht schon Abolwalid in Rikmah 8. 50 aofinerksam. **) Diese gramro. UnregelmHssigkeit sucht schon Tobiah b. Eliestr in Lekach tob zu beseitigen: ni2D nmi m'^y^V^ DVI^K Htra ITH Itt^K m gekehrt ändern die Punctatoren Jes. 66, 5: Er (Gott) wkd geschaut werden (•'^'^-^) bei eurer Freude, in »^8*^^^, wir werden sehn (vgl. oben S. 56). Wie hier ändern sie auch 1 Mos. 22, 14 Nifal in Kai. Dort ist offenbar zu lesen und zu übersetzen : Da nannte Abraham den Namen jenes Ortes: Gott wird gesehn, •^?'3.V'''y was heute gesagt wird: auf dem Berge (, dessen Name ist): Gott wird gesehn. Diese Futurumform, dass Gott gesehn werde für Gegenwart dnd Zukunft, gab Anstoss; die 70 übersetzen daher beide Male im Prät., das erste Mal bereits Kai, die Itala (und nach ihr die Vulg.) gar beide Male Kai, und Hieronytnus in den Quaest, spricht blos gegen das Präsens: Proeo^ quod hie hahel: videt, in Hehr, seriptum est: ridehitj der Syrer hält das Fut. bei, aber giebt es gleichfalls beide Mälö im Kai wieder, und die TTiarg. umschreiben so, dass man wahr- nimmt, sie gehen darauf aus, einem MissversfönAnisse vor- zubeugen. Die Punctatoren endlich setzen das erste Mal •"'•ni und trennen das zweite Mal 'n von hkv, es mit in:i verbindend*). Interessant ist die Punclationsänderung einer andern Stelle, die wir historisch verfolgen können, ^s. 84, 8 heisst es: sie gehn von Kraft zu Kraft, es wird geschaut ]rm üVibH b^. So ^ übersetzen 7(> nebst Syr. und Vulg. mit dem Sinne: Gott der Götter, Aquila, der Starke, Gott, und ebenso oflTenbar die Thalmudisten (Berachoth 64 ä. Moed katon 29 a) mit den Worten nrrü '':c ^2p)Dl nyn. Allein auch dieser Ausdruck war zu stark, desshalb umschreibt dasTharg.; Soferim4, 8 aber sagt (vgl. obenS. 28[), bH sei hier profan, während D^'^^ (gegenüber 70 und den ihnen Folgenden) heilig sei, und die Punctation unseres T. ist danach ^^*-''^, davuuauAj während Syrer, die andere Rec. des j. Th. und Onk. dem alten Texte auch hier treu blieben*). Aquila jedoch bezeugt schon die consequent vorgenommene Aenderung; nicht blos zu 5 Mos. 4, 34 (q^ßfjfAo) und zu Jer. (nach der syr. Hex.) wird uns seine Uebersetzung von k")1?3 überliefert, sondern auch 2 Mos. 3, 3, wo selbst unser Text an niDT^n keiuen Anstoss nimmt^ weil es eine Erscheinung an Moses allein ist, übersetzt er mi)D, '^uvfia (was Schleussner mit Unrecht bezweifelt). Auch die Vulg. hat an den genannten Orten entsprechend unserm T. M"^172, nur dass sie 5 Mos. 4, 34 beide Lesarten combinirt: horribiles viiionesy und so hat sich dann unser T. als tendcntiöse Correctur festgestellt, während man im Alterthume wohl wusste, dass nichts Anderes darunter zu verstehn sei als n:*»:t' *»lbi. Wir haben hier übrigens die merkwürdige Erscheinung, dass die Thargume bis zu Onk. herunter einen Ausdrudk nicht scheuten, den andere ältere Uebersetzer, übereinstim- mend mit unserm T. vermieden. Dies scheint darin zu liegen, dass der Ausdruck ^-,\l!? gerade speciell fiir ein prophetisches Gesicht wie das hebr. 1*^7 gebraucht wird. Daher ändert auch unser T. nicht, so oft "J? von Gott ge- braucht wird, während die 70, welche sich im Griech. des- selben Wortes bedienen müssen wie für n^<"), auch diesel- ben Aenderungen vornehmen. So 2 Mos. 24, 11: sie schauten (^l^p) Gott, mtp^rioavy Ps. 17, 15: ich werde •) Dass die Tharg. aus Scheu vor der wörtlichen üebers. v. ><11ft, nämlich Knbm, weil Dies auch für Götzen gebraucht wird, mit WIThf umschrieben haben sollten, ist, selbst abgeselin von der Uebereinsttm- mung der andern Uebers., ein abenteuerlicher Gedanke, da sie diesen Ausdruck anderswo gar nicht scheuen und weit glücklichere Umschrei- bungen geftinden hätten. 341 schauen ('"^J^Ät) Dein Antlitz^ 6q)&'q(T0fAat riji ngo^tint^ aovy Ps. 63, 3: ich habe Dich geschaut (^^JH) ä^), so umschrieb man Dies durch „das Wort Gottes (n li*.)," und auch V. 21 scheint das 'r\ ^.y\2 mildernder Zusatz zu sein, den die 70 auch nicbt haben. Interessant ist die Aenderung in Ezech. 39, 28. Von dem Heile der Zurückkehrenden sprechend, sagt er: dann werden sie wissen, dass ich der Herr, ihr Gott, indem ich mich enthülle (T^^?3?) den Völkern (d. h. ihnen meine Obmacht zeige) und sie (die Israeliten) einsammle nach ihrem Boden.'' So lesen die 7(^, nehmen aber schon An- stoss daran, dass Gott sich den Völkern enthüllen werde, übersetzen darum: indem ich mich enthülle ihnen (den Israeliten) unter den Völkern. Unser T., mit dem Syrer und Tharg. übereinstimmen, verwischt es ganz, indem er •^m^iris in ^niS^n^ verwandelt und dann notbwendig cnw hin- zufügt, was weder sprachlich — da man nicht zu einem Volke, sondern in ein Land vertreibt — noch sachlich passt, da hier nicht von dem vormaligen Vertreiben, son- dern von dem gegenwärtigen Heimfuhren die Rede ist. Diese ehrerbietige Scheu vor Gott fand, wie schon be- merkty auch theilweise ihre Anwendung auf die ELhabod, wenn auch diese^ als die sichtbare Ausstrahlung, keine solche Um»ebretbungen verlangte, insofern es sich blos um ^ie sinnliche Wahrnehmung handelt, so das3 man auch den Ausdruck n^:; ven ihr nicht scheute. Dass man in solchen Fällen, wenn von Engeln die Bede ist^ noch um so weniger Anstand nahm, erkennt man schon aus der Aenderung 1 Mos. 35, 7 ; sie werden als ätherische, aber doch wahrnehm- bare Gestalten aofgefasst. Dennoch wird auch eine schroffe sinnliche Bezeichnung derselben vielfach von den Uebers. umschrieben, auch in unserm T. hie und da durch kleine 343 Aenderiingeii beseitigt. Besonders wo der ganze göttliche Haushalt beschrieben wird, die Engel in der nächsten Um- gebung Gottes erscheinen, ist die Scheu der Profaniriing vorherrschend. Bekanntlich wird diese unmittelbare götU. Umgebung die Merkhabah, nasiß, der göttl. Wagen, ge- nannt; so nennt echon der Chronist I, 28, 18 die Cherubim mit der Bundeslado, ebenso Sirach 49, 8 apfta jftQovßifi, wofür der Syr. KnssiTi'i NDJi. Von dieser Merkhabah, die vornehmlich am Aniangc des Ezechiel dargoatellt wird, lehrt nun die Tradition nicht bloa, dass man keine For- schungen darüber anstelle, n;Din3 Trin T** > Chagig. 2, 1, sondern auch, dass man sie nicht als den die Pentateuch- Lection beschliessenden Propheten- Abschnitt vorlese, was dann erst R. Juda als gestattet erklärt, -i nDSirsa l'TüCn y» 1*na min* , Meg. c. 4 (3) Ende, und in die gestattende An- sicht stimmt auch die Thoss. c. H ein: '«si^ nnw pip •''^2'"^-''' Es ist demnach natürlich, dass die Uebersctzer bei diesen Bibelstellen stark umschreiben, und dass auch hie und da Versuche zu Aenderungen der LA. gemacht wurden. Ezech. 8, 2 z. B. ist offenbar die LA. der 70 richtig: und ich sah eine Gestalt wie die eines Manues, ^ff; Dies passt zu dem Zusammenhange, indem von den Hüften und der Hand die- ser Gestalt gesprochen wird, und dennoch haben Syr. und Hioron. mit unsemi T. ^>f. . Die heiligen Thiere haben nach das. I, 7 Fussballen wie die eines Kalbes, ^^^.^^^IJ; die 70 setzen dafür immer Flügel, t^z, und das Wp erklären sie nach dem Aram.: schnell, Aquila und Tharg. lesen -3?, rund — was jedoch sprachwidrig, da es Fem. sein müaste — , nur 8ymm. imd Syr. bleiben mit unserm T. der urspr. LA. treu. Man sieht, dass das Kalb, da« so häufig götzendienerisch verehrt wurde, besondcm Anstoss erregte, und daher hat auch unser T. | Kon. 1(1, 19 eine kleine Aenderung erfahren. Der Thron Salorao's hatte von hinten einen Kalbskopf, '^?. ^>'"^, wie die 70 richtig wiedergeben; Syrer, Tharg,, Vulg. und unser T. geben hingegen dem Throne einen runden Kopf '^3^! Den die Schöpliingsgeschichte behandelnden Abschnitt gestattet die Thoss. Heg. Ende ansdrückÜcb öffentlich 344 Torzalesen and zu übersetzen, Q:^nr^i inp: rrrms nvrtt y und es hat wohl nie ein entgegenstehender Gebrauch geherrscht. Der Umstand jedoch, dass man sich veranlasst sah, diese Erlaubniss auszusprechen, beweist, dass dieser Abschnitt wohl Bedenken erregte, denen man nur nicht soviel Raum gönnte, um seine Uebersetzung zu untersagen; doch war es gleichfalls, ähnlich wie bei der Merkabah, untersagt, Forschungen in Gesellschaft über ihn anzustellen. Das Be- denken war, wie die Gem. vielfach bemerkt, man möchte sich an die Frage wagen, was denn vor der Schöpfung der Welt gewesen sei, und ob ein roher, wüster Stoff, ein Chaos immer vorhanden gewesen, das von Gott nur ge- staltet worden, eine absolute Schöpfung aus Nichts aber nicht Statt gefunden habe. Zu dieser AuffassuLg gaben die ersten Verse der Genesis Veranlassung. Dieselben lauten nämlich, nach der richtigen Erklärung Raschids und Aben-Esra's: Am Anfange, da Gott Himmel und Erde (d. h. das Weltall, 2, 1. 4) erschuf — und die Erde war (noch) wüste und öde und Finstemiss auf der Oberfläche des Abgrundes, und der Wind Gottes schwebend auf der Oberfläche des Wassers (d. h. keinem andern Gegenstand begegnend als blos dem Wasser, das Alles bedeckte) — , da sprach Gott: es werde Licht etc. Nach dieser Dar- stellung scheint es, dass jedenfalls Wasser da gewesen, auch von der Erde eine chaotische Masse, die dann durch den Ablauf des Wassers am zweiten Tage zur gestalteten Erde wurde. Diese Auffassung findet sich auch in den Thalmuden angedeutet; sie musste aber namentlich bei der Berührung mit demGriechenthume, gegen dessen Kosmogonie und Polytheismus man die absolute Einheit Gottes und demnach auch die absolute Schöpfung aus Nichts zu beto- nen hatte, bedenklich werden. Daher sind es die 70 zu- erst, welche die neue, dann auch von den andern üeber- setzem adoptirte Uebersetzung aufstellten: Iv 09;^»; fnoir^aiv 6 'd^iogy am Anfange erschuf Gott etc. Dass damals und später diese Erklärung nicht die übliche war, die 70 viel- mehr absichtlich, um Missverständnissen vorzubeugen, diese Umänderung des Sinnes vorgenommen, bezeugt die thalm. Tradition, welche als die erste der 13 ^^Aenderangen/^ die die 70 för ,,Ptolemäus^' gemacht haben, angiebt, sie hätten gesetzt: ITW12 Kn2 D%lb«, das heisst nicht etwa, sie hätten die Worte versetzt — wofiir gar keine Veranlassung vor- liegt — , vielmehr soll damit ausgedrückt werden, dass sie n^W)2 nicht als abhängig vom Folgenden wiedergegeben: am Anfange da, sondern als für sich dastehend: am An- fange, und Dies bezeichnet der Referent gut und in präg- nanter Kürze, indem er TH12 hintansetzt, wo nicht anders übersetzt werden kann, als: Gott schuf am Anfange*). Jedoch es möge an diesen Beispielen der Umwandlung aus ehrerbietiger Scheu vor Gott genügen. Gewissenhafte Frömmigkeit, welche die Wahrung des gewonnenen reinen religiösen Bewusstseins vor einer jeden Trübung bei dem schlichten Bibellcser und -Hörer zu bewahren beflissen war, trieb dazu an, und der Geist gieng ihr über den Buchsta- ben; um jenen nicht zu verletzen, änderte sie diesen. Das ist eine historische Thatsache, die genügend bezeugt ist, fär die noch mehr Beispiele zu häufen, welche als unbe- gründete Conjecturen betrachtet werden könnten, überflüssig ist, die aber auch Wahrheit bleibt, wenn selbst das eine oder andre der angeführten Beispiele bezweifelt oder wider- legt werden sollte**). Zweites Oapitel. Israel, Fremde, Fromme. Schon früher haben wir erkannt (vgl. bes. S. 93 ff), wie die tiefe Verletzung des Nationalgefühls durch harte Androhungen, durch schimpfliche Verkündigungen gegen Israel zu Aenderungen des Textes Veranlassung ward. *) Man hat diese wie andere Angaben der Tradition über die Aen- derungen der 70 yielfach missyerstanden, vgl. noch onten über H^^ and Excnrs über die Mechiltha. **) Die Besprechang des einen noch nnberöhrten Thikkun 4 Mos. 12) 12 wird am Schlosse des niehsten Cap. folgen. SM Diesen Weg verfolgten auch sonst die UebersetMr, und unser Text bat auch später noch desshalb eimselnie kleiiie Aenderangen erfahren. Dass der alten Zeit dieser harte Tadel laraers empfindlicher war und man daher auch Scheu trug^ ihn öffentlich vorzulesen, darüber belehrt uns die Tra- dition. Die Miscbnah Megillah c. 4 (3) fkide berichtet: Q'^b^M^ PH P1V12 p-^lTCTD ^•'« 17D1K iwb» ^21 , ^^EUeser (b. Rjr- kan) sagt| man solle das \(i. Cap. des Esechiel nicht als prophetischen Schlussabschnitt vorlesen.'^ So die Ansidit Elieser s, des Vertreters der älteren Richtung, die jüngere Halachah jedoch stimmt nicht bei, wie uns die Thosa. das. mittheilt : ^:iDb H^rp n%iü irw^ rwv7^^ ojviw mp: d'^it nn jnvi ,,das 16. Cap. des Ezech. wird vorgelesen und übersetzt; einst that Jemand Dies In Gegenwart Elieser's, worauf die- ser sagte: nun, mache doch die Greuel deiner Mutter be- kannt *)!'' Das Anstössige in diesem Cap. ist — wie Mor- dechai Jafe bereits richtig bemerkt — nicht blos die Auf- zählung der Sünden IsraeFs, sondern hauptsächlich die Aussage in V. 3 und 43, dass Israel khanaanitbcher Ab- stammung sei: „Deine Abstammung und deine Geburt ist aus dem kbanaanitischen Lande, dein Vater ist der Emorite und deine Mutter eine Hitthiterin'' und abermals: „eure Mutter ist eine Hitthiterin imd euer Vater ein Emorite." Wir sehn auch die Uebersetzer hier mildem. Die 70 über- setzen zwar •'^5-P mit ^/fa, Wurzel, ebenso der Syr., hin- gegen umschreibt es Symm. (in der syr. Hex.) mit Kniavi\ Geschenk, also das Land, das dir gegeben worden, und das Tharg. mit Wohnort '^*). Den doppelt vorkommenden *) Dafift hier nicht eiuß Anspielang ist auf die Greuel seiner eignen Matter, wie die Qem. ausführen, sondern eine bittere Ironie aber die Vorlesung der Greuel Jerusalem's, ist dem unbefangenen Sinne leicht er- sichtlich. **) An den swei andern Orten, wo dies Wort noch in Eieeh. vor- kommt: 2», 30 (85) und 29, U bleibt das Tharg. zwar bei seiner ein- mal angenommenen Uebers., hingegen sehn wir Theodoüon in der ajr. Hex. die 70, welche da frei übersetsen, durch die uraprüngl. Bed. berich- tigen; Symm. üebers., welche wi? glsiohfialla au 21, 80 in der syr. Hw« 347 Satz aber: „dein Vater ist ein Kmonte und deine Mutter eine ilittbiteriu" umschreibt nicht bloa das Tharg. bis aur vollen Unken ntltchkoit des ursprünglichen Sinnes, sondern auch Symm., von dem wir in der ayr. Hex. zu V. 45 lesen: TTUK finna »inja (i;n3 tj pjn wn i^iiorn c* i'nj« iB-n „ihr seid schuldig, deren Strafe zu tragen, denn im Qerichte erscheint ihr al* ihre Töchter," also nicht wirkliche Abstammung von ilmen, sondern Verwandtschaft in der Sündhaftigkeit! An- dere Aenderungen sind in dieser harten Schilderung Ezc- chiel's besonders in Beziehung auf die das Schamgefühl verletzenden Anklagen der Blutschande vorgenommen, welche im folgenden Caj>itel zusammenhängpnd behandelt werden sollen. Wie sehr nun die Uebersetzer es scheuti-n, Hartes ge- gen Israel auszusagen, dafür findet der aufmerksame Leser überall Zeugnisse bei ihnen; es genügt dalitT, noch auf einige derselben hinzuweisen. 2 Mos. 33, 3 iS^) und dich verderbe. Onkelos aber macht an beiden Orten das gerade Uegontheil daraus und statt „nicht in deiner Mitte Riehen," setzt er: ich werde nicht entfernen meine Herrlichkeit aus deiner Mitte, und: würde ich meine Herrlichkeit aus deiner Mitte entfernen, so würde ich dich verderben. Diese Umwandlung kannte das alte Tharg. nißht, und die wörtliche Uebei-s, hat sieh im j. Th. zu V. 3 erhalten, neben ihr aber ist auch die neuere daselbst ein- gedrungen und ist in V. 5 allein stehn geblieben. Wenn Moses den Chobab bittet, er solle nicht wegziehen, denn er kenne die Lagerstätten in der Wüste, „so sei uns als noch unten. •) Boi Norberg atoht "1 '1 haft iit. Icht gmit klar. Vgl, über das Wort übrig^eni 'tt n , fafts aber gewiss fehler- m Angen (als Wegweiser)," 4 Mos. 10, 31: so war Dies auf- fallend, als habe Israel, das durch die Wolkensäule geftihrt worden, eines Wegweisers bedurft, und sämmtl. Uebersetzer (mit Ausnahme des Syrers) und Sifre deuten es mehr oder weniger um. Wenn neben dem Segen, der Israel beglückt, so si3 in Gottes Wegen wandeln, auch von dem Fluche gesprochen wird, der sie triflFt, wenn sie von Gottes Wegen weichen, wie 5 Mos. II, 26. 28. 31, I. 19*): so übersetzt Dies das j. Th. blos mit dem „Qegentheile," und desshalb deuten auch Onk. und Saad. den Spruch der Rebekka: „auf mich (komme) dein Fluch" I Mos. 27, 13 um (vgl. Oheb Ger S. XII und unten). Auch der Name einer ein- zelnen später nicht unberühmten Stadt, welche der Fluch traf, musste aus diesem Grunde einer kleinen Aenderung unterliegen. Bei Thaanach und Megiddo nämlich war der Kampf, den Deborah und Barak gegen Sisera führten (Rieht. 5, 19), in ihrer Nähe lag die Stadt Meron (Jos. 12, 29. 21), und deren israelitische Einwohner betheiligten sich nicht an diesem heiligen Kampfe; desshalb belegt sie De- borah mit dem Fluche (Rieht. 5, 23). Eine Stadt IsraeFs solcher harten Verdammung zu entziehen, machte man aus dem Schlussnun das blos kürzere Sain, ?ntt aus ]11^**). Ja, die Uebersetzer lassen oft ganze Stellen wegen ihrer Härte zurück, und wie Dies bei den 70 häufig vorkommt, so bezeugt Justiniani, der Herausgeber des Psalmen-Okta- teuchs, dass in allen seinen Handschriften ein Tharg. zu Ps. 69, 39 sich nicht gefunden habe. Aber auch unser T. scheint solchen Rücksichten unterlegen zu sein. Jes. 1, 9 haben sUmmtl. alte Uebers. blos einfach: hätte nicht Gott uns einen Rest übrig gelassen, wir wären wie Sodom ge- worden, hätten Amora geglichen, und das Tharg. sucht nur den Ausdruck zu mildem; daher scheint das in die Mitte gesetzte !:r73r, fast wären wir wie Sodom geworden, erst späterer Zusatz zu sein, und die Accente, im Gefühle davon, da durch diesen Zusatz ein Widerspruch mit V. 10 entsteht. *) Vgl. unten den Sprndi der Thosseftha. **) Vgl. Osar nechmad II S. 87 ff. - 34» trennen ^:yo^ von der zweiten Hälfte des V. ganz entschie- den gegen die Absicht des mildernden Zusatzes. Arnos 6, 8 heisst es: ich verabscheue den Stolz (den Glanz) JakoVs, und nach dieser Uebers.; in die alle Versionen einstimmen^ ist natürlich zu erwarten 2Pn7D, aber den harten Ausdruck entzog man dem Auge und Ohre, indem man ihn in :3Mn73 verwandelte; was das gerade Gegentheil bedeutet: ich habe Verlangen, und wenn auch der ganze Zusammenhang be- weist, dass Dies hier nicht gemeint sein könne, so konnte man es doch nicht über sich gewinnen, eine solche Härte auszusprechen. Eine eigenthümliche Zartheit scheint man in Beziehung auf den Ausdruck ^i:i beobachtet zu haben. Dass Pharao (und die Aegypter) die Israeliten aus Aegjrp- ten vertrieben habe odekr vertreiben werde, 2 Mos. 6, 1. 11, 1 u. 12, 39, war ein verletzender Ausdruck; der Syrer setzt desshalb einfach pcM; das jer. Th. in II, 1 iiD, nicht. *]nn wie Onk. und j. Th. selbst an den beiden andern Orten. Allein bei 12, 39 scheint auch unser T. durch e'me kleine Aenderung dem verletzten Gefühle eine Heilung bringen zu wollen. Der ursprüngliche Text lautete wohl, wie der Sam. ihn aufbewahrt und 70, Vulg. und Syrer ihn wiedergeben, D'^ilW ü^tf'pjj die Aegypter vertrieben sie; schon oben (S. 94) ist aber erkannt worden, dass es schimpflicher erschien, den Druck eines fremden Volkes als den eines fremden Königs zu erfahren, und darum war hier die Empfindlichkeit mehr verletzt, als an den zwei andern Orten, wo das Vertreiben dem Pharao selbst zugeschrieben wird. Man setzte daher, lieber mit anderer Wortabtheilung das Pass.: 'M? ^^13, sie wurden vertrieben aus Aegypten, wo mm die Vertreibenden nicht genannt werden. Auch an einem andern Orte, 10, 11, scheint eine solche Aenderung vorgenommen worden zu sein. Nachdem Pharao nämlich an Moses imd Aaron eine scharf ablehnende Antwort gegeben, heisst es, nach dem Texte des Sam., den wiederum TO imd Syrer wiedergeben: und sie trieben (man trieb, ^^p*^^) sie weg von dem Antlitz Pharao's; unser T. liest in der Einzahl: ü'):i'^1, als habe Pharao selbst sie weggetrieben! Von besonderm. Einflüsse auf die Aenderung der ge- I m setzlicfaen Bestimmungen nnd des Sprachgebraachs, und daher aoch auf manche Umgestaltung des Textes war die Umwandlung, welche sich in der Stellung zu Gliedern frem- der Völker erzeugte. Als im ersten Staatsleben das König- thum in Israel befestigt war, da war das Land ein voH- kommen israelitisches; die übriggebliebenen Reste fremder Völker vermischten sich zum Tfaeile vollkommen mit den Juden oder sie waren Dienende. Einzelne Einwanderer konnten gleichfalls ihren Wohnsitz im Lande nehmen^ und das Gesetz erklärte sie im Ganzen als gleichberechtigt. Mit der Rückkehr aus dem Exile^ wo das Land von den benachbarten Völkern überschwemmt , der religiöse Cuhus des einzigen Gottes durch dieselben sehr ge&hrdet war, schärfte sich das Nationalgeföhl, man suchte dieselben tn verdrängen, namentlich ward der eheliche Umgang mit ihnen verpönt, als Unzucht bezeichnet, die aus solcher Misch- ehe hervorgegangenen Kinder galten als Bastarde, ab „Mamser" (vgl. besond. oben S. 54 f.). Allein die gänz- liche Verdrängung der ausländischen Bestandteile erwies sich als undurchführbar, zugleich aber auch zur Erreichung des wesentlichen Zweckes unnöthig. Der Gedanke des Nationallebens war ein religiöser, und durch Ansehluss an die religiöse Idee vermochte auch der Ausländer ein Ein- heimischer zu werden, er hatte die Bedingung der jüdischen Nationalität in sich aufgenommen, war Jude geworden. Damit war ein grosser wehgeschichtiicher Schritt gethan. Die Religion hatte die Nationalität besiegt, wenn auch die Spuren dieser sich mächtig in jene eingruben. Für die ahe Welt war der Fremde entweder ein allmälig verschwin- dendes Glied, das im Laufe der Zeit sich nationalisirte, oder er blieb ein Unterjochter, der die Schmach seiner Fremd- heit und Niedrigkeit durch die Jahrhunderte mit sich fort- schleppte. Die Religion befreite von diesem scharfen ewigen Gepräge, das sich nur zufällig verwischte; der freie Entschluss des Fremden hob ihn alsbald zur Gleichsteilung empor. Die Religion war nun nicht mehr ein blos Ange- bornes, sie war das Resultat der Wahl und Ueberzeugung, wenn diese auch durch manchen Zwang erzeugt würde. 351 Die geeetelicfae Stellung der Fremden änderte sich damit Tollkommen. Der nicht Ueb ergetretene war ganz unbe- rechtigt, umgekehrt der zur Religion des Judeiithuras sich Bekennende vollkommen dem cingebornen laraeliten gleich, nur mit dem Unterschiede, welchen das herrschende erb- liche Patriciat als sein Privilegium in Anspruch nahm; die hohen Staatswürden, welche den patrizischen Familien vor- behalten waren, blieben natürlich solchen Neujuden ver- achloseen, und ebenso die Ehe in diese bevorzugten Fami- lien. Sonatige Ehen mit dem Neujuden und seiuer Familie waren vollkommen gesetzliche; Eben mit einem nicht über- getretenen GHede eines fremdon Volkes jedoch waren ganz undenkbar, sie hatten gar keine Gültigkeit, die Kinder aus solchem Umgange waren nicht etwa „Mamser," Sprösslinge einer verbotenen Ehe, sie waren vielmehr unehelich Ge- borene, von denen man blos die Mutter kannte, so dass sie auch blos nach dieser bezeichnet wurden: das Kind einer Jüdin war Jude, das einer Nichtjüdin Nichljude. Wenn daher die alte Halachah die Sprösslinge eines ehelichen Umganges zwischen Juden und NichtJuden als „Mamser" betrachtete, ao wich die jüngere entschieden davon ab; diese Sprösslinge waren vielmehr einfach uneheliche, „Mamser" hingegen war das Kind einer aus andern Grün- den verbotenen, aber doch unter religiös anerkannten Per- sonen, unter Juden vollzogenen Ehe *). Dieser geschichtlichen Begriffs entwickelung entspricht auch die Geschichte des sprachlichen Ausdruckes. Ursprüng- lich hiesa der Fremde, der sich dauernd in Israel nieder- gelassen, ein '^?., ein sich Aufhallender, ein Lehnsmann, der zwar seinen Besitz dauernd hatte, dem er doch aber eigent- lich nicht angehörte. So hiesa auch der laraelite, welcher in einem fremden Lande wohnte, wie Abraham unter den Hitthitern, und Israel in Aegjpten, ja so hiessen Überhaupt die Israeliten in ihrem eignen Lande und die Menschen insgesammt auf Erden Gott gegenüber als blosse Vasallen, die das Land von Gott zum Lehn erhalten. Uiess ja bei ') Tgl. U. Jabamoth 4, 13. Kidd. 3, 12 uod (Ibeu die OemRreu. 95% der frühern strengen Stammesscfaeidung, nach welcher ein jeder Stamm seinen unveräusserlichen Besitz hatte und der des einen nicht in einen andern übergehn konnte , selbst der Israeliten welcher sich ausserhalb seines Stammes nieder- Hess, ein "^£! Ein 2ifln hingegen hiess der Beisass, wel- cher ohne selbstständigen Besitz blos als dienendes Glied, als Arbeiter im israelitischen Hause sieh befand. Das Deuteronomium , welches diesen letzteren Ausdruck nicht kennt, fasst auch diesen mit unter "^A^ unter welchem es besonders den armen, hülfsbedürftigcn Fremdling versteht Den Israeliten galten als „Gerim'' in ihrem Lande nicht etwa blos neue Einwanderer, sondern gerade auch die ka- naanitischen Urbewohner, die aber nun keine Heimathbe- rechtigung mehr in diesem Lande hatten. Die unterjochten üeberreste der Ureinwohner, welche zu den schwersten Bau- arbeiten verwendet wurden, nennt der Chronist „Gerim" (2 Chr. 2, 10 vgl. mit 8, 7 ff. u. 1 Kon. 9, 20 ff.; I Chr. 22, 2), und so liegt in diesem Worte eine schimpfliche Nebenbezeichnung, die dann auch, wie früher (oben S. 54) nachgewiesen worden, im aramäischen Dialekte auf das Verbum überging, indem i^Si bedeutet : Unzucht treiben, ehe- brechen. Als jedoch der dauernd anwohnende Fremde sich durch förmlichen Uebertritt zum Judenthume bekennen musste, dadurch aber auch vollberechtigter Jude wurde, nahm das Wort "^A gleichfalls diesen Begriff an; es heisst von nun an im späthebr. Dialekte ausschliesslich : der Neu- jude, das Fem., mehr nach aram. Form: ^?^^'*^. , Neujüdin, das. Verb, im Piel u^d (der späten pass. Form) Nithpael: 1!?, zum Judenthume bekehren, und T?Q?, bekehrt werden, übertreten. Dieser Begriff ist ein neuer ; die jüngeren bibl. Schriften, Zacharias, der jüngere Jesaias, das Buch Esther bezeichnen ihn mit: sich Gott oder Israel anschliessen (brn\^;). Die Worte (Jes. 14, 1): C.Tb:? iJin mb:i, „es schliesst der Ger sich ihnen (den Israeliten) an,'^ sagen aus, dass der Ger als solcher noch nicht dem Judenthume angehört, aber es ist darin der Sprachgebrauch angebahnt von dem sich anschliessenden Ger, der dann absolut zu einem solchen 353 wird % Mit dieser Umwandlcmg der Anschauung über die Fremden und des Begriffes, welcher dem für sie gebräuch- lichen Ausdrucke innewohnt; musste auch die Auffassung der bibl. Stellen sich vollständig ändern. Die alex.-griech. Uebersetzer des Pentateuchs zwar blieben streng bei dem einfachen Worte; ihnen ist "^P. überall ein nQoorjlvrog , ein Einwanderer. Sie bedienen sich dieses Ausdruckes nicht bloS; wo von dem Neujuden im späteren Sinne die Rede sein kann, sondern auch wo nothwendig von dem ausser- halb des Judenthums stehenden Fremdling die Rede ist. So handelt 3 Mos. 25^ 47 von dem Israeliten, der sich aus Noth dem „Ger" verkaufen muss, 5 Mos. 28, 43 wird die Strafandrohung verkündet, es werde der „Ger" hoch steigen, während der Israelite sinken werde; hier ist gewiss unter dem „Ger" nicht der zum Judenthume Uebergetretene ge- meint, und dennoch giebt es der Uebersetzer wieder mit „Proselyte." Die Israeliten werden 2 Mos. 22, 20. 23, 9. 3 Mos. 19, 34. 5. Mos. 10, 19 daran erinnert, dass sie „Gerim" in Aegypten gewesen, und das heisst doch sicher Nichts weiter, als sich in fremdem Lande Aufhaltende; der Uebersetzer giebt es wieder mit „Proselyten," und ebenso 3 Mos. 259 23^ wo sie als „Gerini" vor Gott bezeichnet werden. Wenn an andern Orten, wie 1 Mos. 15, 13. 23, 4. 2 Mos. 2, 22. 18, 3. 5 Mos. 14, 21. 23, 8, der Uebers. sich des Wortes nago^xog bedient, das er' sonst fiir 2V)n ge- braucht, so geschieht Dies nicht, weil er hier den Prose- lyten im späteren Sinne, den Neujuden ausschliessen will, sondern weil ihm im Ganzen beide Wörter synonym sind, ihm vieUeicht auch die Stelle passender schien für den Beisass als fiir den Lehnsmann. An einer Stelle nur wiU er den „Ger" mit Bestimmtheit als den zum Judenthume Uebergetretenen bezeichnen, und zwar dort, wo demselben die Verpflichtung auferlegt wird, das Passahfest > mitzufeiern *) Aach hierin lieft ein Zeugnis«) dass die Stelle von dem Worte 2^1p1 , 13, 22 — womit in der LXX richtig das neue Cap. beginnt — nebst den zwei ersten Versen von Cap. 14 einer spätem Zeit angehört, ein Zusatz, wie wir deren S. 91 ff. mehre nachgewiesen haben. 28 354 und cUs Gebot der imgesaaerten Brote sa erfällni; dm lieh nach 2 Mo«. 13, 43 ff. oar derjoiige Qer da« Paasah mitfeiern und das Opfer mitgeDiessen darf, welcher be- schnitten worden, so schliessl er, dass nnter dem „Qet^^ welchem das. 12, 19 die Strafe der Vertilgung angedroht wird; wenn er Gesäuertes geniesst, nor der Beachmtteiie, der Uebergetretene gemeint sein kann, und setat er den- halb daför nicht n^omt^lvio^y das för ihn diese prägnante Bed. noch nicht hat, sondern den neohebr. ond araniL Ana- druck ftttigagj und denselben gebraucht auch der Uebera. zu Jes. 14, 1, wo von dem Gott sich anschliessenden „Ger^' die Bede ist Allmälig jedoch geht die Begrifbumwandlnng, die mit dem ^k Torgegangen, auch auf den gleichbedeuten- den griech. Ausdruck „Proselyte^ fiber, und in der Ueber- setzung der Propheten und Hagiographen sehen wir schon, dass dieses Wort meist nur dann gew&hlt wird, wo es wirklich Uebergetretene bedeuten kann, während sonst andere Worte gesetzt werden; so dringt das Wort in das Eyang. Matth. 23, 15 und Apgsch. 2, II. 6, 5. 13, 43 ein und wird dadurch zum allgemeinen Sprachgebrauche, der aber nicht auf die frühere Zeit übertragen werden darf! Schärfer prägt sich die Scheidung zwischen dem Gfer als Keujuden, als Proselyten im jüngeren Sinne, und dem Fremdling in den aramäischen Uebersetzungen aus. Im Syrischen hat nun einmal das Stw. 11:1 mit seinen Derivaten die Bed.: ehebrechen ausschUesslich angenommen, und das Wort passte für die Uebersetzung des Ger weder in dem einen noch in dem andern Sinne. Nur der Uebersetaer der Chronik und der syr. Uebersetzer der christlichen Be- gründungsschrifien, des Matth. und der Apgsch., die wohl mehr im jüd. Sprachgebrauche lebten, gebrauchten mv:» ftir Prosely te ; in den andern Büchern bedient sich der Syret nur noch einmal dieses Wortes für den amalekitischen Ger, den Vater des Mörders SauFs, 2 Sani. 1, 13, wo auch das Tharg. dieses Wort setzt und Aquila das noQOixog der 70 in Tigoor'ikvTOi: corrigirt, und man scheint hier den Ueber- getretenen entschieden betont zu haben, weil sonst bei der gänzlichen Vernichtung Amalek's durch Saul ein übrigge- 855 bliebener Anuüeikite nicht wohl denkbar war. Anderswo kommt Miv:i bei dem Syrer nicht mehr vor^ dennoch schei- det er^ namentlich im Pentateuchy sorgfaltig zwischen dem Proselyten und dem Fremdling/ jener heisst durchgehends t^^b iCttyoif Einer der sich zu Gott wendet, nnd diesen Ausdruck wendet er in allen Stellen des Pentateuch's^ EzechieFsy^ auch Zachar. 7, 10 an, wo, seiner Auffassung nach, von dem Neujuden die Rede ist, sonst aber setzt er mi»j^. H2T))r\ während in den andern Büchern durchgehends miior für jede Bed. gesetzt wird^ ausserdem noch äusserst selten MDDM, fyvog *). — Durchgreifender ist die Umwand- lung des Begriffes in der Sprache der Thai^rae. Wie bereits oben nachgewiesen, ist in dem jerus. Dialekte die Spur der ehemaligen Bed. von lU als ehebrechen und inn als Ehebrecher nicht ganz geschwunden, doch wird diese Bed. allmälig verdrängt und durch ^IJI ersetzt; inv^:^ wird vielmehr der Proselyte in neuerem Sinne, und dieses Wor- tes bedienen sich die Uebers. überall , wo i:i eben einen aolchen bedeuten kann, an andern Orten, wo diese Bed. nicht angenommen werden kann, wird ein anderes passen- des Wort gesetzt. Wenn die Israeliten „Gerim" in Aegyp- ten oder vor Gott genannt werden, Abraham und Moses sich als solche bezeichnen, so setzt das Tharg. i"^*! ; ist von Gerim die Rede, welche entschieden als Nich^uden zu be- trachten sind, so hebt Dies das Tharg. hervor durch den Zusatz von bnr. Diese Zwiespältigkeit des Begriffes H, der aus der spä- teren Auffassung in das Bibelwort hineingetragen wurde, wo es bald den zum frommen Juden umgewandelten und 4aher vollkommen gleichstehenden Proselyten, bald im All- gemeinen den in fremdem Lande Wohnenden und speciell *) So Hiob 31, 32, wo der griech. Uebers. dasselbe Wort hat, i^ber wabrsch. ist aach Ps. 146, 9 so st. K:DD73 zn lesen. Castellus ISsst an einigen Orten 10313 für i:) stehn, was auch Bernstein in dem Wb. z. s. Chrestomathie gelten lässt; allein dieses Wort gehört immer zu n^!^> indem in der sjr. Uebers. zuweilen die Wortfolge vertauscht ist. Vgl. noch 0. H, ehron. S. 245 Z. 11 nnd B, U, carm, ed. Lengerhe^ P. II S. 5 (XV, J). 88* 356 den unter den Israeliten weilenden Unbekehrten bedeaten sollte y mnsflte nothwendig aach zn Versacben fiSlireny im Texte selbst zn bezeichnen , wo es niebt den Proselyten bedeute. Schwach sind diese Versuche im Pent. Wo die Israeliten oder einzelne der Erzväter als Gerim in fremdem Lande bezeichnet werden^ war ohnehin ein Hinweis, dass hier nicht von Proselytcn die Rede sei, nicht nothwendig, da die Bedeutung durch den Zusammenhang hinlänglich bestimmt war. Wo von den unbekehrten Fremdlingen unter Israel gehandelt wird, gab gleichfalls meistens der Text schon dadurch einen Fingerzeig, dass er den Ger mit dem 3Vhn zusammenstellte, was in der Halachah dann zu einem Begriffe zusammenschmolz als ycTi i:if unter dem man gegenüber dem pljjt ^\ dem vollkommenen Proselyten, einen blos tbeilweise sich Israel Anschliessenden verstand, indem er nur den Götzendienst unterliess und dadurch die Elr- laubniss erhielt, unter Israel zu weilen. Wenn nun in der Bibel auch diese beiden Wörter, wo sie zusammen vorkom- men, nicht durch das Verbältniss der Apposition zu einem Begriffe sich verbinden, vielmehr durch die Verbindungs- partrikel Wav als zwei verschiedene Begriffe sich abson- dern, so verbinden doch die Accente sie aufs Engste, um sie als gleichbedeutend einander anzuschliessen, was I Mos. 23, 4 durch das Makkef noch entschiedener bezeichnet wird; ja 3 Mos. 25, 47 Hess man das zweite Mal das Ver- bindungswav wirklich weg und schrieb st des ursprüng- lichen 1^1? :3»^n^ i:^^ wie der sam. T., 70 und Syr. lesen, einfach 2Vin. Dasselbe thun die Accente im Deuteronomium, wo der Fremdling neben der Waise und der Wittwe als ein hülfsbedürftiger Ausländer erscheint, dass sie, wenn nicht vorausgehende Partrikeln die Selbstständigkeit des Wortes bezeugen, n: mit ^^^\ aufs Engste verbinden, sowie 24, 17 durch den dienenden Accent und 27, 19 gar durch Makkef. Noch weiter greift es ein, wenn die Accentuation den Sinn zu ändern sucht. 3 Mos. 25, 35 heisst es: Wenn dein Bruder verarmt und es wankt seine Hand bei dir, so sollst du ihn ergreifen (unterstützen) als einen Fremdling und Beisass, und er lebe mit dir. So übersetzen die 357 Textesworte yD^^\^ "»3 12 nptnni ganz richtig die 70, deneti die Vulg. folgt. Aliein dass man seinen verarmten Bruder wie einen Ausländer behandeln solle, war eine dem Miss- Verständnisse unterliegende und das Nationalgefuhl ver- letzende Aeusserung, und die Accente trennen daher das n:^ von dem Vorhergehenden ab, so dass das Ende des Satzes als ein selbstständiges Glied erscheint, und entw. mit dem Tharg. zu übersetzen ist: so sollst du ihn unter- stützen; er wohne, weile und lebe bei dir, oder mit der thalm. Halachah (Sifira z. St., Bar. Baba mezia 71 a, vgl* Mischn. u. j. G. am entspr. Orte): so sollst du ihn unter- stützen, auch den Proselyten und den Beisass, er lebe mit dir. Der Syrer gar scheint den Satz fragend zu nehmen und ihn desshalb negativ zu übersetzen, also wörtlich: würdest du ihn (etwa) ergreifen wie einen Fremdling und Beisass? (Nein), er lebe mit dir, und daher die Uebers. des Syrers: du sollst ihn nicht ergreifen etc., (vielmehr) er lebe mit dir. — Auch 4 Mos. 35, 14 und 15 scheint eine veränderte Satztrennung absichtlich vorgenommen worden zu sein. Nach der allgemeinen Angabe nämlich über die Zufluchtsstädte und deren Bestimmung wird hinzugefügt: Zufluchtsstädte seien sie den Söhnen IsraeFs, und (d. h. : auch) dem Fremdling und dem Beisass seien diese sechs Städte zur Zuflucht. So sind, dem natürlichen Sinne nach^ die Textesworte (üDina 2z^^\b^ i:h^ ^lü'» '»:a^ rü^nn u^p» "»ir ubpT^b rbnn ün:?n üü nr'^nn) bei bw)^ abzutheilen. Allein dass der Ausländer, wenn er einen absichtlosen Todtschlag begeht, in gleich milder Weise behandelt werden und eine Freistatt finden solle, ist der spätem Vorstellung zuwider; sie behauptet vielmehr, dass der Ger Thoschab nur dann eine Freistatt erlange, wenn er eine absichtlose Tödtung wieder an einem Ger Thoschab vollzogen, während er der Todesstrafe verfalle, wenn er eine solche an einem Israeliten begangen habe. Die bibl. Bestimmung konnte daher nicht in einem besondem Satze von dem Ger dasselbe sagen, was von dem Israeliten , sie konnte jenen blos diesem ge- legentlich anfügen; desshalb^ trennten auch 70 und Syr. bei DDin^, die Accente bei dem ersten ni'»%in. — Derselbe Fall 368 einer geftnderien Satstheilung ist das. 15, 14 u. 15. Dort heisflt es: ^^Und wenn wohnen wird bei euch ein Fremd- ling oder der in eurer Mitte ist f&r eure Geschlechter und er macht ein Feneropfer^ wohldoftenden Geruch für €h>tt: sowie ihr es machet^ so mache es die Versammlnng; ein Geseta ist euch und dem Fremdling, der sich aufhält etc/' Mit bnj>r\ schliesst der Sam. den V. und bezieht es su nvF'y so tibersetzen die 70 und offenbar auch das paläst. Tb«, das zu vhnp noch vh^^ hinzuf>, um eben in der ^^ganzen^^ Ver- sammlung auch die Fremdlinge mit einzubegreüen und äet Missdeutung auszuweichen, dass etwa diese allein die Ver- sammlung genannt werden, ein Zusatz, der, wenn mit Snpn der neue V. begönne und als Zuruf genommen werden müsste, ganz sinnlos wäre, da dieses sich dann auf ü^b be- zieht und also ausschliessliche Anrede an die Israeliten ist Während nun das j. Th. die Beziehung der „Vers^nmlung^ auf die Fremdlinge durch den genannten Zusatz beseitigt, lässt der Syrer das Wort ganz weg, und unser T. hilft dadurch ab, dass er bnpn zum Folgenden nimmt, wenn auch dadurch det Satz ganz ungelenk vdrd. • Eine stärkere Abhülfe ist es, wenn auch der Vocai etwas geändert wird. £>enn nur das Hptw. ^ä und die daraus gebildeten in der Bibel nicht vorikommenden Piel und Kithpael haben sich mit dem Begriffe des Proseljien- thums identificirt^ nicht also das Verb, n^i) mit seinem Partie. \ Wo also das Hptw. störend war, konnte man das Part, setzen. Dies scheint geschehen zu sein bei dem Ausdrucke: die „Nachbarin, die Anwohnerin ihres Hauses^ 2. Mos. 3, 23, wo der Sam. nT:i»i, d. h. rinapv liest, wofür unser Text rs^^'^\ ebenso dürften in Hieb Id, 15 die ^^'^ ^"ö in^*^^) umgewandelt worden sein, und man merkt dem j. Th. zu 5 Mos. 1, Id wie Sifre z. St. an, dass man auch da ^■^§ zu setzen versuchte, was aber nicht in unsern T. ein- drang. Besonders gestattete man sich diese Aenderung in den nichtpentat. Büchern, wenn der Ausdrwck von Israeliten des einen Stammes gebraucht wird, die unter einem andern Stamme wohnen; wenn das Buch d. Richter (17^ 7. 19, 1. 16) Leviten (Judäer?), die in Efraim, Efraimiten, die m Benjamin 339 sich aufhalten, dns B. Samuel (II, 4, 3) Benjaminiten, die eich ahrlerawo eine dauemdo St&tte gründen, der Chronist (n, lö, 9) die aus dorn Reiche Israel in das Reich Juda Ueberge treten en D""!? nenDt, so corrigirt unsere Punclalion diese von ihrem Standpunkte fiir Personen, die ihrer Ab- stammung nach Juden sind, unpassende Bezeichnung durch Verwandlung des Zere iu Kamez, während an letzter St. die Ueberaetzer die alte LA. bezeugen, indem die 70 Bchwanken und daher doppelt übersetzen: loüj vgtiaijivttii^ lore nopoijiovyTug, der Svrcr H'Wi setzt. Dasselbe Mittel wandte man an einer Stelle an, Jes. 5, 17, wo die harte Drohung ausgesprochen wird, die fetten Triften ^Israel's) würden die Fremdlinge, O'tü, verzehren: daraus machen die 70 di/u^, Lämmer, also OTl^?, das Tharg. umschreibt: die Güter der Bösen werden die Frommen erben , unser T. macht 0*"'5 daraus, die Anwohnenden, worunter mau andere Israeliten verstehen sollte, wälirend Syr. und Symm. die urspr. LA. wiedergeben. An allen diesen Stellen ist durch die kleine Vocaländerimg der Sinn durchaus nicht geändert, und nur et%va in der let/teren eine Milderung beabsichtigt. Hingegen ist an einer andern Stelle durch eine solche kleine Vocalumwnndelung deren vollständige Verkennung bewirkt worden. In dem letzten Segen Jakob'a nilmlich wird Isb- char (I Mos. 49, 14. I.j) olTenbar mit entschiedenem Tadel belegt, dass er aus Liebe zur Bequemlichkeit nicht den Kampf mit den Urbewohnern unternommen, vielmehr „seine Schalter geneigt zum Tragen, und tributpflichtig, dienstbar geworden," Dies bezeugt auch das Buch der Richter durch bedeutsames Schweigen. Während nämlich die Stämme Rüben, Oad und Halbmanasse jenseit des Jordan bereits BQter Moses, Juda, Efraim und Halbmaoasse diesseits be- reits unter Josua ihren Antheit in Besitz genommen (Jos. c. 15 — 17), bleiben poch 7 Stämme zurück, welche nicht im Besitze des ihnen zuerkannten Antheils waren (das. 18, 2). Nach Josua'a Tode wird uns aber von allen dies- Beitigen Stämmen im er.sten Cap. der Richter berichtet, dass > zur Einoabme ihres Landes ausgezogen, zwar nicht ale- I bald das Ganze erobern konnten, dennoch allmälig die 360 Ureinwohner, wenn sie sie auch nicht überall vertreiben konnten, zinspflichtig machten; nur des einzigen Isachar wird keiner Erwähnung gethan, weil er allein, wie ^ uns Jakob's Segen eben ausdrücklich sagt, die Oberherrschaft der Ureinwohner anerkannt und ihnen Tribut gegeben hat In diesem Sinne nennt ihn daher Jakob Q^'^i^n^ den Lastesel der Fremden, wie der Sam. richtig liest und der aram. Sam. richtig übersetzt Allein diese Schm&hnng Isachar's verletzte später das Nationalgeftthl, wie wir Dies später noch von manchem herben Tadel, welcher gegen andere Stämme ausgesprochen wird, sehen werden; die 70 machen ihn. daher statt „zinspflichtig^^ zum „Landmanne,^' yi(»Qy6gf auch Sjmm. macht ihn noch schwankend zum die- nenden Landmanne, y. vnvjQtxtXvy die j. Th. lassen im Gegen- theile seine Brüder ihm Geschenke darbringen, weil er seine Schulter neigt, sich in der Lehre zu bemühen, Onk. dreht das Verhältniss vollständig um: „er wird bezwingen die Provinzen der Völker, vernichten ihre Einwohner, und die Uebrigbleibenden werden ihm dienen und Tribut bringen,^' nur Aquila und Syrer übersetzen wörtlich, obgleich auch der letztere eine kleine Milderung anzubringen scheint *). Nun aber gar der Lastesel der Fremden ! Aus ihm machen die 70, welche bekanntlich auch sonst eine Scheu vor der Nennung des Esels haben: er begehrte das Schöne,^' indem sie wohl corrigiren öl^"^?11, und ähnlich mit etwas anderer Vocalisation das (in T. j. I aufbewahrte) alte paläst TL: Kn^iwa T?Dn, er hat Verlangen nach der Lehre, gleichfalls corrigirend in ^14 "^2?, mit Vergleichung des chald. Di:i, lernen, studiren; die Uebers. des berichtigenden T. j, H, die neben der alten Uebers. auch in Th. j. I hinzugefugt ist: ein starker Stamm, des Syrers: ein starker Mann und des Onk.: reich an Gütern, geben blos Umschreibungen^ welche ihren Text nicht erkennen lassen, hingegen geben schon Aqu. und Hieron. (ihm folgend Vulg.) den knochigen Esel, den auch unser T. Q?^ aufgenommen hat, und so *) Er setzt für n^r D»^ \'T»1 sonst Kr^nwb üSDn» , hier blos 361 schleppt sich diese LA. fort mit Verwischung dea kräftigen ursprünglichen Textes! Besonders störten auch die aus der Urzeit ohne Tadel berichteten Ehen mit Fremden, Wir haben schon oben (S. 199) erfahren, wie die äthiopische Frau Moses' zu selt- samen Erklärungen Veranlassung gab ; die Stammväter soll- ten bereits die späteren Vorschriften erfüllt haben. Wenn daher von Juda berichtet wird (1 Mos. 38, 2), er habe die Tochter eines Kanaaniters zum Weibe genommen, so machen die Thargume daraus die Tochter eines Kaufmannd, indem der Kanaanitor, der Phönizier als solcher befrachtet wurde, wozu Ber. r. c. 63, sicher nach dem damaligen paläst Th., noch hinzufügt: der ein Liebt dos Landes war, und das gegenwärtige j. Th. hielt es für nöthig noch zu bemerken, dass Juda sein Weib zur l'rosctjtin gemacht! Aehnliche Motive scheinen die 70 veranlasst zu haben, den Adulla- mitlHchen Freund des Juda (das. V. 12 u. 20, ''^i'!!) zu seinem Hirten, viih, zu machen. Saul, der Sohn Simon'», wird das. 46, 9 der Sohn einer Kanaaniterin genannt, und ihn macht das j. Th. zu Siuiri, der kanaanittsch gehandelt habe in Schittim (4 Mos. 25, 6 ff. 14), und das Tharg. zu t Chr. 2, 2 macht die Mutter wieder zu einer Handetsmännin, während nach Andern Dinah eo genannt sein soll, weil sie von einem Kanaaniter missbraucht worden und Simon sie dann geehelicht habe. Amaaa wird 1 Chr. 2, 1 7 der Sohn des Jether, des Ismaeliten genannt, und ebenso stand offen, bar in 2 Sam. 17, 25. Allein dass dieser berühmte Feld herr David's Ismaclitiacher Abstammung gewesen, die vor- nehme Judäerin einen Ismaeliten geehelicht, war hinderlich. Schon die 70 verwandelten daher das -^iHyaC" in "^Nril' '/(£i^tt>jili'ii];, also aus der Stadt Jisreel, während der ÜeborB, der Chron-, des weniger gelesenen Buches, den alten Test lässt; der Vfr. der unter Hieronymua' Namon vorhandenen Quaeilionet zu beiden Büchern hatte noch an beiden Urten die nriprüngliche LA. und bemerkt nur die Verschiedenheit von Jether und Jlthra. Man änderte jedoch dann in Sam. noch entschiedener •bttS'OTi' in ■'"run»', was gar keinen Sinn giebt, liess aber wie häufig in Chr. das Richtige. So 31 nn , hat m sekon der Syr« in SMik, der dms Wort in Chr« gim ivrttok- lässty und so die Thahnude, die in der AoffiMsmg doi Sftidi- verlifiltniasos «Umttlig auf der einmal eingeeoUagenlui Bahn weiter gehn. Während j. Jebam. Bj 3 und danach Midr. Ruth c. 3 und Midr. Ps. 9 den Jethra noch einen Itmaeli- ten Bein lAstt^ kennen dieselben dooh sohon aach die neuere Aneicht, dass er nur symboliecfa so genannt werde, und dieser tritt die b. G. Jeb. 77 a entschieden bei. Es ist schon mehrmals darauf hingewiesen worden, dasi in späterer Zeit der Ausdruck *91^, Syrer, dw äbliehe ftr Götzendiener wurde, und es ist bereits anetkannt (vgL Gesenius im lAe«.), dass der Sjrer desshalb dieses Wort, wo es als Völkemame vorkommt, gewöhnlich mit einem andern ähnlichlaatenden vertauscht Auch der, wahrsch. spätere, griech. Uebersetser an 2 Kön. 6> 28 setzt für tnn das sonst bei den 7U für die Philistäer übliche «UofiUo» (vgl oben iS. 53); 1 Mos. 10, 23, die Söhne Aram's enthaltend, läset das j. Th« ganz weg und das. 22, 21, wo Kemuel der Vater Aram's genannt wird, nennt es denselben: Haupt der aramäischen Zauberer. Dass diese nun je in ehren- veflem Beziehungen zu. Israel gestanden , verletzte das NationalgefbhL Von Mosbitem und Aramäem wird 2 Sanou 8, 2 u. ü gesagt, dass sie dem David zu Knechten wurden, rynsr: *MC9, die ihm Geschenke darbrachten. Das ist jedoch nur eine dem Könige von den Unterthanen au erweisende Huldigung, nicht die Stellung des zur Sklaverei unterjoch- ten Volkes gtgen seinen Si^er; diese aber glaubte man in der Stelle finden zu müssen. Währoad daher die 70 wört- lich übersetzen: qdQ0¥t9Q l^ivMy ändert Dies Sjm. — wie es uns zu V. 2 aufbewahrt ist — in vno fOQov und ihm fol- gend Vulg.: fii6 trihuto. Den Syrer hindert der Ausdruck blos bei den Aramäem, er läset diese di^er, die er seiner Gewohnheit nach zu Edomäem macht, ienrüd **pDtD sein, Tribut darbringen, während die Hoabiter K:^iip ^'D^ sind, C^esehenke bringen; das Th. hingegen hat bei beiden nicht HSy^yp oder MDSnpn, was es gewöhnlich iiir nrutt setat, sondern d*)& ^b&: , Knechte , die för ihre Arbeit Lohn 363 erhalten •) Wiederum sind die Uebereetzer in der Parallel- stelle der Chronik I 18, 2 u. 6 weniger ängstlich, ümso- mehr mussto eine enge ZiisaramensteUung Aram's mit Israel beseitigt werden. Jesaias bedroht in der Prophetie gegen Damaskus das mit Syrien damals verbiindeto Israel in gleicher Weise und sagt (17, 3. 4): Und schwinden wird eine Schutzfeste aus Efraim, das Reich aus Damask, und der Ueberrest Aram's wird sein wie die Herrlichkeit der Söhne larael's. An diesem Tage wird arm werden die Herrlichkeit Jakob's etc. Diese Identificirung konnte nicht geduldet werden. Die 70, denen sich die Accente in unseroi T. anschliessen, verbinden die Worte D^^t *1KC1 mit dem Vor- hergehenden: „das Reich von Damask und der Rest der Syrer" imd umschreiben das Folgende „denn nicht besser bist du als die Sohne Israel's, als deren Herrlichkeit." Der Syrer verwandelt gar Di» in ciEK, das Th. hilft nach, in- dem es von den ausgezeichneten Würdenträgern Aram's spricht (Vgl. Luzzatto z. St.). Eine weitere, vollständig durchgedrungene Correctur scheint in U eberein Stimmung mit diesem ganzen Verfahren in V. 7 vorgenommen zu seini wo statt Aram's, das sich zum Gotte Israel's wendet, der Mensch cittTi gesetzt ist! Derselbe Umstand hat auch zu den vielfachsten Deutungen der 5 Mos. 2fi, 3 von Jakob gebrauchten Worte: '2i(n3K"«iN, ein irrender Aramite war mein Vater, veranlasst. Schon die 70 umschreiben: Syrien verwarf mein Vater, d. b. er verschmähte und verliess es, und ähnlich ist der ältere Spruch in Sifre: apj- T!' m^p isi^TS •*) 112»^ K^lt DIK^, Jakob ging nach Aram nur, um es, d. h. den Götzendienst zu vertilgen. Einfacher, aber immerhin umschreibend der Syrer „nach Aram ward geführt mein Vater" und das In Tharg. j. aufbewahrte alte paläst. 1*. : rriB p apr pa» nru rri: n-it6. Später suchte man *) DiM. CID b2p. "C Dp3 und V "ju; ist in dor tbslm. Lit. alahaii- dsr Ausdrack für deoSneclit, der aeitien Lohn Tandem Herrn etnpffing-t, Tgl. Abotfa I, 3. Berach. 34 a. Saba ballira 36« imd lAnAg. *") nawi? in uniern Aasgg. ist fehlorhaA, nie nicli aus des ErklUreru und der LA. de« Jalknt: Q12N7 ergiebt. aQ4 jedoch Jakob gänzlich von diesem Beinamen des Aramiteu zu befreien^ und man bezog ihn auf den hinzugedachten Laban: ^^der Aramite verdarb oder wollte verderben meinen Vater/' So der spätere Zusatz zum alten Spruche inSifre: TO"»K ^b'^D •«»•)Kn ]A b^ n^r»l , der natürlich mit der früheren Erklärung gar nicht zusammenstimmt^ und ebenso der spä- tere Zusatz im j, Th. : '»'JT p ^"»t ki»*»» .T^atül n^n^T^wb I0?31, wo man gar nicht weiss^ wer verderben wollte, und diesen Sinn drücken dann Vulg. und Onk. aus. Die Punctation ist dieser Erkl. nicht gefolgt, indem sie bei n3i< bliebe und nicht "^-t^ setzte, während die Accente dennoch n5K von «»ÄnK trennen*). ^ Dieselbe Scheu vor der Berührung mit den Aramitem dürfte uns auch den Schlüssel bieten zur Lösung der mannichfachen Schwierigkeiten, welche uns bei der Zählung der in Aegypten sich niederlassenden Familie Jakob's, 1 Mos. 46, 8 ff, entgegentreten. V. 13 wird die Zahl der Nachkommen Leah's auf 33 angegeben, da müsste Jakob mit gerechnet sein; dann müsste aber auch die Ge- sammtzahl der Einwanderer, d. h. mit Ausnahme Joseph's und seiner zwei Söhne, 67 sein, sie wird aber V. 26 blos auf 66 angegeben, die Gesammtzahl hingegen mit Joseph und seinen zwei Söhnen ist dann wieder im folg. V. 70, nicht 69. Bekanntlich hat mm die griech. Uebers. hier manche Abweichung, indem sie namentlich noch Kachkom- men der Söhne Joseph's aufzählt und neben mancher Li« correctheit im Detail die Gesammtzahl auf 75 steigert, eine Summe, bei welcher sie auch an andern Stellen stehn bleibt, wenn sie auch anderswo wieder zu unserm Text zurück- kehrt. Man ersieht daraus, dass hier in alter Zeit manche Correctur vorgenommen worden, und wenn auch unser T. sicher den Vorzug verdient und die Zahl 70 nicht anzu- zweifeln ist, so scheint doch auch bei uns absichtlich etwas weggelassen zu sein. Wir lesen nämlich 50, 23, Joseph *) Vielleicht ist auch Die« die wesentlichste V eranlassong , dass dieses Gebet, welches die Darbringer der Frühfrfichte sprechen sollten, nach der Halachali (Sotah 7, 1. 2) nur hebr. gesprochen werden durfte, 'tmit es in der Uebers. nicht Missyerständnisae eraeuge. 365 habe von Efraim Söhne dea dritten Geschlechtes gesehn, d, h. Efr.'s Enkel und eigne Urenkel, aiich die Söhne Ma- chir's, des Sohnes Mannsac's seien auf seinen Knieen erzengt worden. Auch diese sind nun Enkel seines Sohnes, nnd es ist auffallend, daas nicht weit kürzer berichtet wird, Joseph habe von EJr. und Man. Söhne des dritten Geschlechtes gesehn, und noch auffallender ist, dass hier von Machir ge- sprochen wird als von einem bereits Bekannten, während seiner Geburt noch gar nicht gedacht worden. Wie nun aber, wenn dieser zur Zeit der Einwanderung schon mit- gezählt wäre? Die 70 thun Dies und zwar nach den Wor- ten 1 Chr. 7, 14, und mit ihm ist die Zahl 70 auch ohne Jakob vollzählig; allein er ist der Sohn eines „aramitischen" Kebsweibes, und dieser Abstammung wegen fiel die ganze Relation weg, und in der dann nothwendigen Berichtigung der einzelnen Zahlen entstand nun noch weitere Verwirrung. Auch an andern Orten scheint die Erwähnung anderer Völker bald ira Texte, bald blos bei den Uebersetzern Cor- rectnren veranlasst zu haben. I Mos. 20, 4 lesen wir die auffallenden Worte als Anrede Abimelech's an Gott; c: "lin jTir p*is. Von einem Volke, das bestraft worden solle, ist in der vorausgehenden Drohung Gottes gar nicht die Rede, blos von Abimeleeh allein, und sprachlich ist die Einschiebung dea na in die Mitte zwischen Subst. und Adj. ganz ungewöhnlich; man ist daher berechtigt, als ursprüng- lichen Text zu vermuthen: r ü c;in , wirst Du auch den Gerechten umbringen? Wie aber oben S. H:14 f au einem schlagenden Beispiele nachgewiesen worden, verletzte selbst ein solcher tragend ausgesprochener Zweifel an Gottes Ge- rechtigkeit, und man fügte doashalb, um den Ausspruch zu mildem, das Wort '13 in dem später gebräuchlichen Sinne „ein einzelner NichtJude" (vgl. oben S. 151) hinein, man wollte aber auch nicht einen „gerechten NichtJuden" zu- sammenstellen und trennte gerade desshalb das "la von ims durch das o:i, und noch entschiedener thun Dies die Ueber- setzer, so die 70, welche es geben: *tf*os äyvooiii' xai dUaiov, also äyroovv, unschuldig, der nicht gesündigt hat, hinzufü- gen, ein Zusatz, den schon Ongines kennt und der keines- 8I6 w«g9 01(M86m i8t> ebemsM» das jer. Ttu: ^ 3n ft6i ^nanp nyi itrns '»^ns^ rr^ '^Tan, also nicht ein gerechter Nichtjade, son- dern einer, der nicht gesündigt und der in dieser Saobe^ wor- über er bestraft werden sollte, gerecht erscheinen musSy und Ber. r. c. 52: :nnn p^'^ annn n?. *•« *«. Eine eigenthümliche Scheu scheint auch gewaltet sn haben gegen die Erwähnung Agag's und der Agagiteü. Haman wird im Buche • Esther mehrfach als Agagite be- seichnet; einige Male lässt der griech« Uebers. diese Be- BCAchnung ganz aus, sonst jedoch nennt er ihn bald wie 9, 34 und in dem apokryph, Zusätze zu 8, 1 3, seinen Zeit- begriffen nach, einen Hacedonier, bald wie 3> 1 und 9, 10 (wo ^^Agagi^' in uns. T. nicht steht, wohl aber beim Syrer) Bovr^hß oder rrnyalog (vgl. Grimm im exeg.Hdb. L S. 8t f), ond letztere LA. scheint die richtige, indem man Agag mit Amalek sich als längst vernichtet dachte, während man hingegen nach £zech.'s Beschreibung Gog, den König Ma- {[og^s^ • als den einstigen gefährlichen Feind betrachtete. Daher liest auch der sam. T. 4 Mos. 24, 1 in der bileami- tischen Weissagung, welche nur für Saul's Zeiten passte, dass Israelis König sich über „Agag^^ erheben werde, da- fbr Ti^j und damit stimmen nicht blos die 70 überein, son- dern auch Symm. und nach cod, CoisL auch Aquila, während die beiden j. Th. diese Erwähnung Agag's und Andeutung SauFs zu erklären suchen« Noch energischer hat man ihn jedoch in V. 23 abgewiesen, und hat ihn uns nur die Emen- dation in den 70 erhalten. Von V. 20 an ist nämlich jener Vernichtungskrieg gegen Amalek unter Saul vollständiger dichterisch beschrieben. Zuerst schaut Bileam Amalek und verkündet seinen Fall, dann (V. 21) die Keniten, welche unter den Amalekitern wohnten, die daher Saul vor dem Kampfe zum Abzüge auffordert, damit sie, weil befreundet nut Israel, nicht mit vernichtet würden, und die wi^'klich abzogen (I Sam. 15, 6). Von ihnen singt der Dichter : Fest ist dein Sitz (nun unter Israel), und setze in den Fel- sen (bei dem Sieger) dein Nest; denn nicht sei*) zur Ver- *) Dy als Sobwvr qmI VtraidieraBg: et sei nichtl nichtung Kain, bis dftss Aschur dich zu Gefangenem macht, d. h. bis du mit dem Reiche Israel in's Exil wanderst. Und nun wendet sieb der Dichter zu Agag, den Saul am Leben gelaasen, der aber von Samuel umgebracht wurde (I Sam. 15, 8 f. 20. 32 f), mit den Worten: wehe, wer bleibt loben vor Samuel! Der ursprüngliche Text lautete Bämlich : ^K'«?? ~'"' '» "W "ifiK'i i^cs KT*i :jK. .iJJ >fp,. Die 70 hatten diesen Text noch vor sich, sie machen jedoch dar- aus wieder Gog (was in den Ausg. zu Og corrumpirt ist), und natürlich wissen sie nun mit Samuel Nichts zu machen, theiien das Wort in zwei und lesen (und ihnen folgend der Syr. und unser T.) ^*< ifs^f:. Allein die LA. in einem Worte hat sich in mehren Mapten erbalten (vgl. Norzi, Kennicott und de Kossi), und nicht minder setzen alle thalm. Erkliirungen ein Schiu und nicht ein Sin voraus. So die wahrscheinlich ülteste antichristl. Deutung, die in cnseni Ausg. Sanh. 106 a fehlt, aber von Raschi und Jal- kut angegeben wird: ^H aiC3 TOSr n"n»EJ v::» ■"■»(•), also von 0??, so auch die andere Erkl.; wehe dem Volke, das da Bein wird, wenn Gott seinen Söhnen ein Lösegeld bestimmt, also von dem nachbibl. ait, schützen, und wiederum mit Dff sich verbindend die Erklärung in den die Macht des Islam vor Aogen habenden Pirke R. EÜeser c. DO: Weil Ismael den Gottesnamen in sich trügt, dämm sprach Bileam: wehe dem, der leben wird in den Zeiten dessen, in dessen Namen El istt — So haben wir hier noch mannichfache Spuren eines alten Textes, der aber andern Anschauungen weichen musste! Wir haben die Scheu kennen gelernt, mit der man bei den Urvätern dem Eingeständnisse ihrer Ehen mit frem- den Völkern auswich; diese Scheu beschränkt sich jedoch nicht darauf, Alles vielmehr, was den Ahnen, natürlich denen, bei denen man Frömmigkeit voraussetzte, einen Makel anheftete, ward in der Uebersetzung beseitigt. Man- ches wohl auch im Originale leicht geiindert. Hören wir ■) Dies Dach die Quelle de« nnbekannteu Compilatori, den Kircb- beim iQ Frankers Uoiittschrift B. IV S. 106 A. nennt. ^8 darüber wieder vor Allem die Tradition! Die AGschnah Megillah 4 (3), 10 lehrt: n»n nri^ ,üy)rr^ vh^ inp: p'»»i rwm fttain*»» vh) y^Hiip^ Hb pjWKi m nw» D'»:nD hd^j^» „Die Erzäh- lung von Rüben (seinem Vergehn mit seines Vaters Kebs- weibe Rilhah, 1 Mos. 35, 22) wird wohl vorgelesen, aber nicht übersetzt, die Erzählung von Thamar (das. Cap. 38) wird vorgelesen und übersetzt, dessgleichen die erste Er- zählung von (der Anfertigung des goldnen) Kalbes, die zweite zwar vorgelesen, aber nicht übersetzt, der Priester- segen (4 Mos. 6, 22 ff), die Geschichte des David (mit Bathseba, 2 Sam. Cap. II und 12) und des Amnon (mit Thamar, das. Cap. 13) werden weder vorgelesen noch übersetzt Die Thosseftha z. St. (c. 3 Ende) ergänzt und modificirt diesen Bericht: T»W3in?5 K^l y^Knp: T'?5:iin»1 y^^ tr» WM ^T\m ^t n«7r?5 D:nn»^ mp: n-rKia n w?d ]''tt:-)n» «bi ]>inp: k^ Mip: )WHi b:^:^ nw» D^in»^ «np: iwni mirr» nw» D:nn»i inp: löw in»i ^"»nntt in» «n*» «b t^^ito'j ^Kip: ni^n» ni^bpn o^-ire^ l^öjintti T^Kip: ni^na«? rwwi nnnw )b)^ rn ittu hvi ir»nn»n nbn ny\m) Kip: v3K '»«7**^03 ü)bv2H nw» d^itoi mp: ittn^ ^äk nvr» ojinntt «!)i «ip: pwi nrow • • • c* om»^ »np: nra:^ üi^*« nüms 'ui nnba n« ssü'»^ pwi ^b•'^ ^dm «np nvi«? ^b»ij p rr^ima hüj^äi bii7 ni&a^ inn« k^k D:nnn bn ny^nob itt«i iw d*»:» 3pr» ^ w»i «ivj'»^ irw :3inD iw «^n rn© '»d Di?n nK n«??: »•)'»i nr nn D:?n "p n«>r röjhpn b:^ T^rub '•küi dik i*i( iti^^k p p:??Dü -i^i i?:» ^kd» orn nK 'n mp: Kb i?Dü ro^ in nüi??s D^r?:n iitid n?^b prm Tvnt^ r^^wn^Qt 1D"^1D n»b?s iDiDm c:inw K^V „Manche Stellen werden (ohne Scheu vor Erregung des Anstosses) vorgelesen und über- setzt, (andere) vorgelesen, aber nicht übersetzt (und wieder andere) weder vorgelesen noch übersetzt. Vorgelesen und übersetzt wird die Schöpiungsgeschichte, die Begebenheit von Lot mit seinen zwei Töchtern (I Mos. 19, 81 ff), die des Juda mit Thamar, der erste Bericht von der Anfer- tigung des Kalbes, die Fluchandrohungen (3 Mos. 26, 14 ff. *) Hier folgt die Stelle aber das 16. Cap. des Ezecli. und über die rkhabab, die oben S. 346 nnd 348 mitgetheilt sind. I 300 5 Mos. 28, 15 ff), doch soll nicht Einer (mit der Vorlesung) anfangeii(, dann in der Mitte aufliören) und ein Anderer Bchliessen, sondern wer sie (zu verlesen) begonnen, soll auch den ganzen Abschnitt beendigen,, femer aämmtliche Verwarnungen und Strafbc Stimmungen, die Begebenheit des Amnon mit Thamar, des Ahsalom mit den Kebaweibem seines Vaters (2 Sani, 16, 22) und die von dem Kebsweibe in Gibeab (Rieht. Cap. 19). Vorgelesen und nicht Übersetzt wird die Erzählung von Rüben ; Chananjah b. Gamliel las einst in Akkho die beiden Verse I Mos. 35, 22 und 23 und sagte dem Ucbersetzer, er aollo nur den letztern über- setzen. Femer der zweite Bericht vom Kalbe, das ist von 2 Mos. 32, 21 — 25 und noch V. 35; daraus schlieset Simon b. Elasar, es sei nicht angemessen, eine üble That zu ent- schuldigen, denn durch Aaron's Eutschuldiginig sonderten sich die Ketzer ab. Weder vorgelesen noch übersetzt wird die Geschichte des David mit Bathseba, doch unterrichtet der Jugendlehrer ohne Unterbrechung." Zu den von der Mischnah nicht beanstandeten Stellen fügt nun die Thoss. hinzu solche, die wegen ihrer Heilig- keit besondere Scheu einflössen. Zuerst die Schöpfungs- geschichte, welche bereits oben S. 343 ff besprochen wurde, ferner die Flüche wider den Ungehorsam, die Warnungen und Strafbestimmungen. Die Flüche, welche in feierlicher Weise von den Priester-Leviten auf dem Berge Ebal ge- sprochen wurden (5 Mos. 27, 14 ffj, durften zwar nur heb- räisch vorgetragen werden (Sotah 7, 2. 5), wohl um die Feierlichkeit zu erhöhen; beim regelmfissigen Vorlesen aus der Thorah aber durften selbst die direct an das Volk ge- richteten übersetzt werden, wenn auch hie und da die Aus- drucke gemildert wurden (vgl. oben S. 348), und die Vor- schrift iemer galt, diese harten Androhungen sollten nicht von ihrem Anlange, der sie nur auf den Fall des Ungehor- sams beschränkt, losgetrennt werden. Die Unthat Lot's mit seineu Töchtern, Absaloms mit den Kebsweibcm neines Vaters, der Benjaminiter gegen das Kebsweih des Fremden brauchte man nicht zu verhüllen; es waren Tbaten, die ihre Strafen in aick tmgea. Uebereiustimmend sprechen sich A S70 beide Quellen aus über die Ik'zählang des Juda mit Tha- mar, die^ wie die Gem. richtig bemerkt, ihr Anstössigea in den Augen des Volkes verlor, da Jada sich reumüthig ab den Schuldigen bekannte; dessgleichen über den allgemei- nen Bericht von der Verwirrung Israels durch Anfertigung des goldenen Kalbes, eine Geschichte, die hinlänglich be^ kannt war und von Israel in der Wüste nicht auffiel. Hin- gegen erlaubt die Thoss. selbst die Uebersetzung der Am- non's Unthat gegen Thamar berichtenden Stelle, während die M. sogar die Vorlesung derselben im Originale unter- sagte. Wii* sehn hier, wie man immer mehr jene alten Rücksichten aufgab; Amnon's Unthat war eine im Davidi- schen Hause begangene Blutschande und sie wurde nur durch den nicht minder sündigen Absalom gerächt, kaum von David selbst missbilligt, das verletzte früher, aber man verschwieg darum doch nicht später diese ganze Geschichte. Der Ausgleichungsversuch, welchen die b. G. zwischen den abweichenden Ansichten der Mischn. und Thoss. macht, ist natürlich ohne Halt ; die Abweichung hat ihre geschichtliche Berechtigung und Erklärung. Wichtiger ist uns die Betrachtung der Stellen^ deren Uebersetzung oder gar Vorlesung unterbleiben soll. Wir hören hier zuvörderst, dass man die Ehre des ältesten der zwölf Stammväter, Ruben's, zu schonen beflissen war, indem man seine blutschänderische That mit seines Vaters Kebs- weibe nicht übersetzt wissen wollte. Schon frühzeitig schei- nen auch mit dem Texte der zwei Verse 21 und 22 Ver- suche gemacht worden zu sein, um die Unthat Ruben's zu mildern. Diese Verse scheinen an eine andere Stelle ge- rückt zu sein, als sie ursprünglich eingenommen haben; der Zusammenhang nämlich verlangt, dass auf einander folge die Geburt Benjamin's (V. 18), — welche den Tod RacheFs bewirkte, der nun Jakob ein Denkmal errichtete (19. 20) — und nun der Bericht, mit Benjamin seien die Söhne Jakob's zwölf gewesen (V. 23), während V. 21 und 22, Jakob's Abreise und Ruben's That, erst nach der Auf- zählung der Söhne ihre Stelle finden dürften. Man hat sie aber absichtlich versetzt^ um gerade den Rüben, nachdem 3TI bereits sein Fehltritt gescLehen, ala Erstgebomen Jakob'B aofzQzabieu. Eine iiistorische Spur von der Verrüekung dieser Verse bieten uns die 70, welclie V. 21 vor V. 16 setzen. Eigenthümlich ist aiicli den beiden Veraon die un- gewöbuliche dreimalige Benennung Jakobs tils Ittrael; das scheint nicht zufällig zu sein, ea sollte vielmehr die Gedan- ken des schlichten Hörers von der Urzeit ablenken und auf eine spätere Zelt hinfuhren, wo es ein Israel aU Ge- sammtheit gab, so dasa er glauben mochte, die That sei nicht von dem Stammvater Hüben, sondern von irgend einem Späteren gleichen Namens begangen worden. Wo wir sonst nämlich in der Genesis Israel für Jakob ge- setzt finden, dürfte ea gleichfalls nicht bedeutungslos sein; Jakob wird ao genannt, wo er mit besonderer Vorliebe sich Joseph oder auch dessen Bruder Benjamin, also den Söh- nen Rahel's sich zuwendet (1 Mos. :(7, 3. 13. 43, ß. 8. 11. 45, 28. 46, I. 2. 29. SO. 47, 29. 31. 48, 2. 8. 10. 11. 13. t4. 2l), während ea sonst auch in der Geneais blos als das Gesammtisrael erscheint oder poetisch im parallelen Gliede zu Jakob, und es soll der Gedanke an die Bevorzugung Josepb's durch Jakob ferngehalten werden, es sei dieser Stamm vielmehr blos im Reiche Israel der vorzüglichste gewesen. An einigen Orten mögen noch andere Gründe mitgewaltct haben. So boten 46, 4 die Worte: „und ich werde dich auch (aus Aegypten) heraualuliren," den Anstoas, dass Jakob doch nicht mehr aus Aegyplcn zurückgekehrt, vielmehr dort starb, demnach die Verkündigung Gottes, wenn sie sich auf Jakob bezöge, nicht eingetroffen wäre; die 70 fügen daher ein: eis tii-iK, zuletzt, womit angezeigt werden soll, dasa nicht Jakob selbst, sondern später seine Nachkommen wieder Aegypten verlassen werden, auch das j. Th. umschreibt; ich werde dich dort erbeben, deine Kin- der aber von dort wieder heraufb ringen, imd unser T. beugt dem Mi asvevständ niese vor durch den doppelsinnigen Namen Israel, der ebensowohl Jakob wie das ganze Volk umfaasl. Einem andern Anstoss begegnete man 47, 31; Jakob, licisat es dort, bückte sich vor Joseph, ihm wegen der Zusage dankend, dass er seine Leicho in das väterliche Erbbegräb- 34* 372 niss bringen wolle, und zwar n^n W) bp ^ wie wohl richtig 70 und Syrer lesen, die Spitze des Scepters berührend, wie wir Dies als Zeichen der Huldigung auch bei Esther 5, 2 finden. Dies war es aber, was als unpassend erschien, dass der Vater seinem Sohne huldige; giebt ja selbst das j. Th. zu 46, 29 als Orund an, warum Jakob's Jahre soviel kürzer waren, als die seiner Ahnen, und dass Jakob am Halse Joseph's geweint habe, weil er sich beim Einzüge in Aegypten vor ihm gebückt habe, da er ihn nicht als seinen Sohn erkannt habe*)! Aus demselben Grunde fägt der Sam. 2 Mos. 18, 7, wo es heisst: und es ging Moses ent- gegen seinem Schwiegervater und er bückte sich, hinzu: nü)Db. den Sinn umkehrend, dass nicht Moses vor Jethro, sondern dieser vor j^nem sich gebückt habe, während die Mech. z. St. die Lehre daraus zieht, man müsse seinen Schwiegervater ehren**). Natürlich war es nun hier auf- fallend, wenn Jakob sich vor seinem Sohne bückt und die Spitze von dessen Scepter huldigend berührt; den Scepter beseitigte man, indem man •'^{PP? las, wo dann die Worte 'D vtn bv eine ebenso überflüssige, wie des rechten Sinnes ermangelnde Beifügung sind***), aus Jakob ward Israel, um den Gedanken von dem alten Vater abzulenken, und endlich wird in Th. j. 11 und Vulg. aus der Huldigung vor Joseph ein Anbeten Gottes, wohin dann auch „das Haupt des Lagers^' gedeutet wird, weil die Schechinah an dieser Stätte des Kranken weile. Wir dürfen demnach mit Recht auch an dieser Stelle, wo Ruben's That berichtet wird, ver- **) V?sn (beiJalk.: 112D:3 ^H^i) TI2Db plW DIKH «.Tu 'ntt«:p''?5» Diese Stelle ist den Casuisten (vgl. Tur und Schulchan arach joreh deah c. 240 Ende) entgangen, wenn sie auch in der 'Sache einstimmen. ***) Die Parallele 1 Kön. ), 47 ist nicht zutreffend. David ist dort bereits als hinfällig geschildert, und desshalb wird von ihm ausgesagt, dass er auf dem Lager gewesen, aber ohne ^Hl , Jakob aber erkrankt erst später, 48, 1 und ist zur Zeit, als er an Joseph sein Verlangen stellt, trotzdem dass seine Tage sich dem Sterben n&hern, in voller Rüstigkeit zu denken. — AuchSifre zu 5 Mos. 6, 4 scheint noch Hp^H gelesen und „Stamm** erklärt la haben. 373 muthen, es sei absicbtlicli Jakob in Israel Diugew&ndelt. Damit begnügte man sich aber noch immer nicht, man ent- zog vielmehr die Stelle dem der Ursprache unkundigen Hörer ganz, indem man sie iiniibersetzt Hess und dessbalb bei der Öffentlicben Vorlesimg die beiden Verse, nämlich V. 22 beginnend mit -n'l und V. 2^ beginnend mit rri'i, »usammen als einen las, und daher schreibt sich dann auch die doppelte Accentiiation; flir die richtige Satztheilung hat Vkic ein Silluk, dem dann die vorhergehenden Accente entsprechen, und es wird sogar ein voller Abschnitt liier geschlossen und tritt eine Pethuchah ein, für die öffentliche Vorlesung jedoch erhielt daa Wort ein Athnacb, und dem entsprechend werden die vorausgehenden Worte accentub-t (die erstere Art der Accentuation heisst taam thachtbon, die letztere taam eljon*). Endlich aber wird später Rüben gar in Schatz genommen, mau machte ihn zuerst zum reuig B&ssenden (Sifre a. a. O. Ber. r, c. M) und endlich wird der als ein Irrender bezeichnet, welcher Rüben als einen Sünder er- kläre (Schabb. 55 b. j. Th. au St.). Diese Rücksicht hat sicher auch im Segen Jakob's 19, 4 ihren Einfluss geübt. Die Worte irin^K, welche Rüben den Vorzug absprechen, deuten die 70 dahin: du mögest nicht femer aufwallen {uv ff^'^rs, sie lesen nicht anders, sondern deuten um, ea auf inc zurückbeziehend), und ebenso die j. Th.: du wirst nicht fürder sündigen, und was du gesündigt, wird dir ver- I •) Der Ver8z»lilii[tK nai-.li i t d«h r mit l"n-lBi. neuer V., uod iwnr V. 38 M heginne n; von cmer Piska in der Mitte des V. ist bier keine Bede. Eine solche doppelte A ccontn Btion, wo gle cbfnlls die eine die richtig e VeMahlheilung »ngiebt die a. ndere basonde re Zwecke der Öffeot- liehen Vorloanng m Aofe hat, findet sieb auch bei dera Dekalog sonohl im Exodas aIb &□ el. im Deuter Dnom; für die uffenttiche Vorlesung tat dar Abachoitt in 10 Verse nach den zehn Geboten gctheilt, imd zwar «chlieNnt hier der ernte V. mit D*137 , während nach der gewöhnlichen Eintfaeilung 13 Verae »Ind, deren er.iter mit '-C achliasst. In alle un- sere Ausgaben sind da Irrlhiimer eingedrungen, welche dorch g^enane AnfinerkBainkeiC auf die Zahlenangaben in der Mass. zu berichtigen sind, wie iah Dies schon im J. 1837 im 3. Bdo der wissensch. Ztschr. f iüd. Tbeol. 8. 147 S und S, 463 ff erörtert habe. Herr Isaak Beer scheint diäten Anfsats nicht gekannt za haben nnd bat daher im Orient 1851 B. 200 ff Ibeils Bekanntes mederholt, theits Unriobtiges nnfgestellc. S74 aiehen werden. Die Schlussworte ^)^ "^^^^ aber btetan erhebliche Schwierigkeiten dar; wir lesen nur an dieeer Stelle mir als Lager im Sing., während es sonst überall (Ps. 63, 7. 132, 3. Hieb 17, 14. 1 Chr. 5, 1) im PL vor- kommt, die 70 aber haben das Suffix „mein'^ nicht Dürfte man nun nicht erwarten, dass die dem 7«2M *«2DV79 parallelen Worte ursprünglich gelautet haben nn^5 "^SQT^ und diese bq deutliche Rede dann geändert worden? Es ist auch wohl nicht zufällig, dass im T. j. 11 der ganze Sohluss von "O an fehlt. Auch im Segen Moses 5 Mos. 33, 4 wurden die auf Rüben bezüglichen Worte der Umgestaltung unterwor- fen. Ursprünglich hiess es: es lebe Rüben und sterbe nicht, doch sei er gering an Anzahl, "MDD^ ^ü*^ ^^*''», wie richtig die Vulg. Diese Härte kehren andere Uebersetzer um, es deu- tend: viel an Anzahl, was aber gegen den hebr., ja wider den semitischen Sprachgebrauch ist*). Dieser Deutung jedoch entsprechend wurde das *»n?d geändert vom Sam. in ^^9, von unserm T. in ^''?J^. Bei dem letztgenannten V. begegnen wir auch einem Versuche, den hart behandelten Simon zu Ehren zu brin- gen. Er wird nämlich im Segen Mosis ganz übergangen, und wir finden in vielen Mspten der 70, dass für das zweite Glied der Anrede an Rüben Simon als Subject ergänzt wird. Härter jedoch als mit Stillschweigen straft ihn in Verbindung mit Levi Jakob in seinem Segen. Simon und Levi, sagt er 1 Mos. 49, 5 flf, sind Brüder, Werkzeuge der Gewaltthat sind ihre Abstammung ( Dn**ni272 ), in ihren Batii komme nicht meine Seele und in ihre Versammlung eine sich nicht meine Ehre, denn in ihrem Zorne haben sie einen Mann erschlagen und in ihrem Wohlwollen die Seh- nen durchschnitten dem Stiere ; verflucht sei ihr Zorn, denn er ist mächtig und ihr Grimm, denn er war hart, ich will sie vertheilen in Jakob und zerstreuen in Israel.^^ Diese Härte mildern die Uebersetzer vielfach. Sam. und 70 lesen **) Dass *)CD73 sählbar, also geringe Anzahl bedeutet, weist Gesen. u. d. W. nach, so anch im Arab., Tgl. Koran 12, 12: SlVlJ? D^^m. parallel dem DDD prt, wozu der Comm. des Elfbrar: SlK2i^ HP^K "IDl nnbp ir» S75 3» D^jrj ^^? j sie vollendeten die Gewaltthat ihrer Natur, so dass mit dem einmal von ihnen Verübten ihrer Gewaltthä^ tigkeit ein Ziel gesetzt ist; während DiTmD» von dem Syrer richtig mit „ihre Natur" wiedergegeben wird — was wohl auch die Umschreibung der 70 bedeuten soll — , von Tb. j. U „von ihrer Jugend an'', von Onk., gleich dem Tharg. in Ezech. (vgl. oben S. 346) „in ihrer Wohnst&tte," ändert es unser T. in Dn**r^'»?.^, wohl in Bezug auf die das Wort mit fid^aiQa combinirende Deutung, und j. T. I scheint gar "i?? lesen zu wollen. Den folg. V. deuten Syrer und Th. auf die Vergangenheit, dass Jakob nicht in ihrem Rathe gewesen sei, also kein dauernder Tadel fär die Zukunft "*"), und das Zerstücken des Stieres war Symm., Aquila, dem Syr., j. T. I und Onk. zu hart und sie lesen iw y Mauer, und etwas Aehnliches liegt der Relation der thalmudischen Trad. zu Grunde, wenn sie meint, die 7ü hätten geändert, in ihrem Zorne tödteten sie einen Stier, im Wohlwollen ein gemästet Rind **). Den Fluch gegen den Zorn wendet der Sam. ab, indem er "^^W st. nn« liest, die j. Th. geben ihm die Wendung, Sichem sei verflucht gewesen, gegen das sich der Zorn der Brüder gewendet habe. — Wie un* ser Text und namentlich die Uebersetzungen den scharfen Tadel gegen Jisachar abgewendet haben, ist bereits oben (S. 359 f) besprochen worden. — Selbst einen Ausdruck bei Juda, der durchaus keinen Tadel aussagen will, finden die Uebers. anstössig; dass seine Augen vom Weine röthlich, 'b'h^n, sein werden, (V. 12), scheint ihnen kein Vorzug und sie umschreiben es. 70 und Aqu. — die an dems. Aus^ drucke Spr. 23, 29 keinen Anstoss nehmen — übersetzen hier mit den beiden j. Th. und der Vulg.: fröhlich, während Onk. sich in noch weiterer Deutung ergeht So wurden die „schwachen^^ Augen der Leah 1 Mos. 29, 17, r\)y)f welche allerdings einen Tadel im Gegensatze zu RaheVs schönem Anblicke ausdrücken soUen, was 70 mit da^iVBigy *) Ueber die Aenderong **1.;!^ ")jyi ygh oben 8. 319. '^) Vgl Ezcors über die Mechütha. S7« Vulg. Hppi, j. Th. n und Syr. p^n (wie es auch in aher Zeit in Palästina übersetzt wurde, Ber. r. c. 70 nnd you Castellns richtig mit: schwach, triefend erklärt wird) Th. j. I mit p'^r'^S, mit einem Fehler am Ange behaftet^), wiedergeben, in späterer Zeit gleichfalls anstössig and um- gedeutet Darum verwies Jochanan dem paläst Uebersetier (Ber. r. a. a. O.) die Uebersetzung p^DT; die Augen dei- ner Mutter, fahrt er ihn an, waren wohl triefend, Leah's Augen waren vielmehr erst schwach geworden vor Weineii| weÜ sie befürchtete, sie, als die Aeltere, werde auch dem altem Sohne Isaak's, Esau, zufallen. Die b. G. (Baba bathra 123 a) geht noch weiter: Wie? von einem unrein^i Thiere wird der schmähende Ausdruck in der Bibel um- schrieben, und die Frommen soUten geschmäht werden?^ und sie erklärt niDT gleich niDTW**), die ihr verliehenen Ga- ben seien lang, zahlreich gewesen. Und demgemäss über- setzen Aqu. und Symm.: zart, fein, und Onk. gar: schön! Solche zarte Rücksichten sind so tief eingedrungen, dass sie oft nur mühsam aufgefunden werden können; wir begnügen uns noch einige nachzuweisen, bei denen histo- rische Spuren noch den ursprünglichen Text bezeugen. Als Rebekka den Segen, welchen Isaak dem Esau zuge- dacht, dem Jakob zuwenden will, setzt dieser ihr entgegen, er sei glatt, während Esau behaart sei, sein Vater möchte ihn betasten, und so bringst du, sagt er 1 Mos. 27, 12, über mich Fluch und nicht Segen, worauf die Mutter pas- send antwortet: auf mich (komme) dein Fluch. So, ^^?1 lesen einige sam. Hdschriften, wie audi Abu-Said übersetzt, und der Syrer; diese Aeusserung fand man aber in dem Munde Jakob's gegen seine Mutter unpassend und corrigirte in .'TiKSni , wie schon die 70 haben, und Selbst die Antwort der Mutter deutete man dann um (vgl. oben S. 348). Als *) Vgl. M. Bechoroth 7, 8. So setzt auch Byr. WJIli für y^^ 2 Sam. I, 9, ■)*»¥ Jes. 18 8, n^JT^B Hiob 21, 6, also Schwindel, Verfin- Bterung, nnd K?DTI KI^X heisst rubor oculi, **) Vgl. noch ben Efraim bei A. E., Samuel b. Meir und den Ka> rHer Aharon in Mibchar z. St. 377 nun Jakob den Segen empfangen, Isaak dann aber aeinen Irrthum erkannt, spricht dieser erschrocken zu Esau: Wer war es denn, von dessen Wild ich gegessen, und den ich dann auch gesegnet? Und es war als Esau die Worte seines Vaters hörte etc. So hat Hitzig richtig gelesen : 'IJI snB3 '13:1 0"= °- i.i:-l=*tl. Hierin liegt aber ein entschie- dener Missmntb Isaak's darüber, dass Jakob wider seinen Willen den Segen erlangt habe, und man musste diesen Ausdruck ändern; man las '\'i2, fügte nocli ein n'H' hinzu, so dasa die Worte hm* -\ri2 Dl für sich einen Satz bilden, der gerade das Gegentbeil von dem ursprünglich Beab- sichtigten aussagt : auch mag er gesegnet sein, d. h. hat er den Segen auch aus Irrthum erhalten, so bk'ibe er ihm -dennoch, und um die Selbstständigkeit des Satzes noch mehr zu sichern, setzte man auch dem d; ein Wav vor. So lesen Sam. und 70, und das Wav vor üi wird von der Maas.*) als eine alte, aber irrige LA. vermerkt, wohl auch vom j. Th. ausgedrückt, und erscheint auch im Jalkut. Später kehrte man wieder zur ursprünglichen LA. zurück, jedoch nur insoweit als der neue beabsichtigte Sinn es zu- liesa. Das Wav wart" man weg, das alte *n'i und das neue .TiT Hess man nit;ht nebeneinander, aber man beseitigte jenes und behielt dieses, die LA. "ir.a und die Abtrennung der letzten Wörter zu einem besondern Satze ward bei- behalten. Allein auch dieses, dessen dem Zusammenhange so widersprechende, aber geflissentliche Tendenz in die Augen springt, und das auch durchaus unbebr. ist — es müsste vielmehr heissen nvi"' Hin D3, vgl, 48, I!) — , ist sicher auch nicht alt. — Selbst daran, dass David nicht im Panzer gehn konnte, dass er ihm, weil or nicht daran ge- wöhnt war, zu schwer gewesen, nahm man Anstoss. Denn offenbar hiess es I Sam. 17, 39: f^^i, er ennattete, wie 70 und Sym. übersetzen und Meinster (bei Luzzatto zu Jes. t, 14- vgl. oben S. 61**) richtig vermuthet; schon Syr. u. Th. umschreiben „er wollte nicht," und so machte man *) Vgl. Usei. Gnalia im Bachat. Waw in der Rubrik: "^n p 3"K 118 daraus ^, er wollte, vennchle et. Aber neb den S«te bTM ¥h bis *M in V. 14, bietet die Uebersetzung des Syrers in V. 8 und 9 interessante Aufschlüsse. Er übersetzt V. 8: Ich gab dir die Töchter deines Herrn und die Frauen deines Herrn in deinen Schoss, und ich gab dir die Töch* ter Israel's und Juda's, und sind sie dir zu wenig, (sprich doch,) so will ich dir noch gleiche Anzahl hinzufügen. Er liest also ^f an beiden Stellen st unseres rf^^ \ Dies passt 370 vortre£Bich in den Zusammenhang, stellte aber David als von Bo ungozälimtcr sinnlicher Lust dar, dass man die Äen- derung vornalim. Im folg. V. sehen wir den Vorwurf wegen Uriah's doppelt ausgedi-iickt, aber in geänderten Ausdrücken ; das eine Mal heisat es: Uriah den Hitthiten hast du mit dem Schwerte erschlagen, das andere Mal: uud ihn hast du getödtet mit dem Schwerte der Söhne Ammon's. Das Letztere scheint eine mildemdo Variante flir das erBtere zu sein, daa aber nebeu der Aenderung geblieben ist^ der Syrer hingegen hat es zwar auch doppelt, allein an beiden Orten mit gleicliem Ausdrucke „getödtet mit dem Schwerte der Söhne Ammon's. In weit entscbiednerer Weise wurden die Rücksichten gegen die Priester, die Diener des Heiligtluiius, die Ab- kömmlinge der zadokitischen Herrscher, den Mittelpunkt der Aristokratie beobachtet. Was sie vornahmen, war von besonderer Würde getragen und von erhöhter Feier be- gleitet. Während Benedeiungen und Gebete aller Art, von Laien gesprochen, in jeder beliebigen Sprache vorgetragen werden durften (Sotah 7, I), durfte der Priestersegen, die feierliche Aussprache der Androhungen durch die Priester- Leviten, die Anrede des priesterlichen Feldberrn an daa Volk, ja selbst die biblisch festgestellten Aussprüche des priesterlichen Gerichtes *) bei der Chalizah und bei dem Knicken der Kalbin wegen eines Mordes mit unbekanntem Mörder, sogar die spilter erat angeordneten Benedeiungen, welche der Hprieater am Versohnungstage seiner Vorlesung aus der Bihcl folgen lässt, nur hebräisch gespiochen wer- den (das. 2). Der Priestersegen aber wird in der Mischnah MegiUaii, die uns zum Leitfaden dient, für so heilig er- ]därt, dasa die ihn enthaltenden Verse bei der regelmässigen Vorlesung aus dem Pentateuche ganz übergangen werden ^H offen *) DaM dar Abacbaitt dar verdäclitigen Fmu, d. b. die Worte, welcha der Prioster za ihr Hpreclieii sollte (4 Mob. 5, 19 S), nicht %ai die hebr. Sprache beschränkt ist, beruht in dein doppolten Umstände, inaa die Frau es vorstebn musste und daas mau die Ehebrecherin der öffentlichen BeschKinuDg Hiusctzea wollt*. lemm^ mnien 9mA ibenelBt wcrdoi; die k. Gl d^db «dbeml in 4er TkMc «idbt — die man wogar fthrhÜch der IL bcikgem wolfee kil in den üeberwlaii^en ynskbA bcnckfeet. Li gsben der 70 steht Y. 27 rar Y . 24^ dns wffl omprfini^ieh dieser nebst Y. 25 and 26 gans gefeUt hal^ spiter dsnn an anreebt»' Stdk hinaogefigt worde; im y Tb. stebt zuerst das bebr. Original, nadibfir eine üdier- setzong^ die frkdenun erst späterer Zosatx ist^ nnd in Tie- len Hdscbriften und Ausg. des Onk. febk die Stdk gani^ ▼gL JMzzBtto in Obeb Qer z. St and daaa mdne Ztscbr. B. III 8. \W. Bedenklieb Csnd man aacb BOielstelkn, welche die Pflichtmässigfceit der den Priestern ziemenden Abgaben za schwächen schienen. So lesen wir 1 Sam. 9, 24; der, Koch habe dem Saal die Elbrenstficke, nämlich Schenkel und Schwanzstück, *^^^] V^^y vorg;el^; allem diese Ehrenstficke waren der Antheil der Priester and durften von keinem Nichtpriester, wie Saal es war, gegessen werden. Die thalm. Trad. (j. Meg. 1, 12. b. Abod. sarah 2) a, vgl. mit Sebachim 120 a a. Midr. Sam. z. St) weiss nun ganz wohl, dass anter diesen dem Saal dargereichten Ehrenstücken nichts Anderes gemeint sei, als die za Priester- gaben bestimmten Theile, allein sie meint^ die Anhöhe, aaf der das Thier geschlachtet worden, habe geringe Heiligkeit besesson, und da seien auch diese Theile den Nichtpriestem 2U oii«en goütattet, eine Behauptung, die nur dieser St ihre Entstehung verdanken kann, aber mit dem ganzen Gesetze der Priesterabgaben im entschiedensten Widerspräche stebt Die 70, welche piü sonst immer mit ßpaxUov übersetzen, wählen hier einen andern Ausdruck, xotlt'a, und lasseu rrljtt ganz weg, und unser T. macht die monströse Form -TS^Ol daraus! Bei der Aufstellung der Geräthe der Stiftshütte wird auch von dem Bocken mit dem Wasuhwasser ge- sprochen und hinzugefügt (2 Mos. 411, 31): und es soUeu waschen daraus Moses und Aaron und seiiH:; Söline ihre Hände und ihre Füsse. Hier (vgl. den folg, V.) ist mit voller Bestimmtheit ausgesprochen, dass auch Moses den Tempeldienst verrichte, während früher für alle Verrich- tungen kein bestimmtes Subject genannt wird, also Aaron hinzugedacht werden kannte. Die thalm. Tradition behaup- tet bekanntlich, die ersten acht Tage der Stiftuhütten-Ein- weibung habe Moses den Dienst verrichtet, und auf diese Zeit beziehe sich auch hier die Erivälmung des Moses, Anders der Sam. ; er corrigirt den Text dahin, dass Moses daraus (nicht sich, sondern) dem Aaron und dessen Söhnen Hftndeu. Füsse gewaschen habe, -21 (ohneWav) pn« 'li '?3 V""''!; die 70 lassen den ganzen V. weg. Dass Rucksichten auf die gesetzlichen Bestimmungen manche kleine Aenderungen erzeugten, lässt sieh von vorn herein voraussetzen; ich weise blos auf eine hin, die eine grosse Dunkelheit über ein ganzes Wort und manche Stelle verbreitet hat. Das Wort f^^tf'? kommt sicher von 1)t& und ist gleiehfalls mit Sin zu lesen; es bedeutet demnach den vollständig geformten und gesäuerten, aber noch nicht gebackenen Teig. Mit dieser Bed, aber kam man 2 Mos. 12, 34 in Gedriinge; niimlich die späteren Gesetzesbeatimmtingen verlangten , der Teig dürfe am Padsahfeste gar nicht gesäuert werden, so wollte man auch nicht, dass die Israeliten bei ihrem Auszuge aus Aegypten gesäuerten, wenn auch nicht aufgegangenen Teig mitgenommen haben sollen. Man las daher das Wort mit Schin, und so trat Etymologie und Bed. des Gesäuertseins in den Hintergrund, ja während man es an andern Orten (2 Mos. 7, 28. 5 Mos. 28, 5. 17) doch bei der Bed. Teig- trog Hess, will die thalm. Trad. es hier als Ueberreste er- klären, eine Erkl., die in Onk, neben der ursprunglichen Eingang fand, und die sich auch bei dem griech. Uebers des Deuter, findet. Schärfer mnsste die Aenderuog noch rs , cb ■ 382 an einer andern Stelle vorgenommen werden. Das Mann« nämlich sollten die Israeliten nach 2 Mos. 16, 10 ff. täg^ch auflesen, von dem Aufgelesenen Nichts für den andern Tag aufbewahren, und wenn Dies dennoch geschah, ward das Aufbewahrte untauglich; nun lasen sie aber am Sabbathe das Doppelte auf, und auf ihre Anfrage darüber an Moses sagte dieser, sie sollten nur wie gewöhnlich für den heuti- gen Tag kochen und backen, was dann übrig bliebe, soll- ten sie auf den andern Tag, als den Sabbath, an welchem kein Manna falle, aufbewahren als den zum Backen be- stimmten Brotteig n'iKt^TDb (V. 23). Diese LA. bewahren uns die 70 und der Syrer, erstere, die überall, wo es vor- kommt, mit dem Worte nicht ganz im Reinen sind, über- setzen anodijittjf wie im Deuter, das neben demselben vor- kommende ictd , letzterer setzt KT'ip, womit er auch 12, 34 rr^W wiedergiebt, und das natürlich nicht mit Cast fri^dns gedeutet werden darf. Allein nach dieser LA. würde sich ergeben, dass die Israeliten zwar am Sabbathe das Manna nicht aufgelesen, aber den von dem vorigen Tage aufbe- wahrten Teig erst am Sabbathe zubereitet hätten; da ab^r dieses den spätem gesetzlichen Bestimmungen widerspricht^ so änderte man das Wort in m)sr>ttb. Dieses wird jedoch nur von emem als Heiligthum aufbewahrten Qegenstande gebraucht, wie V. 32 ff und 1*2, 6, nicht aber von einem zu eignem Gebrauche verwahrten. So scheint denn das Wort niKüTD überhaupt ziemlich in Vergessenheit gekom- men zu sein, und es wurden dafür andere Formen gesetzt, die Unklarheit in die Stellen brachten. So liest wohl der Sam. 4 Mos. 6, 3 richtig: D"»2:rn^i}^??, ein Traubenteig, während unser T. das ganz ungewöhnliche ^'^ hat; so ist rvitrp in 2 Sam. 13, 9, mit welchem die Lexikographen Nichts anzufangen wissen, wiederum nur unser Wort, und endlich ist Ezech. 20, 40 02^r\)H'm n^Wl^ das, wie das Th. richtig erkennt, vollkommen identisch ist mit DDYlD^^J^ TP^Hl 44, 30, eine Corruption aus '^"VJft^ '^* Kehren \^ir jedoch zu den Priestern zurück! Die Hei- ligkeit, welche diese umkleidete, musste besonders dazu veranlassen, Stellen, in welchen Tadel über sie und nament- lieh über iliro Ahnen ausgesprochen wurde, zu mildern oder zu verhüllen. Beispiele davon haben wir bereit» S. 8Ö und S. 272 kennen gelernt; ein anderes Beispiel bietet uns die Tradition mit der Stelle von der Anfertigung des goldenen Kalbes. Soweit dieser Abschnitt einen Bericht über die Sünde des ganzen Israel enthält, mag ci- üben^ctzt werden; sobald aber Aaron als dabei betheiligt crBclieint, soll die Stelle nicht übersetzt werden, imd die richtige Begründung der j. G,, es sei der Öffentliche Tadel eines Einzelnen nicht zu vergleichen, d, h. weit hUrter und habe daher mehr An- recht auf Verschweigung, mit dem einer Qeaammtheit*), ist dahin zu ergänzen, wenn dieser Einzelne eben der Hpr. Aaron ist. Wir dürfen nun mit Recht voraussetzen, dass in der Stelle, welche für Aaron schimpflich betrachtet wurde, auch einzelne mildernde Aenderungen versucht wurden, namentlich aber da wo nicht speciell von ihm gehandelt wird, er aber dennoch nothwendig mit vorkommt, seine Er- wähnung möglichst beseitigt wurde. Die schonende Rück- sicht gegen Aaron bemerken wir schon in dem Berichte des Deuteronomiums über diese Geschichte, 9, II S, wo Aaron's Botheiligung gar nicht em'älmt und nur durch den Zorn Gottes wider denselben und Mosis Gebot für ihn V. 20 angedeutet wird; Ps. 106, 19 übergeht ihn ganz und gar. Allein auch der Bericht im Exodus ist ofl'enbar ge- mildert. Das Volk bringt, nach 32, 3, die ]goidnen Ohr- ringe dem Aaron; dieser nimmt sie, macht daraus ein Kalb, und offenbai- ist er es daun, welcher Israel mit den Worten anredet; dieses ist dein Gott, Israel, "'?**'! ist nämlich V. 4 mit den 70, tlnev, zu lesen, und der PL, der dann auch in die 7Ü hineincorrigirt wurde, ist spätere Emendation, und es ist nicht unwahrscheinlich, dass ursprünglich in diesem V. auch nach njl'l noch pn« gestanden habe und dann blos beseitigt worden sei. Aaron baut nun einen Altar und ruft (V. 5): ins nj .in ; Dies kann doch keinen andern Sinn haben als die Bestimmung eines Festes für den eben an- gefertigten Götzen auf den andern Tag, das an ihm auch ') m:s3 iiss 1*:^ nasa Trp -w^a nsn vh. 384 wirklich gefeiert wird (V. 6), und sollte filr den Oötsen der Ausdruck 'n gebraucht worden sein? Ohne Zweifel stand ü'S^bvh oder etwas Aehnliches ; allein dass Aaron dem Eiiibe ein Fest angeordnet habe, mochte man nicht sagen^ er soll es vielmehr, wie die Midraschim und j. Th. deuten, dem wahren Qotte bestimmt haben, wenn er auch äusserlich dem Drange der Umstände nachgab, und man änderte dess- halb in nb. Am andern Tage werden (V. 6) Opfer dar- gebracht; wer brachte sie dar? Die 70 übersetzen im Sing., also ^^*'^« ^A'^i, Aaron brachte sie dar, wie Dies in der Natur der Sache lag, und wie auch das erst später als Subject hervortretende D^n beweist; wiederum lenkt die Correctur in den PL von Aaron ab. V. 25 wird nun das Volk in seiner Verwilderung dargestellt, wie Aaron es ver- wildert hatte, pn« l;?"!?^ die j. Th. machen daraus, das Volk habe sich seines Hauptschmuckes entledigt, Abusaid macht gleichfalls das Volk zum Subject: denn sie hatten den Aaron entehrt, und Dies mag vielleicht die Schreibung njTß bezwecken wollen, als solle gelesen Werden •^PP; doch drang dieser Versuch nicht durch ^). Nur halb gelang auch die Aenderung in V. 35. Gott strafte das Volk, hiess es wohl ursprünglich, wegen des Kalbes, das Aaron gemacht, b:^ y^r^t^ nw 1W b:^^ ; man woUte A. beseitigen und corrigirte b:^n riK WJ? IWH br, die drei Schlussworte zurücklassend, allein alter und neuer Text erhielten sich neben einander,, und so entstand ein schleppender Satz, den die Uebers. in ver- schiedner Art sinnvoll zu machen versuchen. Hierher gehört nun endlich noch der eine „Thikkun Soferim," den wir im vorigen Cap. unerörtert gelassen. Miriam und Aaron vergehn sich wider Moses, 4 Mos. 12, 1 ff, die erstre wird für Aaron mit durch Aussatz gestraft, A. nun bittet für sich und sie, und sagt: mögen wir doch nicht sein wie ein Todtes, an dem, wenn es aus dem Mutter- schosse hervorkommt, die Hälfte seines Fleisches verzehrt ist Diese alte LA. ^1^ bezeugt nicht blos die Trad., son- dern auch der Syrer, und nicht minder die starken *) Ueber DH^^TSp^ Himt^^ vgl unten. 385 Umschreibungen der aadcni Ucbers. Sich Aaron, den Ho- henpriester, mit dem Aussatze, wenn er auüh nicht selbst da- mit behaftet war, in Verbindung zu denken, die höchste Hei- ligkeit mit der schirapflichaten Unreinheit, war so widerlich, dass man das Ganze auf Miriam beschränkte; allein dann bat der Satz seinen wahren Sinn eingebüsst. A. nümlich bittet, sie, er und Miriam, möchten nicht zusammen einem todten Kinde gleichen, dessen Hälfte, also hier Mir., ver- zehrt sei; wird Mir. allein mit einem todten Kinde ver- glichen, ao ist nicht ihre Hälfte, sondern sie ist ganz ver- zehrt. A. fasst die Strafe auf als sie beide trefTcnd, wenn sie auch blos an Mir. sichtbar war, und er bittet fiir beide, wie er es bereits in V. 11 thut; wird blos Mir. als das todte Kind bezeichnet, dann bleibt er ganz unbctheillgt. Dies soll er eben nach der sjjäteren Anschauung; denn von den Frommen soll, wie wir es oben in dem thalm. Satze als Grundsatz aufgestellt fanden, nichts Schimpfliches ausgesagt werden. Drittes Capltel. Schamgefühl und Anstatid. Die classische Stelle der Mischnah und Thosseftha Megillah Ende, welche uns bisher zum Leitfaden gedient hat, belehrt uns noch femer über eine Rücksicht, welche zur Umwandelung in der Uebersetzung, aber auch zu Aeii- derungen des Textes Veranlassung gegeben, und welche wir hier noch eingehend besprechen müssen. Die erstere sagt: initt ]'pntir> n-tvz nJ2ün, „wer in den über Blutschande handelnden Stellen umschreibt, den heiast man schweigen." Die letztere behandelt nicht ganz denselben Gegenstand, aber ähnliche: niK lu; n^B'r iniK pip -Küb ni3in:n niK-psn ^; 11J3 nJ32B' iniK i'-iip .^;?3T■• avun mpn bs n:biv-< intt d*ki En»n on-'^ji ^»"^ nn mnoVi ehkis rw byznb '\ü2 .iirnna d-:t3i zpn psn T'iip niKxmb DisT-i iniM nmp p aioin' 'st orn is nutiim? nn-'Bri mi mias bv -WJ kvib »»Is laros inw „Alle Stellen, in denen 966 ein den Anstand Yerletzender Ausdruek steht^ Heet mit einem anständigeren, so för rvbvSTy S Mos. 28, 36^ and überall wo noch dieser Ausdruck vorkommt, n^^ir, ferner flir Q^r3^, das. 27, und wo dieser Ausdruck Mmst tmch. vorkommt, D^'inü, ferner (ftr B'»3i'*^n, 2 Kön. 6, 25) D'^jran, (für Qn'^iq und on^jM^, das. 18, 27 und Jes. 36y 12) omtl und ürvhn ^^, (für niKvjlPj^, 2 Kön* 10, 27) nwirab. Josna b. Korchah sagt/ das Letztere liest man, wie es goschraben ist, da «s nur dem Gk5tzen eum Schimpfe gereicht^ L Beü^chten wir zuvörderst den Spruch der Misch- nah ! Sie spricht von mildernden Ausdrücken, die man bei den gesetzlichen Stellen über Blutschande (3 Mos, 18> 6 ff. 20, 10 ff) anwendet, und tadelt diese Abschwächung, indem sie vorschreibt, man solle dem, welcher sich ihrer bedient, Schweigen auferlegen. Sie verwirft im Interesse strenger Gesetzlichkeit einen sicher früher herrschenden Gtebraach weitgetriebener Decenz. Schon im Deuteron, finden wir gegenüber dem Leviticus diese Rücksicht auf die Deeenae vorwaltend. Im Ganzen enthält jenes Buch wenig von die- sen Vorschriften, und wo es von ihnen spricht, 23, 1 und 27, 20 ff, gebraucht es niemals den im Levit. üblichen Aus- druck nnr (HKI) nba, sondern entweder ganz allgemein 2Dü D^ , oder bei dem Umgange mit des Vaters Weibe die feine Wendung V2K »"pD n^:j , den Rockzipfel, welchen der Vater über sein Weib breitet, aufdecken, vgl. 'IJ^ te^jp (Eeedi. 16, 8. Ruth 3, 9) und das späthebr. rrh^ Oi:iS) vybtD vrt (vgl. oben S. 188). Man mag sich wohl auch solche Um- schreibungen im Levit. erlaubt haben und die M. dagegen ankämpfen; allein hauptsächlich bezieht sich der Tadel der M., wie sich ans dem Zusammenhange ergidi)! und die Ge^ maren es erklären, auf die Paraphrasen der Uebersetaer. Unmittelbar nämlich nach unserer Stelle folgt in der M. die im ersten Cap. oben S. 303 f behandelte Stelle Übor Moloch und dann die im zweiten Gap. S. 368 besprochenem Abschnitte, welche nicht übersetzt werden sollen, und so darf man mit Recht behaupten, dass auch unser Spruch die freien Uebersetzungen triffb. Gerade so wie man nämlich ein weiteres Eingei^ in die Stellen Über die Merkhabah md äie Sohfijifung' für bedenklich hielt (oben S. 348 '9fP^ 80 war auch da« Besprechen d«r Stellen über 61utnchaiK^'4 selbst im kleinaten Kreise verpönt (M, Cliagiga 2, I : XKm nihvz ni'iM l'mn), und Diea veranlasste auch die üebei*-'! aetzer die Btclleii bis zur Unken nütchkeit Kir iinisclireibeii| 1 and oben Dies verwirft unsere Miscfanahstelle. Dies besa>-4 gen aiicb die zum Theile entstellten und daher roisBverstaa^l denen Worte der Ocmaren. Die j. ö. beiuerkt: 'i-nna <-u39i'^4 rmtn »n"iMi 'isnt ((n*"il'a, die b. G.: vm ii^p 'pi* 2"i 'Äl I TOIÜ T^p'- Die beiden Geuiaren niUnlich bezieben sich attffl die in ihren Gegenden üblichen Thargumc und die in die*^ selben aufgenommenen oder dort versuchten UniBchrcIbungenj M Dem paläst. Th. ist der Ausdrtick nrr an sich nicht aB'4 slössig, ttn'iy, welches es dafür setEt, entspricht vollkoai' j meo dem hehr. Ausdruck, und bedeutet demnach nicht bloM I „die Schamtbeile", sondern überhaupt Schmach, es S^m braucht ihn daher auch gleich dem Texte von der „Blössfil des Landes" I Mob. 42, 9 und 12; das Wort ist ihm dem^l nach auch nicht obscön, wenn es mit ."iS; und n»"! con«truirt- 1 wird, sobald es nur iiifhc in blutschitnderischem Sinne aa- J gewendet wird. Von Harn, der die Blosse seines Vaters I siebt, I Mos. 9, 22, wie von Sera und Japhetli, die sie h»- j decken, oder 2 Mos. 28, 42, wo die Rede ist von den Prie« J 8tem, die die Scham bedecken sollen, scheut das Th, diesen] Ausdruck nicht, und ebenso be» dem Verbote, auf Stufea m «um Altare zu schreiten, damit „die Scham nicht «ntbltisBl J werde," 2 Mos. 20, 22. Anders jedoch vorfahrt es in doli * Stellen des Levit., wo der Ausdruck von der Blutschande gebraucht wird; hier umschreibt es ilm durchgehends mit »rnji -la, „die Scham verachten, verächtlich behandeln," gerade wie das (babyl.) Tharg, Rieht, 19, 2 mi , buhlen, weil Dies ihm vom Kebsweibe, als einer nicht ehelich Ver- bundenen, zu stark schien, mit 1D3 , das im bab. Th. go- wöhnlieb für daa hebr. ma steht, wiedergiebt*). Dieee Uebertragung nun, welche den blutschänderischen Umgang *) AiKh die 70 liabeii »ffeubar ffleichfatls mit Absiclit hroiftv9Ti mit AnklSQg ■□ vofttih identificiren. Dasselbe Wort wendet das Tharg. zu den Propheten an oder das milde »un oder gar Hos tvb , während es der Syrer gewöhnlich wörtlich flbersetzt *) 16, fl. 22. 23, 29, wührend es 16, 30 suBgebllpn Ut. Cast. udJ Hieb. Sberffuhn diese Bed. des Wortes and ob«ii«o das entsprecheade yiS im Ethpeel, welches wir in der Poschito Hab. 3, 8 lesen. 390 Allein diese Räcksidit auf die Decenis greift viri tinler ein und bat in einer nicht nnbeträchtlicken Anzahl von Bibelstellen Aendemngen veranlasst, welche das Obsoöne entweder ganz verdecken oder doch mildem sollten. Das Wort nr\:^ selbst hat man mit ^^ vertauscht Wenn Eze- chiel in seiner, von tiefster sittlicher Entrüstung getragenen, an Erbitterung streifenden Strafrede gegen Jerusalem, zum Schlüsse die Umkehr Israelis neben der Sodom's veikün- digt und selbst in seiner Wiederaufnahme seiner Demüthigung gedenken mnss, dass es nicht besser sei als Sodom: so spridil er auch (16, 37) von der Selbstüberhebung IsraeFs, bevor seine Blosse aufgedeckt war, '^V!^*^^^ nuts^^ allein man setzte dafür y\pi. Was hier auch in unsern T. eindrang, ward anderswo gleichfalls versucht, wich aber der späteres Sorgfalt um Wiederherstellung der ursprünglichen LA., und so übersetzen die ?0 das. V. 87 die Worte TniV TT»^:i> mit anoKaXiipw tag xaxiag oovj also ^V^* Soweit geht unser T. selten, das Wort gänzlich zu beseitigen, woU aber ändert er die Construction, um wenigstens die Härte des Aus- druckes in etwas abzuschwächen, und dazu genügte mei- stens eine leichte Aenderung, namentlich der Aussprache, d. h. der Vocalisation. Dazu forderten besonders Stellen auf, die nicht blos gegen die Decenz Verstössen, sondern die freche Geilheit schildern, in denen nämlich nicht blos vom Entblüsstwerden der Scham durch Andere, sondern so- gar von der Selbstentblössung die Rede ist, von jener fire- velntlichen Selbstzerstörung alles sittlichen Gefühles, der gemeinsten Selbstentwürdigung. Und wird Dies gar in der Anrede gesagt, so musste es der Versammlung, welcher die Stelle vorgelesen wurde, als die schneidendste Anklage ge- gen sie selbst klingen. Diesen Misston musste man in etwas besänhigen. Wenn z. B. der jüngere Jesaias die tiefe Entwürdigung Babels darstellen will, so kann er Dies nicht schärfer zeichnen, als indem er es als gemeine Dirne vorfuhrt, die durch Selbstenthüllen ihrer Reize zum buhle- rischen Umgange auffordert. „Nimm die Mühle, sagt er 47, % mahle Mehl, enthülle deinen Schleier, entblösse das Gesäss, enthülle die Lende, überschreite Ströme/^ Sohon 391 diese Worte aind stark genug. Das Mahlen fassen wir in seiner ganzen aittlicbüii Erniedrigung, wenn wir nns der Verwünacliung Hiob's (Hl, (0) erinnern: so luögo einem Ändern mahlen mein Weib, und über ihm sich krummen Andere, ein Aunsprucli, der den 70 so aeharf klang, dass sie Btatt des Mahlens setzen: gefallen, ä^iaat (Vulg. scbrofT: (Torif)n fit), und die letzte Hälfte ganz umschreiben: tu dt rt/niü t"iv t(iJftnoii)iiij, und der Syr. gar: vielmehr mahlie meine Frau tur Andere und bück an fremdem Orte! 'b- iat das verhärtete, erweiterte bit und vielleicht ab»ichtlicho Correctur dafiü-, ^;v nämlich hängt zusammen mit bcc, wovon das mischnaitische 'fy^^'^ oder 0*^5 '.^^Cfi (Niddah 9, 8. Thoss.Jebam. c. I« [b. das. 8» b] Bar Schab. 9üb), aucli beimSyr.u.Th.: derherabhangendeMutterBchoss. Dicsom ent- spricht ^iSf oder im Dual ^''Pt'O , das nur bei dem Prie- stergewande Meül von dessen herabhangendem Theile ge- braucht wird (2 Mos, "28 und :19), sonst aber durchgehends von dem weiblichen Schainthcile (Jer. 13, 2'2. "26. Klgl. 1,9. Nahum It, ä) oder von dem Gesäsee Überhaupt, nati> (Jes. 6, 1). Davon abgeleitet ist die Bed. in derMischnah: Un- tertheil des Gefässes, gleichkam worauf es sitzt. In der ursprünglichen Bedeutung kommt hier das ähnliche hz'C vor. In gleichem Sinne führt nun der Prophet V. 3 fort: „Ent- hülle deine Scham, zeige deine Schmach," denselben Ge- danken der Selbsten twünligung weiter ausführend, also: •jnD-in Cit-CT) -itl^! CJ T'^J' '"'-ri' "^5. Diesen stajkcn und Allen verständlichen Ausdruck änderte man jedoch in das Pass. um: n?i? und i^^l?, was wir dem Schriftsteller selbst nicht beimessen können, der nimmermehr seinen Spott von der tiefsten sittlichen Selbsterniedrigung zur blossen Beschämung abgeschwäelit hätte, wohl aber dem späteren Zartgefühle, welches die bekannten Ausdrücke milderte, wHhrend es die früheren minder bekannten ungeändert liess. Auch Eze- chiel stellt in dem schon mehrfach besprochenen Cap. 16 Jerusalem sowohl wegen der dort im buchstäblichen Sinne vorgekommenen fleischlichen Sunden als auch wegen des feigen Bublens mit dem Auslande und dessen Göttern unter dem Bilde einer Dirne von liederlichster und unvcrachäm- 382 tester Frechheit dar, als ein Weib, das tiefer gesonkeD als andere Btihlerinnen, indem es sich Liebhaber erkanft, Ge- schenke giebt and nicht empfängt^ nachbohlty ohne dass ihm nachgebuhlt werde, und nun fährt er V. 35 ff fort: yyDruniy Bohlerin, höre das Wort Oottes! Weil du entbld«- sest deine Mündung und enthüllest deine Scham in deiner Unzucht allen deinen Liebhabern und allem Abscheu dei- ner Oreuel etc., drum sammle ich etc.^^ So schrieb sicher Ezechiel: ^^ "^^ T^^*^ ^ T^^Tra Tnnp "^^ni jwn^ ifg^ pr» 7»m3jnn ^b^b:^ bo* Die zweite Person des Verb, hat auch der Syrer bei beiden, bei dem ersteren auch die 70 und ThM*g. (jedoch nicht bei Kimchi) und die Bed. : entblössen f&r das erstere wiederum das Tharg., sowie auch fiir ywn dasselbe setzt: deine Scham, 'pnnna <'3r«l) nK^^^m. Diese harten Ausdrücke müdem jedoch die Uebersetzer wie nicht minder unser T., der daraus macht "IR?»! ' •l5'f?3 • ^5 und by^* Dadurch wird auch die Bed. von ^]^ unkenntlich ge- macht. Hier wie 24, 1 1 heisst es der offene untere Theil; der Stamm des Wortes findet sich noch im Arab. mit punc- tirtem Ha, und davon in der Mischnah nvru, die Oeffiiung am Untertheile eines Qef&sses, so nunbüin«?W, die Oeff- nnng am untern Theile tragbarer Oefen, welche dann auf ein Gestell befestigt werden, Khelim 8, 3. 9, t . 3 (vgl. Sim- sen zu den beiden letzten St.), femer nntt?3n?3 nnüiPOT ^:Dtt, Schabb. 41a, vgl. Raschi das. Daher nennt die j. 6. Meg. 1, 9 auch so die Fleischseite des Pergaments, als an der Höhlung befindlich, und ihr Ausspruch: ^j^n bv smD inüin: arp'O^ entspricht dem in b. Schabb. 79 b und Menach. 32b.: 1W2 Dip?S3 fpp, vgl. Sof. I, 4. Daher nun die Bed.: der geöffnete Mutterschoss an beiden Orten des Ezech., und daher auch der Eigenname der Mutter des Jojakhin K^^nj^ 2 Kön. 24, 8, das als Appellativum unserm „Frauen- zimmer" entspricht*), und daher auch der Name, welchen *) So bedeutet H}^?! eig. ein junges M&dchen, als Fem. des sam. p21 y ein Jüngling, entsprechend dem mischn. und tharg. p^l, ein nn- Terheiratheter junger Mann, wovon noch bei Acha in Seheelthotli N. 41 393 HUkia der ehedem verehrten ehernen Schlange zur Be- schimpfung gegeben: VJ^'Ö^, 2 Kon. \S, 4, welcher doppel- sinnig einerecitB an „die eherne Schlange," andererseits aber an die „Scham" erinnert. Diese Bedeutung des Wortes aber verhüllte man, wie es scheint, zuerst absichtlich und vergasH sie später fast ganz, so dass alle üebersetzer im Ezech. nur an „Erz" denken, und nur das Tharg. daran festhält sowohl IP, 36 als auch 24, II, wo in seiner Um- schreibung: die „Pforten" ibrer Städte, seine richtige Er- kenntniss des Wortes durchleuchtet (vgl. Kimchi)*). Wie wir hier einem Worte allmälig die Bed. der puderfia entziehen sehn, so finden wir Dies auch bei andern Wörtern, la'?'? und •^^^, 2 Kön. 19, 3. Jes. 37, 3. Hos. 13, 13, bedeutet offenbar: Durchbruch, der beim Gebären sich öffnende Mutterschoss ; die Uebers. jedoch umschreiben Dies, 70 und Syr. setzen daitir: Geburtswehen, und das Tharg. fasst es als „Gebärstuhl," was bei ihm das entspre- chende Miani5 bedeutet wie lim in der Mischnah Arachin I, 4. Khelim "23, 4, so dass das Wort seinem ursprünglichen obacönen Sinne ganz entzogen ivird. Derselben Scheu be- gegnen wir bei den Oebers. Jes. 66, 9: werde Ich's bis zum [Dnrchbruche X^'??^)j aber nicht zur Geburt kommen lassen? Das übersetzen 70, Syr., Tb. in einer den Satz ganz unkenntlich machenden Weise, und nur Symm. nähert sich dem wörtlichen Sinne. — Aehntich erging es dem Worte ^'e^lj, das ausser den Höhlungen der Töpferacheibe auch bedeutet: die beiden Ränder der Scheide, des Mutter- mundes, 2 Mos. t, 16. Des Wortes in dieser Bed. bedient sich noch die Mech. zu 2 Mos. 15, 13: DiiTO^j.'DnlkT:noi:n (tnpnn — nUichlioh g:«dnickt "in — , , I>ie 70 uflüehreibeD gewaltsam: mti tig topti^ a»i ^mg HBym<>B t^i^nQ ijrtH^^^^^^ ärngm^ith^j und die awei leMen Worte fehlen, derSyr.: und dein Haar wirst da aaerenle^ wo in der Umsehr. doch die sweite Pers. geblieben ist» allein Sym. (in syr. Hex.) tdwreinstinimend mk OBsera Texte T¥''^9 ^iDe Correotor, welche das Sdbstaerstor^i der eignen Scham mildern wilL Kehren wir wieder sur Stelle Ezech. 16y 36 sarack, ■o sehen wir, dass dem Anstoase, welchen die Selbstei^ Utttsnng darbot, besonders wenn diese in der Form der Anrede, also gewissermaassen an die versammelte Gemeinde gerichtet^ ausgesprochen wird, abgeholfen werden sollte. Wo dieses schmachvolle Oebahren nicht in der sweileii Person ansgedrttckt wird, nimmt unser T. wie Uebersetser keinen Anstoss daran, z. B. nrcnp rm i>am, EaecL 23, 18^ was auch die 7U wörtlich übersetsen, wohl aber verwandelt es das Tfiarg. wiederum in das Pass« : "^xrvem nmns nir^Anm r^:bp. — Wenn Ezech. Cap. 22 die Greuel der Blutstadt schildert, so rechnet er vieles Harte auf, was sie in ihr ge- tban, und darunter auch (V. 10): die Blasse des Vaters haben sie in dir aufgedeckt, ^^^^3iKnn:?y wie es alle Uebersetser wiedergeben ; dieses widematttrliche Verbrechen *) Vgl di« Benerknngea Rettig'« in Theo!« 8tud. and Kritik. ISS4 8. 81 ff. Jedoeb will dsrselbe nut Unreobt sack dem mitchn. IDQId oad dem thsrg. M13ra die bibl. Bei und D"*?!! (oder wohl Drt5) , besonders wenn sie mit unzüchtigen Betastungen verbunden werden, und wiederum vorzüglich, wenn diese Aeusserung in der An- rede gebraucht wird. Hindert nun auch der Ausdruck ).T1V iDJ^ra y Ezech. 23, 3 in der dritten Person nicht, so verletzte wohl T"^^W^TOT?9^, das. V. 21, was zww Syrer und Vulg. wiedergeben, aber schon 70 und Tharg, mit un- serm T. in das ganz sinnlose Vn} umwandeln*). Nimmt ja ein unbekannter griech. Uebers. sogar an dem Ausdrucke: „und was die Brüste, dass ich sauge ?'^ Hieb 3, 12, An- stoss und verwandelt ü^iw in "ft^, Unglück! Dasselbe ge- schieht von unserm T., wo *^^ in bildlichem Sinne für „Ueberfluss'' steht, das Bild aber meist in seiner sinnlichen Darstellung durch pr und yins weiter ausgeführt wird, wie Jes. 16, 4. 60, 16. 06, II. Hieb 24, 9; an einigen dieser Stellen wird es auch von Uebers. und rabb. Erklärem als „Mutterbrust'' genommen, von andern jedoch wird es *) Es scheint sogar, dass man versucht hat, das **1V7 selbst omsa- wandeln; es ist wenigstens anzweifelhaft, dass es, nach der sicher alten, richtigen LA. des Amch ^D 2 and ITT^ S, in Niddah 48 b mit linnVK (wie richtig in A. ^D , in 119 fehlt das Resch mit Unrecht) erklärt wird, man hat daher yVD gelesen, freilich ohne Sinn, jedoch blos in der Absicht, das ^"W an beseitigen. Aach ist in Nid. D'^'HIK))' ohne Mem gedmckt (vgL folg. S.). 397 verkannt oäer umschrieben, was Syr. und Vulg. aagar mit Y5 Jes. 16, 4 thun, das sie mit Spreu \'S wiedergeben, während unser T. überall itf liest, wofiir die Bed. Ueber- fluaa erst erdacht ist*). Einen noch weit peinlicheren Eindruck machte die Er- wähnung der ^"ü, papilla, eajntu'um mammat. Man lies s zwar in Ezech. 23, 3 und 8 den harten Ausdruck: irrtHnr 'Ti 101» (.vl>in3}, da er in dem ganzen Zusammenhange unsittlicher Handlungen nicht zu umgehn war und hier wieder in der dritten Person gesprochen wird, während dennoch 70 und SjT. mildern, das Tharg. gänzlich umschreibt; unerträglich war es jedoch, in der Anrede das. V. "21 zu sagen: nit^iJi TTl C'ian , was 70, Syr. und Vulg, wieder nach ihrer Weise wie in den vorigen Versen wiedergeben, was aber unser T. umgestaltet in O'-iim); niMS^ verhüllend und ge- wissermassen passivisch, gerade wie auch das. V. 2ö die Phrase 'Tsni imn i»?^^ die der Syr, übersetzt und welche einen schönen Gegensatz zu dem liebkosenden Drucke ent- hält, in das matte ^^^^ umgewandelt wird, eine Milderung, die auch sonst vorgenommen worden zu sein scheint**). Ausser diesem Capitel jedoch, wo das prägnant sinnliche Bild im Texte eine Verwischung des Wortes nicht zulässt, strich man in alter Zeit überall das 0*T] und bildete ein ganz neues, unmotivirtes Wort O'Ti^ dem man ganz unbe- rechtigt die allg. Bed. „Liebkosungen" beilegte. Die spa- tere Zeit suchte zwar wieder zu der ursprünglichen LA. zurückzukehren und sie drang an einer Stelle durch, doch nickt bei andern, an welchen blos leise Spuren auf die *) Das Tharg, gtnbt du Wort kn den meUleo Stellen wieiler mit KriTS , das einen DoppeUioa in sich achLaast ; ea bedeutet nämlicb im Aram : dU Brast, vgl. Boxt, 7^3, Cast. unter 13, der kein Beleg dafür anführt, nährend ea aicli in B. H. ehr. IST Z. lU ündet, aber aui^h; die Beute, wofür es weit geviäbnlicher im Thatg. und SjTJBchen ist. Hier icbeinC nun das Wort, ivelchea für lä sonst nicht gebraucht wird, mit Absicht gewühlt zu sein, um eine andere Deutung neben der wirkliclien möglich au machen. *■) So EzBcb. 22, 7, vgl, Th,; Zefan. 3, 19, wo H^f^^ st rurj» au lesen ist, vgl, Tharg. und Tulg. richtigB Ausspiadbe hindeuten. Anaser dao bereits beepw>> ebenen Steilen dea Esech. ist nämlich B^ zu lesen in den Sprachen S, 19. 7, 18; Ezechiel 16, a 23^ 17. imd dem Hohenlicdc 1, 2. 4. 4, 10. 7, 12. In Sprachen and Enck omschreiben die 70 durch f«iUa« (liiu) and MnraiuMnt;, in HL. hingegen, einem Bnche, das durchw^ seinen sinnlicbm Charakter nicht verleugnet, abersetzen sie wörtlich fmmx^ Dies war es anch, was die alte Zeit yeranlasste, dem HL. neben dem zweifelnden Koheledi den Charakter eines hei- lig«n Buches zu entziehen und desshalb anszusagen, es Ter* «nreinige nicht die Hände (vgl. oben S. 144), und die Ha- lachah berichtet, es habe sich der Streit darftber lai^ fortgesponnen, bis man sich endlich zu Gunsten dieser Ba- cher entschieden habe. Weit bestimmter tritt Akiba anm Schutze des HL. auf, indem er nicht blos seine Alles über- ragende Heiligkeit behauptet, sondern selbst die Thatsafcfae, dass seine Anerkennung früher bestritten gewesen, in Ab- rede stellt, eine Thatsache, welche alle andern Zeitgenossen anumwanden cingestehn (Jadajim 3, 5). Akiba^s Worte aber lauten : «öün übü u^'y^r^ •)•»» bv ^nsr» dth iptJru ¥h Di^i on e^«np vip D''Tt&n n«t?) «7*9 D'^airon^ „Bewahre, dass je Ewer in Israel der abweichenden Meinung gewesen sei, Tom HL. auszusagen, es verunreinige nicht die Hände; ist ja die ganze Weltzeit nicht so würdig wie der Tag, da das HL. Israel gegeben worden, denn alle Schriften sind ein Heilig- tbum, das HL. aber ein AUerheiligstes !'^ Desshalb spricht sich auch Akiba in Thoss. Sanh. c. 12 Ende*) aus: M^n ^\xh „Wer bei Gelagen das HL. singend recitirt und es so zum gewöhnlichen Liede macht, der hat keinen An^ theil am zukünftigen Leben." Und mit vollkommener Klar- heit sprechen sieh darüber die Aboth Nathan's c. 1 aus: D^n)sw rn Dnr vn d**ti33 nl^npi D**i**ün ^'ts^ ^^ittd 'itsi« im n^iütna nhrm nc^D '^id:^^ ^\iO'ü .nr on^^^ iw^i ii^sn o^^sinrn p p^Ki nibeTs Dn^M yvyv^ „Anfangs sagte man, Sprüche, HL. und Koheleth *) In b. Sanh. 101a wird dasselbe, aber- aii4>ii jm, angeftlirt« 3W seien y,apokrypk^, enthielten blos Didi^imgen, gehörten ^demnach nicht zu den heiligen Schriften^ ond man vergrab sie, bis die Männer der grossen Synagoge kamen und sie deuteten^ und non werden die anstössigen Stellen ange- führt, welche einer Deutung bedurften, und zwar Spr. 7, 7 bis 20, HL. 7, 12 und 13, Koh. II, 9*). Es sind hier- mit gerade in Sprüchen und UL. die obenerwähnten Stet len, in welchen die „Daddim'^ Torkommen, als anstössig und der Deutvng bedürftig bezeichnet Freilich datiren die Aboth Kathan's, nach Art späterer Schriften, die Thatsache von der Behabilitation der Bücher in zu frühe Zeit; der geschichtliche Gang ist vielmehr in folgender Weise luifini^ fassen. Diese Bücher standen wegen ihrer indecenten Stel- len in geringerer Achtung, mit den anistössigen Stellen selbst nahm man einzelne mildernde Aenderungen vor, wie wir deren schon mehre kennen gelernt, und Dies geschah auch in Beziehung auf Q*"^, das o**tn gelesen wurde. Spä- ter aber gab man den Stellen, namentlich in HL. und ^rächen, symbolische Erklärung^i; dadurch erhoben sich die guizen Bücher zu höherer Bedeutung, die einzelnett obscön klingenden Stollen verloren ihr Vwletzendes, da die Ausdrücke blos bildlich gebraucht waren, und man unter- nahm es auch wieder zur ursprün^chen Ausspraohe ^^ zurückzukehren. Wenn nun aber auch der Werth der Bü- cher und deren symbolische Deutung, anerkannt wurde» sa blieb man dennoch später meistens bei der einmal recipir- ton verhüllenden Aussprache. Daher sehn wir Aquila^ Synmi. und Theodotion in den Sprüchen zu der Uebers. Ttvd^o«, Aquila (nach der ersten Bec») Ezech. 16, 8 zu fM§r ^i zurückkehren, so wie auch der Hebr. bei Theodoret das. liest : 8icma^evev&fJ9€i$f was sonst für Q**^ ^^. gesetzt wird, nicht minder Hieronymus (und Vulg.) in Sprüchen^ Ezech. 23> 17 und im HL. ubera und mammae. Auch der Syr. übersetzt wörtlich HL. 4, 10. 7, 12 mit pn; doch *j Darauf folgt noch als nachhinkeiidtr Zusais UL. 7, 11, was wohl früher lu dan Stellen das HL. hin gehört» als eine andera UL, die scIm« mit diesem Y. heginnt. ■fligclil er mdcfswo dir jeu ™™^** ^^ Asidfanck md flm entweder ganz soräck wie Eaecii. 23, 17 oder •ebreifai Um mit ,Xiebe^ wie Spr. 7, IS. HL. 1, 2. 4 oder wie in Eoech. 16^ 8 mil K*r?r , was obne Zweifel „Wi»- del'' bedeutet and hierher mos V. 4 genoBuneo ist^ Das- selbe Verfahren schlsjgft das Thargiim ein, das aa aUea Orten mit ,4^ebe^ umschreibt, was es aber anck a» BL Esech. 23, 21 thnt, wo unser T. das s^ bdbelMltea hat. Noch weiter gdien Syr. and TL gerade bei einer Stelle^ bei welcher unser T. der ursprünglichen LA. trea geblieben ist FOr ^75 nämlich setzt jener rj^.irrme, dieses rpm itr..n , also wohl mit Cmindemng beider Wörter in 'i^ T?Th ^^^ ^^^ dieser Aendenmg des letsteren Wortes handelt aach offenbar die Verschiedenheit, welche von Ma- dinchae und Maarbae aufbewahrt ist und die nur fehler- haft in unsem Ausgaben dahin angegeben wird, jene hfttten als E^hethib gehabt *pT und gelesen yr , diese aber ge- schrieben und gelesen ynir* Das soll wohl nichts Anderes bedeuten, als die Unsicherheit, ob IP^Hl oder ob xpnX^ an lesen sei, wonach dann auch freilich das Torausgehende Wort sich richten müsste, und auch unsere Mefect Schrei- bung des *pTbeweisty dass Einige das Way nicht auch als hörbaren Consonant, sondern lediglich als Lesemutter des Vocak betrachtet wissen wollten. Hier jedoch gerade hat unser T. die ursprüngliche Lesung beibehalten, weil hier von dem rechtmässigen Jugendweibe die Rede ist und bei ihm der Ausdruck: ihre Daddim mögen dich tränken, nichts Unsittliches enthält Hingegen ändert derselbe 7, 18 die Aufforderung des buhlerischen Weibes: wohlan, wir wollen uns tränken mit Daddim, in Dodim, ebenso die 2^it der Daddim, d. h. der Mannbarkeit, Ezech. 16, 8, dessgleichen das. 23, 17, wo gesagt wird, die Söhne BabeFs seien zu Oholibab (Juda) gekommen zum Lager der Daddim, d. h. *)Mnn')T^ ist gleich HlTilJ) , für das die Bed. ,,W]odel" geaiohert ift (▼gl. noch B, H, carmina XUI, I etL Lengerke^ partic, 2. p. 4); die Bed. i^mannbare Jungfrau/* welche Jenem Gast giebt, ist blos aas dem Hebr. errathen. 401 jenen unzüchtigen Liebkosangen, während er, wie bereits bemerkt, das om nüi? , um nicht gewaltsam zu verfahren, lassen musste; in den Stellen des HL. jedoch, wo meist von dem köstlichen Geschmacke der Daddim, welcher den des Weines übertreffe, die Rede ist, also dieselbe gesteigerte Sinnlichkeit, die in Spr. und Ezech. in anderer Weise aus- gedrückt ist, bezeichnet wird, ändert er wieder das Daddim in Dodim. Denn nicht blos HL 4, 10 ist zwei Male TT! st T-tl und 7, 13 ^r3 st ^T^ zu lesen, sondern auch I, 2 und ;4 ^na für TT' und demgemäss auch V. 3 T^'^^ flir Tj'^^. Die Worte nämlich: „denn besser sind deine Dad- dim als Wein, dem Gerüche sind deine Oele gut . . . wir wollen preisen deine Daddim mehr als Wein,'' fährt die Geliebte an als Worte des liebkosenden Königs; um aber den Sinn gänzlich zu verwischen, ist das SufBx gar in das männliche Geschlecht umgestaltet worden, was 4, 10, wo die Anrede an die Braut zu unzweideutig ist, nicht anging. Für das Schwanken der Alten in dieser Stelle, wo die ältere Richtung die Umänderung vertritt, die jüngere hin gegen zu der ursprünglichen LA. zurückkehren will — was aber, wie bereits entwickelt, dennoch nicht in unsem T. eingedrungen ist — , bietet uns einen höchst interessanten Beleg eine im Thalmud aufbewahrte Mittheilung, die aber, wie mehre derartige von uns besprochene Traditionen, spä ter durchaus verkannt wurde. In Mischnah Abodah sarah 2, 5 lesen wir folgende Discussion zwischen Josua (b. Cha- nanjah), dem Vertreter der jungem ^Richtung, und Limael, dem an der älteren Festhaltenden, welche auch Thoss. Parah c. 9 (vgl. Simson zu das. 10, 1), Schir ha-Schirim rabba und Jalkut z. St wiederholt wird : "^m bnm^ ^b ntSM D'^aiü "»D )b iTDK 7^Ti D'^aiü ''D w T»"^ ym d^'Diü ''d ^np 7]r\^ ^K^^ D'»D)ü T-'^ü n'^^b Tb}) itt^To iT2n '»inw p ^2in i^ ^b n^K (• ym „Josua fragte den Ismael: wie liesest du, mein Bruder Ismael, HL. 1, 2: T^ oder 'TlT!? Tf, antwortete Ismael. Nicht also, entgegnete Josua, das (in V. 3) darauf folgende *) Die Lesemütter, welche dem ^T1 in unsern Aasgaben yersehie- den beigegeben sind, sind irrig nach der falschen Anffassung der St S6 ^jfi^»' beweisi ffir die catgcgemtehgnde findet näiiiKoh, da» das bier Zjiwmi'ntleliende gctade a» airiinfiiiien sei wie 4. 10« wo gleidifanfl beide Aaadrtcke an das Mädchen gerichtet sind. Das ist es aoch« was die j. Gem. z. Stelle meine wenn sie hieran die Lehre kn^ifty ^es gebe Dinge, bei denen man den Mond zosammeB- drficke,^ d. h. die man nicht nach ihrem gewShnliclMB Wortlaute öffentlich ausspreche, odo* Moses habe angede«- tety „es seien ihm Dinge gesagt worden, die er auch Israel sage, andere wieder, die er nur für sich aasspreche^^ oder „wenn die Schüler klein seien, da mfisse man vor ihnea Worte der Lehre verbergen, wenn sie aber gross geworden, da könne man ihnen deren Greheimnisse enthällen,^ oder „man dürfe sich in die Worte der Lehre nnr in Gegen- wart Untadliger versenken." Die j. G. knüpft hier offisn- bar an ij^;end Etwas an, von dem sie wnsste, dass es ge- heim gehalten werde ans Furcht vor Missbraoch; wie komml Dies aber hierher, wenn es sich, wie man bisher glaubte^ um weiter Nichts handelte als um den Zweifel, ob das Suf- fix masc. oder fem. sei? Ganz anders aber ist es, wenn hier über die Umwandelnng eines Wortes gesprochen wird, dessen wahre Aussprache und Deutung man der Masse ent- zogen wissen und nur Eingeweihten mittheilen wollte. Schon die b. G. jedoch 33 a scheint den richtigen Sinn der Misch- nah nicht mehr erkannt zu haben, sonst hätte sie die Frage nicht aufwerfen können, warum Josua gerade über diesen Vers gefragt habe (.T^J^^n mp *ien r^-r), da es sich doch hier gerade um eine Stelle handelt, die eine verschiedene Lesung und Auflassung erfahren hat, und wenn sie dann die Lehre der j. G. anknüpft, dass man seine Lippen su- sammendrückcn müsse, so giebt sie diesem Satze eine durchaus verwirrende Deutung*). — Genug, das richtige *) Auch die j. G . hat früher die Frage, warum Josua nicht Ton an- i\vm Venen goBprochen, bei denen die Wortverbindung zweifelhaft ist; die b. G. Htellt jedoch die Frage allgemein, und so ist dieselbe ganx uiipaiiHend. Im Julkut, der die Worte der b. Q. reprodacirti heisst ea am Anfange: TT)^ ''Köa Kipl H^ÖÄD Trh'^IDl Kip ""HrÖ r\^S^:9^\ was weil 403 Verständniss dieser Stelle seigt uns, dass Ismael die Lesung TT^ festhielt, Josua aber die richtige Aussprache "^lü nach- wies, man dann aber dennoch .sich scheute^ dieselbe der allgemeinen Kenntnissnabme an übergeben, vielmehr bei jener für den öffentlichen Gebrauch verblieb und diese nur den Eingeweifateren offenbarte, bis sie dann gan« vergessen ward*). Dennoch ist auch selbst in unserer Punotation eine leise Andeutung für die richtige Aussprache noch er* halten. Ueberall nämlich, wo die ursprüngliche LA. ^""^ nur in s^ verhüllend umgewandelt ist, da steht doch das Wort defective, während an den Orten, wo dieses die ur- sprüngliche Aussprache ist und die Bed. hat: Freunde, da steht immer S'HI'n plene, und nur an einigen Stellen, woitn die Bed. Oheim hat, kommt es auch defect vor. Die Massorah bezeugt diesen Unterschied ausdrücklich. Vier Male nämlich kommt nach unserer Punctation o*^ im st abäoL vor, und swar die drei umgewandelten Stellen Ezech. 16y 8. 23, 17 und Spr. 7, 18> dann aber nochnuds in der Bed. : Freunde HL. 5, I ; diese Zahl giebt die Mass. zu jeder dieser Stellen an, so auch die Mass. finalis, aber noch mit der Bemerkung, drei Male stehe es def., ein Mal plene, und endlich zählt die grosse Mass. zu Spr. 7, 18 die vier Stellen auf, nur mit der falschen Bemerkung: '^ MTsnp (was sich auf Ezech. 16, 8 beziehen würde gegen alle un- sere Ausgaben) statt '^ts Mira, was eben HL. 5, 1 ist**). richtiger ist ala die LA. in unserer Oem., aber dennoch kein beeseret Verst&ndniM Terrfttb. — Ein Midraich jedoch, den Jalkat noch anführt, scheint noch eine Erinnemng an die richtige LA. an bewahren; er lautet: *) Sicher hatte jedoeh noch Saadiaa eine ähnliche Tradition dar- über, denn die Erkl., die uns A. £. von ihm tiberliefert: TTiXW mi MV1 ywbT] mit Besugnahme auf Spr. 7, 18 beweist, dass erwusste, es handle sich hier um unzüchtige AuliNUigung, wenn er auch nicht das gauz Richtige angiebt. **) Nach Pinner liest eod. Odessa 9l6Esech. 23, 17 plene, wiedemm üthlerhalt oder absidillteli dia Verhilliing bekrlftigend. «6» 4M Ebenso kommt ^ aasser der umgewandelten SteDe ffTT^ 7; 12, nochmals vor und zwar als Eigenname I Chr. 27 4 wiedemm aber plene nn ,• ein Unterschied, den die kleine Massorah ausdrücklich bezeugt Wir haben hier demnach ein vollständig entwickeltes System erkannt, das früher mit aller Entschiedenheit doreh- geföhrt wurde, dem man dann aber, wo es zu weit ging steuerte, ohne jedoch eine grosse Anzahl von kleinen Um- gestaltungen und Umdeutungen gänzlich zu beseitigen« Früher war man sich bewusst, dass man hier eine Aende» rung vorgenommen und tradirte mündlich die wahre Aus- sprache und Bedeutung denen, die man dafiir reif hielt, bei denen man einen Nachtheil durch diese richtige Er» kenntniss nicht fürchtete; allmälig aber verfestigte sich das geschriebene Wort, und die mündliche Anleitung schwand so dass wir nun erst durch aufbewahrte leise Andeutungen und durch combinirende Vermuthung wieder die ursprüng- liche Gestalt und die geschichtliche Umwandlung des Tex- tes uns aufsuchen mussten. Bei der vollen Beleuchtung welche durch die bisherigen Erörterungen dem befolgten System zuTheil geworden, ist es überflüssig, die zahlreichen Stellen noch aufzusuchen, bei denen die Uebersetzer in ähnlicher Weise verhüllten oder umschrieben. Nur noch Einzelnes möge zur weiteren Bestätigung erwähnt werden, worin unser T. Spuren der Aenderung enthält oder doch früher Versuche zu Aenderungen gemacht worden sind. Noch einen Ausdruck für die weiblichen Schamtheile finden wir einmal Jos. 3, 1 7 in : ^'^^'' ]ü^^^ ; die Uebersetzer umschreiben ihn sämmtlich, so dass auch manche Erklärer durch sie irre geführt wurden. Die Dialekte geben diese Bedeutung entschieden an die Hand. ^^ bei ß, B. ehr. 358, 18 heisst: der behaarte Theil von Lippe und Kinn, wofür Gast, unter «rc die Formen ^ri*p und ^^p anfUhrt, während ein anderes Beispiel fiir ^^^ von Mich, unter rtT© nachgetragen wird, das er jedoch nicht richtig aufzufassen weiss. Dies auf die weibliche Scham übertragen bedeutet nach Gast. das. KrmKD, gerade wie in der Mischn. die Umschreibung: ]innnn IpT^ und so übersetzt das Tharg. die 4QS Worte '^itt5''n!Jl Hiob 3, 10 mit ^nnbl ^n»D*). Daas man jedoch auch unsem T. etwas imkeBDtlich zu machen be- müht war, darauf scheint die von der Randmass. überlie- ferte Bemerkung hinzuweisen, dass die Punctation des Wor- tes zwischen Madinchae und Maarba^ streitig gewesen, nämlich ob das Fe mit Pathach oder Kamez zu lesen sei. — Auch andere sinnliche Liebkosungen, ähnlich denen der Daddim, verwischt unser T. HL. 7, 10 heisst es von dem Gaumen der Geliebten, er sei wie der gute Wein, „er beträufelt meine Lippen und meine Zähne" "'5P).*'0p^, wie es 70, Aqu. und Syrer wiedergeben ; daraus macht unser T. das unver- ständliche D'^Jif^'^W^! — So haben auch Uebers., theilweise auch unser T., Bedenken noch gegen manchen Ausdruck in den Versen, welche dem besprochenen Spr. 5, 19 vor- angehn. In V. 16 war der Ausspruch: es strömen deine Quellen nach Aussen^ durch die Strassen die Wasserströme, auffallend, da es im folg. V. heisst; sie seien dein allein, and Fremden Nichts mit dir, wie auch die Gem. Thaan. 7 a Dies als Widerspruch hervorhebt; 70 und Aqu. schieben daher an den Anfang von V. 16 ein /i^ ein, und die Stra- ssen heissen ihnen: deine Strassen. Anders V. l8. Dort hiess es: es sei dein Quell deine Grube, Ti^^f und er- freue dich am Weibe deiner Jugend. -Der Ausdruck „Grube" für die eigne Frau,, der in V. 15 nicht anstössig war, in- dem dort an dem Bilde vollkommen fest gehalten wurde, verletzte hier, weil im parallelen Gliede einfach steht „das Weib deiner Jugend." Die 70 lösen daher das Bild auf und setzen dafür aoi idia , alle anderen Uebers. verwandeln es hingegen mit unserem T. in '^^*^^, das hier ganz unzu- treffend ist — Jes. 23, 15 ff wird veikündet^ dass Tyrus wie eine vergessene Buhlerin umherziehend und singend die AufmerksMnkeit auf sich zu ziehen bemüht sein werde, es werde dann auch wieder zu seinem Buhlerlohne zurück- kehren, aber dieser werde dann nicht mehr zum Aufhäufen, *; Die LA. in dem Cod.* «er hies. M«ria-Magd.-Biblioth. v. J. 1288: ^rip^l **07^ scheint auch Verhüllung in sein. sondern xq Muijgim Zwecken besnninit weiden» Dss Qnmo Mt allerdings blos ein Bild for seine Gdifsle, dmrdi weü- juisgedehnte Handelsgesohftfte die Völker aonabcnten and sich zu bereichem; dennoch hinderte die Ueberselxer die Verkfindignngy d&ss es wieder %a seinem BnUerlofane !] i: «"^jf?, Ifcu, und auch das Tharg. umschreibt**). **) Uobor dieiiefl Wort vgl. im Excurse fiber das jenu. Th. unter S Mos. U, 27. ♦) irt^'b bV ¥SSm ^ KDK^ , die Worte 1 y\T:^ fehlen mit Recht im genannten Cod. 407 IL Während die Mischnah in dem bisher besproche- nen Satze die zur gänzlichen Verkennong des Sinnes fiih- renden Umdeutungen verwirtt, bespricht sie jedoch nicht die blossen Milderungen; hingegen trägt die Thosseftha die- selben in der bereits mitgetheilten Stelle nach. Es ist nicht anzunehmen^ dass die Mischnah auch diese verwerfe; sie würde sich in diesem Falle gleichfalls gegen sie ausgespro- chen haben, auch finden wir keine Spur von einem Be- mühen, das ursprüngliche Wort in seiner Yollen Nacktheit wiederzugeben. Vielmehr hält es die M. blos für nöthig, die Ausschreitungen zu bekämpfen, übergeht aber die maassvollen und daher zu duldenden Milderungen; nur dürfte sich vielleicht die bestimmte Umwandlung erst später fixirt haben. Die Thoss. fuhii; nun eine Reihe von Wör- tern auf, welche man zwar im Texte beliess, statt deren man aber andere las von ähnlichem, doch milderem Sinne. Das erste Beispiel schliesst sich den bisher besprochenen Umgestaltungen an. Für das Wort b^D wird sowohl 5 Mos. 28, 30, der von der Thoss. angef. St, als auch Jes. 13, 16. Jer. S, 2. Zach. 14, 2 2DV gesetzt, und sämmtliche Ueber- setzungen stimmen in diese Milderung, so dass die 70 so- gar in Pent. und Jes. noch stärker verhüllend sagen: ein anderer Mann wird die Frau „haben,'' und der Sam. das ursprüngliche Wort ganz streicht und die neue LA« adop- tirt. Er geht auch darin noch weiter, dass er die nunmehr sprachrichtige Construction wählt: n$^. 25©'»^ während das n^S^tf'^ unseres T. sowie die Nifalform in Jes. und Zach, und das Pual in Jer. der Bed. von :3Dt) widersprechen. Dieses ist nämlich intransitiv, n^, mit dem es zuweilen verbunden wird, ist nicht die den Accus, anzeigende Par- tikel, sondern entspricht dem Q{, mit, und wo fM mit Suf- fixen gesetzt wird, hat wohl unsere Punctation, theils durch die in Rede stehenden mildernden Keri's, theils durch den späteren Sprachgebrauch verleitet, '^ und ^^ vocalisirt, während es "^ und ^n)t faeissen müsste. Den klarsten Beweis daßlr, dass 3Dü blos liegen, nicht beschlafen bedeu- tet, bietet 1 Mos. 19, 34, wo nKMB? von dem Weibe ge- sagt wird. Die Form mit Suffixen sowie Nifal und Poal 408 passt daher blos für }>TD , und lediglich um nicht weiter zu ändern^ übertrug man dieselben dem Sprachgebrauche zu- wider auf 2Dr *). Dass das Hptw. ^}Ä in Ps., Neh. und Daniel nicht geändert wurde, beweist, dass das Nomen kei- nen so Übeln Klang hatte, während die Uebers. in den Ps. (45, 10) sehr stark umdeuten. Das zweise Wort, welches ein vollständig anderes Keri erhielt, ist u^bt^^y und zwar finden wir Dies im Texte ausser 5 Mos. 28, 27 noch 1 Sam. 5, 6. 9. 12. 6, 4. 5, während 2 Sam. 6, II. 17 — nach dem Zeugnisse der Mass. — auch im Texte die Formen von w^irrts stehn, welches Wort an den früheren Stellen blos als Keri gilt. Es ist nicht wohl anzunehmen, dass der Schriftsteller selbst^ nachdem er sich früher immer des Wortes D'^bci^ bedient, mit einem Male in demselben Berichte ein anderes Wort gewählt habe, vielmehr ist es wahrscheinlicher, dass an diesen beiden Orten die neue LA., das Keri, die ältere ganz verdrängt habe, so dass sie selbst nicht mehr als Khetib erscheint. Ein solches Ueberwiegen des Keri ge- rade an den beiden letzten Stellen kann rein zufallig sein, es mag aber auch — wie schon Norzi nach einer andern Richtung hin andeutet — gerade hier das Khethib gestri- chen worden sein, weil man den anstössigen Ausdruck nicht in Verbindung mit der Gotteslade und als ein Gott darzubringendes Opfer stehn lassen wollte. Für D^bßJ? nun haben sämmtliche griech. Uebersetzer die Bed.: After, und es scheint ziemlich sicher, dass sie im Deuter. D'^bDr:: ohne Wav am Anfange gelesen haben, so dass der Sinn ist: Gott schlage dich mit ägyptischem Aussatze am After. Die nackte Nennung dieses Theiles war es eben, die so an- stössig war, dass man dafiir einen andern Ausdruck wählte, *) Dies erkennt schon richtig A. £. in Jessod mora c. 10 Anf.: p nrni D^'^riü cn^:ü Hip):r\ y\l2^ 2^^:b 2Dir y:i wit:^ ii^s^rvi ""SM nK ÜTDM *n?sn nmn, lljifX? ümgestaltun- gen aus •'^^^, wie der Syr. in V. 8 richtig von den ino IT» spricht. Auch das. 26, 18 sind die Inseln im Meere über- *) Nur die Form fWTy ohnt Jod sls ImperstiT wia Niddah 18« kann nicht Hithp. sein. 411 raecht T^SW, was 70 und Syr. umschreiben, nicht T^V^, „von deinem Ausgange," wie unser T. und mit ihm Theod. und Tharg. umgestalten. — Auch Jes. 30, 22 sagt: zer- streue sie wie Wasser {'52) der Schmerzbehafteten (Mon- Btroirenden), Koth (its) sage zu ihm, wie die 70 richtig übersetzen, unser T, Jedoch mit andern Uebers. gestaltet es um in Ins und **^. — Mit demselben, nur etwas anders geschriebenen Worte Hchmäht auch Hosea 5, II Eiraim'a Götzendienst: es wUl'a, es geht nach dem Unrathe, 1s, was ausser dem Tharg. alle Ucbersetzer ziemlich klar wieder- geben, Vulg. aordti. Hier. Aegyptianim tordiwn simutacraf 70 und Syr. umschreibend tu itäzuiu, (tnp^D , Nichtiges, wäh- rend unser T. das unverständliche ^V bietet. Auch an einer andern Stelle ist diese Aenderung vorgenommen und hat dos ganzen Sinn des Propheten entstellt. Jcs. schildert Cap. 28 die Trunkenlieit Efraim'a und drückt seinen Ekel daran mit den Worten aus V. 8: denn alle Tische sind voll Auswurf^ Unrath (^i*3> ***i5) , ohne dass ein (reiner) Ort wäre. Und in V. 10 führt er es weiter aus: denn Unrath zu Un- rath, Unrath zu Unrath, Auswurf zu Auswurf, Auswurf zu Auswurf, hier etwas, dort etwas, und in V. 13 widerhott er, den truukenen, selbstsichern Spöttern sei das Wort Gottes 2u solchem Unrathe u. s. w. geworden. So, \-i und Ip oder '7., übersetzen Syrer und Theodotion in beiden Versen, während die 7(1, welche in,diesem ganzen Abschnitte umschreiben, die Truukenen CTlISp) Efraira's V. I und 3 zu dessen Tagelöhnern ('"''?'?) machen, V. 8 bis zur Un- kenntlichkeit entstellen, auch hier is durch e?,i>ie, Plage, umschreiben, ip durch Hoffnung übersetzen, Symm. und Tharg. ip.K^ V- 1? **^ ^S wiedergeben und unsere Punct. mit Hier, und Vulg. in anders unverstitndlicher Weise uns den Text überliefert. Zu allen diesen Abirrungen vom ein- fachen Sinne, der doch damals noch nicht vergessen war, da ihn Syr. und Theod. noch kannten, hat nur die Scheu vor diesen beiden Wörtern geführt, welche in ihrer vollen Schreibart V. 8 nicht so leicht beseitigt werden konnten und daher, nachdem sie von den 70 weginterpretirt worden, später wieder zu ihrem Rechte gelangten, hiogegen in der 4IS kiif'JCtt Forai du dl VocuvccBKi •OadniM« emifteki w«nlen% iNniii nklit bk« *^, udi v?« •'*^ ^^^^ *frr**J an^ «nneii Liermiten war ein mmistibidifcr Antdivck, des £e UeberiMtzisr uiiMclimbeD ood die Pancnimren lawcileB dnrcfa VocaifrecbMl Tcrwucfaten. Selb«! 3 Mos. 1%, 2S. S und 20y 22* wo es faeiMt. Aäß Land möge die Ivaidiai Dkbt aoMpeien wie es die frühem BewiAner ansge^ieea, haben die 70 daf&r n^^^oj^r^ Ekel haben. Syr. pc, wie Onk. TTy endeeren, und nur j. TL drückt es genamr ans mit r?€ I and Jer. 4%, 26 lassen die 70 V72 ginslich weg. In Habaknk 2^ 16 erscheint das Wort wieder in der An- rede. Indem der Prophet das Volk mit seinen Tyrannen geisfrelt and ihm seinen Fall verkfindet, sagt er: „Wehe dem, der zu trinken giebt seinem Genossen, hin&t deinen Grimmi anch trunken machst, um zu schaaen auf ihre Blossen, sattigst dich an Schmach mehr als Ehre: nnn, so trinke auch du und entblösse deine Scham ^^)y es wende sich gegen dich der Kelch der Rechten Gattes mid wirf aus Schmach auf deine Ehre.^ So ist getrennt an lesen: ?^^', wie Hieron. und Volg. es haben, vamiiusj nur daas sie aus dem Imperativ ein Nomen machen, während es bei den andern Uebers. bis zur Unkenntlichkeit umschrieben ist und in unserm T. beide Wörter verbunden sind, um *) Hierher (gebort nach nuuicLerlei Andentmigen aach 2 Mos. S2, 15. Für ninSVb liest der fiam. 1^7^, das geben 8Xmmtl. Uebers., and xwar in zwei Wörter gctheilt : 13{ üffp wieder, wörtlich Aqn. nnd Vnlg. : • ttg ovoiAU fvnoVf propfer ignominwm sonliSf etwas umschreibend Symm., Byr. und Thargume: ytanmwfilut M^D W^XD nnd ^^ ÜXD, Selbst daa Dn**73p3 Ist bedenklich ; daa niassorethisch beiengte kleine Kof zeigt auf «ine (Jorroctur hin, nnd man därfte ein ursprüngliches O^f^^ ver- muthen. **) So liest roH. Odessa Jer. 26, 27 \)J>) mit Waw in der Mitte, was Norzi in einigen Ildsohr. als Khetib £Knd. **«) Die Bod. „nackt sein'' für ^i:^ , gleich m:), erkennt hier das Th., und wird sie durch die verlängerte aram. Form b^l^ bestätigt So wlnl es auch ohne Zweifel Ezech. 28, 10. 31, 18. 82, 19 ff gebraucht, WS! llltalg richtig erkannt 413 diese Anrede zu umgehn. — Wie aber in der besprochenen Stelle Jes. 28^ 10 und 13 1p neben \^ durch Vocalwechsel umgewandelt wird, so finden wir es auch bei demselben Propheten in seiner Beschreibung der Chaldäer, die er 18, 2. 7 ein Volk des Auswurfs und des Schmutzes, 7^ü^2'1i^ 1p 1p, nennt, und wiederum übersetzt nur der Syr. richtig: n^Vtsn, das im Trünke sich besudelt, während alle andern Uebers. mit unserm T. ^P. sinnlos in der Bed. harren wiedergeben und vielleicht nur das Tharg. mit Hü^^ umschreibt*). Wir erkennen hier nun auch genauer zwei dem DKp synonyme Wörter. Das eine ist das hier dabeistehende D12, welches gleichfalls bedeutet: nach übermässigem Genüsse auswerfen und damit sich beschmutzen,, vgl bes. Spr. 27, 7: eine satte Person wirft (selbst) Honigseim aus, di^, daher auch von dem Blutschmutze, welcher das neugebome Kind be- deckt, Ezech. 16, tf. 22, und von der geronnenen Blutlache der Leiche, Jes. 14, 19, woher auch das mischnaitische n^^^ (D1)^ das der Leiche entquellende Blut, Nasir 9, 3. Oholoth 2, 2. 3, 5. 16, 3. 5. Bar. Niddah 71a. Das andere Wort ist das vom Syr. Jes. 18, 2 und 7 für ip ip gesetzte "IDV, welches auch sonst bei ihm bedeutet: aus Uebersätti- gong auswerfen, mit seinem Auswurfe sich besudeln, vgl Wb., femer B. B. ehr. 479, 2. 519, 3 und Ä H. gramm. « e. l. v^ 279 {ed. ßertheau p. 31). Allein auch im Hebr. hat es diese Bed. und steht daher parallel dem ^?. in Jes. 19, 14. Jer. 25, 27. 48, 26, dem ü\2 Jes. 63, 6, und ist dort zu lesen und zu übersetzen: und ich werde auswerfen (di^Mi) die Völker in meinem Zorne, sie ausspeien (B!}|1^i^l) in meinem Grimme. Und hier wi^ an andern Orten mildem die Uebers. und unser T. den Ausdruck. Während mehre ü^2 überhaupt mit „zertreten'^ wiedergeben, ist hier '^^^^ welches ganz sprachrichtig mit dem Acc. des Gegenstandes, von dem man übersättigt ist, construirt wird (vgl. Jes. 49, 26), weil von Gott gebraucht, besonders anstössig. Die 70 lassen *) Hierher gehttrt auch "^p, das Jes. S, 24 nach Salomon Hanaa'i ingeniöser Co^jeotor f&r "^^ sa lesen ist 414 es deashalb gans soräck, die babyL Oodd. lesen, wie wir es in Cod. Odessa finden und Tharg. es wiedergiebt: DlStim mit Beth, ich zerschmettre sie, während unser T. in Ueber- einstimmung mit Symm., Theod., Hier, und Vulg. das Piel setzt Q^^fJfly ich werde sie trunken machen« Die hier blos von den babyL Codd. versuchte Aenderung ist an einer andern Stelle fast durchgehends eingedrungen. Jes. 14, 24 f faeisst es: Es schwur Gott . . . sowie ich beschlossen, soll es bestehn, auszuspeien Ci^) Aschur in meinem Lande, und auf meinen Bergen werd' ich ihn auswerfen (\3Dt:K>- Während die 70 umschreiben, übersetzen Syr., Hier., Thai^. nach unserm T., welcher Khaf in Beth verwandelt, ^yth. Wiederum gehn die Uebers. weiter als unser T. Während dieser den Ausdruck blos bei Gott anstössig findet und beseitigt, dulden die 70 auch nicht von dem Propheten, dass er als ein ^^9 bezeichnet werde Jer. 23, 0, machen daraus *^^^i^, die Trunkenen Efraim's werden ihnen, wie schon bemerkt, Jes. 28, 1.3 zu Tagelöhnern, der Syr. aber giebt, nach der ihm eigenthümlichen Art, in seiner üebers. anklingende Wörter und setzt mi mit Daleth f&r Hin, so in der besprochenen St. Jes. 63, G, Jer. 48, 26. Nah. 3> 1 1| vgl. Bernstein in syr. Studien (Ztschr. d. d. m. Ges. TTI, 395)*). — - Auf die Spitze getrieben finden wir endlich die Scheu vor der Trunkenheit in dem Versuche, uns selbst den Spruch : und Wein, der erfreut das Herz des Menschen, Ps. 104, 15 umzugestalten, das ^t] nämlich in •^i': umzu- wandeln, wie es die Gem. Joma 76 b. Sanh. 70 a und mehre Codd. bei Norzi als Elhethib neben der ursprün^chen LA« *) Efrem las Jer. 48, 26 noch nm mit Rcsch nnd erklärt es dorch niTI mit Daleth, so dass zu Termnthen wHre. die LA. mit Daleth s«! überall blos spätere Correctnr. — Zu dem bisher Besprochenen dfiHU anch verglichen werden Jes. 7, 20; hier finden wir nach einer LA. b« 70 nnd Aqu. (Ufif^Ofiivm and beim Sjr. K^'ll , was also Hl^^DIfn mit Sohin wäre, aber andere griech. LA. bieten fitfucd'cofiEvco , was auch die andern Uebers. haben nnd nnserm H'^^Dirn mit Sin entspricht, während Efrem im Sjrer entsprechend dem Tharg. liest MB^^lHr was offenbar bloi Umschreibimg ist oder etwa gar Hl'^SVn mit Beth ansdrücken solL I 416 als Keri iiaben, so daas daraus würde: und Wein, der ver- wirrt das Uerzl Koch andere Wörter bieten den Ueberaetzern ihrer wtirtlicken Bedeutung nach, Anatosa. Dahin gehört l^'j Strassenkoth, da» die 7(1 zwar, wenn es von Iscbel 2 Kön. 9, 37, und von andern Völkern, Jar. "iö, 33. I's. 83, II ge- braucht wird, wörtlich übersetzen, hingegen in seiner An- wendung auf Israel Jer. 8, 2. 9, 21- l(i, 4 mit itapääti^fta wiedergeben, als wollten sie es mit dein Stamme nm com- biniren, und dasselbe thim sie mit dem chald. l'^^n, das lie, wie es scheint, fälschlich mit pT in Verbindung brin- gen. Ganz ebenso übersetzen sie '^fl, in Pau.aa 2np2 für r\yX\>2 , was sich bei den 70 nicht so findet und woflir auch gar keine Veranlassung an- gegeben werden kann*). Ja, es scheint sogar, dass selbst die Palästiner in den Worten Gottes, die Sarah's Rede in V. 13 wiederholen, das **rupT "«^Kl nicht als einen andern *) So H'^^npD ist nämlich bei uns Mechiltba zu *2 Mos. 12, 40. j. TA^f^. 1, 9.b. das. 9 a gedruckt, und wird Dies ron AUen, die sich mit den Stellen bisher beschäftigt haben, ohne Glück zu erklären versucht; hingegen lesen wir Ber. r. z. St. c. 48 : '^bnb ^S^'^'^Ü B'^iaiH p IHK HT pf'in«nr5K^n"'2'np2 n-|tt?pn5ini,^b?Sn, wo «war durch Schuld der Abschreiber oder Drucker das lächerliche D'^^l'lpS steht, aber gerade der mittlere Tbeil des V., und zwar mit Absicht fehlt. — Auch diese Angabe der Tradition über die Aenderung der 70 ist demnach missver- •tAndeD, wie die oben S, 346 A. besprochene. 4ir Ausdraek Ar das ^:i der Sarah betrachten, sondern als eine des Hausfriedens wegen gebraaehte Abweichung für ^^mein Herr ist alt^'^ also in der Rede der Sarah die Er- wähnung ihres Alters gar nicht gekannt haben*). Allein die 70 stehn in ihrem Verfahren nicht vereinzelt da, wenn sie auch in der angefahrten Stelle allein eine solche ten- dentiöse Correctur vorgenommen haben sollten. So heisst es Hieb 14^ 12: bis zerrieben werden (^^) die Himmel, werden sie nicht erwachen, und so übersetzen Aqu., Symm. und Theod. (vgl. Montf. und syr. Hex. und Middeldorpf dazu), Syrer, Hieron. und Vulg., hingegen unser T. mit Tbarg. und 70: ''J?^?, weil r\b^ wohl von der Erde gebraucht und von ihnen dann mit dem milden Ausdrucke nalatofa (den hier auch Symm. und Theod. haben) wiedergegeben wird, und auch Dies blos in erhabenen Beschreibungen, welche die Nichtigkeit der Erde Gott gegenüber darstellen sollen, nicht aber vom Himmel und in einfacher, wenn auch UDendli(;hcr Zeitbestimmung. Die Stelle entspricht aber vollkommen dem „bis zur Zerreibung Q^}) des Mondes^' Ps. 72, 7, was Sym. wieder mit naXuiwaig wiedergiebt, wäh- rend die andern Uebersetzer etwas umschreiben und nur Aqu. das "»^3, welches wie in Jes. 38, 16 Hptw. ist, als Par- tikel auffasst und mit ov übersetzt So finden wir femer Ps. 92, II das Wort in unserm T. entstellt, während es fast alle Uebers. gemildert ausdrücken. „Du erhebst wie Reem mein Hom, meine Welkheit (^?) ist durch Oel er- frischt'' heisst es das., und 70, Sym., Hier., Vulg. geben es mit Alter, hingegen Syr. und Tharg.: du salbst, weihest mich, wohl unserm T« entsprechend, aber ^^j^) lesend, und was unser T. bietet, giebt gar keinen verständigen Sinn. — Zuweilen aber geht unser T., und mit ihm meistens über- einstimmend alle oder fast alle Uebersetzer, noch weiter. *) Hätte Ismael Jeb. 65 b und B. mezia 87 a {vgl. auch Ben r. s. 8t.) *)ri^9 gelten, so wäre ihm nicht auffallend, dass ^Dl'pl ^Sl^) stehe t^r pt ^y}¥D , da es ja vielmehr blos für T\b2 steht, sondern, dass die letzteren Worte snrtickgeblieben sind; hat er jedoch "^I^^ gelesen, dann ist in ihrer Rede ihr Alter gar nicht erwähnt 87 indem er nicht bloß die Ansspraqliey solidem aaoh die Bnoli- staben ändert and zwar aas nba mit Beth rfyo mit Kbnf i^acht, was einen ähnlichen Sinn giebt bei gemildertem Aas- druck. Offenbar ist Spr. 5, 11 - ähnlich der Stelle K)g|. 3, 4 : er hat zerrieben (H^?) mein Fleisch und vfuw^B Paut^ wo es in der alphabetischen Reihe nicht geändert w^rdon konnte ^ — zo erwarten: und du wirst heoleii an dopueipi Ende, wenn zerrieben ist {rw^^^ mit Beth) dejn Ffansoh, und die 70 geben es auch wieder ««rarpi/^MSi , hi^^g^ge^ unser T. und die andern Uebers. bieten n^bs^ mit Efaa£ Ebenso ist Ps. 73| 26 sfcher zu lesen:' ist aacb zerrieboD (nbs) mein Fleisch und mein HerZ| Fels meines Hen^^iuiy mein Antheil ist Gott -^ ewiglich; unser T. mit den Uebers» liest nbD. ffDie Tage aufreiben^' 0"^^ n^9 ist im goten mid bösen Sinne gebräuchlich für: sie bis zu Ende führen; mir einmal jedoch duldete das Khethib diese LA. Hieb 2I| 13> während das Keri mit Ehaf gelesen wisse« will, an den beiden andern Stellen, das. 36, 11 und Pb. 7B, 33 hat si^ auch das Khethib nicht mehr erhalten. So zeigt sich aach an einer andern Stelle i Chr. 1 7, 9, wo sich die LA. vrbA erbalten, während die Par. 2 Sam. 7, 10 \n\^ bat,, der Versuch, diese LA. zu verdrängen, nicht blos bei dea Uebers. , sondern auch in Thalm. undi HdsohrilbeDi, (vgL Korzi), was jedoch bei diesem Buche, d^m man manche ältere Lesart Hess, nicht durchdrang. So niag maa denn auch mit Grund vermuthen, Hieb 33^ 21 sei ^^ st. bO!^, das. 17, 7 Q^i st ^^^ zu lesen*). Genug,, die Sehe« v^ dem Worte nb3 in seiner Anwendung auf den meiMiofaliche« Körper steht fest, und Uebersetzungei^ wie unseir Text b^ seitigen es durch allerhand Mittel; mag auch uns deae Auf- druck nicht so hart klingen, dem Altertkume klang er sQ| und er musste dem Anstandsgefühle weichen. *) Selbst später noch scheint man Scheu vor diesem Worte gehabt SU haben. So führt Nathan in Aruoh I9)dp aas B. hatfara liOa in Be- sag auf Jochebed an: itoCTnii itt?2n ]Ta?rart:^pn Uli -va?an rh^irw ^rm ^^^ÜT^pn, die ersten fünf Worte jedoch fetlen bei uns und soheioeB durch andere ersetzt an sein. 41» Ueberblicken wir nan die vorgenommenen and beab- sichtigten Aenderungen in unserm Bibeltexte, so gewahren wir, dass zwar einzelne Gruppi^n derselben^ namentlich die- jenigen, welche aus der Rücksicht auf Reinhaltung des Gh)ttesbegriffs entstanden sind, in der späteren Zeit nicht blos festgehalten, sondern auch zum TheUe vermehrt wor- den sind, dass dennoch selbst in dieser Beziehung die Ver- suche zu einer entschiedenen Reaction sich geltend gemacht haben, wenn sie auch nicht immer durchgedrungen sind, and wir haben Dies besonders in Betreff der Aussprache des Tetragrammaton, der Verschlingung des Namens „ Jah^ erfahren. Bei allen andern Aenderungen müssigte man später mit allem Nachdrucke den frühem Eifer und kehrte möglichst zu der alten LA. zurück, wenn dieselbe nicht schon ganz vergessen war; galt es gar gesetzliche Vor- schriften, so betrachtete man deren Verwischung als sträflich, man schritt desshalb gegen den alten Brauch der Ueber- setzergilde und deren Hilderungsversuche entschieden ein und legte ihnen Stillsdiweigen auf. Wir begreifen es nun, wesshalb man nicht nur die alte Halachah, sondern auch das alte Thargum verdrängte und wie dort die babyl. Qe- mara als allein entscheidend, so auch das babyl. onkelo- sische Thargum als allein berechtigt betrachtete, warum man in palästinischen Quellen nicht blos einen geringeren Werth auf das Thargum legt, sondern auch heftigen Tadel dagegen ausspricht. Ganz ebenso ging es mit der griech. Uebersetzung. Die Siebziger - üebersetzung, welche die alexandrinische wie palästinische Tradition früher mit solchem Strahlenglanze umgeben hatte, ward nun mit ent- schiedenem Misstrauen betrachtet, neue Uebersetzungen wurden unter den Augen der bedeutendsten Lehrer der Halachah angefertigt, aus des Akylas Uebersetzung hie und da Beispiele angeftihrt, die der 70 hingegen ignorirt Ja, man sprach sich bald noch deutlicher als durch Stillschwei- gen aus. „Siebzig Aelteste — so theilt Sefer Thotah 1, 8 mit — schrieben die Lehre dem Könige Ptolemäus grie* cMsch, und dieser Tag war Israel so schwer wie der, da Bio das Kalb anfertigten^ weil die Lehre nicht genü- 21* 420 gend übersetzt werden konnte.^ Ein hartes Ver- dammnngsortheil, das mit der firüheren Verherrliduuig die- ser Uebersetzong in so grellem Widerspräche stand, daas Soferim I, 7. 8 das Ereigniss der alten griecL Bibelüber- tragnng zu einem Doppelvorgange gestaltet, saerat durch fünf Aelteste für Ptolemäus angenügend übersetsen, dann flir denselben PtoL dasselbe durch 72 thunlässt und zwar in der von der alten Trad« berichteten wunderbaren Weise. Data auf diese nngeschichtliche Lösung eines Widersprächet zwischen der alten und neuen Betrachtungsweise kein Werth zu legen ist, wie man neuerdings versuchte, und diese f&nf Aeltesten eine reine Fiction sind, ist durch die Einsicht der Quellen, welche Soferim vorgelegen, hinlänglich be^ zeugt. — Nun erst wird uns auch die sehr auffallende Thatsache begreiflich, dass alle uns erhaltenen Bibelhand- Schriften einer so jungen Zeit angehören. Sollten die Juden, die zu allen Zeiten eher ihr Heiligthum als ihr Leben an retten beflissen waren, ihre alten Bibelhandschriften so wenig beachtet haben, dass sie bis auf den letzten Rest dahin- geschwunden sind? Und wenn sie ihnen auch entrissen worden sein sollten, warum finden sie sich nicht in Bib- liotheken, welche doch so manche Trophäe dieser mittel- alterlichen Plünderungen aufbewahren? Das begreift sich nur dann, wenn wir einsehn, dass solche alte Handschriften als unrichtig, den gültigen Vorschriften nicht entsprechend betrachtet, daher vergraben wurden und so der Vernichtung anheimfielen. So ist es denn erklärlich, dass nur unter den Karaiten jener Gegenden, wo sie länger unberührt von rabbinischem Einflüsse den alten Lesarten und Regeln der Schreibung und Punctirung treu geblieben waren, sich in neuerer Zeit solche ältere Trümmer vorgefunden haben, deren Bedeutung noch keineswegs genügend gewürdigt ist und die daher auch nicht sorgfältig genug untersucht wor- den. Endlich aber wird es uns auch klar, wieso die Qe- maren bei ihren Belegen zu dem seltsamen Verfahren kom- men, das sie mit den Worten ausdrücken: i6lt • • • 'Hpn ^M *^8 nicht so, sondern so*/^ sie meinen es damit niemala '»h, wollen nicht etwa die Lesart ändern und gebrauchen 42t dennoch solche Stützen. Nor wenn wir uns erinnern, dass man früher wirkliche Aenderungen der LA. ohne Scheu, wenn auch aus gewichtigen Gründen vornahm, können wir es uns erklären, dass man später zu Gunsten irgend eines Ausspruches haggadisch eine annäherende abweichende LA. benutzte, die man weder vorzufinden brauchte noch wirk- lich vorzuschlagen meinte, die man vielmehr blos als ein althergebrachtes Deutusgsverfahren neben dem wirklichen Sinne in Anwendung brachte. So steht denn auch der Schluss der unsern Untersuchungen zum Theile zu Ghmnde gelegten Thosseftha-Stelle im vollen klaren Zusammenhange mit dem Bisherigen. Er lautet: D'^aibnnwpSttTH'^ans^n 3nD n? m vnixD pioD D:inren i»w mxT n yvrb nnw ps» pit o'^^ib »TTib HT nn *pD1ttm HTD. „Wenn der Text im Sing, lautet, mag man ihn als PL (in der Uebersetzung) umschreiben, doch. nicht umgekehrt.^^ Das Erstere sehn wir im j. Th. sehr häufig angewandt, und es sollte damit bewirkt werden, das die Anrede nicht als an einen Einzelnen, sondern als an die gesammte Gemeinde gerichtet betrachtet werde; das umgekehrte Verfahren hingegen konnte den Einzelnen ver- letzen. Juda sagt: „wer die Bibel streng wörtlich*) fiber- setzt, lügt (indem er deren Sinn nicht trifft), wer hinzufügt (bei der Uebersetzung), lästert,'^ und es ist damit ebenso- wohl die beibehaltene Erlaubniss, Anstössiges von Gk>tt zu mildem, bekräftigt, wie die willkürlichen Zusätze früherer Uebersetzer verpönt. Dieser Ausspruch ist von der b. Gem. Kidd. 40 a aufgenommen. Nachdem dort angeführt ist, Juda nenne nur den einen „Karjana,^' einen Schriftteser, der drei Verse lesen und übersetzen könne, heisst es: .Xm a)y^T) oi:nn le» k^ ^D^ ornn^n w^i ir:nm .Tnrra oa")rr „etwa dass er nach seinem Sinne übersetze? sagt ja Juda selbst: wer die Bibel etc.? Nein! Unter Thargum versteht man eben das unsrige, d. h. das nunmehr festgestellte, *) in'^lltD . nach seiner ttussem Gbstalt, die aber nicht den volleR. Innern Sinn wiedergebt, während IjnsVTdD den einfachen Sinn beseiek- net Daher mich im Syr. MSHD rn))t , der wdrtliehe Text, und heisst so die Peschito gegenüber der ans der LXX geflossenen Uebersetinng. 4tt recipirte/' — W&hrend die bab. Gem. auf ihr, d. L daa babyl. Tbargum aU ein sa billigendes hinweist, sprechea die jerus. Quellen sieb mit scharfem Tadel gegen ihr Tb«v gum aus nicht blos über einzelne Stellen, wie gegen di» Uebers* von 3 Mos. 22, 28» wie sie sich in unserm j. Tb« findet, in j. Meg. 4, 10, sondern auch im Allgemeinen. So spricht sich namentlich der Midr. Koheleth an zwei Orten aus. Zu 7, 5 heisst es: rWD O'^irrn I^K DDH mw in»«6 :«» „„besser ist es die Drohung eines Weisen zu hören,^' das bezieht sich auf die Darschanim; „als^wenn man hört daa Lied von Thoren,'^ das bezieht sich auf die Methurgemanim, die ihre Stimme mit Dichtungen erheben, um sich dem Volke vernehmlich zu machen.'^ Und zu 9, 17: ü^^n^ns^ Il2»n ^3? , „ „die Worte der Weisen werden in Ruhe yor- nommen,'' das bezieht sich auf die Darschanim, „mehr als das Schreien eines Herrschers unter den Thoren,'' das sind die Mcthurgemanim, die aber der Gemeinde stehn.^' Wenn auch hier wohl das laute Schreien der Methurgemanim ver- spottet wird, so ist doch die ganze geringschätzige Arty mit der von ihnen gesprochen wird, und deren OegenUber- Stellung gegen die Darschanim genug beweisend, dass man sie im Gegensatze zu diesen, welche die ächte Halachah dem Volke vortrugen, als die mit lauter Stinmie in dichte- rischen Ausschmückungen Verwerfliches Vortragenden be- zeichnete. So sehn wir den ernsten Kampf, der uns den Text der Bibel vor mancher eingebrochenen willkürlichen Aenderung schützte, aber dennoch nicht alle bereits feei- gewordene Umgestaltung zu beseitigen vermochte. Vieles kannte man noch eine längere Zeit als tendentiöse Aende- rung und hielt sich dennoch verpflichtet^ es so zu erhalten, bis man später das Bewusstsein von der Umgestaltung verlor; Anderes war schon damals aus der Erinnerung geschwun- den und ward als vermeintlich ursprüngliche Lesart ver- erbt. So bleibt uns die Aufgabe, diesen Kampf weiterzu- ftihren und den ursprünglichen Text wieder aufzusuchen, ^hren wir die reinen sittlichen Tendenzen, welche die 43S Vorr(>rdetB in Aren Aenderungen geleitet; doch höher masli uns gegeDwIirtig das . Verlangen stehen, den Bib^text kl seiner kräftigen Ursprüngliehkeit su besitzen. Sehlntioapltel. Die Resttllate. Nachdem wir am Ziele angelangt sind^ ziemt es sich auf die yoUaogene mühsame Wanderung zorttcksaschauen and deren Ergebnisse zu sammeln. Wir haben Versncht^ die innere geistige Entwickelung in einem langen einflass- reichen und dunkeln Zeitraum der jüdischen GhesChichte zu erkennen» Dieser Zeitraum ist maassgebend ebensowohl nach rückwärts ^e nach vorwärts. Er hat die alten Denk- male nach seiner Auffassung ausgeprägt, umgestaltet und uns in dieser Umgestaltung Überliefert, und wir können diese Denkmale nicht nach ihrer ursprünglichen Gtestalt vollkommen erkennen, wenn wir die Umgestaltungen nicht aufzufinden und zu begreifen wissen; er hat aber aueh die ganze spätere eigenthümliche und festgewordene Ausprä- gung des Judenthums bestimmt, und wiederuiki bltibl diese unverstanden, wenn die Uebergänge, welche in .diesem Zeit- raum allmälig vor sich gegangen, unerkannt bleiben. Und gerade die innere Gesciuchte dieser Zeit iftt in das tiefste Dunkel gehüllt Die Völker pflegen überhaupt nicht di^ gleichzeitigen Vorgänge im innem Geistesleben tu beschrei- ben, ja sie werden sich meistens der Umgestaltungen . gar nicht bewusst, sie legen im QegentheiliB einen hohen Werih darauf zu behaupten und nachzuweisen, dass ihre g^geii- wärtige Achtung imd Bestrebungen den frühem vollkom- men entsprechen, und sie deuten, wenn sich ein Zwiespalt offenbart, diese nach ihren gegenwärtigen U^beraeugungen um. Nur dem unbefangenen Blicke einer späteren Z^ity welche die Entwickelung zugiebt, offenbaren sich die Diffe«» renzen, und was ihr nicht mitgetheilt wird, erschliesst sie ans den geistigen Erzeugnissen der versohiedeMii Zeileti) 424 denen sie die herrschenden ÄnBchaaungen ablanscht. Allein diese unbefangene Auffassung, dass erst allinäUg aas dem biblischen Judenthume heraus das fertig vor uns dastehende thalmudische sich entw^ickelt und ein Zeitraum von acht Jahrhunderten an dieser Entwickelung mühsam gearbeitet, ist selbst noch nicht vollständig durchgedrungen, und jeden- falls erst das Erzeugniss der neueren, seit drei Jahrzehnten sich vorbereitenden geschichtlichen Einsicht*, die Mittel aber, dieser Entwickelung nachzugehn, sind sehr spärlich vorhanden, so dass ausser dem Zugeständnisse einer solchen im Allgemeinen eigentlich noch Nichts weiter klar erkannt ist und die einzelnen Stufengänge nicht angegeben werden konnten. Schriften aus jenem Zeitraum, welche aus dem innersten Entwickelungsprocesse hervorgegangen, sind nicht vorhanden; was sich erhalten hat, wie die Apokryphen, Philo, Josephus, die Siebziger-Uebersetzung, ist mit andern Elementen zersetzt, so dass es den vollen Charakter der Zeit in den maassgebenden Kreisen oft mehr verwischt als enthüllt, die letztere aber ist eine blosse Uebersetzung, und statt Licht in das Dunkel zu werfen, hat sie dasselbe noch vermehrt. Die Literatur der darauf folgenden Zeit, die vom zweiten Jahrhundert an allmälig hervortretenden Schrif- ten der Halachah und Haggadah sind so fest in sich ab- geschlossen, stehn so unwandelbar in ihrer Ueberzeugung, dass sie das ganze Altertbum auch in ihrem Lichte be- trachten und daher unwillkürlich die Erinnerungen, welche sie aus demselben haben, danach darstellen. Unter solchen Umständen blieb nur übrig, die vollständig bekannten Zeiten, die biblische und die festgewordene thalmudische, in ihrem Auseinandergehn zu betrachten imd die Lücke durch Com- bination zu ergänzen, wie wohl diese grpssartige Umge- staltung allmälig vor sich gegangen sein mag. Ist dieser Weg schon an sich ein unsicherer, so wurde er durch die gegebenen Anhaltepunkte, welche die spätere Zeit in ihren Referaten über das Alterthum darbot, noch erschwert; man musste sich überzeugen, dass man dieselben nicht ignoriren und dennoch wiederum nicht mit vollem Vertrauen be- nützen dürfe, und so blieb es bei einem schwankenden 425 Umher tappen, wo das Amtehmen wie das Verwerfen nur aus BubjectiveiD Ermessen hervorging und ein sicheres Re- sultat nicht erzielt werden konnte. Der sicherste Beweis, dass Alles noch auf lockeiera Grunde errichtet sei, war, dasa die hervorstechendsten und auffallendsten Tbataachon unerklärt blieben, daher bald dieser und jener gekünstelten Erklärung sich unterwerfen, bald ihres wirklichen Werthes entkleidet, als geringfügig beseitigt werden sollten, dennoch immer wieder von Neuem in der ganzen Schwere unerklär- ter Thatsachen sich ins Gewicht legten. Was z. B. Sad- ducäer und Pharisäer sind, was gar die blos im Thalmud auftretenden und doch nicht abzuleugnenden Bo^thusier, woher ihre Namen entstanden, hat man hin und her con- jecturirt, und dennoeh niusste ihre Scheidung tief in der ganzen Anlage und Geschichte des Volkes wurzeln und dennoch können Namen von Secten, die unzweifelhaft hoch hinauf und tief herunter reichen, nicht zufällig entstanden sein, nicht an Gelegentliches anknüpfen, sondern müssen eng mit der Geschichte verwebt sein, und sind sie noch nicht in ihrer Entstehung und Entwickelung mit vollkom- mener Bestimmtheit erklärt, so fehlt der Boden, auf dem alles Andere sich dann naturgemäss erbaut. Wie der Text der Bibel, der Grundlage aller weiteren Entwickelung ge- lautet, wie seine Gestalt Im engsten Zusammenhange mit der ganzen Zeitanschauung sich ausgeprägt, wie die Ver- schiedenheit der Recensloneu entstanden, ist nicht nur nicht erklärt, sondern die Frage in ihrem vollen Umfange, na- mentlich nach der Seite hin, ob der Text von der ganzen Zeitanschauung inäuirt war, noch nicht einmal gewürdigt worden. Denn der Blick war nicht blos für die Lösung, sondern auch fiir die hervortretenden Schwierigkeiten noch umschleiert, und namentlich die auffallenden Erscheinungen, weiche ausschliesslich im Gebiete des Judenthums lagen, wurden als solche gar nicht erkannt und entzogen sich hiemit der Betrachtung. Nirgends sprach man davon mit nachdrücklicher Bestimmtheit, dass die jerusalemischen Thargume einen durchaus verschiedenen Standpunkt in der halachischen Entwickelung einnehmen, als der ist, welchen 4» innere Haiachäh mb den a&wiindelbarefa and /von . 4er Ur- aeli her ftstg>e8tellten bezeichnet. Man ging tibei* eine grosse Ansah! ron abweichenden Stellen in etwas enliig^ neren Theilen der thalmudlschen Literatar, nasnendioh ai Mechihha, Sifre, de^ jtotöalemisohen Gemara^ gteic^1llti|f hinweg, und man beseichtteie höchstens, wenn ihan Ue «nd da etwas Derartiges erkannte, die Bttcher selbst als otar* ronipirl oder apokryph« Das sind Worte^ am iii dter lebendigen Gesohtchtsbetracfatang keinen Sinn haben, Uoa die Schwierigkeit verschieben, ebne sie zn lösen« -^ Dia Amwahl aber aas dem tradirten - Stoffe musste so lange aU eine subjective bezeichnet werden, als man nicht naohw^i« sen konnte, warum der wirklich oder angebKch riclit^>e Kern, den man herausschälte, von so Vielem umgeben war^ das man verwarf. Wohl geht die Sage ihre dunkeln Wege und wächst nach miem gegebenen Anstosse in wtinderlkiieri ihren Ausgangspunkt kaum mehr berücksichtigender Weise} aber ein bewegender, herrschender bewusstloser Trieb geht doch durch alle ihre Qänge und proteusartigen Verwände* lungen, und nur wenn wir ans dieses Triebes bfamfchfigt haben, nunmehr ihre ainnigen Schöpfungen bu ei'kliren wissen^ können wir Grund und Wurzel von den pliahtaati- schen Anschlingungen mit einiger Sicherheit scheiden« Abe# gerade diesen Trieb hatte man noch nicht erkannt. Alldin wie in aUem menschlichen Denken^ so nament^ lieh in der Betrachtung der Geschicfatsentwickelung schlieast die richtig und präcis gestellte Frage zum Theile bereits die Antwort in sich und erleichtert zum andern Theile deren richtige Auffindung. So liegen aubfa in unsem Fra- gen Antworten genug, welche, weiter verfolgt, zu siobem Resultaten fähren. Sadducäer imd PharLsäer müssen schon mit der Gründüng des zweiten Staatslebens vorhanden ge- wesen sein, ja schon früher ihre Keime eingesenkt haben^ wenn auch ihre schärfere Scheidung sich erst allmälig volU zogen, ihi^e Namen müssen sich an die bedeutsamsten Na» men und Ereignisse der ältesten Geschichte knüpfbn; wenn auch dann deren Sinn sich modifieirte; die aUmälige Fixi** rang des Bibehextes muss von: den AnscfaauuBgan dar Zeil 427 beeinflaBBt worden sein, und in verschiedenen RecenBionen prägen sich verschiedene Zeitaußassungeii aus; es cxistlrte eine Kltere vonnischnaitiBche Halachah, die systematisch umgewandelt wurde und die ihre Trümnier zurückliess in einer Anzahl von Werken, welche dieselben neben neueren Elementen aufbewahren, welche gerade dessbalb dann weni- ger beachtet wurden; die recipirte jüngere Entwickelang gestaltete die Erinnerungen aus der alten Zeit unwillkürlich nach ihrem Massstabe um und überlieferte sie uns in dieser Form. Betrachten wir nun mit diesen Sätzen, welche nur den Inhalt der Fragen positiv umstellen, das historische Material, so ergeben sich die Resultate, wie wir sie aus den bisher dargelegten Forschungen gewonnen haben, und die wir hier übersichtlich zusammenstellen wollen, In den letzten Zeiten des judäischen Reiches bereits erhob sich neben dem davidischen Hause eine Familie zu hoher Macht, sie durfte in gewissem Sinne mit dem könig- lichen Hause wetteifern; es war die priesterliche Familie dos Zadok, der unter David den Priesterdienst versah und unter Salonio als der allein Treue in hohem Änsehn stand. Die Zadokiten galten als die allein berechtigten Priester für den Dienst am Tempel in Jerusalem, und je mehr die- ser als das lichte N&tionalheiligthum, als der wahre Mittel- punkt des religiösen Volkslebens anerkannt wurde, um so herrlicher war der Glanz, welcher die an ihm fungirenden Priester, besonders deren Obersten umgab. Im kurzen ba- bylonischen Exile richteten sich daher auf den SprÖssling doe davidischen wie den des zadokitischen Hauses alle Hoffnung und Verehrung des Volkes; ihre Wiedererhebung identificirte sich mit der Wiederherstellung des Staates. Als diese erfolgte, waren auch die damaligen Häupter di' MF Familien alsbald die Träger des neuen Volksleben! in der Demüthigung des Exils war die religiöse Idee leben- diger im Volke geworden, der Grundgedanke des Juden thums, die Anerkennung des einzigen Gottes, tiefer in das BewüBstsein eingedrungen, und die priesteriiche Familie der Zadokiten noch nmsomehr in der Achtung des Volkes ge- stiegen, so das3 davidischer imd zsdokitischer Stamm als 428 gleichberechtigt bei der Neabegründang des Staates auf- traten. Allein eine königliche Macht, wie die alten Erinne- rangen sie aufbewahrt und noch verherrlichend erhöht hatten, konnte sich bei der Abhängigkeit des Staates nicht befesti- gen; der gleichberechtigte zadokitische Priesterstamm mosste im innem Volksleben den davidischen bald überragen, weil er seine Functionen, wenn auch nicht sogleich mit allem äussern Prunke, so doch mit allem regen Eifer, ge- tragen von der Hingebung des Volkes verwalten konnte, und so ward er der alleinige Mittelpunkt des Volkes, der weltliche mit geistiger Macht verband. Der Oberste der sadokitischen Priester war zugleich der Fürst, die übrigen P)*iester wie auch die vornehmen judäischen Familien schlös- sen sich ihm an, bildeten seinen Hof und Senat, sie waren die zur Herrschaft berechtigte Aristokratie. Alle insgesammt erhielten sie nun den Namen der Zadokiten oder auch der „Zaddikim,'' der Gerechten, der regierende Oberpriester aber hiess der „Zaddik^^ schlechtweg oder Malkhizedek oder auch der Priester (Hohepriester) dem „el eljön.^' In Tempel und Priesterthum erblickte das Volk sein innerstes Wesen ausgedrückt, und so war dessen Befestigung sein Hauptanliegen. Von der Masse der Ausländer und der umgebenden Nachbarvölker, welche das Land überschwemmt hatten, und von der Verbindung mit ihnen sich loszusagen, um ihre nationale Idee und Sitte rein herzustellen und zu bewahren, erkannten die Besseren im Volke, angeeifert durch Esra und Nehemia, als ihre Aufgabe; da jedoch nicht alle Zurückgekehrten von gleichem Eifer erfliUt waren, auch die fremdartigen im Lande wohnenden Bestandtheile nicht sobald entfernt werden konnten, schlössen sich die eifrigen Freunde der ungemischten Volksthümlichkeit zu einer Natio- nalpartei enger zusammen und sonderten mit aller Aengst- lichkeit von den minder Eifrigen sich ab. Sie waren die „Abgesonderten, Nibdalim,^' welche die Ehen mit fremden Völkern mieden und über die Reinheit des Stammes sorg- fältig wachten, welche die nationalen Sabbathe und Feste mit Strenge beobachteten und dem Tempel und dem Prie- sterthum seine Würde und Selbstständigkeit zu wahren 429 bemüht waren durch regehnässi^ an dieselben zu entrich- tende Abgaben. Der Übrige Theil des Volkes, der nicht KU den „Abgesonderten" gehörte, hieas „das Volk des Lan- des." Von vorn herein halte sich nun das Volk in drei Theile zerlegt: die Zadokiten, die Abgesonderten und das Volk des Landes, erstere die herrschend« Aristokratie mit geistlichem Charakter, die mittleren der Kern des nationalen Bürgerthums, die letzten die Masse des Volkes, die vom Schwerpunkte angezogen, diesem folgt. So sehr die „Ab* gesonderten" den Zadokiten als den Vertretern des Heilig- thums und der Verwaltung anhänglich waren, so lag doch in ihrer Stellung als dem Kern der Bevölkerung, der den- noch nicht berechtigt war, mit in den Kreis der Regierung einzutreten, nothwendig ein Keim zu eifersüchtiger Uearg- wölmung der bevorzugten Aristokratie, und diese, wenn auch in ihren Ansprüchen auf den nationalen und religiösen Interessen fussend, welche sie zu vertreten berufen war, verweltlichte doch wieder häufig wie eine jede Aristokratie, die nicht in peräönlichen Verdiensten, sondern in der Erb- lichkeit wurzelt, und verletzte häufig selbst die Anforderun- gen, welche sie an das Volk insgesammt stellen mnsste und stellte. So konnte bei aller Innern Nothwendigkeit, mit welcher diese beiden Volkstheüe auf einander angewiesen waren, die Spannung zwischen ihnen nicht ausbleiben, und es bedurfte nur eines ernsten Anlasses, um den Zwiespalt lum Kampfe entbrennen zu lassen. Den Anlass bot der Druck des Auslandes; die Aristokratie buhlto um die Gunst des Oberlehnsherrn und ging in seine Absichten ein, die Abgesonderten kämpften mit Energie dagegen, und als Ant- iochus Epiphanes das Läudciien verschlingen und die Eigen- thümlichkeit des Volkes ganz niederdrücken wollte, da boten die Zadokiten ihm die Hand, und erfolglos stemmten >ich die treuen Freunde des Vaterlandes dagegen. Unter sadokitischeni Priestertfaum zu stchn, war so tief in das Volksleben eingedrungen, daas es eines Führers aus diesem Kreise bedurfte, wenn das Volk sich um ihn scharen sollte. Es fand sieh eine pricstcrliche Familie, die sich an die Spitze stellte und den Kampf unternahm, die derH&smonKer «38 von 10, 11-28, Cap. 13. 14. 16. 17. 20. 21. 22. 23. 24, von 25, 14-20, 51, von 26, 57-65 (von 29, I— 11), von 81, 25—35, 9 und Cap. 36; Deut von 1, 31-3, 22, von 4, 1—6, 3, von 6, 10—11, 9, von 26, 16-31, 13, von 31, J6 — 30. Auch das ganze Gepräge dieser Sanmdong ist nicht so alterthümlich wie das der Mechiltha, und dennoch finden sich auch in ihr, wie nachgewiesen, zahlreiche Ueber- reste alter Lehrmeinungen. Auch fiir sie bieten übrigens die Anführungen der jerus. Gem. und des Jalkut, aber auch die des (blos zu den drei letzten Büchern des* Pent ge- druckten) Werkes Lekach tob des Tobiah b. Elieser sowie ein bei einer neuen Ausgabe (Th. 1 Dyhrenforth 1811, Th. 2 Radwill 1819) benutztes Mspt Hülfsmittel zu Her- stellung mancher ursprünglichen Lesart. Beide Werke verdienen nach der nunmehr gewonnenen richtigeren Erkenntniss über die Stellung, welche sie im Organismus derHalachahundHaggadah einnehmen, eine neue sorgfaltige Behandlung. Hier genüge es, auf einige wenige Punkte hinzuweisen. Beide Werke bieten, wie vielfach schon im Laufe unserer Untersuchungen nachgewiesen ist, Lesarten und Erklärungen, welche gegen unsern Text oder die spätere Auffassung mit den alten Uebersetzungen über- einstimmen. So erklärt Ismael (Tract Pessach c. 6 und 1 1 ) das rp 2 Mos. 12, 22 mit Thürschwelle: HDipDK i^i«« qo V«, wie die 70 mit eiga, gegen Akiba und alle Späteren, die es als „Becken" auffassen. Den „Unfall" ^^dä, von welchem bei der durch einen Stoss bewirkten Früligeburt gesprochen wird, das. 21, 22, 23, erklärt schon Josephus (Alterth. IV, 8, 3IJ) dahin, dass er einen der Mutter widerfahrenden Un- fall bedeute ; wird sie nämlich durch den Unfall beschädigt, so tritt das Recht der Wiedervergeltung ein, ist Dies nicht 437 der Fall und ist bloa die Fehlgeburt die Folge des Stosses, so tritt eine Geldstrafe ein. Dieser Auffassung pflichtet die recipirte Tradition hei. Der alten Zeit scheint jedoch diese Deutung nicht genügt zu hahen, da die vergeltende Bestra- fung für die Verletzung der Frau dem allgemeinen Gesetze entspricht und keiner besondern Bestimmung bedurfte; die 70 beziehen daher die ganze Vorschrift auf die frühgebore- nen Kinder. „Wenn kein Unfall ist" heisst ihnen: wenn das Kind noch nicht lebensfähig, nicht vollständig ausge- tragen war, fti] i^ttnoimiiivov, dann wird es nicht als Todt- schlag betrachtet und bestraft, umgekelirt wenn das Kind bereits lebeuaiahig war*). Dies bedeutet offenbar auch die Trümmer der älteren Tradition, welche die Mech. z. St. (Tract. Diniu c. 8) aufbewahrt: ittit« mno -cb is:* *2i ^ n n»l ij"Kc T3» o'b:k is:" ':i Vn niisc p fy^ ■■:« i'ms o^» cc: n='' *;i Ka"p Sd p (nD"B : Jalk.) ^nn^-B ^^ 3"n „Wozu diese ganze Be- BÜmmung**}? Weil 3 Mos. 24, I7ff das Vergcitungsrecht aufgestellt wird gegen Jemanden, der einen Menschen er- schlägt oder verletzt, könnte man denken, das gelte auch bei einem im achten Monate geborenen Kinde; 'desshalb niuss diese Verordnung stehn, welche anzeigt, dasa er nur dann der Strafe (des Todea oder einer andern Verletzung) verfällt, wenn er ein lebensfähiges Kind tödtet (oder ver- letzt)," Das stimmt vollständig mit der Erkl. der 7(1 über- ein, wenn es auch der im Verfolge als unbestritten hinge- stellten Deutung riEJta ;iCK direct widerspricht. Die Karai- ten halten wieder an der alten Autfassung fest, vgl. Mibchar z. St.***) — 5 Mos. 25, 7 lesen die 70 am Ende des *) Sie haben demnach weder das auBinnige )U^N gelesen, w[o Grotius vermuthet, noch babeo sie )^0N mit yw^tt vurwecbsolt, nie Fran- kel meint (Ueber Jen EiuflUBa a. a, w, S. 6U), sondern aie geben eine verdentlicbendo ITeberBetzuDg. **) Die Frage bezieht aicb, wie ao hänGg, nicht auf die Ewei oder drei angeführten Worte und ebensowenig wird nna ihnen gefolgert, sie rtebn rielmebr blos als Anfang der ganzen Stella. ***) Mit dieser Verschiedenheit in der VerserklUruog und in det rechtlich«! Entscheidung «wischen der Stteren und der jüngeren Halachah hitngt noch eine, in ihrer Begründmig bisher nicbl erkannte, andere 4S8 Verses ''ff!*^^, es willigt nicht ein mein Schwmget, 0 ttdtltfig Tou urdpog iiov*)j offenbar so auch Sifire 8. St., indem er daraus ableitet, daas wenn der Schwager za der Frau seines verstorbenen Bruders in einem VerwandtschafiB- grade steht, der ihm deren Ehelichung gesetilich verbielet, von der Chalizahceremonie keine Rede sein könne, denn: Dipal nannte iebri6i*?:m2»ei6 „mein Schwager wiU nicht, (spricht sie aus, also es hängt von seinem Willen ab), nicht aber (findet dieser Act statt,) wenn Qott sie nicht wilL^ Hier ist sicher auf das Subject **9t^ der Nachdruck gelegt, dem als ein anderes Subject Gott entgegengestellt wird. Dies fühlt die spätere Zeit, welche hier ''9^! liest, sehr wohl, halacliiftche Differens eusamnieii. Nach der AaffaMUDg der tlialm. Recbta- lehre int der NichtJude, „Noachide'* durch göttlichen Urbefehl an Adam zur Ausflbung der Gerechtigkeit verpflichtet und wird er wegen Ueber- tretung desselben bc8trafk, und zwar insofern härter als der Jode, dasf gegen ihn immer die Todesstrafe angewendet wird und dass ferner die Erl&icbttrungen und Ausnahmen von der natürlichen allgemeinen ßechta- regeli welche durch die bibl. mosaischen Gesetze ausgesprochen werden, dem Noachiden nicht zu Gute kommen, die Strafe ihn auch bei diesen Fftllen trifft. Dieser Grundsatz hat nun auch ftir die oben besprochene Differenz seine wichtige Folge für die Noachiden. Wird n&mlich die durch den Stoss der schwangeren Frau bewirkte Oebnrt eines todten Kindes dann als Todtschlag betrachtet, wenn das Kind ausgetragen war und nur dann in eine Geldstrafo verwandelt, wenn das Kind noch nicht ausgetragen war, so ist dieser Erlass der Todesstrafo als eine blosse E^rleicliterung uhd Vergünstigung gegen Juden zu betrachten, und kommt sie dem Noachiden nieht zn; desshalb wird auch im' Namen IsmaeTs behauptet, der Noachide werde avch für die Tödtvng von Kindern im Muttcrleibe mit dem Tode bestraft, piim b^ ^f< n?:« b«r?:r'' 1 Dir?:. Dem treten die andern Lehrer nicht bei; denn nach ihrer, der jüngeren Bichtting wird die Tödtung de» fröhgebomen Kindes nie mit dem Tr-^e bestraft, selbst wenn es sfch als ausgetragen erweist, es liegt hiemit^ar kein Todtüchlag vor, es ist hier keine einem Juden widerAihrende Ver- günstigung und die allgemeine Rechtseutscheidnng hat aueli für dem Noachiden Gültigkeit. Vgl. Sank. 57b. (Mit Unrecht nimmt daher Mai- monides in Mischnch Thorah, Melachim 9^ 14 in Beziehung «nf die Noachiden die Conscquenz der alten Hi^chah auf, die er sonst natürliok verwirft.) *) Nach Montfaucon übersetzt auohAquila ^nvfap^QBVttig p>9Vf doch ^' Dies unsicher, da es vielleicht das ernte *^?d2^ im V. wiedergeben eolL 439 indem sie die Stelle nicht mehr zur Ableitung fiir tauglich erkennt und dahin ändert, dass sie die Deutung nicht an diese, sondern an die Torhergehenden Worte, "'^y. ]>^^, knüpft (j- Jebam. 1, 1)*). Die Mech. nun, welche selbst dem Standpunkte der 70 nicht fem ist, ist es auch, welche die Kunde über deren Verfahren bringt, und zwar ganz in der keuschen schmuck- losen Darstellung, welche die alte Tradition charakterisirt, während die jungem Quellen den verherrlichenden alexand- rinischen Sagen folgen. Zu 2 Mos. 12, 40 citirt nämlich die Mech. (Tract. Pessach c. 1 4) den Vers so : c^liwa O«;*» lüK 'W 'b ]tt?u yinyi P?:d yiKai und fugt dem hinzu: "»i^in p nn« nti Dbx2 Dl« Hü^K .n^üKia «12 a\ibK ^ariD 12 «x^'^d , ^b^n ^»bnb ^znD?:; ,'^r'^2ün nv2 niSB?*^! (• • o ^üüh üt2 ck) bri .c«i2 ^•»^^pii i^t . ni»"i2i «PK wn aBK2 "»D ntt«b n'^^M'p^ mü pnüKTi , cncü du r\b2H^ imn nan .DTK Küi: bj? ns-^Di^i r:2 nKi v^r« pk nr)3 np*^i .dizk npr D:in2i b^b i"»«nb nnw yrhn 'n pbn tük .*^rNü: cn» nn« (-ii»n 1.) ii»n Kb ♦D"»b:jin m^rs rwi ib ishdi »ni^rb n^?:wb ^n"»is «b iw .c^»rn „Dies ist eines von den Dingen, welche sie dem Könige Ptolemäus geschrieben haben, ebenso schrieben sie 1 Mos. 1, 1 : •3 '3 'K , das. 26: ni»T3^ DbX2 m nWK, das. 27 : (vgl. 5, 2) r2ip:i, das. 2, 2: -»üün '2 K "i , das. II, 7: rÖM^ m*)«, das. 18, 12: ,T3np2 , das. 49, 6 : D13K (st. iiü) , 2 Mos. 4, 20 : DTK K^ü (st. Tttnn), 4 Mos. 16, 15: Ti»n, 5 Mos. 4, 19 (fugten sie ein): T^Knb, das. 17, 3: DT2:?b ni)3lKb , und sie schrieben 3 Mos. 11, 6 und 5 Mos. 14, 7: D"»b:jTn nT"»rir (st. n2:TKn)." Die Stelle ist gelegentlich angeknüpft gerade wie die über die Thikkun Soferim (vgl. oben S. 309 ff) und gleichfalls keine bestimmte Anzahl angegeben, so dass die aufgezähl- ten Aenderungen als beispielsweise angeführt betrachtet werden können, die noch andere nicht ausschliessen ; ebenso ist ganz allgemein die Rede von denen, welche für PtoL die Bibel geschrieben, nicht etwa von 70 oder 72 Alten. ♦) D"»ttü l^nSÜ Kbl -^»r ir»T& V "^T 1H» bKTOIT*» 'T "»n* Dasi die dortig^ Anflcfaaaang in Betreff der Verpflichtang zur Chalizah anck sonst von der des Sifre abweicht, berührt ans hier weiter nicht Der b. Q. i0t diese ganze Deatnng fremd. , 440 Die j. Gem. Meg. 1 y 9 giebt schon die Zahl der Aendemn. gen auf 1 3 an, c*^rn ^ro "12T 3 * , es sind die ang^ebenen Stellen mit anwesentlichen Abweichungen, indem es 1 Mos. 1, 27 (5, 2) heisst: rrp:i, das. 49, 6 noch: "nr för r% 2 Mos. 12, 40: nr^icn bzi*, •rs, zu 3 Mos. .12, 6 (5 Mos. 14, 7) ist die Erkl. der Aendemng hinzugefügt, die Matter des PtoL habe HTZ^H (1. xn^rw) geheissen. Die Zahl der Uebersetzer ist nicht angegeben. Die babyL G. hingegen Meg. 9 a spricht von 72 Aeltesten, welche in ihrer üeber- Setzung vollständig tibereinstinmiten, trotzdem dass ein Jeder in einer abgesonderten Zelle arbeitete. Die Aendemngen selbst giebt sie ohne Anzahl an, jedoch sind es gleichfalls dieselben mit unbedeutenden Abweichungen. Bei 1 Mos. I, 27 (5, 2) ist nicht n2'py\ geändert, sondern Din2 (oder H^z cnN) in Imi, 49, 6 stimmt sie mit Jer., auch 2 Mos. 12, 40, hinzugefügt ist, dass sie 2 Mos. 24, 5 und II *'t:n9KT för •nr: und rj'^iw geschrieben, 5 Mos. 1 7, 3 steht blos mit dem Zusätze üi2Vb ohne m?5wb, und zu 3 Mos. 11, 6 (5 Mos. 14, 7) ist eine ähnliche Erklärung wie in der j. G. ange- geben, die Frau des Ptol. habe n^iTK geheissen, und so hätten sie besorgt, er möchte es als einen Spott von Seiten der Juden betrachten, dass sie deren Namen (als unreines Thier) in der Thorah nannten. In den Midraschim werden die Stellen blos einzeln erwähnt, so zu 1 Mos. I, 27 in Ber. r. c. 8 wie Mecb., zu das. 2, 2 das. c. 10, zu das. II, 7 das. c. 38, zu das. 18, 12 das. c. 48, zu das. 49, 6 das. c. 98 nnd zwar blos ü^2H wie Mech. , und ist bei allen diesen Stellen der einfache Ausspruch, es sei hier eine von den für Ptol. vorgenommenen Aendcrungen, ohne deren Anzahl zu bestimmen; hingegen ist zu 2 Mos. 4, 20 in Schemoth rabba c. 5 — ohne zu bezeichnen, wie geändert worden — gesagt, es sei Dies eine von den achtzehn för Ptol. vorgenommenen Aenderungen. Zu 2 Mos. 12, 40 wird in Sehern, r. Nichts bemerkt, hingegen wird Ber. r. c. 63, um zu beweisen, dass selbst Abraham schon Israel genannt werde, der Vers angeführt, wie ihn die Mech. liest: *) In onsern Aasg. Mnp'*)3r, tief, was keinen rechten Sinn giebt. 441 das ist eine alte .Sache(, heiaat es ja): Der Aufenthalt der Israeliten in Aegypten, Khanaan und Gosen (so dass Ab- raham's Aufenthalt in Aegypten und Khanaan mit zu den 430 Jahren gezählt werde). Zu 3 Mos. 1 1, 6 bemerkt Wajikra r. c. 13 Nichts yon einer Aendemng, wohl aber wird daselbst n2:is auf das griecli.- macedonische Keich gedeutet, da die Mutter des Ptol. so geheissen habe. Von den zwei ersten Aenderungen im ersten Cap. der Genesis, in Numeri und Deuteronomium finde ich keine Spur im Midrasch. In Sefer Thorah 1, 8 und 9 hingegen ist von 70 Aeltesten die Rede, der Tag ihrer Uebersetzuug als ein Unglückatag bezeichnet (vgl. oben S. 419), die Zahl der Aenderungen auf 13 bestimmt, und zwar I Mos. 1, 27 (5, 2) wie b. G. nur mit cter kurzen Bezeichnung 1K"13, das. 49, 6 wie beide Geraaren, 2 Mos. 12, 40 ■;nWi|i'"ViK2 D'iSfl, 3 Mos. 17, 3 wie b. G.*). Soforim 1, 7 und 8 end- lich beweist seine Jugend, indem es, wie oben bereits be- merkt, sowohl die tadelnde Wendung, die wir in Sefer Thorah lesen, als die lobende der b. G. aufnimmt, den Wider- pprneh zwischen beiden aber dadurch zu lösen sucht, dasa es eine doppelte Ueberaetzung annimmt, ferner den Zusatz ■■tsiuw fiir 2 Mos. 24, 1 1 aufzählt und doch die Anzahl der Aenderungen mit der j. G. auf I U feststellt ! Sonst erkennt man zu I Mos. l, 27 (5, 2) gar nicht, was etwa die Aen- derung war, da wie bei uns, ztCi^ nspil steht (auf die den Sinn nicht berührende kleine apraehliche Differenz zwischen Dm* K13 und ENI: achten alle Quellen nicht und führen promiscue an), 49, 6 wird wie Mech. angegeben, 2 Mos, V>, 40 wie Sef. Th,, 5 Mos. 17, 3 wie dieses und b. G. Wenn wir nun die allmälige Umgestaltung dieser histo- rischen Kclation betrachten, so sehn wir klar, dass wir in dem Berichte der Mech. die treuste Darstellung finden; sie aber beschränkt uns nicht auf die angegebenen Beispiele, sondern knüpft dem einen blos noch einige andere gelegent- lich an, ohne damit erschöpfen zu wollen, und führt solche •) Die Worte DiaT l'^SMl sind wohl ( Hemcfaaft bei." 1 Erklärung: aziy clie noch lebendig in der Erinnaning waren. Hau wusste, dasa die alte griech. Uebersetzung Anstössigee duroli Aenderungen oder Umdeutangen beseitigt^ sowie 1 Moa« 1, 1 (vgl. obenS. 344 f.), 2, 2. Iß, 12 (vgl obenS, 415fl^. 2 Mos. 4, 20 und 4 Mos« 16, 15 (aus Scheu vor Nemmiig des Esels ygL oben S. 360). 2 Mos. 12, 40. 3 Hos. 11,6 und 5 Mos. 14, 7 (das griech. „Lagos^^ wegen des könig- lichen Geschlechtes der Liagiden yermeidend), und mau hatte in Palästina diesen Aenderungen — soweit sie Hiebt blos im Griech. Bedeutung hatten, wie in den zwei letzten Stellen — gleichfalls Raum gegeben, den ersten Vers der Schöpfungsgeschichte anders gedeutet, 2, 2 entw. wie der Sam. zeigt, [die Aenderung angenommen oder doch durch allerhand Deutungen den schwierigen Ausdruck zu erklären versucht, 18, 12 gleichfalls den anstössigen Ausdruck n*^ gemildert, 2 Mos. 12, 40 entw. den Zusatz angenommen^ wie der Sam. und paläst. Codd., oder doch danach erklärt^ selbst 4 Mos. 16, 15, wie beim Sam., die Aenderung auf- genommen. Bei 1 Mos. 49, 6 zeigt uns die richtige Rela- tion der Mcch., welcher Ber. r. und Sof. folgen und die blos von der Aenderung des n^ü in Dl31i,- nichts aber von der des V^H in liü wissen, wie die wechselnden Standpunkte der verschiedenen Zeiten Trübung in diese . Tradition ge- bracht haben. Man war nämlich im Laufe der Zeit in mildernder Tendenz (vgl. oben S. 375) von der LA. ")1i^, Ochse, abgegangen und hatte die von ^w , Mauer, ange- nommen ; Dies war der Standpunkt der älteren Zeit, welche auf die 70 folgte, und wird derselbe von T. j. I, Sjmm., Aquila, Syrer, Hier., Vulg. und nicht minder Onk., welcher in poetischen Stellen sich enger dem alten Tharg. an- schliesst, und auch Ber. r. '^) vertreten. Diese geänderte LA. betrachtete man bald als die richtige und mit der Er- innerung, dass die 70 nicht also, sondern Ochs übersetzteii| hielt man ihre Uebertragung für eine absichtliche Aenderung, *) C. 98 ; er erklärt die Stelle : sie haben darch ihre That gegen die Bewohner Sichem's die »yManvr (d. b. das Vertrauen) der Proaeljten," D'^IJ) b^ y\W f eingerissen. 443 wäJireud gerade das Gegeatheil der Fall ist, und von diö* I sem Standpunkte aus berichtet die Mech., sie hättan Z"iiH I Air "IIB gesetzt; das will nicht sagen, si« hätten das eine ■ Wort mit dem andern vertausclit, da ja in einer Ueber- Ktzimg Dies gleichbedeutend wäre iind die etwaige Nüan»! cirung des „Gemästeten," welche in D12K liegt, durch dafi von den 70 gebrauchte griech, rur^io« gar nicht ausgedrückt wird, vielmehr bezeichnet der Referent durch die Wahl eiuei dennli? synonymen Ausdruckes (vgLSpr. 15, 17) kurz, dansaie so und nicht ilt) gelesen. Spater jedoch kehrte man wieder lU der ursprünglichen LA. ^tö zurück, wie uns bereits die Uebers. des berichtigenden T. j. II beweist; was sollte man fiOn mit der tradirtcn angeblichen Aenderung der 70 machen? Man dachte, der Keterent bezeichne chen damit, sie hat ein synonymes Wort wählen müsseu, weil 11£ schon parallelen Gliede bei ihnen gestanden habe, indem sie nämlich für ctt gesetzt hätten. Daher der Zusatz in beUi den Gemaren und dem ihnen folgenden Sei. Thori Uebrigons hat wahrscheinlich der Referent bei Anführung unseres Verses nicht blos an die einzelne besprochene Aen- derung gedacht, sondern auch noch an andere, die oben u O. erörtert worden, die nicht bloa gleichfalls bei dem Swn. und den Tharg. ihren Ausdruck linden, sondern auch ! jUieilweise in der Tradition entsprechend berücksichtigt I werden. Wir lesen nämlich in der Mech. Tractat Araalek L a füuf Stellen, in welchen unitntschieden sei, ob ein I Wort zum fi-üheren oder zum folgenden Satze gehöre; unter so ist eine eben unser V., wobei es unsicher sei, ob "Witt V hinauf zu ivs oder hinunter zu CEK zu ziehen sei. Die rmtürliche AuSussung kann diese Unsicherheit nicht bewirkt (liaben, da der Satz „ihr Zorn, denn er ist mächtig" ohne i vorhergehende; verflucht, ganz ungelenk ist; allein das l.frfihero MUdeningsbestreben, das wir auch beim Sam. und 'Jb den Tharg. finden, hatte auch diesen Versuch erzeugt, äos f,yerflucht" mit dem Früheren zu verbinden, und so ■(•od «ich der uatücliche Sinn und die traditioneUo lUO 444 Erklärung der Art entgegeD, dass man eine EntBcheidmig nicht wagte. — Neben den von Asaria de Rossi bereits erkannten vi^ Stellen: 1 Mos. 2^ 2. 2 Mos. 4, 20. 12; 40 und 4 Mos. 16, 15; in welchen die Angaben der paläst Trad. über Aende^ rangen der 70 mit der Septuaginta übereinstinmien, und neben der andern auch schon von Andern erkannten St. 3 Mos. 1 1; 6 (5 Mos. 14; 7); hsthexi wir nun noch drei Stellen der Genesis gefunden, welche mit Recht von der Tradition als von den 70 umgedeutet bezeichnet werden; und zwar 1, 1. 18; 12 und 49; 6. Diese tendentiösen Aenderungen sowie noch manche andere — denn; wie bereits bemerkt; hat die Mech. dieselben nicht auf eine bestimmte Anzahl beschränkt und blos gelegentlich einzelne Beispiele angeführt — haben sich in der Erinnerung der mündlichen Tradition erhalten, da sie auch in Palästina Anklang fanden oder sich an in- teressante historische Eigenthümlichkeiten der alexandrini- sehen Juden knüpften, viele andere waren in Vergessenheit gerathen. Es wird uns nun nicht auffallend sein, wenn auch umgekehrt manche Aenderung; die von späteren grie- chischen Uebersetzern oder in Palästina selbst versucht wurdC; den von den 70 bekannten hinzugefügt und auf sie zurückgeführt wurde. Dies ist der Fall mit den fünf Aen- derungen; welche wir noch in der Mech. angeführt finden; die 70 kennen sie nicht und konnten sie ihrem Standpunkte nach nicht versuchen, wohl aber entsprechen sie dem Ent- wickelungsgange der späteren Zeit. Der Art sind die bei- den im Deut. Dass Gott; nach 4; 19; den Dienst der Sonne und des Himmelsheeres den andern Völkern zuertheilt habe; nach 17; 3 aber den Israeliten nicht befohlen habe^ war den 70 nicht auffallend; und wir finden bei ihnen an beiden Stellen keine Spur einer Umschreibung*); wohl aber *) Frankel, der weil er Nichts von der palKstiniscben Tradition an^i^ ben will, sich sogar zu der seltsamen Meinung bequemt, es sei in ihr die Rede von einem dem Ptol. inr h e b r. Sprache überreichten und im Orig^ale geänderten Exemplare, will (über den£influ8setc.S.218) an diesen beiden Stellen dennoch auch in der griech. Ueben. diese Aenderung wieder- 445 bei den spätem griech. üeberaetzern, welche 4, 19 aämint- lich das öno*t'ftu der 70 für p?n mit diuKOv/ito), schmUckeD, ' anordnen, vertäu aolien, also den Sinn beabsichtigen, welchen die Tradition angiebt, Qott habe Sonne, Mond und Sterne fßr alle Völker, d. h. zur Beleuchtung der Welt geordnet, und nicht minder stellte man iu Palüslina in Abrede, dass hier etwa ausgedrückt sei, Oott habe sie dafür bestiromi, Ton andern Völkern göttlich verehrt zu werden. So heisst es in Sifre zu 1 7, 3 : 'n phn lüM iKHiv bhzTi -mi» •h'hin 'di' n »Ol Dii-i' (t^ cn^K !jti nisinit ap^no i;ir -n-ai-n rr:* nm» im^ Dnb pbn „Josse, der Galiläer, sagt: man könnte aus dem V. 4, 19 etwa achliesacn, Gott habe den übrigen Völkern die Himmelabeerc zur göttlichen Verehrung zuertheilt, dess- halb heisst es 29, 25: Götter, die sie nicht gekannt und die er ihnen nicht zuertheilt*)," und die Gemara (Abod, Sarah 55 a) erklärt, Gott habe sie den Völkern nicht zu diesem Zwecke zuertheilt, sondern habe sie dadurch aufs „Glatte" geführt, verleitet, und auch die Thargurac umschrei- ben hier und 29, 25 so oder in anderer Weise. Auch 17, 3 war in Palästina auffallend, weil der Sinn zu sein scheint: welche ich nicht befohlen habe, als habe Gott die Himmels- heere nicht entstehen lassen, während es bedeuten soUt welches ich nicht befohlen, d. h. Gott habe deren Verehrung nicht angeordnet. Dies will der Sam. ausdrücken durch die Correctur i'n'lS, und die Tradition bezeichnet Dieg finden. Das Bunoofila der »pütero Uel>or9. i, 19 will er gegen alle BdBChr. den 71) znertheileii, 17, 3 aber suufat ur in dem a an npoefta^f aoi — da» er in — ^ä corrigiren eu »ollen »tlieint — eine Andeutung für die van der Trad. angegebene Aenderuug, tvas Hber dnTchnnB nicLt darin liegt, nnd halle der Uebers. mit aoi Dies andeuleu wollen, so blUte or lieber auob njclit a, sondern o gesellt. Vielmehr lindert er nnch dam 6. 329f entwickelten Sjateme dna "r"3Jt, welche» Muses in eignem Namen ipriohl, in T^^^f; so ist auch 3 Mos. 9, 21 nnser HCÖ nii" ItR: Ton 711, Sam. nud jer. Ib. geiiniiert iu ß ."Itt H i" '~ , wSbrcnd Sjr. nijt übersetst, und sind diese Stellen oben a. a. O. liinEUzufugcn, •J Diiss 29, U5 von Israel die Kede ist, also die Stelle fiir den Zweck, zu dem sie angeführt ist, Nichts beweist, wird hier unbeachtet gelaiaeol 44(1 durch den Zusatz üi^:^b , der sich so einlebte, dass die Halachah sogar an dieses im Texte gar nicht befindliche Wort Deutungen knüpft So losen wir in Sifre a. a. O., nachdem zuerst aus 12V'^^ das Verbot des Dienstes, ans ^nnü"»l das des Bückens hergeleitet wird, noch femer: KintW f^nü^DH iran^ 012:?^ ittW „durch das Wort ünxh wird dann noch eingeschlossen auch der, welcher neben Gott anch diese verehrt." Also das Wort stand für die deutende Exegese vollständig im Texte! Und so darf es ans nicht wundern, wenn man solche Acnderungen schon in die fiü- heste Zeit zurückdatirte und. sie denen der 70 anschloss. — Derselbe Fall ist mit den drei übrigen Acnderungen in der Genesis. Dass Gott im PL von sich spricht oder die Engel etwa mit sich zusanimenfasst, war der alten Zeit nicht austössig; dass daher 70 wie das j. Th. solche Stellen nicht umschreiben, haben wir bereits oben S. 328 erkannt, während die spätere Zeit daran Anstoss nahm und es weg- zudeuten suchte, und die Opposition gegen das Christen- thum, welches die Vielheit in der Einheit Gottes bei solchen Stellen betonte, mag später zu solcher . Umdeutimg mehr aufgefordert haben. Daher fielen früher auch die Worte: Wir wollen machen einen Menschen in unserer Gestalt*), sowie: wir wollen hinabsteigen und verwirren, nicht auf; erst die spätere paläst. Anschauung fand darin eine Sch"wie- rigkcit, Thalm. und Midr. suchen dieselbe wegzudeuten, und legen von ihrem Standpunkte aus die Aenderung in den Sing, schon den 70 bei. — Auch die Ei^wälmung von IMann und Weib alsbald bei der Schöpfung des Menschen, wäh- rend doch erst später die SchOpfung des Weibes aus dem Manne entstand, erschien wohl den Alten nicht schwierig; die Spätem glaubten darin zu finden, dass Adam Anfangs als Doppelpersönliclikeit, als Mannweib, geschaffen worden, und legen wiederum diese Ansicht schon den 70 bei. Und *) lu der berichteten Aenderung wird nur von PI. und Sing-, g©- Bproclien, D7^ und TW^il als von Gott gebraucht, erscheinen nicht aU anstössig, und wie wir bereits S. 32S erörtert, bat nur Symm. an einer Stelle eine UmschreibQDg versucht. I 447 so machte es aucb die bab, G. mit den >ait;KT, die wir oben ä. 243 besprochen haben, die ältere Quellen nicht als Aenderung der 70 kennen und welche dennoch den Späteren von ihrem Standpunkte aus als solche galt! Betrachten wir nun noch einige Stellen, in welchen die alte HalacLah, abweichend von der jüngeren, von dcrMech. Tertreten wirdl Tract. Pessach c. 1 7 werden die Worte riKin rtprei 13, 10 auf daa Gebot der Thefillin bezogen und deüshalb »ird na'»"" B'f:''» gedeutet: von Tag zu Tag, d. h. alltäglich und daraus abgeleitet, daas das Gebot des Nachts, an Sab- bathen und Festtagen keine Anwendung finde, wahrend Andere es zwar „alljährlich" erklären, aber auch Dlea auf Thef. beziehen, indem dieselben alljährlich untcrsuclit wer- den müssten, ob sie noch brauchbar seien. Dieser ganzen Deutung folgt auch j. Erubin 1 0, 1 und j. Th. I in voller Entwickelung, Allein b. Erub. 'Jfja und Menach. 36 b er- fahren wir, das9 Dies die Ansicht Josse's des Galiläers ist, während Akiba nKTn npnn auf Pessach bezieht, n?:'!;' D-Ti*» alljährlich erklärt, die Beatimraungeu über Thcf., welche früher aus dieser St. abgeleitet wurden, entweder anders- woher herleitet oder wirklich in Abrede stellt. Wir wissen nun auch, was die Berichtigung des j, Th. II bedeuten will, indem es durch sein )-T\l'' yvab i'ni' Yb'« lls andeutet, 'fii "n sei „alljährlich" am bestimmten Monate und Tage zu erklären, das Ganze aber auf Pessach zu beziehen, was ob entw. nun als selbstverständlich zurücklasst oder was bei uns auägefaüen ist. — In der Deutung von IS, "20 stimmt wieder Mech. Tract. Aniaiek c. 4 mit J, Th. überein gegen Baba kamma lUüa und mezia 30b. — Die Worte "211, 21: „und er stirbt unter seiner Hand," d. h. in unmittelbarer Folge der Züchtigung, fasst die Halachah dahin auf, dasa damit gesagt werden solle, es gehöre zur Bedingung dieses Gesetzes, dass der Sklave sterbe, so lange er unter der Botmässigkeit des Herrn sei, welcher ihn gezüchtigt, nicht aber wenn er in die Gswalt eines Andern übergegangen. Allein in den ModaÜtäten dieser Auslegung weicht die jün- gere Hai. von der älteren bedeutend ab. Diese — Mech. Dinin c. 7, Thoss. Baba kamma c 9 — deutet ob dabin. 448 dass wenn der Herr den Sklaven gezüchtigt^ ihn dann ver- kaufty dieser dann alsbald^ ohne noch einen oder zwei Tage am Leben zu bleiben, gestorben sei, der Herr keine Strafe erleide, weil er eben nicht mehr ^^unter seiner Hand,'^ son- dern anter der Hand, d. h. im Besitze eines Andern ge- storben sei. Umgekehrt deutet es die jüngere Hai. (Bar. in j. Kidd. 3, l.b. Baba kama 90a). Den besprochenen Fall berührt sie gar nicht, offenbar weil sie dem harten Herrn nicht die leichte Gelegenheit bieten will, sich einer gerechten Strafe zu entziehen, ihn vielmehr auch dann fiir der Strafe verfallen hält; sie leitet hingegen eine andere Bestimmung daraus her. Wenn der Sklave schon vor der Züchtigung verkauft worden, aber mit der Bedingung, dass er noch einige Zeit zur Verfügung seines ersten Herrn sei, so dass er zwar nunmehr „unter der Hand'' des ersten, aber das Eigenthum, „das Geld'' des zweiten Herrn ist: da entsteht ihr die Frage, ob bei dem einen oder andern der Herren, von denen keiner beide Bedingungen, dass der Sklave unter seiner Hand und sein Geld ist, in sich ver- einigt, die Bestimmung gültig ist, dass er nicht bestraft werde, wenn der von ihm gezüchtigte Sklave erst nach einem oder zwei Tagen stirbt, oder ob er vielmehr einfach als Mörder eines ihm nicht eignen Menschen behandelt werde, und sie beantwortet diese Frage verschieden, immer aber von einem der älteren Hai. ganz entgegengesetzten Standpunkte. — Die Bestimmung, dass der Eigenthümer eines stössigen Ochsen, wenn er ihn trotz der Warnung nicht hütet, gleichfalls getödtet werde, TOI*» ^'^bra d:ji , 21,29, hat die alte Zeit sicher nach der wörtlichen Auffassung genommen, dass der Eigenthümer durch das Gericht mit der Todesstrafe belegt werde (vgl. oben S. 143 und 145). Sie fand nur die Wiederholung, dass der Ochs gesteinigt werde, überflüssig, da schon in V. 28 Dies auch in dem Falle vorgeschrieben wird, wenn derselbe zum ersten Male sich als stössig erweist, und sie erklärt diese Wiederholung da- mit, dass dadurch angezeigt werden solle, das Urtheil über das Steinigen des Ochsen und über die Todesstrafe des Eigenthü- mers geschehe bei demselben Gerichte und unter denselben ForiDalitäteD, also nach Borgftlltiger Erforschung nnd iili einem aus 23 Personen bcsteheuden Gerichte (M. Sanhedr. 1, 4). Dieser Kanon: 5pc' HCl 'WB ncSci a-iura ^pc;rmü "iilcn niTTS 13 D'b'j^ nn'»: nai* t^j'3 mi bedeutet sicher nicbta Anderes, und dem entspricht es vollkommen, wie Elieaer im Verfolge ganz richtig behauptet, dass die Tödtung eines wilden Thicres, das einen Menschen getödtet habe, keiner gerichtlichen Formalität unterliege und einem Jeden frei- stehe, da hier nicht von Eigenth ums recht und Ilütung, da- her auch nicht von einem gemeinschaftlichen Goriebtsver- &hren über Mensch tmd Thier die Rede sein kann. In gleicher Weise Ist offenbar die Ansicht Ismacl's z. St. in der Mech. (Dinin c. 10); or bleibt dabei, dass der Eigen- thtimer durch das Gericht mit dem Tode bestraft werde, dasB jedoch, wie V. 30 sagt, wenn ihm ein Lösegeld auf- erlegt wird, er die Löäung des ihm geschenkten Lebens zu geben habe nach der Auflage, die ihm gemacht wird. An- ders die jüngere Halachah unter dem Vorgange Akiba's ! Dasa der Eigenthümer überhaupt der gerichtlichen Todes- strafe unterliege, stellt er in Abrede, vielmehr sei hier mir von einer Todsünde Gott gegenüber die Rede, 'T3 .in'ts D"f:ü , von der sich der Eigenthümer durch ein Lösegeld Bühnen könne; nun aber ist das Lösegeld nicht für sein Leben, das dem Gerichte nicht verfallen war, sondern für das Leben des durch den Ochsen gotödteten Menschen*). Von einem gerichtlichen Verfahren über den Eigenthümer ist nunmehr gar keine Rede; wenn daher dennoch die •) Der Toit unserer Mech. ist hier vielfach corrompirt; aua dem gtmea ZnsammoD hange geht Jeduch die Eicliligkeit der obigou Diir- rtellung herfor und namentlich, daaa, wie Jalkut richtig hat (wKhrend RaBthi schon unsaror falschen LA, folgt), lam. hehauptet ^& ISCi Jl'HC n"i;i3 , hingegen Ak. nmia bc. Die Gemwen slöhn natürlich gan« auf dem Sland|>unkte Akibn's in jeiltr Beziehung und deuten auch den alten Kanon gewaltsam danach. - Es ist auch sicher, daaa lam., welcher blos von drei Stellen behanplet, dsaa Ott Lei ihnen nieht die focultatlre Bed. liube (Tgl. Mech. Bachodeach c. II; Im Shcascfc. 1), nämlich 2 Mas. XO, 21. 22, 24. 3 Mos. 2, 14. bei unserer 8teUe V. 30 du EM wolil &cnlt*tiY nimmt, eben weil die Wahl dar Strafen dem Berichte inkotnmt. SB 4Bd Formalitäten bei dem üriheile über den itösdgeii OcHmm, der einen Menschen tödtet, mit jener Feierlichkeit vor «ich gehn wie bei einem menschlichen Mörder, so g^ebfs daf&r eigentlich keinen vernünftigen Grand und kann ea blos in dem Werthe liegen, welcher dem getödteten MenscbenlebeB beigelegt wird. Dann aber müssen dieselben FormalitAtan auch befolgt werden gegen ein wildes Thier, das einen Menschen tödtet, und wirklich behauptet Dies Akiba in der ange£ M. Natürlich ist nunmehr auch daa Lösegdd nicht mehr facultativ, da die Richter — oder die Verwaad* ten des Ermordeten — nicht mehr zu entscheiden haben, ob der Eigenthümer die Todesstrafe su erieiden oder eine Geldstrafe zu tragen habe, vielmehr lediglich ohne Weiteres auf letztere zu erkennen ist Dass die Umgestaltung der Halachah hier in einem gewissen Zusanmienhango steht mh den '' umfassenden politischen Parteifiragen zwisohen Sadd. und Pharis., ist schon oben a. a. O. angedeutet. Naehdea zuerst die Analogie zwischen der Stra£^lligkeit des Herrn für seinen Knecht — also des Hjrkan für Herodes — und der für seinen Ochsen abgewiesen wurde, beseitigte man dann auch ganz und gar selbst die Straffidligkeit f&r den Ochsen. Es genüge vorläufig an diesen halachischen Trümmern aus einer Entwickelungsperiode, die der Feststellung der recipirten Halachah vorangegangen; auch die nähere Be- trachtung des jerus. Thargums im folgenden Exearse wird uns noch eine nicht spärliche Anzahl ähnlicher darbieten. Excnrs II. Das Jerusalem ische Thargum zum Pentateuob. Wenn das Studium des Tlialmud bisher ein einseitig«» war, weil man dasselbe fast ausachliessUcli auf die babyl. Qemara beschränkte oder doch alle andern Quellen dieaar SU accommodiren versucbtc, so war das Studium dea Thar- gum, überhaupt weniger gepflegt, noch weit einseitiger. Bei der bab. Ucm. hatte man wenigstens noch den älteren Text der Mischnah, und in ihr selbst tiudet sich doch eine grosse Masse alter Baraitlia's, die, wenn sie auch sehr oft nach dem neuen halachiechen Standpunkte Umgestaltungen erfahren haben, doch dem kritischen Blicke noch eine gute Anzahl alter Elemente darboten und durch Coiubination eine Einsicht in die ältere Richtung eröffneten. Bas Studium des Thargum hingegen beschränkte sich gleichfalls auf das babylonische, daa sogenannte des Onkelos zu Fentateucb nnd dos Jonathan au Propheten; diese hielt man für uralt und auch, nachdem die Zweifel an ihrem hohen Älter sieb zur Ueberzeugung von ihrer relativen Jugend, von ihrer Abfassung oder Hehlussrcdaction in Babylonieu gegen daa fUnfte Jalirhundort gestaltete, betrachtete man sie doch jedenfalls als die ältesten vorhandenen Thargume, die daher die meiste Beachtung verdienten. In Betreff der übrigen Thargume erkannte die Wissenschaft schon früher, dass ein Thargum dea Jonathan ben U.'^iel, also eines Lehrers des ersten Jahrhunderts, zum Peutatcuch nicht existire, nannte dasselbe vielmehr Pseudo- Jonathan, gelangte bald zur Ein- licht, dasa es bloa irrtliüralich so genannt worden, es viel- mehr ein jerusalemisches Thargum ist, daes die Fragmente des jerus. Th., welche wir noch ausserdem besiteen, bloa Stücke einer andern Recension desselben seien, und bei fenauerem Einblicke fand man, dass dieses Thargum in er Gestalt, in welcher es uns vorliegt, einer e])äteren Zeit angehören müsse, schon aus dem Umstände, da es die beiden Frauen Mohammed's (als die Isniaels I Mos. 21, '21) und die Lombardei kennt (4 Mos. 24, 24). Somit war man für ein Thargum aus älterer Zeit eigentlich ganz verlassen, man blieb jedoch in der alten Gewohnheit, sich in dem B. g. Th. Onkclos ein authentisches altes vorzustellen, das ipündjic^ fortgeletitet worden, also zwar er^t epätej* }n Ba- Sö* 452 bylonien niedergeschrieben, aber seinen Grundbestandtheilen nach von ältester Zeit her festgehalten worden. Allein nur die negativen Resultate der bisherigen Thar- gumkritik tragen Wahrheit in sich; in den positiven Resul- taten, die jene zu ergänzen haben und sie erst frachtbar machen, ist man entschieden irre gegangen. Unsere bisher in diesem Buche niedergelegten Forschungen stellen viel- mehr als durch alle QueUen und deren geschichtlichen Zu- sammenhang bezeugtes wissenschaftliches Erge&niss Folgen^ des heraus: Seit ältester Zeit ist das Institut der Uebersetzune in die Landessprache, des chaldäischen oder aramäischen Tnar- fiims eingesetzt worden und während des ganzen zweiten empels lebenskräftig gewesen; diese Uebersetzung war in Palästina, in dem Mittelpunkte der jüdischen Geistesbewo- fung, in dem Herde der halachiscnen und haggadischen ortoildung, nicht eine naekte wörtliche Wiedergabe, sie war vielmehr Erklärung, Erweiterung, direc(ß der Gegen- wart angepasste Ausdeutung und Ermahnung, daher nicht selten aucn Umgestaltung, und so repräsentirt sich in ihr vollkommen der Standpunkt der älteren Halachah und Hag- gadah. Diese Uebersetzung nahm eine feste Gestalt an und erlangte ihrer -Bedeutung gemäss , grosses Ansehn, wenn sie auch in Palästina, dem oitze der Gesetzesgelehr- samkeit, weder den Text verdrängte noch der Weiterent- wickelung der Gesetzesstudien Fesseln anlegen konnte. Sie war Gegenstand des allgemeinen Unterrichtes, war aber speciell die Aufgabe der besonders damit Beauftragten, so dass eine Uebersetzergilde, die Methargemin, Thurgemanim (Methur.) entstand, die mit aller Entschiedenheit an ihren Ueberlieferungen festhielt. Diese Uebersetzung ward auch niedergeschrieben, so dass wir schon vor der Zerstörung des Tempels selbst von einem geschriebenen Th. zu Hieb hören*); allein nach der ganzen Lehrart des Alterthums wurde weniger das geschriebene Buch — mit Ausnahme des Originals der heiligen Schrift — als die lebendige mündliche Mittheilung des Lehrers geachtet. Als nun der Umschwung in der Tradition vor sich ging, als die ältere Kichtung einer Jüngern mehr und mehr weichen musste, endlich von dieser ganz verdrängt wurde, folgten die Ueber- setzer diesem Umschwünge nicht so rasch, theils weil der Stolz einer selbstständigen Gelehrtenzunft sie abhielt, die eignen Traditionen den neu sich entwickelnden Anschauun- *) Tho88. Sdiabb. c. 14, j. das. 16, 1. b. das. 115 a. Bo£ 6, 16i 453 gen zu opfern, theiU weil m dem jährenden Kampfe der Geister sich die Richtung sieht sobald abklärte, als dass die neu gewonneneu Resultate auch nun dem Volke als unbezweifelbare Normen hätten dai-geboten werden können. So entstand eine Klurt zwisclien dem neuen Oeistesleben und den Vorträgen der Uebersetzcr; jenes, als das herr- schende, trat nun mit aller Entschiedenheit gegen das starre Festhalten am alten Thargum auf. Sehr milde ist es, wenn die Gesetzeslehrer vou den erbaulichen Anwendungen, welche die Uebersetzer hie und da an die Gesetze anknüpf- ten, aussagen, „sie tbäten nicht gut daran*);" gegen die Umschreibnng der Gesetze selbst sprechen sie sich weit energischer aus und sagen — win wir bereits erfahren — , man müsse einem solchen Uebersetzer Stillschweigen ge- bieten, im Ganzen aber galten die Uebersetzer als ge- schwätzige Schönredner, die durch laute Erhebung der Stimme ihre Irrthümer und Thorheiten dem Volke aufdrin- gen. Sollte das altelu-würdige und zugleich in seiner Nütz- lichkeit geachtete Institut der Uebcrset/.ung in die Landes- sprache nicht ganz dem Untergange geweiht werden, so musste es reformirt, den gegenwärtigen Anschauungen an- bequemt das Thargum neu redigirt werden. Eine solche vollständige Umgestaltung oder vielmehr die Herstellung eines vollständig neuen Thargums gelang erst im Laute von Jahrhunderten und nur in Babylonicn. Dort wurde die Gelehrsamkeit erst nach Befestigung der neuen Rich- tung verbreitet, waren die Uebersetzer keine alte, in ihren eigenen Traditionen verfestigte Kaste, und'so konnten bei Verpflanzung des Instituts die neuen Grundsätze zur vollen Anwendung kommen. Bei den poetischen Stellen des Pen- tateuchs blieb man zwar im Ganzen bei dem alten Ver- fahren, sie erbaulich und erweiternd wiederzugeben, man hielt da auch Manches aus dem alten Thargum und der alten Haggadah bei, wenn auch die neuere Richtung natür- lich mehr begünstigt wurde, und ebenso bei den in poeti- schem Style geschriebenen Propheten, während die histori- schen Bücher, die s. g. ersten Propheten aach trüber wenig *) So z. B. in Beeiebnng naf die Erweiternn^ in 3 Mob. SS, 98: Diejenig«a, nelche SbersetieD: „Mein Tolk, Israeliten, wie ich bRrm- heraig bin im Himmel, so »ollt ihr ta nein saf Erden, Kuh und etc.," die thnn nicht gnt, weil sie die Vorsirhrtfteii Gottes Hin blosBes Erbarmen hin«tallon,- lllHn p ICWEa prn HUn »(JS3 ^(HB' ■':2 '»r i'ftjinm r'"X nn Mai'2 iwinn iicin to ma n-i in" «rm w »irmn (tjJiK3 i':nnT n'ism rrapn hii (T-nmj) rni-m •\-v^s pB cao» nmaa fi» to j. Beracboth G, 1. Meg. 4, 10. tu V^eraiilaasaiig eur P^mpbrase dargeboten liatton tmd wo ei rshehen war, es aucn später zum Tbefle geduldet worde^ sie, wenn iMich nicht poetisch, doch jedeafalls in keinem engen Zusammenhange mit dem gesetElichen Leben standen. Anders jedoch verfiunr man bei dem übrigen Inhalte des Bentatendi. Bei einzelnen Stellen, welche kurz nach der neuen halachischen Richtung wiedergegeben werden konn- ten, that man es, meistens aber begnügte man sich damit Bidh streng an den Buchstaben des Textes zu halten und diesen Uos durch die Uebersetzung veretändiich za macheni alles Andere überiiess man der Ausdeutung in den Schulen und den Qesetzesvorträgen, welche nun die Aufgabe der Metkargemin übernahmen; die Erfahrung, welche man arit den früheren Uebersetzem gemacht, mahnte nämlich ab von der VermiscfauDg der Uebersetzung mit der Ausdeutung, man vermied daher diese ganzlich und selbst die früheren Rücksichten, welche man dem religiösen Geffthle gegenüber in der Uebersetzung walten Hess, beseitigte man meistene, nur noch die Reinheit des Gottesbegriffes wahrend. Der leicht einbrechenden Willkür in einer fiir das Volk bestimm- ten Uebertragune sollte gesteuert werden, die Ausdeutmig der Schule und den Gelehrten verbleiben. Während dieser Weg in Babjlonien, wo die alte Halachah gänzlich ver- drängt war und das alte Thai^m eine feste Wurzel gefmsst hatte, leicht und siegreich durchgeführt werden konnte, war in Palästina ein solches radicalcs Verfiähren kaum möglich« Die alte Halachah wie das alte Thargum hatte dort noch tiefe Wurzeln und treue Repräsentanten, während die Kraft der Verjüngung überhaupt dort fehlte. Man begnügte sich daher m Palästina mit der Ausbesscnmg des £inBelneD, setzte Neues neben Altes, berichtigte das Eine, Hess das Andere, kurz es ward eine Flickarbeit, der man ihren mu- sivischen Ursprung ansieht. Dies eben ist das s. g. pseudo- jonathan'sche Thargum, in welchem sich auf eine höchst merkwürdige Weise meistens dem alten ungeänderten Thar- gomtexte neues anschloss, so dass wir neben uralten Be- standtheilen ^anz späte Elemente finden, neben den von Mischnah und Gemaren getadelten Uebersetzungen, die in demselben ungeändert vorliegen, auch andere consequent nach ihnen gebildete, neben Deutungen, die auf dem Grunde alter Halachah und Hag^adah ruhen, die wir in Mechiltha und Sifire wiederfinden, die von Ismael, Elieser, Josse dem GaJiläer u. A. ge^nüber Akiba vertreten werden, wiederum andere, die gerade der jüngeren Richtung ihren Ursprung verdanken, neben der Wiedergabe von Lesarten, welche 435 der frühem willkürlichen Behandlung des Textes angehören und auch den andern alten Uebersetzern vorgelegen, wie- derum strenges Halten an dem gereinigten Texte. Das Werk der Umgestaltung ist eben in ihm nicht durchgedrun- gen, und wir nahen dieser Halbheit einen reichen Schatz von historischen Trümmern zu verdanken. Jedoch ist die in dem s. g. Pseudo-Jon. vorliegende Ueberarbeitung nicht der einzige Bcrichtigungs versuch, noch ein zweiter liegt uns vor, der, wie es scheint, eben blos in einzelnen Abän- derungen besteht, welche nicht etwa zu unserm Psendo-Jon., »ndem zu dem uns nicht mehr zugänglichen ursprünglichen palästiniächen Thargum gemacht und als berichtigende Blossen an den Rand gesetzt wurden. Daher ist Dies kein vollständiges Thargum, sondern eine Sammlung einzelner Glossen, die bald mit den Berichtigungen, welche in unsera Pieudo-Jon. eingedrungen, vollständig übereinstimmen, bald auf eine andere Art berichtigen, als es in Pseudo-Jon. ge- schehen, so dass auch dort noch zuweilen eine grössere Annäherung an die ältere ursprüngliche Gestalt sich tindet als in Pseudo-Jon., meistens aber die in diesem beibehal- tene alte Uebersetzung der neuern Anschauung nach umge- sUltet wird. Dies ist der Charakter des u. d. N. „Thargum jeruschalmi" bekannten Fragmenten-Thargum. In Wahrheit aber haben wir nun zwei aus dem alten paläst. Tb. flieasende berichtigte Recensionen vor uns, von denen wir daher die eine, die vollständige, gewöhnlich Pseudo-Jon. genannt, als erste Recension des jerus. Th., kurz: j. Th, I die andere, das Tharg. jeruschalmi genannte Fragmenten-Tn., als zweites oder j, Th. II bezeichnen. Diese richtige Erkenntniss der Geschichte des Thargum ist durch die im Texte unseres Werkes niedergelegten For- schungen begründet und der grosse Gewinn nachgewiesen, welchen uns diese Erkenntniss zur richtigeren Würdigung der ganzen Geschichte des Bibeltextea und der Auffassung des Judenthums darbietet. Wir haben jedoch bisher diese ■ene Einsicht in den historischen Verlauf des Th. mehr als Mittel benfitzt, um daraus andere historische Tbatsachen zn eruircn und die Forschung über die uns vorliegenden zwei 1 j. Th. nicht aelbstatändig durchgeiiihrt. Der Gegenstand ' Terdicnt aber nunmehr ganz von vom an wieder aufgenora- jnen zu werden, wobei namentlich die Anfuhrungen der Alten, die von Zunz und mir schon in so grossen Massen aosam menge bracht worden, mit berücksichtigt werden müssen. Dabei darf auch die Thatsache nicht ignorirt werden, die Altea einer solcben Doppelrecension des j. Th. üssen, j , dasa J nicht m m4 45« fedenken^ dass nur erst geit Asariah de Bossi and dem ald darauf erfolgenden Drucke dieselbe bekannt geworden. Wenn es dem, welcher diesen Gegenstand zu seiner spe- cieilen Bearbeitung wählte — und es [dürfte kaum einen verdienstlicheren und fruchtbareren in der Oeschichte der Bibelübersetzungen geben — , gelingen sollte, handschrift- liche jerus. Thargume vergleichen zu können, von denen uns bis jetzt keine Kunde geworden, so dürften wir noch interessante Aufschlüsse erwarten. Dieser Excurs ist weit entfernt davon, eine solche Arbeit liefern zu wollen, dennoch soll er. — mit Uebers^ehung alles im Hauptwerke bereite Benützten — eine Reine von Stellen nachweisen, in welchen entweder das j. Th. seine gleiche Grundlage mit den andern alten Uebersetzun^en und der sam. Rec. oder seinen alt- halachischen Stanopunkt gegenüber dem jungem unzwei- deutig offenbart; die Uebereinstimmung mit den andern alten Uebers. aber involvirt häufig auch die ältere halacL oder hagg. Richtung. Die Masse von Elleinigkeiten, die sich leicht bei einer aufmerksamen Untersuchung heraus- stellen, die Satzverbindung mit oder ohne Wav nach Sam. und andern Uebers. gegen unsern T. , die Umstellung des Sing, in PL, kleine selbstverständliche Zusätze, hinzugefüg- tes oder zurückgelassenes HM als Acc.partikel u. dgl. musi hier bei Seite liegen bleiben. 1. Jer. Th., Sam. und alte Uebersetzungen. I Mos. 3, 17 ist allen alten Uebers. hinderlich, dass die Erde der Fluch treffe wegen des Menschen, dass sie, die Unschuldige, die Schuld des Menschen büssen solle; 70 und Syrer übersetzen daher y)^2^2 „in deinen Werken," mdem sie entweder nar als Frucht umdeuten, also in der Frucht, die sie Dir bringe, oder es mit ^"nnr^ (Resch in Daleth corrigirend) combiniren, wie es 70 auch 8, 21 und Jer. 1 4, 4 thun, wo Symm. (in syr. Hex.^ wörtlich übersetzt Auch Theodotion berichtigt zwar die 70, kehrt aber doch nicht zum wörtlichen Sinne zurück; „in deinem Ueber- schreiten" sagt er, also es mit br 12^ y übertreten, in Ver- bindung bringend, d. h. in deinem sündhaften Zustande sei sie dir zum Fluche; in ähnlicher Weise mit anderer Wen- dung auch i. Th. „weil sie dir deine Sünde nicht angezeigt,^' also wörtlich auch: wegen deiner Sünde, an der auch sie ^ sich betheiligt. Aquila und Onk. hingegen geben es ohne alle Umschreibung. Zu 8, 21 hat j. Th. den Zusatz nicht und hat einfacher: wegen der Sünde des Menschen, indem 457 hier eben gesagt wird, class die Erde nicht mehr der Fluch desshalb treffen solle, und Onk. folgt ihm hier. Daa. 7, 16 erkliiren die 70 die Worte: und Gott schloas um ihn, mit dem Zusätze: rrv Kißiarön, die Arche, ebenso Th. j. I .TCMC «nii'm »cnn n* '■'n »cm'a ']-m'\ ; die apätem Thargnmen vermeiden hier den Anthropomorphiamus, und Th. j, II wie Onk. erweitern es zu dem allg. Satze: Gott hatte Mitleid mit ihm oder achützto ihn. Das pKl des Onk. ist eben eine im Laute annäherende Umschreibung des alten '"^M^, ist dann aber auch in Th. j. I eingedrun- gen, wo es sich, da es nicht in den Zusammenhang passt, als fehlerhaft erweist. Das. II, 2 nehmen alle alten Uebers. und mit ihnen Th. j. I D-pn in der Bed. „von der Morgenacite;" späler scheint Dies nicht genügt zu haben, vielleicht besonders weil man sich eewölmt hatte, gegenüber Palüstina als dem Abendlande Babylonien als das Morgenland zu bezeichnen, es musste daher auffallen, dass sie wegziehend „vom Mor- genlande" sich in Scbinar, also in Babyl. niederliessen ! Ber. r. c, 38 erklärt daher, sie hätten sich abgewandt von dem, der „der Anfang" der Welt ist, ebenso Th. j. II, und daa Kn'"aip3 des Onk. lässt das Wort des Originals gegen seine sonstige Gewohnheit (vgl. z. B. 10, 30), um den an- dern Sinn möglich zu machen, Daa. II, 4 giebt j. Th. p mit ttb IS wieder wie die 70 mit jipö oder np/f , geradeso 2 Mos. 1, 10 wie dort auch der Syr. Das. 13, 18 bietet bnUM eine Schwierigkeit, welche die TJebers. verschieden lösen. Ein Weggehn wird erwartet, nicht das Aufschlagen des Zeltes, Einige Sam. ändern in l^'l , ebenso Syr-, andere in ^»ci nnd so Abusaid, 70 tibers. „Zelt abbrechen," j. Th. lässt Abraham Zelte für sein Vieh dort zurücklassen. Das. 14, 5 ist alte LA. onj, so 70, Syr. und T. j. II, das hier die ältere LA. aufbewahrt, während I und Onk. corrigirt sind. Das. 15, 2 fügen beide j. Th. hinzu: ich gehe „aus der Welt" wie die 70 (nicht so Symm. nnd Aqu.) es kurz ausdrücken mit uTiolüoiiai, icb werde aufgelöst, schwinde hin, und am Schlüsse haben beide j. Th. den Zusatz „er deiikt mich zu beerben" gemein mit dem Syr, Das. 15, II losen 70 OP*f 3$r.^, Abram sass bei ihnen, nämlich den zerschnittenen Thierstücken, um sie vor dem Baubvogel zu schützen. Diese Worte übersetzt auch j. Th. I 418 in seiner Paraphrase: Die götzendienerisclien Völker^ dia dem unreinen Vogel gleichen, stiegen hernieder ca ^Qnclem die Güter Israers, da beschützte sie das Verdienst Abra- hamSy und ganz ebenso die Deutung in Ber. r« c 44> wo die daran sich knüpfende Veriieissong €k)tte8 lastet: Weiua deine Söhne Leichen werden ohne Sehnen ond Kaoclm^ wird Dein Verdienst ihnen beistehn. Hierin lag nun cB* Veranlassung zu einer neuen Leseart, welche diese Deaton^ schärfer ausspricht, nämlich Q^^^^y Abram wandte sie ab, nämlich die Raubvögel, trieb sie weg, und musste frei- lich das Soff. PL nun auf den Sing, t?*'^ beeo^en werden) so alle andern Uobers., auch j. Th. 11 und Onk., das naek den ^Iten Lesarten, welche Luzz. in Oheb Ger anführt» ^•TWI oder •pni hat und erst später als man ^"^ nicht be- zeichnend genug fand, las man ^W?, wegwehen, was auch andere LA. des Onk. haben mtH) , was aber gewiss un- passend ist, da 3ü^ , überhaupt nur an zwei späten Stellen vorkommend (Jes. 40, 7. Ps. 107, 18), in Hifil^ bedetrtet, wie in der Psalmst, den Wind wehen lassen, nicht aber: einen Gegenstand wegblasen und vertreiben. Die LA. 315? wird aber noch anderweitig bezeugt, nur dass sie anden erklärt worden, nämlich: Abram brachte sie, die zerschnit- tenen Theile zurück, d. h. er belebte sie wieder. Darauf spielt vielleicht schon Paulus an in Rom. 4> 17, Dies ist es aber sicher, was dem Mohammed berichtet wurde (Koran 2, 2ö2), und diesen Weg schlug auch Saadias ein, wie ans Dunasch in seiner Kritik gegen ihn belehrt: Yt^ "ttdM llW T^pn •»13-1 inDü •»ob ^2^lnt>:i ff^T^Dnn b:h fyh^n t«» br^:^ n^n r^^oißn \q T)2rttr mnn y^Kirr r:2ü oma« ü'*2K n:5 x^^onnt rm hmi 7f^ nmrröi x:ipr\ n;nn Hb 'b^b^H "»d -)?dk i^r^ br\y üid-»2 )ht "»di oby? r\yrrh untö (raü:ü i.) «wü rro hü^ü v?äk» n\n nw 1t v^a nnirr^ii nnö'ftt in» nbnr» nwn hm laipb nncnvi D^^iDün p «;Kn nTT -»d ^ht^ ycy\ © D'^TSDnn p -IHK 112H i6ü n?: it hüid innon 3:53^1 i2nb r^^ix "üä fm ywH w li)"«'! i:nnD n:?ü ^b in^n'» w it hüibs yw\p stav? viwd i3r lüK v:h td^i iü:^ iiri rum i?: w n^n Kt) ninrvüttn mteinrn mowi D^irn onr "»D . D'HOTa "»ia pi:5nn nbj TbWgam n^ysiani , das d*rauf folgende n-'a sdieint fehler- haft zu eeJQ. Das. 19, 15 übers, j. Th. rwirs^n mit allen alten Uebers. einfach „die aich bei dir finden, gegenwärtig sind," Onk. nimmt die in Jeb. 77 a und Ber. r. c, 50 angedeutete ErkJ. auf: die ala treu befunden werden, um die Auf nahm etUhig- keit der Frauen aus Moab und Äinmon zu bezeichnen (vgl. oben S. 'iflüf). Das. 24, 21 ist LA. des Sara, .nnnra und alte Uebers., die Baschi und Ä. E. (vgl. dens. in SafaL berurah td, Lipp- mann 12a) kennen, aber misebilligen, ist gleiclifalla "nc oder Khnitch: trinken, sich zu trinken geben lassen, und ebenso Dai. V. 62 liest at (tin?: der Sara. laiM , und so übers, auch 76, hingegen j. Th. I ^1-^, was es mit dem dafiir tiblichen w^ra wiedergiebt, wie auch alle alten Uebers., und zwar mit EinscTiluss des Tharg., in 2 Kön. 23, II »ft? übers, at. "» (in Tharg. das. ist w^ra ohne noch ein Hern am Anfange zu lesen, wie auch aus Kimchi hervorgeht), hier ao noch Vulg.: per viam qaae ilucit. Jedoch schon Ber. r. c. (10 hat iCT»» , und j. Th. II deutet wohl auch die neue LA. an in seiner Deutung „von dem Lehr- faause Sem's des Grossen," und ebenso Onk., in dem Nachm. Min-aa liest, was deutlicher ist als unser ■•na. Das. 26, lU übers. 7U SVn IHK ix tov ytionq /tov, also ein Vornehmer, ao auch j. Th. I Knra nn-TST nbli und dar- aus Onk. mit Weglassung des n, hingegen j. Th. II tt'bu ^^. Das. V. 18 haben Sam. und 71) '12^ für 'n'a, Syr. und j. Th. verbinden beide Losarten. Das. il, 40 liest j. Th. I wie 70 inr, und giobt es wieder mit ^^T!^, waa den Sinn ausdrücken soll: wenn du sie von ihrer geiatigen Höhe herabbringat, so dass sie die Gebote Gottes übertreten. Diesen Sinn geben auch J. Th. II und Onk., nur dass man in ilmen die wörtliche Uebers. des Tnh vermisst, daher den Zusammenhang mit dem Worte nicht ericcnnt und nicht weiss, wieso sie zu dieser Erkl. gelangen. Der Sam. liest -nun, wenn du stark wer- den, oder -nnn , wenn du zurückkehren wirst, welches Letz- tere auch Syr. giebt; das scheint Verhüllung des Sinnes KU sein wie unser '''^^• Das. 28, lU liest Sam. robb und übers. Syr. V^hji, weil Jakob in V. II noch nicht in Haran war: dieae Uebers. ist anch zwei Male in j. Th. n geblieben Svab, während es Isa^ in Ber. r. c. ÖS richtig o^ftrt: wie man sich gewöhn- 400 lieh auszudracken pflegt ^^er geht nach Cftsarea,'' obgleich er noch mit den Vorbereitungen zur Reise beschäftigt ist. Andere Lehrer jedoch finden darin ein Wunderbares aus- eedrückt, er sei an demselben Tage noch nach Haran ge- kommen^ so auch (Bar.) Sanh. 95 und Chullin 91 b^ was dann als Znsatz in beide j. Th. eingedrungen. Das. 29, 24. Das rö entfernt von Inn r\vhb hindert die Alten, so dass es Sam. ganz streicht, 70 und Syr. die Wort- stellung ändern, j. Th. aber es in "h corrigirt Das. V. 27 und 28 erklärt j. Th. wie der Syr. die „Woche" als die 7 Hochzeitstage. Das lb, welches inan im zweiten V. im j. Th. vermisst, fand auch Norzi in mehren Hdschr. nicht. Das. 30, 36. Nach dem i^ä T3 in V. 35 ist hier 'ü*»^ auffallend, Sam. liest und 70 übers, desshalb oro, Syr. setzt Liaban st Jakob, j. Th. erklärt „zwischen seiner Heerde." Das. 31, 7 und 41. Das Hapaxleg. D*»:» übersetzen die 70, seltsam rathend: Schafe, die Sam. lesen Q*"^?, Arten, j. Th. 0'*-9 , Antheile, erst später (Aqu., Syr., Hier., Onk,) Male. Das. V. 39 lassen Sam. und 70 das n:tt?pan zurück, ebenso kennen sie kein angehängtes Jod bei ^T\^^ und ':i% und übersetzen: „Zerrissenes brachte ich Dir nicht; ich büsste von meiner Hand (ersetzte von dem Meinigen) das bei Tag und bei Nacht Gestohlene,^' daher hat auch Abu- Said ganz richtig nobniM in der ersten Person mit dem Dhamma auf dem Schluss-thau, nicht mit dem Fatah, wie Kuenen corrigirt. Man scheint eben angenommen zu haben, Jakob hebe in dem ersten Theile des Satzes wie in V. 38 und 40 seine Sorgfalt im Hirtenberufe, nicht seine sti*enge Verantwortlichkeit hervor; er habe ihm kein Zerrissenes gebracht, weil er nicht zugegeben, dass ein seiner Hut an- vertrautes Thier zerrissen worden, nicht weil er es ihm er- setzt habe. Bios im zweiten Theile spricht er davon, dass er die Verpflichtung zum Ersätze bei dem Diebstahl ge- tragen habe. Auch j. Th. I wie der Syr. wollen nicht zu- geben, dass ein Thier in der Heerde zerrissen worden sei, obgleich sie n:üp3n lesen. Dieser nämlich übers. n:t9nM. ich hütete es, so dass demnach keines zerrissen wurde, una niüpnn bezieht er herunter: von meiner Hand verlangtest du das Gestohlene, wo auch die Zusatziod nicht sichtbar werden ; j. Th. I bezieht Beides hinauf, aber als Bedingungs- satz : denn wenn ich darin gefehlt hätte, würdest du es von mir verlangt haben, und nun treten im Folg. die Schlussjod 461 hervor mit dem Sinne: mein war (d. h. ich musste ersetzen) das Gestoblenei was Nachts wohl durch wilde Thiere, bei Tage aber nur durch Menschen geschehen konnte. In glei- cher Absicht deuten j. Th. II und Onk. den Sinn des Mitr telgliedes um, das sie selbstständig auffassen und weder mit dem Anfange noch mit dem Schlüsse des V. verbinden: lief eines weg (fehlte eines) von der Anzahl, dann verlang- test du es von meiner Hand. Also in Jakob's Gegenwart konnte es einem wilden Thiere nicht gelingen, ein Thier zu zerreissen, nur etwa bei Nacht nach dem j. Th. Ut es konnte blos vorkommen, dass das Thier sich verliei. Wei- ter geht noch Ber. r. o. 74, der gar nicht zugiebt, dass etwas an der Heerde Laban's je gefehlt habe; aas n^tSHM erklärt er : IDI "»iKn t)^? Klo^n W\1 •»:« ,,ich sündigte wider den Löwen, dem es Qott zugesprochen hatte, dass er von der Heerde Laban's täglich etwas verzehren könne, und ein anderer Hirte hätte dieselbe nicht retten können. '^ Aber auch den Diebstahl giebt er nicht zu; er erklärt näml. den Schluss des V.: «•»^•»^3 «niai »(»tt*»:! Ki::i "h ^'^p, sie nennen mich Dieb bei Tag und bei Nacht, d. h. weil ich den wil- den Thieren das ihnen Zukommende entzogen habe« Er las daher wohl: 'f } "^ ^'^^^^ , Ich war ein Dieb (gegen die wilden Thiere), und das ist es auch, was Onk. zu der selt- samen Uebers. n*>ltd:, ich hütete, und Saad. zu der T\ir\^j ich arbeitete, veranlasst Die Puctatoren ffehn in diese Auffassung nicht ein und lesen ^?9f^; aber doch def., und daher bestreiten Menachem und Dunasch die Uebers. des Onk. und Saad. Ersterer im Wb. 2^ sagt, die ,.alten Er- klärer^' hätten dem Worte ausser der Bed. stehlen, auch noch an uns. St und Zach. 5, 3 die des Hütens beigele^; die Form sei aber nicht die der ersten P. Prät, vielmehr Part Pass. und das Schlussjod blos Zusatz, das Wort be- deute demnach Gestohlenes'^), und er scheint mehr Onk. zu bestreiten. Dunasch hingegen bestreitet Saad. in seinen hdschr. Kritiken : no?^:»'»'! b»y Uüt) p "^rbw Dl'» '•MIU ül^ Tun b2 b»r ]\vb cuv^^ on t\t::^ ])m d^id ibv^i 7\t^ü inar» p rrvi «"»m • • ♦ ••nb:?D *nbii>D b2 niü^b ^b ^)vr\ ^r\^^)> ni»D ^r\2\::^ loyt^ ]n) ip-^p niw irn "»D ninnD3.'»m»K ^:ki »"»larn ]wb ^'»inn "n'^ür •»n3i::i ünnoai ^b rb'bn pi D w p r\2'c^r\ '»na\i:i pinc n%'T»l übst» ^»n^b» iwd n km ♦) Die Worte: IWÄb 3i:JD TÖ'hT] b^ IIW *»n•'^'^ , welche sich blos im Cod. Hamb. finden, gehören gewiss nicht Men. an, sind vielmehr eine spätere GloMe, welche die ErkL des Onk« recbt&itif^^ ^^'^X. 409 nnr» -pH« ^^Ti>^w^ "^b *rmy»ü nW» row a>^ low VJ o*;) lan cmi Dnnasch doch zuletzt auch auf den Sinn zaröwbMnmty es sei dem Jakob Nichts gestohlen werden^ well er so sorgw ftltig gehütet habe. Das. 32, 21 j. Th. mit Sam. und 70 noch na, was so* gar auch in Onk. eingedrungen, doch nicht in Syr. Das. 33, 13 D^Ttpcil dieselben mit Einsohluss des Syv. und Onk. Das. 38, 3. 29. 30 übers, j. Th. npn') mit dem Sam«; SU y. 3 vgl. M. Seh., bei den beiden andern übers, auch Syrer so. Das. V. 5. Während die 70 übersetzen: sie war in Khesib, also ^'"J^ der Sam. etwas abweichend liest, ohne dass er jedoch im Sinne von unserm T. abzuweichen scheintt ns^DS ^T1 , nehmen Aquila (bei Hier. : factum ##l ut numH^ retur)y Syr. rnn npoDl und ebenso beide j. Th. 3nD nicht als Stadtname, sondern im Sinne von „aufhören,^^ also es war im Aufhören, d. h. sie hörte auf, indem sie ihn gebar, ond mit dieser Deutung scheint gerade die LA. der 70 MYil bq- sammenzuhangen, obgleich dieselben sie nicht so fassen. Dieselbe ErkL hat auch Ber. r. c. 85, wo nur das einfache Wort npDD zu lesen ist; die in unsem Ausgaben darauf folgenden Worte D*)p73 CV sind eine Glosse, die weder Jalkoi nodi Raschi hat, und letzterer fasst den Sinn der midr. Erklärung ganz richtig auf. Erst Onk. hat Elhesib wieder als Stadt Das. V. 15 scheint ein altes Qlossem den SchlwBs des Satzes erklärt zu haben. Die Worte nämlich „denn sie hatte ihr Antlitz bedeckt^' sind kein Grund dafür, dass Joda seine Schwiegertochter Thamar für eine Buhlerin gehiüteo, da ja darin gerade etwas Züchtiges lag, vielmehr sind sie die Erklärung dafür, dass er sie nicht erkannte und sie so für eine Buhlerin halten konnte, und Dies sagt das Glossem '^l:^^]f welches 70 und Vulg. wiedergeben: uoi oäx iniyn» ccvTffy, ne agnoiceretur. Die Ha^gadah (Meg. 14) b, Sotah lOb, Ber. r. c. 65) nimmt aber noch immer an dem Versehleiem des Antlitzes bei einer Buhlerin Anstoss und meint viel- mehr, sie sei ehedem in ihres Schwiegervaters Hauee stets versehleiert gewesen, so dass Juda sie überhaupt niebt ge- kannt habe, wie es in Meg. ausdrücklich heisst: nbyTHVlÄi. In einer etwas andern Wendung deutet es j. Th. I, sie sei ehedem verhüllten, d. h. finstern Antlitzes gewesen, Juda habe sie daher nicht geliebt, nn*» Q^m T\1W nVJ nb^ , womit offenbar die Worte rurr mVi übersetzt werden solUn; weil 463 ■le nun Juda ehedem nicht beachtet hatte, kannte er sie jetzt nicht. Das j. Th. II und Onk. kehren endlich wieder zur wörtlichen Uebers. ohne das Glosflem zurttck. . Das. 41, 15 i«t den Alten die Constr. inc9 Dl^n rnicn IT« = Dlbn trch T.. du verstehst es einen Traum zu deuten, nicht ganz klar, sie nehmen ea daher alle fiir: du hörst einen Traum (und kannst dann) Um deuten, so die 70, Syr. und Onk., zur Verdeutlichung der Sam. jfnrm , was Abu- Said umschreibt: du hörst nicht einen Traum, ohne Um zu deuten, und j. Th, kürzer; wenn du einen Traum hörst, deutest du ihn. Das. V. 34 nehmen alle Alten enni als: den fünften TheU des Bodenertrages einziehen, und ebenso j. Th. L Von dieser einzig richtigen Erklärung ging man später ab, und zwar sehen wir bereits j. Th, U anders ciklären: über den fünften Theil des Landes einsetzen, und Onk., dem Abu-Said folgt, hat gar die ganz neue Erkl. : rüsten I Dies scheint mit der verschiedenen Äuffassimg^ einer andern St., näml. 2 Mos. 13, 18 zusammenzuhängen. Dort übers, die 70 D'Oam „im fünften Gesclilechte," j, Th. I: jeder mit fünf Kindern, Mcch. Tract. Fess. c, 12 und Beschallach c. I : der fünfte oder 30. oder 500te Theil, jedoch kommt an der zweiten Stelle auch die neue Erkl. vor i';"ii)i , welcher Aqu-, Syr., j. Th. U, Onk. und A. folgen {In Jos. 1, 14 und 4, 12 haben auch die 70 tiCmvoi und SuaKtvaa/Attot, während sie Rieht 7, 10 C'Epnn lesen). Das. V. 43 scheint urspr. LA. gewesen zu sein, wie der Sam. es hat, 70, Aqu., Syram., Vulg. es übersetzen, »«ip''l im Sing., -piH aber übers. 70: Herold, und scheint es ein ägypt. Wort zu sein. Die ägypt. Wörter aber fasstc man später als hebr, auf und so auch das „Abrech," wel- ches man nun als Bezeichnung für Joseph nahm; da nun das Subj. zu dem Rufenden fehlte, setzte man den PI. wipi. Was bedeutet aber Abrech? Die verbreitetate ErkL war, es als zusammengesetzt aus 3Bt und ^1 zu betrachten and es zu erklären: Vater (als Retter oder an Klugheit, obgleich) zart (an Jahren). Diese Erkl. haben Origincs und Hier., dieser ausdrücklich als Ansicht der Juden, und wirklich linden wir dieselbe in Sifre Deuter, Anf., Ber. r, c. 90 und beiden i. Th., welche das „Vater" erweitern zu dem Satze: Vater des Königs, gross an Weisheit. Onk. nimmt diese Erklärung auf, nur die Breite der Umschreibung aufgebend, behält daher blos den Anfang bei: Vater des Königs, lässt aber damit, hier wie noch sonst, indem er ein Stück der Erweiterung, nämlicb „des Königs" aufnimmt, gerade ein 464 Stück der Uebers. ^^zari^' zurück, nnd dieses in Babjl. ge- wöhnlich gewordene Missverständniss ffiebt auch der Syrer H^'bm H:iHy so dass die babyl. Haggadah Baba bathra 4&, gar veranlasst wurde y) mit König zu erklären, indem sie es mit rex combinirt! Der andern Erkl. in Sifre, welche das Wort mit ^3?; Knie, in Verbindung setzt, folgt Aquila^ aus dem sie Orig. und Vulff. aufnehmen. Das. 42, 7 übers, j. Th. wie 70 und Ber. r. einfach ID^ITi: sich fremd stellen; den Babyloniem genügte diese Erkl. nicht sie halten es gleichbedeutend mit b:^:n^ , was Syr. beibehält, Onk. wie 37, 18 wiedergiebt. Das. V. 36 übersetzt j. Th. I den Schluss mit allen alten Uebers. „der Schmerz Aller:" \\r\b^Dl KnpilJ , Vulg. maia, j. Th. 11 nimmt die Deutung des Ber. r. c. 91 auf. Das. 47, 3 übers, j. Th. «pr "»nK mit Sam., 70 und Syr.; das. V. 29 schaltet es »o nach rr'W^ ein mit Sam., ebenso das. 48, 8 zum Schlüsse n^ mit Sam. und 70. 2 Mos. 1, 21 hat j. Th. II die alte LA. aufbewahrt, welche auch 70, Aqu. und Symm. vertreten, näml. Wjr»i im PL, während j. Th. I die Correctur rr^l hat und zwar auch pb ganz wie Theod., Syr. und Onk« wie auch Jalkut aus den Pirke R. Elieser anführt. Die LA. ]n^ scheinen sogar auch 70, Aqu. und Symm. vorauszusetzen, indem sie iavtaZg übersetzen, und man kam zu all diesen Correcturen — von denen unser T. die erstere annahm und die zweite nicht für nöthig hielt — , weil man in der zweiten Hälfte des V. einen Nachsatz zur ersten erblickte, welcher den Lohn der Wehemütter ausdrücken sollte. Die urspr. LA. scheint t'edoch ü^b w:>*'^ zu sein, und die zweite Hälfte des V. ge- kört gleichfalls zum Vordersatze, während der Nachsatz erst mit V. 22 beginnt, also: Und es geschah, als die Wehe- mütter Gott fiirchteten und ihnen (sc. dem Volke, welches in V. 20 auch als PI. steht : iTSiJr*'! ) Häuser (Familien) machten : da befahl Pharao etc. — In V. 22 hat bekanntlich j. Th. mit Sam. und 70 den Zusatz D'*')^:?^ , welcher auch m Onk. beibehalten worden gegen Sotah 12 a. Das. 2, 9 erklärt j. Th. mit 70 ^2^b^7\ „führe weg," Onk. mit Syr.: hier dir! Das. 6, 3 giebt j. Th. II ^TO b»K2 wieder mit K^ttü «ni'Ka, eine Auffassung, der wir auch bei den 70 Ps. 68, 15 iwov- ^atfiog und 91, 1 S^eog tov ovquvov begegnen. Das. 14, 27 bewahrt wieder j. Th. H. die alte Uebers. von i^n*^^ , die 70 (roi^a); Symm. und Aqu. (a^^aiby) haben, mit n^in^b , während die andern Uebers. richtiger: Kraft Die Bed. (ursprünglicher) Ort, Zustand, die, wie es scheint. 465 i aus unserer St. erratheii hl, ist aber in die Sprache der Baraitba eingedi'ungcn, ygl, Nidd. 48b, daher findet sia sich auch in j. Tb. 1 I Mos. 49, '24, Sym. Ps. TJ, 15. l Kon. 8, 2 (dort auch Tb.). Jer. 4», 19. 51), 44. (vgl. oben S. 406). Das. 15, 2 iniÄi, j. Th. wie alle L'ebere.: ich will ihn loben, Onk. wie Josse b. Durmaskith in Mech. : ich will ihm eine Wohnung erbauen. Das, V. 8 übera. j. Th, imr: einfach wie alle griech. Üebers.: die Wasser wurden zu Haufen, womit auch die alte Trad. übereinstimmt, die es als eines der zehn Wun- der auf dem Meere (Aboth 5, 4) mit aufzahlt, dass die Wasser zu Haufen wurden, Mecb. Beschallach c. 4, Lied c. (i ; an letzterem Orte jedoch kommt auch die offenbar spätere Deutung vor, Gott habe die Wasser listig gemacht um die Aegypter recht zu quälen, und dieser Deutung folgt Onk. Der Syrer scheint mit der Beibehaltung des Wortes auch seine Doppeldeutigkeit bewahren zu wollen. — In dcms. V. nimmt |. Th, wie Syr, und Mech, li als Schlauch, wäh- rend Onk, mit 70 Mauer, Das. V. l.'t scheint aämmtl, Uebers. das n^rii austössig gewesen zu sein. Dass Gott bereits Israel nach seiner heil. vVobnung geMirt habe, klang ihnen wohl als Anachronis- mus im Munde Mosis, wahrend ihnen eine solche Aussago von der Zukunft in V. 17 nicht auffallend war, Desshalb übers. 70 na^ixälfaag, du riefst (sie) herbei(, damit sie später gelangen konnten) nach deiner heiligen Wohnung; Sam, ändert in rbni mit Cheth, wo dann auch ^B gelesen werden muss, wie es die aam. üebers. richtig wiedergiebt: Du gabst (ihnen) zum Erbe mit deiner Macht, Allmächtiger, deine heilige (oder wie er sagt: Deine herrliciie) Wohnung. Diese LA. lag auch sicher dem i. Th. vor, das nj'cn« hat wie der sam. Uebcrs., das ^k fehlt bei ihm ganz. Symm., Vulg. und Onk. haben; Du trugst sie, letzterer, um den be- merkten Anstosa zu vermeiden, davon als j-on einer ver- gangenen Thatsachc zu sprechen, es in den Imperativ um- wandelnd: o trage es! Das. V, 27 giebt j. Th, I das d-^m:: des Sam. wieder, 70, Syr,, j. Th. U und Onk. unser oicv Das. 19, 3 umschreibt j. Th. I die Worte; und Moses stieg empor zu Gott, mit: zur Spitze des Berges, tniiu ci^, wie die 70 mit: zum Berge Gottes, *(,• %ö opos tov &iov, vgl Bar. Sukkhab 5a: Nie ist die Schechinah hernieder, nie Moses und Elias in die Höhe gestiegen. Schon j. Th. II bleibt beim Worte, nur eine auch sonst übliche Umschrei- 4M bung gebraacheod fvgL oben S. 328), Syrer und OnlL kehren zur wörtl. Ueoers. zurück. Das. 20, 9 (10) treten uns eigenthümliche Erschemmi- gen entgegen. Die 70 machen denselben gleich dem ent- sprechenden V. im Dekalog des Deuter« 5, 13 (14) and fibersetzen 'na ^Di y\yor\^ y\w , umgekehrt lassen j. Th. und die sam. Uebers. selbst das *in)Dn:3i wes (auch in Mech. z. St. findet nur dieses eine Wort des V. k^e Deutung, als habe es ihr nicht vorgelegen), der gedruckte sam. Text und ebenso Abu-Said, aucn die V ulg. haben n^ ohne War. Betrachten wir die Stelle iedoch genauer, so sind auch die Worte "pirra nw ip:^) auffallend ; denn sowohl na in dem hier gebrauchten Smne eines armen dienenden Fremdlings und die Construction dieses Wortes mit dem Suff, als auch der Ausdruck Tnrü und 'W2 ist ausschliesslicher Sprachgebrauch des Deuter. Man darf daher ver* muthen, ursprünglich habe der V. mit "m^H) geschlossen und sei erst aus dem Deut, ergänzt woraen, bei den 70 vollständig, bei Andern blos mit der Stelle in Beziehung auf den Fremden, dann aber zwar vollständig, aber do(£ ohne die überflüssige Erwähnung^ von Ochs und EseL Das. V. 20 (21) übers, j. Th. I wie der Sam. ynm T)p2):i, j. Th. U stimmt mit 70 und uns. T. überein« Das. 22, 13 (14) sind blos zwei von den V. 9 (10) ge- nannten drei Fällen berücksichtigt, was bereits der Gem. Baba mez. 94b auffallend ist; die 70 beseitigen die Schwie- rigkeit, indem sie auch den dritten Fall hinzufügen: tj cr^ fAoXtaxov yeffijuiy einige Sam. schränken es gar- auf einen Fall ein, indem sie ^\^i^ lesen. Eine ganz eigenth. ErkL iebt, wabrsch. veranlasst durch das Fehlen des dritten alles, das j. Th.; es bezieht 12^1 nicht auf ein Thier, das zerrissen, sondern auf ein G^fass das zerbrochen wird, eine ErkL, welche der Syr. geradezu abweist, auch die Qem. a. a. O. nicht theilt, wenn sie auch die Verantwortlichkeit für entlehnte Genüsse nicht ausschliesst. Das. V. 25 (26) erklärt j. Th. mit 70 (ngo) Und dem Syr. (^^irTsa) das K2 nr : vor dem Untergänge, : v^tsr^ nb Tj? fegen Mech. und Thalm., in j. Baba mez. c. 9 Ende jedoch at vielleicht diese Ansicht Eingang gefunden. Das. V. 28 (29) erklären sämmtl. alte Uebers. ^ron als Erstlingsfrucht des Nassen, das gekeltert wird, Most und Oel, während rtioti die des Getreides bedeutet, so auch j. TL, und eben so lautete es ursprünglich in Mech* und wir lesen noch bei ihr, die Erstlingsfirucht habe vier Namen, deren einer r)3l ist Später verstand man jedoch unter K ÜMem Woilie die Priesterhebe^ bezog awteh unserti V. idar- auf, corrigirte auch die Mech. (^vgL bei Jalkat und Raschi Tbemurah 4 a) daziachy und in MicK^bnah imd GbmaFOi herrscht grosse Verwirrung darüber, ob überhaupt von Wein und Oel eine Erstlingsfrueht geweiht werde. Das. 25, 31 übers, j. Th. mit Sam., 70 und Syr. ^^ gerade dieser LA. j^egenüber schrieb man spl^r riviTi mit Jod) um den Niml entschieden zu bezeichne». Das. 27, 6 lassen 70 und Vulg. -nr , j. Tk rem?5 BPni aus, und V. 8 übers, j. Th. mit Syr. Tnwi.l , hingegen 7t, Vidg. und Abu-Said r\HiQ. Das. 35> 14 lässt Sam. n'^min«^ weg, woh! weil er es unter rr^D (y^ wie er liest) mt") schon begriffen betraditet; umgekehrt scheint aus diesem Grunde j\ Th. rr^D rftM des Sam. gegen TO und Syr., die unser kbs^i wiedergeben. Das. V. 8 sind allen alten Uebers. die Worte ^w^ 7\'^¥h^n auffallend. Sehen wir von den 70 ab, bei deren Inversion der ihnen vorliegende Text nicht recht zu erken^ nen isl^ so übers. Syr. -^ürTj Vulg. pTOn n:^i6» rW3?b, j. Th. lässt die beiden Worte einlach weg! Das. 39, 22 fehlt beim Sam. itHn und fugt er dess- halb dem b'^VTi den Art. zu, dasselbe thut j. Th., während beide 26, 3 1 mit uns. T. übereinstimmen, wie hier auch TO und Syr. Auch V. 32 liest j. Th. mit Sam. nvio und ohne bD. 40, 38 versetzen Sam., 70, Syr., j. Th. H die Worte und lesen nW b , j. Th. I lässt 13 ganz wefr 3 Mos. 2, 1 1 übers, j. Th. )Ti^r\ des Sami st. rroprt unseres Textes. Das. 3, 9. Zu den Fettstücken des Opfers wird Mos bei Schafen auch der Schwanz gerechnet; da nun die auf den Altar darzubringenden Fettstücke zum gewöhnlichen Qenusse auch dann untersagt sind, wenn das Thier nicht als Opfer dargebracht wird, so erklären die Karaiten auch den Genuss des Schwanztheiles für untersagt, trährend die Rabbaniten Mos solche Fettstücke dem Gbüusse ent2delien, die bei allen Thier&;attungen. Ochs. Bock und Sehaf^ dar- gebracht werden, hmgegen aen Scnwanziheil, der nur bei Schafen dargebracht w^^ zu essen ertauben (vgi GhuUfA 468 117a). Diese Differenz ist jedoch offenbar weit 8lter und zeigt sich in abweichenden Lesarten^ wo unser T. and fast durchgehends die Uebers. auf Seiten der Rabb.^ hingegen der sam. T. auf Seite der Earaiten stehn, und zwar sondert Ecwöhnlich unser T. und die mit ihm übereinstimmenden febers. den Schwanztheil selbst beim Schafe entschieden von den Fettstücken, weil sie ihn gar nicht als solches be- trachtet wissen wollen, während ihn der Sam. darunter be- greift. So liest dieser 2 Mos. 29, 22, was wohl urspr. LA. ist, .T^KH nK2t)nn, wonach das nn als die allgemeine Kubrik oben hingestellt wird, dann als das Einzelne der Schwan2 und die übrigen Fettstücke aufgezählt werden; gewaltsam ist Dies in den 70 corrigirt, welche ^2bn übers, und '«n {^anz zurücklassen, und uns. T. will durch das Wav copu- ativum vor »n ausdrücken, dass dasselbe ^ar nicht zum Fette gerechnet werde, wobei man nun nicht weiss, was das allgemeine voranstehende ^bnn aussagen will, da es nicht zur Bezeichnung der allg. Kategorie stehn kann. Der Thalm. sucht hier wie anderswo (vgl. Sifra zur folg« St.) diese Schwierigkeit durch gesuchte Deutungen zu be- seitigen. In uns. St. nun ist eme ähnliche Correctur von 70, Syr. und j. Th. 11 versucht worden, indem sie 'Km 2bn st 'MH isbn übersetzen, hingegen hat der sam. T. die LA«, welche sich auch bei uns erhalten, und noch ausserdem ')sn nn n« ohne Wav, weil in den Gliedern der einzelnen Aufzählung: Schwanz, das die Eingeweide bedeckende und das auf ihnen befindliche Fett blos das letzte des Wav be- darf, nicht das mittlere, und ebenso liest j. Th. I, hingegen scheiden die Accente entschieden den Satz, weicher vom Schwänze handelt, von dem Folgenden, und unser T. be- ginnt den neuen Satz mit Wav, wie auch j. Th. 11. Auch 8, 23 hat wieder der sam. T. ge^en den unsrigen und alle Uebers. 'xn ni« ohne Wav aus dems. Grunde, und umge- kehrt trennen die Accente, und mit ihnen die Uebers. in 9, 19. Dort heisst es nach natürlicher Abtheilung: „Und die Fettstücke von dem Ochsen und dem Widder, (nämlich) den Schwanz und das (die Eingeweide) bedeckende etc.;'' statt dessen heisst es nach den Acc, die iWTi mit Athnach versehn: „Und die Fettstücke von dem Ochsen" — welche dann weiter nicht aufgezählt werden — „und vom Widder (nahm er) den Schwanz ^c." Das wollen auch die 70 aus- drücken mit ihrem xai xo atiaQ %6 dno tov fioa^^ov, Hai tov vQiov trjv oaqvv, dem Sinne nach gleich der Syr., nur dass er die gewöhnliche Correctur des hinzuzufügenden Wav vorzieht: das Fett des Ochsen und des Widders und den 469 Schwanz. Man sieht demnach, dasa die Differenz, welche blos zwischen Karaiten und Rabbanitcn bekannt ist, viel höher hlnaufragt, so daaa aogarerst die ganz jnnge babvl. Halachah ein Zugeständniss in der Worterklärung macht, ohne derselben freilich einen Einöuss auf die gesetzliche Praxis zu gestatten. Der Sam. niimlich nennt den Schwanz des Schafes ein darzubringendes Fettstück, sein Genuss ist daher untersagt, die iUd. alte Halachab nennt denselben nicht Fettstiick und emubt ihn daher zum Genüsse, wenn er auch bei den Opfern dargebracht wird, weil er eben gar nicht unter das Gebot 7, 2'A. 25 fällt. Die jüngste Halachah (Chullin a, a. 0.1 giebt zwar zu, dasa er ein Fettstück sei, aber da er nur beim Schafe als solches gilt, trifft ihn jene Vorschrift niclt, welche von allen drei Gattungen in gleicher Weise handelt Die Karalten halten sich an die alte sam. Halachah. Das. 5, 5 übers, j. Tb. die LA. des sam. T. Harv fiir Dtn' ; dieses giebt es nämlich immer mit Ithpaai, jenes mit Kai Ton 3in. Das. 6, 20 ('27) übers, j. Th. mit allen andern üebers. C^^Hj und der Sam. liest noch deutjicher caS"", nur Onk. mit uns. T. OS?". Das. 7, 34 übers. 70 uz^nbia mit dem Suff, der ± R, so auch j. Th., das desshalb sogar die Worte btfiir "J3 nttfl zurUckläast. Das. 10, 14 übers. 70 yKz'i mit xu! 6 oTtög nov—ywi, weil sie mit Sifra den Töchtern kein Recht auf die priesterl. Gaben zugostehn, es sei ihnen nur gleich dem Haust^esinde der Genuas gestattet; ans deras. Grunde lässt j. Th. das Wort ganz zurück. Das. II, 9. 10 haben Sam. und 70 beide Male a-us vor D'W3 , j. Th. beide nicht, und so l"t, 1*2 Sam. auch das erste Mal pn^n, j. Th. auch das zweite Mal r3;n. Das. 12, 7 setzt j. Th. gleich Sam-, 70 und Syrer p:in hinzu, (vgl. auch 14, :i7), umgekehrt fehlt das zweite in Sam., 70, j. Th. 14, 24. Das. 14, 4. 5 liest Sam. inp^l, lunpi, nm anzudeuten, dass das Ergreifen der Reinignngsgegenstände und das Schlachten des Vogels nicht durch den Priester geschehen müsse, sondern durch Jeden geschehen könne. Für Ersteres ist dies selbstverständlich, und auch Sifra sa^t: b23 nn-p^i BIN, über Letzteres sind die Ansichten streitig, indem der Eine zugiebt ciK ^33 na'niD , ein Anderer behauptet .TJ*no 7133 (vgl. Jalkut z. St. und Simson Negaim H, 4, wo die Autoritäten umgekehrt aU bei uns in Sifra). Hingegen 478 irixd friUwr m Sifnt (M ezora Anf.) ohne Weiteres Toraae- ^efetast, das» das Schlachten durch den Priester gesehebeB nüase, tn ^"n p93 'lO) D'HDV nbtrv X^yOy ebenso Thoss. Neg. e. 8 (vgl Sims. a. a. O.). Das j. Th. folgt der en^egen- stekenden, aoch durch den Sam. yertretenen Ansich^^ ohne dessen LA. anzunehmen: DiD^n Kn3t9^ lOns npcm* Vgl. noch y. 41 imd 43. Das. U, 3 schleppen die Worte KVi ^TW^^ am Schhisse nach dem Aii£ange inMidO nxin ^Hl^ lästig nach. Sam. nnd 70 rerbessem es, indem sie vor den Scmussworten den gan- aan Sata nochmals mit ^nä^'b^ wiederholen, also: Dies ist seine Unreinheit in seinem Flusse, wenn speichelartig etc.; so lange speichelartig etc., bleibt seine Unreinheit. Das j. Th. hilft der Schwierigkeit anders ab; es theilt, wie aadi die Acc. thun, bri oit3 und lässt diese erste Hälfte eine fi^anz andere Bestimmung aussagen, die es durch einen nicht im T. befindlichen Zusatz ergänzt: nil'Tip:!, dass nämlich der Eiterfluss aus Samen und nicht aus Blut besteht Das. 16, 30 trennen die 70 erst nach 'n: denn an die- sem Tage wird er euch sühnen, euch zu reinigen von allen euren Sünden vor Oott, und (xoi) ihr sollt rein werden. Naturgemässer und mit tiefer sittlicher Erkenntniss trennt j. Tb. bei „Sünden,^' und übers, das Folgende: und ihr sollt vor Gott eure SUnden bekennen und (dadurch erst) rein werden, wo die Reue und Busse als ein nothwendiges Mo- ment bezeichnet wird. Anders wieder die Acc., welche Elasar b. Asariah (Ende Joma) folgen^ indem sie bei „rei- nigend^ trennen und daher dem Folg. den Sinn beilegen, dass uMr Sünden gegen Gott durch den Versöhnungstag fesühnt werden, während die gegen Menschen noch der ITiederbegütigung des Verletzten bedürfen. Das. iT. 3. 4 erscheint nach dem einfachen WortsioA ein jedes Schlachten ausserhalb des Stiftszeltes ab yerboten ; damit steht jedoch in Widerspruch 5 Mos. 12, 15 ff. Sam. und 70 machen daher einen Zusatz, welcher das Verbot auf Opfer beschränkt, während das einfache Schlachten über* all gestattet sei; dasselbe drückt das j. Th. mit dem ein- fachen Zusätze nD3^ aus. Da«. V. 13 übers, j. Th. den T. des Sam. n'^Dtt nnd QD^^n^y letzteres haben auch die andren üebers. 4 Mos. 1, 22 fehlt rnpD in j. Th. wie bei 70 und Syt., Sam. corrigirt aimpD^ und darauf scheint sich auch das ]in'*a^30 des jer. Tharg. II zu beziehen. Auch den ZusaUi HDT b'^ Dnib:"?A von V. 24 an theilt j. Th. mit 70, und Syrer. Das. 4, 4 t übers, j. Th. noch am ScUusse nt?td T2 wie 70^ 471 Das. 5, 28 wird der verdächtigten Frau verheisseD, daas, weiiD sie als rein befunden wird, sie ancb werde be- fruchtet worden. Dies erklärt scbon Josephus (Altertb. III, II, (>) dahin, dnss die Frau dann ein männliches Kind bekommen werde (nwiÄoi- ä^ptv). Diese Ansicht tbeilt la- mael in Sifre, Sotah 26a (in Berachotb 3! b ist ihm fälach- lich die Ansicht Akiba'e wie diesem die seine beigelegt, was znar achon Tboss. Menach. 17 b ho vor sjch hatten, aber durch Handschriften als irrig bezeugt wird, vgl. Ko- ronel in Beth Nathan z. St.)- Dieser Ansicht, welche auch j. Sütah ;t, 4 schlechtweg angeführt wird, folgen Syrer und j. Th., die i3T haben. Akiba an den a. O. hingegen erklärt es, dass wenn sie überhaupt unfruchtbar gewesen, sie ein Kind bekommen werde. Das. fi, 4 erklärt j. Th. wie 70 und Syrer ysnn die Schale, ausgeprcssto Traube, und :t als Kern wie Juda in Mischn. Nasir d, i, umgekehrt die bab. Halachah das. 39« mit Onk. Das. II, 8 nimmt i. Th. I wie Aq«. und Symm., auch die ältere Hagg. nü^ als Brust, ura {vgl. oben S. :)',17 A.), hingegen geben j. Th. II und Ouk, die neuere Erklärung: geknetet. Das. V. 12 übers, j. Tb. I mit Sam., 70 und Syr. bn, während j. Th. II und Onk, hp. Das. V, 28 scheint die urapr. LA. zu sein >'^n3a^ von seinen Jünglingen, d. h. einer der Diener Mosis; man scheint jedoch diese Bezeicbniing fUr Josua nicht ehrenvoll genug gehalten zu haben und las das Wort i"in;» oder deutlicher wie Sam. i"''i7?'S, von seinen Auserwählten, wie 70 (und Vnlg.) übersetzen. Bei dieser LA. verharrend, fasste man es jedoch auch dann: von seiner Jugend an wie Syr. und einige Ausg. des Onk. Das j. Th. übergeht das Wort ganz. Das. t3, 19 war den Alten der Satz: und wie die Städte, worin es wohnt, ob in Lagern oder in Festungen, schwierig, da Lager gar keine Städte sind, daher corrigirto der Sam. C':na2n in n^tin , abgeleitet von ins , Wall, so daas demnach nur von verschiedenen Arten fester Städte die Rede ist, ob sie nämlich in mit Ringmauern umge- benen oder in natürlich festen Städten wohnten. Dies drücken die 7(t aus mit iv iti}[rjQtiiiv ^ iv aceij^itsimg und Vulg. : muralae an absqae muri». Dieser Deutung schlieast sich auch das j. Tb. an mit den Worten: r-jn •n'SB piMn ppru 1% AUerdingB ist mpn (Akra) eine feste Stadt auch 472 «onst im j. Th. wie nS2?D im Hebr., aber auch "fiD (waa Onk. hier für HIOTd), und rrsc entspricht bei Onk. zwar dem •»JT? and T;P, der offenen Stadt, allein nicht so im j. Th., welches nicht das erstere, sondern blos das letztere damit wiedergiebt, aber auch i)i2Ti in Ps. 89, 41 und Klgl. 2, 5, und DD selbst bedeutet den alten üebers. wenigstens in 7»nD gerade: stark. Aber auch |v»:n steht V. 28 neben pv^5 im j. Th. für nn^xa, wie denn der Stamm ICH im Aram. niemals lagern bedeutet, vielmehr scheint es f&r ,,verstecken, verbergen" zu stehn in Rr»n, Schoss, und daher die Bed. eines festen Zufluchtsortes erhalten zu haben. Daher hat ein griech. Uebers. Jes. 20, I 6xvmt*a (vgl. Schleussn.) f. rtin , und so mögen auch die 70 Spr. 12, 12 mit ihrem iv oj^vQMftuai eine LA. VT für uns. ]it andeuten. Es konnte daher das j. Th., auch ohne die LA. zu ändern, D*^:n73 mit festen Plätzen übersetzen, wie ja auch eastfa in dem thalm. Kitrcp oder r\l)ip geradezu Festunfi^ bedeutet Während Syrer den ganzen V. auslässt, hat Onfc. pnXB für D^:n?3 , was bei ihm freilich „offene Plätze" bedeutet Das. V. 22. 24 übers, j. Th. mit Sam., 70 und Syrer wa'»^ und wip im PL, während die späte Hagg. Sotah 34 b auf den Sing, in V. 22 Nachdruck legt und es auf Ehaleb bezieht. Das. 14, 44 leitet j. Th. I ibcr*»! von bcK, Dunkel, ab, so auch Vulg.: conteneUrati, nicht so j. Th. 11 und Onk. Das. 20, 14 hat j. Th. wie 70 noch in^vb vor HD. Das. 24, 6 übers, beide j. Th. D^'bnKr : Zelte, es auf die Himmel beziehend, wie 70 und Syr., während Onk.: Aloe. Noch Saadias hat bekanntlich DKiirsD, wogegen Dunasch (ms. Luzz.): nir^^ ^«1« ^^^^ 0'^?^^ ''' ^t:: D^n«D inc iw bn:i iDH nncni v'^P-'^ "'^ ^'ti ' P^-P*» ^^"^^^ ^'^^ '^-^^'^ ""^^ 1^^^ -"^nv« n*»:)« n:*cD y^P n^;f} , '^yrn püb nns D^üjrn ü^rs «;in y^p d*»^ »»^ p ny\n p2 Kxr^i 2in '^iri nnc nisim ism'iirb y?:p m^i^^^ n^^'^K püb iittbi pn ,nren r^i y^spn r^ r^it^ü. Vgl. A. E. 'in Sefath jether N. 2. Das. 25, I übers, j. Th. I wie 70 ^n*'^ mit „sich ent- weihen," nicht so j. Th. 11. Das. 26, 59 j. Th. wie Syrer mb; ohne nn«; 27, 14 11&K br für 'K5 wie 70 und Syrer und so zwei Male in Sifre, und V. 23 wie 70 'TD rw 'n mx 'D. 5 Mos. 21, 12 übersetzen 70 den Schluss: ntQiovvjni!^ CrX^^^')) ^^^ Nägel abschneiden, wie Elieser in Sifre (Jeb. 48 a) yipn, so aucb Syr. und j. Th. •'Ä>ffii (vgj- j- Moed kAton 3, 1 Ende •»nsiü *%>W a'^n'» mm) , hingegen Onk. wie Akiba •'snn. V'ian. Das. 24, 17 liest j. Th. mit 70 noch rmh») nach- ü^n\ and so steht es auch in Sifre. Daraus nun scheint auch die halach. Deutung entstanden zu sein, dass in der zwei- ten Vershälfte, wo nochmals von der Wittwe besonders die Rede ist, unter ihr nicht wie gewöhnlich (vgl. z. B. Sifire zu 5 Mos. 14, 29) blos die arme Wittwe zu verstehn sei, sondern auch die reiche, indem man sie, wie auch j. Th. die Deutung aufnimmt, durch den häufi^ren Besuch, wel- chen diese Pfluidung veranlasst, in übeln Kuf bringen könne, vgl. Sifre, M. Baba mezia 9, 13, Thoss. das. c. 10 und beide Qemaren das., auch Sanh. 2t a. Dass |man die reiche Wittwe wohl pfände, aber ihr aus der angegebenen Rück- sicht das Pfand nicht zurückgebe, also das n:72bM in der letzten Vershälfte blos die arme bedeute, ist eben spätere Ansicht, welche das erste HiTD^Ml bereits gestrichen hatte. Das. 27, 23 scheint das Hapaxleg. ri^^^^en Uebers. unbekannt gewesen zu sein, weil die spätere Sprache den Unterschied zwischen den Schwiegereltern des Mannes, welche bibl. 11?*^ und ronn, und denen des Weibes, welche DH und niTDH heissen, nicht kennt und sich für beide blos des letzteren Ausdruckes bedient (vgl. m. Lehrb. z. Sprache d. Mischnah S. 27). Die 70 nahmen es daher bald für Schwiegertochter, bald fiir Schwägerin und j. Th. 11 gar für Muhme! Das. 28, 4. Hier lässt j. Th. wie 70 ^n»na ^^t^ weg, Sam. fugt es auch V. 18 ein. Das. 32, 12. ittr beziehen beide j. Th. wie 70 auf das Volk, so auch Sifre. Das. 33, 2. Die Tharg. mit sämmtlichen Uebers. gleich dem Sam. ^P*J\ Das. V. 10 scheint das '^n'^iw DTt:»! des j. Th. 11 auf die LA. des Sam. und Syrers im PI. ^nn^ni hinzudeuten, daher auch Sifre: HD ^r r\m bHi^h onb )^r\^: nnin ^nüü ittt)» Das. Vers 22 erklären die Thargume wie Syrer p^n gleich pr*». 2. Jer. Th. und alte Halachah und Haggadah. 1 Mos. 4, 10 kennt j. Th. I noch keine Deutung für den PL in »»tti , wohl aber j. Th. II und Onk., übereinstim- mend mit M. oanh. 4, 5. m I>Ä8. 6^ 8 ftgt j. Th, n ii^TO ^iiu wag j. Tt* I mcht hftt| offenW um die späte Hagg. bu y. 9, dasa l^oßh oloe in seiner Zeit als fromm geaclbtet werden kannt^ ajK»i^4^a1^en. Da3« 30, 39 ist ^te hagg. Deutung ^^^ ^9^ so Ber. r. 0. 83 und i. TL I; neu ist, was noch daneben j. Th. 11 hat (^ht MVin) Mm 3'» vor, und zwar als Söhne des Zauberers Bileam. Mit diesen Namen scheint auf hinterlistige Feinde der Juden unter den Makkabäem hingedeutet zu sein, und zwar mit „Jambres^^ auf die Söhne Jambri, welche 1 Makk. 9, 36« 37 als heim- tückische Feinde Jonathan's sich beweisen, unter „Jannes^' wohl die Bewohner Jamnia's. vgl. I Makk. 5, 8 ff. 2 Makk. 5. 8 (Vgl. noch Grimm zu 2 Makk. 12, 32 mit V. 34 ttn440). Vgl. unten S. 479 zu 5 Mos. 33, 11. 2 Mos. 17, 15. Schon oben S. 277 und S. 294 ist be- merkt, wie die Zusammenstellung des göttlichen Namens mit Dj in diesem und dem folg. V. anstössig war, so dass in letzterem gar das d: in D3 verwandelt wurde, in ersterem doch durch das Pessik das Tetragrammaton etwas vop "«02 femgehalten wurde. Darauf hatte man sich jedoch früher nicht beschränkt, man hatte vielmehr noch weit entschie- dener dieser anstössi^en Zusammenstellung: Oott meii;! Pa- nier, und der Namenbeilegung derselben an den Altar ab- helfen wollen. Die 70 übers, %cttaq>vyri aou, und wir be- greifen diese Uebers., wenn wir die Punctation für dieses Wort beachten, welche sich in dem babyl. Codex aus dem J. 1009 (oder 10) findet, nämlich •*t\^ mit Kibbuz unter Nun (Pinner, Prospectus etc. S. 91); man hatte also ein Wort DO erdacht, welches gleich P^? Zuflucht bedeuten sollte. Der Svrer lässt, nach seiner auch sonst nicht seltenen Art, das Wort im Orig., so dass es als unübersetzbarer Eigen- name erscheint, während es als syr. betrachtet, einen gBoz 4M «adem Sinn giebt, nämUck: Gott vwsiiGlit. And^r« verfiüut 4ae i Th., üoereinstimmend mit Meoh. Diese sagt 2. St : pt bi low nnK pi .i«w (♦u^'jja oipnn nwü nn wn rwTd -Jöit 103 '»•^ t^v r»^ DOn b)D'^:5D o::: b^rvtrv ,^08es sprach : dieses Wunder, welches Qott that, that Er wegen Seiner; so fiaden wir es überhaupt dargestellt dass wenn für Israel ein Wunder geschieht, es auch ftlr Gott gewissermassen Btschiehti und ebenso bei Leid und Freude/' Wir finden ier nun zwei Umdeutungen, erstens wird d^ als Wunder, nioht als Panier genommen, zweitens wird als Subject (niimlich der, welcher den Namen nannte) nicht Moses aus oem An£ange des V., sondern Gott aus dem Folgenden Smommen, so dass es keisst: „und es nannte seinen riamen Ott: Mein Wundert' Das ist es, was wir auch im j. Th. lesen: "fyn KD*»: p •»•*'l Kltt'^ö .T»ü Kipi. Die Bed. von,, Wun- der^' fär uns. St ist auch von Onk. (vgl. auch Raschi) und der Mass. festgehalten worden, welche unser **d^ von dem Jes. 49, 22 vorkommenden in der Bedeutung trennt, mit der Bemerkung: ^^«pb ^'irva '2 ! 2 Mos. 34, 7 und 4 Mos. 14, 18 kennt j. Th. II fUr npr Kb npj) nicht die in Thoss. Joma c. 4 (b. 86a) befind- liche Deutung, er reinige blos die Büssenden, nicht die Niohtbttsaenden, vielmehr: er befreie die Schuldi&en nicht am grossen Gerichtstage, wie es Pessikta bei Jdkut hat. Aach j. Th. I hat im Exod. die Worte MDKmora; was Ueberrest der alten Erkl. ist, während die jüngere später hineincorrigirt worden ist 3 Mos. 5, 10 erklärt j. Th. ^DV)dD entschieden wie Ismael, nicht wie die recipirte Ansicht in Sifra, vgl. Chnl- Un 21 äff. Das. 13, 45 übers, j. Th. a?nD wie 10, 6 und 21, lOj wild wachsen lassen, während Onk. an den zwei zuletzt Senannten Stellen wohl so hat, aber nicht hier, wo er bei em einfachen mD bleibt um der Verschiedenheit der Deutungen nicht vorzugreifen. Denn, dass es hier w bi:b bedeute, ist nur die Ansicht Elieser's in Sifra und Moed k. 15 a, hingegen erklärt es Akiba mit „entblössen.^ Wäh^ rend die 70 überall bei „entblössen'' bleiben, adoptiren merkwürdiger Weise die Casuisten auch hier die Ansicht ^) So iflt mit ed. Wika zu kian, nicht "^y^Xi, v^l aaeb dio gUitk- U«teoa« ErkL ia Tbanohama: nW 1»Ü )pm^ r\W IT^ST^. ^lleia dia fiusohe LA. ^y^^2 scheint schon alt, nnd kommt sie nicht blos bei Jalknt ▼or, aondem auch in der s^tsamen Uebersetznng, welche der gewiss spilere Snsala in j. Th. daron giebt: MV1 ^^2 (I) MmN '^IIH ^»'TvV 476 Elies/s gegenüber der Ton Akiba, Tel. Maim* in Sefer ha- Mizwoth Gebot 112 (in Mischneh Thorah, Tumath ha-Za- raath 10, ß ist es unklar), Moses aus Coucj in Semag G^ bot 235. Zu 4 Mos. 5, 18 nimmt auch j. Th. :no als entblössen. Das. 21. 0 fasst j. Th. die Stelle nach der Deutung Elieser's in Sifra und den beiden Gemaren zu Sanh. 7, I: wenn sie sich entweiht zu buhlen unter der Gewalt^ im Hause ihres Vaters. Das. 26, 6 entspricht der Zusatz r\Wi in j. Th. der Deutung Simonis gegenüber der Juda's in Sifra. Das. V. 19 bezieht j. Th. „den Stolz eurer Macht" wie die ältere Ansicht in Sifra auf den Tempel, Akiba u. A. yerstehn darunter die Helden, Vornehmen in Israel^ vgL noch Gittin 37 a. 4 Mos. 6, U hält j. Th. an der alten Erkl. IsmaeFs (Sifre z. St.) fest, die Sünde, von der hier die Rede ist, bestehe darin, dass der Nasiräer sich an einem Todten ver- unreinigt. Spätere Lehrer in Sifre, j. Nedarim 1, I. Nasir 1, 5, b. Thaan. IIa, Nedarim 10a, Nasir 19a und Baba kamma 91b erklären, wohl veranlasst durch den Kampf gegen die nach der Zerstörung des Tempels sich des Wei- nes Enthaltenden Tvgl. oben S. 152), die Sünde dahin, dass überhaupt ein Nasiräatgelübde zu missbilligen sei, weil man sich den erlaubten Genuss des Weines versage. Die spätere bab. G. (vgl. die beiden mittleren angef. St.) und mit ihr Onk. kehrt wieder zur alten Erkl. zurück. Das. 7, 3 ist die alte Erkl. von 2!r in Sifre: Wagen mit vollem Geschirre, so auch Svrer ppn?D , j. Th. I pj>rsii und j. Th. n pnm — was auch Aruch JJIIT anführt, wo nach Hdschr. st. Thargum schlechtweg gelesen werden muss: j. Th. — ; eine spätere Erkl. das. ist: gedeckte Wa- gen, so Onk., der Zusatz in j. Th. I und wie es scheint, auch Aquila. Das. 14, 10 lässt j. Th. absichtlich die Worte „allen Söhnen IsraeFs" zurück, damit das Sichtbarwerden selbst der Khabod an alle Israeliten nicht so ausdrücklich hervor- gehoben werde. Das. 18, 30 hat j. Th. eine ganz eigenth. Deutung, die Anrede in allen drei Versen an die Priester gerichtet zu betrachten und V. 32 dahin aufzufassen, dass die Hebe vom Zehnten nicht von einem unreinen Priester genossen werde ; für Letzteres ist noch eine Andeutung in Siu-e : ü'^^nb mnw Das. 19, 2 entscheidet sich j. Th. dafär, dass die Kuh 477 zweijährig sein müsse wie Elieser gegen die tbalm. reci- Fiirte Aneicht Parah I, I. In den folgenden Versen, nament- ich 3, 5. a. 7. Ö. 10. 16. 19. 21, werden die einzelnen VerricLtungen verschiedenen Personen zugewiesen, aber Alles auf Priester beschränkt. Dies scheint alto Ansicht fiwesen, aber dann, wahrscheinlich veranlasst durch den ampf gegen die HadducÜer (vgL obea S. Iliö), bestritten worden zu sein,' vgl. Sil're, M. Parah 3, 1. 7. 'J, 4, 4 und Thoss. das. wie Joma 43 ab. Das. V. 16 nimmt j. Th. wieder die Deutung Ismaera in Sifre und ChuUin 3"ia aul, dass durch den Ausdruck „auf dem Felde" bezeichnet sei, was im Freien sei, nicht etwa ein todtes Kind im Mutterleibe, gegen Akiba, der ea anders deutet. Auch die vou der tbalm. recipirten Erkl. von Dltua in V. lö abweichende Deutung de.s j. Th. beruht wohl auf einer alten Auffassung. Das. 20, 1 1 werden von j, Th. die iSwhnc Korah's als anb et heiligt bei der Empönmg ihres Vaters bezeichnet, während die Gem. Meg. 14 a, Sanh. 110a ihnen einen be- sondern Platz in der Hölle anweist, Midr. Ps. 45 sie erst nach geschehener Busse Propheten werden lässt. Das. 28, 2 hat j. Th. 1 die eigentb. Deutung von -anii als Schaubrote, welche die Priester geniessen, während das tolg. "ekS — wofür es mit Sam. niCit^ zu lesen scheint — fiir sich steht und auf Feueropfer sich bezieht; demgemäes deutet es dann den Satz "I31 l'tncn auf die allsabbathlieh darzubringenden Schaubrote, während V. 3 wieder von den Feueropfem handelt. Dies corrigirt j. Th. II, Alles zusam- men auf die Feueropfer beziehend, und sind in ihm die Worte "HinDiiTC, wie in Onk. iiTD als falsch aus j. Th. I hineingekommen, zu streichen. Das. 36, 8 und 9 scheinen nicht zufiillig im i. Th. zu fehlen, Nachdem es nämlich in V, 0 die allerdings auch in beiden Geroaren vorkommende Halachah aufgenommen hatte, dass diese Bestimmung beim ubernommnen Besitze des Landes keine Geltung mehr haben solle, so waren diese Verse gznz fiberflüssig, ja der Entscheidung geradezu wider- sprechend, da sie, wie A. E. richtig bemerkt, nur die Gel- tung dieser Vorschrift auch fiir spätere Zeiten aussagen wollen. Sicher aber hatte die Praxis im zweiten Tempel, wo der grösste Theil der Stämme nicht vertreten, man der Stammeseintheilung kaum mehr kundig war, und jedenlalls sie nicht beachtete, zu dieser Deutung geführt, und die Uebersetzer Hessen desshalb die Verse gauz zurück. 5 Mos. 12, 4 deutet j. Th. mit Ismael in Si&e (auch 47» Jfa^cut u&d Nachmanides im Namen Isma^'B, in Rasohi sAmi fUscfalich diesem die Worte Oamaliers beigekgt) daÜiiy dbiss kier verboten werde, Gott so zu thun, d. h, seinen Namen auszulöschen. Auch die spätere Gem. iumaait wie* der darauf zurück* Das. 16, l wird von j. Tb. nb*^ (gegen Sifre) bh noD Ittinauf bezogen, Du sollst das Pessachopfer^achts geniesaen«. Das. \^ 2 deutet j. TIu mit Ismael in %Ieehildia TVact Pessach c. 4 ipD auf die Chagigab, d. h. das Freudenmah^ "^^elches während jedes Festes, also auch an diesem Feste abgehalten, aber nicht gleichzeitig mit dem Passahlamme genossen wird; die spätere Halachah deutet Dits vielfiRch um, vgl. Pessachim 7()b, Das. 17, I erkl. j. Th. die Worte „irgend ein bdsea DiDg^' mit: wenn es gestohlen oder geraubt ist, eine Dea^ tung, die dem Thalm. fremd ist. Das. y. 18 fasst j. Th. das Gebot, dass der König sich eine Thorah-Abschrift mache, dahin, dass „die Aeltesten üe ihm schreiben sollen" K'^dd rvh p^DD"^! , wovon in der Trad« Nichts vorkommt; sollte Dies m Erinnerung an die griech« Uebers. der Aeltesten für den, wenn auch n*emdländiscliei^ König Ptolemäns aufgenommen sein? Das. 21, 7 hat j. Th. I die halaohische Deutung in alter Fassung; „unsere Hände haben nicht vergossen dieses Blut" heisst: er (der Mörder^ war nicht in unsere Hände gelangt und wir nätten ihn aann entlassen, freigesprochen^ iniilüDl ^y^'b KD vh^ , „unsere Augen haben nicht gesehn" heisst: wir haben ihn (den Mörder) nicht gesehn und hätten ihn entwischen lassen im:n:ni mi"«") ¥h^. So ist auch rich- tige LA. in M. Sotah 9, 6, wie sie noch Raschid Maimo«> nides und Bertinoro vorlag, die die Stelle zwar anders erklä- ren, aber nach Anleitung der bab. G., nicht nach einem ausdrücklichen Zusätze in der M. So wie j» Th. erklärt auch die j. G., und erst Josua b. Levi (Sotah 38 b) und nach ihm die b* G. deutet es um dahin : er (der Ermordete) ist nicht in unsere Hände gellangt und wir haben ihn ent- lassen (ohne Speise), wir haben ihn (den Ermordeten) nicht gesehn und haben ihn ziehn lassen (ohne Begleitung) — ^ als wenn jedem Wanderer eine Begleitung mit gegeben werden müsstel Dieser Differenz ih der Erkl. gedenkt bereits die j. G, : «»»np pire pm "pDii :ninD n^nj? vnrso i^Dm pa-) ^nujjin vh^ ^n^r\^^^ ^t bv h^ nb^ :iina K'^^'ip p"ire Mm pai n-ua 131 li'n b:) wj?»:?'! iminm inwnci nbi Erst aus der babvL Auffassung sind dann Baraitha's CvgL Sotah 46 b und Sim ^e Worte rr\b ¥h:i) wie auch unsere Mischnab mit Zu- m B&teen yersehn worden. Auch j. Th. II scheint danach so corririren! Das. 24y 6 deuten beide 1. Th. die Worte : ,,nian pftnde nicht Mühle und Mühlstein, denn das Leben p&ndet man^ dahin, dass man das eheliche Zusammenleben Murch Zau- bern) nicht hindere. Von dieser Deutung finaet sich in der midr. Lit. nur noch eine Analogie in Ber. r. c. 29: 2D-)1 D'^mi blDH*» Hb brs n>J br?D H^ÜTD» b^T ^3 bül^"^ KtHI „Aus den Worten (1 Mos. 3, 16), er (der Mann) soll über dich (das Weib) herrschen, könnte man schliessen, die Herrschaft sei eine allseitige (unbeschränkte), desshalb heisst es: er soll nicht Mühle und Mühlstein verpfänden,'^ also auch der Mann dürfe nicht so weit gehn, die eheliche Pflicht zu Ter* weigern. Ebenso erklären es die alten Karaiten (bei A. E.). Das. 26, 14 werden die Worte „ich habe davon nicht einem Todten gngeben" von j. Th. I erklärt, ich habe da- von nicht die Ausgaben für Leichengewänder bestritten. Das ist die Deutung Elieser's in Sifre, welche auch in M; Maaser scheni 5, 12 aufgenommen ist, aber keineswegs der Ansicht Akiba's in Sifre und der in j. Maaser seh. 2. I und b. Jebam. 74 a recipirten Halachah entspricht. Das üd: ^yi}sb des j. Th. II ist die eigenthümliche Umschreibung, deren sich auch sonst die Tharg. für einen Todten bedie* nen, vgl. z. B. 4 Mos. 5, 2. 9, 6 ff. Das. 28. 63 zeigt sich wieder die bereits S. 348 he- sprochene ocheu vor den Androhungen gegen Israel, so dass j. Th. hinzufiigt: plDi: !*•»»:?, und ebenso ist 30, 1 st „wohm dich (oder nacn der Verwandlung des ganzen V. in den PI. durch das j. TL: euch) Gott dein Herr Ver- stössen^' in j. Th. gesetzt: wohin sie (nämlich die Völker) Gott vertrieben! Das. 33, 11 ist ein merkwürdiges Zeugniss für das Alter von j. Th. I. „Dass seine Feinde nicht bestehn kön- nen,'' wird dahin gedeutet: dass die Feinde Jochanan's des Hohenpriesters keinen Fuss haben mögen zu stehn. Eine solche Deutung konnte nur in einer den Hasmonäem freundlichen Zeit entstehn und dann im Munde der Methur- eemanim sich erhalten, sowie zu derselben Zeit die den üasm. feindlichen Stämme zu alten Nationalfeinden gestem- pelt wurden (vgl. oben S. 474 zu 2 Mos. 7, 1 1). Das j. Th. n hat diese historische Anspielung nicht. m So haben wir eine reiche Lese ans dem jems. Thar- ganiy die sich noch bedeutend vermehren lässt^ zusammen- gestellt, welche unwiderleglich eine in demselben bald voll- ständig bald in Trümmern aufbewahrte ältere Teztesrecen- sion und ältere halachische wie hagg. Richtung bezeuj^ die später verdrängt wurden. Diese Thatsache war für unsere Forschungen von entschiedenem Einflüsse, ist aber femer noch die Handhabe zu andern wichtigen Ergebnissen, die blos angedeutet werden konnten. Die Geschichte z. B. der Entstehung der Karaiten wird uns nun in anderm Lichte erscheinen-, wir sehn von ihnen Richtungen, welche im Thalmudismus allmälig verdrängt worden, festhalten und erkennen nun ihren Zusammenhang mit dem Alterthum. Jene eigenthümlichen Schriften femer, wie das neuerlich bekannt gewordene und vielfach besprochene Buch der Jubiläen, welche so entschieden von der recipirten Tra- dition aoweichen und die man bald dem Samaritanismus, bald einem erdachten Leontopolitanismus zuweisen wollte, zeigen sich deichfalls als Repräsentanten älterer, dann da- hingeschwundener Richtungen. Auch die Beurtheilung des onkelosischen Thargum's wird erst jetzt ihre rechte Ghrond- läge finden, nachdem es als das Resultat eines langen Pro- cesses erkannt wird, in dem noch hie und da Elemente aus der durchgemachten Gährung sichtbar sind. Die ernste und unbefangene Forschung auf diesem Gebiete wird auch sonst noch zu fruchtbaren J£rgebnissen für die Geschichte des Judenthums fähren. 481 Exenrs IIL MadiDcbaä und Maarbae. Die Vergchiedenheit der Bibelrecensionen zwischen den MadinchAg (Babyloniera. Perfiem) und Maarbaä (PAlästinen« lern) datirt hoch hinauf. Wir haben Dies bereits im Laufe unserer Untersuchungen nach Anleitung des babyl. Jonathan- Thargums zu den Propheten und der von der Massorah auffi'estellten Liste der zwischen beiden Schulen streitigen Stellen im Vergleich mit den alten Uebersetsungen an mehren charakteristischen Abweichungen nachgewiesen. Eine Mittheilung, welche die jerus. G. aufbewahrt hat, ge- hört wohl gleicAfalls hierher. In j. Thaan. 4, 2 beisst es nämlich . lUbbi habe in dem V. Ezech. 7, 18 gelesen ni'^in, Chama d. Chanina aber habe ihn berichtigt, es stehe niTSin, und auf die Frage Rabbis, bei wem er denn Unterricht in der Bibel gehabt, antwortete er: bei Hamnuna in Babel; Rabbi erwiderte dann spöttisch: wenn du wieder dorthin zurückgehst, sage ihm, ich hätte dich zum beisitzenden Gelehrten gemacht. Unsere Ausgaben der j. G. scheinen aus Missverständniss die VerschiMenheit falsch anzugeben oder auch aus Mangel an Vocalen — wäe wir Dies schon manchmal gesehn — durch verdeutlichende Worte dieselbe zu bezeichnen. Dass Rabbi ein Jod eingefügt, also rn^^in .fbr unser ni?2Vi gelesen habe, ist nicht wahrscheinlich ; seine LA. würde dann nicht vertreten, und es würde die babjl. aufj^enommen worden sein, und dass diese den Sinn gar nicht berührende Abweichung in der granun. Form von Rabbi so übel vermerkt woraen, ist gleichfalls befremdend. Hingegen bieten hier 70 und Syrer eine LA., welche von dem Babyl. Hamnuna festgehalten worden sein mag; jene übers* anonuvüij dieser liDltti , also ^wn oder ^^*^ eine dem Zusammenhange wohl entsprechende LA. Jedoch Theodotion, Hier, (und danach Vuig.) wie das Tharg. stim- men mit uns. T. überein, der absicntUch gegen alle sonsti- gen Stellen, wo dass. Wort vorkommt^ niTsn mit Weglassung 81 482 des ersten Wav liest, damit nicht r\)^}7\ gelesen werden könne, sondern es ni)3h heissen muss. Die uns aufbewahrten Abweichungen der Madinchae sind meistens sehr untergeordneter Art, so dass sie zuweilen in der Uebers. gar nicht kenntlich sein können, anderswo nur bei einer sehr treuen buchstäblichen üebertragung hervortreten können. Ich weise daher blos auf einige Uebereinstimmungen des jonathan'schen Thargums kurz hin, wie Jos. 8, 12: «^j?^ (vgl. Norzi), 18, Hb:), 22, 18bi?l- Rieht. !, 21 "^Dü", 13, 7 IKD*» (wie Mad. wohl lesen, nicht y\y^, vgl. Norzi), 21 ^ 36 n:?D:n ^:? (^was bei uns mit den Maarbae bn heissen muss, vgl. Norzi). 1 Sam. 4, 15 \op. 2 Sam. 13. 33 br. 1 Kön. 16, 12 br (vffl. Norzi, welcher nicht zugeoen möchte, dass das Tharg. die LA. der Mad. vor sich gehabt). 2 Kön. 18, 37 nDT HH (rw fehlt bei Maar., vgl. Norzi), 19. 9 b:), das. 20 br u. s. w., wovon ich blos noch Folgendes hervorheben will, dass das Th. Jer. 33, 3 nnij:i mit Nun übers, (vgl. Norzi), wie auch wohl als Abweichung der Mad. zu lesen ist, gegen alle an- dern Uebers., welche mit uns. T. übereinstimmen, dass es das. 45, 4 mit den Mad., wie Mspte bei Norzi, Eennicot und de Rossi am Rande bemerken, und mit Cod. Odessa "h hinzufügt wiederum ge^en alle andern Uebers. Ezech. 5, II liest es mit Mad. und Cod. Odessa ri:)K mitDaleth (vgl. Norzi), und so scheinen auch die übrigen Uebers. ge- lesen zu haben, umgekehrt liest es Rieht. 21, 6 :n:}^l mit Resch, wo in unserer massorethischen Liste zwar eine Abw. der Mad. nicht vermerkt ist, mit Syrer und Vulg. gegen 70. Zach. 14, 5 bezeugen Aben Esra und Kimchi, dass das erste DnD:i von Mad. als Nifal von cno, also 0*??^^ gelesen werde und danach das Tharg. übersetzt habe •, aber nicht blos das erste Mal, sondern aUe drei Male lesen so 70 und Sym. (in griech. und syr. Hex.), überhaupt retiaui jnterpreteSf wie Hier, sagt, der wiederum seinerseits blos das erste Mal so liest, während Syrer und Vulg, unserer Punct, beistimmen. An dem letzteren Beispiele ersieht man auch, dass die Verschiedenheit zwischen Maarb. und Mad. sich keineswegs auf die Consonanten beschränkte, wie aus der mass. Liste, welche blos solche aufzählt, geschlossen worden, dass diese vielmehr im Ganzen mangelhaft ist und wie sie so vieles Andere, so auch die Abweichungen in Vocalen- fast alle zu- rückgelassen hat. Ich sage: fast alle; denn in der That bringt selbst unsere Liste zwei Abweichungen, die sich blos 483 auf die Aussprache und deren Bezeichnung durch Puncte beziehen, nämlich ob das He in n!{^ Jer. 6, 6 und in nV37 Arnos 3, 6 mit Mappik versehn oder aspirirt sei. So fijadet sich auch am Rande des Cod. 18 Kennte, zu Hieb 29, 18 bemerkt, die Nehardae (d. h. eine einzelne Schule der Babylonier, eine andere ist die Surae) lese b^n^ mit Schu- rek, die Maarb. hingegen mit Cholem, und die erstere Aussprache hängt mit der Auffassung des Wortes als Vogel Phoenix zusammen. So ist auch oben S. 4(^5 der Differenz fedacht, ob das Fe in prci Jes. 3, 17 mit Kamez oder athach zu punctiren sei* Die Mangelhaftigkeit unserer Liste hatte auch zu dem Glauben veranlasst, in Beziehung auf Stellen im Pentateuch sei zwischen diesen beiden Gegenden durchaus nie eine Differenz gewesen; allein schon oben S. 253 ist eine abweichende LA. der Madinchae zu 3 Mos* 16, 33 nachgewiesen, ebenso führt die Mass* zu 1 Mos. 46, 20 es als streitig an, ob ]y bDin das. 4, 22 als zwei Wör- ter oder als eines zu betrachten sei, ebenso sind zwischen ihnen die bereits oben S. 275 ff besprochenen n^ DD (und •T Tt) nach einer alten Mass. bei Korzi zu 2 Mos. 17, 16 streitig, nach vielen Handschriften die LA. dd^idk oder D.T"5 Mos 11, 4 (vgl. noch Norzi) und ebenso die Schrei- bung von Tibn das. 32, 6. Dass das mass. Verzeichniss sehr unvollständig ist, beweisen namentlich die alten Hand- schriften, welche jetzt zu Odessa aufbewahrt werden, und auf die von uns schon vielfach ist hingewiesen worden. Dass diese nach der Becension der Madincha^ angefertigt sind, beweist die entschiedene Uebereinstimmung der Hdschr. vom J. 9l6 mit den sonst von diesen bekannten Lesarten, man vgl. nur Jes. 6, 13. 23, 1. 27, 6. 37, 9. 49, 5. 51, 7. Jer. 5, 8 (vgl. Norzi). 8, 1 (vgl. diesen und Kimchi). 9, 23* 10, 13. 11, 11. 2f>, 8. 32, 11. 34. 34, 2 (vgl. kl. Bandmass.). 36, 23. 45, 1. 4. 46, 2. 48, 17. 44. 49, A) (vgl. Norzi). 50, 11. 20. Ezech. 5, IL 7, 10. II, 6. 25, 9. 27, 6. 29, 4. 31, 11. 34, 24. 42, 8, 43, 20. Nachum 2, 6 (Norzi). 3, 8. Hab. 2. 16. 3, 19. Zach. 13, 7. 14, 13. Nun ist aber in diesem Codex noch eine grössere Anzahl von Abweichungen zu bemerken, die offenbar auch nicht der Nachlässigkeit des Abschreibers zuzuschreiben ist, vielmehr auf emer ver- schiedenen Textcsrccension beruht, was theils aus der Con- scquenz, mit der manche LA. an verschiedenen Orten fest- f ehalten wird, theils aus der Uebereinstimmung mit dem 'hargum hervorgeht*), und dieser letztere Umstand wie *) Ich ^erweUn ntir, um Hchlagcnded liervorznboben, anf die oben S. 418 f beiprocbeoe 8U1U Jet. 68, 6 und Mal 8, 14, wo Cod. Od. mit 8X» 4IM der Charakter des Codex imOanzen Eengtdafbr, daas auch diese Lesarten der Schale der Mad. angehören, wenn sie sich, auch in unserm Verzeichnisse nicht finden. Von den babylonischen Bibelhandschrifiten sind der genannte, die drei grossen und zwölf kleinen Propheten enthaltende Codex aus dem J. 916« ein anderer, bereits 938 ▼erkauft, blos fragmentarisch aufoewahrt, einen Theil des Bweiten Buches Samuel imd die beiden Bücher der ELönige enthaltend, ein dritter mit Fra^enten von Pentatench und Haftaren (worin Jes. SH, 3 wieder eine mit unsem Mad. übereinstimmende LA.), ein vierter, das Fragment einer persischen Uebersetznng der zwölf kleinen Propheten mit einzelnen Versen und Wörtern im Originale, und endlich ein fünfter aus d. J. 1000 (oder 10), die ganze Bibel um- fassend, als beglaubigte Documente 1839 aufgeftmden wor- den und werden sie nun in Odessa aufbewahrt, und dennoch ist unsere Kenntniss von ihnen leider noch eine höchst dürftige. Ausser dem vollständigen Habakuk und eini&en einzelnen zerstreut abgedruckten Versen sind blos die Va- rianten im Buchstabentexte des ersten Codex, und auch diese wohl nicht vollzählig, veröffentlicht, während wir über etwaige andere Vocalisirungen Nichts enahren — mit Aus- nahme der andern Form der Vocalzeichen überhaupt, wor- über sogleich — ; aus dem letzten Codex erfahren wur nicht einmal, ob die Form der Vocalzeichen der in den übrigen vier erwähnten Handschriften entspricht oder der bei uns üblichen, indem Pinner (Prosp. S. Ol) blos angiebt, die Buchstaben seien denen des ersten Coa. ähnlich, dasselbe sei auch bei den Accenten der Fall, so dass man glauben muss, diese hätten babyl. Gestalt, hingegen die Vocale palästinische, d. h. die herrschend gewordene. Allein wenn auch die Vocale den gegenwärtigen Zeichen homogen ge- macht worden sind, so mögen doch an einzelnen Stellen andere Vocallesarten gewesen sein, und die einzige Variante, welche Pinner das. in dieser Beziehung anfiLhrt, nämlich die Punctation "^D^ mit Kibbuz 2 Mos. 17, 15, zeigt, wie oben S. 474 ausgeführt worden, eine so auffallende üeber- einstimmung mit den 70, gegenüber der späteren paläst Trad., dass wir nur umsomehr bedauern müssen, aller wei- teren Nachrichten entblösst zu sein. Tb. 19^ li^t, was aach 70 and Hier. (Vnlg.) wiedergeben, w&brend Us Unuicihreibiuig des BTror eher onjerer UL enUpriobt 481 Nor über einen Punkt in Betreff der Vocaliafttlon sind wir genauer untenichlet, der für unsere Untersuehungen zwar von untergeordnetem Wertbe ist, weil er die Auf- fassung des Textes nicht berührt, der aber doch ein wich- tiges Zeugniss liefert von dem mannichfacben geschieht- liehen Processe, den unser Text durchzumachen hatte^ bevor er zur definitiven Feststellung gelangte. Die genannten Handschriften haben nämlich alle die Vocale — vielleicht mit Ausnahme des Codex aus dem J. 1010 — und die Accente in einer ganz andern Form als sie bei ans ist; die Vocale stehn durchgehends über den Buchstaben, des«- gleichen die Accente mit wenigen Ausnahmen, die Form derselben ist aber überhaupt eine abweichende, und, was noch wichtiger ist, das Vocalisationssystem im Qanzen trägt gleichfalls bedeutende . Verschiedenheiten an sich. Ob nun überhaupt die Babylonier und die Palästinenser, beide un* abhängig von einander uud jede Schule für sich, ein VocaK- sationssystem festgestellt haben, ob die Babylonier zuerst mit dieser schrifthchen Fixirung der bis dahin der münd- lichen Ueberlieferung anvertrauten Laute vorgegangen, dann die Palästiner es ihrerseits ^ethan und allmlUig das System jener verdrängt haben, oder ob das babyl. Punc- tationssystem gleichfalls ein ursprünglich paläst. ist, das von den Babyl. nur länger festgehfuten, von den raläst. aber später aurch ein zweckmässigeres ersetzt worden^ sind Fragen, für deren Beantwortung uns keine Daten vor^ liegen, ebensowenig darüber, wie viel Gewicht auf die in einer Nachschrift befindliche Angabe zu legen ist, die Juden zu Susa (im J. 986^ hätten gesagt, ein gewisser Hoseh Nakdan aus dem Enae des 6. Jahrhunderts habe zuerst die Vocalzeichen zur Erleichterung des Lesens erfunden (Zion I S. 141, Orient 1841 N. 33 S.222). Genug, wir haben hier ein abweichendes Vocalisationssystem, dem wir noch unsere Aufmerksamkeit zuwenden müssen. Die Hauptdifferenzen nun bestehn: 1) in dem Verhältnisse zwischen Pathach und SegoL Das babyl. System erkennt jenes im AUg. einer betonten Sylbe, dieses einer nichtbetonten zu. Man findet jenes da* her auch bei betonten Sylben, die bei uns Segol haben, so*) bei den s. g. Segolatformen: T^' ^^^^ '^^i' BT-' *^> 1DM3J(, top, »pju. s. w., bei denSuflfix. 7^, DD, on, z. B. *) Die Beiipiele sind sSmintlieh aus Habakok. 486 T^. D3"%'»3, orr». bei Fut und Partie, der Lamed He, .nciJK .ri'jT .njltt« kurz bei allen Fällen, wo bei uns der Ton auf einem mit Se^ol versehenen Buchstaben ruht, ist st des Segol dort Pathach. Umgekehrt hingegen weicht das P. dem S. überall, wo der Buchstabe tonlos ist, also z. B, ^•i«")!? .•J'^nD^ .D^i2r.?n .irray .m^^ .'•nnj^n .itoj u. dgl., so dass auch dann, wenn bei uns wegen des Kehlbuchst. S. zu P. wird, hier das Segol bleibt, also n^:b. V^Tsb. rriD. r)f3- So werden auch Sylben, welche gewöhnlich betont und da- her mit Pathach versehn sind, sobald sie durch eine Makkef- Verbindung tonlos werden, gleichfalls mit Seffol punctirt. So lauten z. B. die Wörtchen ^Z' ^^' ^^' sobiud sie durch Makkef dem folgenden Worte angeschlossen werden, ^Vy '^^.• ^^ u. dgl. Nur bleibt das Pathach auch bei der tonlosen Sylbe, wenn es durch ein drauf folgendes Schewa compo- situm (vgl. N. 2) gehalten (in diesem Falle nach unserem Systeme durch Metheg) oder durch folgendes starkes Da- gesch vollwichtiger wird. 2) In Verbindung damit steht die Abweichung in dem Charakter der zusammengesetzten Schewa. Das einfache Schewa wird bezeichnend durch den Rafe-Strich ausgedrückt, was angeben will, dass der Buchstabe so laut- los wie möglich ausgesprochen werde. Ein Chatefpathach jedoch kann in dieser runctation gar nicht vorkommen, da das Pathach eine solche Verkürzung nicht duldet, und es wird daher einfach wiederum zum Segol, gerade so wie im Syrischen, wo blos das Olaf am Anfange des Wortes diesen Cfnarakter als Eehlbuchstaben hat, nicnt lautlos bleiben zu können, dasselbe ein Rebozo annimmt. So z. B. "^^^ ' V^V^^.' li-'ttjjn, H^h7}. ü^nnn, nüjni u. s. w. Das Chatefkamez hin- gegen kommt auch hier in gleicher Weise vor, während ein Chatef-Segol, das eigentlich blos das Verschlucken eines Zere bedeuten soll, hier wirklich ein Chatefzere ist, dem dann auch, wenn es in der Mitte des Wortes steht, ein einfaches Zere (st. Segol) vorangeht, z.B. ^^^iä' 1^»:)' ''"»h»« m»;KB, irüittR? u. dgl. 3) Im Zusammenhange damit steht femer, dass das Segol auch bei Gutturalen nicht als flüchtiger Vocal im Allgemeinen benützt wird, da es lediglich Tocntervocal des Pathach ist; vielmehr bleibt auch dann das Chirek, z. B. pi?T*f, Itt-IHD, )pbn. n2T^^^. sogar das durch Makkef mit dem Folg. verbundene ^*f wird ^¥, ^ entw. ^^ oder f^8.. 487 4) Diese Nichtbeachtung der Gutturalia zeigt sich auch darin, dass diese Punctation das Patbach furtivum gar nicht kennt, also "=»"»' n^^\nb. ny. rxD, r'-w. n^K. 5) Auch derEinfluss der Lippenbucbstaben auf ein vor- hergehendes lautloses Wav macnt sich in dieser Punctation nicht bemerklich; das Wav nämlich erhält kein Schurek, sondern bleibt beim Schewa, so P^l' ^^^)' "^^^5. / • • • 6) Endlich kennt dieselbe auch nicht die phonetischen Dagesch, die bei den Wörtern auf penultima in uns. Punc- tation vorkommen, also ^^^'^^ n:;rv CT^**^ wie es hier nach 1. mit Pathach lautet, ohne Dagesch in Nun, ^'^^' •"'^•ü^ (durch sie) ohne Dagesch im Mem. 7) Von andern, blos einzelne Formen berührenden Ab- weichungen erfahren wir aus den bekannt gemachten Stük- ken Nichts, doch ist mir durch Herrn Pinsker in Odessa mitgetheilt worden, dass in jenen Handschriften „von uns" stets ^9.^ mit Zere über dem zweiten Mem lautet, und die dortige Mass. zu Jer. 4, 8 ausdrücklich angiebt, 22 Male komme in der Bibel diese Form mit Zere vor, und ebenso „wir nicht" WH. Man muss bekennen, dass dieses System sich durch Einfachheit, Consequenz und Fernhaltung von Künstlich- keiten vor unserer Punctation auszeichnet; man kann aber auch seinen Einfluss als in mancher Beziehung noch fort- dauernd erkennen. So spricht sich die Betrachtungsweise des Segol als eines kurzen rathach (l.) in der bei den Masso- rethen und den alten Grammatikern so häufigen Bezeich- nung desselben als pp nnc „kleines Pathach" aus*), daher auch die Bezeichnung der zehn Formen, welche nur einmal mit Segol vorkommen, als inDl^l^'üCD (der chaldäischen Uebers. von „klein Pathach") in der grossen Mass. Ezech. 6, 9. 45, J2 und der kl. Randmass. das. 18, 7. Ich ver- muthe jedoch, dass sich auch in einem Worte diese babvL Punctation selbst bei uns erhalten hat. Das '^^X in der Phrase nri D^ir , ewig und immer, ist nämlich das bekannte ^? mit angefügtem Wav, und dennoch ist es in dieser Ver- bindung immer mit Segol punctirt. Nun ist das Wort auch nie tonlos, ja es bildet sogar gewöhnlich den Schluss des Satzes, die Phrase ist aber so vielfach in die Liturgie und daher in den Sprachgebrauch übergegangen, dass man das *) Die Bezeichnang def Zere als kleines Kamez scheint erst später nach Analogie gemacht worden sn sein. 4 488 Wort »obueU tpraoh (tiöU. als Penalt) and daher die Ab- küraiUQg de» Jrathaob^ das Segol^ yernebmen liess, und die PuDctatoren, welche 8o gewissenhaft die fibliohe Aussprache ablauschten^ behielten daher auch in diesem Falle das Segol bei'h. So zeigt sich der Einfluss dieser Punctation auch in Formen, welche dem Biblisch-Hebräischen ungewöhnlich sind, aber in dem Miaehnaitischen hilufig vorkommen, wo daher die Aussprache sich ihrer Gewohnheit überliess and nicht den Vorschriften einer durch Zeichen fixirten Puno^ tation, die bei diesen Formen fehlte, sich zu unterwerfen hatte. Der Art ist das Nomen actionis des Hifil, welches als Hefel in diesem späteren Dialecte sehr häufig ist (vgl. m. Lehrb. z. Spr. d. Mischn. § 19, I. c, 5 S. 47), und welches nach otiserer Punctation Hafel neissen müsste, aber nach dem babyl. Systeme richtig Hefel lautet. In dieser Aussprache aber herrscht allgemeine Uebereinstimmung, und wird sie ebenso von allen Zeiten bezeugt Schemtob b. Abraham, welcher am Anf. des 14. Jahrb. sehrieb, be- nierkt in seinem Mi^dal Os zur Vertheidigunff des Matm. Mischn. Thorab Sehabbath 17, 9, es scheine, mss der Kari- tiker Abraham b. David in den Worten dee Maim. nicht iTÄrnü mit Jod ('i P. Prät.), sondern nMHB ohne Jod ge- lesen habe, m^Iso Schin und He ein jedes mit 2^e,'' näm- lich eben die in Bede stehende Hefelform (wo Schemtob nur nach der spanischen Aussprache Zere mit Segol i&r das He verwechselt). So punctirt auch das IU91 geschrie- bene Exemplar der Kritiken Dunasch's gegen Saaaias aus- drücklich 'i^S?!^ , die Kunde, gleichfalls He&lform von n:i: (und wieder mit Zere f. Segol). Aus dem letzten Beispiele sieht man sogar, dass selbst dann der £*Laot beibehalten wurde, wenn nicht ein mit Schewa versehener Bachstabe, BOndetn ein Da^^ch forte folgt, wo nach der oben stellten Regel sonst das Pathach wieder in seine Rechte tritt ^ die Hefel-Form jedoch war so geläufige dass man auch dtton das Segel beibehiielt Dies erkennt man aach aas der Art, wie solche daggesirte Wörter häufig geschrieben werden, näml. imn . poMi 'p^n * wo das Jod Lesemutter ist, ftir Segol^ also ^^ u. s. w., wie die übliche Aussprache lautet *) Wie leicht fbrner Varianten wie das oben besprochene CTSS^ und OpD^ entstehn konnten, da es nach der bab. Panct jedenfalls CH lautet und . die Versehiedonbeit blos iB PatlMsh «der Clnrak bei dem Kon beroUL erklärt sich nun gleielllallfl*. 481 Attch das Verfahren in Beariehnn^ auf sttsarnttiengeselsf^ Schewa unter 2 hat seine Spuren znrückgelassen. Wir finden nicht blos im Tbargum viele Wörter, die wir mit solchem Schewa punktiren, wiederum mit Jod ^ als Lese- mutter, für den E-Laut, sondern dasselbe auch in mehren Phiralen, welche nur der Mischnahspracbe ei^n sind, und weil sie in der Bibel nicht vorkommen, ihre alte Aus- sprache beibehalten. So finden wir d'»12'»k. 'p'iTD'l^, und wiederum bezeugt Dies Dunasch, indem er dagegen an- kämpft mit den Worten: '^^»TW?D i:'«^ ü'^iJK IDK yiDp^D^ttW "»aitl ö'*^3''Ä, ao findet man das Wort als mit einem Vocale ver- sehn häufig in mittelalterlichen metrischen Gedichten ge- braucht, so liest man auch gei/vöhnlich T^^?,, und die Lese- mutter Jod findet sich in den weniger nach unserer Aus- sprache corrigirten Ausgaben, wie in der jerus. Gemara, und in Handschriften bei einer grossen Anzahl von Wör- tern, die wir mit Chatefpathach lesen. — Das Chatefzere endlich bekundet sich in Formen wie '^^^^.' D^1^>^?. u. dgl., wo der Kehlbuchstabe zwar ganz lautlos geworden, aber der vorhergehende Buchstabe mit Zere versehn ist. ~ Von der abweichenden Aussprache des Wav, wo wir ihm ein Schurek geben (5). ist eine Erinnerung geblieben bei einem Schriftsteller aus der Mitte des \:\, Jahrhunderts, Isaak b. Elasar ha-Levi — der selbst als Babli citirt wird, vgL Dukes, Orient 1849 Lbl. 47 S. 745 — in seinem Wb. Rik- mah, welcher angiebt, die^abyl. läsen das ^ vor einem mit Schewa versehenen Buchstaben nicht als einfachen Vocal, sondern zugleich mit Hörbarmachung des Consonannten, also Wu (Dukes das. 1846 Lbl. 45 S. 708). Mir scheint Dies jedech ein Missverständniss zu sein von dem oben unter 5 Angegebenen. — Ueber die Punctation ^^^^ sind die Zeugnisse reichlich. Zwar hatte man, wie es scheint, in Palästina dieses Wort immer gleich ausgesprochen, mochte es „von ihm" oder „von uns" bedeuten, so dass dadurch eine Stelle nach diesem verschiedenartigen Sinne gedeutet werden konnte, vgl, oben S. 328 f in Beziehung auf 1 Mos. 3, 22 und j. Thaan. 4, 6 über 4 Mos. 13, 31. Hingegen hat bereits die b. G. Sotah 35 a, Menachoth 53b, Arachin 15 a, welche gleichfalls die vom gewöhnlichen Sinne abweichende Deutung letzterer Stelle aufnimmt, nämlich u^)d auf Gott zu beziehen, die Bemerkung: Lies nicht i^?373, sondern ^:)d7D. womit eben ausgedrückt ist, dass auch die Aussprache sicn mit der verschiedenen Bedeutung ändert Diese Thatsache kennen auch Dunasch^ A1|alwali^ 4M Ben Bileam and Aben Esra (vgL meine Bemerkongen in Kherem Chemed IX S. 69 ff.) So wichtifi" dies Alle« nun fiir die Geschichte der Grammatik und der Vocalisation ist. so müssen wir doch wünschen, dass wir einsehender belehrt werden über die- jenigen Ei^nthümlichkeiten der babyl. Handschr., welche auf die Auffassung des Textes Einfluss haben*). Wann aber wird ihnen diese sorgftltige Bearbeitung zu Theil werden? *) So yerdienten aneh in dieser Beziehung noch mehre Codd. eo- wohl bei Kennicot, namentlich 658, als anch bei de Rossi, rorsfiglich 12, nochmals ontersncht so werden, da sie offenbar der babyL Recension ▼erwandt sind. 4BI Zuätie ud Beriditiging«B< »» »» Seite 27 A. 1. „Vgl. weiter nnten" 8. 38 ff. 80 A. „vrI. unten" S. 7« f. 82 A. IZ. 2 streiche die Worte: (rgl. 19a). — In Nasir 4b haben übrigens Raschi nnd Thoss. offenbar HITU K (gleich Thosseftha und j. G.) gelesen und nicht K73td 1**T3 'K, jedoch erklären sie es so und lesen Raschi, Ascher und Nissim aach so Ned. 9 b, wie auch Jalkut N. 710 hat, hingegen Tobiah b. Elieser wieder in Lekach tob zu 4 Mos. 6, 1 1 : HITT^. Allerdings giebt es ein Ascham nur bei einem Nasirtter, der verunreinigt worden, und daher kommt es auch, dass die b. G. die Abneigung Simonis auf das Opfer eines solchen Nasirtters beschränkt. Allein offenbar nimmt die j. G. das Ascham hier in weiterem Sinne fSr ein jedes Opfer, das der Nasiräer selbst dann brachte, wenn er nicht durch Ver- unreinigung gestört worden, yielmehr sein Gelübde ununterbrochen Tollendet hatte. Diese Ansicht macht sich auch Ned. 10 a geltend, so dass wirklich Thoss. und Nissim' (auch Ascher, aber in anderer Weise) den Widerspruch mit der früheren Ansicht zu beseitigen suchen. — Ueber die spätere Bekämpfung des Nasiräats vgl. 8. 162 und 476. 34 und A. 8. Der Ausdruck, dass das Haus erhaben „war,'* es also nicht mehr ist, hinderte selbst in der Chr. die 70, und sie setzen daffir o wlniXog; eine ähnliche, aber noch eingreifendere Aenderung ward bereits früher in Könige vorgenommen, indem man für „welches erhaben war,** setzte: wird erhaben sein, eine Aenderung, welche den die Verehrung verletzenden Ausdruck be- seitigte, aber dem ganzen Zusammenhange widerspricht, so dass alle andern Uebers. (ausser den 70, die es wörtlich wiedergeben) gezwungene Deutungen unterlegen müssen. Dass man in der Chronik, als einem weniger beachteten Buche, den alten Text un- geändert liess, wird nach den ähnlichen Beispielen (vgl. Register 6. 406.) nicht auffalleo. 46 A. „weiter unten** 8. 89 ff. 48 A. „vgl unten** 8. 878. 11 Seite 62 „wie wir noch fehen werden*« 8. 299. »• W „TgL «ber Anun unten" 8. 808, 8. 862 ff. n. 494. H 64 A. 8 „vgl. anten*< 8. 891. „ 65 A. „TgL nnten" 8. 862 ff. „ 60 A. I „Ygl nnten" 8. 172. t> II it 2 „TgL unten" 8. 882. ,, 64 Z. 21 „das «weite Buch" l.: die iwei Bficher. „ 66 A. „Tgl. noch weiter unten" 8^ 116 ff. „ 78 Z. 8 „eneugte" L: erglute. „ 75 A. I „worQber auch noch spiter*' 8. 344. „ 81 A. I „Tgl. unten«' 8. 168. „ 84 A. ,,Tgl. unten" 8. 294. n 86 „über welche sp&ter" 8, 880 und 886. „ 94 A. 2 „weiter unten" 8. 802 und 466. „ 102 Z. 6 V. u.; 105 Z. 4. 21. 22; 106 Z 1 u. 4 T. u.; 112 Z. 4. 18. 28; 121 Z. 10 v. u.; 126 Z. 12; 128 Z. 6 ist 9L Boathna u. 0. w. fiberall sn lesen: Boethu» u. •. w. Seite 105 A. I „weiter unten" 8. 180. „ 116 „ 2 „noch unten" 8. 142 A. „ 117 Z. 4. Disie Baraitha findet sich ThoM. Baba kamma e^ 8 und ist dort, wie aus dem Zusammenhange deutlich sn ersehen iat^ nach der b. O. fXlschlich "irDM in rit umgewandelt. „ 118 Ueber na^oXinog in der römischen Kaiserseit rerdanke i«»h der Güte des Hm. Prof. Mommsen folgende Notia: Derjenige kaiser- liche Beamte, der in der einselnen Provins die finaoiieUea Ange- legenheiten de» Kaisers rerwaltet» der procunUor CfttMorü oder prucurntor Mummtirttm (Orelli mser, 64l2j der firöheren^ der raltomi- /ts «ifififMiinfm der späteren Kaiseneit seit Diocklian, heisst bei Dio Cassius 79, 21 vovf nof^lov loyovg ktitttpaiiiUvott belLjdus iie mag, 8, 7 und anderen nachconstantinischen Griechen, welche Yalesius su Dio a. a. O., Gothofred su eotl, Theod, II, 9^ 2 p, 96 Ritter, Böcking zur n9t. dign. occUK p, 842 anf&hren, knrsweg xtt'&oAixos. Seine Officialen heissen in ftlterer Zeit CaeMornmi^ in q[>&terer etUholicmnf\ wofür es beseichnend ist» dasa in der Ver- ordnung v.J. 321 n. Chr. eod, Tkeod, 9, 42, 1 bei ihrer Anfinahme in den Codex Justinian*s 9, 49, 9 zu den Worten exeepiu iuminxat Caesttn'aniM hinzugefSgt worden ist: iä e$i eatholieimiü* Aus dieser letzteren Stelle ist die conAise No^ in den ftosscie nomicae (Otto tkes, jm-, lit) geflossen, worin die putiiaraUof unrichtig mit den xa^olixüxrol md oitntftg utt^ ISXiJtPttg iden- tificirt werden. M 1 19 A. nibu *':*''n ^^^^ nennt auch Arzch immer den 18. Abschnitt Ton Blhethubotb, so dass er auch in der Kisekn. der b. G, so gelesen haben muss, Tgl. z. B. untei YP ^ *tnV • Sfl 7. «VI 4. „ 121 A. „noch spftter" .8. 148 f. 40S Seite 181 Daher Mssen wuh die Priester des Oötienlrildes Jee. 44, II» ,, 128 ,,Eine q[>ätere Quelle etc." findet sich bereits Thoss. Heg. c. 3., ▼gl. noch Moed katon 27 b. „ 129 A, j^ieser Zwischensats etc." Er findet sich auch nicht bei Jalkut E. St., obgleich dieser offenbar die Gem. und nicht Sifre wiedergiebt; er dörfte daher erst späterer Zusatz sein. „ 130 Der angebliche Unglaube der Sadd. an Engel und Geister be- schränkt sich darauf, dass sie, weniger wundersfichtig, nicht über- all deren Erscheinung und wunderthätiges Eingreifen annahmen, Tgl. S. 132. 216 und 226. „ 131 A. 2 „vgl. unten«' S. 176. „ 136 „Tgl. unten" 8. 174. „ 136 „Tgl. unten" 8. 147. „ 140 Z. 3 1.: vgl. M. das.) In den. „ „ A. 1 „vgl. unten" S. 195 ff. „ 143 A. „vgl. auch unten" S. 146 A« „ 146 A. „vgl. noch hinten" S. 448 ff. „ 146 „vgl unten" S. 171 ff. „ 147 A. I „vgl. unten" 8. 174. „ IUI „worüber später** dritten Buches zweiter Abschnitt 8. 269 ff. „ 164 A. 1 Vgl. ferner Hai bei Arueh p*)ü 3, wo auch eine Thar- gumstelle zu Jes. im Namen Joseph*s angeführt wird. „ 171 A. 1 „vgl. unten" 8. 466. „ 172 und 174. Dies bestätigt auch Ezech. 44, 19: Wenn sie (die Priester) hinausgehn in den äussern Vorhof zum Volke, sollen sie ausziehen ihre Kleider, in denen sie den Dienst verrichten, und sie legen in die Kammern des Heiligthums und anziehen andere Klei- der, damit sie nicht heiligen 0^?^'?) das Volk mit ihren (beim Dienste gebrauchten) Kleidern. 70 und Syrer bleiben bei der ein- fachen Uebersetznng , nicht so Sjmm. (in syr. Hex.) und Tharg. ; ersterer übersetzt: sie sollen nicht geheiligt sein, indem sie sind mit dem Volke in weltlichen Kleidern, also liest er IIZ^^, Hithp. oder Vinp^ Kai und fasst T^ in der Bed.: mit. Letzteres befolgt auch das Th., wenn es übersetzt: und sie sollen sich nicht ver- mischen mit dem Volke in ihren Kleidern, und nimmt es, wie es seheint, XlTtp als „unrein werden." „ 21)4 A. 2. Die Bar. findet sich auch j. Thaan. 4, 2. „ 240 „unten" 8. 266 l „ 264 Z. 24 L D*>M2. „ 256. Auch Jos. 6, 14 lesen 70 und Syrer lb (vgl. auch Norzi), so ist auch Erubin 68 b gedruckt und scheint auch die Gemara so gelesen zu haben, da sie sonst für ¥h eine Deutung aufgesucht hätte. Umgekehrt liest man 1 Sam. 2, 16 ^b, wo 7U und Syrer 494 fichtig M? übersetseii; aueh Mass. hat nach Einigen Vh als Keri, nach Bandmass. als Sebirin, Tgl. noch Norzi. Seite 258 A. Offenbar hat diese Stelle Maim. za Aboth 1, 8 and Jakob b. Ascher in Baal ha-Tarim zu 4 Mos. 1, 60 im Ange; beide beziehen sich nämlich aof eine Stelle — welche sie nicht näher angeben — , welche lautet: wenn Jemand Oberhaupt (DJ*)Di *\^W) unten wird, wird er nach oben als Bösewicht (J'V^) betrachtet. ,, 259. Der Excnrs über grosse und kleine Buchstaben, als mit dem Inhalte dieses Buches in keinem näheren Zusammenhange stehend, ist zurückgelassen worden. „ 266 A. l „vgl. noch unten" S. 291. 309. „ 267 „später" S. 407 ff. „ 268 A. I „vgl. unten" S. 279 ff. „ 271 A. „vgl. später" 8 336. „ „ „die wir bald besprechen werden" S. 309 ff. „ 277. Ueber D: vgl. noch S. 474 f. „ 278 A. „weiter unten" S 341. „ „ „noch später" S. 339. „ 281 „noch weiter" S. 337 ff. ., „ „worüber später* S. 339. „ 284 A. 2 „vgl. weiter unten" S. 341. „ 286 A. „vgl. unten" S. 383. „ 286 A. 1 Die Worte ni311p *^j**» bD2 2np sind freilich schon ein altes Einschiebsel, da sie bereits Aruch 21p 2 anführt „ 290 „bald" 8. 309 ff. „ 293 Z. 4 Ende, ist hinzuzufügen: 2 Mos. 16, 11. „ 303 A 1 „vgl. später" S. 362. „ 311 „worüber später" S 316 f. 331 f. „ 814 A. „später" S. 327. 414. 465. „ 844 Z. 26 st. zweiten 1.: dritten. „ 846 A. 1 „vgl. noch unten" S. 415 ff „und Excurs" S. 442 ff. „ „ „ 2 „am Schlüsse des nächsten Cap." S. 384 f. „ 347 A. „noch unten" S. 374 f. „ 348 A. 1 „vgl. unten" S. 368 f. „ 362 ff Doeg wird bei uns als Edomite bezeichnet 1 Sam. 21, 8. 22, 9. 18. 22, hingegen nennen ihn die 70 einen Syrer, also Arammi (vgl. auch Hier, epist, ad MarceUam)^ und es dürfte Die« wohl die ursprüngliche LA. sein, welche man corrigirte, um einen Aramäer nicht als in so naher Beziehung zu Saul stehend zu bezeichnen. „ 374 A. z. 2 1 : 12, 20: nnnins* „ 375 A. 2 „vgl. Excurs" 8. 442 £ „ 384 A. „vgl. unten" S. 412. „ 388. Auch Jes. 20, 4 ist im Thurgum '•KlXtt p^ Vr\V p^l Ent- blössung und nicht Blutschande. 495 Beite 898 f. Die richtige Bedeutang ron D'*J3M keimen offenbar aneh noch Sotah IIb nnd Schemoth r. s. St 894 Torl. Z. St. '^b 1. T3. 406 A. 1 „vgl. im Exenrse«* 8. 464 f. 408 Z. 10 8t „2 Sam. < L: 1 8am. 464 Z. 24 8t ,,eine*' 1.: keine. 469. 8 Mos. 18, 45 tibersetat jer. Tharg. mit 70 iCfp^^ gegen Thalm., Syrer nnd Ynlg. „ 475 t Aach die hagg. Dentnng in An f. des Midr. KlgL (angef. bei Jalk. z. St): M^'DSI ""b:^, er entblösst das Bedeckte (wie der Comm. Pne Moscheh richtig erklärt) nimmt J^'iD in der Bedeu- tung : entblössen. 4M Register der wichtigstei Haterien*)« ▲bgesoDderte S. 71. 103, vgl noch Pharisäer. AgAg. S. 860 f. AkSba S. 158 ff. 158. 101. 103. 173 A. 2. 183. 186. 189 f. 201. 270. 273. 289. 328 f. 341. 398. 485 f. 447. 449 f. 471. 473. 476 ff. 479. Alkimos. S. 62 ff. 109. 2 5 f. 222 f. Ammoniter. 8. 42 ff. 88 ff. 299 ff. 459. Amnon S. 370. Apokryphen, 8. 200 ff. 39S f. Aquila. 8. 102. 107. 175. 184. 189 Aera. 8. 34. Aram S 53 A. 303. 302 ff. 494. Asdoditer, vgl. Philister. Asidäer. 8. 103. 215 f. 223. Auferstehung. 8. 128 ff. 175 f. 210 f. 224. Baal-Sebub 8. 53 f. Babjlonien 8. 153 f. 157 f. 104 f. 108 ff, vgl. noch Madinchae und Odessaer Codex. Bibeltext, 8. 97 ff. 159 ff. 231 ff. Boethusen. 8. 102. 105. 134 ff. 143 ff. Brachjahr. 8. 70. 218. 220. Buchstaben, mit Punkten versehene 8. 180. 267 f Buchstaben schwebende. 8. 268 f. 4Q4. Chananjah, Neffe Josua*s. 8. 153 f. Chanuckah. 8. 203. . Chronik, zadokitisch. 8. 24 ff. ist weniger tendentiös geändert. 8. 34. 254. 285. 288. 290. 805. 310. 361. 803.305. 418. 491. ge- gen Ammon und Moab. 8. 40 ff. beurtheilt Rehabeam günstiger, 8 48, betrachtet „Fest" als Hüttenfest 8. 70. Dajnne geseroth (gesel-) 8. 1 1 9 ff. 492. David 8. 21 ff. 377 ff. Duumviri 8. 1 1 5 ff Eli's Söhne. 8. 111. 120 A. 271 f. Elieser (b. Hjrkan) S. 81. 158. 186. 188 f. 289. 346. 449. 472. 475 ff 479. EngeL8. 180. 132. 210. 220. dSOC 341 ff. 493. Erub 8 124. 147 f. Frauen, fremde 8. 42 ff. 199. 299. 350. 361. Frucht des vierten Jahres 8. 181 ff. Garisim. 8. 81. 129 A. Genossenschaften. 8. 121 ff. 179. 493. Götter 8. 279 ff. 301. Gottesknecht 8. 93. *") Bloi da» tchwierlger in dem lnhAltB%'erxeichiiiste AufsuAndcndc, und blot dl« ■ckUgendtten Stellen elnd hier ftufgenommen ; fflr die Ueberaetsumgcn wir« okncdiee d*a gMse Buch ftttisufchrtiben. 497 OotteslästeraDg S. 265. 257 ff. 313 ff. Gottesnamen. S. 33 f. 75. a5. 261 ff. 3Hß f Hagiographen. S. 39 ff. Ualachab, alte S. 81. 134. 135 A. I. 151 ff. 158. 173. 170 ff 263. 27U. 272. 303 f 351. 468 f. 473 ff Tgl. noch Elieser, jcnisalemisches Thargnm, Josse d. Galil., Josua, Ismael, Mechiltha, Sifre. HasmoDÜer, vgl. Makkabäer. He finale. S 233 fi. Henoch. S. 197 ff. Herodäer, vgl. Boethusen. Herodes. S. 143 ff. 147. 202. 229. Häter. S. 190 ff. Jannai. S. 66 A. 109 111 A. 144 f. A. Janes und Jambres. S. 474. Jemsalemiscbes Thargum. S. 54 A. 5. 71 A. 2. 80. 163. 165 ff. 173. 177. 182. 180. 18H f. 192 ff. 197 ff. 237. 239 244 ff. 252 ff. 273. 278. 283. 2»i6 f. 294. 300. 303. 3*26. 328. 332. 336. 341. 347. 349. 358. 360 ff. 366.371 ff. 375 ff. 380. 381. 387. 389. 421 f. 446 f. 451. 454 ff. 495. — zweites, berichtigt. S. 181. 184. 194. 198 f. 237. 245 f. 278. 319. 360. 372. 389. 443. 447. 455. 457 ff. 461. 463 ff 170 ff 477. 479. Johann Hjrkan. S. 34 A. 109 f. 118. 146 f 200. 213 f. 479. Jojarib. S. 204 ff. Jonathan b. Usiel S. 164. 166 451. 481 ff Josse b. Joeser S. 64 ff. 116. 216. - d. GaUlfter S. 153. 155 f. 173 A. 2. 178 A. 3. 185. H8. 289. 445. 447. Josef (b. Chma) 8. 164. 388. 493. Josua (b. Chananjah) 8. 152 ff. 173 A 2. 401 ff. Isachar S. 359 f. Ischkhol 8 116 ff. Ismael. 8. 153. 156. 188. 197 A. 273. 303. 401 ff. 417 A. 435 f. 438 A. 439 A. 449. 471. 475 ff. Juda 8. 370. 375. Karaiten. 8. 106 A. 139. 149. 152 A. I. 168. 171 l 178. 182. 391 420. 437. 467 ff. 479 f. Katholikoi 8. 116 ff. 492. Khohen le-el eljon 8. 27. 75. 213 A. Kuh, rothe. 8. 134 f. 47Ü f. Leah 8. 375 f. Levi 8. 374 f. Madinchae 8. 169. 236. 253. 255. 293. 4(M). 405. 481 ff. Makkabäer 8. 202 ff. 474. 479. — , erstes Buch d. 8. 206 ff. - , zweites „ „ n 219 ff. Malkhizedek 8. 27. 29. 75. Mamser 8. 52. 54 f. 89. 350 f. Mechiltha 8. 140 f. 152 A. 3 158. 185. 188 f. 191 ff. 253. 309. 434 ff. 439 ff. 447. 463. 465 f. 475. Merkhabah 8. 848. Mesarbae 8. 205. Minjamin 8. 221 A. 2. Moabiter 8. 42 ff. 88 ff. 297. 299 ff. 362. 459. Moloch 8. 301 ff. Nasiräat 8. 152. 476. 491. Neumonl. 8. 137 f. Nibdalim, s. Abgesonderte. Noachiden 8. 488 A. Odessaer Codex. 8. 95 A. 236. 255. 293. 811 ff. 403 A. 2. 412. A. 2. 414. 474. 482 ff. Oniastempel. 8. 36. 77 ff. 153 f. Onkelos. 8. 164. 190. 192. 194. 198 f. 239. 249 f. 273. 278. 319. 829. 459. 461 ff. 467. 478. 477. 480. 32 408 Orpah S. 60. 52 PüBsach, ägyptisches S. 184 f. — , zweites S. 185 flf. Pharisäer. 8. 103 ff. 202 ff 223 ff. 264. Philister. S. 45. 62 ff. 89. 96 f. 365. Phokyhdes. S. 3-3 A Priesterheiligkeit. S. 56 f 146. 170 ff. 221. 223. 379 ff. 493. Rcbekka S. 348. 376. 392 A. Rehabeam S. 48. 378. Reinheit S 134 ff. 150. Rüsch, P]igenthönil d Buuhstahcu 8. 50 A. 251 f. A Rüben. S. 37«» ff. Ruth. 8. 49 ff. 299 f. Saadias. S. 169 f. 176. 287. 324. 329. 341. 403 A. 1 458. 401. 472. 474. Sabbathfeier. R. 7«». 76 f. 217 f. 224 ff. 382. SadducUer. 8. 102 ff. 202. 215 ff. 264 f. 49;). Salem. 8. 74 ff. Samaritsner. 8. 77. 80. 99 f. 128 f. A. 132 A. 139. 2.S4 ff. 252 t\\ 262 ff. 277 f. 326 f. 337 f. 372. 381. 395. 445. 468 f. 493. Sclavin, jüd. 8. 187 ff Schwanz S. 380 f. 467 ff. Septnagiuta: 8. 160 f. 167. 344 f. 416 f. 419 f. 439 ff. 478. Sichern S. 75. 80 f. Sifre. B. 81 A. I. 115. 128 A. 145 A. 154 A. 158. 178 f. 18Af. 106. 247. 250. 252. 304 A. 2. 309. 358. 303. 372 A. 3. 436. 438. 440. 472 f 470. Simon 8. 374 f 443 f — ha-Zaddik. 8. 3n ff. 203. — Sohn d.Mattathias 8.200. 202. 200 ff. 219 f. — ben Schetach 8 140 ff. 145 A. 'Strafverfahren 8. 139 ff. Sugoth. 8. 110 ff. 142 A. 402. Symmachus. 8. I«7. 175 189. 287. 2U3 A. 294. 321. '^2^. 340 f. 302. Syrische Uebersctzung. 8. 107. 189. 273. 270 ff. M03. 314. 327 357. 302 f. 414. 404 f. 474. Tempel- und Opfordienst. S. 130 ff. 1 52. Theodotion S. 102. 107. 175. IHO. Thikkun Soferim 8. 310 ff. 3K4 f. Uobcrlicfcrungen S. 133 ff. VulgKrsprache 8. IM ff. 2)6 f. Wa.sscrtrinker. 8. 152. VVäv. S. 2V2 ff. 377. Wochenfest. 8, 138 f. Zaddik,-kim S. 20 ff. 37. 57. 83. Zadok,-ktten. 8. 21 ff. 24 ff. HM ff. 221. Zehnte. S.7J1. 108 MO. 150. \V\ff. Zeloten. S. 35 A. 120. MO. Zeugen, lügenhafte. S. 140£. 195 ff. "\*ifj^ 400 Register der erklirtei ^Törter. (a. aramttiBch; oli. chaldiUsch; s. sjrrisch) /^ D::;I^ S. 303 f. 405. ü^bijH l D^1bK S. 280 ff 815 f D:T>» £ ., ,. 271 A. 836. ^^t S. 88 A r^je n^jj 8. 240 ff. (^4?) 3 »J 8. 191 f. 8. I031D S. 355 A. D^2 (np^2?J /2p) S. 413 f. eh. ^3 S. 387. * bnj S. 270 f. rh} S. 415 ff. "•J?^? 8. 244 f. ins' f. ^R ^VW^ s. 207 f. •jjnj f. cn? s. 318; f. ina s. 377; f. Tills s! 405. ••13 S. 151. 365. 460. 1^5. "lä 8. 54. 351 ff r\)^ 3. 341 f. t^l S. 340. »5^ J'. 401. «. 22T S. 53 f. T) 8. 307 ff K^:i S. 235 ff. ••ÜlürT (W) . 243. 440. 1j:n. njn, -jgh, ni^an s. 121 ff. yr\ S. 70. 227. nyi s. 340 f. eh. lOn S. 472. Il'nq s. 400. ^50 S. 304. «llpn S. 302. njlü S. 44 A. Ot A. D'-Ih^ 8. 408 f. ??i: 8. 374. b^ifil 2piJ! 8.371 ff. nl2J) S. 310 ff. npo«?) S. 265 f. 201. 300. njl? 8. 124 ff 215 A. 222 A. "? ikb S. 265 f. 403 f. cnj) f. D^rl^KS. 271. :ff^ s. 60. Ril» f. r\\r\y^ s. 330 f. nyp f. ns?? s. 372 n^p 8. 171. 466. ^"^k f' U^? S. 308. ri^i^^TJ S. 381 f. 13'bi S. 303. ri; S. 27 A. 2 28. n^ry 8. 302 f. DJ S. 83 A. 277. 287. 204. 474 f. 'i5: 300 li S. 239. 13? f. ^i^ S. 305. 8. 113? . >n3? S. 389. 8. Km-JT^? S. 400. r«? T.i ß. 240. Tl-^V,'ch. H??? S. 31f 75 85. V5^n c¥ 8. 151. b>r Ttt^ S. 1 4.") A. eh. D1S S. 363 A. ft. «nC S. KU. 204. Ä. mDnB S. 802 A. M'l{,nfll{.1^S. 410 ff. n^^V «nd n^^^ S. 329 f. 445 A. «. WTIJ S. 375. tfip^S. r>0. I7l ff. 49). Ip.^'RS. 411 ff. eh. T^p S. 388. 8. »Tip S. .382. rypfip. s. :m a. I^Vs. 290. bit.b^t, a. b^Blf S. 391. It S. 394. 390 f. nnlp s. 237 ff 49L /, rS? 8. 410. 3?]p 9. 407 t P^ S. 3ia 320 fL ^0^ S. 411. 413 t njf, a. MttlT S. 262 ff. 274. 314. 321 f. aijn f. S»p 8. 349. n?^ 8. 283. altsxpvri» 9. 388 f. aUofpvXoi 8. 53. 54 A. 2. 362. afu^Ut 8. 71. iipX^3 f.