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Erſſier Theil handlend / i Bonbırhenre ing gemein / und Erfindung der⸗ ſelben Inhalt. Von der Teutſchen Sprache Eigenſchafft und Fůͤglichleit in den Gedichten.

IL. Bonden Rmenund berfelben Beſchaffen heit. IV, Bon den vornemſten Reimarten. Don der Beränderung und «Erfindung neuer

J RMeimarten. 1-BonderGeichte Zieꝛlichteit / derſelbẽ Fehlern. Samt einem Anhang Von ber Rechufehrerbung! und Schrifftſchei⸗ / oder Diftintion, cAasers 3 —— a ein Mitglied, —— X

der hochloͤblichen —— Seuchibringenden Geſellſchaff ,_ az: um aiseitenmmal aufgelegt und anvielen Dre 7 —— > ten vermehret. =. VNarnberg /

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Sinnbild; Zucht bringt Frucht. e

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OlderneubelsubteReben reiffund helle Trauben geben/ / muß man ihn / auff Serg und Thal hacken / duͤngen / und beſchneiden: ihn auch mit den falben Weiden hefften an den Erdenpfal. So beſagte Wintʒzerʒucht bringt verlangte Freüdenfrucht; Soldie Redeſgleich dem Reben / hoͤnigſuͤſſe Früchte geben/ mußder Wörter Maß und Zahl ſie verbinden / und bereiten / X; nach det Sprache Grünen leiter £ mit der Remungreichen ah Solche kunſtbeliebte Zucht

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hringt der Lippen holde Frucht.

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| Zuſchrifft DE det Hochloͤblichen Fng enden Gefellſchafft ſinn⸗ reichen md wolverdienten Mit⸗ genoſſen / den Traumenden cs unlanaften in Teutſchlie eender Sefellichafft vernüunff: = fig ervochnefworden:dieZeuf- a7 Poeterey wäre ſehr ſchwer Wer dieweil man nicht nur den aue und das Maß der Syllben / wie bey den Griechen und Lateinern / beob⸗ achten muſſe ſondern auch benebens ver⸗ bunden ſey / den Abſchnitt und den Reim⸗ [uß mie unverricheet Ordnung der Wörter /in allen Zeilen/genaufichkig zu halten +. Da hingegen in andern Spra- „ces kein Bee Nu. Ei zuweilen kein

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nach Erheiſchung deß Gebaͤnds zu ver ſen freyſeche Hierauf habe ich / nach meiner gerin⸗ gen Wiſſenſchafft dieſer Sachen / geant⸗ wortet: daß hingegen zu befrachten 5 wie uns unfre Mutterſprach bekanter ſeyn ſoll / als keine fremde wie die langen und kurtzen Syllben leichtlich zu erkennen; wie der Reimwoͤrter ſehr viel und der Ab⸗ ſchnitt / wegen derſelben völliger Wahl / ſowol als die natuͤrliche Ordnung der Hua de leichtlich koͤnne gefuͤget werden Mann wir / / feßteich darzu /mit der Zeit / wie mit gegenwärtigen Wein um⸗ giengen / ſo ſolte man die Dicht⸗ und Keimkunſt / in VI. Stunden / wonicht vollfömmlich / jedoch zur Noht / faſſen / und verftchen fönnen. Den Wein / fuh⸗ reich auf Befragen fort / gieffee man durch Trichter in Flaſchen und Faͤſſer/ daß alle Fropffen darvon zu Nutzen kom⸗ men ; Die Zeit laffen wir ohne —— 3 '

IR IR IR flieffen / und achten für nichts / viel qufe Stunden übel anzulegen / welcher Ders luſt doch mie aller Welt Keichthum und Arbeit nicht widerum zumegen gebracht werden kan da hingegen alle” fahre neu: er Dein waͤchſet. Db ich num in der Sleichnß vieler Beyfall erlangte / wol; femirdoch / wegen der furgen Zeit / ſo ich zu Srlemung berühreer meitläufftiger Kunfte beſtimmet / niemand Glauben

zußellen. ° Daher ich bepogen worden /

nicht vielmehr Stunden auf diefen Doc; eifchen Zichter zu wenden / und im Wer⸗ dezu erweilen / daß mein Vorgeben ei⸗ nemjeden / der darzu Luft hat / unſchwer feyn werde, Nicht der Mei—⸗

nung [jemand Sees und Ordnung vor⸗

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sulchreiben welche ich von aller Teutſch⸗ gelehreen gerne annemen will: fondern mich zu verfichern meiner wenigen Er ſahrenheit maſſen Feiner nicht ſagen kan / daß er eine Kunft wiſſe / welche er zur dor feinen andern gelehret har ) und zu:

» Niij beglau⸗

| euehriae Anbei aus dienſtfreundlichem

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*** | beglauben / Daß nichts fo. ſchwer feheiney ſes nicht leichtlich koͤnte gefaſſet werden. fallen / mich juͤngſthin mit Zuſchreibung

ſeiner Frantzoͤſiſchen Andachten/ uͤber das Leiden Chriſti / zu ehren; hab ich nicht

welches Durch Belieben mühfamen Fleiſ⸗

. Demnach aber dem Traumenden ges

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uͤmgehen ſollen / ihm dagegen / zu Er—

wiederung folcher Gewogenheit / dieſe

Wolmeinen zuzueignen / und feiner guͤn⸗ ſtigen Beurtheilung / als einem Meeifter- dieſer Kunſt / zu unkergeben: nicht zweif⸗ lend / ex werde ſolche Teutſchherhige Bezeugung unſer vertraulichen Freunde

ſchafft mit guͤnſtigem Gefallen an-ufi auf

nemen. Hiermit verbleibet / nechſt Em⸗

pfehlung Sderlicher Beſchirmung /

deß Traumenden getreuer Diener und Geſellſchaffter der Spielende, Vor⸗

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BRETTEN TEENS RER Vorrede. Dis Abfehen/ und die Urfachen deß Ver⸗ lkee gegenwaͤrtigen Werckleins

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lieſet daß die Sibylla von cCuma dem Roͤmiſchen Koͤ⸗

| einig Tarquin neun Bücher / | = um eine hohe Summa Gelts | = Fäufflich angeboten : als er a⸗ | bapiches Anbtingen verachtet / babe fie | reg Datvon verbrannt / und Die übrigen / Keiner im vorigem Werch fuͤr den a Getragen : welcher ihre Wort / Alseiner wahnſinnigen / verlachet. Nach⸗ wuſieaber noch drey in das Feuer gewoꝛf⸗ ‚.. fen 7 bar befagter Boͤnig das widerholte Anbringen beffer beobachtet / und die drey

| hinterſtellige Bücher in dem erſten Weꝛth erkaufft welche hernach von alle ehe verfolgeen / wegen der darinnen befindli; en wichtigen. becbläge für hoch

heilig gehalten worden Br x ea begegnet Dielen in

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Erſter Theil handlend; | I, Bon der Poeterch ins gemein / und Erfindung der⸗ ſelben Inhalt. 8 II. Von Sprache Eigenſchafft und ichleit in den Gedichten. | II. Bonden u und derfelben Beſchaffen heit. ‚IV, Von den vornemſten Reimarten. Ye 7 Von ern es und »Erfindung neuer eim Y I-Bon edit Zelichten / derſelbẽ Schlens Samt einem Anhang Von der Rechtſchreibung / und Schrifftſchei⸗ dung / oder Biſtinction. A— Durch ein Mitglied, gan

der hochlöblichen Pe. % Fruchtbringenden Geſellſchafft Zum weilenmal aufgelegt und an vielen Olr⸗ ten vermehret. Noaͤrnberg / een Wolffgang Endter. on Me ve.1. ae N DER * je 62 | 2.6

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Zucht bringt Frucht.

reiff und helle Trauben geben / muß man ihn / auff Berg und Thal /

hacken / duͤngen / und beſchneiden: ihn auch nit Den falben Weiden befften an den Erdenpfal. So beſagte Wingerzucht bringt verlangte Freuüdenfrucht; Soldie Redeſgleich dem Reben / hoͤnigſuͤſſe Fruͤchte geben/ 8 muß der Woͤrter Maß umd Zah ſie verbinden / und bereiten / nach der Sprache Gründen leiten mit der Remungreichen WYabl; Solche kunſtbeliebte suche bringt der Lippen holde Frucht.

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Abſchnitt /Honnöhten sdie Woͤrter aber nach Erheiſchung deß Gebaͤnds zu ver⸗ ſetzen freyſtehe.

Hierauf habe ich / nach meiner gerin⸗ | gen Wiffenfchaffediefer Sachen / geant⸗ wortet: daß hingegen befrachten ; wie uns unſre Mutterſprach bekanter ſeyn ſoll / als keine fremde wie die langen und kurtzen Syllben leichtlich zu erkennen; wie der Reimwoͤrter ſehr viel und der Ab⸗ ſchnitt / wegen derſelben völliger Wahl / ſowol als die natuͤrliche Ordnung der Nas de leichtlich koͤnne gefuͤget werden

Wann iz / ſetzte ich darzui / mit der | Zeit / wie mit gegenwärtigen Weinumz giengen / ſo ſolte man die Dicht⸗ und Reimkunft / in VI. Stunden / wonicht vollfömmlich / jedoch zur Noht / faſſen / und verftchen fönnen. Den 2Bein/fuhs” reich auf Sefragen for / gieffee man durch Trichter in Flafchen und Fäffer/ | daß alle Fropffen darvon zu Nutzen kom⸗ men ; Die Zeit laffen ee |

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ſes nicht leichtlich koͤnte gefaſſet werden.

‚Demnach aber dem Traumenden ge

fallen / mich jüngfthin mie Zufehreibung ‚feiner Sransöfifchen Andachten/ überdag ‚geiden Chrifti / zu ehren; hab ichniche

umgehen folen / ihm dagegen / zu Er⸗ wiederung folcher Gewogenheit / dieſe

gene Arbeif aus dienfifreundlichem |

Wolmeinen zuzueignen / und feiner guͤn⸗ ſtigen Beurtheilung / als einem Meiſter dieſer Kunſt / zu untergeben: nicht zweiſ⸗ lend / er werde ſolche Teutſchhertzige Bezeugung unſer vertraulichen Freund⸗ ſchafft mit guͤnſtigem Gefallen an⸗uñ auf nemen. Hiermit verbleibet / nechſt Em⸗

pfehlung Goͤttlicher Beſchirmung /

deß Traumenden 2 | getreuer Diener und Geſellſchaffter | der Spielende

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‚Das Abfehen/und Die Urſachen deß Ver⸗ aaſſers gegenmärtigen Werckleins

berreffend,

LITT Anliefet daß die Sibylla von cCumsa / dem Roͤmiſchen Ko⸗ ullenig Tarquin neun Buͤcher / 3 um eine hohe Summa Gelts aͤufflich angeboten : als ct a⸗ ches Anbringen verachtet / babe fie darvon verbrannt / und Die übrigen ed vorigem Werch / fuͤr den —— : boelehor ibte Wort einer wahnſinnigen / verlachet. Nach⸗

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bat a das widerholte eſſer beobachtet / und Die drey

von allẽ De erroiggeen / wegen ber darinnen befindli; eben wichtigen Kabıfläge für bochum beili kkenworden. '

22 Saft dergleichen begegnet vielen in

Erler rnung der loͤblichen Poeterey / weis

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che ſie in der Jugend und Fünglingfchaft benebens dem Latein / wol und kunſtrich⸗ tig erhalten koͤnten weil ſie aber ſolche Ver⸗ ſaſſung verachten / und verlachen / muͤſſen ſie mehrmals / indem Alter / begangenen Fehler erkennen / und wie jener ſagte X heut in den Sand ſchreiben / was fie geſtern in May mel haͤtten zraben oͤnnen..

3. Etlichenermangelt es an guter Ans weiſung / indem die Schulbalter/welche ‚ihren Knaben bierinnen Unterricht gez | benfolten / darvon wenig Oder nichtbes richtet ſind / noch ſeyn koͤnnen; mafendie neuuͤblichen VReimarten unlangſt erfun⸗

den / und in Grundrichtige Verfaſſung gebracht worden / durch Herrn Mar⸗ tin Opitzen ſeligen Gedaͤchniß / Herrn Schottel / Buchner / Cæſius, Hanman / und na anal

4 Etlichen ermangelt es an dem Ver⸗ lat alle ſolche Bücher zu erkauffen / und “andern an der Zeit / ſelbe zu durchleſen. Welche Urſachen fie dann in ihrer Un⸗ wiſſenheit entfchuldigen. / ſo ferne fisder Beſcheidenheit find daß fie. nicht von - dem urtheilen wollen. / das fie. mit geler⸗ RE net /

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* Drufiusin Apophth,

Im ‚noch pen. andern Angelegenheiten zu

sg ermangelt es an natuůrii⸗

abigkeit zu der Doeterey / daß ſie zwar Die Wort Eunftricheig zu binden willen / aber gezwungen / hart und miß⸗ ohne poetiſche Gedancken / und che Einfaͤlle: daß man leichtlich tan 1.88 ſey Fein poetiſcher Geiſt in und u —— mit langer Zeit

6. Etlicꝭ en der Poe⸗ ey und hoͤren zwar gerne einem Zahn⸗

jet Spruchſprecher / Fatznarren Po er zu / weil ſolche Leute

nweder ihres gleichen / oder ja ihrem Verſtand gemaͤſſe Handel vorzubringen Ein Poeten aber / deſſen Runftfernsvon vels Thorheit iſt / wollen ſie noch iſſe hoͤren. pam kein ie * n 1 Ddeninan nicht dur Fleiß ı und bebarrliche hflegung und Ars beit folte fruchtbar machen koͤnnen: Alſo ———— ſo unreines Hirns / Der mit durch Lrachfinnen / aufvorber erlangte Amwoeifungg 1(vwoelchegleichfam der Wu⸗

cherſame iſt ) eine en Reue / oder

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‚ein Reime Sufkmmansubringen Pb |

te lernen Können : jedoch einer viel gluͤck⸗ feligerralsder andere. " N 8. Es iſt zwar nicht eines jeden Gele⸗ genheit / Verſe zu machen / oder zu leſen / noch weniger koſtbare darzu erforderte

Bücher zu erkauffen; ſo flebet es doch

won und iſt faſt nobtwendig / daßein Ge

lehrter feine Mutterſprache gründlich verſtehe / und derſelben Posterey nicht uns wiſſend fey ; wie auch Peiner fich einer Sprache mit Fug / ruͤhmen kan / wann er nicht in derſelbigen die Verskunſt ſtudiret / und zum wenigſten die vornemſten Poe⸗ ten / als die ſinnreichſten Sprachmeiſter / geleſen hat. KIN Kernen wie Hebraeiſche / Griechiſche und Lateinische Derfe machen / warum wollen wir es indem Teutfchen nit auch ſo weit bringen ı daß wir sum wenigften | von einem Gedicht urtheilen boͤnnen. Ge⸗ wißlich / einen Teutſchen Vers leſen / und nachkuͤnſtlen / iſt der Jugend eine nuͤtz⸗ liche Abmuͤſſigung von wichtigerem Stu⸗ diren. Man lernet dardurch ʒierlich re⸗ den / eine Sache mit vielen Worten nach⸗ drůcklich vorbringen / wolſetzen / jede Meinung richtig aufdie andere rn

4 und

und man (a ſolche Verſtandůbung kan

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da das Latein wenigen bekant)

greud und Leid angenem und belie⸗ Peg im geſtalt ſolche Kunſt houtzu⸗

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ben Schulen. rühmlich getrie⸗ Ja wann uns Teutſchẽ keine e Urſache zu unſer Poeterey treiben waͤren doch die geiſtlichen Lieder / zu Erweckung hertzbruͤnſtiger Andacht / darzu gnugſam / welche I ohne kunſt⸗ u I nicht koͤnnen verfaſſet

J her iſt das Lateimſche ker Kirche geblieben / da⸗ | rende Jugend zu üben : der 1e Ylanaber bat viclerſprießlichern

2 Erunn von dem Teutſchen Singen / durch

welches wir gleichſam den Englen nach hne md näber zu GOtt tretten. Wie folder / 1 farge der heilige Apoſtel paulus⸗ a. Eorintbeen 1 4. v. I10. ſo an ſtatt deß Laien ficherr Amen fagen / aufdeine Danckſaguna?

ſintem aler nit weiß / was du ſageſt. Ein andrer

wird —— Davon gebeflerrizc. Welche fremde Sprachen redẽ / daß ſie nicht jederman verſtehet / get man für are su halten, wie in fol⸗

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und durch ſolche Verſtandůbung kan man ſich aller Orten ( weil es jederman © da das Latein wenigen bekant) in Freud und Leid / angenen und belie⸗ bet machen geſt. lt ſolche Kunſt houtzu⸗ ag beyvielen Fuͤrſtenhoͤfen / und auf et⸗ en hohen Schulen ruͤhmlich getrie- ben wird. Ja wann uns Teutſchẽ keins ere Urſache zu unſer Poeterey treiben olte / ſo waͤren doch die geiſtlichen Lieder / zu Erweckung hertzbruͤnſtiger Andacht / darzu ſam / welche 1 ohne kunſt⸗ richtigen Bericht / nicht koͤnnen verfaſſet unse er ' ' i

29, Don alters her: iſt das Lateiniſche Singen in unfter Kirche geblieben / da⸗ mic Dis ſtudirende Jugend zu üben : der emeine Mañ aber bat vielerſprießlichern

en von dem Teutſchen Singen / duech

selches wir: gleichſam den Englen nach abnen I und naher zu GOtt retten. Wie folder 1 fage der heilige Apoftel Paulus / 1. Esrintbern 14. v. 16. fo an ſtatt deß Laien ſtehet / Amen fagen / aufdeine Danckfaguna? fintemalgr. nie weiß / was du fageft. Ein andrer wird nicht davon gebellerrizc. Weiche fremde Sprachen redẽ / daß fienicht jederman verſtehet / Meget man für unſinnig zu halten / wie in fol? | gen⸗

ein Reimgedicht sufammensubringen PL te lernen koͤnnen: jedoch einer viel glück, ſeliger / als der ander. 2 Es iſt zwar nicht eines jeden Gele⸗ genheit / Verſe zu machen / oder zu leſen / noch weniger boſtbare darzu erforderte Buͤcher zu erbauffen; ſo ſtehet es Doch wol / und iſt faſt nohtwendig / daß ein Ge⸗ lehrter ſeine Mutterſprache gruͤndlich verſtehe / und derſelben Poeterey nicht uns wiſſend ſey; wie auch Feiner ſich einer Sprache mit Fug / ruͤhmen kan warnen nicht in derſelbigen die Verskunſt ſtudiret / und zum wenigſten die vornemſten Poe⸗ ten / als die finnteichfien Sprachmeiſter | geleſen hat. * rn * ie; ä „Kernen wie Hebraeiſche / Griechiſche und Lateinische Derfe machen / warum wollen wir es indem Teutfchennit auch ſo weicbringen ı Daß wie sum wenigſten von einem Gedicht uerheilen können. Ge⸗ wißlich / einen Teutfchen Vers leſen / und nachkuͤnſtlen / iſt der Jugend eine nuͤtz⸗ liche Abmuͤſſigung von wichtigerem Stu⸗ diren. Man lernet dardurch zierlich re⸗ den / eine Sache mit vielen Worten nach⸗ drůcklich vorbringen / wolſetzen / jede

Meinung richtig aufdie andere —* und

und. durch ſolche Verſtandůbung Kan

han fich aller Orten ( weil es ee verſtehet / da das Latein wenigen bekant) in Freu use ch : san * belie⸗ et machen: geſtalt ſolche Kunſt heutzu⸗ ka bey vielen Fuͤrſtenhoͤfen ı und auf et⸗ lichen hohen Schulen ruͤhmlich getrie⸗ ben wird. Ja /wann uns Teutſchẽ Feine

andere Urſache zu unſer Poeterey treiben olte ſo waren doch die geiſtlichen Lieder / zu Erweckung hertzbruͤnſtiger Andacht / darzu gnugſam / welche ohne kunſt⸗ richtigen Bericht / nicht koͤnnen verfaſſet 1) ER / R | 2,29 Donalters her: ift das Lateiniſche Singen in unſrer Rirchegeblieben / da⸗ mit Die ſtudirende Jugend zu üben : der ‚gerneine Fflan aber bat viderfprichlicbern Nutʒe von dem Teutſchen Singen / duech welches wir gleichſam den Englen nach abnen und naber su GOtt tretten. Wie A der / fage der heilige Apoſtel Paulus / 1. Esrintheen 14. v. 16.fo an ſtatt deß Laien

ieher/ Amen ſagen / aufdeine Danckſaguna? intemalgu.nir weiß / was du fageft. Ein andrer wird nicht davon gebellertizc. Weiche fremde Sprachen redẽ / daß ſie nicht jederman verſtehet / Meget man fůr unſinnig zu halten, yore in fol⸗

cher aus dieſem Wenigen vielleicht abʒzu⸗

ſeiner Gedichte andern zu verbeſſern uͤber⸗ reiche.* Caulab, in notis ad Star, Per, 18,

rei 6. Verslein / beſagter Epiſtel /

leer. © ni Bu: f F Was mit Raht und Verſtand vor⸗ zunemen iſt / muß nohtwendig zu einet Kunft gezogen werden. Die Natur iſt eine Meiſter in / den hurtigen Feuergeiſt

anzubrennen / Die Kunſt aber gleichſam Das fette Oel / durch welches ſolcher Geiſt weitſtralend erhellet / und Himmelhoch aufflämmet. —— 2. Zu dieſer Kunſt nun zu gelangen’ ſolten vielleicht Beine dienlichere Mittel su findenfeyn / als daß ein Teutſcher /der den Verfiand in füinse Yutteefprach | ausgeſchaͤrffet / und der ungebundnen Rede mächtig iſt 1. einen Furgen Ent⸗ wurff der Poetererey zu Sinn faffe / wel

ſehen. IL daß er eines’ guten Poeten Bes dichte neme / und erlerne alle und jedefetz ne Reimarten nach ka et Lehrſa⸗ tzen erkennen. III. daß er Verſe ohne Bei⸗

mung / als welche dem Anfänger ſchwer faͤllet / ſchreibt; oder vermiſchte Verſẽ wider einrichte / oder aus einer Reimart indie andre ſetze. IV. Die beſten Teütſchen Poeten leſe / ihnen folge / und den Anfang

se Solcher geſtait erfähret man auch

n der ee ge und ©riechifchen * welche aber alſobalden von Sedichtſchreibenanfangen/ gleichen

* blinden Mahlern / die alle Sarbeny Verſtand untereinander miſchen / seih fuͤr ſchwartʒz ſchwartz fuͤr

Sortſetʒung befagter Ubung Bader ich mancheiley Zweifel befin⸗ den / deren Er oͤrter ung dus vorangezoge⸗ nen Scheifften ſonderlich H. Schotiels Einleitung Verskunſt hergeholet werden muß. Dann wir dieſes Orts kein

ee: ve fondernden erfien

imma: en —— etli⸗ —* zu sEnde des Blats beyegefii wor⸗ den + Welcheaber nur Teutſch allein vers ſtehen 1 und diefer Sache keinen Vorge⸗ ſchmack haben / mögen gleich ſo wol mit ia nehr Muͤhe / jedoch ohne Ver⸗ / darzu gelangen: denen zu Gefallen iſt alles reinteutſch verabfaſſet worden.

Bi DIE

. 16. Die Erempel find aus eigner Er⸗ findung beygefůget: weil eines Cheils je Ber mehr Macht über ſein eignes Werck / als freinde Arbeit hat; anders Theils auch wenig / oder keine ſolche Beyſpiele zu fin⸗ den. Wie dann auch die Fehler erdichtet find / keinen derſelben zu beſchuldigen / oder jemand / ſo dergleichen begangen / zu ver⸗ nachtheilen. In zweiffelhafftigen Sägen iſt etliches auch aus dem Urhebet der Teutſchen Poeterey Herrn Opitzen ein⸗ geſchaltet worden: und wird verhoffent⸗ Lich bier in dieſer Kunſt einmebrers 1. als beyallen / die bißher darvon geſchrieben / zu beobachten ſen. 17⸗chluͤßlich muͤſſen die ſechs Stun⸗ den nicht eben auf einen Tag nacheinan⸗ det genommen / und das Gedaͤchtniß berhaͤuffet werden; ſondern etwan in drey oder vier Lagen mit reiffem Nachſinnen

der unbekanten Kunſtwoͤrter; nachdem man eines bald / oder langſam faſſet / und erlernet!: aller maſſen wi 5. Schickards

# .

-

Hebræiſcher Trichtet zu ge brauchen. * 1

4 —8

SENSE | Indale dieſes Werckleins. " Die Stund;

= e er Po * —* Ucſprum 8 er Inhalt / von —— Poet zu hand⸗ —* ke pfleg 3 2) dem gi er Die Dis —* poetiſchen Gedichte⸗

kin

2

+

Wien II. Stund;

on d ſchen Sprache Fuůglichkeit zu bundnen Rebe.

a on det Teutſchen Wörter Sarg» oder Fr: r Rürklait, EN

Er en Bor⸗ und Nachſylben 7 ihren 3 en und Eigenſchafften. Berboppelten Woͤrtern / iind der

Bi:

J 5% dig —— Die II. Stund; | 1.8 en de 1 Keimfälu und der reinen Rei⸗

zulaͤſſiger Reimung. i F Ben ſehen / und die die R en ordentlich zu ſetzen / un * von den Verſen ohne Reimſchlüſſe.

Vier⸗

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8 it %

*

EL

Viertelſtunden· * .. DielV» Shih I: a den (anafurken—» * 2. Von den kurßzlangen⸗ ar 3. Bonden langgefürgten =” 1 Keim ei, 4 Bondengefürktlangnw-) re ; Die V. Stund⸗ cl | | Wie die Grbände durch den Abſchnit ver | Ändert werden. . _ 2 2, Wie die Gebände von sineerfoiedficher di Reimmafen gefchloffen werden. 3. Wie die Gebände durch die Reimwoͤrter

verändert werden. x

4. Wie die Endreimen auf unterfehieddiche Weiſe zu wechſeln ſind.

Die VI. Stunde | ki

1, Bon deriierlichfeie der Erfindung in de ; Gedichten.

2. Don der Zierlichkeit der Wörter, 3. Von dem Mißlant in den ET ſich der Poet gebraucht. 4 Bon den Schlern in den Keitmbindungen, Anhang. we ‚Unvergreifliches Bedencken Yon Der Rei,

ſchreibung und Wortſchneiduns o⸗ | Der Diftindtion,

Die

Die . Stund, Von han, nf

SEEN Se Zeit chin ſo ſchatbar / daß NS is ES auch aller Reichthum diefer Welt u BE für nichts dargegen halıen: wol⸗ = - I: Ba bedacht feijfi / den Le⸗ —e nicht ein unnoͤhtiges Wort atıfe jidringen/fondern alles £utt amd deutlich dig» fandig machen und zwar in den erſten vier Sierrelſtunden behandlen: | 4; Dedsetereyliihptun. 15 Den ee, von —— Poet zu handlen pflegete. Bon dem ʒ weck derpoetiſchen Ge⸗ Son der Voeiereh Urſprung iſt bey dem unſtric * ee kn ef Rurk davon zu rede / ſo ſind die Poeten ee Aleich Naturkuͤndiger / Sittetilehrer ind S& Pieler odet Muſici geweſen. Mit freyen Kuͤnſte / haben ſich etlich Af bieſes abſonderlich / Era ein —— 3 geben:

sten: iſt die Poeterey bey dem waare otte auch von allen barbariſchen Boſckern *

gebenheit / ſie ſehe gleich ruͤhmlich / daher die ir fhelebarydaher Stichel⸗ Straffverſe in Ge

ads

Die erſte Sind. ·

gdienfe jederzeie verblieben /

halten worden *

NR Specirtis Phildlog ‚Germ, ‚Difquifit, Be V 2, Aus Bettach hu der Raut Erforfhe,

ung der Weltgeſchoͤpffe N etirfteher deß ho oc 9—

Lobgeſang: Aus Betrachtung deß M enſ chen 22

bens und Wandels ensftcheridie Sicten 1077

Tugendlehre Hund die Befihreidung einer BE

gedichte gewiſſer Perfonen entſpringen ode

brauch kom̃en. Die Hirten⸗ und Schaͤferl ſollen die aͤltſten Gedichte ſeyn / weil dieſe bey ih— 21 ven Herden mehr muͤſſig ale andere / und von dem Ra nen Sr Feldbau uns geehnhsr zeſungẽ worden Erliche vermeinen N ä en ʒedichte ſeyen von den Wintzern zur J—— wordenzund deuten da⸗ nden Spruch def! Ric were. * aber die Heyd * ek I £ hie —— del —“ ————— Ibigen für.di

Fuͤchte Baume deßR En Janckopfer gebracht / da yaberih —— in gebundnen Rede vern tet

8J

Slea erfie Samd. * | äffen ihren auch gleichet geſtalt yon iS) lan a geweillas

—J Uber Ser den Opfern nähahmeı: wollen. te: BES BER An Bei ir hen Ah aus feine Wercken fondn Auch ns ſeine Plnsstettunen taunenn Hey⸗ a Kan, dieſich Atich nicht ge se Hörrern [Ole Safer aniudichten]

k = Dichte ſelbſtt ſchaͤndlichſt befle⸗ Doch fan ıtanmicBeiheidenbeit

5 mc welchen natuͤrliche Ep der fondere Lehren verborgen 2. ak auch in geiftlichen Sachen /wel die Ks 7dAs. SR verftändigen Seele ev, wer de en / ein Poeuſcher Geiſt zu inter andern zu erfehein den Son, ach 9 ehend in einem neulich het, Bild⸗Lieder⸗ uf rt. ingbuch / in a |

handelrbon allen jeden Sa, ve komimen / wie der Maͤhler alles; bldetja Dee: nie geſehẽ / als nen fentireichen Gedancken: Deß wegẽ wird

hein Po genennet / daß er ij nem ·

in en

4 Die erfte Stunt. nemlich aus dem / was nichts iſt / etwas machet 08 das / was bereit iſt / wie es ſeyn koͤnte / kunſtzie⸗ lich geſtaltet / dar von hernach ein mehrers folgen wird. Der Philoſophusꝰ trägt feine fieffinnig Gedanckẽ mit ſchlechten einfaͤltigen Worten vor / iſt zu frieden / daß man ihn verſtehet der Redner führer hohe und praͤchtige Wore/un de nůget ſich / wann er den Zuhoͤrer beredet. De * aber muß nicht nur verſtanden werden eine etwas einſchwaͤtzẽ / ſondern auch beluſtigen

* u

Erſtlich war die Nede zu Ausdräckung feiner Gedaucken gebrauchet / hernach zu einer durch die Redkunſt fuͤr den Richterſtul gef le nach sind naͤch auch zu Beluſtigung dep Bat ſtands in Gebaͤnde gebracht. Wie nun dz Sol welches kuͤnſtlich gearbeitet iſt / viel hoͤher geha wird / als das jenſge / ſo von den Schlacken nicht gereiniget worden / alſo iſt auch die gebum dene Rede viel wehrter zu achtẽ / als die ale Tage wort aus eines groben Pflügersrülpen Mund, * Wie diefes Wort zu Teutſch iſt gehandeltin Species mine Philolog, Germ, 9— 6. Wañ ich einen Brief ſchreiben will / m ich erſtlich wiſſen / was deſſelbẽ Inhalt feyn fol] und bedenckẽ den Anfang/dasMiteeldasEnd und wie ich beſagtẽ Inhalt aufeinander. oröne moͤge / daß jedes an ſeinẽ Ort fich wolgeſchet /

Die erfie Stunb. 5

& alle muß auch der Inhalt / oder die Erfin⸗ nt Be dichte erftlich unter ſucht / in den an aſſet Mh * Kedezu apier flieſſe. Daher jener : Mein Bopichtiftfertig, biß

a D eg alt nun eines Gedichts iſt froͤlich / —* I E begreift Mittelſachen / als da find bilder von allerley Haͤndeln / die in deß Men —* en orfommen, Hierbey ift zu bemer⸗ 5 derer feine Kunſt oder Wiſſenſchaft / In nibchenbel er wolle dann it * Grengenüberföhreiten)fondern aus allen f leer et / als er zu feinem Vorhaben

ih arum 2. Die Wilfenfchaften

and weꝛden durch Die gebundne —* unvememlicher. Zu dem fo iſt Die ber Poetere a 6 man liebliche / ie te \ de Hieraus iſt zu ſchlieſ⸗ n/daßt Damen en oeten / mit Fug / ii when ——

id freyen. unften molerfahren ſey: aber auch fi Diche kunſtſi nnige Gedichte dem ge⸗ ann Man nicht gefallen fönnen/meil fie ihm —* hun —— kan / was er nicht ver⸗ eh. Die andere Art der Gedichte / welche die er en um Lafter behandelt / ſu ind leichter / au wer⸗

or ſolcher in

> 1

nd (el Ker * *

Dit erſte Stund.

—⏑⏑ ——— ndem die erdahten Perfong 8

Lu fon? nicht nur ke ſondern auch gefehen werden. Aeilaber 3 vorzuftellen de Meiftern gebůhret/ wollen wir/ davon su reden / auf folgenden Theil verſparen .Das dritte iſt die Beſchreibung einer Ge⸗ ſchichte welcher der Poet den gluͤcklichen oder ungluͤckliche Ausgang nicht verändern kan / aber wol die Umſt ͤnde die A oder, jener geluͤhret / und fan er bey ieder Begebenhei die hatuͤrlichen Farbẽ / ich will ſagen die poetiſche⸗ Woͤrter / zierlich un wolſchicklich anbringe. FE Belhreibung ift/ob befagten Beyfas/ein Ges dicht zu nennen an geziemet ſolche dein Poeten und kein Geſchichtſchreiber / der die Sache bloßf ie ſie ergangen / der Warheit gemeß ergchlete Solchergeſtalt fan man auch in den Gedichten die Laſter beſchreiben un zuzeiten ſolche poe ifche, Stůcklein anbtinge/ daß / der fich felber (chuldign weiß / darob erroͤhten doch darzu lachen muß dann der Poet erzehlet alles mit bunten u glat⸗ | ten Worten / und macher das Schöne fchoner das Abſcheuliche abſcheulicher / als es an hm felb ſten iſt; Welche aber. diefeg nicht leiſten oͤnne darunter ſich auch der Verfaſſer dieſes Werck ſeins verſtanden haben will /) find Liebhaber r | | nei

De eiſie Stunt

—X F —— KL Salz 56 9% deß Poe eher a ir ee eluſtigung jualeid). Der Ni andre un auch ihn ſelbſt betzeffen none ernale t Gortinpeh durch Aergerni wider DEHDE or Kyn.Was DE doch aus unehrlihen und che ih a dichten hai elinflärer? u us nennet ] ‚wollin ih mie achen / und uerftelfen den Satan deß Ihhen fofte ſtetg in, | der Fluch unfesSchamaheg: Nucht 69/86, da Aergeruiß giebet / und ap woir_ Ach von einem jeden Re) )ort * Lee enſcha eben. Sol Bi | SR it faſt aroß und A ee seh billich dartıbet eeifert Es fe fer der Derfon nicht der Kun serden / nach der Mißbtauch den uch aufheben. ibe v1. Fer dcr Gefprächfpieke, ., Wo it handele sugeiten von der fehle, Is unfeufcher e⸗ Hk Safer int u dem&nde/, h Rmand / mie buhleriſchen Stils A ii len /

Die erſte Stund.

werden ſolche in den Trauer · ug̃ Freuden ſpiel gleichſam dinch ein lebendiges Gemaͤhl / gebildet ndem die erdahten Perfon? nicht nur gehoͤret ſondern auch gefehen werden. Weilaber ol F yorzuftellen dein Meiſtern gebuͤhret / wollen wird davon qu reden / auf folgenden Theil verſpa ei, > 8. Das dritte iſt die Beſchreibung einer Ge⸗ fshichre welcher der Poet den glücklichen oder unglückliche Ausgang nicht verandem ik abe wol die Umſt aͤnde die Neden/twelche Diefer oder jener geluͤhret / und fan er bey jeder Begebenhen die hatuͤrlichen Farbẽ / ich will ſagen Die poetiſch Woͤrter / ziexlich wolſchicklich anbringe

Beſchreihung iſt / ob beſagten Beyfas/ein Gl dicht zu nennen un geziemet ſolche dem Poeten und keinẽ Geſchichtſchreiber / der die Sac ebls die ſie ergangen / der Warheit gemeß ersehle olchergeſtalt kan man auch in 8 die Laſter beſchreiben un zuzeiten folche poceifch tücklein anbringẽ / daß / der ſich J— weiß / darob erroͤhten doch darzu lachenn dann der Poet erzehlet alles mit bunten un ala

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das Abſcheuliche abſcheulicher / als es an ıhm felb, ſten iſt; Welche aber die ſes nicht leiften £onhen darunter ſich auch der Verfaſſer dieſes WBer ſeins verſtanden haben will/) find SER ) r

ten Worten / und machet das Schönefe on eri.

Die fee Stunte “rg

NR are an DR: ne thnufs nd auf die Beluſ m PR id Se 1 jelbft berzeffent en Gott noch durch Yergerni en iin gerichree feyn. Was Chr iin, 1 fan ti art 8 unehrlichen und = Dichten hal einfläretz IR Fon us nenner wollen ſih mit Rund 0 den Catan Anm“ ß Kechts. "Ihnen folte ſtets im, en Ohen ge der Fluch un ——— ucht ſey Kent ger giebet / und > von einem Jeden unnuͤtze } (eben. Sol I —— ſaroß und wid Ahen billich darnher Such; Fa, fehfer der Perfon nicht der Kunſt nt a 6) ißbrauch PR fhe beit.

Dies * fpiehe, —— Poet handelt suzeiten Hon der Kr als iner Tugend /voh unt eiſſcher Site,

Bee ee Dichifche Safer int su dem Ende, ap and mie bühterifjen Gril⸗ 5 % ij len /

8 Die erfle Stund,

Ieniärasın pol fonbern daß ſolche von unzim⸗ lichen Degierden / unterſcheidet werden falle, Bir Menſchan fönen die Neigung zum Boͤſen nicht von ung merffens aber ſelbe wol im Zaum halten und beherrſchen. Man kan hr lichkeiten ein Flair S eher ren lafe n aber nichr mit groben Schandboſſen / und Narrendeutungen /die den Chriſten nicht gezie⸗ men aufge ogen formen jenes iſt höflich und zulaͤſſig dieſes unhoͤflich / perwerffich / und hey groben Gefellen / aber nicht bey ehrlichen und tu⸗ gendliebenden Perſonen gebraͤuchlcch. 11, Ei löblicher Poer ſchreibee allegeis. ſolche Sedichte / die u GOttes Ehre zielen / groſſe Her⸗ ren / und gelehrte deute beluſtigen / die Unverſtn⸗ digen unterweiſen / der Nachſin nen üben/dig Cinfaͤltigen lehren / die Betruͤhten troͤſten / ind der Frlichen Freude permehsene, 7 12. Oh nun wol der Vers und dag Rein wort / zuzeiten / von dem erſtlich gefaſten J al darpon zuyorMeloung geſchehen / gbfuͤhret / daß ſich Die ganthe Erfindung unter den Haͤndẽ ang; dert;fo Ale fich Doch der Post yon dem abgeſe⸗ ten Vorſatz nich wendia machen/daßer wegen eines artig en Schimpfs / er fen fo ſiũreich er wol⸗ le Gottes Huld / oder einen guten Freund verli⸗ ren ſolte:Nichts iſt in der Welt / daß alẽ

|

Dieerfle Stund. y Ne koͤnnen:die Alten lachen der Jungen Ein⸗ „Jungen der Alten Befchtoäg Iſt aiſo EAN wag recht gereder iſt und niche magbielempder jenẽ Klůgling oder Faulwitzer/ wie folche deute Herr dutherug nennet / dheloder goolgerällee. SShr leiſt eineSchanderundeineg ndige Elkeheifift höher gugchten / als hun⸗ ndiger důnckler Verwerffung. einen ſie habens wol gekrof⸗ Buuc | ae mach nachmals mit Anglegung derſelben beſchoͤnen

bollen. Aber weit gefehlet ; Man fol nicht nur fe Liondern auch den Schein deß Rd

Diataauf den Nitten und dieschrerichten: Die Anerünruingaber mie ſchoͤnen Worten / und ee: deſex dardurch heluſti⸗ get / und das Merk abgewonnen

Deu Solche Endefoler fich allerunffärigen Sachen Wörter enthaltenrppeil wir von dta⸗ urdie Augen / und Ohren von ſoichen unziem⸗ } 4 lichen /

Die erſte Stund.” Ko operiamlpfäligen Handeln abwenden | Rah V: tar ai

DIRT EA 48} I * | | \ in 4. Nun fragt ſich / wo der Inhalt deß Ge⸗ dichts herzunemen ? Dann wie der Töpfer erſt⸗ lich muß den Don haben / ohne welchen er nichts bilden oder drehen kan / ſe muß der Poet willen?! was er ſchreiben will / bevor er die Feder anfegers: Hier iſt nunzu unterſcheiden der Vorſatz ein Trauergedicht / ein Lobgeſang oder dergleichẽ zu machen / und die Erfindung /welchergeſtalt der Inhalt deſſelbẽ ſich aufeinander binden ſol. Diez! ſes Letzte wird durch die Dichtkunſt angewie⸗

ſen / von welcher kürklich folgendes zu mercken or Die Erfindung wird entweder hergefuͤh⸗ ret von dem Wort / oder von dem Dinge ſelbſten / darvon man handelt / oder von denium ſtaͤnden deſſelben / oder vongehörigen Gleich⸗ niſſen. Erſtlich das Wort giebet eine Erfin dung entweder in ſeinem angebornen Laut / un bekanter Deutung/oder mit verſchtẽ * ben / wann ſolche eine gantze Meinung ſchlieſſen oder eine halhe / welche mit dem Gemaͤhl in einem Siñbild / oder Lehrgedicht ausfündig gemachet werden kan. Hieher gehoͤrẽ die Mortgrieflein/ wann man einen Buchſtaben darvo m oder da⸗⸗ sufeger wie auch die Zahlreimen Jahrverſe Namverſe / wann Die erſten Aare * Uch⸗ Ú

Die erſte Stunde rl,

—— Woͤrter einen Namen /

chlieſſen. Wiewol dieſe letzere * —* ae

Bilderreimen / Wiederhall / Wiederkehren eigenilich zu der Reim⸗ nicht zu der Dichtkunſt geyoͤren Hier iſt zu ig daß in dergleichen Erfindungen nichts gezwungens ſeyn fol / ſonſt 5* ‚mie: genoͤht unden jagen 16, Wörventen/ftüfler die Erfindung def Sache Anfang Mittel Ende uf iſt bey allen ——— wol zu be⸗ crachten / wie der Poet anfange / fortfahre / was dnung er in der Erzehlung gebrauchen bißweilen ein wenig ausſchweife / und et⸗ mag anders füglich miteinflechte /wie er wieder Hein Vorhaben kom̃e / und alles kunſtſchluͤſ⸗ —* undende. Gleichfals muß der Poet in orſtellung der Perſonẽ ihre Bemuͤtsmeinung A ſerlich zu beherrſchen wiſſen / als diehe / Haß / fnung Furcht / Zorn / und Mitleiden jeder Dexfonmachihe? Aicer / Geſchiecht / Standige mwöhnliche Sitten zuſchreiben / gehörige Reden 2— und ſich gleichſam ſelbſt verſtellen in ft + x vorzuſtellen gewehiet hats. Hier⸗ muß er a ale hni i Sprichwoͤrter / und allez an ſei a len wiſſen· = * 17. Drit⸗

*2 Die erſte Stuhde, > a 17 Briteeng werden die Erfindungen her⸗ genommen ponden Umſtaͤnden der Zeit / und deß Orts / welche ihm der Inhalt ſeines Gedichts andie Hand gibt: Alfo fuͤhret er eindie Tugen⸗ rundaſter / die Sprachen uñ̃ Kuͤnſte Jahr / nat Tagszeiten / die Froͤlichkeit / die Tꝛau⸗ yigteieı Fiſſe / Lander / Berge / Felſen / und hier⸗ unter gehört das Gemaͤhl / welches durch ſolche Beſchreihung gleichſam beſeelet wird. 18: Viertens / iſt die Gleichniß die allertieffte

x

Quelle etwas ſchoͤnes / und zur Sache dienliches

eben als bey welcher mehr mals das Be⸗ agte alles kan angebracht werden / hierunter ge⸗

hoͤren die Sinbilder / deren Grund ein Gemaht

oder eine verbluͤmte Beſchreibuna if." 19: Bir woile hier ein kur zeg Exempel ſe gen Du ſohſt ein Gedicht fhreibe von dem Glauben⸗ bapon ſehr viel zu melden / Drrs aber ſoll er hetrachtet werden als der wagre ſeligmahen⸗ de Gſaube ohne weiche der Menſch feine Gpres gefälige Wercke thun fan; Kommet nun ein Bersftimplier darüber fo möchte er vielleicht beſagten Inhalt alſo verfaſſen —9 Gott will ein reines Hertʒ / das ihm allein

und nicht ehen Zülff Beige und nicht auf Menſchen Huͤlff / und eigne . Beälfeban

| a

1

Die erſte Stund. agute Wercke find bey Donncheom⸗ wann uns ohn Lieb⸗/ und Glau⸗ Me ni nd.noch viel Perla Reimen koͤn⸗ 5 geneñet werden / weil

ndung angebracht und dieſe ein Er machen: Bielleiche a

ern ter Inhalt fůglicher durch eine ch bilder werden wan vn unfren

Wercke aber mit de, = vereinbahrẽ / folgender Geſtalt.

ORT Taufe teden

vor det Zeit das Sorgen⸗ wachen ſtillen /

/ ech : Surcht init meinem

Die de hörten mich / der Baͤche Li⸗

—— 7 en —— ir neues Seid ge⸗

ſchaͤndet / * bin —————— *8

ae Roh voch/ Hr —* 3 7; NR F ae u | E nachdem mein Sretnabiäehiine a | LIE, ——— he ren mancher van erbaut )t Hr: % an ein Sn

ein Anvert iſt obn * / mein &

& dir ſtuͤ cket; * ER

Ich bin Nichcs verſtummt eingedruͤcket. Narr

= bat aa Ton. der uni ſaut ja bſi

‚un bin ich Anme ine

NEE eh

% 4; CHR —— die die Laute ie

9 poetiſch b en darbey eu 5 leichh beiffend wi TE amt ir rigen AB Stern

ſche poetiſche z

Zweck ren miteingebracht. mh

—— a

DSeerſie Stunder 15 folget das zweyte Stuck / wie ſich dieſes alles zu

*8 nie; und zwar in ſieben ſylbi⸗ gen kurtlang/ Jambiſchen boer rg ſchen >;

Rh **Elacutio poeticd:

—— je ine S | ir | —— a die in enſche tzen verborgen/

und doch mit Sen Bun Sharan

und Sieben

di ———6 den Slauben

daß wir im ammer ſterbennn

19 xrand verderben /) 5

us # Sinnen rauben.

GSlaub Befund Leben...

n wir find und ſchweben | ir nicht Glauben haben /

hun und Laſſen /

muß

Ku gaben Bu BEN

21, eerſte Stunde iſt nun beund ha⸗ kůrtzlich gehoͤret / vermutlich gelernet der Poeterey Urſprung. I, Zweck. II. RR „und wis gufolhenngugelangen. - 4 Ar: i Die

En ' h

2 Sr Ti 77 wu BEREICHERT Die II; Stund

Von der Teutſchen Sprache. Erners beſtehet die ia

; Sachen und Woꝛtẽ. Bon Pa Sachen ift mit wenigen gehan Aveorden und muͤſſen ſelbe von den guten Poetẽ in alen freindẽ Spra⸗ en ertiäh äbgefehen ; nachmals aus eigenem ſinnteichen Vermoͤgen exfunden werden da jener recht geſagt / es muͤſſe der Poet erſtlich ſeh gleich dein Bien / das von a machetznachmals sale dem Seidenwurm von ſich ſelbſt den koͤſtlichen Faden ſpinier *

vor wir aber weiter gehen / můſſen wir die Eig ſchafft der —* Haubeſptache Betracht öhne welchet antlniß in der Rein nicht gluͤckiich fortzutoimmen. Foiget alſo⸗ 1. Von ones zu der gebundnen ll, —— Teutſchen We —S

111, voh den Vor und VNach Yllbe | Dasıngm —— ae

Scal, J Fe GT;

Die zweyte Stund. 17

IV. Von den verdoppelten oder (wie ſie Herr Lutherus nennet ) Zwillingswoͤrtern / und doerſelben Kunſtart. hi 2. Daß man in unſrer Sprache alles/ was zu richtiger Bernunft nohemendig ift/fagen koͤn⸗ ne / haben viel hochgelehrteLeute mir ihren Schriſ⸗ ten beglaubt / und zeuget auch ſolches die tägliche Erfahrung 1 daB deß Menſchen Berftand niche an eine gewiſſe Sprache gebunden iſt / wiewol et⸗ liche Sachen zu teutſchen faſt ſchwer ſcheinen; doch iſt ſolches nicht der Sprache / welche genug⸗ ame Wort hat / ſondern der Unwiſſenheit deß Echrers I Dder der Ungeſchicklichkeit deß Zuhoͤ⸗ rers / oder dem Unfleiß / in dem wir bißhero ver⸗ harret beyz umeſſen. | ESs iſt auch ein unbeſcheidner Wahn / wann Ihdarsor halte / man koͤnne dieſes oder jenes nicht geben oder nicht recht teutſchen / weil ich es nicht weiß: Meine Unwiſſenheit fan von eines andern wolvermögendem Berftändniß nicht ur⸗ theilen / und ift fein Menſch in der Welt / der nicht noch ſolte su lernen haben / erfeyin feiner Mutterſprache fo gelehrt er wolle. 4 Der Poser folldie Wort meiftern fönnen/ und keines der Reimung zu gefallen verſetzen / o⸗ Der es anderſt / als in gebundner Redart / gebrau⸗ hen: ſolches zu leiſten / iſt hie Sprache 5 > Re fig

9 oo we; *

Rue Rein —RR n "Die I; Stund * * Von der Teutſchen Sprache Ermers beſtehet die Poeterey in Sachen und Wort. Vonde dSachen iſt mit wenigen gehand: ji U) Dy tworden ‚und muͤſſen felbe von den 4 guten Poetẽ in Ale freinde&St ib a

* ti —5 nachmals aus —5 ſinnteichen Vermoͤgen exfunden werden de jener. recht geſagt / es muͤſſe der Phet erſtlich ſet gleich din Bien / das von machetz nachmals gleich den Seidenwurm d ; von fich ſelbſt den Föftlichen Faden fpintiet. Be vor wit aber Weiter gehen / muͤſſen vades er ſchafft der Teutſchen —— betrachten) ohne welcher rkantiuß in der Reinkunſt ws rich fotrzutotnmen.Solger alfa: =

68 rter La it Yon —— ten ! ehe un EEHRBTETE

Sal, i 3.Poeti I

Die zweyte Grund, 17

IV. Donden verdoppelten oder (wie ſie Herr: Lutherus nennet) Zwillingswoͤrtern / und Derſelben Kunſtart

2. Daß man in unſrer Sprache alles / was

zu richtiger Vernunft nohtwendig iſt / ſagen koͤn⸗

nie / haben viel hochgelehrtereute mit ihren Schriſ⸗ ten beglaubt / und zeuget auch ſolches die tägliche

. Erfahrung daß dep Menfchen Berftand niche an eine gewiſſe Sprache gebunden iſt / wiewol et» ſche Sachen zu teutſchen faſt ſchwer fcheinen; doch iſt ſolches nicht der Sprache / welche genug⸗ ſame Worthat / ſondern der Unwiſſenheit deß Lehrexs 7 Dder der Ungeſchicklichkeit deß Zuhoͤ⸗ rers / oder dem Unfleiß / in dem wir bißhero ver⸗ harret beyzumeſſen. | Es iſt auch ein unbeſcheidner Wahn / wann Ihdarsor halte / man koͤnne dieſes oder jenes nicht geben oder nicht recht teutſchen / weil ich es nicht weiß Meine Unwiſſenheit fan von eineg andern wolvermögendem Berffändniß nicht ur⸗ heilen / und iſt kein Menſch in der Welt der nicht noch folte zu lernen haben / er feyin feiner

Mutterſprache fo gelehrr er wolle.

4 Der Post foldie Wort meiftern koͤnnen / und keines der Reimung zu gefallen verſetzen / o⸗ der es anderſt / als in gebundner Redart / gebrau⸗

en: ſolches zu leiſten / iſt Sprache mäch- . a " ig

18° bie zweyte Stundz tig / weil ſie wortreicher ale feine andere / die ein ſyllbigen Stammwoͤrter zierlich verdopplen und. einigen kan; daß in einer —6 Rede ein natürlicher der Deutung gemaͤſſer Ton / wol⸗ klingender Laut zu finden: / welcher Rn i rehy kunſtrichtig verfaſſet / und dur) die Diufie begeiſtert wird. —— >: Diejenigen / ſo vermeinen / man muͤſſe die teutſch Poeterey nachdem Lateiniſchen richten / find auf einer gan irrigen Meinung, Unſere Sprache iſt eine Haubtſprache / und wird nach ihrer Eigenſchaft / und nach keiner andern Lehr⸗ gerichtet werden können, Wir wollen hier⸗ von etwas Weniges zu anderer mehrverſtaͤndi⸗ gen Nachſpur melden / und uns richten nach den jenigen / welche bißhero nicht ohne unſterblichen Namensruhm liebliche Gedichte verabfaſſet / un in Druck gegeben: Wie aber die Griechiſche und Lateiniſche Sprach / nach vieler hundert Jahren Arbeit / zu endlicher Vollkommenheit gelanger/fo iſt ſolche dieſer Zeit bey dem Anfang nicht ver⸗ hoffen / ſondern beruhet alles aufgenanfichtige® Verbeſſerung gluͤcklich. —— 6. Wann wir die Woͤrter unſreꝛ Sprache reche betrachten / findẽ wir derſelbigen dreyerley: ein⸗ ſyllbige.lI. zweyſyllbige. Ii. an a ö | e

i r Sm . =

Sue eh i9

zu ſetzen / en Die Rn und 2 eite börter *befler lang / (-) die Befchlscht- 1 Fůg⸗ * und‘ tintwörter T wolflingender Eutk(u)ge fe Al 22. Pfalm m:

n G0EE. m SOLL ———

fe, a : 5 wie Bo Befindet ſich

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—— Ausrede nach laüter es alſo: ER 7, Pen Bo ei. ———

1 72277 u $ R U - U & U Pr * = * 2 * N. % .—— >: u - N

| du 3 8. Wann

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20 ——

ſind der —* bedeutend / mehr Rachdruck haben / oder gewiſſes anzeigen foll / muß daſſelbe Wort da twerden / als wann ich fan nad? air rare year En 3 —* —— —— der nie geſůn *-- ſo —— Saett ais me man ſagt: TR PR der iſt nut ohne Sünden. > 9. Das Geſchlechtwort wird Tang gefenett mann eine kurtze Vorſyllben folger 1 als da bejent/er/ge/ver/zee / welche ihren Laut arg | behalten und die geſetzte nachſolaende SW belang made; als:

7 4

* vu * 7 - | W | a De bekante Düsen. ei yo | —— bie emtoichnebfäet: * F a

| das elange Seidensiahe..

den = A U

die Go zerrinnt Sean

- U - U pe | der Verſtand iſt un dahin J ann 10, Di

Die swwente Stund» $ ao· Die zweyſyllb Woͤrter ſind weder Stammwoͤ ur un

rter / oder werden durch· die Nach ſylbe zweyſyllbig. Alle zweyſyllbige Stam̃⸗ woͤrter haben eine von dieſen Endungen. el / em / en / er undfind Noder Trov⸗ chaiſch. Bon diefer Regel iſt kein Abſatz / ſeondern fie iſt durchgehend richtig / in der gantzen Spra⸗ he : Doch werden etliche fremde srter gefun⸗

den Dee ungen II. ſche Wörter a ch bie Vorwoͤrllin

—— aus / bey / dar / durch / ein / fehl,

her ı hin los mit / miß / nach / | BEE ttberden/find ,..

Ben. - v a

Ofgen ee ie female: TER

nr Rt rasen bb geh J * DRS EBEN LAN werdet pliben/als da find eer / es / em / ee ac. Oder durch DIE X XL, Haubt⸗ a da find bat / cl / ey7 een haft yeie [ich ag 1lich Lin Iſch Fri

12 Die zweyte Stund.

Fils rm auch lang gefunden / wann er neturtze © —*2 Berne und dae Reimge⸗ band nich

13. Die —— ag over Die TEE TEE OU...

.y) Ir 14 car, Pa ren ——— in —9— ’E | di ne; | ur

e * | Fire: } in a

* * —9 u —— uürh⸗ gen oder Dactylifchen als * Ich tan nicht ſagen.

F ur u * U

EN wachſamer Sorgenla Di: si 44a) IRIIT 3 Im

peiß.

Daser und 8 fan —35 fang after Jet 1 in es eine weibliche Endung z und | | iſt / als Vor⸗oder Nachſhiben. 14, Es ſind auch noch Enz ſyllbiger Woͤrꝛer / als | | Pe | EEE 7 uU. Ur » He

| unactigibaloflarr ——— In * iſt auf das wort zu ſchen / welches In

ar Er

J 4 Li J

Die zweyte Stund. 23

den Vor ⸗und Nachſyllben jedesmals lang iſt / da die andern ihrer Eigen chafft nach kurß Gaben, Disandve Art uͤmgewendet / als sy Nshötetdi-» " Ungebule/MIenfebenfeindifebanmäht. Belchesalles nach erſtbeſagten Saͤtzen feichtlich su erkennen feyn wird,

* 5. Gleichergeſtalt fan man fin dem * oder Kurtlaut der vier⸗ und fuͤnffſyllbigen Woͤrter urtheilen / ll mpg Ban = < y

umvertraͤ glich. 3 Stammwort —* iſt lang / die Vor⸗ und chſyllben ver⸗ und lich kurtz fo ſoagcheeß die sea un langgeſetzet ſex » U.» U.» U Wanckelhertʒige Leute’ - - ....- | td. Surher., Hier find zioey lange Stamm⸗ | Hertz die Nachſyllben el / jewol alle ſolche lange Woͤrter in —— Reimarten beſſer / ale * —— IH,

re. Erſtbeſagte kurse und allein —— liche VBorßllben wircken ihre Deutung in allen Woͤrte n/ob. wir es gleich in gemeinen Reden fo

Ze niche beobachten. Dus be wird ſolchen 5 Hr 3

iii Er J a⸗

024 Die zweyte Stud, chen zugeſetzt / welche noch nicht serien | handen

—— NER REITER

T und en

\ behyantlenbefähenbegchenne, e

die Borfyllben ent vermindert / verändert oder verkleinert die Deutung —— Star \ nd a} asien pi 199 FE y U - Yy a —* DAB) ——— hingegen wircket die Vorſyllben er eine Erlan⸗

| * EA vu- vu v 54 TE, 4

eurahten / erja en Mi Deuter eine Vielfältigkeit 8 n⸗ gung / Berfamlung/sc, Be tze / Geſpraͤch/ Gewaͤſſer ꝛtc. in etlichen Woͤr 3 gehörer daß Beau den Stammbuchſtaben 7 welches daran

ER fennen/tparn das Stammtuott ohriede : ve ‘feine Deutung har Alſo kan ich. in dert Geb? i“ L ‚de fagen t Genade / Genuͤgen Gelůcken nade / nuͤge luͤcke rtc. blinde Wörter fi age deutungs los. Die zwo Vorſyllben ver und zer haben / die deuten etwas zu verderben / vernichten / leiſtucn aumelen auch einen Befieracalfo: E

4

u vu | Wise

sehen J

=

"ee

Die mente Stunde 23 ee UA, U 2 Se ut zerberſten zerſchlagen /zertheilen / ꝛc. 17+. Sleichergeſtalt haben die Nachſyllben ihren mächtigen Nachdruck / und dringende Deutung / wie wol fie für ſich felbften. / und allein nichts bedeuten. Wollen nur von etlichen ſagen / und den mehr begierigen Leſer zu deß hochgelehr⸗ ten und um alle Teutſche wolverdienten Herrn Schottels Sprachkunſt weifen. Die Haubten⸗ ee rlabhafft / le /ſuͤndhafft: icht / als dornicht / ſandicht / ſchuppicht ig / als faͤ⸗ Dr wuͤrig: iſch / als: buͤbiſch / hoͤniſch / Närrıfch. hichials leblich bittlich endlich: miß/ale:Sleihniß/ Bindniß Zeugniß: ſchaft / als Freundſchaft / Kundſchaft / Wirtſchaft: ung / als: Ladu ung / Nieſſung Diele Sir dungen bar icht / ig iſch / lich niß ſchaft / ung bedeutertentweder cine Eigenſchaft / Ver⸗ Venge oder Zu⸗ und Angehoͤr eines Dingsedoch jedes; mit ſonderer Unterſchei⸗ dung / daß ich keines mir Fug fuͤr das andere ge⸗ brauchen kan. Die Haubtendung ey deutet das Weſen eines Dinas/als :: Abbtey / Buͤrgexrey / Buͤbe⸗ rey c wie auch das er / der Männer, Thun / Amt un Ancunn bemereken als Schneider / Ai uch v

er

26 Die zweyte Stunde

fer / Diener ; und die Endung inn ae von den Weibern verfichen macherrals :Schneis derinn / Mahlerinn / Dienerinn. Alſo giebet die Daubiendung en / oder auch ern (welche / aus er und en uſammengeſetzet / ver zwickt geſchrieben / und ausgeſprochen wird) die Materien oder den Scoff wie es die alten Teutfehen genennet zu et kennen als: buͤchen / haͤren / ſchweinen bleyerd⸗ |

hälsernfilbeenng | = 19. Die wo Endungen el / und nern / veroͤgern / und vermindern cine Sache als der Scheidel /Wechſtl / Schindel / 33— fein / Uhrlein / Baͤndlein. Die Endung

und heit wird den Tugenden und Laſtern / wie asıch aner Sache Zugehoͤr zu bedeuten angefik sersalfo : Erbarkeier Beſcheidenheit / Keuſch beit / Klugheit 1 Mäffiskete 7 Freundlich an Dunckenheit Boßheit / Narrheit / Freybeiti Die übrigen Endungen ſam / ſal chum Kühe ten in jrer Deutung eine Menge un Vielheit / ale ehrſam / friedſam / gewarſam / Irrſal / Saumſal⸗ Trůbſal / Irrthum / Reichthum / Wachsthum Diefe Haubtendungen werden ſich in vieltan⸗ ſend Wörtern finden / und wann ſie darvon ab⸗ geſondert / ſo verbleibet das Wort mit ſeinen weſentlichen / unzertrennlichen Stammbu ſtaben / welche durch vie Pop Ant ORDNEN |

L

—— DK Wwehte Stund, 27 ben in ihren natuͤrlichem Stand! A nicht ver⸗ rachtheilet Nergliedert und zertheilet werden

.Dieſe Vor⸗und Vachſyllben werden

eingelweis / parweil und ſelbdritt beygefuͤget /

gs abſtehen / hinabſtehen / dar über hinab

feehen; fruchtbar / Fruchtbarkeit / 26; hiervon

rein mehrers zu finden in der Vl. Scund. 378 ar») Bin 280 "IV

. *

ar. Wer dem beſachten nachſinnet / wird be⸗ ſin den / daß dieſe Eigenſchaft unfrer Sprachesu Der Veecierey eine un weiffeliche / grundrichtige keit giebet. Es iſt aber zu Bildung unſ⸗ er Sedancken noch nicht genug 7 ſondern man muß die verdoppelte Wörter recht zu gebrauchen vſſen / in welchen unſre Zunge wundertuͤnſtlich m Exempel iſt eine Gleichniß anzuſtel⸗

aaen wir das Woͤrtiein weis ai | , . Wielweis/ taufchweis / Pauffweisitc. wollen Ä ; ir von etwas fagen / das voll und loͤblich ift/fo j j } P j

——— Woͤrtlein reich / maͤchtig / voll; wortn ig / allmaͤchtig / troſtmaͤchtig

dreich / geiſtreich / wunderreich | wundervoll / handvoll. Warn anfer Nachſinnen zielet auf ein Befreyung / Ent emung oder Beraubung eines Dings / gebrau⸗ hen wir Die Woͤrtlein loß / frey wagyals: 8* 08/

a:

De mwenle Suund los /mittellos / gottlos / Ben wedw

022. Alſo pflegen wir zwey Wörter in J— ufammen zuziehen: daß das Letzte bemercket / ——— —— ſey? Zu —— der Spielplatz / der Spt ſtab / das Spielhaus. Hier weiß ich / daß von einem er und Hauſe geredet wird / and warzu fie gebraucher werden /weiſet das Woͤrtlein Spiel. Wann ich ſage ein ſpiel / ſo weiß ich / daß es ein Spiel ſey / man mit der Kartẽ ſpielet: Dieſes ra ne ‚folaender —3 unterſchiedlich Br > ARTE pi 2 Bee i

IN iel / Seeudenff Een / Salat, © ia een * —— an rchthurn Ve. Ritt er 5— ii 2 2 afferfpi * mu ich / / ich / piel: * ich hach der dur⸗ gu Richtigkeit unſrer map rech 65

ein Kunſtſpiel / ein Sinnſpiel / ein fpiel. Hieher gehören di a ein ana ſich har / als wann " ars;

Die zweyte Srund. 29

een centnerſchwer/ | flͤgelſchnell / pfeilgeſchwind / eri eiß / kohlſchwartz / und Sm bekante und unbefante uſam⸗ | * Be Woͤrter mehr ſi ind / und von den Por RER lan. "Eigenfohaffe unfeer Fe erdacht werden koͤnnen. Dieſes S uͤcks (von welchem mehr zu le⸗ feninder Stunde ) Haben ſich alle Zeucſche Seribenten gebraucht / und zu Ausdricfung ihr rer Sedancken gebrauchen men: In der hei⸗ en Sa findet man der Mahlſiein / Iſa. 9. de SchalksraheiNahumırı 1.3e Torefebrey 7 Sudith, 14717. wunderfroh/ | * na Dienfthaus: 4 Efr.z /1.r0fen» Hear 16. 3. SDier Fehlen nun die jenigen / welche dag | tichleinT-) darzwiſchen ſetzen / daß ſeinen —— hat / in den Wörtern / ſo von dreyen / /zuſammengeſetzet ſind / als wann ich ſage: die Vor⸗ und Nachſorge / der Schau + und Dantzplatz / die Beld- und Beibsfiraffe / die Lentzen⸗ Sommer und t / mein Stadtz Haus⸗ und Tifchz gnoß das Zimmer⸗Schnitz⸗ und Mahl⸗ werd. Da das Mittelſtrichlein(⸗) die vor mit dem Br binbet / *

ja ° Diezweyte

‚viel Eee >

platz und Dan Bit. Die Wörter erh wann ſi ul Endeder Zeil getheilet ſollen nicht einen Mietelftrichlein (-) jondern mit einem wergſtrichlen Rbetmercket werden; Die eleen von den zertheilten © oͤrtern zu unter⸗ eiden/diefes. hat noch der Zeit a gebracht werden koͤnnen / ob zwar n weiſfelich da die Theilung der Syllben zu Ende, der, ien(- Id die Speilung ber. —* art una terſcheiden. 24. aber Mr beoba die nelten Wörter durch die‘ —* DI * ſyllb. iangkurtz oder. kurtzlang werde aeftale viel beſſer in den Vers ie efeh/ len ann fie bloß ſtehen / wie dann auch die vorſtehen den weyſyũbigen Wörter beſſer dienen / als Die ih fbien um Srmpea Ü - J J Fr das Kunſtwort / —— Voickr hauten lauten beſſet i im Gebaͤnde / wanti man ſagt: v Dr der Kunſte sit | SPRESPR IR | Win

Od ——

J F

Die im Stinb: 31 bl Duswolehbiteichte Band.

oder daevolctereiche Band. * | Hieraus ift iu fhlieffen / daß die Reimzeil / wel⸗

cher lauter einſyllbige Wörter hat / nicht wol zu erkennen / ob ſie langkurtz oder furklangv— ſeye ſobald aber eine Vor⸗ oder Nachſyllbe dar⸗

zwiſchen kommet / fo fan man es befagier maſſen oki. gum E xempel I dicke:

oa dertrienfeh fi brand undait⸗ alſo koͤnte es ſtehen / wiewol das Der und Woͤrt⸗

je. ort Co kurtz Be WenndeeTiu fe Fran * aleı

- U 2 aner werden tod —* Bat, aus dem Wort werden kan ich ſicher abnemen / das Reimmaß muß langkurtz und nicht kurtz⸗ ang feyn/tweildie Nachſyllben en niemals lang⸗ ſet * den / es ſey dann wider die Eigen⸗ ver Sprache / in den Denen.

Fr

Fu. 7

32 Die dritte Stund. der in etlichen alten Liedern + die zu der Zeitge

macher worden / als man dieſe edle Kunſt noch

nicht unterſuchet hatte. ii | CRD CANEKO RI: RER RD Die I Stud.

* Von den Reimen und derſelben vi Weſchaffenheit. | BER. BR Evor wir weirer gehen 7 ſo Al oir von der Reimung / als int U IE icher dep Verſes Lieblichtejt bef ıi DL r/handien / und zwar deßwe reif es ein⸗zwey⸗drey⸗ und vierſyll

bige Reimwort / (die zwar billicher Glieder und

Stuͤcke / als Verſe / oder Reimzeilen genenn

werden ) giebet von welchen man muß urehei

fen fönnen / ehe man die gantze Lehre von.den

Reimmaß / dardurch die Reimen abgemeſſe

werden / angehet. Wollen alſoh hoͤren.

1. Von dem h ro Pa |! NH a

IH, Yon Dei ——

IV, pie Die yet Eyes, uf

| gen, Un von Verſen obı Reimfebluß.

Dice dritte Stund. 33 I, Die Reimer find gleichfam die Riemen’ durch welche das Gedicht verbunden wird; und follen erftlich Yon den Rednern feyn abgefehen worden / wann fiedie Gleichheit der Wörter/ihre Rede zu zieren / ausgeſüchet j ale: init Raht und That beyſtehen / und an die Hand gehen. Die Treue erneuen / mit Macht und Pracht / Kriegen und Siegen ic, in welchem letzten Erempel wol zu beobachten iſt / daß man zwey Wörter als dieſes Ores Macht und Pracht / juſtehen kommen / wieder zwey Woͤrter darauf folgen muͤſſen / deren das erſte auf Macht / als egen das zweyte auf Pracht / als dieſes Dres Siegen iſt / das Abſehen hat. Der Reim⸗ Hp fan ſeyñ einſyllbig / und deyſylbig / wiewol diefe legte Are / als liebli⸗ che ͤbliche / ſtehenden / gehenden / Phoͤni⸗ cier / Cilicier / an Nichtigkeit ꝛtc. fat ungebräuchlich iſt. Die einſyllbigen Reims wort werden genennet maͤnnliche oder ſteigende: die zweyſyllbigen weibliche oder fallende: deutli⸗ her aber der einſyllbige Reimſchluß / der Abige Veimſchluß beftehend in Uber⸗ einſtimmung der letzten Syllben / welche man dewegen nennet die Reimſyllben / als wann W ſage / ab / auf / und ab / daraufreimet / die Gab der Schab ı ein Schwab / Grab / Haab / I Knab "7

| N usbna

4. Die dritte Stund. Br Knab / Rab / Stabi. Die Reimſyllbe iſt ab/ die Reimbuchſtaben / welche ſolche Reimung ſchlieſſen / ſind a / g/rxk/h / s we Wann ich aber aufab wolte reimen ſchab ab / her ab / hin ab / ſo wäre es fein Reimſchluß / weil der vorherge⸗ hende Reimbuchſtab die letzte Syllben nicht | eh / ſondern zu der erſten Syllben g ale · ei ED 2, Die Reimſyllben haben mehrmals ihre Deutungen fuͤr ſich / als wann ich ſete: Ebel kan ich wol darzu reimen Gehoͤr / Lehr / mehr⸗ ſchr/etc. gleicherweiſe die Spanier / Frantzoſen und Staltänerinihrer Sprache auch zu reimen pflegen. Solchergeſtalt verhaͤlt es ſich mit der zweyſyllbigen Reimung In behagen / jagen fie lagen / nagen / ſagen / tagen / wagen 37 gen / iſt die Reimungagen / die Reimbugt⸗ ben/hrirliurfierwesge Wann man alſo die Reim⸗ follpen nimmet / and durch das A be alle einf@ ehe und gedoppelte Buchftaben darzuſetzet / DAR ein jeder Teuiſcher leichtlich in dem Sinn thun fan ) fo wird fich das Reimwort / welches einen Velſtand /oder eine Deutung hat / unfehlbarlich finden. Die doppelten Buchſtaben ſind folgen⸗ de: bl/ br / ch/ br / dr /flrfeigk nie Enikeı pfipfl / pl /pr / qw / Schu SW blu / Schm / jp/ſplſt fufteifoone/ |

Die dritte Stund⸗ 35 zw. Wann ich nun die Reimendung agen hin ter dieſe Buchſtaben halte / finde ich: fragen / kla⸗ gen / kragen / plagen / ſchlagen / fie ſagen / tra⸗ —— Die andern ſind blinde Woͤrter. Aus beſagten kan ich die Reimwoͤrter wehlen / die zu meinen Vorhaben am ſchlicklichſten ind / welches unſchwer kan abgeſehen zu Wercke ger

bracht werden. 3. Es ſſt aber fein zuläffiger Reimſchluß wann das zantze Wort verbleibet/uind die Keim buchſtaben nicht verändert werden / als wann ich fehen wolterauf den Bergen ſich verber⸗ dgen / durch das Jagen eriagen. Soofft ale , oder vorhergehende Reimbuchſtab das Wort verandert ſo offt gibt es einen guten / und gleie oh Reimſchluß / welcher das Gedicht liche Lund woltlingend machet. Dieſe Wahl , Der Keimmoörrer ift fehr dienlich 7 und muß , man bedencken / welche Reimung ih einen ; Bedichte nohtiwendig. / oder. welche mit ane bern: gleihdeutenden Reden auszutauſchen. Waee auch welche Wörter zu Ende der Meis ; mungsuftchen kommen / und iſt in den Sonne⸗ n pder Klingreime ſehr gebraͤuchlich / daß man Reimendungen zuſammenſuchet / und dar⸗ aus sier anſtaͤndige in Verfaſſung deß Gedichtes | * Cij weh⸗

J—

Near

AT.

35 die dritte Stund - = Ye wehlet. Es gibet auch der Relmſchluß zu feinen Gedancken Urſach / welche in ungebundener Re⸗ de uͤbergangen worden waͤren. J MI: 4% %

er

o

4. Damit man aber nicht gar zu ſehr in d Verſen an dieſe Richtigteit gebunden ſeye / (w 9 etliche Woͤrter wit wenigen / etliche mit gar kei⸗ nen reimen / ſo laͤſſe man zu verwandte Buche ſtaben / als eh õ / als lehren hoͤren / e und wende Haͤnde / ei und en / theilen heulen / und ů dienen / grůnen / ie und ů / als ſiegen pflů⸗ gen / und andere dergleichen / welche einen ſchlech⸗ en Unterſchied in der Ausrede habe, | I y. In dieſe Ordnung gehören auch die ein⸗ [uibigen Reimwoͤrter / in dere einem ein weicher n dem andern ein harter Mitſtimmer zuleze ſte— e ied /den Tod / Roht Rind ———— 6. Es finden ſich auch viel Wörter / die nich von allen ſo gie hochteu ſch reden / gleicherweife ausgeſprochen werdẽ / als zum Exempel / (ſchwe ( gravis )leer(vacuus) / Das Heer / das 7 ernchren / befchiren / verzehren / beſche

. 77% ıye

"32 *

von kehren / verwehren / wir waͤren (eflemus) zehlen / ſchelen / quaͤlen / ſchmaͤhen neben drehen / in welchen von der Meiſnern das e al⸗ o / von den Schleſiern / und vielen andern * te

en /

1

4 nur. J

die dritte Stund, 37 ſchen / wie ausgeredet wird. Die Meiſner ſa⸗ gen koͤnnen ı goͤnnen / die Schleſier künnen/ guͤnnen und vielleicht nicht unrecht / weil Kunſt nd Gum davon herkommet. Auch fagen die Meilner/ vergieſſen / verdrieſſen flieſſen / ge⸗ ennientfprieiten / ſchliſſen: den Fuͤſſen büflenıgeüffen verſuſſen etc da das ie und ů fauter wie niemand | bemühen ; das ſſ wie in geoffen I gefeboffen / die Sphlefier aber leſen

Diefe Wort/iiewiffen / zerriſſen / den Fluͤſſen

und wird das ie / und u / wie ein einfaches i aus⸗

efpr num die Buchftaben der Ausrede eigentliche Kennzeichen/un die fichtbare Schrift gina eine Fumme Sprach / fo wird in der Schreibung fo wenig ein Berglic zu hoffen feyn / algin den unrerfehiedfihen Mundarten, Der Bogel fingtinaddem jhm DerSchnabel ger wachen ift/und vermeint ein jeder feine Munde und Sandsartfey die befte. Den Praunſhwer gern mißfaͤlle die zaͤrtliche und weibiſche Ausre⸗ de unfer maͤnniſchen und majeftärifchen Hel⸗ inern mißfaltt Die ſt arcke

undgröbere Mundart. ESTER Hierinnen niche gu fehen aufden gt r einen Pöodl ı der niemals Ziel und Map su

iij

J

——

en weiß /fondexu auf vorgeme / gelehrte und ii & tapfere

35 die dritte Stund. wehlet. Es gibet auch der Relmſchluß zu feine Gedancken Urſach / welche in ungebundener R de uͤbergangen worden —— Were +. l; | Berfen an diefe Richtigteit gebunden feye/(me erliche Woͤrter wit wenigen / etliche mit gar fei nen reinen / Jfoläffet man zu verwandte Buch ſtaben / als eh Sl als lehren hoͤren / e und d wende Haͤnde / ei und en / theilen heulen / i unt u dienen / gruͤnen / ie und ů / als ſiegen / pflů⸗ gen / und andere dergleichen / welche einen ten Unterſchied in der Ausrede haben. 5 Sndiefe Odnung gehoͤren auch die ein⸗

ſPuongen Reimwoͤrter / in dere einem ein weicher?

4. Damie man aber nicht gar jun ſehr in de

n dem andern ein harter Mitſtimmer zuletzt fi het als Neid / Zeit / Tod / Noht / Kind / H 2 AR

Es finden ſich auch viel Wörter / die nich von allen ſo gut hochten ſch reden / gleicherw ausgefprochen werdẽ / als zum Exempel / ſchwer

(gravıs Jleet(vacuus), Das Heer / das Meer⸗ ernehren / beſcheren / verzehren / beſcheh⸗ con kehren / verwehren / wir wären leſſemus) schlen/ ſchelen / quaͤlen / ſchmaͤhen / nehen/ drehen / in welchen von der Meiſnern das eſa õ / von den Schleſiern / und vielen andern Teut⸗

*

die dritte Stund, 37 Kid ſchen wie ausgeredet wird. Die Meifner ſa⸗ a gen konnen / oͤnnen / die Schleſier kůnnen guͤnnen und vĩelleicht nicht unrecht / weil Kunſt un und Kin un hai die WMeiſner / vergieſſen / verdrieſſen / ieſſen / ge⸗ A a Den (EB : den Fuͤſſen pr buſſen gruͤſſen ! verfüffen zc.da das ie und ů 4 lautet oe memand / bemühen ; das ſſ wie in Si groflen I gefchoffen / die Schleſier aber leſen ger dieſe Wortiwievorffen / zerriſſen den Fluͤſſen ‚A und wird das ie / und ij / wie ein einfaches aus⸗ Sind nun die Buchſtaben der Ausrede eigentliche Kennzeichen/un die ſichtbare Schrift k eine ſtumme Sprach / fo wird in der Schreibung BB ein Dergleich zu hoffen 5 m: alsin den unrerfchiedfihen Mundarten, P Der Bogel fingtinaddem ihm derSchnabel ge a ea N vermeint sin jeder/ feine Munde md Sandsarefey die befte, Den Braunfätoeis gern mißfäledie zaͤrtliche und weibiſche Ausre⸗ S aanfer manniſchen und graeſtatiſchen Heb⸗ Senſorn een Deilnern mißfaͤllt Die ſt arcke und Ben art, | ö‘

bere Mund Es iſt hierinnen nicht zu fehen auf den ge⸗

i Povel / der niemals Zief und Maß zu Halcen teiß / fondexn auf vorneme / gelehrte und & iii tapfere

Die zweyte Stunde. ni r F als die Vorſorge / und Brit | Ei 4

—— antzplatz etc. u Are wann fiesu Ende, —— etheilet mit einen ein (+) fondern mit einen Smergfistchlen -Jbeinerefer werden; die en von den zertheilten Woͤrtern zu unte Heiden / dieſes hat noch der Zeit nicht inGbrau

che werden koͤnnen / ob zwar unzweiffelich 3 daß die The lung der Syllben zu Ende, der 8 ei⸗ die Theilung der? Börter C) uud ferfcheide |

wat Cs iſt aber ji Gehbachreiah die

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artz oder. furklang werden / 0 pe fe viel beffer inden Vers dicken / als = bloß fiehen. 1. wie dann auch die vorſtehenden 1% ztoeyfullbigen Wörter beſſer dienen / als die ein —— Exempel· —D—

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_ Biedmerre Sind; 31

ERWIES ‚dder ckerreiche Land. 2 iftin ſchlieſſen / daß die Keitgel wel⸗ lc Wörter har / nicht wol zu fenne 9 ob ſie langkurtz oder —* ſeye: —* * era —— wiſchen kommet / ſo fan man eg efagier maſſen woltwiflen.dum Exempel I dieſes:

mkrandkund a⸗

hreesfichen / wiewol das der und Woͤrt⸗ * kurtz —* ve N

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8 . Bancewerdencsb undbalt,

8 dem Wort werden kan ich ſicher abnemen /

ß das Keimmaß muß ſangkurtz und nicht kuetz⸗ ſeyn / weil die Nachſyllben en niemal⸗ lang⸗

efet es ſey dann wider die Eigen⸗ haſt unſter Sproche n den Peirfeherteimen os

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32 Die dritte Stund. derin erlichen alten Liedern / die zu der Zeit ge macher worden / als man dieſe edle Kunſt noch nicht unterſuchet hatte. ——— Die Ill Stud, EN Yon den Beimen und derfälben “a

F

Br Beſchaffenheit. TRETEN

Siehe die Keimen Er von

werden / angehet. Wollen alſo hoͤren:

I. vond dem Reimſchluß / und en Beimung. F

IL, Yon —* voch släffigen Be

111, Yondenfälfeben Beim, =>

IV. Wie die Reimzeilen ordentlich 3 | zen Und von den Verſen 9 | " Reimfebluß.

dreyſylbig wiewol diefe letzte Are / a

Die dritte Stund. 33

1. DieReimen find gleichfam die Riemen! durch welche das Gedicht Verbunden wird; und follen erſtlich von den Rednern feyn abgefehen worden / wann fiedie Gleichheit der Wörter/ihre Rede zu zieren / ausgeſuchet; als: mir Raht und That beyſtehen / und an die Hand gehen. Die Treue erneuen / mit Macht und Pracht / Kriegen und Siegen ic. in welchem letzten Erempel wol zu beobachten iſt daß man zwey Woͤriet als dieſes Dres Macht und Pracht / zu ſtehen kommnen / wieder zwey Wörter darauf a / derendag —* auf Macht >

riegen / das zweyte auf Pracht / als dieſes Dres Siegen iſt / das Abſehen hat. Der Reim⸗ ſchluß fan ſeyn einſyllbig / und

e dieſe letzte s liebli⸗ che üblidye / ſtehenden / gehenden / Phoͤni⸗ cier Cilicier / Wichtigkeĩt / Nichtigkeit etc. faſt ungebraͤuchlich iſt. Die einſyllbigen Reim⸗ wort werden genennet maͤnnliche oder ſteigende: Die zweyſyllbigen weibliche oder fallende: deutli⸗

cher aber der einſyllbige Reimſchluß / der

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zweyſyllbige Reimſchluß beſtehend in Uber⸗ einſtimmung der letzten Syllben / welche man Deßwegen nenner die Reimſyllben / als wann

ach ſage / ab / auf / undab / daraufreimet / die Gab

Ber Schab I ein Schwab / Grab I Haab / * Knab

* Die dritte Stund. | Knab / Rab / Stab / ꝛc. Die Reimſhllbe iſt ab / die Reimbuchſtaben / welche ſolche Reimung ſchlieſſen / ſind ar art h / s / v. Wann ich aber aufab wolte reimen ſchab ab / her ab / hinab fo waͤre es kein Reimſchluß / weil der vorherge⸗ hende Reimbuchſtab die letzte Syllben nicht * / ſondern zu der erſten Syllben gehoͤ⸗ rig iſt. ——— a RT 2, Die Reimfsliben haben mehrmals ihre Deutungen fürfih/ als wannichfege: Kbrrfo kan ich woldarzu reimen Gehoͤr / Lehr / mehr / ſehr / ꝛc. gleicherweiſe d:e Spanier / Frantzoſen und Itallaͤner in ihrer Sprache auch zu reimen pflegen. Solchergeſtalt verhaͤlt es ſich mit der zweyſyllbigen Reimung In behagen / jagen fie lagen I nagen / ſagen / tagen / wagen za⸗ gen / iſt die Reimung agen / die Reimbuchſta⸗ ben / h / j/ l neſ/t / w /. Wann man alſo die Keime ſyllben nimmet / und durch das Abe alleeinfas che und gedoppelte Buchſtaben darzuſetzet / (das ein jeder Teutſcher leichtlich i dem Sinn thun kan) ſo wird ſich das Reimwort / welches einen Verſtand / oder eine Deutung hat / unfehlbarlich finden. Die doppelten Buchſtaben ſind folgen⸗ de: bl / br / ch / chr / dr / flfrgl / gu / gr/kl/ kn /krpfrpfl / plpr / qw / Schny Suuldyr bu! Schm / ſP/ſpl ſt / ſt / ſtr / ſw/tr / thr / re ! | Ä 3m.

++ 1

Die dritte Stund. 35 w. Wann ich nun die Reimendung agen hin⸗ ser dieſe Buchſtaben halte / ſfinde ich: fragen / kia⸗ gen / kragen / plagen / ſchlagen | fie ſagen / tra⸗ ——— Die andern find blinde Wörter, Aus befagten kan ich die Reimwoͤrter wehlen/ die su meinen Vorhaben am fchlicklichften find/ welches unſchwer kan abgeſehen zu Wercke ger bracht werden. | 3. Es ſtt aber fein zulaͤſſſger Reimſchluß wann das zantze Wort verbleibet / und die Rim⸗ buchſtaben nicht verändert werden / als war ich ſehen wolte / guf den Bergen ſich verber⸗ gen / durch das Jagen erjageñ /ꝛc. So offt ale oder vorhergehende Reimbuchſtab das Wort verandert fo.offt gibt es einen guten / imd giei⸗ n Reimſchluß / welcher das Gedicht lich, ro 1. und wolflingend macher. Diefe Wahl der Reimwoͤrter ift fehr dienlich / und muß man bedenden / welche Reimung ih einem Gedichte nohtwwendig. / oder. welche mit an dern gleihdeutenden Reden auszutaufchen. Wie alich/ welche Woͤrter zu Ende der Meis nung zu ſtehen kommen / und iſt in den Sonne ten / oder Klingreimẽ ſehr gebraͤuchlich / daß man alle Reimendungen zuſammenſuchet / und dar, ‚aus vier anſtaͤndige in Verfaſſung deß Gedicht es mehr

mn. = 2 m zZ ia a nn an

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35 die dritte Stund,

wehlet. Es gibet auch der Reimſchluß zuf feinen Gedancken Urſach / welche in ungebundener ei rien worden erh

4. Damit man aber nicht gar zu fhrinden | egerfen an dieſe Richtigteit gebunden feye/(weil etliche Woͤrter wit wenigen / etliche mit gar keib nen reimen / Jfo.läffei man zu verwandte Buch⸗ ſtaben / alsch I Slals lehren hoͤren /e und wende Haͤnde / ei und en / theilen heulen / und ů / dienen / gruͤnen / ie und ů / als ſiegen / pflů⸗

en / und andere dergleichen / welche einen chlech⸗ en Unterfchied. in der Ausrede haben. .In dieſe Ordnung gehören auch die Reimwoͤrter / in dere einem ein weicher/ n dem andern ein harter Mitſtimmer zulezt fer het als Neid / Zeit / Tod / Noht / Kind a

6. & finden fich auch viel Wörter / die nich von allen ſo gut hochteu ſch reden / gleicherteife ausgeſprochen werdẽ / als zum Exempel / (ſchwer (gravıs Jlest(vacuus)) Das Heer / das a ernebren / befcheren / werzebren / von kehren verwebren/ wir re —* zehlen / ſchelen / quaͤlen / ſchmaͤ Beh nehen / Drehen / in welchen von der Meiſnern daser / von den Schleſiern / und vieknandern 9—

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bie dritte Stund, 37 ſchen / wie ausgeredet wird. Die Meifner ſa⸗ gen koͤnnen / goͤnnen / die Schleſier kuͤnnen guͤnnen und vlelleicht nicht unrecht, weil Kunſt und Gunſt davon herkommet. Auch fagen die Meiſner/vergieſſen / verdrieſſen / flieſſen ge⸗ nieflen/entfprieifen / ſchliſſen: den Fuͤſſen bůſſen gruͤſſen verſůſſen ꝛtc. da das ie und ů faurer wie niemand / bemühen das ſſ wie in groſſen geſchoſſen / die Schleſier aber leſen dieſe Wort wie wiſſen / zerriſſen den Fluͤſſen und wird das ie / und iz / wie ein einfaches i aus⸗ geſprochen | | 7. Gindnum die Buchflaben der Ausrede eigentliche Kennzeichen/uni die fichtbare Schrift

tichfam eine ſtumme Sprach / fo wird in der Schreibung ſo wenig ein Vergleich zu hoffen feyn 1 algin den unrerfchiedlihen Mundarten, Der Bogel ſingt / nachdem ihm der Schnabel ge⸗ wachſen iſt / und vermeint sin jeder / feine Mund⸗ und Landeart ſey die beſte. Den Braunſchwei⸗ gern mißfaͤllt die zaͤrtliche und weibiſche Augre⸗ de unſer manniſchen und majeſtaͤtiſchen Hel⸗ denſprache den Meiſnern mißfaͤllt die ſt arcke und groͤbere Mundart. | 8Es iſt hierinnen nicht zu fehen auf den ger meinen Poͤvel / der niemals Ziel und Maß zu , halten weiß / ſonde rn auf vorneme / gelehrte und Ciiij caͤpfere

N HA Su Ei —— I m

38 * Die dritte Stunde

apfere Männer ‚welche fein Gedicht / wann es fonften lobwrdig / wegen erlicher fittigen Buche ſtaben verwerffen werden ;in EAST auch bey den Griechen ein jeglicher Poet

‚feiner Mundart geſchrieben: obwol ne beſſer und —— als die andere ge⸗ Alſo hat Opitz nach der Schleſiſchen lusrede geſchrieben / Flemming nach det wa 3 iſchen Meliſſus nad) der Fraͤnckiſchen / Riſt Di der Holfteinifhen / Schneuber naher r heinfändifchen/ze. | ‚9. Öleihmieinder Muſic die Mißſtimmung auch von einem ieden Bauven fan beobachtet werden der die Kunſt niche verſtehet alſo kan guch ein unpoetiſches Ohr von den Reimen nf 8 ob er richtig oder ruͤhrend / das iſt: ſol⸗ eReimſyllben hat welche nicht reinlich und eintreffen / fondern ſi ch reimſtim⸗ ig ruͤhren / doch alſo / daß es fuͤt eine ls Reiimang gelten kan. *

su *

>70, Hieraus iſt leichtich zu ee äh fab FR Keimen find. Wann nemlich die Reimſyn⸗ ben ungleich / und nicht ruͤhret: Als da ſind in den einſyllbigen o und u / als Gold / und Schuld / Yundck / Klangund Danck / weil wiſchen ſol⸗ | en Duchfabent feine ruͤhrende Berwandfihafe:

iſt /

Die dritte Stund. 39

iſt / wie wiſchen d und t Feld / Welt / nund un / kan / Mann darvon oben geſagt worden. Alſo iſt es auch bewandt in den zweyſyllbigẽ Reimſyll⸗ ben. & und erwaͤrmen erbarmen / Fund 97 vergonnen die Sonnen und / Sünden und verwunden. Goreimet ſich auch ferner nicht / wann ein Buchſtab in einẽ einfach/in dem andern aber doppelt ausgeſprochen / und geſchrie⸗ ben wird/ale:blafen/faffen: weiſen / reiſſen: ne⸗ men hemmen: oder wann ein anderer Buch, ſtab gefeher wird / als g und ch / brauchen’ Au⸗ gen / weiden / leiten /( ungeacht das d und t in den einſyllbigen gelten kan) gleichen / eigen / ꝛtc. Obwol dergleichen Keimen bey guten Poe⸗ tenzufinden + welcher ſie ſich als einer Befrey⸗ ung bey unſrer Poeterey Anfang gebrauchet / ſo iſt s doch keines Wegs nachzuthun; weil das Gedicht dardurch unlieblich / hart und mißlau⸗ send wird der Poet aber ſoll die Wort alſo mei⸗ ſtern koͤnnen / daß alles leichtflieſſend mit Anmu⸗ tigkeit zu vernemen komme. 1 20 Sierdeyift zu beobachten / daß etliche we⸗ a Wörter / der unſtrittigen Schreibung nach / iche Reimſyllben / aber doch ungleiche Ausre⸗ de haben / ſehen / ſtehen / eſſen / Heſſen / faſſen / Straſſen weiches alles die richtige Ausrede leh⸗ ren kan: doch ſolte man auch hierinnen untade⸗

& iilj lich |

WA 49 die dritte Stunds | Fich verfahren / warın man betrachtet / daß dex Buch ſtaben Ambt iſt dẽ Ton von den Klang de⸗ Woͤrter zu bilden / und iſt vielleicht der Mangel an einer und der andern Mundart / da es doch eine Sprache iſt / und hochteuefch verbleibet / ob⸗ a bie Ausrede ändert. Herr Opitz reimet bruͤllt und ſchild. Pi a Wanndiefebwarze Kuhe bruͤllt / daß im Thale widerſchillt * Nach der Schleſier Mundart iſt es recht / nach der Meiniſchen aber mißlautend / und ſol ſchal⸗

Er‘

Iv, |

13. Wie die Lateiner / «die unterſchiedliche Versarten mit dem Ein-und Ausrucen der Be bemerken; * iſt ſolches auch bey den Teueſchen Reimgebaͤnden nicht auſſer Obacht su laſſen / daß nemlich die gleichſchlieſſendẽ Reim⸗ zele in uneerfchiedlichen Reimgebaͤnden gleiche, ſaͤndig gefeger werden folen. Zum Erempel: Es bleibet ſtets / mit der begrauten Zeit,

rnit buntem Schmuck 1 die Auen sa befcbönen: *

ðIn Elegiacis, Alcaicis, Sapphicis & alüs- carminibus, _ |

Die

s

‚bie dritte Stuns, 41

Ufer. deckt deß Sommers Jaͤgerkleid / a ben Saum ia ein ——

J———— verdoppelt Sen un

teimt mit der Toͤnen. Die ie Folichteit bewohnet dieſe Heinen: nter man hier ſehen weinen. Aus Sannazarı Tomb: eine kurtze Beſchreibung der Neapolitani⸗ egend. Weil Zeit und Kleid die erſte ebinden / werden fie gleich geſe⸗ —— eld / Zelt / beſchoͤnen / Sehnen / engerucket Heinen und weinen in den letzten * wider ausgerucket zu bemerken. 24. Wann aber gar kurtze Reimen mit un⸗ erlauffen / Een Een Diane Date murucken / wie hier die drey un drey erſten / ſon⸗ * Ende der Erſten Zeile zu ſetzen / alg Ihr macht mir / O hohe Baume ſchwere Erdume: mich ein wildes Thier / in den langveroͤdten Matten /

de hier mich bedunkt/desTodes & Schatz By Se fortundfort an dem Ort. Cy 15. Wann

Die dritte Stunde.

12. Wann aber Die zwey kleine Ramſetem fammenereffen pflegt man fie indie Mitten uu⸗ tzen / oder zuzeiten / wann der Raum ermangeltt nebeneinander, ° * Zum Erempels a TR Unſte leichte Schaͤferlieder flieſſen ſonder Dorbedacht: . > "was die ſtoltʒe Stadtverlachtr / TE, Ye Harder Ton 1 A Spotumänhn als ein grobes Bayenlallnı 7

ſo iſtð edich das / was allen wird len. a 16. Soviel fürglich von den Neimen. Die Verſe aber belangend / welche keinen Reimſch haben und aufgeloſt / oder ungebunden genennee werden koͤnnen / find nach dem erwehlten Reim⸗ maß gleichſtaͤndig geordnet / wie in der Hercyiiae H. Opitzens in dem erſten / und dritten Theil der neu aufgelegten Diana / und ſonderlich in Herrn Schottel Reimkunſt zu erſehen. 17: Solche Art der Verſe führen auch die j Spanier * /toiewol fie keine Lieblichteit nicht bar ben / und doc) zu Erzehlung / noch su der Gemuͤter dienlich ſcheinen. Man = et

* Verfos füueltos,

Die driite Stund. Sechſtinnen / weilfiein ſechsmalſechs WR holten ſechs Worten beftehen / und koͤnnen los wol langkurtz / als kurtzlang gemachet werden. Solchergeſtalt fan man dreyinnen / vierin⸗ nen / und fuͤnffinnen ſtellen. Wir wollen etli⸗ che hieher ſehen zur Nachfolge den Anfaͤngern in der Poetereysdann weil das Reimwort / ohne Zwang / in die Rede zu bringen das ſchwerſte iſt / volte ich rahten / daß man / nach Erlernung deß Sang-oder Kurtzlauts / bey dieſen Arten der Ver⸗ ſeer 9 füge,

13. Man kan die gemeinen Sechſtinne fuͤg⸗ licher nennen ſechs⸗Verſe / vier⸗Verſe / als be⸗ ſagter maſſen weil es faſt fremd lautet / und iſt

| Wort Sextina behalten worden / wiewol etliche auch das gebraͤuchliche oder an⸗

miſche gemachte Wort Ders nicht dulten un Keimseile darfür fegen / wir behalten es aber / wei ngverman verſtehet.

RR —5 ERBE Dreyva ar I, se, u F RSuv u

* te * Mamigeena die on lieben /

* —— und re

%

* | Die * Stund⸗

© u Gens

. 3. War⸗ Tugend Eigenſchaft "20 berie der Zeiten ſchnellen Bang; og, macht Bott * den Nechſten en

X 2. Welche dieſe Aches lieben / *

3

3. halten / in der Wanderſchaft / J 1. den gewiſſen Himmelsgang. N 19. Vierverſe. 4

eh

1. er meeinmalbert Aäufen Spefi

| r d

un dien ren 3. pe glachdan 0 ſchwuͤlſtig iſt 4. anjener —— vom Waſſ⸗ 4. Wen fr fich erfeietige nen H bat gekoſtet⸗ 2. Der Tantalus erdurſtet nechſt * 3. Weil die Begierd ——— er ganz,

3. Die

W Die ee es 45 pi 3 Die geifin at inwelcher man er⸗ : en Kunſt | i. Weider 9 alt dns Gue⸗ und Hofe

‚2 mb tonßrioshe die Banfigebandken quellen.

4. 2. Doch wird ex mie geſattigt von dem Quellen /

gleich dem da: Salz in fich trinckt / das ihn kraͤnckt a (48 wird / mit Fug / der an⸗ Durſt ge⸗ nennt / Wann man die Kunſt / noch niemals a: ſatt gekoſtet. dicker find die fünfverfe auch leiche- lich zu machen. Es iſt aber nicht Noht / daß man x 1e Reim-oder Versart darüber ſetzet / fondern fol der Titel des Gedichts vielmehr auf den —* gerichtet feyn 2 als über Die Dreyverſe man fchreiben: Kunſtliebe.

—* J

46 die drilte Stund |

23. Weil die Stund noch nicht verfloſſen / wollen wir ein Muſter von den alten Reimen an⸗ fügen / in welchen der Inhalt ſehr ſinnreich / die Austeveaberhichrpostifch/ ſondern nach der eb 6 bei Zeit Gebrauch bald einſyllbig / bald 36 yll ‚big (tie noch heutzutag die Pritſcher ind Syru hſorecher reimen) zu bemercken . Be

Wein en⸗ * o-

1% Su Rache fropt

Kunſt. —A u Yy ke

Tat Sen me dann ange ⏑⏑— —*

2 wwer aller Creaturen ———— Dieſe zehenſyllbige Reimzeil iſt us der langkurtz / die vorhergehende biſch oderfurklang / er en ‚Sch aebrauche diefe Kunſt / —4J Wann der oder deß vog 4 Ir re 2 mrge ——— BROT |

Daß ich Bott ſtets für A en baler ir für * * Tag und ei Wald⸗ * fi

En

oe hai

Die dritte Stunb⸗ 47

fühtein: ganz unfehuldigs Leben -

. wart meins Berufs fleifjigdatncben. antzes und warte heiſſen ; Zu dem iſt dag

neb n Weyſyllbig ünd ohne Deu⸗

ch mit giffti en Wůrmlein ſreic⸗ onſt niemand zufuͤgꝰ ein Leid.

Darbey ich Gottes Wunderwerck oftmals ſichtiglich ſpuͤhr und merck / PH iſt ein ——. Wort: haͤtte beſſer ſpuͤhr / c. merck fol

Daß * zum Freunde hat auf Er⸗

dem muß kin Feind zum Feinde werden. Wann mich der Vogler gleich erſchleicht / und mich mit feiner Ciſt erreicht: Hey/ —— 1.8 wäre Schand' und J wann einer var cin ſolches Kind; m bist ein Moͤrder ſeyn unſchuldigen Voͤgelein / exc. Erſtheſagtem werden die Fehler auch in Zeilen leichtlich zu erkennen ſeyn. Wir wollen eben dieſen Inhalt ak unſrer Art reimen / und das idee nennen.

x * 1352⸗ J

A * J ZZ... —8 =” J J u) rt vet 27 * Der * gr

11 —6 21 u

| Die dritte Stund · |

I rn) Er Broien Eier \ | eit. | Oeret nr die Nachtigall inden Wat gebuͤſchen ee 18777, und Ihe hafde Rlinggedicht ihrem. Ge ott nd Schoͤpfer bringen gr 3 6 betrachtet/vaf die Stimme a ur Vs fonder Wortverſtand > eindergleichen Liebelieder S en der füffen Feiheit Pfand. Soiche menun ſinget fie.”

Wann die übermnäßte Nacht andre Voͤgel ſchlaͤfert ein / balt’ichaufden ae

Bald die So aufgegang iſt der hai Eriencbelhik wider unſer Volck geruͤſt / uns fangen.

Aber höret Meine Kunft; | welche mir bißber gelůckt / daß mich Feiner hat beſtrickt:

Gottes Gunſt

* 22 + ns

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“ws. Von J *

It . _ x 4 % 3 > Bi. >.”

——— Die dritte Stunds; *

—— J

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ER ine der verfch Be:

——— genan

meinẽ pt dienet; jah⸗ Peg Saßr..

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wg: Menbi net.

Bein. bringꝰ ich mi Kang / =

mein verirrtes C

ar fortund fee ER

Die britte Stund.

meinem | Srenndernebeeln

laß andre Chiere tiagen u % : nem Feind

der mich ais ein mir

. . “ir

Andre Thiete hader Rohe Aal ER führermansıe Schlacht rt Fr

——

zlich / und Ich ich ea od ————— etger olt /

nen.

Sobeliebte em —* ——— von t Bi wie ge x

alles dient zu Freud und Tu;

undfieinder Jammerangſt ſpuͤren Gottes Gnadenſchutʒ Hier wird abgeſehen auf den Spruch sum Köm.amg. Es muß doch denen / die Sort lies ben / alles zum beften fchren. Das Striche fein Be rdaßdas erſte Reimgebänd ce - den letzten überein

formt,

]

| Whsıli. ei Die IV. Stund.

vornemſten Reimatten /

F Eine Remen durch ein gantzes PGedicht iu binden / iſt ſchwer: dag R immahe zu erkennen / leicht / wie en ee dann wann Die Reimjeile Baal ſind / ſo kan ih auch aus merken / welche die langkur⸗ Kin en Dear ala

Auf ara Schmach/ Spoun wri —— lab —* = st Auf KRehe Tioſt fuhr SE / ries⸗ Lohn und

Drei Duke * ie: an einen Wechſelſatz nennen dann wann man die erſten Wort / auf Di folgende) * Nachahmung def yerfus verturmnalis * Lanſio ir in prfät, de Prineiv; Europ,

52 Die vierdk Stund. : —— folge ) und die leſzten ʒwey (Fleiß und Preiß) unverändert auf ſolcher Stele behaͤlt / tͤnnen die ndern Worler 0 das iſt /neun und

VV / nennhuibent md /And achthundert mal verſchet

erden /u welcher Verand erung der allerfertig⸗ Schreiber der taͤglich 1200 Zeile abſchriebe gante⸗i Jahre uͤnd 49 Tage würde haben muffen ; Wolfe man aber die Reimwort Kleißl prciß / auch verſeten 7 und Krieg und Sieh darfuͤr ſo kan man noch etlich tau⸗

dal offter wechſeenn.

Wie wollen aber die Handlung von den | Keimarren beginnen von den zweyſyllbi Woͤꝛ⸗ gern / wwelhe- find / und dieſe Stund —— von den langturtzen v (ıS Trochaicü ——

"oöndenfürglängenv ) & | Tambicum enue ohne sta. Da@ylica fe P getuͤrglangen um US Anäpgfticü,) 4, ° Wir haben zwar auchdoypellangl- - Spon- | deos)uinddoppeltürgeöu( Pyrrichios)aber nie⸗ mals in einem Wort allein ; ſondern alle zwey⸗ ſy bige Stammwoͤrter find langkurtz / oder wer⸗ dendurdhdie Vorſyllben kurtlang / wie die Er emwæpel / ſo hier und dar angcjſogen ſattſam bezeugen · |

Ant⸗

Die vierdte Stund, 33 Sale if£I. zumercken die

in jeder Reimjeil / und werden alle ungemiſchte Abmeſſungen hieraus au feyn ; maflen IL —— einer jeden oder Kurtzlaut / nach⸗ dem fie allhier gefeger 7 und Alle zu theilen / daß zu Anfang jeder Zeile die Abmeſſung der · langen und u ben wiederholet werden muß. TIL. Sfepie Hihennd Tieffe/oder ſteigende und fi ung durch bie Moren bedentet / welche in den edern groſſen Nugzen hat; Geſtalt der Teyt [wann er kunſtrichtig unser eine Melo⸗ eleger werden foll / ohne Pie eobachring oernemlich und woltlingend fommenf * ja jeder in allen en / oder haben / daß wo idyindepn

ige Wo gebraueht/in den ara as na and) —— Woͤrter halten fol; wo ich 3 ——

eordnet / durch alle Saͤ⸗ ED es wird von denen / ſo Ach —— hclich verſtanden wer⸗ anderſt nach der nf —— nad uf ic uͤmge⸗ bi jenes haben Die Griechen? Ikserıanid Aa Eeemund Per gehenligt. .

* Dui 3. Ta⸗

* Reimarten koͤnnen fuͤglich für ſich kein Gedicht machen / werden aber Br: unfe

a 1 Sänger! deichthũ / Prachtun I J Was wir Menſchenlieben /⸗ Inmedie edle | In

de r oje regel. foen "a |

4 Siebe eher = uch (

14, Die Mendrenund ——— langtũ re

get / wenn man in groffen Trauren ne gebrochne Stimm bilden will; als want or⸗ ten HR in der nenanfgelgen ſchoͤnen > Diae na” flager =

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f 2

. . [I ’»

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* 1. 25elÖlntss.

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1%; 3 2 4 wi ? - \ 44 " x | * Are 4.02 RR 4 9 =. es: un. - —X F NL . 7 cher ET * 4 2 a3 . » * 1* seh ( LIE

ah? el 3, Neid. —* wegen,

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ja M ou Vi. > +7 a nd

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* erg u DR 15 hr] geeiuden

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De ich honſt mi pöchfien Sranden,

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Dich Diana / meine dier / EU Ma 7 Kan Ze | anzuſchauen mit oem nn Diesu lag N meine Plag + IM pichmale mich enden & Bomann jest leider Diesu fägen ———

ya —*— we

Are Be) Nat) Vai

. . f A - | 8 | \naliy Pr ae En. E —* Säymezrı nal f Ta Eu

Kae wohn A kl dienet leider nicht zur "9, Die ſieben⸗ und ach eimar⸗ gen find gemein‘ / Han zu t den Siedern zu * chen. Unter den folgenden iſt die ı ; und se ſyl hige Reimung die allerfuͤgl r zu Ersehfur } eines Dings / und pfleget euch aloe lie ) ſchnie georöner zur werden / daß ſie nach der fie beiden und achten Syllben das Wort endiget/ ‚aber mit dein folgend en nicht rem

Die vierdte Stund. 57 BET | | ig; sw ph ei ® * U Esf unfer Geiſt —* | urch denditen £rdenftanb

a2

Me a Bas Wr Fa.)

go 11 m 13 44 fe.

1

n inigt/ * der ——— 70 “yo 112 73 u J

* N s erneuge u © —— X —— Wir koͤnnen Fsen. A

Im: Det Keimindenenften 6. Sylben

vo jerverde near Iftes eine fondene r Der Ahſchnict mit IC

| den und 10 m Reimzeilen faſt unnoͤhti bey den mehrfgil igen aber nach ge deß Dichters Willen anzuordnen’

BR ne Bin, Ph «

—F un ® Hier) G zit

> ie RR 9: Ts, nor

u ohsichr 3 D v Ta⸗

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48 TRETEN,

} | I NS QM RW».

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13 le —I— a —— J | 14 han Ken the iin Gunfl ur | 16 ... = Zeit here . 4

drey ⸗/ oder v igen Gedicht machen / wiewol man zu Zeiten in dem Bilderreimen derſelben gebrauchet / zwi chen

u. ran pfiegen. zum —— re D

ol +». Werfen ſer Jug 11 ⸗e⸗⸗ 12 euer

7. Tafd der Bela Rama .+ u ([Diezeit

em cpnergeh - Vers: .“ rs fie ring 1% 2 * J ze. Tehmans verſteh et. * ge wol dem/ der fe i .undzehl et all oje nicht fon

ſyllbig der ni ⸗mals 9

eStuin

Idermuß Zuletzt doch ift [ie Re Reu⸗

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8. ie fnweperhen gu nifen/daf Die t Reimarsen kein ge

3 1 * = r » “>| NR 4

J

Schih We wiſt⸗ | a dann dich zu ſchlieſſen noch nicht / was ihnen mein Liecht? 8 kan dienen.

J —* Be TEN, - 1% —2 „arms nu’ > . 05% ‚1409 ft? um SEND FR

JPrZN j Li; hr; rag nr en er Ara ni Nlrgonies tun 0, Kind, I RN. sh

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wi, FE * | Bu) A ALLERLEI REN IS Mn LEAVE EN 19 27

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1 2

eben

‚go Die vierdte Stunde,

Poeten Gebaͤnde en oder ſchlieſſen ſol⸗ len / wie in der IIL.Stunp bey dem 20. $ oder Ab⸗ ſatz zu erſehen. Wann die allei n Koh ji fönnen fie die Woͤrter zierlich wieder lalſo; 5: Hier hält man mich gefangen? 8 gefangen —* gebunden / gebunden mit Verlangen | zu heilen meine nben. ro Y: Mein und nr 3

FLlc 3 Par a Herzagen / Ahr J. Ser Spigh me) TB L lol a

ee eh auch der n 6 © BEE Mrz wi | u \e‘ Setreue Liebe kan bene Beni: 2 bat ihren Sim Moe und Gedanken?

11. Diezeh en! nd folgende Reim ar gen * aan tb. (welcher ing gen ein Der ichen Sylben goal —VE

ee cn

Oi r —— adar pig Pal 932 no Diefe Berfe werden gemeine Berfe genennet /

und Er e

ev —— Born Schiigbe. ab

———— | du weh ummebe wc mei uch

12; Jade woͤl ind d ßllbi⸗ muß der Abſchmtt)oder Ab⸗ fee. ach der ſechſten Syllben aufein Zeit or

| erichtet werden: / F wird der Bes Bee Wollaue em. Pins

vr et os: * Bunſt lena man bach Ay Krk

in Bunch b Sun * DOC darf deß Dichras Sim f ef und Gicht A h bungun bie... 13. Ta⸗

Derieg Grin Be „13. Caheldei = ten u S —— er ———

Reimat e

Schauet / es * ET | fomen geſchwind —— eBi +. Ne endet fürs: im

et und Streit)

11 | I welcher ung teifer die. en hei 12 |: |Manihenere en ber forgtich *

13 2 Dianchenoers |; ur

J | Bon Ber en ' n Be⸗ {nn ge⸗ IT:

i & Be I:

nn dd it a u

ie > 9 "De * das ——— ur wird auf zweyerley Weiſe zu Werch gebtacht i. durch ein dreyſylbiges Wort / az⸗

wir >) TFT Ri "re

5 Bolbenet

u? durch a een. —— welchem kurtzer Syllbe folgerralss -

u „u - wre

Mbamakonmnie Beben ce 2

4 =

\

Dievirde Stund. 63.

Pu;

ö f *4 —*4 Strass Ar x pP vr J . 2 & ii 105 “s 323 + 5 4 . 24 r) >, ge u a - & RER “nr ;

2 WE nn Bo rote ii - 2 Ya fi II, E »n "Hi en pu

J—————

| # ich

9 MEI.) u.

ee U Y -yuwv * auch / wann —— machen einen falſchen Dadtya J ürseen Dreyſyllber ſowol auch 3 legte Wort ein mehrſyllbiges erlan⸗

—* * einſyllbige vorberarben; als:

Se hat slebernmann * oerachunn

art BAHT EN N: U DER IT, don Kae. Su 7 RENT Ä Tr.

hi vurch einztvenfpllbioee Wort (weichem

sog Tafel tan u ch ar | | 5N | Schr es A SR 4 |; I 6. Be 5: 8* ax - * —2 für J— A. are Y 9.42 et un | bet der 10.8 "Poigerauf ° Piötdiem Bis] Hügtschen R und weiſet die —9. * * 12, : F Wanchen er⸗ se der * I 37 Dianchen.bere Br * - 3 luflig-oet 14 ° Se. Bit 5 a fen Be⸗ den des. 6 Ä } N Lee) 3 ie 9— nieſſet der DEM u v yigg —— 32 *

ar me ——

wen —— x ie De Dadylasjot —* si 3 wird auf zweyerley Weife zu We * gebtacht.l durc ein dreyſylbiges Wort / alz⸗

Targa rei 118

Maotihe A Be

kurtzer Syllbe folgerrals: - ;

a u - vr

ſthauet / es kommen hebaſtt und / c

*

wo.

Be 63, Ag: ee: BERN,

u

1% 3 —— are

infplbige oörslein haben/alst

RB -9 8 Y-Y

Be ee leihen machen einen fallchen Dadtya | J 1ggefü uͤrtzten Dreyſyllber ſowol auch das legte Wort ein erlan⸗ zwey —* vorhergehen; als:

f - u oo eng ür BEN N is 27 v P 4 eewirdierchen. La Va ge

2 Dit vierdte Stud.

»

IV. IS, Tafel der gekuͤrtztlangen vu 0 Keimarten. 3

a) 2ch!ſchau Jetdoch: 5 es komm en geſchwind / 6 die froͤ⸗ lichen Zeitt en u 7 inwelch en die gulh enen & | 21 Haubetug |endendrit,. | gen J 8verlaſſ et und ha et dag 101,5 | belich. eundüab. | vr jKErief . et nun. i2 derweil |, . betui it, L 13 Ban ide) ‚ner

ia! ; und manch \ en der! ci l._lasteit.. |et/aceit foldhe Die. —— = Fuge ioſt·

—— Aa m Y...S pr

Sa abmeſ fen: Ar

117

Dich Seimartn tan man au | | ——A un yi u Du Bi ver⸗ oo

vv 352 Beh

* Rlostiehegeällbenleie"* De 16. Anbeſagtet und Vor im.

art iſt die groͤſte wann man mitten ve m

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Die vierdte Stunde 69 >31 Ki weh RER £ 34 64

4 34 in, u. = ati: rn ee, i ⏑— —— =

FT LER HER gan a3 - BETEN *

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e ſch Stk y m Bf Nice eid.

—— eten Ort ae | 3 liche Srend ii * =] vu:l |

* ee

eimwort haͤuffen kan / zum Exempel der dem V.Theildet Geſpraͤch⸗ 2 af» rate aber dieſe jängft erfundne Kein } pen au Befchreibung luſtiger Haͤndel zu rauchẽ / zur Aufmunterung zu Lobgedichten / Reimliedern / keines Wegs aber zu traurigen Erjeht ingen!dshrseokhtenund dergleichen, m

=

70 Die vierdfeStund

IV. * 18. Bann man der Dactyliſchen Reim eb fe ein Syllben vorferer/fo wird ein Antidadtyli= ſches / anapæſtiſches / oder gefürgtlangen Reimmaß daraus / wie aus nechſtvorhergeſegter Tafel zu erſehen. Viel wollen es fuͤr keine abſon⸗ derliche Reimart gelten laſſen / weil es nur die er⸗ ſte Syllben von den Dactyliſchen unterſcheidet es iſt aber zu wiſſen / daß auch eine kurtze vorgeſetz

re" —E

se Sylben aus den - v langkurtzen Reimarten⸗ kurtzlange Reimarten machet / als: ia U Pr U 2 A T Tugend heget Neid u v * U - du u TV ——

die Tu gend be det Neid.

Wie nun die zweyſylbigen Reimarten zu un⸗ terſcheiden / alſo muͤſſen auch die mehrſyllbigen geſondert werden. | Anmerckung. Woltẽ man den Ton dieſes gekuͤrtʒtlan⸗ gen Reimmaſſes genauer ausfoͤrſchen / ſ muͤſte man ſagen / daß / ſo —— s kein Stammwort / ſondern jedesmals eine Vorſyllben ſtehen koͤnte. Weil dieß Reimart flüchtig ı koͤnte man auch alſd ſetzen:

»)/-

Die vbierdie Stund. | i

EN Daffen verroſten / wir koſten / ec. iber dieſe ſechzehende —— iſ cht zu breiten, weil auch deß Menſchen in —9— hr Zwang / ͤber 16. Toͤne / oder

Detaven nicht fingen kan: und es ſo⸗ 3L ungeſtalt iſt ar gat zu klein / ls wann gar zu grob iſt.

435 Echo}

Ger. ‚mich Tochter der Gruͤfften RR Luͤfften erfeballen!, . 2 vet bewegen | hegen der Gegenſtimm n!

Sehe von ee der Steine blankblinkens

lammenic.

Dadies Keimtvort Gruͤfften / Luůfften / bewe⸗ ‚Ben / bi Sterne / wie auch andere

f n ——— werden koͤnnen. iſt zu merckemn dah diefe Verſe nicht wollen je Deine jertheilen iaſſen / und lautet nicht :

Es - —— Wolcken Ge⸗

m es Profi die reiffenden te / ꝛc. ca beſſer

Die vierdfeStund

beein natesalfo: Es trie =. Sind der‘ wolden 0

es 0 Kofi * fproffen die reiffende den

20. Dieſe zwo fenete Reimarten Ma ug zuſammengeſetzet und miteinander ver⸗ miſchet / doch iſt herinnen zu ſehen / was in dieſe n/ nie aAllen andeen / lieblich fauterzalfo? J Allmächtiger / ewigbarmhertʒiger Bstti die Engel erwarten dein er :" die feurigen Slammen fing: en und klingen / und ſtim̃en zuſam̃

gr ee beiligett Bor! ur

er . Dich Schoͤpfer der —— md irt so [chen Heeren ehren der Thronen euchtende Kronen * Bi Sie jauchtʒen dem SERKENT 0 ven zu Ehren. Diefes Lied ift zu leſen in dem Anhang DEIN Theis der Geſpraͤchſpiele.

21. Dan findet auch diefe (Oringenpe Sein art aufmehr Syllben erlängett 5 weil aber eeit ne Zeil in einem Odem wol ansgefprochen werde N ‚san verlieren fie ihre igeneliche Stüicheigfeir/un

find

{

ER vierdte Stund. 93 Ge konden fonften. Wir wollen ein

r fechsehenfylibigen / aug dem erſten | 5 am4. Blat / hie her⸗

Diererley Bine burchgieſſen die cund⸗ F bbchuͤmfangene Welt. Be rerlen Winde Dur eichen das febreülftige Segelgezelt. Vievrerley guldene Ringe: verfaſten die Ar⸗ che deß Bundes. Viererley Schreiber bemerckten Die Rede J—— eB Göttlichen Mlundes. t | | deß Himmels * Die liebli⸗

aa „»scheSonnchbeftrale. Viererley Könige haben die maͤchtigſten X a

Weichebepfalt | 3 der $ den bat juͤngſten

Pe R Columbus ü um abrem

> Fünfte * vermehren mit Ehren RER Helicon⸗ Scharen:

ar Erg! ‚*4 Plage mund 14 Monar- EP, hiz» ‚* 4 Faculates, .

VABAE RE merckn

‚Der: ee inderoererey

hat / geruhe dieſe Stund noch⸗

hleſen / und fein Urtheil hiervon / biß

Schluß —“ I zu —2* zu iij I

24 Die vierdte Stund. | | Maſſen er alsdann ſehen wird / daß die⸗ e Sachen alle aneinanderhangen / und er nicht moͤgen begriffen werden / er beliebe auch Di Bor-umnd Rachſylben zu bemercken / wie desmal kurtz zu ſtehen kommen. | 2 RR eg * Die V. Stund,

don Veränderung der Reimarten. 7 Us beſagten vier MANN Teurfihen Reimgebaͤnde können PA BA noch faſt unsähliche andere gef

EU ger werden: in welchen nicht die el el,

*

zame Veraͤnderungzu ——

ſondern welches Gebaͤnd in den Ohren wol kli get * / und der Eigenſchaft unſrer Sprache n ct Juwiderlauft. Man kan die Griechiſchen sin h Sareinifchen Versarten leichtlich nacjeünftelet n aber nicht ohne Mißlaut. Wir wollen hikt etlicher weniger gedencken / und zwar if ; 1, Wie die Bebände durch den Abſchnit verändert werden konnen. = | I, Wie die Gebände von Al 23 u we Keimmaſſen geſchloſſn w ver⸗

I

On Vi

* *Scal.l.2. Poet.c. 24, in connexione metti,a nd

inprimis concinnitatem, Bet

Die fünffte Stund. 75

A. Wie die Gebaͤnde durch die Reimwoͤr⸗ ter verändert werden.

IV; yoi Die Schluß⸗ oder Endreimen in den Liedern / auf unterſchiedliche Weiſßs / zu wechslen find.

5 Der Abfchnitt ifferfunden wegen der langen vielſylbigen Reimseilen / die su Erzehlung einer Sache meiftentheils gebraucher werden / und in den Tafeln bemercket mit ) (. Alfo fage Opitz in

der 5, Dandlung/im 2, Außug feiner Judith. wie der Holofern I Kg beſchwor⸗ tes Haubt laͤſt ſinke

und diſa auf! 1x atom ER enaß vom Trinken:c. "Seyli baban wir gefehlet: doch die | Dand /die ſiegen kan / winme auch ran ich ergeben 7 Casicber nf der Kofehniet mi mir einem Reimen 1 td —— un > Da die ſchlanke urch den feinen Wiefenchal Bl die trüben ı Slam weiſet / ſo die Blu⸗ meno in den bern Auen friſcht da der Vogel lich ſinget / —— bi ollenherde tiſcht / und mein * Schaͤferſpiel erklinget / da ww:

J

226 ‚Die fünffteStund;

x dadie hohen Baͤume ſchatten / da Sau lein Slumenbrichtn 8 da Die ſtummen Fiſche gatten / und dest ſſcher RBeuſen richt / da die bleine Mucke ſummt / und die l⸗ ſchen Angel ſchwimmen al) Dafor manche Muͤhle brum̃t / und DIRT „ten Dfäffen ſtimmen / f Bafpagietichie; IDEE er A3 GEs ſind aber dieſes chenelich —— ut achtſyllbẽ langtkurtze Verslein Yin eine Zeile ge⸗ ſetzet / und ſi indzüm Singen / wie die unge reim⸗ tech u der Erzehlung Tiaebräuchlich 7 weil ſolche ? Melodey / jene der ungebundenen Rede nac * Alſo feet man auch turglangen zit einem nitt: ——— Fine? | Be | Deß Mensen turnes Laben cven⸗ vrai chet wieder Win ul 000 und wie die falben Blumen Aue nſind. 36 HShe li 4. Richeminders fan die‘ —— ———— Abſchnitt

che Verlangen betruͤbt / Iew i *eiden geübt, Ka | * Oder ungereimt no —— u

Kt um ae Goule: * ri zi ae

Die fünffte Stunde 77 Das nichti Von vorgeht / bie Tugend

t +. Afo fan man auch eine Abſchnitt ei man au chen: nach Wann dar Si 2) Calle waffen machts

"fielen fis X * alterfaulten Pfoſten. Wie nun der erſte Satz Anfangs geordinte wind min gebunden werden. EB 157563 * 6. Sernerstwerben die Behände von unter⸗ Ichiedlichen Reimmaſſen sufammengefüger/un. “ger welchen die zierlichſten von furslangen und fuͤrtztl oder Jambiſchen und Anapaͤſti⸗ ge ——— werden / dann dieſe beede - und unzeine arofle Berwandfchaft haben; nemiich ku einer kurtzen Syllben untern ſchieden werden / wie oben gemeldet. Gleichergeſtalt ſoll man zu den langem⸗ sen ·die langgekuͤrtzten· vv ſetzen/ wegen boſag⸗ ger Urſache weil nur eine kurtze* Sylibe ange⸗ ird, Daß aber etliche ohne Unterſcheid v⸗ zu· · ſetzen / beſchicht ſonder Grund / und iſt an noch in den Hanbefprachen noch enandern DER Es frbert mir vera in“ eine

v * * Scal, L. Rs 34.

78 Die fünfte Stund« ER

„eine andere Reimart zu fallen / darinnen wer Iger oder mehr Syllben find /nach —* und Fuͤglichteit deß Inhalts: wann ich aber » mit lanagekuͤrtzten angefangen / ſo muß ich d * » bey verbleiben / es aͤndere ſich dann die gan Sache 1. fo kan ich zugleich auch eine a Reimart beginnen. Dieſe Art wird inden Ev { zehlungen / und zu Borftelliimgen einer groffen Berübnißroderbewesliihe Bermahnung Ri lichſt angebracht wann fonderlich andere Re arten / wie inden Trauer⸗ und ae bräuchlich / vor⸗ oder nachgeſetzet werden. © dieſes noch neu / und von den Staftäneen/Frat ‚oferzun Spanien: abgefehen/müffen —— ferer Nachrichtung ein Exempel fegen; die Rede deß Patnarchen Noe / welche er verr lich an die erſte Welt dieſes Inhalts gethe Hoͤrt / Gottsvergeſſne ſichre Er ir Hoͤrt / ihr Coins Orenelkinder! ol SE oͤrt meine Stimm: Bi pe bloß Fern a ß hoͤchſten GOttes —— Ir Jg 5 die ihr treibt das ungere Dt

und fahrt mit Gemeine. vergeuß der Armen Blut / gleich Waſſerflut / |

F -r . r - e

Fw ar

Die fünffte Stmk 29

—— Bauherr in Beni / bald bald werd ihr geſamt erſauffen. abe l te MoyelobneZuch cht/ *

v = dich 7 u und eg fůliſt mit dem

Stra —— glich? der tollen Sim

de ſeyn.

virſt äuffet werden in der Flucht. " Eswirbder Lüfte Scuerglut ee rleſck chen die geſaltzne Flut.

Ach Sott muß übereuch ergrimmen. Deeeiſenharte Stirnn

—— ch *

ſrme ſo uͤmarmen manche Dirn /

Die werden bald auf Berg’ und Baͤume Abnmen

aſchwim —— enſchwimmen bedeckt In im Schwanten nfund ab.

Holtʒ das ſchwache Holtz wird Tod und Leben ſchalten /

& vr. ö kat un met are N

BG

39 Die fuͤnffte Stund: vnd ihr / die ihr pißher bat fin verſpottet /

und Schu / Be

offt wider mich gerotte 7 0

möß —** mit Jammer Angſt 62 A rg IYLE f 0% 2350 $- versagen and verberbeminbenplit a Das eingefcht Meer wird. wal

temde dr ee * Himmels Fen / BE: ich ausſch tten⸗

® EAU. euren fi ficherfühnen Wahn 3 chaut Dach das Zeichen / wie das hi) Kb ndec —* * Dingen / fi und nach zu mir

die oh hnen nechſt den a bebaltend jener Nachwelt Samen: * und ibnenfolles auch vor euch gelin gen. * ſunn F od ja drger alsdiethumen Th = ihr bares auf“ langgefebannen Sanden⸗

die ruhet fuͤr der The. | $ Achia!es beauft das Wirt os piatſchere ſchon der Ann PR E

Die fuͤnffte Stund 81 Hieraus koͤnte ein verſtandiger Mahler ein

(hönes Semähfbilden, 3. Aller Veränderungen gedencken welch

in den Reimgebaͤnden befindfich find, / iſt nicht

vonnoͤhten / wir wollen von etlichen fagen / und den Bel tten das Nachſinnen uͤberlaſſen. Aus dem langkurhen und. langgekuͤrtzten werden die pphilchen Berfe ( aber ohne Abſchnitt / weil wir kein doppeltes Wort / odetuu Pyrrichiuin; a er. a = uU - Dv. ag BER fingen eilt in Auen ſprin⸗ X —* dir freyen Vider,

er v U *

ſie w fan all alſo georreme

Due Oi ‚den: * ber " | u E04 J— 5 -uyuu

ſchauet FB bahn ee ſreudig Phoe⸗

F

32 —— —* | FRE —— NEN EN bolein allen liebedie Dee .“v- van .„ Pigefien wieder. ce ax Dder: T le Y Y Baffer den Hirten —— Booſen und Myrtenn J— Vchſen un Baͤuriſches lei Barchus⸗Soldaten Br surabta; 4 , Eingen® egentenzirnehmen und geben. Ip machendie -uu dutch und durch on fie Reimmaß. Es ſtehet aber dem Dichter freg das letzte Brrslein mie dem exſten / zweyten ode der dritten zu reimen / oder nach der vierdten in fünfften Zeilzufegen / jedoch daß die Sägen gleichreimend zu ſtehen kommen. 9, Alſo kan man auch kurtze / und lange ai | den mit dergleichen Abwäd hing verändert " N I —A— Unſer fiüichtiges Beben N - willin ſchweben.

Nunmehr enden fi 3 und chach e Waͤlder⸗ wdergeſtaude und g

Sira

Diefünffte Stund,; Sifcbe 1 er bier / Vögipbwe gend > mancher neue Freuden

Oder |

? den Hirreh |

die Roſen und Myrten schen

je DhfenrKiüh? Hungen im Sauren

Deß Bachus Soldaten /

die wiſſen zu rahten /

un Ben Regenten zu nehmen und geben.

Sieraus erhelle was zuvor von Vorſetzung der

Berändertitg fönnen unzehlich

dacht werden / haben aber / auſſer dem Ge⸗

ı 8 ſey dann daß ſie ih⸗

rem It bacſeh gemaͤß kommen / und etwan der

u Bu denen ede bengefüger werden. To mwideruͤm wird das furslange v-Neims

maß titw- geluͤrtztlangen zierlich untermiſchet /

daß aſpe jeſer Fluͤchtigkeit mit jener Langſam⸗

| Ti unterbrochen AMICh:

u). = -vuv- Vo

Tun lobet den BERKER alle Zösbai dallet wa mit Hertzensfreuden.

Wer immer das Ende bedenckt .

d fehwerlich mit Sünden ae

34 Die m: IRRE:

wer une Das fündliche wen fährst Das Sterben iſtunſer beſter Gewinn

Bit AERE N be

on vi

ie bat die Lamzemat (die SR d BEE ne h TER Wälder bekleidet J— mit neubekleeter Weid die wöllichten ↄ0 den geweidet / c. Zudem Gehine kommen die

| 2

tcngar wolf auß ſolgendem | 8 hi Loblied von bem ſuͤſſen Namen eo

zu erſehen ſeyn wird. Im Ton ; Singen wiraus Hertengtunũ / . r st ı Pa wre? is Pie *

J—

“YUV. suy'y'ia uni

I HH ES /Herfiche Born Heiliger Heiland / guldene Sonn ·ẽ· NRoͤheſter Herrſcher / maͤchtiger GOtc/ welcher erlitten Marter und Sporen / willig vergoſſen Threnen und Blut / allen erwerben himmliſches Gut · sieben fingen brünftigen Murd- Bee ae zul

3.8 fl

7

Dr Se funeSam. *5

am / Hoͤllen bie Peſt / © ra...

st a a an er JE | 6 tchenbaus Seul / Konig der Ehren / maͤchtig von Raht / Runder am Deldılbendiger 3 | ch liebet / haſſet die Welt / im = Reichthum Giu

maison —— Ze

jaferfind/ 9 Warheitrh völlige Mach / ich vom Himmel ĩ gebracht: Icher dich bruͤnſtig ehret und llebt / |

bleibe von keinem Unfall betruͤbt. % ten / himmliſches Brod / ı reite von Sunden / wende die Noht / X troͤtedie Krancken / oͤde ae: k:

a | Mi 9.2/8.b Df.2 3/1. Df. Br Df. Joh. 1/8. 8 8.f%05.14/6.8 Efa.7/14.h Joh. 14/6. *

86 BUSH Stund,

Schenke nom immet Stiche Kraft welche Betrubt 8 tſch 5 Bei ai —*

be den Deinen Segen me weg un ſundl

Br 5 Kerne EN ore vom Himmeldas iringe WuR Bea Sa | 117. Soviel von den gemiſchten Reimmaſ⸗ fenon tele noch a DA aufladen fagen wäre / want es die Zeit feiden wolee; Roch eines zuge |

In Scherhzgedichten fan man eine * nen und atſo ar ne Ein jeblichtörtehteenach [ih Ka und ———— Ihrurtheilt von Sachen den Leiſt/ ihr machet uns lachen VV —* 1 ei ic 00 —— in] tet eve n und ſchleuðt die Bůcher mit Eckel dahin etc bie gr Dauga: ¶welche ſich Set: 3 1Qaı,22dQ diaen

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88 Stund· Wie oftha 693 Sehnen.

u e 1% —— ee Men ve * iR. —4 a 3a 5

7 el nach. m nd} TaracpaR 29° 1.403) | afase Bar. Mr, EN

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A * A ee mi Def ef kan ur | gerfichert mit Behagen / zu durch matches fremdes handel Ve Ihr Wort im ae hat mich nöch nicht oe nur ich liebe mit AR Wie ſoll ich döchi man... Bahfian ih —* IHR } ı ee arg! rn EEE A iſt neben mir geſe und hat wit ne Sand r LEE Die ellieber ——— als vonder Kid —2 geſchrieben in den Sand...

be foß der —— m Tür,

t.giebe ort und P fand aut E. Kr. von ech Hand⸗

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Die fünffte Stund. -89 das / was ein Weib geſchrieben in Ben Sad.

In cuchen Gedichten werden in dem Ge genſatz die Reimwort behalten / wie su fehen bey Der zwenten Stunde / und iſt folche Are zu den Pindariſchen Oden gar füglich ; Doch müflen in vem Nachfar alle Reimwoͤrter eingebracht wer⸗ den. Ein Erempeliftzu fefen in dem legten An⸗ dachtsgemaͤhl deß VI. Theile der Geſpraͤchſpiele. Eine Art von einem Gegenhall iſt folgende: Was kan unſern * Lieben. wird u Ruh verſtoͤren? Ehren. Was

Begierd reitzen? Geitzen. Das heit nit deñ Eulen heitʒen / Maufl nach der Eitelteit / und ereilen eitel Leid |

Wann wir lieben / ehren / geitzen / ec. Belihehietoon das CLXI. Gefprächfpielam 17. $- 14 Die Spanier haben eine Art Sonne tenıin welchen die Reimart unveraͤndert bleiber/ und doch iedesraafgeine andere Meinung fchlief- fer. Derfelben find zwey geſeueſchet in dem dri⸗ ten Theil der Diana am 137 und 138 Blat / alldafi-anfzufuchen + Es it abermehr Kunfl Siebfichkeirdarinnen: Hieher gehören auch

* die wey ramigen Klingreimen / dis sn finden im v> gi dem

DW ſunffte Sm

ge dem Anfang der fort am 2. Bat. d

Sm. | Se Beiltodentuen ebichtenn, derlich auch in den Liedern / der Nachdruck in der letzten Neimzeile ſeyn ſol / als welche in deß beſer⸗ Gedãchniſſ am beſten verharret / und von de gantzen Erfindung Urſachen giebet z ſo Mollen seit zwar nicht alle / ſondern nur innere

di —*

| | r J 1 * —— IB;

worden

*

PN Die funffte Stund · 3 Aufunter liche Weife geſchehen / als war % ee eine —— alle Säke jtinden gemeinen $ied : in jeder I Sinn ı ich halte mit meint oe undfcheinee als ob ſolches vo ehlliedern herkommen wäre /in 6 Sa: er hon dem Endreimen ( die Frankofeh lerefrain , die ha: er. dag Ab⸗ * Kan En * nsen Chor / nachſing en „und Kebes folg sh Bun > "Die be Deck mpel find ind site opel | ifts 7 swartır man Die letzte Reimzeil —* andert / wie in dem J. Theil der Peg⸗ Be % Blat.

EEE

Die fünffte Stund⸗ Amos die. mit 87 [eten Reimen das Bentort/welcheg S: Bott

ugefeser wird in gugdenreich / Friede we ich lebensreichrac. geandert, . et "184 Siehficher aber foiiet es auf folgende Art indeß Streng Hocsgitlied welches su findenift in der neuaufgelegten Diana am 134% > vi

et Bine bechn 1, DIE FL

ar —— er eilt mit es traͤnckt Ei De hie

—— A

—— —— vor Feng = ten / uͤberdeckt:

Die fünffteStund, - de —5 Shall 6 bat Lufft u

fürtem Ton die Togeofraund

Be \

bald barfi bat ie alles Bid nnit Kichesfiash

Ihr oh Hi —— fomt undlat une lieb⸗

Runen hichtyan unſrer *

een dieſer Zeit Ergetzung vor⸗

Di gend Be und Zanck füy fer⸗

vabanne Aare der krancket

unbetruͤbt:

we. ung 10 die Lenzepei ſchafft alles/

Beet und laft ung froͤ⸗ Khnngen:

3 122

Die Ost

Ba RER FR Re HR:

aufanen Stall Eee J der ——

9

—— einiges gried En num gemengten —— wäh a TR, Aare: Kr EM

hr holden Nymphen (onen Ru ung isherꝛ⸗ ihnen:

m. n r { i ur 22 ur EP | > > —9 Bet

Die fünffte Stunde, auf —— bes

a ſoll es ehe gelingen/ vi wann fie —— "in jedes Ba ans Rund

* * ic Se kön N und Lu auf

"r9, 36 tiedern finder man ee 9 Id Rn neh feiner in aͤiſenvers et;c u —— er LH 9— n $ wann ee Zeil Ay‘ reimet; with in be —9* Ton ein Lied zu finden in der Chriſtlichen lt de Bartenbetrachtung Mn i m 53 Blat 20. Zi sei haͤle man nur das letzte Wori und ordnet dag Gedicht alſo daß andere Keim wort vorhergehen. Zum Exempel tzen unſer Trauergedicht über Aingh ing:

——— BR, Se en

Die fünffte Stund 9” und ihr BEN eilet / elt zu unſren Heinen. io 2 erde keejubemenn. r Are * * Bi Senf malen © mmertklag „a * haͤler wiederhallen / der Echo / nechſt den Steinen / en B een eu; cxuͤber bon d

—————

ER Hr Derdie Tibet chi föauenı er a gʒt ermordet in den Auen /·/

De een: ig wo er ritterlich geſtritten

daß viel rohte Blumen ſcheine/

HERE

1 * Die fünfte Scunde. ———— Arte | ———— so 898 at Per N Sein So6fül Betas wenbleiben?, er das wir in die Baumen ſchreiben / >> und den Selfen Sein Ruhmlebt sen dene ihm wird am die Zeit im Jaht ENE klagen ünſere Schaͤferſchaaxr —4* | die BE ierben ift niche süverg r men / (von welchem zu ſehen in der! 1 4. nachgefehtengiwenten Their) und Tach abmung(Parodia.)melche die Reimwon du gehende dehalten fund den Inhali andern fen wollen wirein Erempehanfiigen N. 3 ki

2 *

Seeds errn Martin Op ini emp ein Grtauen daß imdfür/e,

n welcher a Fbehalten/ und oa Sn meldete Bee kn Morde 2 pr ji feiner A— unter Herrn

ten tiedftit dad N Pe

———— R & 8 a \ ih

Es it Zen hinauf u ſchautu / J

3 PR

Dura 7

100 Die fünffte Skins

Ich kan nicht viel * was die Welt zu lieben p ſuge —— Stricke / ſo der Satan legtgtt

muͤſſen auf die letzt —5*

at che gleicht dem Glas] Sa Zud N

Buß / Gebet ind Kirchenlieder. Gott macht uns u are durch Inne nee Brod ud Wein “2 das fol ie dabung fe np biß ich ſeli ee ande In den Schaͤfergedichten erben die End,

reimen —— et;

alſo / daß entweder a re oder nur das Reimwort behal

pel find hin und wieder zu Hp Fe IR

be der Kuffſtein

ve ve ut AS chreimen

chaͤferey einverleibt

a rg wort bee

bat een ond 4 a, Me teile!

EV

\7 TA Be —v u

MELIOTTEE | Ba eu

—— Be v a der Zierlicheelt

| Be A —— den Gedichten wenigen zu gedencken / und zwar

der ——— der Er⸗

nn nvun —— RE

FR der Woͤrter. —* * hlern und dem Mißklang * der 4 belgeſetʒten Woꝛrter in den G

iv. * den Sie in in dem Beimſchluß

ws 1 ee 7 I

>. 9er Philoföphus bringe feine Sachen -mie ſchles en Borren fuͤr / weil ſeine Gedanken hoch reif d / und fonft nicht fünten verſtan⸗ —— Der Redner bringt ſeinen Handel an su Marckt / bedienet ſich | der poerifchen Wortgleichung und olch auec welche ihm mit dem Poeten ge⸗ Ä mein Der Dichter aber führt eine ganh an⸗ 7 indemer aus etwas niphes

bi

102 Die fechfte Stund. | bilder / und eine Sache mit ſolchen natuͤrlichen Farben ausmahlet / und alle andere Wiſſenſchaf⸗⸗ ten er Kuͤnſte zu ſeinen Dienſten anzutvenden wei * 3 1 TR ae 2 .Nierinnen muß man aber din gutes hn gebrauchen / daß er ſich in den Erfindungen nach denen richtet / welchen er zu Gefallen die Feder griffen. Ins gemein aber find gar zu hohe Ge⸗ danken nicht ſchicklich zu den Gedichten 7 weilſie alle Lieblichteit verhindern / und ohnefernere Er klaͤrung in ungebundner Rede / nicht vernemli ſind; ſolche Erklärung iſt zweyerley: 1. der tunk⸗ ien Wörter 7 und ſolche gehöree an den Rand Sder Sachen ſelbſten / und ſolche mag man zu Ende anfügen / jedoch ohne Uberfluß ungehori⸗ ger Geſchicklichktiii. 3. Etliche bedienen ſich fremdder Poeten Er⸗ findungen / und iſt ſolches ein ruͤhmlicher Dieb⸗ ſtal bey den Schuͤlern / wann ſie die Sache recht anzubringẽ wiſſen / wie Virgilius deß Theoerici, und Homeri. Horatius deß Pindari Gedich be⸗ nutzet hat: ja deßwegen liſet man anderer Spra⸗ chen Buͤcher / aus ihnen etwas zu lernen / nach Gelegenheit abzuborgen / hiervon ſagte jenervdaß Die Schuͤler aus ihrer Lehrmeiſter Maͤntel Kle der machen / und ſo ſtatlich mir Silber und Gol uͤberbremen / daß ſie nicht erkaͤntlich ind. Es nuf

J—

f

urn. Biefichlie Stund PEN, icht dergeſtalt mißbrauchet werden / daß An ei ler edicht 7 faſt son Wort zu

er t.ı undfür das Seine dargiebet / welches hey denen / ſo es in einer andern Sprache iu enunmht verantwortlich ift : Man kan

i

:. ak | en ol datzuſchreiben:aus dem Lateiniſchen

aus, den Frantzoͤſiſchen oder Spani⸗

re. Deraleichen hat das Lob einer guten unaläbmereten fan 7 daßesih einer andern Drache ur ſpruͤnglich geſchrieben worden. —— IE JJ——— juf ich ſind / daß ſie ſon⸗

ihrem & ehe alſo fuͤg —— dienen koͤnnen. Wie zu der⸗ teichen gelangen if in der er⸗

en Send angewieſen worden. Unter allen SE ey | die

gſten wie ih den Sonntagsandachten erſten rd Theil ne haͤuffig zu

hen; Bir wollen aber hier ein Crempel aus dem

Schauplatzes Jaͤmmetlicher ——— -_Bebegebicht vonder Henfehen Lnaet. Se Mieufguber Pugermann auf dieſes Lebens ER

begegnet gaanchein Thier/ auf jenem ſchmalen Stege / N 5 CR die

e)- Ir E | ——

104 Die ſechſte Stund. die frtädienDirnfoennaoet-De Fund fa Tage,

agt: J

ih / ich "in meinem Freund getreuer / "7 Se era Das pferd begi u - ; Der wicht Koſt / pflegꝰ ich auf n N) der Hand / die mich m A 1—

regiert: a du —— Gokt / der dir dz Derk ger he | unddid ernehret hat. Defgleichen hrach ie

Au —— ih bin J Ar farter Menſch / viel baß ergn üe

Fuͤr —* ri Gras pfleg ich vel Pd | zu geben / und du 25 Rn; und Nacht / nach deines echſten Leben! “a

nach Haab und Gut / der a | F

fein if ai Userfiß, Dr en * pn agen:

5 FE lag o Fug wann men am micht y x

Diefehfte Stunb⸗ „105 semsänggein? indie Flamm. Ach tolles Sin⸗

eh im die Hl tale waͤrſt du Staren⸗ —* blind Schand über alle Schand 2 die Thlere můſ⸗

ſen lehren /

aa BRENTARHTONE zum Hoͤchſten

Fexners haben die poetiſchen lebendigen und 5 Beſchreibungen ihr gebührli- ches Lob· Ich ſage die —* lebendige / und —— Befchreibung/in welcher nichtei- ne Sylber müig und ohne Nachdruck iſt / wie rnach ae werden, Wie aber in einem Semaͤhl etli el von den Meifternder Kunf er ennet werben / alfoift auds. in dem Ge, he ein Fehler arölfer alsder andere / und fiher m bald / obdie Erfindung aus einem reinen irn herfl füche, oder aus andern zuſammen ge⸗ | E 384 —* ER“ AM verfiänblidhsie: nase gemäßfeyn. Die = Tar und Deutlich geferet werden / welchesi » er hun unmoͤ 3 fällen, und muß Tolihes unftem I (dann ein jeder ſich

am in Kari et.) fondern nach de vernuͤn

6 die ſechſt Sum

Yernänftigen Leſer⸗ Urtheil gerichtet und u ſchaͤtzet werden. Ichſage von dem vernünf dind nicht ungelehrten Sefer / dann fonftend A Sonne nicht achtet / daß fie die Steoermäufe nicht ſehen können, Zierlich iſt / wann man hohe Dinge the ben prächigen Machtmorten/ mittelm fi me „feinen verfländigen / und nidrige hie en ‚eden vertraͤget. Hieriſt/ beneben| flei LEſung ein mwolerkeniendes Hahn der beſte ehe meiſter. ‚Scal.l. 4.0.1. & feggq. ‚2 a i 3. Wie das Edelgefteine einen Ring } alſo zieren die Bey⸗ oder Anſatz wort 0 „de: und find derſelben vielerleh Arten. che haben in fich eine kurse Befchreibung; ala 1m x in man den Tod nenne der Menfchenwilrger/deß Lbens Feind / der Sünden ee er a

Natur. Den Lentzen den Blumenvarter/ Win ers Sohm den Freudenbringer. De den ————— winger / Schlafreiger / Poetenſaft / deß? —— Kalterblut / ec. Den Mint Ri Woltkentreibet eſenſtuͤrmer / Welenfüht 7 Wuͤrbelheger / luͤ enfeind / Feldgerfchlei er/ꝛc. 9. Hieraus erkennet man etlicher maſſe den Pocren / tie den kan aus den Klauen / dam nicht das geringſte Meifterftüch ——

r Die fechfte Stuud. 107 borgen liadts Zum Eyempelfeke ich das tifer/o” der den Strond / ſtoͤfet man von den Sande fo tan gen den ſeichten / oder febroffen Strand da die Schiffe su Anderligen + gebiet an. So zu Segel / fo ſagt man der oͤde Strand. Komt man in Ungewitter / —— 63 uͤnſchte „der ‚fiendennolle Strand. fe man ferne dar⸗ von / ſo heiſt er der weitentlegene 7, der nicht er⸗ blickterc Noch deutlicher: dem Woͤrtlein Feld tan hach allen Monaten Fein befonders Bey⸗ £ elmehr als eines beygefuͤget werden. Maͤrtje⸗ od Si N Aprilogder Oſtermonat. Nraysoper Wunemonat Brachmonat. gt.’ Heumonat⸗ VF uw 5 IAchrenmonab SL! Herbftmonat, Weinmonat. —* Windmonat. Heilig⸗ oder Chriſtmongt Wintermonat. —* ——— | öifer Kart / der Groſſe / die Mo⸗ vat bengmet / wie Eginhard von ihm ſchreibet in Abrbuch. Uber beſagte Beyſetzwoͤrter en m: fon,

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<iog „Die fehle Stunds A: koͤnnen noch viel erdacht werden’ nah Beſchaf⸗ fenheit der vorweſenden Sachen / als: das be⸗ kleete / fette grunende / buntbeblumte ‚gene bekleidte / neubeſamte / ahhrenoͤde / kahle ſon⸗ nenheiſſe / mondbefeuchte / fruͤbetaute Feld. H. Opitz ſagt: weil das Feld ein Braut⸗ kleid traͤget / der Felder Jaͤgerkleid / der ſuſſe Bienenklee. An ſtatt deß Woͤrtleins Feld kan man ſetzen Acker / Auen / Matten / Raſen / Waſen / BRangen / Wunneweid / Erden tc. daß alſo unſre allerwortreichſte Sprache von niemand / als derſelben Unwiſſenden / kan ver⸗ achtet / und für untuͤchtig zu der Poeterey ge⸗ halten wird. er *

o. Dergleichen Wörter koͤnnen allen Sa⸗ chen beygeſetzet werden / nicht allein in Anſehung deß gegenwaͤrtigen Oder verwichenen ſondern auch deß fünftigeri Zuſtandes / und ſollen die Reimzeilen nicht ausfüllen / ſondern die Sache beſſer und gruͤndlicher erklaͤren / und von andern auf das genauſte unterſcheiden. Dieſes wollen wir dabey noch anhengen / daß das Haubtwort jedes mals das letzte ſeyn ſoll Zum Exempel: tan im Fruͤling die Bänmein voller Blüte ſind / und noch wenig Blaͤtlein haben / ſage ich recht: der gruͤnlichweiſſe Bluͤtenaſt wann ſie aber faſt derbluͤhet / ſo muß ich ſagen : das weißlichgrů⸗ ne Baumenhaar / ꝛc. **

Die fechfte Stund. 109

A Ferners geren das Gedicht nicht wenig die wolerſundnen neuen Woͤrter wann ſie nach unſeer Sprache Eigenſchaft / und durch gehen⸗ denn Gleichheit gefor met werden / welches bey neu⸗ Re öhnlichen Sachen ſeyn muß· Ale ſo ſagt H. Pt Verluſt ergänzen.

3 Da hater vielzů bauen’ miacht Blanken uͤm den Zaun / dal) —— die Hauen. Obwol das fielen nicht gebraͤuchlich iſt / verſtehet es doch jederman aus dem vorher⸗ gehenden. Der dich entſceptern will/dein Eifer ſich erherbet. Seelen / die ein ander gleichen und verankert ſind det geworffne Stein oder der fliegende Vogel pfeilt durch die Lufft/c. Kon ſard und rare haben dergleichen Wörter in ihrer Sprache gebraucht / und / wann ſie be⸗

ucchtet/iman verſtehe fie nicht / an dem Rand ers ⏑ÿ.. ieel neuerfundene Woͤrter der alten Poe⸗ ten ſind als / in ungebundnen Kedarten/ wegen ihtres Nachdtucks / u Sieblichkeit gebrau⸗ chet worden / Wie aus vielen Scribenten zuer⸗ weiſen waͤre / wañ es die Kuͤrtze dieſes Werkleing leiden wolte. Quintil; l. Inftit,& A, Gell; 1,2 9 N: As Viel halten auch füralt und ar

| s

s10 Die fechfte Siunde.

lich / was ſie nicht wiſſen und verſtehen / das doch bey guten Scribenten gefunden wird / alfo ſagt Herr Lutherus / es widert meinte Seele / Job⸗/ 26.Wellen /Pf. 104/13: Wehmuͤtig Syruͤch. ‘717. Unwegge / "ob. 12/24. titten: Matrh, 8 14. dir greue t / Rom. 2/22.c.

13. Es iſt auch eine ſondere Zierlichkeit def Gedichts / wann alle Wörter leicht / und unge zwungen flieſſen / und daß der Reime ungenoͤhti⸗ "ger mehrmals an gehörigen Stellen wiederholet wird. Sonften hat der Poet viel / ja faſt alle Fi guren mir den Rednern gemein,

14. Hierbey iſt nicht zu vergeſſen / daß ſich der Poet bemuͤhet / die Stimmen der Thiere oder den Ton eines Falls / Schlages / Schuſſes Sprunges / Stoſſes oder anders/wag einẽ san] oder eine Stimme von ſich gieber / auf dag ver⸗ nemlichfte auszudrucken. Bey der zweytẽ haben mir ein Exempel in der Nachtigallen G fang beobachtet / da das Woͤrtlein die sum ſtenmal wiederholet / wie auch in folgenden Zei⸗ ken die Thiere / fuͤhren / c. auf das tivelieen das Abſehen gerichtet. Alſo bildet —— Gegenhallz 58 a * ẽufftzend aus der Felſengru durch Die weitgebreite *

+

——— * 111 aiederhole d wann faſt jeder chreit das —* huns! Wehuns wieder, Aſſo ſagt der Poet vonder Trummel:

Gene Ieme keme ton ſummt ei. komt / ꝛ6. er 4 ven Schüflen :

‚lade I fpannt das Gewehrſchieſt / ‚drauf drauf drauf /drauf!

A eere

Kr baib ende Waffen gi * hu ffen und Paffen |

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den Waͤgen / ER A pfende Blitz üll IK LEN mie —— Hack

Axv Fein 55 ** leſen in der Zugabe een erfte Theilg der Seleräcr

J

‚Sue ie find Bi ger inden = * efagten keichelich zu erfennen/

rel wieder gerhanen Bericht kauf alſo noch ruckftändig von den Worten

= / und wag für abfondertiche Fehler in morgangen werden föhen. Fremde Wörter

koͤnnen

- en - ——

NER, * ir y 14 | i 7 A J J t z q 4 ir

sa „Die fechfte Stunde. | lich / was fie nicht wiſſen und verſtehen das doch

bey guten Scribenten gefunden wird / alſo ſagt Herr Lucherus / es widert meine Seele / Job: 67 26Wellen Pſ. 104/3 —— th. 8/

‘717. Umwege "job. 12/24: titten) Ma

j4dirgeenelt/Rom.zr22.tt , | 13. Es iſt auch eine ſondere Zierlichteit deß Gedichts / wann alle Wörter leicht / und unge zwungen flieſſen / und daß der Reime ungenoͤhti⸗ ger mehrmals an gehörigen Stellen wiederholet foird. Sonften har der Poet viel / ja faſt ale Fb guren mit den Rednern gemein. 4. Hierbey iſt nicht zu vergeſſen / daß ſich der Poet bemuͤhet / die Stimmen der Thiere / oder den Ton eines Falls / Schlages / Schuſſes Sprunges Stoſſes oder anders / was ein? Laut / oder eine Stimme von ſich giebet /’ aufdag® | nemlichfte auszudrucken. Bey der —— haben wir ein Exempel in der Nachtigallen Pi fang beobachtet / da das Woͤrtlein Die zum ſe ſtenmal wiederholet / wie auch in folgenden Zei⸗ fen die Thiere / fuͤhren / ꝛc. auf das tireliren das Abſchen gerichtet. Alfobilder folgendesd

Gegenhallz Echo⸗ aͤchtzet Trauerlieder/ * *

durch die weitgebreite Lufft / | itgeb IJ

.. Diefihfle&tum. 113 wviederholend wann faſt jeder FR ae a pa Alfofage der Port vonder Trummek: | pumpt Eomt / komt / ſie ſummt —155— 8 komt / komt/ 20. | Zon den Schüffen: adt / fpannt Das Gewehr ſchieſt / .... „Plagtdrauf / drauf / drauf / drauf! eetpaucken Trompeten / artaunen /Muſqueten/ dluccriefende Degen? bbeillblinkende Waffen/ das Puffen und Daffen a enden Wagen’ /

Rauchdampfende Blitʒ It ı Bröller HE donrendem Hagel⸗

yſchuͤtz | fi 2 ieh mehrere zu leſen in der Zugabe e ſgulegten erfti Theile der Gefpräche

Rn gg,

win me peheil find die Fehler in den

*—

aus efagten leichtlich zu erfennen/ un ſie nemlich wieder gerhanen Bericht kaufs It alſo noch ruckftändig von den Worten fagen / und was für abſonderliche Fehler in Iben begangen werden könen. Fremde Wörter

CREATE TEUER NG fönnen

413 Diefechfte Stu tönen mie Fug in einem Teut ſtehen / und welche ſolche gebrai nen / die eine ehrliche Kleidung zu Haus rmoc ten laſſen / und ſich mit einem fremden / zerlu sen / und verlappten Bettlersmantel bedecken Wieder dergleichen Sprachmiſcher iſt zu was jener dem V. Theil der Geſpraͤch ſpiele vorge fuͤget anSignor Momum, der ſeine Dischren n MM vocabulis peregrinisgitenteriardiren pfleget. Patrono lafteuch nicht ad bilem commoviren war wir nach unſrer Weif-und inclinati - und nicht nach eurem Sinn / præſumtion purlauterteutſche Wort in Könuctfinde führe en n: Soll eur mentalconcept ſich recht ehren, miralamode Red und Reputation, Be; | fo gourmandire ht ber ct naifen a te Ihr macht euch durch meſpris deß Teutſe ne Se æſtimiren, &c. Diefe Are der Sateinificten Werfe werden A acı roniſch F genennet / undfind nur zu Scherkge dichten zu gebrauchen / wie gefagt/die find am n ab lerkuͤnſtlichſten / wann —— dem Te ſchen reimt. Zum Exempel: iR Er k ; f Macärones funt —— pulmencum farina,cafeo ‚butiroque commixtum, - 1 Merlini Cacaii Macaronianaın Apolog. f. i9.

Diefesfte Stunt, 213 BeriftderP $(el)maricus‘ *

ſeir ae Sglauch / * parat ver Eee | ke 1 Een mnenbauch: moXxcadir,haldihm Antro op08 °

si einemalen Bäranfofl H y < ultimarden * 16% Es werden ‚aber alhier nicht je jenigen Wörter / welche mit andern Spra⸗ andſchaft haben / von jederman aberverianden 1 and als Teutſche angeſeſſene Ste rofl en v(Altare ) bitten’ ( petere ) Wein, RE Dehlr(Oleum) Meer, (Piper) mw ‚ger/(macer)) fübtil(Tubtilis) &cc Und kan ein je rei 1 was ſich fuͤglich fagen laͤſt und in den Gedichten einge⸗

U ie Wirte lauten als zweyſyllbige / und ſind doch nur einſyllbige: find deßwegen in den Zorn / are Stern Stirn / Sporn / Kern ac. und viel an⸗ ere / we ee oe; Sezoerni ans entbrant. Bibt in poetiſchen Dhren einen Mißklang / u ni erg a ein

5 Sein Grimm iſt gantʒ In der meh —— Her —97— zwoͤlf drey gehn Fehr übel wannein Si |

fechfte old ———

Br greife Sei nd en Anand f tan V—— HOT a. ach ESorgen liebtrt. kan or, er re Viel Henker geht der Berdalfei - We groſſes Geld und Gut un Sin gene; er bon ſoche —— daß er bin be | BAEDTENBlE cu 3 | 13.10 Die Wörter follen fern pößich une I * dle unuchtigen aber gaͤnlich verm werden: dann in geſchweigen / daß wir alse —8 ſten / wiſſen ſollen / daß wir von einem ieden un⸗ nuͤtzen Worten Rechenſchaft geben men e traͤget unſre Sprache gleichſam von Natur enn —36 von aller Unfauberkeit daß ira imflärige Sachen nicht wol nennen koͤm ohne fondere Am Opist Zſa

$ ir a >

114

Die ſechſte Stund. on von einer ſolchen Sache 1 vr die Ken fnss nt re

ww. (verfiehe Kran BR

ame! andern Ort: da / wo man auf Die Wand den bloſſen Kur er. it! Diewerpautigen Wörter find gleiches⸗ Fals zu füchen / und wie ſelbe nicht allezeit koͤnnen Übergangen werden / muß man dahin bemuͤhet ſchn daß ſie die Meinung nicht vertunkeln. Sol⸗ he zweydentige Woͤrter find folgende ; Army Krebs Küffen / Raſen / Reiff / Seite, Schloß / | ent Die Meinungiſt zweiffelhaftig /

Ban ba baspfah das Thier weit uͤ⸗

——— | * das Pferd das Thier / oder das Thier das Pferd uͤberloffen.

20. Dee iſt auch erlicher Satinifirendes bemercken 1 welche vermeinen/ tt yon Wort uͤberſetzen / ſo haben fie

——— pflege gleich alſo zu reden / oder nicht. Wann dort bey dem Virgilio

et Lvelcıtur.aura und ich wolte ſagen / er friſt

Da wann Sarbiensfifagt : inconlum Libani

caput⸗

ſo würde man mich billich auslachen:

bdoch / wann jener fagt:

N [=

kurte oder Jange Woͤrter in einer Reimgeile 27

116 Die ſechſte Stund, * caput, ſo kan ich deßwe enge das un⸗ befehorne ——“ Berges Libanus ac. calig. l.5 · Poetic. 2L Esiktaucnich sierlichwanngar; zuvi

ſammen kommen / als: sap N Der —— ſi FbfE Die Unuͤberwindiie ir Bi 2 >“ a E&

und wir ſi —— vor ihm / als Unvoll⸗ kommenheit.

Man kanſi ch der gar zulangen Woͤrter lei ich terenchaltenialsder kurtzen; wann man an erlag rer sine gute Meinung will fahren laſſen. Scalig.].2. Poer,c, 31.von den viele * —6 Woͤrtern entſtehet die Süglichfe = —— Bedancke nicht koͤnnen ausgeredet werden] darvon zulde

H · Schottels Sprachkunſt in der ſechſten Ku rede. ——— ——— ir 5 IV; | +8 4

2 Ale Fehler ſind einander ungleich /n

zu Zeiten das Gedicht nicht —— doch darinnen nicht gefehlet; als/wann ı —— Flickwoͤrter / welche das Reimmaß nur aus len / mit einmiſchet: dergleichen ſind fein v ſchon / eben / machen thun / ſagen ae für haben lan für laſſen / ꝛc. wiewol lanret

pr

‚Die fechfle Seid; 117 ifein eh ſchon

lchen Rei —V oͤrt nit der Lorbeer⸗ krantz ſondern Midaskron. Wo aber dieſe Woͤr⸗ der etwas bedeuten / ſo koͤnnen ſie nicht für muͤſſig

fi son n der Poet ſagt Bi Ehe ein mit fälle Hand Ich wol⸗ be nicht ligen / wann erx Winter waͤre wegc. Abends ſetzt man ſchn ie Std 8 oe da⸗ ei 116, Opitz Pfalm go, 2 * een für einen Fehler auszuſetzen / ra ein Stimmer folget / da dañ auch r Rede das e ausgelaſſen wird / ae wann ich fage : es belangt meine Ehre da n daß die zuſammentreffende se m m in eine Syllbe gefuͤget werden. Alſo iſt n Emicht —— man Be

| | s e durch das —— ein wegge⸗ wu werden: alfo: Mein Angſt etc. Hierin⸗ —— Wörter / welche von Key nu Han | one Freyheit / daß ich daß Hinterſtrich⸗ lein gebrauchen kan / und auch auslaſſen / Ich kan ſagen Rn BRD: / und Deine Hand.

ann

*

ar Steel

Hann abet dat I Silbe sfr | dee in wiie/dietriie.äc. fo iſt ohne Noht / daß man das e nsegwerffe 7 weil eg mit der Syke

een, Worte nicht ann |

we? fi die En Rat noch nie unse |

| none } Wieiſt ——— ch nie / je ec u Zweiffel äber mag das e ſtehen bleiben / wo eine Meinung geſchloſſen / und in De er Rede ein wenig ſtillgehalten wird. Alsßss Ach —— ‚Biber Thun weiſt Hoher we

"34 Wann aM ee ieide ſtehet /kati sten ben / und zuzeiten auch weggeworffen werden/ wann ein Stimmerlvöcalis) folget. Hieraus iſt zu ſchlieſſen / daß das —— | zwehen Mitſtimmern (Conforanti Bus t ht ſtatt findet / und darfich nicht ſchreiben lieber gb fragt I für liebet / Pal weil dase

ungebundner Rede dhue Zwang kau älfo | ausgelaſſen werden ; weiches aber in der“ zu endigen(in modo inſinitivo) nicht verzwick 2 gültig üft «7 wanntd) ſchreiben und ſagen wol tei liebn behagn / fragn E35 Stacherweife kan das e nicht aichent

m | s fen werden / wann es Has Geſchlechtwort / oder die mehr lerfordert. Ich kan in gebund⸗ —— rn der Pöbel zu . ne ; et/ ) nicht ſetzen n Frau /men Fauſt / | * Hand drey Tiſch ec. ſondern Meine en Meet auſt/ viel ande drey Tu ı 351) 4 Bie nun das e befagter maffen nicht tan n / alſo fan es auch nicht ohne Urſache zu Erfüllung deß Reimmaſſes angefü, get werden. Jch tan sticht ſagen / daß Herhe / dag: 3 Bun Weil wir in ungebundner Die —— fo fagen / und iſt dieſes feine eh Bee wider rei tet.

26.

2* n den Liedern muß ein jedes Ge fh 10, der aseine ganke Meinun hliefleri/ut duuch die Pauſen / oder Abſaß der Noten nicht uhren, hen werden. Die Fehler in dem Reimge⸗ | —— ich zu erkeunen / wann ſie in die Dem 8 tzet werden. Als in dem ſ —*

voieinbschfien 1er die zwey nl efehe wider die ® ir aneinander; a ab die zweyte Rei

—3 ij ällen,

_

* Die ſ f e Stund⸗ er

en TEEN BT Le u J Ze „allen/diedarınn bitten dich re· J da doch das en igſte⸗

hen tan. fi 285 Alfo itau. atöblich aefehfe /wann di ie Woͤrter nicht in gebuͤh rlicher Drönungıaufe f in⸗ A —* eg / und wegen deß Reamens ver! tzet —— Eine wie menſchen find und e £ tn den

was ich ————— ——— * | Der: 09 ab lieben Leute nicht ſo übellebet!

vielmehr der Tugend allezeit euch bet, | Ha

Alſo find die Wörter verkehtt_ 7 wannr an fägt : Die Shumanfebon / DI, Rosleinttobe, 2 die inne klug / tc⸗

Finder man doch mehrmals rechtgemoͤſſne Raͤmclen in ungebundner Rede / warum * man die Ordnung der Wörter nicht in der ae bundnen Dede beobachten förinen? Ab im i23

Pſalm· * v-0 * Er weidet mich auf eher Si | R

Im ii 25: Pſalm. ; —J— Sone⸗ nicht dit aM meine Jugend.

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bht shot ae © | 17 up} me Fe aeoR are ei fe 2 porn eur —7 | * DEN; 168% * ei re; mM; ih

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Di ie en yo Ba ti 8 —— eeiſt alfo der kurse en 2 ih

Hama! —5 au verſtaͤn⸗ ein mehrers willen / ſolches

hen laſſen

Triechters nicht vonnoͤhten habe) mit ſolcher ger

u geruhen / auch jr iR

12% Die fechfte Stund. & FR ters in Eingangs ernanten Poeten nachzu chen und abzuf en Etliche halten die Kunſt⸗

griffe für im Ohne man / durch offente * nicht fol gemein machen: unbe⸗ ns der / ſo die Zugehör eines Gedichte verſtehet / darum noch lang fein Poet fey ; und wann auch we, fo 2— zu den Friedens⸗ zeiten Auguſti gefunden werden ſolten / wuͤrden doch wen Karat darunter ſeyn ; die Ovidii / Horatũ /Eatulli/Perfi / und Juven ales / aber ihres Lobs nicht ermangeln. Solte dieſer Trich⸗ ter von der Jugend beliebet werden / were der Spielende richt ungeneigt / noch ſechs Stun⸗ den zu mehrerer Ausfuͤhrung dieſer Kunſt bey⸗

ufuͤgen. Verhoffentlich / wird niemand dag

ö Belt für diefe wenige Bögen! ch die Zeit / ſo entſchuldigen / daß er etliche kindiſche Sadenl

darauf gewendet abereuen : den. Berfafler

Bon befagser Anfänger / miteingerucket und heſſer Du chn ndlichen Pece⸗ —— en. Er verbleibet ale Peine en Era den Siebhabern der Ten | —— —— noͤ⸗ a: suꝛ⸗ jzu dieuen Dee, nn

% und Iren „Jans u be Fahıs Lie: . = = “_ . ® J a Is. 4: W 3a 1 J d 9 * ws)

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3:25 * 99999394323 | —— este n Anhang. " Ansegriie Bedenden —— ng IR * A Sa unſerer Teutſchen BELDEnSpRACHE | | BI Were } SR r hoͤchſtwe fe Sc} fer dieſes REN * —— hat die ** dhen Bergen 59 rſchiede / mit weir⸗ eiffenden Meeren geſondett / mie vielen ſchlanken Fluſſen BEN ‚Die Inwobner aber derſelben durch a 1% UHR: ‚Sitten [in gank ungleicher

wiſſt En —— wi (denn eisen: / t8 en⸗ ri t otrharter als iſt ſich micht Daher wann auch mit Zerruttung der 5 durch ihre /theilg, benohtfachte ı.tbeils fregmilige 3 TeN Pan Sea

F *

124 Anhang,

und Unterligen 7 die Sprachen in mancherley ni geraten. Iſt dieſes gantze Weltweſen fo wandel bar / wie ſoſte man dañ in einem flüchtigen Worte laut einige Beſtaͤndigkeit erhaͤrten oder bejahen koͤnnen? @ Befold.discurs,de nat,popul,

$, zZ» Diefem nach foheinet eine mehrgelehrte 1 alg ohtwendige Frage / wie unſre Sprache von A⸗ fenas unfregeiten nach und nad) geändert und ver formet worden Nutzlicher aber kommet zu be⸗ frachten : Walcher geſtalt die hochteuſch ‚let uͤbliche Haubt⸗ ache in ——— | ‚fung i und grundmaſſige Worcſch zu bringen /. und vollig einzurichten fey Der all gůtige Soft har bean hohe. Beifter erwe dier/twelcheindiefenbeharrlichen Janımerseiten einen glücklichen Anfang gemacht / die Auch mit ‚gefamter Nandbletung:vergefellfchaftet / ein |

fruchtbringendes Vorhaben fortjuftellen ai

unterlaſſen werden.

Se 32 x F Beil aber ſonderlich an jesrhefagtem Sprach⸗

ſtucke der Rechtſchreibung dem Poeten a a u

BEE

PR 125

Ba efehtenm Aerekiein ange⸗ en worde * indung derrReimwoft / —— md einem jeden freyſtehet / ſeine Ge⸗ Basen m perftändiger Straffurtheil zuun⸗ für ſchicklich worden / et⸗

was —53 auf Verbeſſerung mehrvernuͤnf⸗ htens hierbey anfügen und zwar

A und jedes aufeinmaly ; Kerken nicht gedenfer ; fon, | nfanas e unwiederſyrechlichſten Hd Die hingegen unhintertreibliche bern SROURE:

Sr ih der Senf beruhet J. igen Bit en / der, ———

en aufhören/fängerdie

$ AH wilf Bar Alb je Urſa⸗

—9 olget man —9 der gebraͤuch⸗ Hälfer die blinde Setwonheie

def FA Pövelvolckg an feinem Ort xerb er der Buchſtaben Amt / und | aft Hl aut und Ton der wolaus⸗ eben Worter /deutlichſt und vernem⸗ nd und

—* ser welcher wir unge⸗

zweif⸗

226 Anhang ‚gmeiffele rechtſchreiben / find *8 ‚Biel, wird hergenommen von Ei | Buchſtaben / daß wir die Stimmer/(vaca ‚und Mitſtimmer kei nicht pbng erſcheid vermiſchen / das lange j/ das gefd iof ſene v / welches itſtimmer ſind / meht mi den iundu / den Stimmern wechſeln / und alfo fe ben ihr .ibme’ich/Aweneuoerı[doamen für ihr / hn ich Auen / euer ſchauen tc 9 ‚man BEER recht ſchrei eh, jagen / jenen / und Fa nd ven uchſtaben eine Ar. terfchiedlichen Gebrauch haben und das au! eu / nicht in aw / und ew/ noch die Endbe 2 | Fi s ‚6 A die Anfangs-und Mittelbuchſt⸗ dere werden. Das groſſe J ſolte m unterſchieden ſeyn. che 4 ob das.c in den Teutſchen Woͤrt⸗ wie ein b leſen werden 2 Die Briche | haben kein c/die dateiner haben keine. Weil man Ä * —55 AN a nifch | uchffaben geſchrieben / iſt das o fuͤr de brauchet worden eh | bat dern nicht au richten / weil wir dag 6/ und dase ñn gebrauchen / jedoch jedes an ſeinen | oͤrigen Ort / und halten für daß ma 6 niemals ausrede / wie das k: doch haben * ier⸗

‚Anhang 137 hierinnen wie vielen andern bey den Alten ver⸗ —— ———— Neugierigkeit

Arſach wird us mmen vonder | RR f den © rſyllben in der zweytt Stund gedacht gung nun kan die weſentli⸗ —* gmmbuchſtaben che vermindern / ſon⸗ ihren Zufas vielmalg zu erken⸗ Bi —— epder unrecht gefchrisbenift / al chwert / Lam̃ from̃ weil man /Kmmer / Frommen / ꝛc. Dieſe der se Bi . —— ſinire Je Alle der. nos) Gele / hi m 56 | Ei en verge erben waltet iffe Mob man die rter heilen fol mir ie Le mel ſen / muſ · ſen / wer - gel pa viefie ufammengefegte worden / EN ex dagerfleift gebräuchlich, —— dann unſte Hauhe⸗ Br feiner andern zu richten hat / wie aefagt. Mierausfolger aber nicht / daß die Stim⸗ [8 ſolten veraͤnder werden / daß man e waͤrden / weil man ſgat / ch wa⸗

de

SR... Anhang. einer Are/R or / wandlen das Zeiew verbleiben niche wie die 83838 Stammbuchſtaben alſo: RE Sprach rder Dird iſt worden / wurde Dre

ae ——— ru Re der. 38 efr en fe am "man die Gebt ungsmeife für ein eser / fan man ausden Vor⸗ und San ‚altes Teichelich beurtheilenida man ſonſten Ki eine durchgehende Richtigteig wird F önnen, *

* a m

W ſtaben g wwird/alg‘: dapfer drucken nicht eben ( it fo ih ale eröge =, treu 9.4.) Vielen mßfaͤllet diefe Beagle | man feine Sie au aeben een m

$ —J— ua 3 Urſache kan efuͤhret werden Uunterſcl * / *

er ae nach aleichftimmig / Schreibung nad unterfehteden find: Das tft